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        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1914-06-26"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">67. Jahrgang Nr. 171</biblScope>
          <date when="1914-06-26">1914-06-26</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
        </p>
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          <p>Für jede Familie ist eine der wichtigsten und unerläßlichsten Notwendigkeiten das Abonnement auf eine moderne Tageszeitung. Zuverlässig muß sie fein, weil jeder Leser einen Anspruch darauf hat, daß der Inhalt feiner Zeitung die Ereignisse der Zeit getreu und unentstellt wiedergibt. Reichhaltig muß sie sein. damit der Leser getreu über alle irgendwie interessierenden Vorfälle, sei es nun in Politik, Handel, Kunst, Wissenschaft, Theater oder Musik unterrichtet ist. Diese Vorzüge vereinigt der Kurier für Äerfiopn. Er bietet seinen Lesern einen vorzüglichen Nachrichtendienst, der es ihm ermöglicht, alle Meldungen von Wichtigkeit gleichzeitig oder gar früher als selbst die hauptstädtischen Blätter zu veröffentlichen. Für seine politische Haltung gilt das Wohl des Volkes als oberstes Gesetz, eie unterstützt alle Bestrebungen im Sinne einer gesunden Fortentwicklung. Wir können also ohne Ueberhebung behaupten: Der "Kurier für Niederbayern" ist für jede Familie das geeignetste Blatt!</p>
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          <p>ist. Man erwarte den Vormarsch der Rebellen von Fieri nach Valona. Es bestätigt sich, daß Berat in die Hände der Aufständischen ge­ fallen ist. Gestern morgen begab sich ein Unterhänd­ ler zu den Aufständischen und setzte für die Verhandlungen die Mittagsstunde fest. Tatsäch­ lich fand um diese Zeit eine Unterredung statt, welche ergebnislos verlief. Es läßt sich nicht voraussehen, ob die Verhandlungen wieder auf­ genommen werden. Oberst Philipps ist in Du­ razzo eingetroffen. Er berichtete über die Lage in Skutari, wo die Bevölkerung fortfährt, an den Befestigungswerken zu arbeiten. Die Ausständischen, mit denen Verhand­ lungen angeknüpft sind, forderten drei Tage Bedenkzeit, um sich mit den Bewohnern der aufständischen Gebiete zu beraten. Die Lage in Albanien Obwohl in Durazzo wieder Ruhe herrscht, und neue Verhandlungen mit den Aufständi­ schen von der albanischen Regierung ange­ knüpft worden sind, so ist doch in der Krisis die das Fürstentum durchzumachen hat, weit eher eine fortschreitende Wendung zum Schlim­ meren als eine Entspannung auch nur auf einem Punkte festzustellen. Wie hilflos der Fürst und seine Ratgeber sich selbst fühlen, davon zeugt die jetzt erfolgte bedingungslose Zustimmung zu dem in Korfü zwischen der in­ ternationalen Kontrollkommission und den Ver­ tretern der provisorischen Regierung von Epirus zustande gekommenen Uebereinkommen. Es wird weiter gemeldet: Der gestrige Tag verlief ohne Zwischen­ fall. Es wurden die Befestigungsarbeiten von der städtischen Bevölkerung forlgesetzt. Sämt­ liche Geschäfte der Stadt sind geschlossen, die Arbeiten sind morgen, spätestens übermorgen beendet, jedoch schon jetzt so weit gediehen, daß auch bei einer etwa versuchten Ueberraschung durch den Feind mit Erfolg Widerstand geleistet werden könnte. ; Gleichzeitig errichtet der Feind stark befestigte Positionen, die am Rasbul gut beobachtet werden können. Früh war beim Innenminister von den Rebellen ein Schreiben eingelaufen, worin zwecks Einlei­ tung von Verhandlungen um die Entsendung einer Abordnung nach Schiak gebeten wird. Die Abordnung, welche aus vier Mohamme­ danern, einem Orthodoxen und Magr. Caciori bestand, fand dort mehrere Vertreter der an dem Aufstand beteiligten Ortschaften, mit de­ nen jedoch nur verbindliche Besprechungen statt­ finden konnten, weil angeblich der Vertreter von Matia und Elbassan noch nicht eingetrof­ fen war. Die Delegierten Durazzos wurden eingeladen bis zu deren Ankunft in Schiak zu warten, sie zogen jedoch vor, nach Durazzo zurückzukehren und sich morgen neuerlich nach Schiak zu begeben. Der Kommandant des russischen Kreuzers Terez meldet aus Valona, daß die Stadt ruhig</p>
