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      <titleStmt>
        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1914-03-13"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">67. Jahrgang Nr. 56</biblScope>
          <date when="1914-03-13">1914-03-13</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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      <editorialDecl>
        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
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          <p>Tages-Übersicht. Monarchenbegegnung. König Viktor E m a n u e l wird bereits am 22. März nach Venedig reisen, um dort mit Kaiser Wilhelm zusammenzutreffen. Der Kaiser wird am 24. März in Venedig eintreffen und beabsichtigt, ehe er die Weiterreise nach K o r s u antritt, mehrere Tage in Venedig zuzubringen. Die Budgetkommission des Reichstags hat den Etat für Deutsch-Südwestafrika er­ ledigt und hiebei auch die im Nachtragsetat ange­ forderten 5 Millionen für die Ambolandbahn genehmigt. Petroleumquellen in Neu-Guinea. Beim Kolonialetat waren vom Reichstag 500 000 Mk. zu Untersuchungen der Petroleumverhältniffe in NeuGuinea verlangt. Obwohl der Staatssekretär Dr. Sols bei der gestrigen Beratung im Reichstag be­ tonte, daß die Auffindung von Petroleum in der Südsee von der allergrößten Wichtigkeit, und das Gebiet bereits' seit 26. Februar gesperrt sei, wollten Reichspartei und Zentrum diese Summe gestrichen und die Vorarbeiten zur Gewinnung von Petroleum der Privatindustrie überwiesen haben. Die Sozi waren diesmal die Reichsretter. Sie verhalfen der Forderung zur Annahme in zweiter Lesung. Der Jäger von Bionville, der 73 jährige k. Hegemeister a. D. Max M ü n ch o w , ist in Berlin nach kurzer Krankheit sanft entschlafen. Münchow hat die Feldzüge von 1864, 1866 und 1870/71 mitgemacht. Am Tage von Bionville wurde der Lübbener Jäger siebenmal verwundet. Eine Kugel zerschmetterte ihm den Mittelfußknochen und die letzte traf die Lunge. Schon schwerverwundet am Boden liegend, hat er seine Kameraden noch er­ mutigt und weiter auf den anstürmenden Feind geschoffen, bis die Besinnung schwand. Sein damaliger Waffenrock, der noch aufbewahrt wird, ist von Ge­ schossen durchlöchert. Trotz der schweren Verwund­ ungen war M. später ein anscheinend kerngesunder Marn, der alle Strapazen der Feldzüge gut über­ standen hat. Die Zunahme der Abiturienten an den höheren Schulen. Während bisher angenommen wuide, daß den Hauptantetl an der Gesamtzunahme der Abiturienten die Realgymnasien und Oberrealschulen liefern, zeigt eine vom Prof. W e r m b t e r« HtldeSheim im Deutschen Philologenblatt für 1901-1912 aufgestellte Statistik, daß dieser vielmehr den Gymnasien zuzuschreiben ist, die von Unter-Secunda (6. Klaffe) aufwärts unter diesen 3 Anstaltstypen die größte prozentuale Steigerung aufweitn. (Bei der Reifeprüfung 41 Prozent gegen 32, bezw. 26 Proz.). Auch die absoluten Zahlen beweisen, daß die führenden Kreise sich noch heute ihre Allgemeinbildung überwiegend aus dem Gym­ nasium aneignen. Ferner aber geht aus derselben Statistik hervor, daß immer mehr Schüler überhaupt dis in die oberen Klaffen und bis zur Reifeprüfung vordringen. Auszeichuuug deutscher Seeoffiziere und Matroseu. König Georg von England