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      <titleStmt>
        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1914-05-06"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">67. Jahrgang Nr. 123</biblScope>
          <date when="1914-05-06">1914-05-06</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
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          <p>Aufruf an das Deutsche Volk für eine Rote Kreuz-Sammlung 1914 zu Gunsten der freiwilligen Krankenpflege im Kriege. Zum Schutze des Vaterlandes mußte die deutsche Wehrmacht in außergewöhnlichem Maße verstärkt werden. Hieraus erwächst dem Roten Kreuz die vaterländische Pflicht, auch seine Kräfte und Mittel sür die freiwillige Krankenpflege im Kriege seiner hohen Bestimmung gemäß zur Ergänzung des staatlichen Kriegssanitätsdienstes zu vermehren. Diese Vermehrung darf aber nicht aufgeschoben werden, denn das Rote Kreuz muß jederzeit für die Ausübung der freiwilligen Krankenpflege bereit fein. Ungesäumt soll daher begonnen werden, den Mehrbedarf an männlichem und weiblichem Personal sowie an Material für Transport, Aufnahme und Pflege der Verwundeten und Erkrankten zu decken. Welche schweren, dauernden Schäden für die Volkskraft aus dem Mangel an rechtzeitiger Kranken- und Verwundelenfürsorge entstehen können, haben die Schrecken und Folgen der letzten Balkankämpse bewiesen. Mängel in der Kriegs­ vorbereitung des Roten Kreuzes sind im Laufe eines Krieges nicht wieder gutzumachen; auch die größte Opferwilligkeit des Volkes kann dann nicht mehr recht­ zeitig Hilfe schaffen. Aber eine solche Kriegsvorbereitung erfordert außerordentlich große Mittel; die vorhandenen find hierzu völlig unzureichend. Es ist daher eine unerläßliche nationale Pflicht, Geld für die Vorbereitung der Kriegserforderniffe zu sammeln. In voller Erkenntnis dieser Sachlage haben die Vereinigungen vom Roten Kreuz beschloffen, sich schon jetzt an die Opferfreudigkeit des Deutschen Volkes zu wenden und es zu einer Sammlung für das Rote Kreuz aufzurufen. Unser Kaiser und unsere Kaiserin, die Bundesfürsten und freien Städte unseres Vaterlandes, die Protektoren und Protektorinnen der Landes- und Frauenvereine vom Roten Kreuz haben diesen Entschluß gebilligt, die Landesregierungen haben ihre Unterstützung zugesagt. Die Sammlung fällt in die Zeit der Jubelfeier des fünfzigjährigen Bestehens des Roten Kreuzes, und ihr Beginn ist festgesetzt auf den denkwürdigen 10. Mai, den Tag des Frankfurter Friedens. Wir vertrauen, daß das deutsche Volk, welches die schwere Rüstung für den Schutz seiner höchsten Güter willig auf sich genommen hat, nun auch unsere Bitte um Unterstützung der Krtegsvorbereitung des Roten Kreuzes zum Besten der verwundeten und erkrankten Krieger verstehen wird. Jede, auch die bescheidenste Spende wird dankbar begrüßt werben und dazu beitragen, in Zeiten schwerer Prüfung die Leiden der Söhne unseres Volkes, die Leib und Leben dem Vaterlande freudig opfern, zu lindern und zu heilen. pie psrrl fetzen 'pcmnigunöc» t&gt;om In Bayern steht die Sammlung unter dem Allerhöchsten Protektorate Ihrer Königlichen Majestäten. Zu gemeinsamer Arbeit haben sich die Vertreter der Roten Kreuz-Vereinigungen mit Herren und Damen aller Stände in Ausschüffen zusammengefunden. Möge auch diesesmal die Opferwilligksit in unserem Bayerlande nicht versagen, gt&amp;r Sen L&lt;rnH6scdnsf«Hnß: Graf v. Drechfel-DenMetten, erbl. Reichsrat der Krone Bayern; 1. Vorsitzender der B. Landeskomitees für freiwillige Krankenpflege im Kriege k., ' 1. Vorsitzender. Im Anschluffe an vorstehenden Aufruf des