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          <p>Die Wirren in Mexiko. Nach einem Bericht des Generals Pehehra über den Fall von Zacatecas wurde die Stadt am Dienstag nachmittags eingenommen, wo­ bei den Siegern eine große Menge Munition und Waffen und eine Anzahl Gefangener in die Hände fielen. Die Rebellen hatten große Verluste, darunter zwei Generale. Die Ver­ luste der Bundestruppen werden nicht erwähnt. Die Vermittlungskonferenz in NiagaraFalls hat sich geeinigt. Die Konstitutionalisten werden mit der Partei Huertas über alle inneren Zwistigkeiten in Mexiko Verein­ barungen treffen, so auch über die Wahl einer provisorischen Regierung, die aus Huerta fol­ gen soll.</p>
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          <p>längerer Zeit wiederaufzufinden; von den Frauen wurden 2942 wiedergefunden. 75 Frauen blieben endgültig spurlos verschollen; in den meisten Fällen konnten Schulden, Fa­ milienzwistigkeiten und ähnliche Ursachen als Anlatz des Verschwindens festgestellt werden. Einigung mit Revolver und Tynamit.Nach einem Telegramm aus Butte-Cith kam es in einer Versammlung in der Unionhall, in wel­ cher die Streitigkeiten zwischen den feindlichen Bergarbeiterparteien beigelegt werden sollten, zu einem Kampfe. Zwei Mann wurden ge­ tötet, die Angreifer zerstörten einen Teil der Halle mit Dynamit. Auch wurden Schüsse zwi­ schen den Bergarbeitern und bewaffneten Po­ lizeibeamten gewechselt.</p>
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          <p>keit, mit der er seine Meinung äußerte. Und als er sich so weit beruhigt hatte, um wieder ein Wort über die Lippen bringen zu können, fühlte er, wie der Zorn über diesen alten, kindischen Menschen, der zum erstenmal in seinem Leben nach eigenem Ermessen zu han­ deln wagte, ihm übermannte. Mehr noch als das aber empörte es ihn, daß sein Unterge­ bener, sein früherer Feldwebel, ihn belehren wollte, daß er, Erich von Willmers-Gorlenko, taktlos gehandelt hatte. "Wie unterstehst Du Dich, meine Hand­ lungsweise zu kritisieren?" fragte er mit zor­ nig gedämpfter Stimme. "Ich beauftragte Dich, der Frau int Falle der Notwendigkeit eine Summe Geldes einzuhändigen! Da Du das nicht tatest, kannst &gt;Du auch die Verant­ wortung für Dein Tun und Lassen auf Dich nehmen. An meinen Anordnungen dulde ich keine eigenmächtigen Abänderungen, das wisse ein für alle Mal, und da Du Dich unterfängst, zu klügeln und zu kritisieren, wird es das Beste sein, wenn ich Dir die Sorge für das fernere Schicksal der Frau und ihres Kindes überlasse! Ich will von der ganzen Sache nichts mehr hören und verbiete Dir, diese An­ gelegenheit noch einmal in meiner Gegenwart zu evwähnen! Verstanden!" "Zu Befehl! Wenn Exzellenz sich von Ihrer Schwiegertochter und Enkelin lossagen, "So schlimm also steht es?" murmelte er, während er das Zimmer hastig von einem Ende bis an das andere durchmaß. "Davon wußte ich nichts, dafür kann mich niemand verant­ wortlich machen! Sie ernten nur das, was sie vor Jahren säten, aber — natürlich, ge­ holfen muß ihnen werden! Vor Hunger soll kein Willmers-Gorlenko sterben! Hast Du der Frau das Geld, welches ich Dir mitgab, ein­ gehändigt?" "Nein, Exzellenz, das wagte ich nicht!" Klar und ruhig klang die Antwort des alten Bedienten, Willmers aber empörte sich jetzt über das eigenmächtige Vorgehen dieses unverbesserlichen Starrkopfes. "Wie soll ich Deine Antwort verstehen?" fragte er, dicht vor ihm stehen bleibend, und in seinen scharfen Augen blitzte ein Funke guf, den Westermann kannte und bisher fürch­ tete. Heute jedoch schreckte er ihn nicht, und' ohne mit der Wimper zu zucken, hielt er den flammenden Blick seines Herrn aus. "Sehr einfach!" erwiderte er ruhig. "Mir fehlte der Mut, der Witwe unseres verstorbe­ nen gnädigen Junkers ein Almosen anzu bieten; sie ist keine Bettlerin, Exzellenz!" Willmers wußte nicht, was ihn mehr ent­ setzte, die neuen Anschauungen seines alten, in seinem Dienst ergrauten Dieners oder die Unerschrockenheit, besser gesagt — die Dreistig­ wird mir allerdings nichts anderes übrig blei­ ben, als für die Waise und die unglückliche Mutter zu sorgen, so gut es eben bei einem geringen Einkommen meinerseits möglich ist." Das war zu viel für Willmers Geduld. Er fühlte, wie jeder Tropfen seines erregten Blutes zum Herzen zurückwich, um jäh in die Stirn zu steigen, die sich mit tiefer Röte färbte. "Hinaus!" donnerte er