hat den deutschen Seeleuten, die im Oktober v. Js. sich bet den Rettungsarbeiten für den in Brand ge­ ratenen Dampfer "Vvlturno" auszeichneten, silberne Medaillen verliehen, und zwar erhielten 232 Offiziere und Mannschaften diese Auszeichnungen. Der Bund für Mutterschutz nahm in einer stark besuchten Versammlung in Berlin Stellung gegen den Initiativantrag an den Reichstag, der dem Geburtenrückgang durch ein staatliches Verbot der die Empfängnis verhütenden Mittel entgegentreten will. In der Diskussion wurde betont, daß ein Eingreifen in die Privatentschlteßungen der Eltern mit polizeilichen Mitteln ein ebenso untaugliches wie unmoralisches Mittel sei, das die freie, sittliche Ver­ antwortlichkeit bewußter Entschließung zur Elternschaft beeinträchtigt und einen staatlichen Gebärzwang durch polizeiliche Mittel herbeiführe. Nicht Ausstieg, son­ dern Niedergang der Raffe, seien die Folgen einer wahllosen Volksvermehrung. Der Bund für Mutter­ schutz fordere daher Hebung von Volkskraft und Geburtenzahl durch Ausbau der Mutterschafts­ versicherung zu einer Kinderrente, 9tHerstellung der Unehelichen, Gesundheitsattest vor der Eheschließung, Hebung des Hebammenwesens, freie ärztliche und Geburtshilfe, Aufhebung des Zölibates der Beamt­ innen u. a. Die russische Regierung hat durch Ver­ mittlung eines Hamburger Agenten für zwanzig Millionen Mark Schuhleder bei amerikanischen Firmen bestellt; gleichzeitig hat das russische Kriegs­ ministerium 40,000 Felle für Tournister bei einer dänischen Firma zur Lieferung vergeben. Französische Wehrdebatte. Die in der französischen Kammer gestern stattgefundene Cadregesetzdebatte war eine abgeflaute Neuauflage der vorjährigen Wehrdebatte. Lesevre rechtfertigte die dreijährige Dienstzeit und erklärte sie für eine Beantwortung der deutschen Rüstungen. Der Radikalsoziale T h a l a m a S gab eine Ueber­ sicht über die Weltlage und wies dabei die Be­ hauptung zurück, daß Deutschland gegen Frankreich rüste. Er erhofft von der künftigen Kammermehrheit die Wiederkehr der zweijährigen Dienstzeit. Nach einer geschickten und maßvollen Rede des Kriegsministers Roulens wurde darauf das Cab rege fetz mit 415 gegen 105 Stimmen angenommen. Ueber die Londoner Verhandlungen wegen einer internationalen Regelung der Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit zur See, die zu Anfang d. I. zum Abschluß ge­ kommen sind, heißt es im Jahresbericht des Nord­ deutschen Loyd: "Die damit erreichte einheitlich, für alle beteiligten Seestaaten in gleicher Weise verbind­ liche Regelung dieses für die Schiffahrt so außer­ ordentlich wichtigen Gebietes ist mit Genugtuung zu begrüßen. Die Beschlüffe der Londoner Konferenz vom Dezember v. Js., an deren Verhandlungen auch wir durch einen Vertreter beteiligt waren, dürfen wohl als eine zweckmäßige Lösung dieser vielfach sehr erhebliche Schwierigkeiten bereitenden Frage ange­ sehen werden. Die Vorschriften, die erst nach Voll­ ziehung durch die einzelnen Regierungen und nach einer entsprechenden Uebergangszeit in Kraft treten, werden größere Neubelastungen für uns mit sich bringen, trotzdem die Sicherheitseinrichtungen unserer Dampfer, bereit möglichste Vervollkommnung wir stets mit allen Mitteln angestrebt haben, bereits auf einer hohen Stufe stehen."</p>
