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      <titleStmt>
        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1914-10-13"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">67. Jahrgang Nr. 278</biblScope>
          <date when="1914-10-13">1914-10-13</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
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          <p>Der Krieg. Tie Besitznahme von Antwerpen durch unsere Truppen hat bei allen uns freund­ lich gesinnten Völkern lauten Jubel erweckt. Vor allem in Oesterreich chird diese Tat voll gewürdigt und unsere Truppen lebhaft zu ihrem Erfolge beglückwünscht. Von der flüchtigen Besatzung sollen 25000 Mann rast? Holland gedrängt worden sein und ein Teil in unsere Hände gefallen sein. Nach, englischen Berichten ist das belgische Haupt­ quartier und ein Teil der englischen Marine­ truppen in Ostende eingetroffen. ' Tie Bevölkerung von Antwerpen ist er­ staunt über das gute Benehmen unserer Trup­ pen, besonders über die Ulanen, die keine wil­ den Tiere, sondern "famose Deutsche Jünglinge" seien. Tie belgische Regierung setzt zwar ihre Lügen durch ihren Gesandten Jn Rom fort, der erklärt, daß die Teutschen die 'Bevöl­ kerung der okkupierten Gebiete verhungern las­ sen. Nun, sie wird nicht verhungern, ob­ wohl die Belgier und Engländer alle Ge­ treideschiffe im Hafen von Antwerpen mit ihrer Ladung versenkten. Ter König der Belgier hat in einem Ma­ nifest dem belgischen Volk "Befreiung" durch die Verbündeten versprachen. Ob er dies Wohl selbst glaubt!? In Brüssel ist man über den auf eng­ lischen Einfluß zurückzuführenden nutzlosen Widerstand Antwerpens und den dadurch her­ beigeführten Schaden der Beschießung entpört. Tie Meinung ist jetzt gegen den englischen "Freund" gerichtet. In Mecheln ist alles Leben erstorben. Tie gesamte Bevölkerung ist geflüchtet. Ueber Gent ist ein deutscher Flieger ge­ sehen worden, der auch eine Bombe geworfen hat. Unsere nächste Aufgabe wird wohl die Säuberung Flanderns von Feinden sein, die Inbesitznahme von Ostende und die Berstärtmtg des rechten Flügels unserer Armee in Nordfrankreich, an dem es nach den Berich­ ten von französischer Seite häglich zu erbit­ terten Kämpfen kommt. Tie Japaner sollen den Franzosen.Ge­ schütze überlassen haben, die bei Creuzot für japanische Rechnung erbaut sind, aber die Be­ dingung gestellt haben, daß sie von "japa­ nischen!" Artilleristen bedient werden. Inzwischen soll auch Portugal sich ent­ schlossen haben, für die Ententemächte Par­ tei zu ergreifen und zwei Korps bereitstellen, denen im April ein schwarzes Armeekorps folgen soll. In London hat die "Annäherung" der Teutschen an England durch den Fall Antwer­ pens eine heillose Angst vor Zeppelin- und Fliegerbomben hervorgerufen. Tie Besitzer von Häusern versichern als geschäftstüchtige Kaufleute ihre Anwesen gegen Beschädigungen durch Bombenwürfe. An weiteren Meldungen liegen vor: Russische Trohungcn. Zürich, 12. Oktober. Dem Carriere della Sera wird »aus Petersburg berichtet, in den dortigen politischen Kreisen sei die Ungeduld über das Zögern Italiens, sich an die Seite der Verbündeten zu stellen, aufs höchste ge­ stiegen. Die Nowoje Wremja droht: "Wer nicht für jnns ist, ist wider uns. Man müsse hoffen, daß Italien seine Dop­ pelzüngigkeit aufgebe, so sänge es noch Zeit ist!" Das ist selbst dem ententefreundlichen Car­ riere della Sera zu bunt; er rügt den ungehö­ rigen Ton in scharfen Worten und meint, Italien wisse selbst, was es zu tun habe.</p>
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          <p>Der nördlich der M. aeleaene Vorort von A. brannte bei unserem Durchgehen bereits lichterloh und trotzdem beschoß man uns noch aus den brennenden, bzw. verschont gebliedenen Häusern. Es blieb uns deshalb nichts «nderes übrig, als im Vorwärtsschreiten alle ] Hauser an der Marschstraße tn Brand zu stekken. Bei diesem Häuserkampf Mann gegen Mann bzw. gegen die bewaffnete Frau haben sich natürlich entsetzliche Szenen abgespielt: die Bestie im Menschen war erwacht, und unsere braven Grenadiere, die ihre Kameraden mit fürchterlichen Verletzungen tot am Boden liegen sahen, kannten jetzt endlich auch keine Gnade mehr. Durch die immer unerträglicher werdende Flammenglut, über eingestürzte Häufer, herabfallende Balken undTachziegel bahnten wir uns