Landesausfchuffes ergeht hiemit an die gesamte Einwohnerschaft die dringliche Bitte, an dem großen Werke der Nächsten- und Vaterlandsliebe nach Kräften mitzuwirken. Keiner stehe zurück; jede, auch die kleinste Gabe ist willkommen. Die Sammlung wird in Landshut von Haus zu Haus durch die Mitglieder der freiwilligen Sanitätskolonne, welche Einzeichnungslisten mit sich führen, vorgenommen und wird am 10. Mai, dem Gedenktag des Frankfurter Friedens, mit derselben begonnen werden. Das Ergebnis der bayerischen Sammlung wird nach Abzug eines kleinen Teiles für die Marine ausschließlich für die freiwillige Krankenpflege der bayerischen Armee Verwendung finden. petr Krlscrrrsfehrrtz : p. Pracher, I. Regierungspräsident, Ehrenvorsitzender. MarschalI, k. Hofrat, Oberbürgermeister, 1. Vorsitzender; Eder, k. Oberstleutnant, 2. Vorsitzender; Costa, städt. Rechtsrat, 1. Schriftführer; Hoffman», Magistratssekretär, 2. Schriftführer; Mattenheime r, k. Bankoberbeamter, Kassier. Hauptlehrer Arnold, Schwaiger Attenberger, Fabrikbesitzer Bartmann, kaiserl. Bankoorstand Bayerdörffer, Bankdirektor Becher, k. Baurat Beck, k. Direktor des k. Oberversicherungsamtes Beichhold, k. Landstallmeister Betchhold, Magistratsrat Bierfack, k. Stabsarzt Dr. Broxner, Bezirksoberlehrer Denk, k. Forstrat Egerer, k. Major Silles, k. getstl. Rat Dr. Eirainer, k. Direktionsrat Frhr. v. Esebeck, k. Major Frhr. v. Eyb, Gemeindebevollmächtigter Fahrmbacher, Rentier Fischer, k. Obergeometer Gareis, k. Bezirksarzt Dr. Gebhardt, Landtagsabgeordneter Gerstenecker, k. Landgerichtsarzt Dr. Grahamer, k. Kom­ merzienrat Gremmer, Bindermeister Gstettenbauer, k. Regkerungsdirektor Frhr. v. Gumppenberg-Peuerbach, Fabrikbesitzer Häuser, k. Präparandenoberlehrer Haslreiter, k. Bauamtsaffeffor Hahn, k. BezirkLamtmann Heim, k. Rektor Dr. Hergt, k. Justizrat Hingerl, Apotheker Hintermaier, k. Professor Hofmann, k. Regierungsdirektor Hofmann, k. Rektor Dr. Horchler, Kaufmann Hubrich, k. Regierungsrat Dr. Hundemer, Mühlendirektor Hutter, k. Major und Bataillonskommandeur Kaiser, k. getstl Rat Kauth, k. Regterungsdirektor v. Kirschbaum, k. Kommerzienrat Kiffenberth, Gemeindebevollmächtigter Kohlndorser, k. Kommerzienrat Koller, k. Rent­ amtmann Krieg, k. Oberpostrat Lehner, k. Amtsgerichtsdirektor Lucas, Baron von Lilgenau, Frau Baronin Lilgeuau, k. Hoflieferant Linnbrunner, Bankdirektor Magin, Bankdirektor Mang, Frau Oberbürgermeister Marschall, Administrator Mayr, Kolonnensührer Mayrshofer, Mühlendirektor Meyer, k. Medizinalrat Reidharl, k. Bauamtmann Rttzsch, k. LandgerichtSdirektor Oberhofer, k. Oberinspektor Oberhofer, k. Oekonomterat Paufinger sen., Magistratsrat Pausinger, k. Kämmerer Graf v. Pocci, Freifrau v. Podewils, k. Oberversicherungsamtssekretär Ramsauer, Fabrtkdtrektor Rauscher, Domkapitular Dr. Reichenberger, k. Major Reinhardt, k. Stadt­ pfarrer Seidel, k. Kreisarchivar Sommerrock, Frau Rentiere Schaaf, k&gt; Oberzollinspektor Scherer, k. LandgerichtSdirektor Schermer, Regierungsratstochter Fräulein Schilling, Monteur Schillinger, k. Direktionsrat Schmid, k. Justkzrat Schmid, Fabrikbesitzer Schmiedel, k. Major Schröder, Schreiner Schüllner, k. Regierungsrat Dr. Schnitze, k. Oberpostdirektor Stingl, k. RegierungLaffeffor Stützet, Oberingenieur Taubald, Faktor de Temple, Mefferfabrikant Tresch, k. Oberstleutnant 6: D. Unterbirker, Redakteur Wagner, k. Landgerichtspräsident Walch, k. I. Staatsanwalt Weber, Vorstand der Landesversicherungsanstalt k. Regierungsrat Weckler, k. Hofral Dr. Wein, k. Major Wölfl, Oberstabsarzt Dr. Wolffhügel, k. Kommerzienrat und Vorstand des Gemeindekollegtums v. Zabuesnig, Redakteur v. Zabuesnig, Gemeindebevollmächtigter Dr. Zängerle.</p>
