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      <titleStmt>
        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1914-12-28"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">67. Jahrgang Nr. 352</biblScope>
          <date when="1914-12-28">1914-12-28</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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      <editorialDecl>
        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
        </p>
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          <p>Der Krieg.</p>
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          <p>Im Westen "versuchte der Feind auch ge­ stern nochmals tn Fortsetzung seiner am Weih­ nachtsabend begonnenen Offensive neue An­ griffe, die aber gleichfalls scheiterten. Teutsche Flieger haben den Engländern prompt die Antwort auf den englischen Vor­ stoß an die deutsche Küste gegeben. Sie kreuz­ ten über Dover und Southend und warfen Bomben. Im Osten gehen die Kämpfe in Polen weiter, die noch! zu keinem Abschluß gekom­ men sind. In Ostpreußen stoßen unsere Trup­ pen an verschiedenen Stellen vor. Tie Oesterreicher liegen noch im Kampfe mit den Russen, die auf der ganzen Front neuerdings eine Abwehrstellung eingenommen yaben. , Tie Türken hüben den rechten Flügel der russischen Kaukasusarmee vollständig geschlagen, sodaß die russische Armee dort zu einer Rück­ wartsbewegung gezwungen ist. Tie Italiener haben Balona (Albanien) besetzt, jedenfalls im Einverständnis 'mit Oester­ reich. Doch scheinen auch die Dreiverbands mächte keine Einwendungen zu erheben.</p>
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          <p>Gestern nachmittags wurde berichtet: WTB. Berlin, 27. Dezember, nachm. (Großes Hauptquartier.) Westlicher Kriegsschauplatz. In Flandern ereignete sich gestern nichts Wesentliches. Englische Schiffe zeigten sich heute mor­ gens. Nordöstlich&gt; Albert machte der Feind einen Vergeblichen Vorstoß auf. La Boiselle, dem heute früh ein erfolgreicher Gegenstoß unserer Trup­ pen folgte. Französische Angriffe im MeurissoneGrunde (Argonnen) und südöstlich, Verdun bra­ chen in unserem Feuer zusammen. In Oberelsaß griffen die Franzosen un­ sere Stellungen östlich der Linie Tann-Tammerkirch an. Sämtliche Angriffe wurden zurück­ geschlagen. In den gestrigen Nach,tstunden setzten die Franzosen sich, in den Besitz einer wichtigen Höhe östlich von Tann, wurden aber durch einen kräftigen Gegenangriff wieder geworfen. Tie Höhe blieb fest in unserem Besitz.</p>
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          <p>Oestlicher Kriegsschauplatz. In Ost- und Westpreußen keine Verände­ rungen. In Polen machen .unsere Angriffe im Bzura- und Rawka-Abschnitt langsam weitereFortschritte. Südöstlich Tomaszow wurde die Offensive erfolgreich, fortgesetzt. Russische Angriffe aus südlicher Richtung auf Jnowlotz wurden unter schweren Verlusten für die Russen zurückgeschlagen. Oberste Heeresleitung.</p>
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          <p>Heute früh wurde telephonisch gemeldet: Die Kämpfe der Oesterreicher. Wien, 27, Dezember. Amtlich wird ge­ meldet: Tie Lage in den Karpathen ist un­ verändert. Vor der zwischen Rhmanow und Tuchow angesetzten russischen Offensive wurden unsere Kräfte im galizischen Karpathenvorlande etwas zurückgenommen. Feindliche Angriffe am un­ teren Tunajek und an der unteren Rida schei­ terten. Tie Angriffe in der Gegend von Tomas­ zow dauern fort. Auf dem Balkankriegsfchauplatze hält die Ruhe an. Das Territorium der Monarchie ist hier mit Ausnahme ganz unbedeutender" Grenzstrecken Bosniens und der Herzegowina und Süddalmatiens vom Feinde frei. Ter schmale Landstreifen Lpizza-Budna wurde von den Montenegrinern schon bei Kriegsbeginn besetzt. Ihr Angriff auf