schießend den Weg, und ich gelangte mit dem Bataillon mit Einbruch der Dunkelheit ins Freie. Beim Weitermarsch . die Marschkolonne der Division war inzwi- | scheu wieder in vollster Ordnung — begegneten $ wir einer langen Kolonne Weiber und Kinder, ^ die wieder nach A. zurückstrebten, ein weiteres Zeichen dafür, daß der Ueberfall ganz planmäßig vorbereitet war, und daß man alles, was nicht kämpfen konnte und wollte, vorher entfernt hatte. Kein Haar ist diesen Wehr­ losen gekrümmt worden, obwohl ich manchen unterdrückten Fluch meiner Grenadiere gegen die Weiber dieser Meuchelmörder hörte. Um halb 12 Uhr nachts bezogen wir auf freiem Felde Biwak, bekamen jedoch beim Auf­ schlagen der Zelte noch fürchterlichen Platz­ regen auf den Kopf, der uns bis in die Haut durchnäßte. Die wenigen Stunden bis zum Morgengrauen haben wir nun auf nassen Ge­ treidegarben gelegen; zu essen gab es nichts, da unsere Feldküchen sich erst im Laufe des nächsten Tages wieder beim Bataillon einfan­ den. Daß A. wegen seines hinterlistigen Ver­ haltens nicht unbestraft gelassen wurde, ist selbstverständlich. Am nächsten Tage, nachdem die Bagage der Division die Pontonbrücke über­ fern, grüßten uns freundlich und gaben uns Wasser. Um 6 Uhr abends war ich mit dem Bataillon in den winkligen engen Straßen der Stadt nach etwa 5 Minuten von der Pon­ tonbrücke entfernt; da plötzlich ein Glocken­ zeichen, alle Leute verschwinden von der Stra­ ße, die Rolläden — wohlgemerkt überall eiserne — rasseln herunter, Haustüren fliegen zu, und die ganze Marschkolonne bekommt ein rasendes Feuer -aus den Fenstern, von den Dächern aus Kellern usw., Steine fliegen, heißes Was­ ser, Oel und Pech wird gegossen und der­ gleichen mehr. Das alles war das Werk einer Minute. Ich sah zwei meiner Hauptleute stür­ zen, die Gespanne der Gesechtsbagage des vor mir marschierenden Bataillons machten kehrt und rasten in meine Kolonne, es waren fürchliche Augenblicke; eingekeilt in diese enge Stra­ ße, in der nur vier Mann nebeneinander ge­ hen konnten, nach keiner Seite uns bewegen könnend, dem fürchterlichen Feuer ausgesetzt. 'Doch nur eine Minute dauerte der lähmende Schrecken, da nahmen unsere braven Grena­ diere Fenster, Dach und Kellerluken unter ein rasendes Massenfeuer. Wenn auch deshalb das feindliche Feuer bald nachließ, so trat doch jetzt Gefahr ein, daß unsere Leute, die sich nunmehr in Häusern und Nebenstraßen kämp­ fend befanden, erregt durch die Eindrücke des Straßenkampfes sich möglicherweise gegenseitig beschießen konnten. Hier zeigte sich jedoch un­ sere eiserne Disziplin im vollsten Glanze. 'Ich ließ die beiden Hornisten, die ich beim Batail- . " , lonsstabe hatte, "Das Ganze" "Sammeln" bla sen, bis den Kerls beinahe die Lungen platzten, der Fahnenträger entrollte die Fahne, wir stimmten "Heil dir im Siegerkranz" an, und in wenigen Minuten überschritt ich mit dem gesammelten Bataillon in schönsterMarschordnung die Pontonbrücke. An einen regelrechten Häuserkampf war nicht zu denken, da wir Befehl bekamen, den Ort so schnell wie möglich zu durchschreiten, weil die Festung R. einen Ausfall gegen unsere linke Flanke unter­ nahm. Man hatte auf belgischer Sette gehofft, durch den Feuerüberfall in A. und den gleich­ zeitigen Ausfall unsere Division beim MUebergang zu vernichten. schritten hatte, wobei immer wieder von Frank­ tireurs geschossen wurde, ereilte Stadt und Bevölkerung die wohlverdiente Strafe. Hätte das feige Gesindel von Franktireurs etwas besser geschossen, so hätte es ein nicht ab­ zusehendes Blutbad unter uns angerichtet; in meinem Bataillon hatte ich jedoch nur 1 To­ ten, 25 Verwundete, 10 tote Pferde und 2 zerschossene Fahrzeuge, sowie eine ganze Menge Brandwunden von heißem Wasser usw. Der liebe Gatt hatte uns sichtbar beschützt und uns aus diesem Hexenkessel herausgebracht.</p>
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          <p>Der Krieg mit England. Jagd auf die "Emden". Frankfurt a. M., 12. Okt. Tie "Frkf. Ztg." meldet aus Stockholm: "Nowoje Wremja" zufolge wird vom englisch-französischen Flot­ tenverband im Adriatischen Meere ein Geschwa­ der abgeteilt, das sich durch den Suez-Kanal nach betn Indischen Ozean begeben und auf die "Emden" Jagd machen soll. (Z.)</p>