und wies mit er­ hobener Hand zur Tür, aber Westermann ließ sich auch jetzt nicht aus der Fassung bringen. "Zu Befehl! Soll geschehen!" erwiderte er mit vollster Kaltblütigkeit. "Exzellenz er­ lauben, daß ich über die mir eingehändigte Summe Rechenschaft ablege, denn obgleich ich der armen gnädigen Frau das Geld nicht ein­ zuhändigen wagte, so habe ich es trotzdem ver­ ausgabt. Vor allen Dingen holte ich einen Doktor, kaufte Medizin und ein paar Flaschen Wein, denn die Kräfte der Unglücklichen sind durch die Reise und allerlei Entbehrungen vollständig erschöpft. Ferner sorgte ich, daß Mutter und Kind in ein besseres, sonniges Zimmer gebracht wurden, bezahlte den Wirt für eine Woche int voraus, und zwar forderte ich gute, gesunde Kost, um den Preis feilschte ich nicht. Auf dem Papier hier habe ich alles aufgeschrieben." (Fortsetzung folgt.)</p>
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          <p>Bayerische Nachrichten. Tic Abgeordnetenkammer fuhr gestern in der Beratung des Postetats fort. Nur zwei Redner, der Verkehrsminister v. Seidlein und der liberale Abg. Häberlein kamen bei der fort­ gesetzten Beratung des Postetats heute zum Worte, die übrige Zeit wurde in Anspruch genommen durch das Referat des Berichterstat­ ters Abg. Held über die Ausschutzverhandlun­ gen. Minister v. Seidlein zeichnete in gro­ ßen Strichen ein Bild der Lage der bayerischen Post, und meinte ironisch gegenüber den gest­ rigen Aeußerungen des Abg. Häberlein, der von diesem vorausgesagte "Zusammenbruch der bayerischen Post" sei bisher noch nicht ein­ getroffen. So trostlos, wie dieser die Lage der bayerischen Post sichtlich frohlockend geschildert habe, sei diese noch lange nicht. Der Mini­ ster begründete dann des längeren die unbe­ dingte Notwendigkeit des Festhaltens am bayeerischen Postreservatrecht, mit dem man bis­ her nicht daraus bezahlt, sondern im Gegen­ teil finanzielle Vorteile daraus gezogen habe. Die einheimischen Verkehrsbedürfnisse und die besonderen bayerischen Wünsche können nur durch das Postreservat, nicht aber durch die Reichspost erfüllt werden. Mit Bravo wurden diese Ausführungen vom Zentrum begleitet. Anderseits wies der Minister aber nachdrück­ lich darauf hin, daß, wie bisher bei der Post nicht weitergehaushaltet werden dürfe. M,an müsse an die Erschließung neuer Einnahme­ quellen denken und Zurückhaltung üben mit der Schaffung neuer etatsmätziger Beamten­ klassen und im gesamten Postbauwesen. Not­ wendig sei ferner die Schaffung eines Aus­ gleichsfonds, wegen der ständigen Schwankun­ gen der an das Reich zu zahlenden Ausgleich­ beiträge. Der Minister erörterte dann eine der in der Debatte angeschnittenen Fragen und rechtfertigte die Erhöhung der Telephongebüh­ ren mit dem Hinweis auf die Steigerung der Ausgleichsbeiträge und die Minderung der Te­ lephoneinnahmen. Die Neuregelung werde aber lediglich erstrebt, um einen Ersatz der Selbst­ kosten zu gewährleisten; sie bilde vorläufig noch ein Provisorium bis zur endgültigen Rege­ lung durch das Reich. Hinsichtlich der Höhe ständen bte neuen Sätze teilweise noch hinter denen der Reichspostverwaltung. Mit anerken­ nenden Worten für das Personal schloß der Minister, worauf Abg. Häberlein (Lib.) den Minister vor allem darauf aufmerksam machte, daß er in seinen Darlegungen in keiner Weise von der finanziellen Zukunft der bayerischen Post gesprochen habe. Die gesamten Einnah­ men wurden darauf debattelos genehmigt und schließlich die Fortsetzung der Beratung auf Freitag vertagt. Das Gemeindekollegium München bewil­ ligte gestern mit allen gegen die Stimmen der Sozialdemokraten 18 240 Mark als den die Stadt München treffenden Betrag für die Be­ schaffung eines Landesgeschenkes zum 70. Ge­ burtstag des Königs. Ein militärischer Sturzslicger. Am Mon­ tag nachmittags halb 6 Uhr erschienen über der Stadt Weiden zwei Militärdoppeldecker vom nahen Truppenübungsplätze Grafenwöhr. Der eine dieser Flieger vollführte einen eleganten Sturzflug a la Pegoud, d. h. er machte mit seinem Flugzeug einen regelrechten Purzel­ baum in der Luft und flog dann in westlicher Richtung davon. Auf dem Hammclburgcr Truppenübungs­ platz wurden gestern, zwei Artilleristen von einem Feldgeschütz überfahren. Der eine ist tot, der andere leicht verletzt. Das