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      <titleStmt>
        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1914-08-10"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">67. Jahrgang Nr. 215</biblScope>
          <date when="1914-08-10">1914-08-10</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
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          <p>12000 Freiwillige in Dresden. Dresden 8. Aug. Zahlreiche Studenten der hiesigen Technischen Hochschule sind zu den Fahnen einberufen. Das Professors nkollegium erläßt einen Aufruf, daß solche Studenten, denen es nicht vergönnt ist, dem Vaterlande mit der Waffe oder als Krankenpfleger zu dienen, sich zur Einbringung der Ernte zur Verfügung zu stellen. Bis gestern haben sich hier über 12000 Freiwillige gemeldet, als erste die Aktiven der Verbindung Saxo-Borussia. Aegypten im Kriegszustand. Kairo, 9. August. In Aegypten ist der Kriegszustand verhängt worden. Japan aus ver Lauer. Tokio, 9 .August. Mit Rücksicht auf das englisch-japanische Bündnis hat Japan keine Neutralitätserklärung erlassen. Seine Haltung wird von den Ereignissen auf den Meeren des fernen Ostens abhängen. Graf Andraffy zur Lage. Budapest, 9. August. Graf Andrassh wurde von Zeitungsberichterstattern über die durch den Kriegsausbruch geschaffene Lage be­ fragt, insbesondere über das Auftreten Deutschlands, durch welches England gezwun­ gen wurde, Farbe zu bekennen. Graf An-drassh sagte u. a.: Ich kenne die Einzelheiten zu wenig, um mich eingehend äußern zu kön­ nen, aber ich muß aussprechen, daß ich die höchste Verehrung und das höchste" Vertrauen für die männliche Entschlossenheit und Rasch­ heit hege, welche der deutsche Kaiser bewiesen hat. Die Energie des Auftretens und die imponierende Tapferkeit bilden an und für sich schon einen entscheidenden Faktor des Er­ folges. Das machtvolle Auftreten unseres hohen Verbündeten, welcher kein Zaudern und kein Schwanken kannte, ebenso auch die Hal­ tung unserer Monarchie, erfüllten alle Her­ zen mit Vertrauen. Oesterreicher in Frankreich. Paris, 9. August. Die französische Re­ gierung hat diejenigen Oesterreicher und Un­ garn, welche nicht mehr rechtzeitig Frank­ reich verlassen konnten, in den westlichen De­ partements untergebracht. Die französische Regierung hat versprochen, für ihre Unter­ kunft zu sorgen. Unfreundlichkeit von Schweizern. Berlin, 9. August. Aus St. Moritz wird berichtet, daß die dortigen und Wohl auch andere Schweizer Banken Zahlung auf deutä sche Kreditbriefe verweigern. Das ist weder freundlich noch klug, und wir werden es uns merken! Ein Ausländer, der den Wehrbeitrag bezahlt. Frankfurt a. M., 8. August. Der seit Jahren dahier lebende Privatier Weil, ein Argentinier hat sich nach der Mobilmachung bereit erklärt, die in Deutschland eingeführte Wehrsteuer zu entrichten, trotzdem er als Aus­ länder nicht dazu verpflichtet war. Er rich­ tet an sämtliche in Deutschland wohnende Aus­ länder das Ersuchen, das Gleiche zu tun. Tic Verhaftung deutsch-dänischer Redakteure. Flensburg, 9. August. Sämtliche 5 Redakteure des Flensburger Dänenblattes wur­ den in der Redaktion in Flensburg verhaftet. Verbot einer Zeitung. Berlin, 9. August. Trotz wiederholter allgemeiner Warnung und Hinweise auf die Bekanntmachung des Reichskanzlers über nicht zu veröffentlichende militärische Nachrichten brachte die in Schweidnitz erscheinende "Täg­ liche Rundschau" dennoch solche Mitteilungen. Das weitere Erscheinen der Zeitung wurde daher durch das zuständige Generalkommando verboten.</p>