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          <p>Deutschland und Japan. China erhebt Einspruch,. Haag, 12. Oktober. , Gegen die Besetzung Bahnlinie Kiautschau—Tsinanfu durch japanische Truppen und jhre Benutzung zu Transportzwecken hat die chinesische Regierung durch ihren Gesandten in Tokio Einspruch erhoben. Japan hat die Bahn zum Transport von Truppen zur Belagerung von Tsingtau benützt Japan litt» die Bereinigten Staaten. Als Japan vor einigen Tagen die Insel Jaluit der bisher deutschen Marschallinseln, im Stillen Ozean besetzte, da wurde den Ameri­ kanern anscheinend etwas besorgt zu Mute, denn sie sandten fast ihre ganze Flotte des Stillen Ozeans nach pen Philippinen. Jnzwischen soll Japan jedoch dem Präsidenten Wilson befriesigende Versicherungen über seine Absicht gegeben haben.</p>
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          <p>Vom östlichen Kriegsschauplatz. an. Tie österreichisch-ungarischen und die deut­ schen Truppen sind den zurückweichenden Rus­ sen unausgesetzt auf den Fersen. Die Verfol­ gung des Feindes wird energisch durchgeführt, ja, in vielen Städten, wo noch vor einigen Tagen sich die russische Besatzung und die von den russischen Generälen eingesetzte Ver­ waltung breitmachte, amtieren wieder die öster­ reichischen Landesbehörden, deren erste Auf­ gabe es ist, die Schäden der russischen Episode wieder gut zu machen. Die von den Rus­ sen zerstörten Telegraphen und Brücken so­ wie Bahnlinien sind repariert. Der Bahn­ verkehr funktioniert. . Durch die Rückkehr der Beamten ermutigt, suchen viele Flüchtlinge die verlassenen Wohnstätten auf. Im Großen und Ganzen hausten die Russen nicht sonderlich arg. Die Behörden berichten, daß sich selbst die Kosaken, abgesehen von den Schäden ihrer Unsauberkeit, menschlich aufführten. ■ Ter Jarenbesuch verschoben. London, 12. Okt. Der "Times" wird aus Petersburg gemeldet, der Zar habe die Absicht, die Truppen in Galizien zu besuchen, verschoben. Das Unterbleiben des Besuches sei daraus zurückzuführen, daß eine große Schlacht an der schlesischen Grenze bevorstehe. Informierte versichern, daß, das Ausbleiben von Nachrichten guf strategische Erwägungen von größter Wichtigkeit zurückzuführen sei. (Z.) Die Laiche des russischen Generals Matschugowski, des Generalstabschefs des 15. russischen Armee­ korps wurde von einer deutschen Patrouille in einem zerschossenen Walde Ostpreußens be­ reits in Verwesung befindlich aufgefunden. ist wohl die wichtigste Nachricht, daß Przemhsl von der Belagerung durch die Russen befreit wurde. Aus Ungarn sind die letzten Reste der Russen vertrieben. Leider muß der öfterreichische Armeekommandeur Frhr. von Auffenberg infolge verschlechterter Gesundheitsverhältnisse seine Stelle als Führer der 4. öfterreichischen Armee niederlegen. Ein huldvol- . les kaiserliches Handschreiben brachte^ihm^An erkennung seiner Leistungen. Von den deutschen Truppen wurde der Vormarsch der Russen auf lyck durch die Sprengung von Brücken. zum Stillstand gebracht. Ferner wird .berichtet: Tip Bprluste »er Russen vor Przemhsl. Wien, 13. Okt. Zur Verteidigung Przemysls schreibt das "N. Wiener Tgbl.": Wie alle vorhergehenden Stürme, wurde auch der letzte Angriff am Freitag in geradezu großartigem Stil gbgewiesen. Die Russen gelang­ ten nicht weiter als zu den Drahtverhauen und Gräben der äußeren Werke. Tie ganze Festung schien ein einziger feuerspeiender Vul­ kan, der nach allen Seiten Tod und Verderben hinausdonnerte. Durch die Explosion von Flatterminen im .Vorfeld wurden ganze Ab­ teilungen der von ihren Offizieren vorge­ triebenen Gegner auf einmal zerfetzt. In den Stürmen vom 6. bis 9. Oktober verloren die Russen bei Przemhsl an Toten und Verwunde­ ten, 40000 Mann, also ein ganzes Armee­ korps. (Z.) Tie Russen zurückgeworfen. Wien, 12. Oktober. (Nichtamtlich.) Die Kriegsberichterstatter melden: Die Rückwärts­ bewegung der Russen sowohl in Galizien als auch nördlich der Weichsel dauert unvermindert</p>
