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      <titleStmt>
        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1914-03-05"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">67. Jahrgang Nr. 50</biblScope>
          <date when="1914-03-05">1914-03-05</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
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          <p>Russische Heeresverstärkungen. Der russisch-japanische Krieg hat das Prestige des Zarenreiches tief herabgedrückt. Der Heine Japse hat den russischen Bären geschlagen. Im Weltkonzerl hatte die Stimme Rußlands erheblich an Wert ver­ loren. Es hat zwar in der letzten Zeit oft mit dem Säbel geraffelt, sich jedoch jedesmal wieder zurück­ gezogen, sobald ihm jemand Ruhe bot. Selbst seine Bundesgenoffen vermochten nicht, ihn zu einer schärferen Tonart anzuspornen. Man glaubte an ein Ruhebedürfnis des russischen Reiches. Während­ dessen haben die russischen Machthaber alles ange­ wendet, um ihre Armee und deren Geist zu heben und zu befestigen und in kurzer Zeit wird die Arbeit vollendet fein. Sehr interessante Daten hierüber entnimmt die "N. Bayer. LandeSztg." einem St. Petersburger Brief Es heißt da: Das russische Volk ist sehr geduldig im Lasten­ tragen. Die Ausbringung neuer Lasten^, die in West­ europa harte Kämpfe hervorruft, in der Preffe zu den lebhaftesten Auseinandersetzungen führt, vollzieht sich hier gewiffermaßen in aller Stille. Das hat denn auch zur Folge, daß im Auslande die wichtigsten Er­ scheinungen des innerrussischen Lebens von der öffent­ lichen Meinung oft sehr wenig beachtet werden. Fast unbemerkt ist die kürzlich erfolgte Abschaffung des Einjährig- Freiwilligen- Jahres uor sich gegangen. Diese Einrichtung hat sich in eine zweijährige Dienstzeit umgewandelt, um das zweite Jahr für eine gründlichere Ausbildung der künftigen Reserveoffiziere zu verwenden, weil sich den Berichten der russischen Militärbevollmächugien die Einjährigendienstzeit in Deutschland, Oesterseich-Ungarn und Frankreich nicht als genügende Vorbildung für Reserveoffiziere erwiesen hat.  Religiosität, die Achtung vor den Eltern, die Furcht vor der Obrigkeit schwinden, die Bauernmaffe hört auf, den Soldaten zu geben, welcher unter Suwaroff die Alpen überschritt." Aus dem Schatz feiner Kriegserfahrungen er­ zählt Kuropatkin Episoden aus dem letzten Krieg, die in einem anderen Heer mit beffen nur zweijähriger Dienstzeit ganz undenkbar wären. Er bemerkte einst in einem Gefecht, wie ein Häuflein Soldaten ohne irgendwelchen Grund zurückging. Er sandte einen Adjutanten ab, die Soldaten auf ihre Stellung zurückzuführen. Ein Soldat empfing den heran­ sprengenden Adjutanten recht unmilitärisch mit der Frage: "Sag uns Herr, wie kommt man am besten nach Rußland zurück?" Der Adjutant ereifert« sich und begann den Soldaten zu erklären, daß man jetzt an den Kampf denken und wacker seine Pflicht erfüllen müsse. Aber ein Soldat antwortete recht trübselig: "Ach, Herr, was bin ich für ein Kämpfer, ich habe 8 Kind« zu Haus, für die ich sorgen muß." In Rußland haben die meisten Rekruten bereits Kindersegen, der große Geburtenzuwachs der jungen, ledigen und verheirateten Leute — vor ihrer An­ stellung zum Militär — hat also für die Armee und den militärischen Geist große Bedenken. behalten, damit sich die erste Ausbildung der neueintretenben Rekruten ohne jede Abjchwächung des Heeres vollziehe. Aber dies alles genügt gewissen chauvinistischen Kreisen noch nicht. Der jetzt im Ruhestand lebende ehemalige Oberkommandierende im japanischen Krieg, General Kuropatkin, verficht lebhaft den Gedanken, daß durchaus zur vierjährigen Dienstzeit zurückgekehrt werden müsse. Er führt u. a. einen Grund an, der im Auslande die ernsteste Beachtung verdient. Dieser Grund ist, daß die russische Re­ gierung in den Stand gesetzt werden müsse, auch "unpopuläre" Kriege zu führen, d. h also Kriege, deren Notwendigkeit das russische Volk gar nicht einsieht. Unwillkürlich drängt sich da uns die Vorstellung auf, daß die russische Regierung aus politischen Kombinationen eines schönen Tages bereit sein kann, die Wünsche Frankreichs oder Englands nach einer gegen Deutschland und Oesterreich ge­ richteten aggressiven Politik zu erfüllen. General Kuropatkin erklärt nämlich ganz freimütig, die Geschichte des russisch-japa­ nischen Krieges habe gezeigt, daß, wenn ein Krieg bei den Massen unpopulär sei, ein Erfolg nur zu erzielen sei, wenn die Disziplin den Soldaten in Fleisch und Blut übergegangen sei, und um dies zu erreichen, seien vier Jahre das Minimum (ant liebsten möchte der General noch ein fünftes Jahr). Disziplinseidas einzige Mittel, um fehlende