<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<?xml-model href="http://www.tei-c.org/release/xml/tei/custom/schema/relaxng/tei_all.rng" type="application/xml" schematypens="http://relaxng.org/ns/structure/1.0"?>
<?xml-model href="http://www.tei-c.org/release/xml/tei/custom/schema/relaxng/tei_all.rng" type="application/xml" schematypens="http://purl.oclc.org/dsdl/schematron"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">
  <teiHeader>
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1914-03-04"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
      </titleStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
        <availability>
          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
        </availability>
      </publicationStmt>
      <sourceDesc>
        <bibl>
          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">67. Jahrgang Nr. 49</biblScope>
          <date when="1914-03-04">1914-03-04</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
        </bibl>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
    <encodingDesc>
      <editorialDecl>
        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
        <segmentation>
          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
        </segmentation>
        <correction status="low" method="silent">
          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
        </correction>
      </editorialDecl>
      <projectDesc>
        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
        </p>
      </projectDesc>
    </encodingDesc>
  </teiHeader>
  <text>
    <body>
      <pb n="2"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>ihnen winkte, nach Hause zu gehen. Dies geschah den» auch in großer Ordnung."</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>|u wünschen übrig lassen. Doch da mein Vater Ihnen Vertrauen schenkte und Sie liebte, will ich Nachsicht haben, selbst mit Ihrem Benehmen mir gegenüber. Weiter haben wir jedoch nichts gemein­ sames miteinander." Diese ruhig gesprochene Erklärung brachte nun Marianne zum Aeußersten. .Ich beginne jetzt zu begreifen, weshalb Paul sich deiner zu entledigen wünschte," erwiderte sie hitzig. "Was Sie denken, ist von gar keiner Bedeutung für mich," sagte Malwkne ermüdet und drehte sich weg, als ob über diesen Gegenstand nichts mehr zu sagen wäre "Aber was ich tun werde, kann möglichenfalls von Bedeutung fein. Ich werde morgen Paul sprechen und mit ihm unsere sofort zu erfolgende Hochzeit verabreden. Rach dieser werde ich mit meinem Manne auf Schönburg bleiben, bis Lilien­ grund zu unserem Empfange eingerichtet sein wird. Während dieser Tage oder Wochen, was es immer fein wird, erwarte und bestehe ich darauf, daß du gegen mich und meinen Gatten die gehörige Höf­ lichkeit beobachtest, wie es die Rücksicht auf deine Stiefmutter, die auch dein Vormund ist, verlangt." MalwineS Herz war dem Zerspringen nahe, als sie den ihr so teuren Namen so oft tn dieser Ver­ bindung aussprechen hörte, doch ihre Lippen kräuselte» sich verächtlich. "Als Sie Ihre Falschheit und Verräterei ent- Verlobung aufgelöst fei, und ich mache mir das Bjergnügen, dir jetzt zu sagen, daß ich mich mit Mr. Prant verlobt habe und ihn in einigen Wochen heiraten werde." Ich bin sehr verletzt durch deine Aufführung bei dieser Angelegenheit, doch will ich es deiner ver­ zeihlichen Aufregung und deinem eifersüchtigen Kummer zuschreiben. Während der kurzen Zeit, wo ich noch Herrin auf Schönburg bin, verlange ich die schuldige Achtung und den Gehorsam, der der Witwe deines Vaters gebührt, sonst —" ~ Sie unterbrach sich und ihr schweigen drückte mehr aus, als Worte ausdrücken konnten. MalwineS Augen erglühten in leidenschaftlichem Zorne und verzehrendem Schmerze. "Mrs. Nollts," sagte sie, und Marianne er­ bebte unwillkürlich vor ihrem Blicke — .da Sie es für geeignet hielten, die Dinge bis auf diesen Stand­ punkt zu bringen, will ich Ihnen sagen, was ich Ihnen noch