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          <p>fast eine Minute lang. Tann klingt ein Schritt, ein russischer Offizier legt die Hand an die Mühe und sagt in gutem Teutsch: "(sie ver­ zeihen, wo ist das Rathaus?" Uebrigens haben die Russen in ihrer skru­ pellosen Manier den Beamten mit fortgeführt, wie es überall ihre völkerrechtswidrige Art war. Wie die Russen gingen, ist für den Ein­ zelnen beinahe noch mehr Erlebnis gewesen als das Kommen. Wir sind ja meist so ein­ gerichtet, daß freudige Augenblicke stärker in unserem Gefühl haften als traurige. Uebereinstimmend in allen Erzählungen ist der Hin­ weis, daß die russischen Soldaten und auch die Offiziere kurz vor dem Fortgehen anmaßender und rücksichtsloser auftraten als vorher. Selbst Städte, die gewissermaßen von den Russen aus irgendwelchen Gründen verhätschelt wurden, wie Insterburg, hatten in den letzten Stun­ den der Russenherrschaft das Peinlichste zu leiben. Ich will hier augenblicklich nur von den vielen Geschichten, die schließlich doch ein typisches Bild geben, eine kleine wiedergeben, die so gut in der Beobachtung ist, daß sie wahr sein muß. Ein alter Gutsinspektor a. T. wohnte mit seiner Frau, einem siebzigjährigen, ge­ brechlichen Wesen, in einem Grenzorte. Man hatte die Russenplage schon vierzehn Tage ertragen, da kam ein deutscher Flieger über den Ort. Tie Frau sprang zur Tür und sah, wie die russischen Soldaten anlegten. Sie tra­ fen natürlich nicht. . Eben wollte der alte Mann die Frau zurückreißen, da schrie ein Soldat: "Das alte Vieh ist an dem Unglück schuld", und erschoß die Greisin. Der Mann begrub die Gefährtin, mit der er goldene Hoch­ zeit gefeiert hatte. " Tann schloß er sich in den Keller ein, er konnte keine russischen Sol­ daten mehr sehen. Ein paar Lebensrnittel nahm er mit. Zins der Luke sah er einen kleinen Aus­ schnitt der Welt. Immer häufiger marschier­ ten Soldaten vorbei jn der umgekehrten Rich­ tung wie im Anfang. Ganze Bataillone. Er sah die braunen Hosen und die Spaten an der Seite. Plötzlich erblickte er Seitenge­ wehre. "Ich habe da geweint", sagte der alte Mann, "denn nun wußte ich, daß die Preußen da wären." Der russische Stabskapitän Brandt. Auf den Fahrten .über Land, an Wegen, aus verlassenen Gehöften findet man man­ cherlei Tinge, die nicht wichtig sind, Papiere, die kaum militärischen .Wert haben, die aber Geschichten und Anekdoten ^erzählen in sehr lakonischer und eindrucksvoller Art. Nicht weit von per Stelle, von der man vor einiger Zeit ein russisches Flugzeug her­ untergeschossen hatte, fand ich die Akten des russischen Stabskapitäns Brandt. Sie geben keine Enthüllungen, sie haben aber ein so echt russisches Gesicht, daß ich von ihnen er­ zählen möchte. Also, der Kapitän Brandt stand bei den schweren Haubitzen in Wladiwostock. Er bil­ dete sich, vermutlich 1907, zum Flieger aus und kam dann zum 22. Armeekorps (Finn­ land). Jedenfalls hatte er dort 1908 ZeißFeldstecher für die Fliegerabteilung zu besor­ gen. Er tat das auch so gründlich, daß sich bei einer Prüfung 1909 herausstellte, daß er entweder ein Glas zu viel angerechnet oder eins zu wenig bekommen hätte. Gegen diese Nachrechnung setzte sich der brave Kapitän energisch zur Wehr und erklärte schließlich, er könnte doch nicht mehr tun, als das fehlende Glas aus eigener Tasche zu bezahlen. Gleich­ zeitig verwahrte er sich aber energisch dagegen, daß er es mit dem Preis, den seine Offiziere dafür hätten geben müssen, in Anrechnung bekäme. Tenn die hätten zu dem Fabrik­ preis 10 Prozent zuzahlen müssen für die Kasse der Mannschaftsküche. Man könne des­ halb nicht von ihm verlangen, daß er fiebenundfünfzig ganze Rubel ersetzen solle. Antwort des Regiments: Er habe die 57 Rubel einfach zu bezahlen. Ueberhaupt, er solle zufrieden sein, daß die Sache endlich er­ ledigt würde. Stabskapitän Brandt kommt darauf anno 1911 darum ein, daß ihm die 57 Rubel allmählich vom Gehalt abgezogen würden. Als das Jahr 1914 herannahte und die Kriegsgefahr akut wurde, wollte der Stabs­ kapitän einen besonders tüchtigen Burschen ha­ ben und machte eine Eingabe an das Regi­ ment. Eigenhändiger Vermerk des Obersten auf dem offiziellen Gesuch: "Ter Stabs­ kapitän Brandt soll lieber endlich die 57 Ru­ bel zahlen, die er dem Regiment noch im­ mer schuldig ist, anstatt sich um Burschen­ angelegenheiten zu kümmern. Abgelehnt." Auf der Rückseite findet sich aber ein Ver­ merk des Adjutanten, daß der Bursche de­ signiert sei. Ich fürchtte, mein russischer Namensvet­ ter ist in den tKrieg gezogen, ohne die 57 Ru­ bel für das "unterzählige" Zeiß-Glas bezahlt zu haben. Man gebe mir zu, daß dieser kleine Ak­ tenfund echt russisches Gepräge hat. Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter.</p>