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          <p>nur das wenige, aus früheren Zeiten übrig­ gebliebene Dienstpersonal, wie Gärtner, Wäch­ ter und Stallknechte, alles Veteranen, die mehr als ein Jahrzehnt treu den Willmers dienten, will er entlassen, auch uns, seinen einzigen und nächsten Verwandten, setzt er den Stuhl vor die Tür. In zwei Monaten haben wir den Pavillon zu räumen, weil er an seiner Stelle ein modernes Treibhaus hinstel­ len will. Das Treibhaus ist natürlich nur ein Vorwand, das begreift auch der Dümmste. Wir alle, die wir zur Familie gehören, sind diesem aufgeblasenen Patron ein Dorn im Auge; er will uns samt und sonders aus dem Wege schaffen. Aber nur Geduld! Noch ist nicht aller Tage Abend, und — wer zuletzt lacht, lacht am besten. — Heute hat uns *ber neue Besitzer die Wohnung gekündigt, näch­ stens kommt die Reihe an Sie, und passen Sie auf, wenn nicht heute, so morgen, erscheint dieser saubere Patron, um Ihnen ohstie be­ sondere Vorrede zu erWren, die alte Vude müsse abgerissen werden, weil ihm der Platz gerade recht für eine Ziegelbrennerei oder et­ was ähnliches scheint!" Erschreckt irrten Tatianas Blicke über die rosenüberwucherten Wände des kleinen Hau­ ses. Der bloße Gedanke, daß sich an Stelle dieses sonnigen stillen Gebäudes der rauchende Schlot einer Fabrik erheben könnte, schien ihr eine Entweihung. "Das wird nicht geschehen!" erwiderte sie mit Bestimmtheit. "Westermann hat das Haus schon Jahre m Pacht, sein Kontrakt ist no­ tariell beglaubigt und wird auch von dem neuen Besitzer respektiert werden!" "Westermann?" lachte Richard ironisch. "Sie vergessen, daß sämtliches Dienstpersonal durch neues ersetzt werden soll und daß der alte Fuchs sich hei dem peuen Besitzer schwerlich auf der früheren Höhe halten wird. Andere Herren, andere Ansprüche, und, um die Wahr­ heit zu-gestehen, finde ich, daß es für Wester­ mann die höchste Zeit ist, zum alten Eisen ge­ worfen zu werden! — Allerdings ist Westerimann schlau, vielleicht gelingt es ihm, den Großmogul für sich einzunehmen; was aber den Kontrakt anbelangt, über den machen Sie sich keine Illusionen! Der neue Besitzer von Willmershöh hat keinen Begriff von Tradi­ tionen! Ich würde mich nicht wundern, wenn er an dem Schloß selbst herumzubauen anfinge! Für diese alle Baracke hat nun vollends die letzte Stunde geschlagen, davon werden Sie sich sehr bald überzeugen, Tatiana!" (Fortsetzung folgt.) ; 7 ;;;; " Fragen zu beantworten. Beginnen wir mit der ersten, und die lautete, wenn ich nicht irre, ob ich Gelegenheit hatte, den Großmogul zu sehen. Jawohl, diese Ehre wurde mir zuteil! Gestern abend, bei einbrechender Dunkelheit, unternahm ich noch einen Spazierritt und be­ gegnete dem gnädigen Herrn gerade im Tor­ weg. Wie er aussieht? — Groß, plump, höl­ zern, mit schlechten Manieren und noch schlech­ teren Kleidern, der reinste Michel vom Lande! Was seinen Charakter anbelangt, so kann ich nur das eine sagen: er ist ein Egoist von reinstem Wasser!" "Woraus schließen Sie das?" fragte Tatiana, deren Augen unverwandt an den Lip­ pen des Sprechers hingen, mit wachsender Spannung. "Haben Sie mit ihm gesprochen?" "Nein! — Oder doch, ich sprach mit ihm! Allerdings nur wenig; aber wozu bedarf es vieler Worte?! An seinen Handlungen er­ kennt man den Menschen, und die dieses Herrn von Willmers sind derart, daß man keine hohe Meinung von seinem Charakter haben kann! Wissen Sie, mit welch edlen Gedanken dieser frühere Herr von Habenichts sich trägt? Ich glaube nicht, daß Sie das erraten!" "Schwerlich!" nickte Tatiana ernsthaft. "Also hören und staunen Sie! — Nicht</p>