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          <p>Tages-Uebersicht. Abreise des Kaiserpaares von Korfu. Der Kaiser und die Kaiserin haben am Montag um 1 Uhr nachmittags nach einem Aufenthalt von fünf Wochen Korfu oetlasse« und auf der "Hohenzollern", die von "Goeben" und "Breslau" begleitet war, unter Abschiedssalut der alten Feste die Fahrt durch die Meerenge von Messina nach Portofino und Genua angetreten. Die zahlreiche, am Hafenkai versammelte Bevölkerung bereitete dem Kaiserpaar stürmische Kundgebungen. Lange noch stand der Kaiser, der sehr wohl und sonnenverbrannt aussteht, in Admirals­ uniform auf dem Promenadendeck der "Hohenzollern" und blickte über die Stadt Korfu zumAchilleton und zu den schönen Küstenlandschaften, bis die Kaiseryacht im Sunde zwischen Korfu und Albanien den Blicken entschwand. Königin Sophie von Griechenland verließ am Montag nachmittag an Bord eines griech­ ischen Torpedobootes Korsu und begab sich zum König nach Athen. Die Ankunst des Kaisers in Genua wird heute Mittwoch abends 8 Uhr erfolgen. Um 9 Uhr werden die Vertreter der Behörden zur Be­ grüßung an Bord erscheinen, und um 9 s / 4 U&amp;r wird der Kaiser an Land gehen und sofort mit der Bahn nach Deutschland abfahren. Im Reichstag wurde gestern die 2. L e s u n g des Militäretatsvorgenommen. Kriegsminister v. Falkenhayn gibt eine Uebersicht über die Art und Weise, wie sich die Wehrvorlage in die Wirklichkeit umgesetzt hat. Bis zum Oktober waren die Vorbereitungen zu treffen für die Aufnahme von 60 000 Mann und etwa 1800 Pferde mehr als bisher. Es mußte für Unterbringung, Bekleidung und Verpflegung für 26 Bataillone, 178 Einzel­ kompagnien, 7 Kavallerieregimenter und 70 Behörden gesorgt werden. Die Aufbringung des Mannschafts­ ersatzes ist ohne jedejSchwierigkeit gelungen. Es sind im letzten Jahre noch 38 000 volltaugliche Mann­ schaften übrig behalten worden. Abg. Schulz (Soz.) polemisiert gegen die Rüstungstreibereien. Abg. ErzbergerjZentr.) betonte, daß die Militär­ vorlage eine absolute Notwendigkeit wäre, um den Weltfrieden zu wahren. Er forderte eine bessere Bildung und Erziehung des Unteroffizierskorps und energische Stellungnahme des Kriegsministers gegen den Duellzwang. Abg. Bassermann (lib.) be­ tonte gleichfalls die Notwendigkeit der Wehrvorlage. Für die Unteroffiziere müsse die Zukunft sichergestellt werden. Die Soldatenmihhandlungen müßten ener­ gisch bekämpft werden. Auch für die Offiziere müßte eine Aurkunftsftelle geschaffen werden. Hierauf wird die Sitzung vertagt. Englischer Flottenbesuch in Fiume. Die britischen Kriegsschiffe "Warrior" und "Gloucester" sind in Fiume eingetroffen. Bet der Ankunft gaben die Schiffe 21 Salutschüsse ab. Zu Ehren der eng­ lischen Gäste, die einige Tage dort verweilen, werden verschiedene Festlichkeiten veranstaltet. In den nächsten Tagen werden noch zwei Kriegsschiffe erwartet. Ei» gewiffenhafter Abgeordneter. Der Besitzer und Verleger des "S t a n d a r d", Herr D a l z i l, Mitglied des englischen Unterhauses, wollte bei der Abstimmung über den Zusatzantrag des Lord Cectl zur Kirchenbkll unter allen Um­ ständen zugegen sein. Nun befand er sich aber um 2 Uhr nachmittags noch in . . . Brüssel. Um 3.20 Uhr verließ er im Sonderzug die belgische Hauptstadt und traf um 6 40 Uhr in Calais ein; um 6.46 Uhr fuhr, er nach Dover weiter. Um 8.05 Uhr saß Dalziel im Salonwagen des Ssnderzuges, den er durch ein drahtloses Telegramm bestellt hatte; um 9 25 Uhr traf er in London ein und jagte in einem