die Bocche di Cattaro scheiterte vollständig. Schon vor längerer Zeit mutzten ihre und die auf die Grenzhöhe gebrachten französischen Geschütze, von unserer Forts- und Schifssartillerie nie­ dergekämpft, das Feuer einstellen. Ebenso er­ gebnislos verliefen bekanntermaßen die wie­ derholten Beschießungen einzelner Küstenwerke durchs französische Flottenabteilungen. Ter Kriegshasen ist somit fest in unseren Händen. Oestlich Trebinje befinden sich schwächere montenegrinische Abteilungen auf herzogewinischem Grenzgebiete. Endlich stehen östlich der Trinastrecke Foca-Visegrad serbische Kräfte, die von dort auch, während unserer Offensive nicht gewichen waren. Ter Stellvertreter des Chefs des Generalstabes v .Höfer, Feldmarschalleutnant.</p>
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          <p>Die Türken im Kaukasus. Konstantinopel, 27. Dez. (Amtlicher Bericht des Großen Hauptquartiers.) An der kaukasischen Front setzt unsere Armee ihr siegreiches Vordringen fort.</p>
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          <p>Türkische Seekämpfe. K on st a n t i n o p e l, 28. Dezember. (Amt­ licher Bericht des Großen Hauptquartiers.) , Ter amtliche russische Bericht aus Sebastopol teilt mit, daß die Hamidije vor Se- bastopol torpediert und schwer'beschädigt wor­ den sei, sodatz sie zwar Konstantinopel noch erreichen konnte, aber auf längere Zeit außer Gefecht gesetzt worden sei. Hierzu die Antwort auf diese Lügen: ‘ In diesen Tagen fuhr unsere Flotte mit Einschluß der "Hamidije" durch das Schwarze (Meer und kehrte unbeschädigt zurück. Eines unserer Schiffe begegnete am 24. Dezember einer russischen Flotte, die aus 17 Einheiten zusammengesetzt war, nämlich 5 Linienschiffen, 2 Kreuzern, 10 Torpedobooten und 3 Minen­ werfern. Das heißt: ein türkisches Schiff ge­ gen 17 feindliche. Tiefes türkische Schiff griff in der Nacht die russische Flotte an, beschoß Inrit Erfolg das Linienschiff Retislaw und ver­ senkte zwei Minenwerfer. 2 Offiziere und 30 russische Seesoldaten wurden gerettet und ge­ fangen genommen. In derselben Zeit beschoß ein Teil unserer Flotte erfolgreich! Batum. Am Vormittag des 25. Dezembers wollten zwei von unseren Schiffen die obengenannte Flotte zum Kampfe zwingen, die es aber vor­ zog, nach Sebastopol zu fliehen.</p>
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          <p>Die Besetzung Valonas durch Italien. Rom, 28. Dezember. Die "Agenzia Stefani" teilt mit, daß Maßnahmen getroffen wurden, um ein Regiment Bersaglieri nach Valona zu entsenden, das die dort gelandeten Matrosen ablösen soll. Das Regiment wird heute in Valona eintreffen.</p>
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          <p>Das torpedierte französische Flaggschiff. Paris, 28. Dezember. Der "Temps" be­ richtet:' Ein von einem österreichisch-ungari­ schen Unterseeboot angeschossener französischer Panzer mußte sich zur Ausführung von Aus­ besserungsarbeiten nach- Malta begeben.</p>
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          <p>Ein Zeppelin über Nancy. Genf, 28. Dezember. Gestern früh 7 Uhr 25 Min. überflog laut Meldung aus Ranch ein Zeppelin diese Stadt, auf die er 14 Bom­ ben warf. 2 Einwohner wurden getötet, 2 verwundet und mehrere Privathäuser beschä­ digt.</p>
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          <p>Rußland die ihm gehörige Hälfte der Insel Sachalin an Japan abtreten werde als Entgelt für die Lieferung schwerer Geschütze, ist die Petersburger Telegraphenagentur ermächtigt, kategorisch zu erklären, daß diese Meldung vollständig erfunden ist.</p>