Begeisterung zu ersetzen, um zu verhüten, daß stch die Truppen in eine wenig widerstandsfähige Masse "zufällig und gewaltsam" zusammengebrachter Leute verwandeln. Bet vor­ handener Begeisterung, bei guter Disziplin könnte man vielleicht auch mit einer kürzeren Dienstzeit auskommen, aber nun kommt eines der interessantesten Zugeständnisse. Es fehlt General Kuropatkin der Glaube, daß es möglich fei, die heutigen russischen Massen mit "Begeisterung" zu erfüllen. "Wir Militärs müssen leider mit dem Material rechnen, welches das Land gibt. Ich habe jetzt reichlich Gelegenheit gehabt, das bäuerliche Leben zu studieren, und erkenne an, wie sich unter dem Einfluß verschiedener Ursachen das bäuerliche Element verschlechtert, aus welchem sich in der Hauptsache das Heer rekrutiert. Die Trunksucht nimmt überhand, die Gefühle der</p>
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          <p>vischofs Kardinal K a t s ch 1 b a l e r unter Teilnahme der Suffraganbischöse, des Dtözesankleru«. des Erz­ herzogs Joseph Ferdinand als Vertreter des Kaisers, des Unterrichtsministers als Vertreter der Negierung, des Landespräsidenten, der Spitzen der Behörden, sowie zahlreicher Vereine usw. statt. Nach Zelebrierung eines Gottesdienstes durch den Münchener Erzbischof Dr. v. Be Hing er wurde die Leiche des Kardinals im Dom beigesetzt. Die Sonntagsruhekommisfion des Reichs­ tags begann ihre Sitzung mit Abstimmungen über die gesetzliche Dauer der Beschä ligungszeit. Der Antrag, in Gemeinden unter 75 000 Einwohnern eine dreistündige Arbeitszeit jzuzulassen, wurde ange­ nommen, ebenso ein Antrag, fbct in Gemeinden von 10 000 bis 75 000 Einwohnern eine Verlängerung der Beschäftigungsdauer um eine Stunde und in kleineren Gemeinden um zwei Stunden durch die höhere Verwaltungsbehörde gestattet. Dann wurde die Beratung über die Bedürfnisgrwerbe fortgesetzt. Ein Regierungsvertreter erklärte auch für das Bäckereigewerbe im allgemeinen eine höchstens fünfstündige Arbeitszeit für ausreichend. Nach kurzer weiterer Be­ sprechung vertagte sich die Kommission. Die badische Gesandtschaft in München hat offiziell aufgehört zu existieren, weil der badische Landtag im vorigen Jahre die Mittel hiefür verweigert hat. Nun wurden diese Mittel nochmals nachgefordert. Hiebei meinte der Abgeerbnete Rebmann (Natl): In dieser Frage sei »öü ausschlaggebender Bedeutung der Thronwechsel in Bayern. Es sei dort ein Mann an die Spitze der Regierung gekommen, der einen starken Willen habe, der gewillt sei, mit aller Energie für die In­ teressen seiner engeren Heimat einzutreten. Alle Anzeichen deuten bereits jetzt darauf hin, daß München wieder ein Brennpunkt der deutschen Politik werde. Die Mittel wurden sodann gegen die Stimmen der Sozialdemokraten genehmigt, sodaß nunmehr die badische Gesandtschaft in München wieder fortbesteht. Deutsche Jnstruktionsosfiziere für Albanien. F ü r st Wilhelm von Albanien hat an den Deutschen Kaiser die Bitte gerichtet, deutsche Jnstruktionsoffizierenach dem neuen Staate zu entsenden. Diesem Wunsche ist Kaiser Wilhelm nachgekommen und eine Anzahl Offiziere werden jetzt beurlaubt werden, um als Lehrer in der zu bildenden albanischen Armee zu wirken. Gewaltmatzregeln der aufständischen Epiroten. Der Mittelpunkt der von den Heiligen Bataillonen hervorgerufenen Bewegung sind die Städte Argyrokastro, Delvino und P r e m e 11 i. Der Führer des Aufstandes Spiromtloff hat zwanzig der angesehensten albanischen Notabeln gefangen nehmen lassen und mit Erschießen bedroht, wenn sich die albanische Bevölkerung der Bewegung wider­ setze. Z o gr as os ließ an einigen Orten die Fahne der neuen Republik Wen. An der Be­ wegung nehmen viele griechische Offiziere teil. — Am Montag ftüh räumten die griechischen Truppen Santi Quaranta und fuhren nach P r e v e s a. Die orthodoxe Be­ völkerung begleitete das Militär. Als der letzte Soldat den Boden Albaniens verlies, wurde von den Führern der Menge die Autonomie der von den Truppen geräumten Gebiete unter dem Namen Nordepirus proklamiert. Die Führer er­ richteten eine provisorische Regierung. Als Wappen des autonomen Gebietes wurde ein großes weißes Kreuz im blauen Feld mit einem schwarzen Adler in der Mitte aufgestellt. Bei dem großen Umzug wurden Hochrufe auf Griechenland und die Autonomie des Nordepirus ausgebracht. Der Bürgermeister von Stockholm Republikaner? In ganz Schweden, besonders aber in Stockholm, erörtert man augenblicklich eine überaus peinliche Angelegenheit. Bei den Demonstrationen vor einigen Tagen find aus der Menschenmenge heraus auch Hochrufe auf die Republik ausgebracht worden. Hauptsächlich war das bei der großen Arbeiterdemonstration der