Programm für das Zentrallanvwirtschaftsfest 1914 ist erschienen und von der Kanzlei des Bayerischen Landwirtschaftsrates, München I, Brieffach, zu beziehen. Es geht bekanntlich sämtlichen Gemeinden des König­ reiches zu, auch die landwirtschaftlichen Be­ zirksausschüsse werden dasselbe erhalten. Es können also Landwirte, die für das Programm Interesse haben, bei d.en betreffenden Stellen jederzeit Einsicht von dem Inhalt nehmen. Das Programm enthält bekanntlich die Bestimmun­ gen für die Verleihung von Preisen an Land­ wirte, welche sich auf den verschiedensten Ge­ bieten verdient gemacht haben, ferner an Be­ amte für verdienstvolle Bestrebumgen usw., fer­ ner Bestimmungen für die Vergebung der Preise an landwirtschaftliche Dienstboten und Arbeiter und dergleichen mehr, e ndlich die Vor­ schriften für die Beschickung der landwirtschaft­ lichen Ausstellungen beim Oktoberfest mit Tie­ ren, landwirtschaftlichen Maschinen und Ge­ räten usw. Der Zentralvcrband Deutscher Tonkünstler und Tonkünstlervercine hält auf Einladung des Münchener Tonkünstlervereins seine diesjährige Delegiertenversammlung vom 4. bis 6. Juli 1914 im Festsaale der K. Akademie der Wissch asten in München ab. Uebcrfahren und getötet wurde zwischen Ostermünchen und Großkarolinenfeld gestern nachts gegen halb 12 Uhr der Blockwärter Wastlhuber vom D-Zug 40. Verurteilter Wüstling. Der Oberwächter der Wach- und Sch ließ gesellschaft Pasing und Schuldiener Niedermeier, der anfangs Mai die 11jährige Josefa Ziegelmeier und die gleich­ altrige Therese Schwarz in eine Trinkhalle am Bahnhofplatz in Pasing lockte und sich an ihnen sittlich verging, wurde gestern zu 8 Monaten Gefängnis verurteilt. Stand der Maul- und Klauenseuche in Bayern am 13. Juni 1914. Im ganzen sind verseucht in 6 Regierungsbezirken (Oberbahern, Niederbayern, Oberfranken, Mittelfran­ ken, Unterfranken und Schwaben), (davon 2 neu) 25 Distriktsverwaltungsbezirke (davon 10 neu) und 40 Gemeinden (davon 17 neu): 89 Gehöfte, (davon 46 neu.) Tie Zwischcnzählung der Schweine in Bayern am 2. Juni dieses Jahres hat ergeben: Schweine: i 1914 1913 unter V* Jahr 1 458 650 1 301 992 von Vs bis 1 Jahr 368 063 292 566 über 1 Jahr 191 014 157 714 zusammen 2 019 727 1 752 272 Es wurden demnach am 2. Juni 1914 267 000 Stück (15,3 Prozent) mehr ermittelt als um die gleiche Zeit des Vorjahres. Die tatsächliche Mehrung dürfte jedoch etwas ge­ ringer gewesen sein, denn bei der vorjährigen Schweinezählung wurde der Schweinebestand nicht vollständig erfaßt und war daher der vorjährige Schweinebestand etwas größer als er in der Statistik erscheint. Eine erhebliche Minderung ergibt sich aber bei einem Vergleich der heurigen Zählung mit der Viehzählung vom 1. Dezember 1913. Dort wurden Schweine gezählt: unter V* Jahr 1 296 742 (Heuer + 161 908) von V* bis 1 Jahr 604 133 ( " — 236 068) Über 1 Jahr 205 439 ( " — 12 425) Die Veränderungen sind im wesentlichen die gleichen wie sie bereits der Vergleich der vorigjährigen Zwischenzählung der Schweine mit der Viehzählung vom 2. Dezember 1912 gezeigt hatte. Auch die heurige Sommerzäh­ lung hat gegenüber der vorhergehenden De­ zembererhebung eine Zunahme des Ferkelbe­ standes und eine Abnahme des Jung- und Alt­ schweinestapels ergeben. Die Minderung der beiden letztgenannten Altersklassen überwiegt die Mehrung der ersteren erheblich, sodaß sich für den Gesamtbestand eine Abnahme von rund 86 000 Stück berechnet. Diese Differenz ist hauptsächlich durch die Verschiedenheit der Zäh­ lungstermine bestimmt. Bekanntlich fällt die Zeit der Hausschlachtungen auf dem Lande hauptsächlich in (die Wintermonate. Diese haus­ geschlachteten Schweine, deren Zahl sehr be­ trächtlich ist, wurden am 1. Dezember v. I. großenteils als lebend mitgezählt, waren aber im Juni dieses Jahres nicht mehr vorhanden.</p>