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          <p>Tie Lage in Portugal. P a ri s, 25. Dez. Dem Journal wird aus Lissabon gemeldet, daß die politische Lage in Portugal äußerst gespannt sei. Ter Kon­ flikt zwischen Radikalen und Gemäßigten neh­ me immer ernsteren Charakter an. Ter Oppositionsführer Almeda habe dem Ministerpräsidenten inertpelliert und ihm gesagt, warum das Kabinett nicht demissioniere, da doch der Senat der Regierung das schärfste Mißtrauen ausgesprochen habe. Ministerpräsident Coutinbo erwiderte, er werde solange nicht demis­ sionieren, als er das Vertrauen des Präsi­ denten Arriaga besitze und der Unterstützung der demokratischen Partei sicher sei. Auf offener See angehalten. At hen, 27. Tez. Agence d'Athen mel­ det: Ein französischer Kreuzer hat bei Tedeagats-ch den italienischen Dampfer "Turino" durchsucht und neun auf der Fahrt nach Kon­ stantinopel befindliche Türken verhaftet. Ein französischer Kreuzer gefunken?. Konstantinopel, 27. Dezember. Eine arabische Zeitung berichtet: Ein italienischer Dampfer, der von Port Said eingetroffen sei, habe 20 Kilometer von Jaffa im Sturm einen sinkenden französischen Kreuzer gesehen. Der Kreuzer sei später verschwunden und wahrscheinltch vollständig gesunken. Für die Ret,tüng der Besatzung habe wegen des Stur-&gt;mes nichts geschehen können. Das gleiche Blatt berichtet Briefe aus Haifa, wonach dort zahlreiche Mützen französischer Kriegsmatro­ sen mit dem Namen "Admiral Charner" (?) angeschwemmt worden sind. (Z.) Gegen den Sultan von Aegypten. K 0 n st a n t i n 0 p e l, 27. Tez. Der Chef der ägyptischen Nationalpartei, Mohamed Ferid, der nach- Europa fahren sollte, seine Abreise aber verschob, veröffentlicht im Turan einen Brief, in dem er die Haltung des Prinzen Hussein Kemal brandmarkt, der die Sache des Islam verraten habe und so zum Verräter am Vaterlande und ein Feind der Muselmanen wurde, weil er die ihm durch die Gnade der Engländer, der erklärten Feinde des Islams, übertragene Sultanswürde annahm. Auch den ägyptischen Ministerpräsidenten Hussin Ruschdi Pascha erklärt Ferid für einen Verräter. Er verweist darauf, daß sich der oberste Richter in Aegypten (Naib) weigerte, Hussein Kemal anzuerkennen, der somit seine Gewalt nicht ausüben könne. Ferid verlangt schließlich, daß der Scheich ül Islam Hussein Kemal als Apostaten durch ein Fetwa exkommuniziere.</p>
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          <p>Der Krieg mit England. Bier englische Schiffe versenkt. Shanghai, 26. Tezember. Die Versiche­ rungsagentur von Jangtsekiang meldet, der deutsche Hilfskreuzer "Prinz Wilhelm" habe an der Südostküste Südamerikas 4 englische Handelsschiffe versenkt. (Z.) (Wettere Nachrichten stehe "Letzte Posten".)</p>
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          <p>Vermischtes. Las vergnügungslustige Paris. Paris amüsiert sich! und setzt sich mit Leichtsinn der Madame Lutetia stets auszeichnete, über all' den Jammer und die Not des Krieges leicht hinwegh In bitterer Ironie hat mit Rück­ sicht auf diesen Zustand ein bekannter Kari­ katurist ein Bild gezeichnet, auf dem man einen Verwundeten sieht, der einen mürrischen und verdrießlichen Spaziergänger, den er auf der Straße trifft, mit den Worten tröstet: "Wenn Sie lustig werden wollen, so tun Sie gut, einmal einen Ausflug nach! den Schützen­ gräben zu machen." Es ist nicht anzunehmen, daß der Mann, der diesen freundlichen Rat befolgt hätte, just mit heiterem Angesicht nach Paris zurückgekehrt wäre. Ein junger, bel­ gischer Soldat, der Neffe eines der berühmltesten flämischen Dichter (Maeterlinck?), der zu kurzem Besuche in Paris eingetroffen war, sprach sich über diese übel angebrachte Vergnüglichkeit der Pariser Bevölkerung einem italienischen Berichterstatter gegenüber folgendermassen aus: "Mir ist, als hätte ich! einen bösen Angsttraum, ich kann nicht verstehen, wie die Leute hier ruhig in den Straßen lustwandeln, ihre geschäftlichen Angelegenhei­ ten erledigen, im Kaffeehaus sitzen, und