Fall, die als ein Vertrauensvotum für das Ministerium Staasf gedacht worden war. Ueber die Aus­ bringer dieses Hochs auf die Republik hat die Stock­ holmer Polizei Untersuchungen angestellt, und dabei hat sich die überraschende Tatsache, wie verlautet, ergeben, daß der Bürgermeister der Stadt selbst, Herr Lindhagen, in nächster Nähe des Ministers Staaff ein Hoch auf die Republik ausaebracht hat. Lindhagen stand nämlich während des Vorbeizuges der Arbeiter in ungefähr zehn Meter Entfernung vom Ministerpräsidenten Staaff. Ein Oberkonstabler behauptet nun mit aller Bestimmtheit, gesehen zu haben, wie Bürgermeister Lindhagen den Hut lüftete, ihn schwenkte, und im gleichen Augen­ blicke soll laut der Ruf: es lebe die Republik! ertönt sein. Der Polizeipräsident von Stockholm hat dem Bürgermeister eine kurze Frist gesetzt, innerhalb derer er sich auf diese Anschuldigungen zu äußern hat. Man ist sehr gespannt, wie diese Affäre, die überaus viel Staub aufwirbelt, auslaufen wird. Eine halbe Million Krone« zur Hebung öer Renntierzucht. Im schwedischen Reichs­ tag ist soeben eine Vorlage eingebracht worden, in der zur Hebung der Renntierzucht die Bewilligung eines Fonds von einer halben Million Kronen ge­ fordert wird. Diese Summe soll derart verteilt werden, daß auf Norbotten 200,000 und auf Wester­ botten 300,000 Kronen entfallen. In der Be­ gründung heißt es, daß diese Mittel unumgänglich notwendig sind, einmal, um dem völligen Aussterben des Renntiers vorzubeugen, dann aber auch, um den nomadisierenden Lappen, deren Elend ziemlich groß ist, unter die Arme zu greifen. Judenverfolgung. Schwere Ausschrei­ tungen gegen die jüdische Bevölkerung von Lodz sind anläßlich eines Ritualmordgerüchles ausgebrochen. Der jüdischen Bevölkerung hat sich eine große Panik bemächtigt, und zahlreiche Familien haben bereits die Stadt verlassen. Der amerikanische Senat für das allge­ meine Frauenstimmrecht. Wie aus W a s h i n gt o n gemeldet wird, nahm der Senat mit 47 gegen » 15 Stimmen eine Tagesordnung zugunsten eine» Gesetzentwurfs für das allgemckne Frauenstimm­ recht an.</p>
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          <p>mir genieße», als ob er dein eigen wäre. Du sollst Herr und Gebieter aus Liliengrund sein und ich will deine Königin oder deine Sklavin werden, wie du es willst." Er lächelte nachfichttg, doch ernst und halb be­ dauernd. "Das ist ein Leben, welches ich nicht führen kann, Geliebte. Ich kann es mir nicht gestatten; vollkommen von deinem Edelmute abhängig zu sein ich wäre kein Mann, wenn ich die Stellung an­ nähme, die dein Herz mir anweist. Nein, Marianne, wenn wir auch dein Liliengrund zu unserer Heimat erwählen «ollen, so werde ich mir irgendwo eine Stellung suchen, die meinen Bedürsniffen genügt; und wenn du darüber nachdenkst, wirst du einsehen, daß ich deiner unwürdig wäre, wollte ich dein edel­ mütiges Anerbieten annehmen. Aber wir werden trotzdem glücklich sein, Marianne, nicht wahr?" * * Etwa eine Stunde nach der Abreise der Ms. Rollis erhielt Malwine ein Billett von Mrs. Prant, das eine dringende Einladung an sie enthielt, den Tag auf der "Lorch" zuzubringen' Sie dachte natürlich nicht daran, dies zu ver­ weigern; diese langen, traurig-süßen Besuche bei der Mutter des Geliebten, der sich so schlecht gegen sie benommen, waren in diesen traurigen Tagen der größte Trost für da« leidende, junge Herz. Sie hatte Marianne diesen Morgen noch nicht gesehen, da dieselbe in ihrem Zimmer gefrühstückt hatte und unmittelbar daraus »ach der Stadt ge­ fahren war und zufälligerweise hatte sie auch Ralph an diesem Morgen noch nicht gesehen, ehe sie fortfuhr. Letzterer befand sich also vollkommen allein, als etwa eine halbe Stunde nach Malwines Fortfahren ein Telegramm für seine Schwester aus Schönburg abgegeben wurde. Da Ralph wußte, daß Marianne abwesend war. forderte er den Boten auf, zu warten und wollte Malwine suchen, um dieselbe zu bitten, das Telegramm zu öffnen, und da »r glaubte, daß es vielleicht von einem Schneider oder dergleichen herrühre, wenn möglich zu beantworten, doch man sagte ihm, daß auch Malwine nicht zu Hause wäre. Er wußte nicht, was er unter diesen Umständen tun sollte, als ihm der Träger sagte, daß Antwort bezahlt sei. Ein Telegramm zu öffnen, daß an einen anderen adressiert war, war seiner Ansicht nach ebenso ehrlos, als einen Brief zu öffnen. "Wiffen Sie vielleicht, von wem das Telegramm kommt?" fragte er den Boten, nicht aus Neugierde, sondern um möglicherweise dadurch einen Rat zu er­ halten und die Antwort brachte ihn sogleich zu einem Entschlüsse. "Er ist von einem Doktor draußen in I. — Doktor Danny oder dergleichen." (Fortsetzung