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          <p>peinlichen Fall herauswinden könnte, ohne die Rachsucht des Brasilianers zu wecken und zu bewirken, daß der eigene Pfeil auf sie und ihre Mutter zurücksprang. Eines Morgens saß Doktor Kilburg in seinem Sprechzimmer und hatte gerade den letzten Patienten abgefertigt, als er, in das Wartezimmer den Kopf hinausstreckend, zu sei­ nem höchsten Erstaunen Don Jose de Oliveiro gewahrt», der in einem Sessel Platz genommen hatte und scheinbar zerstreut in einem Album blätterte. "Bitte!" sagte Kilburg mit seiner gewohn­ ten einladenden Handbewegung, worauf der Attache sich erhob, eine weltmännische Verbeu­ gung machte und dem Doktor in sein Sprech­ zimmer folgte. Dieser forderte ihn auf, Platz zu nehmen und fragte sofort in seiner Art: "Sie wollen mich konsultieren? Haben Sie Schmerzen? Oder worum handelt es sich?" Don Jose lächelte leicht, um sogleich wieder feine ernst verschlossene Miene anzunehmen. IÄ: L L Aorqewng rohr.; _ j wahrmachen werde. Wer weiß, was er noch in Vorbereitung hatte, was vielleicht geeignet war, der alten, von ihr zärtlich geliebten Frau den Todesstoß zu versetzen. Daher wollte sie von dem Aeußersten Abstand nehmen, so lange es ging, und nur im Notfall von der Waffe, die sie gegen ihn in Händen hatte, Gebrauch ma­ chen. Vorläufig begnügte sie sich noch immer damit, zu warnen und zur Vorsicht zu mahnen. Auch auf den Geheimrat hatte sie bei Gelegenheit seines Besuches bei ihrer Mutter in diesem Sinn einzuwirken gesucht, aber auch bei ihm wenig Gegenliebe gefunden. Im Gegen­ teil, er hatte sie ganz verwundert angeblickt, und sie gefragt, was sie gegen den jungen Bra­ silianer auf dem Herzen habe. "Heraus Mt der Sprache!" hatte er ge­ rufen, "ich finde diese Art, dich über jemand mißliebig zu äußern, durchaus nicht hübsch, liebste Eveline. Derartige dunkle und vage Andeutungen hasse ich, und ich wundere mich besonders, daß du gerade solche Praktiken nicht verschmähst. Ich habe dich jederzeit für eine aufrichtige Natur, ohne Arglist und Hinter­ gedanken gehalten. Sollte ich Mch in dir ge­ täuscht haben?" Was sollte sie darauf erwidern? Sie schwieg und sann weiter, wie sie sich aus diesem das geringste ihm gehörte, und seine tief ver­ letzte Eitelkeit verbarg er seinen Kameraden gegenüber unter einem süßsauren Lächeln? nach seiner Ansicht sei die junge Dame recht wunder­ lich geworden, und er blickte in bezug auf sie recht sorgenvoll in die Zukunft. Jn dieser Besorgnis war er übrigens nicht der xinzige, denn sie wurde von Gilgenstern geteilt, Der beständig in großer Unruhe ihret­ wegen schwebte. Hatte sie ihm doch bei seinem letzten Besuch bestimmt erklärt, daß sie diese Verlobung auf alle Fälle hintertreiben müsse, denn sie wolle nicht, daß ihre Kusine ins Un­ glück gestürzt werde, wie es bei einem solchen Mann wie Oliveiro nicht anders möglich fei. Einer so grausamen und gewissenlosen Natur, wie er, dessen Seele von einem scheußlichen und ungesühnten Mord belastet sei, sei das Schlimmste zuzutrauen, und wenn Sonja als feine angetraute Gattin erst fern von der Hei­ mat und ganz in seiner Gewalt sei, dann werde er schon andere Saiten mit ihr aufziehen, aber dann sei es zu spät! Sie hatte schon immer vor, den Geheimrat in die bewußte Angelegenheit einzuweihen und ihn über den wahren Charakter Don Joses aufzuklären, aber sie hatte doch immer noch eine gewisse Scheu davor, denn sie dachte an Don Joses Drohung Und war überzeugt, daß er sie gegebenenfalls</p>
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          <p>Tages-Uebersicht. König Ferdinand I. von Rumänien hat gestern nachmittags den Eid auf die Verfas­ sung abgelegt. Nach einer stürmischen Hul­ digung der Anwesenden Hielt der König eine Ansprache, in der er hervorhob, daß er in den gleichen Bahnen wie sein Oheim, regie­ ren wolle. Das entführte Unterseeboot 43 liegt noch immer im Hafen von Ajaeeio auf Corsiea und ist von den französischen Behörden noch nicht zurückerstattet worden. . Der Verräter. Der frühere Bürgermeister Blumenthal von Kolmar, der nach Frankreich geflohen ist, hat die französische Staatsange­ hörigkeit erworben. Da ist er endlich, wo er hingehört und wir sind ihn endlich los.</p>
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          <p>Bayerische Nachrichten. Tie bayerische Verlustliste Nr. 27 weist insgesamt 830 Namen auf und bezieht sich auf das 10. Infanterie-Regiment Ingolstadt. Ins­ gesamt sind tot 139, schwer verwundet 176, leicht verwundet 143, verwundet 251, ver­ mißt 78 und gefangen 43 Mann.</p>