in die Kinos lausen können, während, nur wenig von ihnen entfernt, sich! so unendlicher Jammer Brett macht. Ich wetß ja, der Krteg um­ kleidet alles mit der Atmosphäre einer he­ roischen Poesie, die den Blicken des Volkes all den Jammer und das Elend verbirgt. Tie Leute kommen sichi wie Zuschauer vor, die der Vorstellung eines großen Heldenstückes beiwoh­ nen. Aber wenn ichi die Augen schließe, so sehe ich vor meinem Auge wieder den leh­ migen Schlamm, in dem wir wochenlang ge­ legen haben; ich! sehe die gefallenen Kameraden, die verzerrten Züge der Leichen, die bluti­ gen Wunden und alle die Greuel, die der Krieg mit sich bringt. Und eben deshalb scheint es mir ein äffendes Traumbild, wenn ich! be­ obachte, wie die Leute hier auf den Boule­ vards lachend und plaudernd vorbeiziehen, wenn ich daran denke, daß ich selbst vielleicht in wenigen Tagen im Schlamme Flanderns zur ewigen Ruhe gebettet sein werde " Sokdatemnütter. Jda Boy-Ed schreibt in einem trefflichen Artikel über dieses Thema in Nr. 5 von "Ueber Land und Meer" (Teutsche Verlags-Anstalt Stuttgart) u. a.: "Wenn wir in der Schule von germanischen Frauen lasen, die ihren Söh­ nen, sie anfeuernd, die Waffen nachtrugen in die Schlacht, und wenn uns von Römerinnen gesprochen wurde, die in Verzweiflung gerie­ ten, falls sie keinen krieghaften Sohn mit hin­ aussenden konnten für den Streit für Rom, dann ging wohl durchs unsere Mädchenseele ein kühler Unglaube. Und unsere noch! unbe­ wußte Weiblichkeit mochte es nicht für möglich halten, daß je eine Frau, ihr Teuerstes kühn in Gefahr hinausziehen lasse, anstatt es zit­ ternd zurückzuhalten. Nun aber haben wir es selbst erlebt. Das Uebernatürliche ist wahr geworden. Und die deutsche Frau hat ohne Feigheit nicht nur, sondern vielmehr mit stolI zem Mut ihre reifen Söhne und die Väter j ihrer kleinen Söhne den grauen Rock anziehen i sehen — diesen grauen Rock, der -ein Symbol geworden ist für die Einheit und die Uner-schöpflichkeit unserer Streiter. Was ist das? Aus welchen geheimnisvollen Untergründen - kommt dieses Heldentum der Frau herauf? $ Sind das nie erloschene Spuren aus jenen | frühen Tagen, wo der Herd der erste Keim j des Staates war? Wo alles, was sichl um die ] Flamme eines Herdes sammelte, von einem ! Gefühl der Zusammengehörigkeit gefestigt war | — voll wacher Feindseligkeit gegen den nächI sten Herd und dessen Sippe? Bis, im FortI schreiten der Entwicklung, sich vieler Herde Sipr Pen zusammentaten und so allmählich etwas | erwuchs, was schon staatengleich die Aneinan\ dergeschlossenheit schützte. — Und der Herd ist f das Sinnbild aller Zusammengehörigkeit ge| blieben. Tie Frau weiß nicht, daß ihre EmpI findung aus der Geschichte herauswuchs und in i fernsten Vorzeiten noch Wurzelfäden hat. Aber sie weiß, daß die Stätte, an der sie so lange I in der Lebensfülle des Friedens wohnte, ihre | Gegenwart und ihre Zukunft bedeutet und daß sie deshalb ihren Sohn hinaussenden muh, diesen Herd — den zusammengepreßten Begriff vom Staat — zu verteidigen. In einem ein­ zigen schrecklich großen Augenblick gebar sich ihr die Kraft, sich selbst zu vergessen! Ein wunderbares Ahnen ging ihr auf: daß über ihrer eigenen Mutterschaft noch eine höhere thront. Sie, die eine Mutter, kann leiden, die Söhne dahingeben, sterben, es ist nichts! Sie hat mit ihrem Gram still zu ringen, damit er sie nicht niederzwinge, sondern sie auf­ recht lasse zu tätigem Mute. Sie, die ein­ zelne, ist nur der Staub in der Wagenspur^ des Sieges und das Bruchteilchen im Unge­ heuren! Aber über uns allen steht die hei­ lige Gewalt, die nicht geschmälert, nicht zer­ brochen werden darf, die Mutter aller Mütter: das Vaterland!"</p>