folgt.) wollen glücklich sein! Alle meine Träume sollen jetzt in Erfüllung gehen. Wir werden einander nie verlassen, Paul; wir wollen die ganze Welt durch­ reisen, und wenn wir müde sind, uns in Lilrengrund ausruhen. Und nach und nach, wenn deine Mutter sehen wird, wie glücklich wir find und wie ich dich liebe, wird sie uns beiden vergeben und Malwine — Paul," sie blickte ihn aufmerksam an, "ich habe sie genau beobachtet, ich glaube nicht, daß sie sich sehr kränkt." "Arme, kleine Malwine! Ich glaube, ich werde mir das niemals vergeben können," sagte er mit schmerzlichem Selbstvorwurfe; — selbst in diesem seligen Momente, wo er in die Augen blickte, die ihm in der ganzen Welt die liebsten waren, konnte er seinen Gewissensbissen nicht gebieten." "Das war nur ein Mißverständnis deiner­ seits," erwiderte sie leicht, indem sie ihm zärtlich zu­ lächelte. "Aber ein schreckliches Mißverständnis, Marianne, sprechen wir nicht davon, denken wir an unsere eigen« Zukunft. Sage mir, was ich zu tun habe, denn von jetzt ab bin ich dein Gefangener, dein Sklave, voll­ ständig deinem Willen unterworfen. Du heiratest einen armen Mann, was soll ich tun?" Sie schlang ihre Arme um seinen Hals und zog seinen Kopf zu sich herab. "Du sollst mich lieben, Paul, wie du es früher getan. Du sollst allein meinen Reichtum mit</p>
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          <p>Allerlei. Ein Raubmörder int Gefängnis ge­ storben. Der 20 Jahre alte Raubmörder Anton Graf ist gestern morgen 10 Uhr im Untersuchungs­ gefängnis Neudeck in M ü n ch e n im Beifein des Staatsanwaltes und des Untersuchungsrichters an einem chronischen Gallensteinleiden gestorben. Graf, der am Tage vor dem Morde aus dem Krankenhaus in Schwaben entlassen worden war, hatte in der Nacht zum 6. November v. Js&gt;. feine Pflegemutter, die 54 Jahre alte Zimmermanms- und Gütlerswitwe Rosamunde Schmidbauer kn Oberndorf (Gemeinde Buch, B.-A. Erdingg) im Schlafe über­ fallen, ihr die Kehle durchschnittten, dann drei Zehn­ markstücke weggenommen und die Flucht ergriffen. Gegen Graf war die Anklage wegen Raubmordes erhoben und sollte schon in der nächsten Schwur­ gerichtsperiode die Verhandlung stattfinden. ein schauerliches Ende. Der verwitwete Häusler Johann Steinhäuser von Schanz­ häuser (Oberpfalz) sollte wegen Blutschande mit seinen beiden 15 bezw. 4 Jahre alten Töchtern verhaftet werden. Als die Gemdarmerie in dessen Haus kam, fanden sie ihn in ffetnem Blute tot im Bette. Er hatte am Hinterkopfe eine große klaffende Wunde. Nachdem in einem Brunnen Stiefel, Hut, sowie Blutspuren entdeckt wurden, auch seine Kleider ganz naß waren, ist anzunehmen, daß sich Stein­ häuser in den Brunnen stürzte. Wie derselbe aber mit der schweren Wunde aus dem zirka 14 Meter tiefen Brunnen wieder herauskam und sich ins Bett legen konnte, ist ein Rätsel. Ei« Ingenieur in die Fremdenlegion verschleppt. Der 35 Jahre alte Ingenieur C o n r a d aus G i e ß e n, der Leiter der Gteßener Filiale der Allgemeinen Elektrizitätsgesellschaft, wurde tn dte Fremdenlegion verschleppt. Er schrieb aus Frankreich an einen ihm befreun­ deten Pfarrer in Frankfurt a. M., daß er in die Fremdenlegion verschleppt würde. Conrad wollte im März heiraten. Man nimmt an, daß Conrad in Gießen während der Karnevalstage betrunken ge­ macht und in willenlosem Zustand über die Grenze gebracht worden ist. Bombenattentat. In der Ortschaft Consdorf in Luxemburg ist gestern ein A t 1 e n t a t auf den katholischen Dorfpfarrer verübt worden. Unter fürchterlichen Krach platzte an der Haustür des Pfarrhauses ein Bombe; die Haus­ tür und die Abfchlußtiiren sowie fast sämtliche Fenster­ scheiben gingen in Trümmer; die Mauern der Vorderfront, dar Dachgesims und die steinerne Haustreppe wurden schwer beschädigt. Getötet oder verletzt wurde niemand. Bon dem Täter hat man noch keine Spur. Das Attentat ist nicht der erste Anschlag, der auf den Pfarrer gemacht wird. Er lebt mit einem Teil seiner Pfarrangehörigen seit Jahren auf gespanntem Fuß. Der Mielczhnski-Prozetz wird nun noch einmal aufgerollt. Die Staatsanwaltschaft in M e s e r i tz hat gegen das freisprechende Urteil in diesem Prozeß Revision eingelegt. Eine Pulvermine ging in einem Steinbruch bei S p r i m o n t (Belgien) b§f Sprengungsarbeiten zu früh los. Die sich lösenden FelSmasfen begruben den Direktor des Steinbruchs und einen Arbeiter, die beide gelötet wurden. Vier andere Arbeiter wurden schwer verletzt. Explosion. In der Dynamitfabrik von PaulilleS bei Port VendreS nächst Perpignan (Frankreich) explodierte ein zu der Herstellung von Nitroglyzerin dienender Apparat. Infolge dieser Explosion stürzte der Werkstättenbau zusammen. Unter