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          <p>nachmittags auf der Gartenbauausstellung in Hamburg. Die 13jährige Käte Roehr wollte einen dort befindlichen Windmotor, der gleich­ zeitig als Aussichtsturm dient, besteigen. Hier­ bei gerieten die lose flatternden Haare des Kin­ des in die Triebwelle. Durch das Lösen der Kopfhaut wurde der Körper freigegeben und das bedauernswerte Kind stürzte nun noch 3 Meter tief auf eine Plattform, wodurch es weitere Verletzungen davontrug. Durch das Schreien des Kindes aufmerksam gemacht, stellte ein Maschinenarbeiter sofort den Betrieb der .Mühle ein, die sofort polizeilich geschlossen wurde. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Gewerbeinspektion sind von dem traurigen Vorfall in Kenntnis gesetzt worden. Das ver­ unglückte Kind wurde schleunigst nach dem städ­ tischen Krankenhaus gebracht. Im Buttermilch bassir» ertrunken ist in Kuhlen bei Hamburg der 38 Jahre alte Ar­ beiter Westphal. Er wurde mit dem Kopf im Buttermilchbassin im Schweinehaus ertrunken aufgefunden. Der Verunglückte war verhei­ ratet und Vater von sieben unmündigen Kin­ dern. 850 Meter unter der Erde verhaftet. In Kattowitz und Umgegend, wo in letzter Zeit viel falsches Geld in Umlauf gesetzt worden war, ließ die Kriminalpolizei bei den Brü­ dern Emil und Max Oswald Haussuchungen vornehmen, die den Verdacht bestätigten. Die Behörde verhaftete die Ehefrau des einen Os­ wald wegen Beihilfe zum Münzverbrechen. Die beiden Brüder befanden sich seit einigen Ta­ gen in Arbeit aus der Eminenzgrube. Als Bergarbeiter verkleidet fuhren nun die Krimi-, nalbeamten in die Grube ein und verhafteten die beiden Falschmünzer 850 Meter unter der Erde. Ein seltsamer Biwakunfall. In Vitrhles Francois (Frankreich) schoben sich am Sonntag abends in einem Nachtbiwak mehrere Solda­ ten Gewehre mit ausgepflanztem Bajonett un­ ter ein Strohlager. Ein Soldat wälzte sich im Schlafe auf ein Bajonett, das ihn durchbohrte. Er starb nach kurzer Zeit. Wieviel itzt Ser Mensch? Diese Frage hat ein Neugieriger an den französischen "Correspondant' gerichtet, ein Blatt, das sich mit der öffent­ lichen Vermittelung von Fragen und Antworten aus seinem Leserkreise besaßt. Die Antwort ist nicht aus­ geblieben, und sie ist Interessant genug ausgefallen. Sie gründet sich natürlich darauf, wieviel ein ge­ sunder, kräftiger Mann an jedem Tage seines Lebens durchschnittlich etwa essen mag. Das Blatt gibt da­ von die folgende Aufstellung. Es nimmt an, daß der Durchschnittsmensch täglich 500 Gramm Brot, 250 Gramm Fleisch, 400 Gramm Gemüse, 1 Liter Wein, 1 Fünftelliter Milch, 80 Gramm Obst, 18 Gramm Salz verzehrt. Zu dieser Aufstellung ist jedoch zu bemerken, daß sie auf den Lebensgewohn­ heiten des Franzosen beruht. Bei einem Deutschen müßte man rechnen, daß er täglich mehr als ein Viertelpfund Fleisch, dahingegen wohl — leider! — weniger an Brot, Gemüsen und Obst verzehrt als der Franzose. Auch ist nicht anzunehmen, daß der DurchschnitlSdeutsche täglich 1 Liter Wein zu sich nimmt, wofür dann freilich die betreffende Menge Bier einzusetzen wäre. Danach würden sich also für unsere Lebensverhältniffe die Ergebniffe der franzö­ sischen Berechnung entsprechend verschieben, ohne daß jedoch das Gesamtbild sich wesentlich verändern würde. Dieses ist erstaunlich genug. Es würde nämlich, nach der erwähnten; Grundlage berechnet, im Laufe elues 70jährigen Lebens ein Mensch im ganzen 12 775 Klgrm. Brot, 6400 Klgrm. Fleisch, 10 220 Kilogramm Gemüse, 2050 Klgrm. Obst, 490 Klgrm. Salz und schließlich 25 550 Liter Wein und 5110 Liter Milch zu sich nehmen. Um sich zu vergegen­ wärtigen, welch ungeheure Masse diese Summe der Nahrungsaufnahme darstellt, mag erwähnt sein, daß sie einen Eisenbahnzug von 15 Güterwagen füllen würde, von denen jeder 4 Tonnen aufzunehmen im­ stande ist. Dieselbe Maffe würde einen Raum von 100 Kubikmetern ausfüllen. Man denke sich den Güterzug von 15 Wagen und daneben das Menschlein, das im Laufe feiner 70 Lebensjahre den ganzen Inhalt des Zuges in sich aufnimmt — welch ein Bild!</p>
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          <p>deren Entwurf jetzt von der 23er-Kommifsion nach 8jähriger Arbeit einstimmig angenommen worden ist, deren Beschaffenheit jedoch noch nicht bekannt sei. Herr k. RegierungSsekretär Riedl toastete in launigen Worten auf die Damen, die heuer die meisten Preise errungen haben. Herr Bäcker verschönte den Abend durch den prächtigen Vortrag heiterer und ernster Dichtungen, eine Musikkapelle durch wohl­ gelungene Darbietungen. —* Beim Proviantamt Landshut wird mit Beginn der Ernte der Ankauf von neuem Heu der Eigenbauern aufgenommen. Das Heu muß vollkommen dürr, unberegnet und nicht zu