Auto, das ihn am Bahnhof er­ wartete, zum Parlament, wo er noch rechtzeitig genug eintraf, um an der Abstimmung teilnehmen zu können. Um feine Pflicht erfüllen zu können, hatte der gewissenhafte Abgeordnete 5000 Mk. springen lassen. Ei« «euer Suffragettenstreich. Ein Bild S a r g e n t s in der Akademie in London wurde durch eine Frauenrechtlerin durch drei Schnitte be­ schädigt. Es stellt den Schriftsteller Henry James dar und ist eines der besten Werke Sargents. Als ein Mann die Täterin zu schützen versuchte, stürzten sich mehrere Besucher auf ihn und mißhandelten ihn Das Ende des russischen Regierungs­ blattes. Das russische Regierungsblatt "Roffija" soll d e m n ä ch st e i n g e h e n. Die Zeitung wurde von S t o l y p i n im Jahre 1906 zum Regierungs­ blatt gemacht. Auch K o k o w z o w benutzte das offizielle Blatt in der mannigfachsten Weife. Die Wirkung, die die "Roffija" auf die öffentlich! Meinung ausübte, obwohl sie mit einer halben Million Rubel jährlich von der Regierung unterstützt wurde, war unbedeutend. Es ist bis jetzt noch un­ bestimmt, welches Blatt sich die Regierung für ihre Aeußerungen in Zukunft wählen wird. Die Lage in Mexiko ist noch immer unge­ klärt. Z a p a t a veröffentlicht einen Aufruf, in welchem gegen Huerta und B l a n g u n t das Todesurteil ausgesprochen und angekündigt wird, daß die Insurgenten die Hauptstadt Mexiko angreifen werden. Mexikanische Bundestruppen sollen an die Bahnlinie von V e r a c r u z nach Mexiko Minen gelegt haben, für den Fall, daß die Ameri­ kaner gegen Mexiko vormarschieren wollen. Ein mexikanischer Dampfer in die Luft geflogen. Aus Manzanillo an der mexi­ kanischen Westküste wird gemeldet: Der mexikanische Dampfer .Luella" wurde von einer Mine in die Luft geblasen, die im Hafen für den amerikanischen Kreuzer ,,Ral«igh' gelegt war. Die Anzahl der Opfer ist unbekannt. BllyMe Rllchrichttll. Gestorben ist der Rat am Obersten LandeSgertcht Josef Wagner, der viele Jahre lang als Abgeordneter für das Algäu dem bayerischen Landtag angehörte und als Vorsitzender der liberalen Fraktion große Verdienste um die liberale Partei sich er­ worben hat. Der Gemeindebeamteugesetzausschntz tagte gestern weiter. Eine Anfrage des Abg. Dr. Sasse 1« mann über den Begriff der höheren Beamten be­</p>
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          <p>Und beschwichtigend legte Winftied Leonberg seine Rechte aus die Schulter der Regungslosen. Unter seiner Berührung zuckte sie merklich zusammen, und dann kam Leben in die vorsunkene Gestalt. "Allerdings, Bianka Behring kann alles, was sie will." sagte sie mit schneidendem Lachen. "Hahaha! Freundschaft, Sanftmut und Edelsinn heucheln, einem törichten Manne geschickt Komödie vorspielen und sich auch tapfer mit gekränkten Ehrgefühlen ab­ finden ! Aber, Bianka Behring kann noch mehr, Herr Profeffor von Leonberg, sie kann Haffen und kann unversöhnlich sein, weil man ihre Liebe, das Höchste, was ihr verfehltes Leben besaß diese wahnsinnige, stets geheimgehaltene Liebe für den Jugendgefptelen mit Füßen tritt! Heute mögen Sie es rotfien, Fried, in Stunden, da all mein glühender Empfinden die schmerzende Brust zu sprengen drohte, da habe ich vor Ihnen Komödie gespielt und die Tugend der Freundschaft geheuchelt, auf die Sie hereingefallen find, mein hoher Herr." "Bianka, um aller Barmherzigkeit willen, war soll das, was reden Sie da? .Sie sind von Sinnen, Sie reden im Fieber, Bianka! Das ist ja nicht mög­ lich, was Sie da sagen — nein, nein, das geht über alle Begriffe." Aber Bianka lachte noch immer ihr scharfes, schneidendes Lachen. (Fortsetzung