zu sagen habe. Unglücklicherweise sind Sie bis zu Ihrer Wiederverheiratung Herrin in dem Haufe meines Vaters, und es ist Ihr unbestrittenes Recht, dasselbe zu führen, wie es Ihnen gefällt; doch — soweit ich persönlich dabei beteiligt bin" — und sie richtete ihr stolzes Köpfchen auf — "muß Ihre eigene Vernunft es Ihnen sagen, daß Sie keine Ge­ walt über mich haben; und selbst, wenn Sie dieselbe hätten, Madame, würde ich mich ihr widersetzen, da ich jetzt weiß, was ich freilich immer vermutet habe, daß Ihr Charakter und Ihre Grundsätze sehr viel Quutctt, Qonttt öle 0U|, tnctn &lt;$otnmnb HU c., Madame, und als Sie sich aufs neue verlobte ' hörten Sie auf, meine Stiefmutter zu fein. NatürU» können Sie, wenn Sie Lust haben, sich öot J 9 Hochzeit noch in mein Haus einzudrängen, bfe» V — als würdiges Beispiel Ihres weiblichen a at! gefühls. Doch, Madame, ich werde Schövbura selben Zeit nicht bewohnen." ö * 1 Sie schritt rasch bei Marianne vorüber in diHalle und ließ diese halb wütend und halb zweis-lhaft über den Ausgang der Unterredung zurück Sie ging in ihr Zimmer, wechselte ihren Ar.zugegen ein weißes Morgenkletd und ließ sich £"« Souper daselbst servieren. Es waren schwere Zeilen, die das arme Mädchen jetzt durchzumachen hatte; es schien ibr, als fet fj e von Gott und den Menschen verlassen und doch stille sie in der Tiefe ihres Herzens, daß sie den Manu der sie so grausam behandelt und dem Re ja vergeben hatte, doch niemals aufhören könne, zu Heben Marianne schritt noch eine Zeitlang auf btt Terrasse hin und her und zog sich dann nach ihn« Zimmer zurück. Am nächsten borgen frühzeitig ließ sie sich das Frühstück auf ihr Zimmer bringen und als der Wage», den sie schon am Abend vorher destellt hatte, vor der Tür hielt, war sie zur Abreise bmtt. (Fortsetzung folgt.)</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="3"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>stehenden Aufgaben auf der Höhe ihres Berufes stehe. g e Ift notwendig, daß nicht nur dt; Führer zu denken erstehen, sondern daß auch die meisten Mitglieder der Armee sich immer ihrer Situation bewußt feien. In Europa wird fieberhaft gerüstet. D i e S ch a t t e n eine? Krieges schleichen um unsherum »nd es ist gewiß, daß in einem solchen Kriege der Verlusttragende fein Leben einbüßen oder wenigstens einer Amputation ausgesetzt wird. Es ist daher sicher, daß die Völker des Landes nicht der Armee die Opfer bringen, sondern dem Lande und sich selbst. Indem wir den Präsenzstand erhöhen, waren wir auf die Wehrfähigkeit und Tragfähigkeit der Nation be­ dacht. Unsere Armee ist gegenüber den Armeen der anderen Großmächte in der Inferiorität. Wir können aber nicht weiter gehen. Der Umstand, daß wir ärmer sind als die anderen Großmächte, kann uns nicht der Aufgabe entheben, über eine vollständig entsprechende Armee zu verfügen. Wenn wir leben wollen, müssen wir die Existenzbedingungen schaffen. Wir wollen aber leben und werden auch leben.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Bayerische Nachrichten. Graf und Gräfin Berchtolö, die seit einigen Tagen in München weilten, sind gestern nachts 11 Uhr 40 Minuten in Begleitung des Hofunb Ministerialsekretärs Grafen Ktns ky wieder nach Wien abgereist. Das bayerische Archivwesen stand igestern in der Abgeordnetenkammer zur Beratung. Abge­ ordneter SteetS (Ztr.) verlangte mehr E i nhettlichkeit der Organisation, des Systems der archivarischen Grund­ sätze und der Leitung, wie die Stell­ ung der Archivwesens unter ein einziges Ministerium. Der Abgeordnete Dr. Schlittenbauer (Ztr.) tritt für den Ausbau der Kreisarchive ein, während Abg. Dr. Dirr (Ltb.) meint, derartige Fachfragen gehörten weniger in den Landtag als vor eine besondere Kom­ mission, die von der Regierung schon vor Jahren in Aussicht gestellt, aber noch nicht einberufen worden sei. Ein Zentralnrchiv, wie das Retchsarchtv eines, fei vor allem eine wiffenf chaftliche Anualt und die Bestände, die dort vor­ handen feien, könnten