sehr mit sauren Gräsern ver­ mengt sein. Bereits angegorenes oder schwitzen­ des, sowie zähes und beregnetes Heu wird nicht angenommen. Die Anfuhr kann während der Erntedauer an jedem Werktag bis halb 5 Uhr abends — nur an den Nachmittagen der Sams­ tage nicht — erfolgen. —* Das Betreten der Feld- und Wiesen gr ünde. Auf eingekommene Be schwerden, daß vielfach von Spaziergängern und Ausflüglern die Wiesen betreten werden, erließ der Magistrat im letzten Amtsblatt unter Hinweis auf Artikel 95 des Polizeistrafgesetz­ buches eine Verwarnung unter dem Anhange, daß die Schutzmannschaft beauftragt wurde, Zu­ widerhandlungen zur strafrechtlichen Einschreitung zur Anzeige zu bringen. —* ©tat istik der Getreidevorräte b e t r. Am 1. Juli c. findet die durch Reichs­ gesetz vom 20. Mai c. angeordnete Aufnahme der Vorräte von Weizen (Dinkel und Spelz) Roggen, Menggetreide (Mengkorn), Mischfrucht, Hafer, Gerste und Mais, sowie von Erzeug­ nissen der Getreidemüllerei für menschliche und tierische Ernährung statt. Die Angabe hat in der Gemeinde zu erfolgen, in welcher sich die SBovfäio &lt;*m Stichtag tatsächlich sicflubcu. QfiU die &lt;Svfjc£&gt;uttg foiumtii .Stitjltuiteu mH Brief­ umschlag und Betriebslisten in Anwendung. Die Zählkarten werden mit je einem Brief­ umschlag den zur Angabe Verpflichteten durch die Schutzmannschaft bis spätestens am 28. Juni c. zugestellt. In den ersten Tagen des Juli c. gelangen die in den Briefumschlag einzuschließemden ausgefüllten Karten wieder [ o v&gt;v y. 4^ ,vun utitn Vertreter sind zur wahrheitsgemäßen Beant­ wortung der gestellten Frage verpflichtet. —* Diebstahl. Einem hiesigen Haus­ meister wurde durch einen noch unbekannten Dieb eine Uhr aus seinem Zimmer gestohlen. —* Propaganda-Fußballwettsptel. Am kommenden Sonntag, den 28. Sunt, bringt die 1. Mannschaft des hiesigen Turnvereins von 1861 auf dem Sportplätze in der obere» Flutmulde ein Propagandaspiel zum Austrag. Als Gegner hat sich die Ib-Maunschast des Turnvereins von 1860 München verpflichtet. Die Münchener Mannschaft, in der 6 Ligaspieler stehen, hat in diesem Jahre den Meistertitel der Ligaersatzmannschaften zugesprochen erhalten. Besonders der Spieler Reindl, der schon einmal in der Städtemannschaft München spielte, ist ein hervorragender Balltechniker. Die Mannschaft genietzt einen sehr guten Ruf und wird zweifelsohne ein in Landshut noch nicht gesehenes Spiel vorsühren, so daß jeder Sportsfreund, der sich das Spiel besieht, auf seine Rechnung kommen wird. —* Fremdenverkehr. Morgen Samstag abends kommt der Münchener Wehrkraftverein, Ab­ teilung für Kaufleute, in Stärke von ca. 80 Mann, hieher. Die Gäste werden ln der Jnfanteriekaserne einquartiert und besichtigen am Sonntag die Sehens­ würdigkeiten unserer Stadt. —* Der offizielle Landshuter Stadtführer des Fremdenverkehrsvereins ge­ langte soeben in 4. Auflage (15—20 Tausend) zur Ausgabe. Die Mitteilungen des Vereins zur För­ derung des Fremdenverkehrs in München und dem Bayer. Hochland schreiben unter dem Titel .Ge­ schmackvolle Propaganda-: Die Broschüre Landshut ist künstlerisch einwandfrei und wird in ihrem schmucken, sehr gefälligen Gewände der Stadt, für die sie wirkt, gewiß viele Fremde gewinnen helfen. Wir empfehlen den Vereinen, die sich mit dem Gedanken tragen, Prospekte und Propagandaschristev herauszugeben die mustergiltige Propaganda von Landshut sich zum Vorbilde zu nehmen. Die von Herrn Lebrer Sxyetvenzuber illustrierte Sckrift koktet 30 Ufound ist in sämtlichen Buch- und Schreibmaterialien' Handlungen erhältlich. — * Der Gabelsberger Steno­ graphenverein hielt vorgestern im Prantlgartensaale die Verteilung der Preise an die Preisträger des heurigen Wettschretbens mit Famtlienunterhaltung ab. Herr Reallehrer Pfister begrüßte die zahlreich tinr nflsattt Sott O bandes Bayer. Stenographenvereine, Herrn Rechts­ anwalt Bäcker-München und beglückwünschte die Preisträger. Hierauf fand die Preiseverteilung statt. ES erhielten Preise: Im Schreiben über 180 Silben den Kummerpreis Herr I. Bitlner und einen weiteren Herr C. Vielweib; über 140 Silben: 1. Preise Frls. H. Bauer, C. Oppen­ rieder, F. Gareis, I. Graeßmann, 3. Pr. Th. Haimerl; über 120 ©Üben: 1. Preise Frls. A. Probst, F. Riedl, M. Muhr, Herr F. Blitz, 2. Preise