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          <p>sicherten sind durch die Reichsversicherungsordnung nicht größer geworden. Wir haben nichts dagegen, daß dem Landwirtschaftsarbeiter alle mögliche Krankenhtlfe gewährt wird, aber man muß doch auch an die Leistungsfähigkeit der Arbeitgeber denken, die auf dem Lande die sämtlichen Kosten zu tragen haben. Für die Mägde und Taglöhner be­ steht eine geordnete Krankenpflege, der Arbeitgeber, der Bauer aber muß es sich zehnmal überlegen, ehe er einmal den Arzt holt. Wenn man die Bauern, die darauf angewiesen sind, ihre Kinder zu Hause zu behalten, auch noch zwingen will, die Haussöhne und Haustöchter zu versichern, so wäre dies doch der Anfang vom Ende. Bürgermeisterdefinitivum. Das Gemeindekollegium in Regensburg erteilte vorgestern dem zweiten Bürgermeister F a u n e r das Definittvum. Bayerischer Kaualtag. Die alljährliche Tagung des Vereins zur Hebung der Binnenschiffahrt in Bayern, für die heuer als Kongreßstadt Fürth in Aussicht ge­ nommen war, findet nach dem "Fränk. Kurier" in Regensburg statt in Rücksicht auf die Ein­ weihung des neuen Donauhafens dortselbst. I« Ser Klemme befindet sich die Zentrums­ partet im Wahlkreise Amberg, wo zurzeit zwei Zentrumskandidaturen bestehen, eine offizielle und eine Arbeiterkandidatur, die von den Arbeitern selbst aufgestellt wurde, die über die Ignorierung ihrer Wünsche und früheren Versprechungen erbost waren. Nun versucht die Dr. Ptchlersche "Donau­ zeitung" die Arbeiter neuerdings durch Versprechungen an den Strang zu bringen, indem sie sagt, es sei ein Schreiben des Neunerausfchuffes (geschäflsführender Ausschuß deS Zentrums) an die Parteileitung er­ gangen, in welchem ausdrücklich betont wird, daß der Neuneraurschuß für die Kandidatur Winkler ein­ tritt, weil sie ordnungsgemäß aufgestellt ist. Im Neunerausschuß sitzt auch der frühere Abg. Königbauer, der selbst ein Arbeitervertreter ist. Der Neunerausschuß habe in seinem Schreiben in be­ stimmtester Form zugesichert, daß die Arbeiter bei der nächsten Hauptwahl zum Landtag eine angemessene Zahl von Vertretern in sicheren Wahlkreisen bewilligt erhalten sollen. Beförderung von Reisegepäck auf den Motorpostlinien. Für die Berechnung der Retsegepäckgebühren aus Motorpvstlinien, die ausschließlich während der Sommerfahrordnung betrieben werden, gelten künftig folgende Bestimmungen: Das Höchst­ gewicht des Reisegepäcks, das von einem Reisenden mitgefühlt werden darf, beträgt 50 Kilogramm. Gepäckstücke mit einem Gewicht von über 50 Kilo­ gramm werden nicht angenommen. 15 Kilogramm Reisegepäck werden gebührenfrei befördert. Die Gepäckgebühr beträgt für das gesamte, von einer Person mitgeführte Reisegepäck für jede angefangenen 5 Kilometer 25 Pfg.</p>
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          <p>elegant und schön wie immer, mit einem Ausdrucke in dem Gesichte, etwas Gewissem in dem Benehmen, das sich Ralph nicht zu deuten wußte. Sie waren einander noch nicht begegnet seit jenem Abende auf Schönburg, als Paul um Malwine gefreit, und Ralph den Vorrang abgewonnen hatte. Und heute wartete Paul auf seine Braut, während Malwine an derem Sterbebett wachte, und Ralph war gerade daran, seine Frau aufzusuchen. Die Herren verbeugten sich und