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          <p>französischen Truppen ist zum Stehen gekom--j men. Bei Altkirch gingen sie bereits wieder in der Richtung auf Belfort zurück. Eine Bravour tat der deutschen Marine. Berlin, 8. August. Der von der Kai­ serlichen Marineverwaltung übernommene Bä­ derdampfer "Königin Louise" ist beim Legen von Minen vor dem Kriegshafen an der Them­ semündung von einer englischen Torpedoflot­ tille unter der Führung des kleinen Kreuzers "Amphion" angegriffen und zum Sinken ge­ bracht worden. "Amphion" selbst ist auf eine von der "Königin Louise" geworfene Mine aufgelaufen und gesunken. Von der englischen Besatzung sind 130 Mann ertrunken und 150 Mann gerettet. Von den sechs Offizieren und 115 Mann der "Königin Louise" ist ebenfalls ein Teil gerettet. Der bei dieser beispiellos kühnen deutschen Aktion zu Grunde gegangene englische ge­ schützte Kreuzer "Amphion" war 1911 erbaut, hatte 3500 Tonnen Wasserverdrängung, lief 25 Seemeilen, war mit 14 Geschützen — 10,2 und 4,7 — armiert und hatte 290 Mann besatzung.</p>
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          <p>orte Radzivilow gegenüber Brodh, Woloczhsk gegenüber Podpoloczysk, Nowosielica bei Czernowitz. Sämtliche Versuche der feindlichen Reiterpatrouillen, in Ost- und Mittelgalizien einzufallen, wurden abgewehrt. Bei Zalosce zwischen Brodnh und Tarnopol wurden bei Zurückwerfung der feindlichen Reiter vier Ko­ saken getötet und zwei verwundet. Vom östlichen Kriegsschauplatz. sischen Kavalleriebrigade zurückgewiesen. Acht Geschütze und mehrere Munitionswagen sind in unsere Hände gefallen. Die Stimmung in Ezenstochau. Berlin, 9. August. Mit einem von der deutschen Kommandantur in Czenstochau aus­ gestellten Paß ist gestern der erste russische Staatsangehörige, ein Pole, in Berlin einge­ troffen. Der Reisende bestätigt, daß die Deutschen in Czenstochau von der gesamten Bevölkerung mit wahrer Begeisterung begrüßt worden sind. Ter beginnende Aufstand in Polen. In Sosnowice hatte die russische Re­ gierung die Mobilmachung zwar ausgeschrie­ ben, aber es stellte sich kein Wehrpflichtiger. 40 000 Arbeiter, hauptsächlich Bergleute und Hüttenarbeiter, die zu den Waffen gerufen worden waren, stellten sich nicht nur nicht, sondern organisierten sogar einen Auffand. Es kam zu einem heftigen Kampfe mit den Kosaken, bei dem die Arbeiter schließlich den Sieg davontrugen. Als die Russen sich zu­ rückzogen, sprengten sie das große Elettrizitätswerk in die Luft, das den ganzeiftJndustriebezirk mit Licht und Kraft versorgt. — Man glaubt, daß die Deutschen und Oesterreicher .Warschau ohne große Kämpfe einnehmen kön­ nen. Tie Oesterreich er im Kampfe. Wien, 9. August. Die Grenze Mittel­ galiziens war in den letzten Tagen der Schau­ platz zahlreicher kleinerer Kämpfe. Unmit­ telbar nach Bekanntwerden der Kriegserklä­ rung versuchten russische Kavalleriepatroukillen und Abteilungen über die Grenze vorzmbrechen, wurden jedoch zum Rückzüge genötigt. Auch an der Grenze Ostgaliziens kam e:s zu kleinen Kämpfen, insbesondere bei Podvvoloczhska, wo sich ein österreichischer Postem ge­ gen eine bedeutende Ueberlegenheit behjauptete. Auf österreichischer Seite blieben zwei Tote und drei Verwundete. Die Russen ver­ loren zwanzig Tote. Bei Nowosielitza er­ stürmten österreichische Truppen die Höhen von Mohile, wo sich ein russischer Kordonposten in gutverschanzter Stellung befand. Trotz­ dem der Feind Verstärkungen erhielt, be­ haupteten die österreichischen Truppen den er­ oberten Posten gegen wiederholte russische An­ griffe. Kämpfe mit Kosaken. Unsere bei Michow vorgedrungenen Trup­ pen setzten gestern die Offensive fort und be­ setzten bis abends die Ortschaften zirka 40 Kilometer vorwärts. Die bisher an der Weichsel gestandenen Grenztruppen überschrit­ ten den Fluß und setzten sich am jenseitigen Ufer fest. In Ostgalizien bemächtigten wir uns des im Feindesgebiete gelegenen Grenz­ Erfolge der Teutschen. Berlin, 9. August. Die dritte rus­ sische Kavallerie-Division überschritt am 6. ds. die Grenze bei Romeiken, südlich von Ehdtkuhnen, ging aber bei Erscheinen deutscher Kaval­ lerie wieder auf russisches