den Trümmern wurden vier Arbeiter tot aufgefunden. Die Leichen der Unglücklichen, unter denen sich zwei Spanier befinden, waren gräßlich verstümmelt. Man befürchtet Übrigens, daß noch weitere Tote unter den Trümmern liegen. Das Debrecziner Attentat. Im Hafen von Bratla ist gestern der beffarabische Student Kataran ertrunken, der für den Haupturheber des Debrecziner Attentats gehalten wird. Kataran war nach Braila geflüchtet, von wo er über die Donau nach Rußland zu entkommen hoffte. Liebestragööie an Bord eines Ozean­ dampfers. An Bord de? französischen Dampfer« "N a v a r r a", kurz bevor dieser aus Veracruz in dem westfranzöstfchen Hafen St. N a za ir e anlegte, hat sich die 40jährige Französin Frau Marie C a u f l e u vor der Kabine ihres Geliebten, Reyer, durch zwei Schüsse in die Herzgegend getötet. Repes ist der Sohn des bekannten mexikanischen Generals. Ausstand «nd Mord. Auf den P u 1 i l o w werken in Rußland sind 15,000 Arbester aus­ ständig, um dadurch gegen die Vorschrift zu prote­ stieren, den Gedenktag der Befreiung der Bauern nicht zu feiern. In der Schrappnellröhrenfabrik wurde gestern früh der Werkstättenchef Gardehauptmann v. Stahl hinterrücks von einem Meister überfallen, der ihn mit einer Eisenstange durch zwei Schläge auf den Kopf tötete. Der Mörder flüchtete und warf sich in eine elektrische Maschine, von der er zermalmt wurde. 68 handelt sich um einen persönlichen Racheakt. Sieben Personen von Räubern ermordet. In Ri bims k im Kanbeztrk (Rußland) wurde die Familie W a f s i l l i e w von Räubern überfallen und ermordet. Die Räuber töteten die aus sieben Per­ sonen bestehende Familie durch Messerstiche. Vater und Mutter wurden vor ihrem Tode unmenschlich gemartert. Den Räubern fielen gegen 3000 Rubel in die Hände. Im Gerichtssaal erschaffen. Aus Saint Louis wird gekabelt: In einem Mordprozeß gegen einen gewissen Simon, der feine Frau und deren Schwester ermordet hatte, sollte vorgestern die Haupt­ verhandlung stattfinden. Als einer der Hauptbelastungrzeugen, der Mann der ermordeten Schwester der Frau Simon, den Angeklagte» erblickte, zog er einen Revolver und erschoß ihn. Schneestürme in Amerika. Ein Eisen­ bahnzug ans Atlantic City liegt feit Sonntag in einer 18 Fuß hohen Schneewehe be­ graben. In New-Dork wurden viele Menschen durch die von den Dächer» fallenden Schneemaffen verletzt. Die Straßen sind noch fußhoch mit Eis und Schnee bedeckt. Gemüse und Milch konnten nicht abgeliefert werden, und es droht eine Hungersnot. Die Behörden fürchten auch, daß das Tauwetter Epidemien hervorrufen wird, da die Straßen mit Abfällen bedeckt sind. Ei» Zyklon von gewaltiger Heftigkeit, wie man ihn feit 50 Jahren nicht erlebte, hat die Cooktnfeln (Australien) heimgesucht. Die Insel A i t u t a k i wurde vollständig verwüstet; eine Sturm­ flut hat sich über die Insel M u k i ergossen und alle Dörfer zerstört. Die Eingeborenen befinden sich in verzweifelter Lage. Ein elfjähriger Bräutigam. Der Sohn des Präsidenten der chinesischen Republik hat sich in diesen Tagen verlobt. "Er" ist elf Jahre und "Sie" neun Jahre alt. Die Braut ist die Tochter des Vizepräsidenten Li-Puan-Hung, der Bräutigam, Duan-Kolin, soll ein äußerst begabter Junge sein, auf den namentlich sein Vater große Stücke hält. Die Braut, Chaochane, zeichnet sich aus durch ihre große Schönheit. Nach chinesischem Brauch wird die Hochzeit übrigens erst nach mehreren Jahren gefeiert. Bis zur Hochzeit wohnen die Verlobten bei ihren Eltern, ohne sich gegenseitig vorher irgendwie näher kennen zu lernen.</p>
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          <p>mit Todesfolge zu verantworten. Weß kam am 4. Jaguar h. Js. abends mit seiner Geliebten in die Fuchs sche Wirtschaft za Zwiesel. Dort be­ fand sich auch der 24 Jahre alte Holzdrahthobler Max Weiß von Jnnernried. Letzterer war betrunken und fkandalierte. Geqen halb 10 Uhr wollte Weß das Wirthaus verlassen. Seine Geliebte hatte bereits die Straße betreten, als im Hausgange Weiß auf ihn zugetreten fein und nach den Angaben des Angeklagten mehrmals mit seinem Messer auf diesen eingestochen haben soll, ohne jedoch zu treffen. Weß brachte nun dem Weiß mit seinem langen Messer einen Stich in den Unterleib bet mit der Folge einer Bauchfellentzündung, an der der Ver­ letzte in der darauffolgenden Nacht verstarb. Der Beschuldigte Weß macht Notwehr geltend. Die.Ver­ handlung endete auch mit der Freisprechung des Angeklagten.</p>