reichten ein­ ander die Hände. "Das ist sehr unerwartet" sagte Paul freundlich, wenn auch mit einem Gefühle der Beschämung, da er an die Vergangenheit dachte. Und doch wollte er diesem Gefühl nicht Raum geben. Marianne sollte jetzt seine Frau werden — das würde bald die ganze Welt wissen — nnd er mußte sich je eher, je lieber in seine neue Stellung hineinfinden. Dennoch — trotz diesem Gefühle, das ihn einen Augenblick übermahnte, fühlte er sich sehr glücklich, und dies war der Ausdruck in feinem Gesichte, der Ralph so sehr überrascht hatte. "Lassen Sie sich nicht aufhalten," bemerkte dieser jetzt, nach dem Wagen blickend, dessen Schlag der Kutscher respektvoll offen hielt. "Sie halten mich nicht auf," erwiderte Paul. "Im Gegenteil, es kommt mir sehr gelegen, Sie zu sehen, und er lächelte bedeutungsvoll "Ich bin nahe daran, sehr glücklich zu werven, Mr. Badolf. Bald ist mein Hochzeitstag; ich gehe gerade auf den Bahnhof meine Braut abzuholen, Ihre reizende Schwester Marianne — doch haben wir noch fünf­ zehn Minuten Zeit." J-der Blutstropfen entfloh aus Ralphs Gesicht. "Großer Gott! Ihr Hochzeitstag — bald — schrecklich!" Paul blickte ihn erschreckt an. "Warum nicht ? — Was ist geschehen, Badolf?" fragte er rasch und aufgeregt. "Kommen Sie mit mir hinein in mein Zimmer," erwiderte dieser bewegt. Die beiden Männer traten ein, und kaum war die Tür von Ralphs Zimmer geschlossen, als Paul ausrief: "Um Himmels willen, was haben Sie? — Marianne ist doch nicht etwa krank?" Seine Worte, fein Wesen zeugten von großer Selbstbeherrschung, doch konnte er die plötzliche Angst und Furcht, die ihn ergriffen, nicht verbergen. "Marianne ist krank — ich wünschte, ich könnte Ihnen sagen, daß sie der ewigen Ruhe genösse und alle ihre Sünden und Schlechtigkeiten ihr vergeben wären! Ralphs Stimme bebte, als er diese Worte in fast gebrochenem Tone sprach. (Fortsetzung folgt.) uns. so elend und schwach vor wirklichem Hunger, daß sie kaum stehen konnte, doch ich kann ein Ge­ sicht lesen, wie ein Buch — ich wußte schon, was ich tat, a!s ich sie aufforderte, hier zu bleiben." "Und, mein Herr," — sie blickte ihn mit ihren kleinen schwarzen Augen fest an, — "ich bin ver­ sichert, daß ich Alice einen großen Dienst erweise, indem ich Ihnen ihre Adrefle gebe. Sie befindet sich in I. bet Doktor Danntng, der dort eine Anstalt für Schwachgeistige hat. Sie wurde durch meine Schwester hinempfohlen, und dort können Sie sie finden." Ralph blickte sie erstaunt an, kaum fähig, einen Ausruf der Ueberraschung zurückzuhalten. Bei Doktor Danning! — In dem Hause, das er soeben verlasien, und wo sich so viel Seltsames zugetragen! Er dankte der Frau ruhig nnd ernst. "Ich kann Ihnen niemals Ihre Freundlichkeit vergelten, Madame, was ich aber tun will — ich will Ihnen Alice wieder zuführen, und sie selbst soll Ihnen sagen, ob Sie recht oder unrecht daran taten, mir ihren Aufenthaltsort kundzugeben." Er zog den Hut und ging ganz verwirrt hinaus, dann fuhr er sofort wieder nach dem Hotel, von dem aus er beabsichtigte, sogleich nach dem Bahnhof zu eilen, um den ersten Zug zu benutzen, der nach I. abging. Dort an dem Tore des Hotels stand, mit dem Kutscher eines feinen Wagens sprechend, Paul Prant,</p>