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          <p>Niederbayerische Nachrichten. Zwiesel, 26. Tezember. (Erschossen.) Seit jüngst bei dem Sattlermeister Ludwig Eisch hier ein Einbruch! versucht wurde, hatte der­ selbe als Waffe (den geladenen Zimmerstutzen in seiner Werkstatt hängen. Trotzdem dessen Lehrling darauf aufmerksam gemacht worden Imor, daß der Stutzen geladen, nahm ihn ge­ stern nachmittags halb 2 Uhr der Lehrling Jakob Eisch von der Wand, legte damit auf das ebenfalls in der Werkstatt befindliche 2einshalb Jahre alte Söhnchen des im gleichen Hause wohnenden Fabriknachtwächters Andreas Heindl scherzweise an mit den Worten: "Jetzt erschieße ich dich!" Ta ging der Schuß los und die Kugel traf den Kleinen in die Brust, sodaß derselbe nach! einer halben Stunde ge­ storben ist.</p>
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          <p>nicht entsprechen, werden von den Postanstalten unweigerlich zurückgewiesen. —* Liberaler Verein L. u. U. Heute Montag abends Zusammenkunft im Sterngar­ ten (Seligenthalerstrahe).</p>
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          <p>anderen Stil gehalten war. Auch führten hier nicht ringsum große Flügeltüren in die Zim­ mer, sondern es zweigte sich. rechts und links ein langer Gang ab, in den die Türen alle mündeten. Schloß Neulinden streckte sich viel weiter aus, als das Falkenauer Herrenhaus, weil es nur ein Stockwerk besaß, und die Zimmer und Säle alle nebeneinander lagen. Als Tante Krispina gerade die Halle passierte, um ihre int linken Flügel gelegenen Zimmer aufzu-i suchen, kam ein Bote von Falkenau an, der von Norbert ein Briefchen für Annelies brach­ te und auf Antwort warten wollte. Das alte Fräulein nahm das Briefchen selbst in Empfang und schickte den Boten nach der Küche, wo er sich eine Erfrischung geben lassen und auf Annelies' Rückkehr warten sollte. Tante Krispina stand noch da und schaute lächelnd auf das Briefchen herab, als sie von draußen den Hufschlag eines Pferdes vernahm. Sie trat unter das Portal und kam gerade noch, recht, um Annelies vom Pferde steigen zu sehen. Fafner wurde von einem Reitknecht in Empfang genommen und fortgeführt. Anne­ lies schürzte das Reitkleid und trat ins Haus. Tante Krispina betrachtete voll stolzer Zärtlichkeit das schöne Mädchen in dem knap­ pen, schwarzen Reitkleid. "Was für ein stolzes, -herrliches Ge­ schöpf," dachte sie, wie so oft, in heimlicher Bewunderung. Annelies legte lächelnd ihren Arm um Tante 'Pinchens Schulter. "Immer noch in der Arbeitsschürze, klei­ nes Tantchen? Plagst du dich noch immer mit dem Wäscheschrank?" fragte sie liebevoll. "Gerade bin ich. fertig, Kind. Ich wollte mich, eben umkleiden, als ein Byte von Fal­ kenau kam. Hier ist ein Brief von Norbert." Annelies faßte hastig danach, und wurde sehr rot. "Ist der Bote schon wieder fort?" fragte sie schnell. "Nein, er ist in der Küche und wartet auf Antwort." "Es ist gut, Tante Pinchen. Ich will das gleich erledigen, ehe ich mich umziehe.^ Sie küßte die alte Dame auf die Wange und verschwand in dem Gang ' zum rechten Flügel, wo ihre Zimmer lagen. Erst als sie in ihrem Boudoir allein war, öffnete sie hastig den Brief. "Liebe, verehrte Base Annelies! Schon wieder komme ich&gt; mit einer Bitte. Ich bin in den Büchern auf einen toten .Punkt ge­ stoßen, wo ich nicht allein weiter komme. Kol­ lermann ist auch nicht imstande, mir Auf­ schluß zu geben. Im Vertrauen auf Ihre große Güte und Liebenswürdigkeit wage ich es, Sie zu bitten, wenn es Ihre Zeit erlaubt/ heute nachmittag herüberzukommen und mir über diesen toten Punkt hinwegzuhelfen. Viel­ leicht erfreuen Sie mich mit Tante Krispina mit Ihrer Gesellschaft bei meinem einsamen Nachmittagstee. Bitte, sagen Sie dem Boten, ob und wann ich. Sie erwarten darf. Mit ergebensten Empfehlungen an Tante Krispina begrüßt Sie herzlichIhr getreuer Vetter Norbert." Annelies -lächelte glückselig vor sich hin und drückte den Brief an ihr Herz. Sie wußte nur zu gut, daß der "tote Punkt" nur ein Vor­ wand war. Es gab viele solche "tote Punkte" in ihrem Verkehr, die alle nur den Zweck hatten, ein Zusammensein herbeizuführen. Norbert war sehr erfinderisch darin. Einmal mußte er sehr notwendig nach. Neulinden kom­ men, um sich! Rat zu holen, das andere Mal mußte sie nach! Falkenau kommen. Beide ga­ ben sich! immer den Anschein, an den "toten Punkt"' zu glauben, und schafften ihv mit wichtigen Gesichtern aus der Welt. L-'; _ (Fortsetzung folgt.)!</p>