Frl. L. Sachenbacher, Herr M. Stephan; über 9 0 Silben: 1. Preise F. Wagner, F. Hofstetter, 0. Eckmeier, B. Plank, O. Herold, I. Reidel, K. Fröschl, A. Maier, E. Gandorfer, W. Ehrensberger, F. Schrömer, K. Klasinger, R. Lößl, I. Lorenz, S. Fröschl, I. Reiter, L. Schön, K. Hornauer, 1. Danzer; 2. Preise: W. Danner, I Ganser, A. Müller, A. Kleinknecht, A. Döblinger, Th. Still, B. Bayerlein, W. Völker, A. Bachmann, E. Unterdörfl; 3. Preise: Th. Reidel, M. Häusler, I. Obermeyer; lobende Anerkennung: Th. Ehrensberger. Im Schön- und Korrektschreiben (Fortbil­ dungskurs) 1. Preise: W. Danner, F. Wagner, L. Schön, W. Ehrensperger-, E. Gandorfer, Th. Reidel, F. Hofstetter, E. Unterdörfl; 2 Preise: E. Riedl, B. Plank, K. Fröschl, F. Feichlinger, O. Eckmeter. I. Reidel, A. H^ber, M. Häusler, Th. Still; 3. Preise: F. Haimerl, I. Danzer, Th. Ehrensberger, P. Lößl, A. Schauer, M. Stallwanger, E. Haus­ felder, K. Maier; lobende Anerkennung : M. Epplen, K. Posch; (im Anfängerkurs) 1. Preise: A. Hof­ stetter, A. Riedl, Th. Wolf, M. Schneider, M. Rieger, I. Englbrecht, O Feichlinger, F. Englhardt, Th. Peltenkofer, M. Richter. E. Bauer, A. Hufnagel, M. Simon; 2. Preise: A. Langwieser, A. Sachen­ bacher, B. Wegerer, A. Schmal, Th. Brenner, R. Uhl, M. Feldmeier, A. Wehner, F. Keiß; . Presse: C. Speidel, B. Müller, L Schuster, B. Falter, P. Schmucker; lobende Anerkennung: K. Breu, A. Dickert, M. Stiegler. Herr BäckerMünchen beglückwünschte die Preisträger gleichfalls zu den errungenen Preisen und munterte alle Mit­ glieder auf, stets an ihrer Weiterbildung zu arbeiten. Er streifte auch die Frage der Einheitsstenographie,</p>
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          <p>Hypothekennot. lust- und Hypothekenversicherungen, sind zwar * wertvoll, aber bet weitem nicht ausreichend. Die Bestrebungen zur Neuorganisation des Kredites zur zweiten Stelle sollen eine dauernde Verbin­ dung mit dem Kapitalmarkt des Landes herstellen indem kleine Kapitalien angesammelt und durch Zwischenstellen in großen Beträgen dem HauSbesitz weiter gegeben werden; wenige können 20000 Mark in einem Betrag abgeben, wohl aber viele einen kleinen Betrag von 100 oder einigen hundert Mark, und viele Wenig geben ein Viel. Beispiele durchgreifender Abhtlfsmaßnahmen finden wir hauptsächlich in der Hausbesitzerbank tn München und in dem Schöneberger Hypothekenbankvereln. Letzterer hat Gelder durch Ausgabe von Pfandbriefen beschafft, was aber nur dadurch möglich wurde, daß die Stadt die unbeschränkte Haftung für diese Pfandbriefe übernahm. Her­ vorragendes Interesse verdient das Verfahren der Stadt Görlitz, wo nach einem genialen Plan des dortigen Bürgermeisters Sparkaffenkapttal der zweiten Hypothek, der es nach gesetzlicher Vor­ schrift verschlossen bleiben soll, dienstbar gemacht wird. Die Stadt hat eine Hypothekenstelle ein­ In Erfurt sprach vor kurzem Graf H. Brockdorff, Syndikus des Schutzverbandes für deutschen Grundbesitz in Berlin, über das Thema: "Die Beschaffung zweiter Hypotheken und die in den deutschen Städten und Gemeinden bisher getroffenen Maßnahmen" in gut besuchter Versammlung der Vereinigung Erfurter Arbeitgeberverbände. Der Vortragende ging davon aus, daß beydem Wachs­ tum oller gößeren Städte, bedingt durch die Entwickelung Deutschlands zum Jndustriestaate, dem Miethaus in erster Linke die Aufgabe der Lösung der Wohnungsnot zufallen müsse, daß das Miethaus aber noch mehr wie das EtgenhauS ohne Realkredit nicht denkbar sei. Der jetzigen Not des Realkredits müsse abgeholfen werden durch Hebung des augenblicklichen Mangels an Mitteln für die Beleihung zur zweiten Stelle, mit Wir­ kung auf Dauer aber nur durch eine tiefgreifende Reform der Realfchulden- und SchuldentilgungsWirtschaft. Diese sei erschwert durch den großen Kapitalbedarf der Industrie, und Abhtlfmaßnahmen, wie die Bildung von Hausbesitzerbanken und Aus­ bietungsgarantie-Genossenschaften, wie MtetSver- gerichtet. Wer ein Sparkassenbuch über einen Betrag von mindestens 3000 Mk. hat, kann dies der Hypothekenstelle tn Verwaltung übergeben, welche das Buch ihrerseits einlöst und den Betrag zu zweitstelligen Beleihungen verwendet. Die Stadt haftet aber dem betreffenden Sparer für Sparkapital und 4 V* Prozent Zinsen, wogegen dieser in Kündigung seines