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          <p>Allerlei. Ei« hundertjähriges Geburtssest. Herr Privatier Anton Lampert in Aub, geboren zu Goßmannsdorf am Main, feierte am 7. März sein 100 GeburtSfest. Se. Majestät der 'König über­ schickte ihm ein Glückwunschtelegramm. Auch eine Reihe anderer Ehrungen wurde dem Jubilar zuteil. Ein teuflisches Borhaben, das aber noch rechtzeitig durch die Polizei entdeckt wurde, war in Freinsheim (Pfalz) von jetzt noch unbe­ kannten Personen geplant gewesen. Diese spannten nachts ein Drahtseil über eine Straße und befestigten es an Alleebäumen. Die Polizei, die nachts Rundgang machte, entdeckte das Seil und entfernte dasselbe sofort. Den Tätern ist man auf der Spur. Verschwunden ist aus F r a n k f u r t a. M. der Direktor G e i s e n b e r g e r von der chemischen Fabrik "Elektron" in Griesheim. Er hat 70,000 Mark unterschlagen und sich der Urkundenfälschung schuldig gemacht. Die Tragödie einer Mutter. Vor dem Schwurgericht des Landgerichts Berlin II hatte sich gestern die 26 jährige Wirtschafterin Auguste Kordex aus Neukölln, die ihr fünf Monate altes Kind er­ stickt und sich dann eine Kugel in den Kopf geschossen hatte, «egen Totschlags zu verantworten. Sie wohnte mit ihrem Bräutigam, einem Monteur S, zusammen. Als das Kind geboren war, reichte der geringe Ver­ dienst des S. nicht mehr aus, um die Lebensbedürf­ nisse zu bestreiten. S. versuchte deshalb die An­ geklagte zur Rückkehr in ihre Heimat zu bewegen. Er erklärte ihr, daß er von Berlin aus für sie sorgen werde. Die K weigerte sich, da sie sürchtete, daß sich S. von ihr lossagen würde, und weil ihre Mutter ihr geschrieben hatte, sie dürfe nur mit dem Trauschein zu ihr kommen. Zwistigkeiten mit ihrem Bräutigam führten dazu, daß die Angeklagte von einem melancholischen Zustand befallen wurde, zumal sich bei ihr Anzeichen einer zweiten Mutterschaft bemerkbar machten. Eines Abends hörte eine Nach­ barin aus der Wohnung der Angeklagten die Detonation zweier Schüsse. Als man die Tür gewaltsam erbrach, bot sich den Eintretenden ein furchtbarer Anblick. Auf dem Bett lag, die Leiche des Kindes am Arm, völlig blutüberströmt die Angeklagte. Nach ihrer Angabe hatte sie in der Verzweiflung erst das Kind mit einem Kopfkissen erstickt und sich dann zwei Kugeln in den Kops geschossen. Vor Gericht machte die Angeklagte, die infolge der Schüsse halb erblindet ist, einen sehr bemitleidenswerten Eindruck. Die Geschworenen kamen zu einer Verneinung der Schuld­ fragen, so daß die Angeklagte freigesprochen wurde. Zwei Fliegerosfiziere im Sumpf gelandet. Bei einem Fluge von Posen nach L t s s a mußten zwei Offiziere der Posener Fliegerstation bei G o st y n eine Notlandung vornehmen. Sie gerieten dabei in einen Sumpf, aus dem sie sich nur mit vieler Mühe retten konnten. Zum Herausschaffen des Flugapparates ist ein Kommando des Liffaer In­ fanterie-Regiments Nr. 50 an die Unfallstelle abge­ gangen. Der Mordkomplize des Czenstochaner Mönches Maesoch, der ehemalige Klosterfamulu« Stanislaus Z a l o g a, der nach der Entdeckung des Mordes im Czenstochaner Kloster die Flucht ergriff, ist jetzt iu Detroit (Amerika) ermittelt worden. Das Auslieferungsverfahren ist bereits im Gange. Ueberfall aus eine Misfionsstatio«. Vierbis fünfhundert Räuber drangen durch Verrat in die norwegische Missionsstation L o h o k o w in der Pro­ vinz H u p e h (China) ein ; sie plünderten die Station und zündeten sie dann an. Ein Missionar F r o y l a n d wurde getötet und einer schwer verwundet.</p>