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          <p>Berg, b.; Hans Wolf aus Straubing, b.; Joh. Spanger aus Schwarzenstein, b.: Franz Lab. Biermeier ans Leiblfing, l. b.; Josef Pitzer aus Au bei Freifing, b. Die Reserbisten Leonhard Krämer aus Großhaarbach, v.; Johann Huber aus Seiten* Bach, b. 10. Kompagnie. Unteroffizier Franz Lauer Juli aus Kirch­ dorf, s. b., beide Füße. Tie Unteroffiziere der Reserbe Michael Sachsenhauser aus Niederhof, tot; Florian Kroiß aus Mainburg, l. b. Gefreiter der Reserbe Alois Dicht! aus Ebranshausen, gef. Tambour Johann Hahd aus Trath, f.b. Tie Landwehrmänner Simon Roßmann aus Tegernbach, gef.; Franz Bachmeier aus Kleingundertshausen, s. b. Tie Infanteristen Franz Reigl aus MailHam, s. b.; Max Augusfin aus Schaching, s. b.; Gallus Winbeck aus Seibersdorf, s. b.; Leon­ hard Tanner aus Heidlfing, l. b.; Karl Kufner aus Altholz, l. b.; Georg Holzmann aus Hollberg, s. b., l. Arm; Josef Holzmüller aus Limbach, l. b.; Johann Strobl aus Tabertshausen, s. b., Bauch; Johann Danzer aus Klingldorf, s. b.; Franz Laber Engelbrecht aus Sandharlanden, l. b.; Andreas Metzger aus Einmuß, s. b.; Alois Fischl aus Arrach, l. b., Steter aus Hirschkofen, l. b.; Johann Gleißl aus Walddorf, l. b.; Rudolf Pfaller aus Hienheim, l. b.; Franz Laber Rohrmeier aus Schambuch, l. b.; Ludwig Baier aus Kleinhöbrach, tot; Otto Heckner aus Holztraubach, tot; Michael Buchschmidt aus Hardt, s. b.; Michael Strobl .aus Breitfeld, s. b.; Anton Gruber aus Neukelheim, s. b., rBust; Ludwig Rothkopf aus Höllmannsried, tot; Karl Schmid­ bauer aus Oeberau, tot; Josef Dallmaher aus Ergoldsbach, tot; Franz Greil aus Thürnstein, s. b.; Josef Brunner aus Peigen, tot; Ignaz Schäftelmeier aus Sandelzhausen, tot; Alois Schießl aus Atzing, tot. Tie Reserbisten Friedrich Albrecht aus Leuckersdorf, tot; Nikolaus Bauer aus Wolfs­ hausen, gef. 11. Kompagnie. Gefreiter Georg Höselsauer aus Mainsdorf, l. b. Tie Infanteristen Franz Lader Krauß aus Türnhart, l. b.; Beier aus Bärnried, tot; Lader Hirtreiter aus Straßkirchen, tot; Jo­ hann Büchler aus Gottesdorf, l. b.; Josef Glas aus Baierbach, s. b., Knie; Lorenz Hösl aus Osterwaal, s. b.; Michael Sieger aus Voggendorf, b.; Johann Ebner aus Thundorf, b.; Josef Hofmann aus Natternberg, b.; Joses Laubenbacher aus Rengertsdorf, b.; .Franz Obermeier aus Hintersollach, b.; Ludwig Eb­ ner aus Haagmühle, l. b.; Peter Fisch aus Schweinsberg, b.; Jakob Gebhard aus Lan­ dau a. I., b.; Lader Hupf aus Eggersberg, il. b.; Johann Mäher aus Großarmschlag, l. b.: Albert Roith aus Hankofen, bertn.; Joh. Santl aus Schönstein, bertn.; Johann Witt­ mann aus Straubing, berm. 12. Kompagnie. Tie Unteroffiziere Fritz Pfannenstiel aus Straubing, f. p., l. Unterschenkel; Ludwig Pügerl aus Affecking, l. b., l. Bein. Tambour Hans Büchner aus Neukel­ heim, b. Hornist Ludwig Bögel aus Siegenburg, s. p., l. Hand. Die Infanteristen Alois Pellkofer aus Niedermotzing, s. b., Achselhöhle; Josef Eder aus Kröstorf, l. b.; Karl Weiß aus Mitraching, I. to. Hand; Michael Buchs aus Hailing, l. b., r. Hand; Johann Zier! aus Ascholtshausen, I. b., l. Bein; Lader Bauer aus Schaltdorf, s. b.; Michael Amberger aus Berghausen, b.; Johann Hecht aus Utzenzell, • l. b., l. Arm; Karl Schweiger aus Untersaal, b.; Martin Lämmer aus Haselstein, v.; Josef Steffel aus Großgundertshausen, tot. Reservist Josef Kastl aus Alkofen, betrit. Maschinengewehr-Kompagnie. Infanterist Karl Binder aus Unterhütten­ sölden, k. b., Kopß Reservist Franz Thaler aus Schmiedorf, L b., l. Arm.</p>
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          <p>Niederbayerische Nachrichten. Weng, 12. Oktober. (Krieger-Genesungs­ heim.) Mit Erlaubnis des Herrn Reichsrats Grafen Areo Valley auf Adldors wurde schon in den ersten Kriegswochen im hiesigen Schlosse ein Genesungsheim für verwundete Krieger eingerichtet. Ter Delegierte des 1. Armeekrops für Freiw. Krankenpflege im Kriege teilte dem Bürgermeister der Gemeinde Weng mit, daß die Erholungsstätte demnächst be­ legt wird. — Auch die Erholungsstätte im nahen Rimbach, welche von der Guts- und Re­ alitätenbesitzerin Fräulein Therese Ruhstorfer eingerichtet wurde, kommt demnächst zur Be­ legung. Daß den verwundeten Kriegern in Weng und Rimbach der Aufenthalt so ange­ nehm wie möglich gemacht wird, braucht wohl nicht erst erwähnt zu werden.</p>