Gebiet zurück. An der Wiederherstellung der von den Russen in Polen zerstörten Bahnen durch die Deutschen wird gearbeitet. Auch die Brücken zwischen Schoppinitz und Sosnowice sind in der Wie­ derherstellung begriffen. Die Bahn Alexandrowo—Wloclowek ist bereits benutzbar. — Die österreichische Kavallerie hat Olkusch und Wolbrom besetzt und Fühlung mit den in Rus­ sisch-Polen stehenden Grenzschutztruppen der Deutschen genommen. Jnfanteriekämpse. Berlin, 9. August. Gestern abends sind drei Landwehr-Kompagnien bei Schmalleningken, drei Meilen östlich von Tilsit von zwei russischen Jnfanteriekompagnien und einer Maschinengewehrabteilung angegriffen worden. Die Landwehr zwang die Russen zum Rückzüge auf Jurborg. richt Geschütze erbeutet. Berlin, 9. August. Die Grenzschutz­ abteilung in Bialla, zehn Kilometer östlich von Johanyesburg, hat den Angriff einer rus­</p>
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          <p>Englische Neutralitatsbrüche. Sehr erwünscht und gerade zur rechten Stunde zählt die "B. Z. am Mittag" die Fälle auf, in denen das scheinheilige England sich während der letzten hundert Jahre gegen dar jetzt von ihm pa­ thetisch verteidigte Recht der Neutralen vergangen hat: Sir Edward Grey hat in seiner vorgestrigen Rede sehr viel von der Unverletzlichkeit der Neutra­ lität gesprochen, aber er hat verschwiegen, warum er diese Unverletzlichkeit nicht in Paris betont hat, von wo aus man, im Frieden, Flieger nach Deutschland wie dem neutralen Belgien schickte, um Bomben auf deutsche Städte und Bahnkörper zu werfen! Aber er hat auch vergessen, daß es im Mund eines bri­ tischen Staatsmannes als ein Hohn sondersgleichen sich ausnimmt, wenn er von Neutralktätsverletzungen ein Wesens macht. Wir verletzen, dem Gebot der ehernen Notwendigkeit folgend, Belgiens Neutralität und garantieren ihm dabei Unabhängigkeit und reichen Schadenersatz, England hingegen, dessen ganze Ge­ schichte gespickt mit Neutralitätsverletzungen ist, voll­ bringt sie, um auf Länderraub oder Vernichtung von maritimen Strettkräften auszugehen! Aus der endlos langen Reihe derartiger schmäh­ licher Völkerrechtsbrüche feien nur einige eklatante Beispiele hier aufgeführt. Die Macht Englands in Indien gründet sich auf Neutralitätsbrüche. Nicht einmal, sondern ungezählte Male hat Warren Hastings mit den indischen Fürsten Freundschaftsverträge ab­ geschlossen. um sie sodann mit Krieg zu überziehen. Als 1786 der sauberste Staatsmann, der je einen englischen Mtnistersitz zierte, als Sir Edmund Burke Hastings vor die Schranken des Parlaments als Angeklagter zog, ward von den habgierigen Sena­ toren der Prozeß im Sand verschleppt! 1809 lag die dänische Flotte abgetakelt im Hafen von Kopenhagen, kein Krieg war zwischen Dänemark und England, da segelte die britische Flotte heran ünd zerstörte die wehrlosen Schiffe. 1863—65, als der Sezessionskrieg in den Ver­ einigten Staaten tobte, versprach England feierlich beiden Teilen unbedingte Neutralität. Und wie hielt es sein Versprechen? Der "Alabamastreit" bezeugt es: England rüstete den Südstaaten Kaperschiffe aus, um den nordamerikantschen Handel, der ihm ein Dorn im Auge war, zu vernichten! Und wie es 1870-71 die strikte Neutralität gehalten hat, davon können wir, die wir diese großen Jahre miterlebt, erzählen: wenn Gambetta Waffen für sein Volksheer erhielt, so dankt er das dem "neutralen" England! England soll uns von Heiligkeit der Neutralität schweigen, und Sir Edward Grey rufen wir Lessings Wort zu: "Erröte wenigstens, Lucinde, daß nichts Dich mehr erröten macht!" (Weitere Nachrichten stehe "Letzte Posten".) Tager-llebMt. LanSgestüte und Ernte. Der preußische LandwirtschaftSmintster hat alle Gestütsdirektoren ange­ wiesen, alle zur Verrichtung von Landarbeiten geeigneten