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          <p>bekanntem liebenswürdigen Charm im Spiele und ihrem köstlichen unverwüstlichen Humor auS, der in den herzlichen Beifallskundgebungen reichen Wieder­ hall fand. Auch die übrigen Kräfte halsen der lieben Kollegin getreulich an der Verschönerung und am Ge­ lingen des Abends mit, so stellte sich auch Frl. Ger ne r vom Münchener Gärtnerplatztheater als Jaqueline mit ihrer prächtigen Stimme bereitwilligst in den Dienst der guten Sache. Ferner wirkten mit Erfolg Herr Kurt (Des Aubrais), Herr W a n a u s (Hubert), Frau N e u d e ck (Delphine). Herr N e u d eck (Pomarel), Herr Trautmann, viermal sehr gut disponiert, lReno), Herr W e s e n e r und Frl. E r m a n o w (Charencey u. Frau) und Herr P f a u d l e r (Alexis). Auch der Chor hatte feine Schuldigkeit ge­ tan, ebenso wie das Orchester mit seltener Hingebung dem Taklstocke des Dirigenten Herrn Raab folgte und so die populäre Musik Gilberts trefflich zur Geltung brachte. Grm, gißt durch das Studium auf feine eigene Erziehung, was sich namentlich im Umgänge mit dem weiblichen Geschlechte stark fühlbar macht. Als das Mädchen später als Dame das Haus des Lehrers infolge schlechter respektloser Behandlung verlasien will, merkt der Phonetiker, daß sich zwischen dem gewohnten Zusammensein und dem interesianten Studium die Liebe eingeschlichen hat. Der Vorhang fällt zum letztenmale und der Zuschauer trägt das Bewußtsein nach Hause, daß Hkggtns und Eliza gleich Pygmalion und feine lebendige Statue gemeinsam durchs Leben schreiten werden. Das Typische Shaw's kommt in dieser eigentlich nur auS amüsanten Diskussionen zu­ sammengesetzten Komödie scharf zum Ausdruck, ein zwischen Ernst und Scherz pendelnder, mit Paradoxen blendender Geist, der selbst dem aufmerksamen Zu­ hörer manchmal die Entscheidung schwer macht, ob sich der Dichter mit den grotesken Theorien identifi­ ziert und wo der Ernst aufhört bezw. wo das Poflenfpiel beginnt. Die geschmackvolle Inszenierung durch Direktor K i ß m e r verriet Lust und Liebe zur Sache und eine geschickte, zielbewußte Hand in der Be­ setzungsfrage. Den Phonetikprofessor Higgins ver­ schrieb sich Willy K i ß m e r selbst und verlieh da­ durch der ganzen Komödie einen würdigen, wertvollen Rahmen. Mit Geist und Humor, unter Anwendung aller erdenkbaren Nüancen schuf er aus diesem rück­ sichtslosen englischen Kulturlümmel, der in Eliza nur die Materie zum Studium sah, eine lebendige Figur, ohne daß er indesien den im Engländer vorbildlichen Gentlemen vermissen ließ. Wohl noch nie drängte sich uns das Empfinden so auf als am Dienstag, daß wir in Frl. Blankenhorn eine äußerst talentierte, der Förderung würdige Darstellerin weib­ licher Charaktere besitzen. Das was uns die junge Schauspielerin hier mit ihrer Eliza zeigte, läßt wirklich auf Schönes für ihre Zukunft hoffen. Der Kontrast zwischen dem Gossenmädel und der Welt­ dame, abgesehen von der im letzten Akte allzuscharf prononcterten Sprechweise, das allmähliche Empor­ klimmen, all' diese Momente brachte sie mit seltenem