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          <p>Handel und Verkehr. Landshuter Schranne vom 23. Dezember 1914. München, 24. Dez. (Viehmarkt.) Bericht vom 21. bis 24. Dez. Preise per 50 Kilo Lebendgewicht: Ochsen: 1. Qualität 55—60, österr. 00—00, Holland. 00—00, 2. Qual. 52—54, österr. 55—62, holl. 00—00, 3. Qual. 49—51, österr. 50—54, holl. 00—00, 4. Qual. 46—48, österr. 00—00, holl. 00—00, 5. Qual. 00—00, österr. 00—00. Bullen: 1. Qual. 42—46, 2. Qual. 38—41, 3. Qual. 34—37; Kühe u. Kalbinnen: 1. Qual. 44- 50, 2. Qual. 41—46, 3. Qual. 37—40, 4. Qual. 32—36, 5. Qual. 21—31; gering genährtes Jungvieh: 20—33; Kälber: feinste 45— 47, mittlere 42—44, geringe 37—41; Schafe: Stallmastschafe, Mastlämmer und jüngere Masthammel 00—00, ältere Masthammel 00—00, mäßig genährte Hammel —, gering. Lämmer 00—00; Schweine: Fettschweine über 150 Klgr. 40—55, vollfleischige von 120 bis 150 Klgr. 41—55, von I 100 bis 120 Klgr. 40—55, von 80 bis 100 Klgr. j 40—55, dto. unter 80 Klgr. 37—55, Sauen 00 5 bis 00, Bratenschweine 00—00 Mk. Preise per 50 Klgr. Schlachtgewicht: Bullen 2. Qual. 00—00, 3. Qual. 00—00, Kälber: feinste 54—57, mittlere 50—53, geringe 40—49; Schafe: Mast­ lämmer und jüngere Masthammel 50—60, ältere Masthammel 00—00, mäßig genährte Hammel und Schafe 00—00; geringere Lämmer und Schafs 32—49. Schweine: Fettschweine über 150 Klgr. 53— 63, vollfletschige von 120—150 Klgr. 54—66, von 100 bis 120 Klgr. 57—69, von 80 bis 100 Klgr. 54— 66, unter 80 Klgr. 42—66, Sauen 00—00, Bratenschweine 00—00Mk. — Gesamtzufuhr: — Großvieh, aus dem Auslande —, und zwar ' 433 Ochsen (darunter — aus Schweden und — aus Oesterreich), 285 Bullen (darunter — ans Oesterreich), 599 Kühe (darunter —aus Dänemark und — aus Oesterreich), 120 Jungrinder (— ans Oesterreich), 2827 lebende und 3332 tote Kälber, 4967 lebende und 7652 tote Schweine, 80 lebende und 669 tote Schafe und Ziegen, —lebende und 1518 tote Lämmer, Spanferkel und Kitze. Nach Auswärts wurden — Stück Großvieh und — Schweine. Marktverlauf: Großvieh unverändert, Kälber flott, Schweine wieder nachgebend, Schafe unver­ ändert. München, 24. Dez. (Getreidewochen, bericht von Bauer und Zeckendorf.) Der heule schwach besuchte Wochenmarkt verlief ge» schäftslos. Zu den Höchstpreisen war kein Ausgebot.</p>
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          <p>Donnerstag: 7 Uhr Hirtenamt der Fam. Steidl, abends 5 Uhr Jahresschlnßandacht. Freitag (Neujahr): 6 HUr Hirtenamt des kath. Burfchenvereins, halb 9 Ufyt feiert. Pfarrgottesd., nachm. 2 Uhr Vesper. Samstag: 7 Uhr hl. Amt des Fr. Tünzl für verst. Ehefrau, abends 5 Uhr Rosenkr.</p>
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          <p>»es ein mit einer Vignette bedrucktes Stück Papier fand, das der Mann eifersüchtig rote seinen Augapfel behütet hatte. In der Ueberzeugung, daß der Mann ein Bild verehre und damit das Gebot Mohammeds übertrete, riß sie das geheimnisvolle Papier in kleine Stücke. Der arme Fellache verlor dadurch sein küm­ merlich gespartes Vermöge». Derartige Vorfälle sind nicht selten, und sie gehen den ägyptischen Zeitungen Gelegenheit, das unwissende Volk über den Zweck und den Wert der Banknoten aufzuklären. Aus diesen Leuten besteht nun der weitaus größte