folgt.) Wie durch eine» Federdruck emporgeschnellt stand Bianka Behring auf den Füßen. Totenblaß, mit zitternden Lippen, stierte sie in fein trauriges Gesicht. Und nun war sie auf dem Punkt, die Maske abzuwerfen. Angst und Entsetzen sprühten aus jedem ihrer Blicke. "Von einer gegen mich begangenen Untreue, von einer Schuld sprechen Sie? Und Reue darüber quält Sie, Fried?" ries sie in rauhem, versagendem Tone. "Schuld? Wenn Sie das eine Schuld nennen, daß ich Tor mich in meinem eigenen Herzen nicht mehr auskannte, daß ich mir selbst bereits jedes wärmere Empfinden abgesprochen hatte, das Glück der Liebe für immer versagt glaubte — dann, dann bin ich schuld, dann habe ich es verdient, daß Sie sich verächtlich von mir abwenden. — Dann," fügte er nach einer kurzen Pause hinzu, "dann habe ich aber auch Ihr gütiges Wohlwollen, Ihre Nachsicht mir gegenüber durchaus überschätzt, Bianka Bianka umklammerte fassungslos die Lehne ihres Stuhles. Er sah, daß jede Muskel ihres fahl ge­ wordenen Gesichtes konvulsivisch zuckte. Schmerz und Mitleid zogen erlösend durch seine Brust. "Aber, mein Gott, Bianka, was ist Ihnen denn. Ich habe ja nur verraten, gesagt, getan, was ich für meine Pflicht hielt! Daß Sie es anders — vielleicht gar als Kränkung auffassen könnten, kam mir aber auch nicht im entferntesten in den Sinn. Gerade jene "Vorsätze" und "Zukunftspläne", die wir da­ mals besprachen, berechtigen, zwingen mich doch zu dem aufrichtigen Bekenntnis!, daß ei» allein aus Hochachtung gegründetes Bündnis doch eigentlich ein schlimmes Wagnis, fast ein Vergehen gegen die Natur zu nennen ist." Btankas Kopf sank tiefer herab, ein dumpfes Aechzen kam aus ihrer Brust. "Bianka, ich habe schon tausendmal die übereilte Auffassung von der Möglichkeit einer solchen Ehe bereut. Und eben diese Reue peinigt mich, und mein Gewtffen verbietet mir, Ihnen Brosamen zu reichen, wo Sie etwas ganz anderes erwarten. Auch sind Sie ja der glücklichere Teil von uns beiden. Ich will ganz offen fein: in mir brennt und wühlt eine Neigung, die ich unterdrücken, bekämpfen muß. Sie dagegen habe» Ihr Herz frei zu halten gewußt. Was vielleicht im Moment darin noch schmerzt und zuckt, ist wohl nur der Stachel, der das Selbstgefühl ver­ letzt, beleidigter Mädchenstolz, und diese Schwäche wird eine Bianka Behring schnell überwinden. Kommen Sie, schenken Sie mir Vertrauen wieder, geben Sie mir aufs neue die feste kleine Hand zum alten Freundesbunde, und lassen Sie uns beide einen Trost darin finden, daß alle, noch fo verhäng­ nisvollen Irrungen menschlich und darum entschuld­ bar sind 1"</p>
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          <p>Niederbayerische Nachrichten. Mamming, 5. Mai. (Eine Maibaumgeschichte.) Nach 16 jähriger Pause hatte der Radfahrerverein und Burschen unseres Ortes vor dem Gasthause des Herrn Fischer einen 23 Meter hohen Matbaum ausgestellt. Es kostete ein schweres Stück Arbeit, den Baum in die Höhe zu bringen, da die Telephonund elektrischen Leitungen Hinderniffe bereiteten. Doch die Mühe wurde reichlich belohnt, denn der Herbergsvater, Herr Fischer, legte ein Gratissaßl aus als ihm die feste Versicherung wurde, daß der Baum nicht von ihm fei. Freilich hatte mancher Mühe, dabei ein Schmunzeln zu unterdrücken und die Freude wirb noch manchesmal begoffen werden. Straubing, 5. Mai. (Ein Motor-Zweirad gestohlen.) In Haberskofen kaufte ein Unbe­ kannter dem Bauerssohn Johann Spanner sein Motor-Zweirad für 240 Mk. ab. Natürlich wollte der Käufer sein Motoroehikel auch probieren, ehe er zahlte, was auch gestattet wurde. Aber o Graus, derselbe steuerte dar Töff-Töff weiter, dachte an keine Rückkehr mehr und entschwand alsbald den Blicken. Spanner hat vom Geld, Käufer und Motorrad seither nichts mehr gehört. Das gestohlene Motorrad ist ohne Nummer und Huppe- und Marke "Exzelsior". Paffau, 5. Mai. (Die Felle davongeschwommen.) Der Lederfabrik K u ch l e r - Innstadt sind am SamSlag etwa zehn im Inn hängende Häute — Wert zirka 800 Mark — von den Fluten davongeriffen worden. Rur sechs konnten wieder geborgen werden.</p>