am Sitze einer Universität ganzanders ausgenützt werden, als etwa in Neuburg oder in Landshut. Eine Landessammlnng zu Gunsten Ser freiwilligen Krankenpflege im Kriege wird in Bayern abgehalten. AlS Tag der großen Landes­ sammlung, der den Namen "Roter Krruztag" führen ® lt b, wurde der 10. Mat festgesetzt. Es •J* dies der Gedenktag des Frankfurter Friedens. Der König und die Königin haben die Sammlung mit einer Spende von 2000 Vit. eröffnet. Edle Spende. Eine nicht genannt fein §oÜkilde Dame hat dem Magistrat München einen Axtrag von 25000 Mark zur Errichtung einer Stiftung überwiesen, deren Renten zum Teil dem städtischen Kinderasyl, znm Teil Vereinen zugute kommen sollen, die sich der Jugendpflege widmen. St. Georgsbrunnen. Im Hinblick auf den alljährlich in Traunstein stattfindenden Georgtitlt errichtet die Stadt einen in figürlicher Darstellung wie in Inschrift auf diesen altherkömmlichen Brauch «erweisenden St. GrorgSbrunnen, besten Fertigstellung bis zum heurigen Ostermontag erfolgen wird.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Allerlei. .... den» fie flechten und weben, himm­ lische Rosen ins irdische Leben! InMünchen wurde vorgestern abends halb 9 Uhr in der inneren Wienerstraße nach vorausgegangenem Streit in einer Wirtschaft ein 33jähriger Weißgerber von drei Vertreterinnen des "schwachen Ge­ schlechter" auf der Straße überfallen und so windelweich durchgeprügelt, daß er stark blutende Kopfverletzungen davontrug. Die "edlen Frauen" aber werden sich demnächst wegen Körperverletzung vor Gericht zu verantworten haben, da Anzeige erstattet wurde. Gegen die Hyänen von Wald und Flur. Eine sehr nachahmenswerte Mahnung erläßt Bürger­ meister Baffermann-Jordan vonDetdesh e i m in einer amtlichen Bekanntmachung. Er fordert jedermann und besonders die Jugend und die Touristen auf, mitzuwirken, daß im kommenden Frühjahr alles Blühende, besonder» die Rosen, die Mandelblüten und die Zweige mit Weiden- und Haselnußkätzchen nicht finn- und zwecklos abgerissen werden, um dann nach ein paar Stunden oder Tagen auf den Kehrichthaufen geworfen zu werden. Mit diesen Kätzchen werde den Bienen ihre erste Nahrung und den anderen Leuten die Freude an der Natur geraubt. Die betreffenden Handlungen qualifizierten sich als Felddtebftähle. Bon dem Mangel an Busch­ werk komme auch die Ueberhandnahme der Schäd­ linge. Es unterliegt wohl kaum einem Zweifel, daß fast nur wilde Touristen, die keinem Verein ange­ hören, und gelegentliche Ausflügler In ihrem Mangel jeden Sinnes für die Schönheiten der Natur die "Hyänen" unserer Wälder sind. Anstößige Karnevalsgruppen. In Dresden hat die Staatsanwaltschaft gegen einige Veranstalter des Dresdener Karnevalszuges ein Ver­ fahren eingeleitet. Es soll sich um einen Aufzug handeln, der als anstößig angesehen wurde. In der Hauptsache wurde ein Verfahren gegen drei Gruppen eingeleitet, die die Dresdener Universität, die Fleisch­ beschau und den Geburtenrückgang veranschaulichten. Bon einem Hunde gerettet wurde gestern nachts eine Lebensmüde in Neukölln Die 42 Jahre alte Näherin Anna B. aus der Treptower Straße geriet aus Liebesgram so in Verzweiflung, daß sie ihrem Leben ein Ende zu machen beschloß. Gegen Mitternacht sprang sie vor dem Grundstück Weigand­ ufer- 22 von der Böschung in den Schtffahrtskanal. Nachbarn, die die Frau beobachtet hatten, holten den Schankwirt Flöting mit dessen Dogge herbei. Das Tier sprang in den Kanal und holte die Un­ glückliche auch wieder heraus. Die Gerettete wurde besinnungslos nach dem Krankenhause gebracht. Franenmord. Im Walde bei Gnefen ist eine Frau von einem Gefreiten des InfanterieRegiments Nr. 49 erschlagen worden. Der Gefreite, ein Kapitulant, der bald Unteroffizier werden sollte, hatte während einer Scharfschießen» seines Regiments den Walv abzupatrouillieren, um Spaziergänger von dem Betreten der Gefahrzone abzuhalten. Er traf eine Frau im Walde und schlug, als sie von seinen Zärtlichkeiten nichts wissen wollte, mit feinem Seiten­ gewehr auf sie ein. Er verletzte sie so schwer, daß sie wenige Minute später starb. Der Mörder wurde verhaftet. Kirchenbranb in einem Harzorte. In der kleinsten der Bergstädte des Oberharzes, in Wildemann (1500 Einwohner), wo erst im September v. I. eine große Feuersbrunst schweren Schaden anrichtete — damals brannten sämtliche Wohnhäuser des um die Kirche gelegenen Markt­ platzes nieder — hat in der Sonntagnacht wieder ein großer Brand gewütet. Dabei wurde innerhalb einer Stunde das Gotteshaus mit feinem ganzen reichen baugefchlchtlich bemerkenswerten Inhalt wie Kronleuchter, Kanzel und Glockenstuhl vernichtet. Ueber die Ursache des Brandes, der im Dachstuhl zum Ausbruch kam, verlautet noch nichts Gewisses. Die Kirche war leider nur mit 50 000 Mark ver­ sichert. Eine burchgebrannte Tochter als Hotel­ boy. Ein unglaublicher Vorfall hat sich in Hamm ereignet. Ein Hotelier halte einen anscheinend 16 Jahre alten HauSburfchen eingestellt, der sich auf ein Inserat gemeldet hatte. Der Bursche gab an, in Mexiko geboren zu fein. Die Eltern feien tot und in Düsseldorf wohnten seine Pflegeeltern, deren Namen er nannte. Es fehlten aber die nötigen Papiere und deshalb wandte sich der Hotelier schrift­ lich an len angeblichen Pflegevater. Am nächsten Tag erschien ein Kaufmann aus Düffeldorf in Be­ gleitung eines Polizeibeamten, um sich nach dem Verbleib feiner entführten 14jährigen Tochter zu er­ kundigen. Den Entführer vermutete er in der Person des HauSburfchen, für den der Hotelier die Papiere, erbeten hatte. Der Kaufmann erkannte in dem HauSburfchen feine Tochter wieder. Sie hatte sich von einem Friseur nach Knabenart kurz scheren lassen. Ihrem Vater hatte das Mädchen 200 Mk. entwendet und dafür Knabengarderobe gekauft und dann die Stellung bei dem Hotelier angetreten. Wohl oder übel mußte der "Hausbursche" feine Stellung nunmehr aufgeben und zu den Eltern zurückkehren. Angeblich hatte das Mädchen wegen unglücklicher Liebe dar Elternhaus verlassen. Das verhängnisvolle Telegrammschlutzzeichen. In Wien wurde ein Schloffergehtlfe wahnsinnig, als er ein Telegramm las, das ihm die Erkrankung feines Bruders meldete und zum Schluß ein Kreuz in der Gestalt eines Pluszeichens enthielt. Der Schlosser, der mit inniger Liebe an feinem Bruder hing, hielt das Kreuz irrtümlicherweise für das Todeszeichen. Rach der internationalen Ver­ einbarung hat bekanntlich jedes Telegramm zu Anfang und zu Ende das Pluszeichen zu tragen, das den Zweck hat, auf dem fortlaufenden Hughuesstreifen die verschiedenen Telegramme von einander zu trennen. Zu einem Handgemenge kam es im E S c u r i a I (Madrid) zwischen Zöglingen der Forst­ schulen und jungen Rekruten, weil die ersteren sich weigerten einen Trunk zu zahlen. Ein Forstfchüler wurde getötet. Zallbeamte schritten ein und feuerten auf die Rekruten, von denen mehrere verwundet wurden. Schneestnrm. Ein schwerer Schneesturm geht über Newyork hinweg. Es ist der schwerste feit 25 Jahren. Die Schneedecke in Newyork, Rewjersey und Pennsylvanien beträgt 20—28 Zentimeter. Bisher kamen 8 Personen um. Der Bahnverkehr nach Westen und Süden ist gestört. Zahlreiche Orte sind vom Verkehr abgeschnitten. Mehrere Schiffe sind an der Küste von New-England gestrandet. Ein australischer Eingeborenentempel niedergebrannt. Die Eingeborenenkirche in Sydney wurde von einem verheerenden Brande heimgesucht. Drei Personen verbrannten bei dem Versuch, kirchliche Geräte aus dem brennen­ den Tempel zu retten. Die Kirche ist vollkommen eingeäschert worden. Da sie zum größten Teil aus Holz bestand und eine wundervolle Bearbeitung auf­ wies, so ist der Schaden außerordentlich groß.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Auf der Grube Strepy BraquegnieS bei Mo ns (Belgien), in der 250 Arbeiter tätig waren, fand gestern vormittag ein Rohrbruch statt. Die Grube wurde überschwemmt. Das Unglück er­ eignete sich in einem Schacht, der feit 3 Jahren im Betrieb ist. Ein Gewölbe brach ein und das Wasser stürzte mit großer Schnelligkeit herunter; es stieg bis 70 Meter Höhe. 9 Arbeiter und 22 Pferde sind ertrunken, außerdem stürzte ein Haus ein. Schweres Grubenunglück..