Teil der ägyptischen Landbevölkerung. Das erklärt auch zur Genüge, wie es England möglich gewesen ist, Aegypten mit einer Hand voll Soldaten in Schach zu halten. Es erklärt aber vor allem auch, wie es geschehen konnte, daß die Vorbereitung zum Kriege aus dem Lande keine Aufmerksamkeit fand und den Frieden und die Einsamkeit hier nicht zu stören vermochte. Der Fellache widmet sich auch in dieser kritischen Zeit einzig und allein der Feld­ arbeit. Er gräbt sein Feld um, zieht die Wasiergräben, schleppt aus Kanälen und Brunnen Wasser herbei, geht mit Seelenruhe hinter dem Pfluge ein­ her und läßt seine Gedanken in das Nichts versinken. Und dieses Nichts ist alles andere eher als ein poli­ tisches Ereignis. Tie Werbetrommel der Boyscouts. Aehulich wie die Rekruten Lord Kitcheners zu Wer­ bezwecken Umzüge aus den Straßen von Lon­ don unternahmen, fangen jetzt auch- die Mit­ waren sind dem Kriegsministerium zu uner­ hört hohen Preisen angedreht worden. Von den Stoffen waren viele bereits eingerisseu und hatten höchstens die Haltbarkeit von brau­ nem Packpapier. Einige der hieraus verfer­ tigten Anzüge hielten nicht länger als 14 Tage. Und voller Wut schließt "Daily Chronicle" ihre Ausführungen mit den Wroten: "Ein Re­ giment, das so bekleidet ins Feld zieht, wird durch- den Mangel an warmen Sachen mehr leiden, als durch- die Kugeln der Feinde." Hungerslöhuo in der belgischen Dpitzenindirftrse. Tie berühmten Brüsseler Spitzen, die meist aus dem Lande in Flandern angefer­ tigt werden, sind ein Fluch- für die Frauen und Mädchen, die sich mit ihrer Herstellung besassen. Tie Fabrikation wird durch Ron-, nenklöster und Zwischenhändler kontrolliert, u ndes werden miserable Löhne bezahlt. Ter Tagesverdienst einer Arbeiterin überschreitet nur ausnahmsweise einen Francs; sehr ge­ schickte Spitzenklöpplerinnen erhalten für eine 12stnndige Arbeitszeit nur 75 Centimes. Alte Arbeiterinnen verdienen in 9 Stunden 45, verheiratete Frauen, die dabei noch- ihre Kinder warten müssen, für eine Arbeitszeit von 6 Stunden oft nur 20 Centimes. So haftet an diesen begehrten Spitzen eine Fülle von Hun­ ger, Elend und Ausbeutung. : glieder der englischen "Pfadfinder", die Boys­ couts, in vielen Teilen Englands an, in lär­ mender Weise öffentlich Reklame für ihren Bund zu machen. Samstags ziehen sie in ihrer bekannten Tracht durch die belebtesten Straßen ihrer Heimafftädte. Durch Wirbeln der Trommeln und Trompetenstöße suchen sie die Aufmerksamkeit der Mitbürger zu erringen. An einem geeigneten Platze wird Halt ges macht und ein besonders gewitzigter Bohsconts hält eine Werberede, in der er mit blühender Phantasie seinen Altersgenossen die Vorteile ausmalt, die ihnen winken, wenn sie sich den Pfadfindern anschließen. Der Erfolg ist dann auch meist, daß sich eine Reihe kleiner "Zi-r vilisten" als Mitglieder eintragen läßt. Bei dieser Art Werbetätigkeit zeigen die Bohsconts einen erstaunlich entwickelten Geschäftssinn. Wie die alten sungen . . . Tler englische Khakistandal. Aus die Zu­ stände, die int Bekleidungsamt des englischen Kriegsministeriums herrschen, wirst ein Ar­ tikel der "Daily Chronicle" ein grelles Streif­ licht. Dieser Artikel gibt in kräftigen Aus­ drücken den Aerger darüber kund, daß sichdas Kriegsministerium bei der Bestellung von Khakistoffen zur Einkleidung der neuen Kitchener Armee von gewissenlosen Händlern hat übervorteilen lassen. Alle Arten von Schund-</p>