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          <p>Dientnachrichten. Schurdienstesnachrichten. Ab 10. Septem­ ber 1914 wurde berufen der Hilfslchrer An­ dreas Mehringer, bormals in Ascha, zur Zeit Kriegsfreiwilliger, nach Niederalteich. — Ab 1. Oktober wurden befördert der Schulberwefer Johann Berwinkl von Kirchdorf (Abensberg) zum Volksschullehrer in Burghausen; versetzt auf Ansuchen der Volksschullehrer Ferdinand Beutelrock von Buchhausen nach Eining, die Hilfslehrerin Katharina Koller von Fürholz nach Büchlberg (neue Lehrstelle); berufen der Schulberwefer Ludwig Thurnreiter, bormals in Adlkofen, zur Zeit Einj.-Freiw. im 16. Jnf.Regt., nadji Kirchdorf (Abensberg); die Schul­ dienstkandidatin Maria Limmer von Straubing als Hilsslehrerin in Fürholz; in den dauernden Ruhestand versetzt der Oberlehrer Johann Hübl in Pfarrkirchen unter Anerkennung ff einer er­ sprießlichen Dienstleistung. — Ab 1. Movember 1914 wird auf Ansuchen versetzt dem Haupt­ lehrer Josef Klein von Haidlfing natch Essen­ bach.</p>
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          <p>Verehelichungszeugnis erhielt ausgestellt der Telegraphenbauarbotter Jakob Peter von hier mit Emma Mühlbauer Packerin von Mün­ chen. Lcinstsh-l. 13 Oktober — * D i e Amtlichen Bekanntmach­ ungen des Stadtmagistrats Landshut liegen der heuügen Stadtauflage bei. 1 —* Doppelte Auszeich nung. Herrn Rechtspraktikanten Dr. Wilhelm Costa, Sohn des Herrn Justizrates Tr. Costa hier, der vor wenigen Wochen für hervorragende Leistun­ gen im Felde mit dem Eisernen Kreuze ausge­ zeichnet wurde, wurde nun auch das daher, i Militärverdienstkreuz 2. Klasse mit Schwer- : lern verliehen. i —* Auszeichnung. Für hervorragendes, heldenmütiges Verhalten vor dem Feinde ist durch Verleihung des Eisernen Kreuzes Herr Oberleutnant und Kompaguieführer Ferdinand Dittmar des 123. Grenadier-Regiments, ein Sohn des Herrn Hofphotographen Dittmar i hier, ausgezeichnet worden. I —* Mit dem Eisernen Kreuze wur- i den ausgezeichnet der Vizefeldwebel Hauer der : 2. Kompagnie und der Unteroffizier Max Sei- j der der 3. Kompagnie des hiesigen Infanterie- ; Bataillons. Ferner Rentamtsassessor und j Oberleutnant der Landwehr Karl Cloeter im I baher. Brigade-Ersatz-Bataillon Nr. 12, (der ' Ausgezeichnete war früher an der K. Regierung ! hier tätig) und der Unteroffizier Ludwig ; Schneebauer (von Pinkofen bei Mallersdorf) i des 7. Feld-Art.-Regts. j —*EinengutenFang machte der Fähn- ] rich Wilhelm Horchler des 4. Feld-Art.-Regts, j Sohn des Herrn K. Rektors Tr. Horchler der j K. Realschule hier. Bei Peronne wurde ein ■ englisches Flugzeug von unserer Artillerie be- j schossen und zur Landung gezwungen. Die i Insassen nahm Herr Fähnrich Horchler mit i einem Wachtmeister seines Regiments gefan- j gen. Als die Gefangenen dem Stabe vorge- s führt wurden, stellte sich heraus, daß. der eine j der Gefangenen der Bruder des englischen Mi- I nisters Greh, der englische Oberst Greh war. &gt; —* Liebesgaben gingen bis jetzt von i der Sammelstelle bei Herrn Kaufmann Mühl- \ dorfer bereits mehr als 100 Kisten an un- j sere Truppen im Felde ab. Auch am I&lt;$= j ten Samstag gelangten wieder 10 Kisten für ] das hier gebildete 2. Bataillon des 2. Reserve- i Jns.-Regts zum Versand. Gegenwärtig ist eine ] Liebesgabensammlung für unserReiterregiment i in Vorbereitung. i —* Aus unsern Kriegste legram- j men haben wir gestern wieder als Erträgnis 220 Mark an den Stadtmagistrat abgeliefert, j Ter Gesamtbetrag unserer bisherigen Ablie- ' ferungen beträgt nunmehr 1026,36 Mark. Hiervon floß, die Hälfte dem Roten Kreuz und die Hälfte der Kommission zur Unterstützung von Angehörigen von Kriegern zu. Wir bit­ ten die Einwohnerschaft von Landshut, das edle Werk auch fernerhin durch rege Abnahme I unserer Kriegstelegramme zu unterstützen, da­ mit auch das zweite Tausend bald voll wird. i Zur Vermeidung von Verwechslungen bitten | wir daraus zu achten, daß unsere "Kriegstele­ gramm-Verkäufer" die Rote Kreuz-Armbinde ! tragen müssen. —* Entsprungen war aus einer Heil- j und Pflegeanstalt der Pflegling Alexander Er- ! linski. In völlig erschöpftem Zustande kam ! er gestern