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          <p>24 Fahrgästen hier an.. Die Fahrten sollen in Zu­ kunft alle Freitag, Sonntag und an Monat- und sonstigen größeren Markttagen stattfinden. —r Zum Regimentsexerzkeren rückt das hiesige 2. Schwere Reiter-Regiment Mitte Juni nach München ab, (nicht nach Lager Lechfeld, wie vor kurzem berichtet wurde) wo die sechswöchigen Uebungen auf den Ererzkerplätzen bei München ab­ gehalten werden. —r Autounfall. Das Automobil eines Londoner Antiquitätenhändlers erlitt gestern bei U n s b a ch einen Defekt, konnte aber noch bieher gebracht werden, wo es in der Reparaturwerkstätte der Herrn Ingenieurs F a y in Reparatur steht, da der Wagen derartige Dimensionen aufweist, daß feine Verladung per Bahn zu große Schwierigkeiten bereiten würde. Der Waaen, ein Rieien-Perfonenauto ist mit einem 80-?8-Pipemotor ausgestattet. Die Autoinsassen, mit Ausnahme des Besitzers, sind noch gestern abends nach München abgereist. —r Ein Raubversuch wurde gestern auf dem Viehmarktplatze an einem Bauern versucht. Der Bauer hatte seine Brieftasche, die mit einem erheb­ lichen Betrage in Papiergeld gefüllt war, in der Hand, während er noch im Handel begriffen war. Plötzlich drängte sich ein Mann an ihn heran, ent­ riß ihm die Brieftasche und wollte verschwinden. Der Bauer faßte noch schnell zu und erwischte den Gauner. Er nahm ihm die Tasche wieder aus der Hand, ließ aber unbegreiflkcherweise den Dieb wieder laufen. Auch keiner der Zuschauer dieser Szene dachte im Eifer des Handels daran, den frechen Räuber festzunehmen. Dieser nützte die Zeit aus und verschwand spurlos. Als di« Sache der Schutzmannschaft zu Ohren kam, war er nicht mehr auf­ zufinden. —r Der gestriae Monatviehmarkt war außerordentlich stark bestellt. Der Handel ging zwar etwas schleppend, doch wurde immerhin ein reger Umsatz erzielt. Am hiesigen Bahnhöfe ge­ langten 55 Waggon Großvieh zur Verfrachtung. -r Der Gütertransport am hiesigen Güterbahnhof hat in den letzten Wochen wieder er­ heblich zugenommen und es müssen reichlich Bedarfs­ güterzüge eingelegt werden, um den Abtransport der Güter zu bewerkstelligen. Besonders rege ist gegen­ wärtig der Versand von Getreide, vor allem Gerste nach München und nach dem Norden. -r. DI e n e u e U h r am Turme der Pfarr­ kirche St. Nikola wird in den nächsten Tagen zur Aufstellung gelangen. Die alte Uhr ist bereits ent­ fernt und Gerüste am Turme zeigen an, daß gegen­ wärtig eine größere Reparatur vorgenommen wird. -r. Sein 25jähriges Hochzeit sjubtläum feiert heute Herr Hofdentist Theob. Eisenreich hier mit Gattin Therese im Kreise seiner Familie. -r. Einen Einbruchdkebstahl hatten in einem Eiswerk in München die Brüder Lampert und Thomas Bruckbauer, Taglöhner von Ergolding, verübt. Rach der Tat entflohen die Beiden, konnten aber gestern von der hiesigen Schutz­ mannschaft ermittelt und festgenommen werden. -r. Einen Mordsspektakel verübte gestern nachts ein auswärtiger Viehmarktbesucher, den der Alkohol hier zurückgehalten hatte. Der Bursche, der durch die Straßen lärmte und schrie, mußte von der Schutzmannschast in Verwahrung genommen werden. —* Der Bezirksbtenenzuchtverekn Landshut hielt am letzten Sonntag nachmittags hier feine ordentliche Mitgliederversammlung ab. Herr Sparkassasekretär Priller gab einen ein­ gehenden Bericht über die Tätigkeit des Ausschusses. Herr Bauamtmann P reiß er als Kassier des Vereins erstattete den Kassenbericht. Nach erfolgter Kaffenrevisson durch zwei anwesende Mitglieder wurde den beiden Herren für ihre ersprießliche Tätigkeit dankende Anerkennung ausgesprochen. Auf die Be­ stellung von Zucker zur Auffütterung der Bienen wurde ganz besonders hingewiesen und die diesbezüg­ lichen Formulare »erteilt. Der Zentner wird auf 14.50 Mark zu stehen kommen. Es wurde betont, daß durch das Abonnement der Münchner Bkenenzeitung jedes Mitglied gegen Haftpflicht versichert fei. An verschiedenen Orten werden auch im Laufe des kommenden Frühjahrs und Herbstes Versamm­ lungen abgehalten. Ueber Honigverkauf und Honig­ kontrolle erstattete der Vereinssekretär ausführlich Bericht und empfahl sowohl tm Interesse der Imker als auch des konsumierenden Publikums die gewissen­ hafte Durchführung der Kontrolle. Nur mit Ver­ Dienstesnachrichten. Eiseubahnöienst. Vom 1. März 1914 an wurde bet Bahnverwalter Ludwig Roltmüller in LandShut auf sein Ansuchen in gleicher Diensteseigenschaft an die Eisenbahndirektion in München in etatsmäßiger Weise versetzt. Bon 5er Generaldirektio« der Zölle und indirekte» Steuern wurden vom 1. März 1914 an versetzt in etatsmäßiger We se auf Ansuchen der Oberaufseher Johann Sporrer in Kaisers­ lautern an das Nebenzollamt I a. B. Eisen­ stein; befördert in etatsmäßiger Weise auf Ansuchen zum Oberaufseher beim Hauptzollaml Kaisers­ lautern der Grenzaufseher Georg Roth in Haidmühle unter Enthebung vom Antritt der ihm übertragenen