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          <p>jegliche Programmusik d. h. jegliche naive Dar­ stellung der Dichtung ab; beide bleiben streng inner­ halb der wirklichen Zone der musikalischen Ausdrucks­ möglichkeit. Aber beide sind darin verschieden, daß Bach die Idee in ihrem So-Sekn, Wagner die Idee in ihrem Lebe» darstellt. Wagner dichtet, Bach malt. Bach ist ein Dra­ matiker, aber so wie es der Maler ist. Er schildert nicht das aufeinanderfolgende Geschehen, sondern greift den prägnanten Moment heraus, in dem für ihn das ganze Geschehen liegt, und stellt ihn musikalisch dar. Das musikalische Drama ist für ihn Aufeinandersolge dramatischer Bilder; er verwirklicht es in seinen Passionen und Kantaten, besonders aber in der Matthäus-Passion. Die dichterische Idee liegt bei Bach im Thema eingeschlosien. Und zwar steigt es nicht, wie bei Wagner als die besondere Bestimmt­ heit einer Harmonie aus den Urtiefen des Ton­ ozeans aus, sondern zeigt in seiner Herkunft die zeichnerische Tendenz gemein, weil sie aus der pla­ stischen Phantasie entspringen. Auch die Matthäus-Passion ist als ein Phantasie­ drama aufzufasien. Wir können an Text und Musik einen strengen dramatischen Maßstab legen. Gerade die dramatische Anlage ist grundlegend für das Ver­ ständnis der Passion. Die Passionsgeschichte wird in eine Folge von Bildern zerlegt. An den charakteri­ stischen Punkten bricht die Erzählung ab und die Szene, die sich eben abgespielt hat, wird Gegenstand frommer Betrachtung. Diese Einschiebungen stehen in direktem Zusammenhang und find aus der jeweiligen Situation geboren. Sie stehen im Dienste der Handlung. Diese frommen Betrachtungen sprechen sich in Arten aus, denen gewöhnlich ein artosohaftes Rezitativ vorhergeht. An kleineren Ruhepunkten werden die Gefühle der beschauenden Gläubigen in Choralversen ausgedrückt. Die Aufgabe, die Passions­ handlung darzustellen und zugleich fromme Anteil­ nahme zu Worte kommen zu lassen, ist in der denkbar vollendetsten Weise gelöst. Je mehr man sich den dramatischen Aufriß der Passion vergegenwärtigt, desto mehr kommt man zur Ueberzeugung, daß es ein Wunderwerk ist. Die Matthäus-Passion war und wird das Werk Bachs bleiben, um das die deutsche Phantasie am stärksten kreist und das im deutschen Gemüte die tiefsten Wurzeln geschlagen hat. Es konnte von Mendelssohn kein glücklicherer, kein tieferer Griff in die Schätze Bachs getan werden, als der, welcher die Entdeckung der Matthäus-Passion zeitigte. Es wirkt so überaus viel mit, was das Werk uns so lieb und teuer macht. L.</p>
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          <p>Sport. Trabrennen z« Pfarrkirchen. Am Sonn­ tag fand auch auf der Trabrennbahn in Pfarr­ kirchen die Eröffnung der diesjährigen Rennsaison bet starkem Besuche statt. Erste Preise erhielten: im Landwirtschaftlichen Rennen: Herrn Georg HellsPocking "Bürgermeisterin"; im Großen Zuchtrennen, Staatspreis 10 000 Mk. und Ehrenpreis Sr. Majestät König Ludwigs III. von Bayern: Herrn Hans W t mb a u e r s-Münche» "Quasca 1"; im Frühjahrs­ rennen ! Herrn Alois A b s m a i e r s-Martaktrchen "Elekta 1".</p>