hierher, wo er durch die Sanitätskolonne in das städtische Krankenhaus ver­ bracht wurde. "* Von der Feldpost. Die Korrespon­ denz Hoffmann schreibt: In der letzten Zeit mehren sich die Fälle, in denen Beschwerden wegen Feldpostsendungen, die in Bayern für das Feldheer aufgegeben worden sind, an das Reichspostamt in Berlin gerichtet werden. Ta derartige Beschwerden natürgemäß den für den Aufgabeort zuständigen bayerischen Oberpostdirektionen zugeleitet werden müssen, bedeutet der angegebene Beschwerdeweg für die dienst­ liche Erledigung nur eine Verzögerung. Diese wird dann vermieden, wenn sich der Beschwer- «»vier für «iederbatzer». | deführer an diejenige bayerische Oberpostdirek1 tion wendet, in deren Bezirk er die Feldl Post aufgegeben hat. — * Portofrei heit für Feldpo st sendungenimVerkehrzwischenDeutschland und der Schweiz. Nach der Schweiz werden künftig Feldpostkarten und Feldpost­ briefe bis zum Gewicht von 50 ©ramm eitt= schließlich, die von Angehörigen des Heeres an ihre. in der Schweiz wohnenden Familien­ mitglieder, und zwar an die Ehefrau, Eltern, Großeltern, Kinder und Geschwister gerichtet sind, portofrei befördert. Ebenso werden gleich­ artige Sendungen der zum schweizerischen Hee­ resdienst einberufenen Militärpersonen an ihre Familienangehörigen in Deutschland(Verwandtschaftsgrade wie oben) behandelt. Die hiernach portofteien Sendungen nach der Schweiz soli len den Namen des Absenders und in der Regel den Abdruck eines militärischen Stempels (Sol­ datenbries - Stempel usw.) tragen. Bei Feld­ postkarten wird schweizerischerseits auf einen derartigen Stempelabdruck verzichtet. Die seit | Ausbruch des Krieges bestehende Vorschrift, i daß nach der Schweiz nur offene Briefsendun­ gen angenommen werden, gilt auch. für Feldj Postbriefe. | —* Der Postanweisungs-, Postaufi trags-- und Nachnahmedien st mit Bos| nien-Herzegowina wird wieder aufgenommen. j —* Zur Erbauung eines öffentli! chen monumentalen Kun st Werkes in ! Landshut sammelte der Stadtmagistrat seit ! mehreren Jahren einen Fonds, dessen Rechnung ; pro 1913 mit Mark 1681,18 Saldo abschließt. | Tas^ Vermögen des Fonds ist auf Mark i 16 872,25 angewachsen. Die Erbauung eines ! monumentalen Kunstwerkes, die bereits vor j einigen Jahren geplant war und zu einem ! Wettbewerb geführt hatte, konnte nicht zur I Ausführung gelangen, da sie in Verbindung I mit der Erweiterung der inneren Jsarbrücke : gelöst werden soll. Jetzt wurde der Fond für i Zwecke der Kriegshilfe zur Verfügung gestellt, ' in der kaum unrichtigen Annahme, daß in den nächstem Jahren doch eine Lösung der Angelegenheiit nicht zu erwarten steht. ; —* Stadt. Grunderwerbung. Der i städtische Grunderwerbungsfond hatte im Jahre : 1913 Mark 31 385,86 Einnahmen. Hiervon i wurden Mark 31 363,05 verausgabt, sodaß ein \ Rest von Mark 22,81 verblieb. Das Gesamt: vermögen des Fonds Beträgt Mark 42 519,17. ! | —*Die Fass ade unseresRathauses I soll einer Renovierung unterzogen werden. ; Zu diesem Zweck sammelt der Magistrat seit mehreren Jahren einen Fond, der jetzt ein I Vermögen von 9286,34 Mark ausweist. Die | Rechnung des Fonds für das Jahr 1913 schloß ' mit einem Saldo von 1614,53 Mark ab.</p>
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          <p>Tie österreichische Offensive in Galizien, i Wien, 13. Oktober. Amtlich wird mitI geteilt: Unsere Offensive erreichte unter vieli fachen, für unsere Truppen durchweg siegreij chen Kämpfen den San. Der Entsatz der Fe­ stung Przemysl ist vollzogen. Nördlich, und | südlich der Festung konnte die feindliche Umi schließungsarmee angegriffen werden. Jaros&gt; lau und Lezajek sind in unserem Besitz. Von j Fieniawa geht ein starker Feind zurück. Westi lich von Chyrow schreitet unser Angriff gleich| falls fort. In Russisch-Polen wurden alle Versuche starker russischer Streitkräfte, die Weichsel südlich von Jwangorod zu überschrei­ ten, abgeschlagen. Der stellvertretende Chef des Generalstabes v. Höfer, Generalmajor. Ausschluß Fers. Hoblers. Berlin, 11. Okt. Die Berl. Sezession hat, wie sie mitteilt, Ferd. Hobler wegen seiner Stellungnahme gegen das deutsche Volk als Ehreninitglied gestrichen und ihm davon Mit­ teilung gemacht. Letzte Posten.</p>
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          <p>Inserate.</p>
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