Oberaufseherstelle beim Nebenzoll­ amte I a. B. Eisenstein. LandShut, 5. März —r Der Fürst und die Fürstin von Albanien haben gestern abends auf der Fahrt von Waldenburg nach Triest unseren Bahn­ hof passiert. Die fürstlichen Herrschaften kamen mit dem v-Zug 126 abends 8 Uhr 57 Min. hier an. Der Salonwagen wurde hier abgehängt und in den abends 9 Ahr 4 Min. nach Mühldorf abgehenden Personenzu!g eingefügt, der um 10 Uhr 39 Min. in Mühldorf ankommt. Von dort setzte das Fürsten­ paar mit dem Schnellzug 129 um 10 Uhr 46 Min. die Reise nach Triest fort, von wo heute abends die Ausfahrt der Schiffseskadre, die dort bereits des Fürsten harrt, nach D u r a z z o erfolgt. Am Samstag früh wird der Fürst seinen Einzug in Durazzo halten. -r. Beerdigung. Gestern vormittag wurde im städt. Friedhof die Leiche des im 62. Lebensjahre nach langer Krankheit verstorbenen Schuhmachermeisters Herrn Josef Juli zur letzten Ruhe bestattet. Im Trauerzuge befanden sich der Veteranen- und Kriegervereln Landshut und die Schuhmacherzwangs­ innung Landshut. Herr Stadtpfarrkooperator Dr. Oberhäuser widmete dem Verblichenen am offenen Grabe eineu warmen Nachruf. —* Schwere Klagen über den Bezirks­ arzt von Straubing, den Kontrollarzt der landwirtschaftlichen Berufsgenoffenschaft von Nieder­ bayern, brachte gestern der Abg. Schefbeck (Z.) in der Abgeordnetenkammer vor. Er meinte, der Arzt habe sich gegenüber Rentenempfängern schwere Fehler zuschulden kommen lassen und eine scham­ lose Handlungsweise an den Tag gelegt. (Präsident Dr. v. Ortetet rotes eine solche Kritik als zu weitgehend zurück.) Auch im Bayerischen Walde beschwerten sich die Rentenempfänger, daß sie von seiten der Bezirksärzte nicht die zulässigen Renten bekommen. — Aehnliche Klagen, rotenn auch nicht in solcher Schärfe vorge­ tragen, rouirden auch bereits in der letzten Jahres­ versammlung der land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft vorgetragen, konnten jedoch damals von anwesenden Kontrollorganen der Genossenschaft ausnahmslos widerlegt werden. -r. Eine neue Autoverbindung ist seit gestern erstanden. Die Firma Rast und Sohn in M a k n b u r g hat die Notwendigkeit einer direkten Verbindung von Mainburg nach Landshut erkannt, deren Mangel sich besonders an Landshuter Markt­ tagen stark fühlbar macht. Um diesem Bedürfnis abzuhelfen, hat die Firma ihr Lastauto mit der not­ wendigen Ausstattung versehen lassen und gestern kam zum erstenmale das Lastpersonenauto mit schlußstreifen versehene Honiggläser sollen in de» Haüdel gebracht werden. Die Herren Bergler, Priller, Emslander, Streitberger und K r a z sind in die Kontrollkommission gewählt wor­ den. Herr Lehrer Bergler- Münchnerau hielt einen sehr interessanten Vortrag über Frühjahrsnot und Reizfütterung, Herr Bahnverwalter a. D. Streitberger über die Vereinigung der Völker. Bride Vorträge wurden mit großem Interesse auf­ genommen. Zum Schluffe gelangten 6 Bienenvölker und 35 Gerätschaften gratis zur Verlosung. Die Versammlung, die sehr zahlreich von allen Seiten besucht war, nahm einen sehr anregenden Verlauf. —* Stadttheater. Aus der Theaterkanzlei wird uns geschrieben: Morgen Freitag den 5. März kommt die im vorigen Jahre mit so großem Beifall aufgenommene Komödie "M agdalena", von Ludwig T h o m a, neu« einstudiert, zur Aufführung. Es wird besonders darauf hingewiesen, daß das Stück nur für reiferes Publikum ist. — * "Ein Sensalionsprozeß" be­ titelt sich das spannende und ergreifende Schauspiel au» dem Leben, welches zurzeit in den KronprinzLichtspielen gezeigt wird. Die Handlung, lebenswahr und künstlerisch vollendet dargestellt, zwingt den Be­ schauer in seinen Bann. Wir folgen dem Verlaufe einer Gerichtsverhandlung, wo es darauf ankommt, ob die Richter streng nach den Gesetzesparagraphen oder frei ihrem Gewissen folgend die Gesetze aus­ legend urteilen werden und freuen uns der Frei­ sprechung des Angeklagten, welcher im Verlauf der Verhandlung unsere größte Sympathie erworben hat. Auch das übrige Programm, insbesondere die Tanzproduktionen von Mr. Georg G r o ß m t 1 h und Miß Pylts D a r e vom Gaiety-Theater in London verdienen hervorgehoben zu werden.</p>
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          <p>Orte an der Görlitzer Bahn ein Mann verhaftet worden, der im Verdachte steht, der Mörder der beiden Frauen zu sein, die vor einigen Tagen im Teufelsfee bei Berlin tot aufgefunden wurden. Auf ihn paßt die Beschreibung, welche die beiden Knaben machten, die den Täter gesehen haben, vollständig. Ausstand und Berkehrseinstellung. Marseille, 5. März. Infolge des Aus­ standes der Maschineningenieure der Dampfer der MefsagerieS Martimes sind 15 Postdampfer, die fönst den Verkehr nach Aegypten, Madagaskar und dem äußersten Orient versehen, gegenwärtig außer Dienst gestellt.</p>