</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Niederbayerisches Schwurgericht. F. Straubing, 3. März. 3. Fall. Wegen eine» am 13. April v. Js. in und vor der Sagerer'fchen Wirtschaft zu Reichenbach zwischen dem Dtenstknechte Johann Obermeter von Poppenberg und dem Gütlerssohn Josef Berlinger von Schöll« a ch stattgehabten Streites wurde der leb. Korb­ flechter Josef Wiesenberger von Poppen­ berg am 2. Dezember v. Js. vor der Strafkammer in Deggendorf in der Verhandlung gegen Obermeter wegen Messertragens u. a. zeugeneidlich vernommen, wobei er angab, daß er von dem ganzen Vorfalle überhaupt nichts wisse, er habe damals bei Obermeier kein langes Messer gesehen usw. Mit diesen Angaben schwor Wiefenberger nach der An­ klage einen Meineid, er aber will damit die Wahr­ heit beschworen haben. Er wurde aber aus Grund des Bewetsergebnisses von den Geschworenen des Meineids schuldig erkannt und lautete das Urteil auf eine Z u ch t h a u S st r a f e von 1 Jahr 3 Monaten nebst 5 Jahren Ehrverlust und dauernder Eidesunfähigkeit. Niederbayerische Nachrichten. Mainburg, 2. Wrz. (Aus Unvorsichtigkeit gelötet.) Freitag abends manipulierte in der B a u e r schen Gastwirtschaft in Rudelzhausen der in Geschäften dort anwesende Goldarbeiter Friedrich Bayer aus Regensburg mit einem geladenen Revolver. Die Waffe entlud sich, Bayer wurde von einer Kugel in den Kopf getroffen, und war sofort tot. Straubing, 3. März. (Das zweite Opfer.) Der Ziegelarbeiter Johann Ratschmeter, der, wie berichtet, gleichzeitig mit dem Ztegelarbeiter Jos. B r e u in der Lehmgrube der Mayr schen Tonwarenfabrik am 25. Februar verschüttet wurde, ist heute nacht» 3 Uhr im Krankenhause der Barm­ herzigen Brüder feinen schweren Verletzungen erlegen. Ralschmeier war 53 Jahre 7 Monate alt und hinter­ läßt eine Witwe und einen Sohn.</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="4"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Dienstesnachrichten. Das Luitpolökreuz wurde verliehen dem Gendarmerieoberwachtmeister Johann T r o i b e r in M a i n b u r g, dem Gemeindediener Josef Bergmeier in K a p f i n g und betn Hauptlehrer a. D. und Gemeindeschretber Michael Achatz in A u bei Freising. Justizverwaltung. Der Gerichtsschreibergehilfe bei dem Amtsgerichte V t e ch t a ch Frz. Kuney wurde zum Gerichtsassistenten bei diesem Amtsgkrichte in etatsmäßiger Eigenschaft ernannt. GenSarmerieSienst. Befördert wurde der Gendarmertesergeant Heinrich Ruckdäschel in Bisch f S h e i m zum Wachtmeister in O b e r e l s b a ch; versetzt der Gendarmerkesergeant Mich. Kett! von Grafenau nach Regen. Landshut, 4. März -r. Beerdigung. Gestern vormittag wurde unter großer Anteilnahme im stöbt. Friedhof die Leiche des am Sonntag rasch und unerwartet ver­ storbenen Landgerichtsbolen Herrn Josef Wolf zur letzten Ruhe bestattet. Den Trauerzug eröffnete der Veteranen- und Kriegerverein und die 2er Vereinig­ ung Landshut. Dem Sarge folgten Herr Land­ gerichtspräsident trafst mit Herren Beamten des k. Landgerichts und zahlreiche andere Leidtragende. Am offenen Grabe hielt Herr Stadtpfarrkooperator Dr. Oberhäuser dem Verblichenen einen warmen Nachruf. Herr Landgerichtspräsident K r a f f t legte im Namen der Herren Beamten des k. Landgerichts eine prächtige Kranzspende am Grabe des Verblichenen nieder, der ein Muster der Pflichttreue gewesen sei. Herr Kaufmann Füßl widmete dem verstorbenen Kameraden, den allbeltebten bisherigen 2. Vorstand und Gründungsmitglied der 2er Vereinigung im Namen der Vereinigung ebenfalls einen Kranz. Auch die Kanzleibeamten und Boten des k. Landgerichts und der Veteranen- und Kriegerverein Landshut hatten Kranzspenden am Grabe des Dahingeschiedenen niederlegen [affen. —* Neue bayerische Münzen mit dem Bilde König Ludwig IU., nach dem Entwurf des Professors B l e e k er - München kommen in der nächsten Zeit zur Ausgabe. Die Fünfmarkstücke werden demnächst dem Verkehre übergeben. Als­ dann wird die Prägung von Zwanzigmarkstücken folgen. Späterhin kommen btt Dreimark- und Zwei­ markstücke zur Ausgabe. Zehnmarkstücke werden in nächster Zeit nicht neu geprägt. — * Berichtigung. Die Direktion der Landshuter Kunstmühle C. A. Meyers Nachfolger A.