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          <p>Letzte Posten. Ein brennendes Schiff auf hoher See. Halifax, 6. Mai. Der Dampfer "Seydlitz" meldete gestern drahtlos, daß er 150 Meilen süd­ östlich von Sable Island einen brennenden Dampfer gesichtet habe. Der "Seydlitz" sandte Hilferufe aus, worauf mehrere Schiffe antworteten. An Bord des brennenden Schiffes wurde kein Lebenszeichen festgestellt, auch wurden in seiner Um­ gebung keine Rettungsboote sichtbar. Stimmen ans dem Wlwn. (Die Redaktion übernimmt für Einsendungen unter dies« Rubrik dem Publikum gegenüber keine Verantwortung.) Erklärung. Das Eingesandt tm Hollerdauer Berichterstatter, Dultverlegung betreffend, ist nicht durch uns veran­ laßt worden. Wir überlaffen dem Stadtmagistrat, sich mit dem Arttkelschreiber auseinander zu setzen. Ob und wieweit der Name unserer Ver­ Letzte Weit.</p>
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          <p>den Schiffskoch, mit dem sie in Unfrieden lebten, bei einer Rauferei erschlagen und über Bord geworfen haben. Zwei Matrosen wurden verhaftet. Der gläubige Pfarrer von Lochau und seine ««gläubige Köchin. Dieser Tage sprach bei dem Pfarrer von L o ch a u am Bodens« (Oester­ reich) ein junger Mann vor und gab an. deutscher katholischer Geistlicher zu sein, wegen Majestätsbeleidtgung eine längere Freiheitsstrafe erhalten zu haben, aber geflohen fei. Er wolle nun nach der Schweiz und bitte um zehn Kronen. Der Pfarrer schenkte diesen Angaben Glauben und gab dem flüchtigen Geistlichen zehn Kronen (und wünschte ihm jedenfalls Glück auf den Weg). Am andern Tage kam der Flüchtling noch einmal: zur Verwunderung derPfarrköchtn. Und was diese noch mehr wunderte, war, daß der Pfarrherr den Fremden gastlich aufnahm. Am Höchsten stieg aber ihre Verwunderung, als sie erfuhr, daß der Fremde nachher kn der Kirche die Meffe lesen werde ... Die Meffe begann. Die Gemeinde hörte andächtig zu. Und auch die Pfarrköchin in ihrem Betstuhl tat sehr andächtig. Mitten in der Andacht entfernte sie sich aber ... Als die Meffe beendet war, ging der ftemde Geistliche wieder ins Pfarrhaus unb freute sich auf die nächste Mahlzeit. Gleich nach ihm er­ schien auch die Pfarrköchin wieder: in ihrer Gesell­ schaft war aber ein Gendarm. Und der verhaftete ohne weiteres den fremden Geistlichen und nahm ihn mit auf die Wache . . . Während der Meffe war der Köchtn Verschiedenes aufgefallen: daß der "Geist­ liche" unbeholfen im Meßbuch blätterte, Fehler machte, ein Evangelium vergaß und anderes mchr. Das teilte sie der Gendarmerie mit, da solche Fehler ein wirklicher Geistlicher nicht mache. Die Gendarmerie sah die Pfarrköchin al« selbstverständlich sachverständig an, und verhaftete den Geistlichen, zur Verwunderung des Pfarrherrn. Auf der Wache wurde der Ver­ haftete einem Verhör unterzogen. Und da ergab sich, daß die Köchin in allen Teilen recht hatte: der "Geistliche" war ein arger Schelm, der von Theologie keine Ahnung hatte, und der auch nicht auf der Flucht war. Nun allerdings dürften ihm die Ge­ fängnismauern bekannt werden. Schuhe zu 300 Mk. das Paar. Unter den Schuhmachern des vornehmen Londoner Westend ist ein Streik ausgebrochen, durch den etwa 50 Firmen in Mitleidenschaft gezogen werden. Es handelt sich bei den Streikenden um Arbeiter, die nur das eleganteste Schuhwerk verfertigen. Schuhe, die 100 bis 300 Mk. pro Paar kosten. Die Leute arbeiten zu Haufe und erklären, daß sie mit einem V^vchenverdtenst von 35—40 Mk. nicht länger auswmmen können. Die Stiefel, die sie anfertigen, werden aus­ schließlich mit der Hand