Kapitales nur mit einjähriger Frist zu willigen hat. Wer von der städtischen Hypothekenstelle eine zweite Hypothek aufnimmt, zahlt eine einmalige Provision von 1 Prozent und jährlich 4,6 Prozent Zinsen, das Kapital ist mit 0,5 Prozent zu amortisieren. Der Kredit zur zweiten Stelle wird kaum irgend­ wo so billig sein, wie in Görlitz. Reben derartigen positiven Maßnahmen dür­ fen jedoch die Gemeinden auch die negativen nicht versäumen, die ganz besonders tn einem Anbau der starken steuerlichen Belastung des Grundbesitzes bestehen müssen. Die Sorge für zweite Hypotheken ist eine sozialpolitische Aufgabe ersten Ranges für die Gemeinden; denn durch die Rot der zweiten Hypothek werden nicht nur die Hausbesitzer, sondern auch das große Heer der Mieter erheblich belastet und vor allem auch das Baugewerbe, von welchem nachgewiesenermaßen mittelbar und unmittelbar jeder siebente Deutsche abhängt, mit allen seinen Nebengewerben, also der ganze Mittelstand. Alle diese hoffen zuversichtlich aus die Hilfe der Ge­ meinden. — Der mit allgemeinem Beifall aufgenommene Vortrag löste eine rege Debatte aus. Großes Interesse trat in dieser zutage für die Art und Weise der Taxierung der zu beleihenden Grund­ stücke, hierüber wird eine Rundfrage bet allen Städten angestellt, welche derartige Maßnahmen eingeleitet haben.</p>
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          <p>Ueber die Beziehungen zwischen Verkehr und Grundbesitz referierte auf der Tagung der sächsischen Hausbe­ sitzer in Pyrna der Vorsitzende des sächsischen VerkehrS-Verbandes Dr. Erwin Jäger-Leipzig. Er meinte: An der Tragung der Lasten, die der Verkehr, zumal der Autoverkehr, aufbürdet, sollen sich Grundbesitzer, Automobilisten, Industrie, kurz alle Interessenten, gemeinsam beteiligen. In der Debatte entstand eine lebhafte Bewegung, als Lotze Leipzig bekannt gab, daß eine Deputation Leipziger Hausbesitzer bet einer Vorstellung wegen einer Hypothekenbankgründung vom Minister die Antwort erhalten habe: "Für die Hausbesitzer habe ich überhaupt keine Zeit!" Es werde viel­ leicht noch die Zeit kommen, wo die Hausbesitzer einmal sagen: Wir haben keine Zeit für den Herrn Minister. Die Tagung erneuerte hierauf den Vorstandsbeschluß, "bei den nächsten Landlags­ wahlen nur solche Kandidaten zur Wahl zn empfehlen, die sich verpflichten, die berechtigten Forderungen der Hausbesitzer zu unterstützen."</p>
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          <p>Letzte Posten. Raubmord. f Eise nach, 26. Juni. Die 80jährige Wit- i we Körner wurde in ihrer Wohnung ermordet * aufgefunden. Sie war durch Beilhiebe ge- ! tötet und einer Wertsumme beraubt worden, j Als Täter kommt ein Schlafbursche der Er- | mordeten in Betracht. Liebesdrama. Zeuthenmark, 26. Juni. Bei Rauch­ fangwerder wurden gestern aus dem Zeuthener See die Leichen eines Mannes und eines Mäd­ chens gelandet, die zusammengebunden waren. Es handelt sich anscheinend um ein Liebes­ paar aus dem Arbeiterstande. Schwerer Grubenunfall. Gelsenkirchen, 26. Juni. Ein schwe­ rer Grubenunfall ereignete sich auf der zur Gewerkschaft Rhetnelbe gehörenden Zeche "Plu­ to" in Wanne. Auf dem Schachte "Wilhelm" wurden drei Bergleute beim Durchbruch einer Gebirgsstörung verschüttet. Trotz sofort auf­ genommener Rettungsarbeiten gelang es bis heute nicht, die Verunglückten zu bergen, oder mit ihnen eine Verständigung herzustellen. Wirren in Mexiko. New York, 26 .Juni. Die Schlacht bei Zacatecas, welche mit der Einnahme der Stadt durch die Rebellen endete, war die blutigste der Revolution und dauerte vier Tage. Die Bundestruppen haben vor ihrem Abzüge viele Gebäude zerstört. General Villa gibt die Ver­ luste der Bundestruppen auf 4000 Tote und 3000 Verwundete, die eigenen auf 500 Tote und 800 Verwundete an. Außerdem will er 5000 Gefangene gemacht haben. Tie rasenden Wahlweiber. London, 26. Juni. In Ballylesson bei Belfast versuchten Brandstifter die Kirche nie­ derzubrennen. Der angerichtete Schaden ist be­ trächtlich. Am Tatorte wurden Schriften der Suffragetten gefunden.</p>
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          <p>Städtische Schwimmschule. 26. I u n i 1914. Luft . . 15 Grad R. Wasser . 12 Grad R.</p>
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