Geschick zustande, kurzum eine für eine Anfängerin ganz vorzügliche Leistung. Eine charakteristische Figur machte Herr Pf au dl er mit dem eigentümlichen Lebensphilosophen und Pseudo-Aesthetiker Doolittle. Herrn W e y l a u d S Oberst Pickering wünschten wir nur in der Erscheinung mehr den ehemaligen Sol­ daten. Distinguierte GesellschaftStypen stellte» auf die Bühne Frau N e u d e ck in der sympathischen Frau Higgins, die Damen v. Treusch und E r m a n o w (Frau und Frl. Eynsford Hill), Herr Falkner (Freddy) und Frl. Bauer (Frau Pearce). Dar in den Logen und im Parkett sehr gut besetzte Haus amüsierte sich an der grotesken Komödie aufs Beste und gab seiner Anerkennung für das Stück und die Darstellung durch frenetischen Beifall Aus­ druck. Grm. Die keusche Susanne. Jda Salier, die temperamentvolle, routinierte Soubrette des Ensembles kam gestern mit ihrem Benefizabend, "Die keusche Susanne", Operette in 3 Akten von Jean Gilbert, ins Treffen. Bei der glücklichen Wahl des Stückes, das sich bereits im Vorjahre als zugkräftiger Schlager bewährte, und bet der Beliebtheit der humorvollen Künstlerin, war es nicht zu verwundern, daß sich die Verehrer und Freunde der heiteren Muse recht zahlreich einfanden, um der geschätzten Darstellerin mit diversen Blumen und sonstigen hübschen Angebinden ihre Anhänglichkeit zu beweisen. Frl. Salier stattete ihre Suzanne mit</p>
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          <p>Letzte Posten. Arbeitslosenfürsorge. München, 13. März. Die Abgeordneten­ kammer hat gestern abends in einfacher Abstimmung das Postulat der Regierung auf Einsetzung von 75,000 Mark fürZwecke der ge­ meindlichen Arbeitslosenversicherung angenommen.</p>
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          <p>Literarisches. "Medizinisches H a u s l e x i k o n" der Krankheiten des Menschen und die vagegen anzu­ wendenden Mittel mit besonderer Berücksichtigung der besten Volks- und Hausmittel mit 18 anatomischen Bildertafeln, herausgegeben von Dr. K. Doebereiner. Originalband 3 Mk. Verlagsanstalt E. Abigt-Wiesbaden. Dieses bewährte Hauslexikvn war schon vor 25 Jahren bei unseren Eltern und Großeltern als ein Schatzkästlein im Gebrauch. Es werden so manche Heilmittel und Verfahren dargestellt, von denen wir uns oft er­ innern, daß sie unsere Großeltern als wirksam be­ nutzten und nichts darauf kommen ließen, die bet uns aber längst in Vergessenheit geraten waren. Handel und Verkehr.</p>
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          <p>Handel und Verkehr. Dachziegelwerke Ergoldsbach A.-G. In der am 10. März abgehaltenen Generalversammlung der Dachztegelwerke Ergoldsbach A.-G. Ergoldsbach wurde die Tagesordnung erledigt und gelangt somit die D t v t d e n d e mit 14 Proz. — 140.— Ml. pro Aktie (wie im Vorjahre) sofort zur Auszahlung. Rosenheim, 12. März. (Schranne.) Mittelpreis: Wetzen 9,50 Mk., gest. 10 Pfg., Korn 7,50 Mk., gest. '22 Pfg., Gerste 0,00 Mk., gest. — Pfg., Haber 7,48 Mk., gest. 21 Pfg. Zusammenbruch Ser Firma Metzeler. Auf Antrag des Vorstandes ist am Mittwoch nach­ mittag 6 1 U Uhr der Konkurs über die Gesell­ schaft eröffnet worden. Mit der Firma Metzeler verliert München seinen zweitgrößten industriellen Betrieb, ein Unternehmen mit annähernd 