-G. berichtet uns zu unserer gestrigen Notiz, daß der Bau eines weiteren Getreidesilos wohl beabsichtigt, jedoch noch nicht entschieden ist und daß das ge­ nannte Faffungsvermögen von 180 Waggon bereits der jetzige Silo besitzt. Auch die berichtete Arbeits­ leistung der Mühle bleibt hinter der Tatsache zurück. —r Neue Remonten für das 2. Schwere Reiter-Regiment find heute au» dem Remontedepot Schwaianger eingetroffen. Es sind 20, meist aus Ostpreußen stammende, Pferde. —r Die Feld küche des hiesigen In­ fanterie-Bataillons war heute auf dem Schießplätze bei Essen dach in Tätigkeit. Die l. und 2. Kompagnie des Bataillons, die heute am Schießplatz anwesend waren, empfingen ihre Menage aus der Feldküche, die heute früh dorthin verbracht worden war. —r Vergeßlichkeit. Gestern kam eine Dame, die einem hier durchfahrenden Zuge entstiegen war, an das Büfett am Perron um sich zu restau­ rieren. Als sie wieder in ihr Abteil zurückkehrte, ließ sie am Fenster des Büfetts ihre Handtasche, die über 200 Mark Bargeld enthielt, liegen. Glücklicherweise bemerkten die Angestellten der Bahnhofrestauratiou die Tasche. Inzwischen war aber der Zug bereits abgefahren. Erst später kam die telephonische Verlust­ anzeige, worauf der vergeßlichen Dame ihr Eigentum wieder nachgesandt wurde. -r Der Jubiläumswaggon. In dem Bierfernzug München-Hof, der am Sams­ tag unseren Bahnhof passierte, erregte ein Wagen lebhaftes Aufsehen, der mit Tannengrün und weiß­ blauen Fähnchen reich geschmückt war. An beiden Seiten des Wagens, Eigentum der L ö w r n « brauerei München, prangte ln Riesenziffern die Zahl 25. Es war der 25 000. Waggon Bier, der von der Löwenbrauerei zum Versand gelangte. -r Historische Erinnerungen. Die Hausbesitzerin Frau Anna Binder von B e r g o. L. hat in ihrem Hause im Höfl, vis a vis der Restauration zur Gais eine künstlerisch ausge­ führte Tafel folgenden Inhaltes anbringen lassen: "Tiefes Haus diente der Gemeinde Berg als erstes Lchulhaus vom Jahre 1760-1773". Frau Binder hat damit in dankenswerter Weise ein Unternehmen ausgeführt, das auch anderwärts der Nachahmung wert wäre. —i- Der Hausbesitzerverein Landsh u t hielt gestern im Hotel Bernlochner (Museumszrmmer) seine diesjährige Generalversammlung ad. Der Jahresbericht ließ ersehen, daß der Verein 200 Mitglieder zähle. Dem Herrn Sekretär Bühl wurde der Dank des Vereins für seine lehrreichen Vorträge im Vereine erstattet. Seit 3. Februar wird an Stelle der Anschläge in den Aushangkästen ei« Wohnungsanzeiger herausgegeben (im "Kurier für Niederbayern"). Der gesamte Bericht ließ eine rege Tätigkeit ersehen. Bedauert wurde, daß hier noch so viele Hausbesitzer dem Vereine ferne stehen, ob­ wohl doch keine Zweifel an der Notwendigkeit der Einigung eines Standes bestehen können, der von Staat und Gemeinde bis zur Unerträglichkeit mit Steuern und Abgaben belastet werde. Es wurde eingehend die Frage des Trottoirstatuts besprochen, über die wir gesondert berichten werden. Der Soffen« bericht ließ bei 1771.50 Mk. Einnahmen und 1428.56 Mark Ausgaben einen Aklivrest von 342.94 Mk. er­ sehen. Das Vermögen beträgt 1269.94 Mk. In den Ausschuß wurden gewählt die Herren: 1. Vor­ stand Hauptlehrer Hofmann, 2. Vorstand Schreinermeister Lippert, 1. Schriftführer Re­ gierungsregistrator Eimer, 2. Schriftführer Uhr­ machermeister Wetzstein. 1. Kassier Brauereibesitzer Karl Wittmann, 2. Kassier Hausbesitzer Georg Krauß, als Beisitzer: Brauereibesitzer Kom.-Rat Ludwig Koller, Fabrikbesitzer M.