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          <p>Literarisches. "Der Naturarzt", 42. Jahrgang, Nr. 3 Exped.: Berlin SW. 11. Preis jährlich 3 Mark Probe-Nr. frei.</p>
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          <p>Handel und Verkehr. LandShut, 5. März. Bei dem gestern hier abgehaltenen Monatrviehmarkte wurden zugetrieben: 1212 Ochsen, 20 Stiere, 58 Kühe, 49 Jung­ rinder, 61 Kälberkühe, 19 Kälber, 15 Schweine, 400 Spanferkel, — Schafe, — Ziegen und 130 Pferde. Preise: Ochsen 241—688.50 Mk., Stiere 221—325 Mk., Kühe 215-325 Mk., Kälberkühe 315—450Mk., Jungrinder 121—300 Mk., Pferde 180—620 Mk., Kälber lebend per Pfund 50—60 Pfg., tot 00-00 Pfg., Schweine lebend per Pfd. 42—48 Pfg., tot 56—60 Pfg., Span­ ferkel per Paar 30-45 Mk. 32. Münchener Pferdemarkt vom 14. mit 17. April. Zum erstenmale findet Heuer der LuxusPferdemarkt im städtischen Ausstellungspark auf der Theresienhöhe statt. Hiezu sind die Hallen 4, 5 und 6 und die sogen. Waggonhalle zu Pserdestallungen eingerichtet worden. Die Stallungen: sind in Beton gebaut, kanalisiert und mit Oberlichtt versehen. An den Stallausgängen werden Musterrplätze angelegt, auch steht die große Arena, die von den Stallungen umgrenzt wird, den Jnteresienten zur Verfügung. Der offene Pferdemarkt ist nur durch eine Straße von den Stallungen getrennt und bildet mit den Stallungen ein geschlossenes Ganzes. Der Münchener Luxuspferdemarkt im stöbt. Ausstellungsparl dürfte sonach eine pferdezüchterische und pferdesportliche Sehenswürdigkeit ersten Ranges bilden. Programme rc. durch den Pferdezuchtverein München, Prinz Ludwigstraße 12. Nürnberg, 4. März. (V ii e h m a r k t.) Preise: per 50 Kilogramm Lebendgewicht: Ochsen vollfleischige 1. Qualität 46—49, (Ausland Lebend­ gewicht 48—54), vollfleischige 2. Qualität 42—45, (Ausland Lebendgewicht 44—47), fleischige 32—41, (Ausland Lebendgewicht 41—43), mäßig genährte 00—00, (Ausland Lbdgew. 00—00), gering genährte 00—00; Bullen: vollfleischige 1. Qual. 41—43, 2. Qual. 38—40, mäßig genährte 34—37, (Schlachtgewicht: 1. Qualität 80—82, 2. Qualität 77—79, 3. Qualität 74—76). Lebendgewicht: Kühe und Kalbinnen vollfleischige 1. Qual. 40—46, 2. Qual. 36—41, ältere ausgemästete 29—35, mäßig genährte 23—28, gering genährte 17—22, gering genährtes Jungvieh 00—00; Schweine (Fettschweine) über 150 Kg. 53—00, vollfleischige von 120 bis 150 Kg. 51—54, von 100 bis 120 Kg. 48—54, von 80 bis 100 Kg. 50—54, unter 80 Kg. 00—00, Sauen 00—00, Bratenschweine 00—00t Schlachtgewicht: Fettschweine über 150 Kg. 00—00, vollfleischige von 120—150 Kg. 00—00, von 100 bis 120 Kg. 60—64, von 80—100 Kg. 88—65, unter 80 Kg. 00—00, Sauen 00—00, Braten­ schweine 00—00. Gesamtzufuhr: Groß­ vieh 1090 Stück, darunter aus betn Auslande —, und zwar Ochsen: 451, Bullen: 72, Kühe: 355, Jungrinder: 212, Kälber lebende 22, geschlachtete 25, Schweine lebende 2567, geschlachtete 8, Schafe und Ziegen: lebende 8. geschlachtete —, Lämmer, Spanferkel und Kitze lebende —, geschlachtete—. Marktverlau f: Ochsen sehr flau, Bullen ruhig, Kühe und Kalbinnen sehr flau, Schweine flau.</p>
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          <p>Verlusten. Abg. Haack (sib.) weist auf die großen wirtschaftlichen Schäden hin, die den Landwirten durch die Tierseuchen entstehen. Neben den gewährten Entschädigungen sollten den betroffenen Landwirten auch die Kosten für das Verbrennen der Tierkadaver ersetzt werden. Am wichtigste» seien auf diesem Gebiete die Vorbeugungsmaßregeln. Das Reichs­ seuchengesetz müsse mit aller Strenge angewendet werden. Abg, G e n t n e r (Se$.) regte eine obliga­ torische Seuchenversicherung bei mäßigen Beiträgen an, damit die betreffenden Landwirte nicht von der Gnade der Regierung und des Landtages abhängig seien. Das erste Eilmotorboot .König Ludwig IU." der Bavaria-Linie Bamberg-Würzburg-Franksurt a. M. ist gestern im Bamberger Luitpoldhafen festlich ge­ schmückt unter Böllerschüssen und in Anwesenheit eines zahlreichen Publikums wohlbehalten angekom­ men. Bürgermeister Wächter, Kommerzienrat G u t m a n n sowie Vertreter von Handel und In­ dustrie hatten sich eingefunden. Das Schiff hat eine Länge von 47.5 Metern und eine Breite von 7.10 Metern. Der schwedische Rohöl-Motor hat eine Stärke von 40 PS. Die Tragfähigkeit beträgt 6500 Zentner. Im Ganzen werden vier solche Schiffe hergestellt. Die regelmäßigen Fahrten wur­ den gestern begonnen. Der Anschaffungswert eines Schiffes beträgt 40000 Mark.</p>
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