1100 Arbeitern und Be­ amten, einen Umsatz von 8 Millionen Mark jähr­ lich und einem Aktien- und Obltgationenkapttal von 4'800,000 Mk. Hiezu schreibt die "M. A. A." u. a.: Die Aktiengesellschaft Metzeler u. Co. ist im Jahre 1901 aus der früheren Firma Metzeler u. Co., einer Gründung der Familie Metzeler, hervorge­ gangen. Der Schwerpunkt ihres Arbeitsgebietes lag in der Herstellung von technischen und chirurgischen Gummtarttkeln aller Art, von Pneumatik rc. Das Gummischuh- und Pneumatikgeschäft, in denen eine kapitalkräftige Konkurrenz die Preise tief gedrückt hat, brachten schwere Verluste. In den Jahren 1901 bis 1910 verteilte das Unternehmen an die Aktionäre jedoch 4—7 Proz. Dividenden. Doch arbeitete die Gesellschaft schon von Anfang an mit hohen Schulden. Das Unternehmen entwickelte trotz seiner ungenügenden Mitiel einen starken Expansions­ drang, es gründete Filialen in Hannover, Leipzig, Berlin, Wien und London. Das Geschäftsjahr 1911 schloß mit einem glatten Verlust von s / 4 Millionen Mark, also etwa des vierten Teils des Aktienkapitals. Sämtliche Reserven waren aufgezehrt, eine Unterbilanz von 110,000 Mk. war auf das Jahr 1912 zu übertragen. Das Jahr 1912 brachte wieder einen kleinen Gewinn, das Jahr 1913 aber einen neuen Verlust von nahezu einer Million Mark. Die Gesell­ schaft mußte an ihre Gläubiger mit dem Gesuch utn einen Zahlungsaufschub herantreten, der ihr auch gewährt wurde. Vor dem Konkurs hätte sie aber nur eine gründliche Sanierung durch Zu­ sammenlegung der Aktien und die Beschaffung neuer Mittel retten können. Der Plan ging dahin, das Aktkenkapitäl im Verhältnis von 4:1 zusammenzulegen und hernach 2 1 /» Millionen neue, bevorzugte Aktien auszugeben. Die am Unternehmen engagierte Dresdener Bank erklärte sich bereit, davon 1 Million für ihr Guthaben zu übernehmen und der Gesellschaft außerdem einen neuen offenen Kredit in der Höhe von 1 Million zur Verfügung zu stellen. Auch die Gläubiger waren gewillt, etwa V» Million Aktien zu zeichnen, dagegen waren die Aktionäre nicht zu be» wegen, neues Kapital einzulegen, und so sah sich der Vorstand vor einigen Tagen genötigt, die Zahlungs­ unfähigkeit seiner Gesellschaft anzumelden. Die Hauptgeschädigten sind — neben den Arbeitern und Angestellten — die Aktionäre. Außer Mün­ chenern werden Züricher Kapitalisten stark betroffen. Die Familie Metzeler hat ihren Besitz rechtzeitig ab­ gestoßen. Die laufenden Verbindlichkeiten der Ge­ sellschaft beliefen sich Ende 1913 auf 3,02 Millionen Mark, denen etwa 90,000 Mk. Kasse und Bankgut­ haben und 2,1 Mill. Mk. Waren und 1,87 Millionen Mark Außenstände gegenüberstanden. Die Höhe der Quote für die nicht bevorrechteten Gläubiger kann noch nicht berechnet werden. Gothaer Lebensverfichermigsbank aus Gegenseitigkeit. Rach vorläufiger Feststellung be­ trug 1913, tm 85. Geschäftsjahre der Bank, der Zugang an neuen Versicherungssummen 77 Millionen Mark. Nach Abzug aller Abgänge erhöhte sich der Gesamtbestand an eigentlichen Lebensversicherungen auf 1170 Millionen Mark. Auch das finanzielle Ergebnis des letzten Jahres wird recht befriedigend sein, zumal die Sterbefallsummen um nahezu drei Millionen Mark niedriger waren als im vorausge­ gangenen Jahre.</p>
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