genäht, und da diese eleganten Stiefel in letzter Zeit im Preise bedeutend gestiegen sind, so wollen die Arbeiter auch ihren An-_ teil an der besseren Konjunktur haben. fj Der Storch im Gefängnis. Die am Samstag vom Amberger Schwurgericht zum Tode verurteilte Metzner ist in der Nacht zum Sonntag im dortigen Gefängnis von einem Knaben entbunden worden. Freigesprochene Attentäterin. Vor dem Berliner Schwurgericht hatte sich ein Mädchen Charlotte Lieseid zu verantworten, die ihren früheren Geliebten durch vier Revolverfchüsie schwer verletzte, weil er die Beziehungen zu ihr lösen wollte. Nachdem der Obmann der Geschworenen den auf Nichtschuldig lautenden Wahrspruch verkündete, brach unter dem Publikum im Saale ein minutenlanges Beifallsklatschen aus, so daß der Vorsitzende nur mit Mühe die Ruhe wieder herstellte. Entsprechend dem , Wahrspruch der Geschworenen wurde die Liefeld fteigesprochen. Eine Schreckensnacht anf Sem Friedhof. Eine furchtbare Nacht hatte ein Selbstmordkandidat auf einem Friedhof in B e r l i n zu überstehen. Der 45 Jahre alte Kaufmann Ferdinand Sch. sollte am Montag eine kleine Gefängnisstrafe antreten, doch wollte er lieber in den Tod als in die Ge­ fängniszelle. Er beschloß, sich am Grabe der Mutier, die auf dem Begräbnisplatz an der Wörth­ straße beerdigt ist, zu erschießen. Der Lebensmüde jagte sich am Sonntag nachts eine Revolverkugel in die Stirn und brach bewußtlos zusammen. Die Wirkung des Schusses war aber keine tödliche. Die Stirn wurde teilweise zerschmettert und die Augen stark in Mitleidenschaft gezogen, so daß die Sehkraft eingebüßt ist. Nachdem der Selbstmörder die Be­ sinnung wiedererlangt hatte, machte er die furchtbare Entdeckung, daß sein Augenlicht verloren war. Der Unglückliche tastete nun von Grab zu Grab, bis er schließlich an einem der Gräber niederkauerte und des Schicksals harrte, das für ihn bestimmt war. Am frühen Morgen fand man dann den Lebens­ müden in kläglichem Zustand auf und brachte ihn schleunigst ins Krankenhaus. Ob er mit dem Leben davonkommen wird, ist fraglich. Sein Augenlicht dürfte er wohl kaum wiedererhalten. In Sen Flammen umgekommen. Aus Wittenburg k. M. wird gemeldet: In Vellahn ist die R t e ch l i n g s ch e Bäckerei vollständig nieder­ gebrannt. Die beiden Lehrlinge und ein Mädchen werden vermißt und dürften in den Flammen um­ gekommen sei». Die Tochter des Bäckermeisters hat erhebliche Brandwunden erlitten. Lebendig verbrannt. In Hamburg ist das Schulmädchen Helene Malleck bei lebendigem Leibe verbrannt. Da» Kind war aus der Schule in die Wohnung zurückgekehrt und hatte in Ab­ wesenheit der Mutter, die sich auf Arbeit befand, mit einem Spirituskocher hantiert. Der Apparat fiel um und setzte die Kleider des Kindes in Brand. Ehe Hilfe herbeikam, war die Unglückliche vollständig verkohlt. Ei» Schiffskoch von Kameraden! ermordet. Aus S a v o n a (Italien) wird gemeldet, daß Stettiner Matrosen des Dampfers "Paula Peters" Allerlei. Großbrande. 90 Häuser niedergebrannt. Innsbruck, 5. Mai. Das Dorf S t e n k c o, nordwestlich vom Gardasee, ist in der vergangenen Nacht zum größten Teil niedergebrannt. Von dem aus 154 Häusern bestehenden Orte sind neunzig Häuser ein Raub der Flammen ge­ worden. Ueber 600 Personen von den 944 Einwohnern wurden obdachlos. Kirche und Postamt sind unversehrt geblieben. Menschen sind nicht zu Schaden gekommen. Man vermutet Brandstiftung. Eine brennende Stadt. Olkusch (Gouv. Kielce), 5. Mai. Die Stadt Skala (Rußland) brennt, 300 Häuser stehen in Flammen, auch Menschenleben sind verloren.</p>
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