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          <p>Letzte Posten. Zwei deutsche Flieger kreuzten am letzten Freitag über Southend an der Themsemündung und warfen Bomben ab. Englische Flieger aus Sherneß versuchten, den deutschen Fliegern den Weg abzuschneiden, was ihnen jedoch- nicht gelang. Auch Italien soll beabsichtigen, falls ihre Proteste gegen die Belästigung seiner Schiffahrt ohne Erfolg blei­ ben, seine Handelsschiffe durch Kriegsschiffe be­ gleiten zu lassen. Eingreifen Bulgariens in den Krieg? Berlin, 28. Dezember. Aus Konstanti­ nopel wird der "Voss. Zig." gemeldet: Ein an­ scheinend inspirierter Artikel des "Turan" be­ zeichnet das Eingreifen Bulgariens in den Krieg als bevorstehend und stellt wichtige Ver­ änderungen der Landkarte in Aussicht, die auch Bulgarien Nutzen bringen würden. Tic Faihne des Propheten. Ko nstantin op e l, 28. Dezember. Un­ ter dem Jubel der Bevölkerung ist die Heilige Fahne des Propheten in Damaskus eingebracht worden. Die Mufti und der Militärkomman­ dant der Stadt waren der Fahne entgegenge­ gangen. In glänzender Parade, an der aus Aegypten und dem Sudan übergegangene mo­ hammedanische Soldaten und Offiziere teilnah­ men, zog die ganze Garnison von Damaskus an dem heiligen Panier des Propheten vorüber. Ein englischer Angriff. Athen, 28. Dezember. Von Tenedos wird gemeldet, daß eine englische Flotte die türkische Kaserne im Golf von Tenedos beschoß und vollständig zerstörte. Sonst scheint kein Schaden angerichtet worden zu sein. Nach dem westlichen Kriegsschauplätze sind am Stefanitage Prinz und Prinzessin Leopold und Prinz und Prinzessin Arnulf abgereist. Tie Besretznng von Balona. Rom, 28. Dezember. Im allgemeinen bemerkt die italienische Presse, sich den Mei­ nungsäußerungen des "Giornale d'Jtalia" an­ schließend, die Landung in Balona bedeute keineswegs eine eroberungslustige Besetzung, sondern entspringe lediglich- der Absicht, Ord­ nung in Albanien zu halten und eine event. Besetzung Balonas durchwandere Mächte zu per­ meiden. Es sei weder eine Expedition in das Innere geplant, noch« brauche man internatio­ nale Verwicklungen vorauszusehen. Mehrere politische Persönlichkeiten äußern sich in dieser Weise. Nur Admiral Bettolo befürchtet, daß die Landung in Balona Komplikationen ver­ ursachen könnte. Wie aus den zur Zeit vor­ liegenden französischen Blättern ersichtlich ist, hat auch- der Dreiverband gegen das Vorgehen Italiens nichts einzuwenden. (Z.) Bon der indischen Grenze. Konstantinopel, 28. Dez. Stämme aus Belutschistan haben in Karadschi an der indischen Grenze eine Abteilung von 250 Eng­ ländern überfallen, 150 getötet und den Rest gefangen genommen. Tie Engländer haben dafür den Beamten des Stammes in Karadschi, Jussuf Sai, gefangen gesetzt. Gleichzeitig hat die englische Regierung von der persischen Re­ gierung verlangt, daß persische Truppen Nasrabad an der Grenze von Belutschistan besetzen sollen, da dort Emissäre aus Belutschistan durchzukommen pflegen. Tie persische Regie­ rung hat sich, jedoch außerstande erklärt, diesem Verlangen nachzukommen. (Z.) Ter Suezkanal gesperrt? Aus Konstantinopel erfährt die "Frkf. Ztg." als zuverlässig, daß England am 15. Dezember die Sperrung des Suezkanals für jedweden Verkehr vorgenommen hat. (Z.)</p>
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          <p>sich. hier im Walde verborgen in der Hoff­ nung auf einen baldigen Rückzug der Teut­ schen. Tie aber hatten sich 80 Kilometer wei­ ter vorn festgesetzt, und so blieb die Kompag­ nie drei lange Monate im Walde in Erd­ höhlen verborgen, von der Bevölkerung der Umgebung mit Nahrungsmitteln versorgt. Als die Verpslegslast schließlich zu drückend wurde, fand sich! ein Ausweg mit den Requisitions­ scheinen, sodaß die deutsche Armee den Pro­ viant für die französische Kompagnie bezahilen mußte, wenigstens so lange, bis durch diese Requisitionsscheine alles an den Tag kam. Offi­ ziere und Mannschaften waren durch die Ent­ behrungen aufs höchste erschöpft und ergaben sich, ftoh, aus ihrem Schlupfwinkel erlöst zu werden, ohne Widerstand in Gefangenschaft. (Rhein.-Westf. Ztg.) (Z.)</p>
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