-R. Gersten­ ecker, Malermeister Müller, Schlossermetster K i n d f ch e r, Sekretär Bühl und Schneidermeister Blume. Der Verein soll sich in Zukunft auch auf die Umgebung von Landshut erstrecken. Der Wohnungsanzetger liegt in 8 auswärtigen Städten auf. Der Wohnungsanzeiger des Vereins soll künftig wöchentlich am Freitag erscheinen. Herr Vorstand, Hauptlehrer H o f m a n n, sprach noch über die Gründung eines Pfandbriesinstltuts durch den Verband bayer. HauSbesitzervereine zur Beschaffung von 2. Hypotheken mit BelehnungSgrenze unter Mithilfe des Staates und der Städte. Zur Beratung der Angelegenheit wurde eine Kommission gewählt und hiezu die Herren M.-R. G e r st e n e ck e r, Sekretär Bühl, Gewerbebankdtrektor Becher, Brauereibesitzer Karl Wittmann, Haupllehrer H o f m a n n, Kaufmann G e r st l und Regierungsregistrator Eimer bestimmt. ** Volkshochschuloerein Lands­ hut. Die nächsten beiden Vorträge am Freitag, den 6. und Montag, den 9. März abends 8 Uhr werden von dem kgl. Universitätsprofeffor Dr. L. Schermann, München, dem Direktor des ethnographischen Museums dort, über den Buddhismus und seine religiöse Kunst gehalten werden. Der Redner, der selbst umfangreiche Forschungsreisen nach Indien unternommen und von denselben reiches Material, namentlich zahlreiche Ortginalltchtbtlder in die Heimat zurückgebracht hat, und dem Umfang des Stoffes Rahmen zweier kurzer Vorträge selbstverstündlich darauf beschränken müffen, das Wichtigste und Grundsätzliche über den Buddhismus und seine religiöse Kunst hervorzuheben; doch dies allein im Zusammenhalt mit einer großen Zahl von OriginalItchtbildern durfte eine reiche Quelle der Anregung und Belehrung bilden und um so mehr das all­ gemeine Jntereffe wachzurufen geeignet sein, als in der Gegenwart auch im Abendland den Lehren und der Kunst des Buddhismus große Aufmerksamkeit ge­ widmet wird. Ueber den Inhalt der Vorträge ist folgendes mitzuteilen: Der erste Vortrag am Freitag, den 6. März wird nach einer Einleitung über das Wesen und die wichtigsten Lehren und Grundsätze des " Buddhismus zunächst sich mit den ältesten archäologischen Funden in Indien und ihrem Zu­ sammenhang mit dem Buddhismus befassen. Der Vortrag wird sodann die Zeit des indischen Königs Asoko im 3. Jahrhundert v. Ehr., eines Schirmherrn des Buddhismus, und die erhaltenen Reste von Kultbauten aus der Zeit dieses Königs be­ handeln. Weiter wird die Beeinfluffung der alt­ indischen Kunstepoche durch Persien und Griechenland besprochen werden und eine Schilderung der Kultsymbole der ältesten buddhistischen Zeit den ersten Vortrag beschließen. Der zweite auf Montag, den 9. März anberaumte Vortrag wird zunächst das Landgericht Lanöshut. (Straskammersitzung vom 3. März 1914.) Wegen Vergehens im Amte hatte j sich gestern der prakt. Arzt Dr. Dannemann von hier zu verantworten. Er hatte in 7 Fällen für Leichenschau höhere Gebühren verlangt, als sie in der Gebührenordnung vorgesehen sind. Im Zeugenverhör wurde konstatier, daß diese "erhöhten" Gebühren, besonders in der Pfarrei St. Nikola, schon seit mehreren Jahrzehnten "Usus" seien und Dr. Dannemann erst einige Zeit nach der Ueber­ nahme des Leichenschauamts hierauf aufmerksam ge­ macht wurde. Auch wurde festgestellt, daß auch andere Lrichenschauer diese "erhöhten" Gebühren er­ hoben haben. Das Urteil lautete wegen Vergehens im Amte auf 15 0 Mark Geldstrafe eventuell 15 Tage Gefängnis. Auftauchen des charakteristischen Buddhabildes und den graeco-buddhistischeu Stil behandeln und hiebei altchristliche Parallelen künstlerischer Darstelln»« ziehen. Hierauf soll das Dekorative und Figürliche in der vom Hellenismus beeinflußten Bildnerei Indiens zur Erörterung gelangen. Im Anschluffe hieran werden dann die berühmten buddhistischen Höhlentempel und ihre architektonische Anlage sowie die Reste allindischer Malerei in den Höhlentempel» zur Darstellung und Besprechung kommen. Die Vorträge, welche uns einen Einblick in die kulturelle» und künstlerischen Verhältnisse des altberühmten Wunderlandes eröffnen sollen, dürften durch den Gegenstand an sich, sodann aber auch durch die Persönlichkeit des Redners — eine Autorität unter den Kennern und wissenschaftlichen Erforschern Indiens — besonderes Interesse bieten und dem allgemeinen Besuche aufs Wärmste empfohlen werden. Bemerkt wird noch, daß die rasche Aufeinanderfolge der Vor­ träge im Interesse des Zusammenhangs des Inhalts auf einen wohlberechtigten Wunsch des Vortragenden zurückzuführen ist. — * Stadttheater. Aus der Theaterkanzlei wird uns geschrieben: Das seinerzeit vielumstrittene Stück "Der Probekandtdat" von Max Dreyer gelangt heute abend als Benefiz für Herrn Rudi W e y I a n d zur Aufführung. In den Hauptrollen sind beschäftigt die Herren W e y l a nd, Direktor Kißmer und Neudeck. —* Fastenkonzerte. In der Brauerei Koller werden auch heuer wieder 4 Fastenkonzerte abgehalten. Das erste derselben findet bereits am nächsten Sonntag statt. Diese Konzerte hatten im vorigen Jahre bereits lebhaften Anklang und guten Besuch gefunden. Heuer wird die ausführende Kapelle eine weitere Verstärkung um 4 Mann er­ fahren und dürften daher wieder genußreiche Abende zu erwarten fein. —* Liberaler Verein Landshut und Umgebung. Heute Mittwoch Kegelabend im Sterngarten (Seligenthal«' straße). Außerprogrammäßiges Konzert des Mustkvereins Landshut. Gestern Dienstag, den 3. März 1914 abends 8 Uhr veranstaltete der Musikverein in der Turn­ halle der Martinsschule ein außerprogrammäßiges Konzert, das durch Herrn Professor Miguel L l o b e t (Gitarre) aus Paris-Barzelona vollständig allein be­ stritten wurde. Herr Prof. M. Llobet war wieder, holt mit größtem Erfolge vom Gitarristenverbande in München zu Konzerten verpflichtet, und hatte man natürlicherweise die Erwartungen nach den von dort eingelaufenen Kritiken aufs höchste gespannt. Die­ selben wurden aber ins Unermeßliche übertroffen. Was soll man hier mehr bewundern, die fabelhafte Technik und unfehlbare Sicherheit oder das niever­ sagende Flageolett, das Singen der Töne, den seelenvollen Vortrag, das tiefe Empfinden, durch welches man wie durch Zauber bedingungslos hin­ gerissen wird? Man darf ruhig behaupten, vor einem Rätsel zu stehen. — Herr Prof. Llobet ist nicht nur der bedeutendste Gitarrist, sondern einer der allerbeachtenswertesten Künstler. Daß solch enormen Leistungen ein entsprechender Beifall wurde ist selbstverständlich. Die Leitung des Musikvereins aber wird mit stolzen und gerechten Gefühlen das Bewußtsein haben, mit dem gestrigen Abend nicht nur seinen Mitgliedern, sondern durch sein Entgegenkommen eines öffentlichen Konzertes auch weiteren Kreisen einen unvergeßlichen Kunstgenuß bereitet z« haben. M. Schze.</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="5"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Letzte Posten. Kardinal Kopp f. j r o p p a u, 4. März. Kardinal Kopp ist tie früh gestorben. " Eine rohe Tat. Nayreuth 4. März. Ein Soldat der .Hadron des 6 Chev.-Regts. hal im Stall seinem Licnstpserd die Zunge aus dem Schlund iikllsen. Der Mann ritt dann noch das vom Lu, tt j gepeinigte Tier während des Dienstes. Erst # Vorgesetzte den Gaul bluten sahen, bemerkte man £ rohe Tal. Die Zunge des Pferdes fand man tzPfndestand, worauf der Täter festgenommen wurde. Grausige Tat einer Mutter. Neu-Ulm, 4. März. Die 32 Jahre alte grau des Schweizers Marion fand sich vor» at abend im Amtsgerichtsgefängnis Ulm ein »«achte die Anzeige, daß sie ihre drei jüder im Alter von sechs und vier Iren, sowie vier Monaten in Ab»nheit ihrer Mannes in ihrer ^nung erhängt habe. Die sofort eingelitB Ermittlungen ergaben die Richtigkeit i Anzeige. Die Kinder wurden teils an Zimmerdecke, teils am Türpfosten nb tot aufgefunden. Was die als fleißig und Ich geschilderte Frau zu der grausigen Tat »laßt hat, bedarf noch der Aufklärung. Das montenegrinische Moratorium. Lettin je, 4. März. Die Skupschtina nahm ; Gesetzentwurf an, durch den das Moratorium 14. Juni verlängert wird. Die Verlängerung mfür die von Landwirten ausgestellten Wechsel.</p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