Hengste, insbesondere solche kaltblütigen Schlages, zu Ernte- und Bestellungsarbeilen an Landwirte in nicht zu weiter Entfernung von den Gestüten leih­ weise gegen Uebernahme der Verpflegung zu über­ lassen. Ein Gras als Infanterist. Eine bemerkens­ werte Szene spielte sich Samstag früh in Eger ab. Dort stand bei der Deutschen Forstschule eine Ab­ teilung Infanterie marschbereit. Da rief der Haupt­ mann einen Infanteristen aus der Front und stellte ihn der Truppe als den Grafen Thun aus Klösterle vor, der ersucht hat, als gewöhnlicher Soldat den Feldzug mitmachen zu dürfen. Dies wurde ihm be­ willigt. Wrtfdje Nachrichten. Der Bayerische Handwerker- und Ge­ werbebund hat sein in Bad Reichenhall befindliches, von Schwestern geleitetes Genefungs- und Erholungs­ heim, welches mit 50 Betten versehen und vollständig betriebsfähig eingerichtet ist. der Bayerischen Heeres­ verwaltung zur Aufnahme von verwundeten Kriegern zur Verfügung gestellt, mit dem Wunsche, daß in erster Linie Handwerker und Gewerbetreibende Be­ rücksichtigung finden. Landsturm als Polizei. Die Polizeimannschasten in München, die sämtlich dem Unterossiziersstande angebören, werden, wie jetzt bekannt wird, nun auch zum Heeresdienst eingezogen; der Wachdienst soll dann Landsturmpfltchttgen übertragen werden. 200000 Mark Kriegskredit der Stadt Würzburg. In der gestrigen Magistratösitzung genehmigte das Kollegium 200000 Mk. als Betrag, den die Stadtgemeinde vorerst für Kriegszwecke, Linderung der Kriegsfolgen, Unterstützung der Fami­ lien der Krieger usw. leisten will. Abgangsprüfung vom Lehrerseminar die Berechtigung zur Etnjährtgenprüfung erhallen, so ist die Zahl eine recht erhebliche. In der ersten Zeit nutzten sehr viele Lehrer ihre Berechtigung zum einjährig'frei­ willigen Dienst nicht aus, da sie das Recht hatten, auf Staatskosten zu dienen und da sie auch nur eine Militärpflicht von 1 Jahr hatten. Früher brauchten die Volksschullehrer nur kurze Uebungen machen, die später auf ein Jahr erweitert wurden. Im Jahre 1908 haben von rund 2150 Volksschul­ lehrern rund 925 als Einjahrig-Freiwillige im Sinne der anderen Einjährig-Freiwilligen ihr Jahr abge­ dient. Dies sind 44 v. H. aller Lehrer. Im Jahre 1909 dienten 44,4 v. H. als Einjahrig-Freiwillige.</p>
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          <p>hunderten schweigend ertragen, so ertrug es sie nur, weil es in seiner Zerrissenheit nicht wußte, wie stark es !war. Heute, wo das Band geistiger und rechtlicher Einigkeit, welches die Befreiungskriege zu knüpfen begannen, die deutschen Stämme je länger, desto inniger ver­ bindet, heute, wo Deutschlands Rüstung dem Feinde keine Oeffnung mehr bietet, trägt Deutschland in sich selbst den Willen und die Kraft der Abwehr erneuter französischer Ge­ walttat. Es ist keine Ueberhebung, welche Mir diese Worte in den Mund legt. Die ver­ bündeten Regierungen, wie ich selbst, Wir han­ deln in dem vollen Bewußtsein, daß Sieg und Niederlage in der Hand des Lenkers der Schlachten ruhen. Wir haben mit klarem Blicke die Verantwortlichkeit ermessen, welche vor den Gerichten Gottes und der Menschen den trifft, der zwei große und friedliebende Völker im Herzen Europas zu verheerenden Kriegen treibt . . . Wir werden nach dem Beispiel unserer Väter für unsere Freiheit und für unser Recht gegen die Gewalttat fremder Eroberer kämpfen, und in diesem Kampfe, in dem wir kein anderes Ziel verfolgen, als den Frieden Europas dauernd zu sichern, wird Gott mit uns sein, wie er mit unseren Vätern war." Die letzten Worte wurden von dem König unter dem stürmischen Beifall aller An­ wesenden gesprochen. Am selben Tage trat der Reichstag zu feiner ersten Sitzung zusam­ men, in der Bismarck die Kriegserklärung Frankreichs mitteilte. Am folgenden Tage misch begrüßt; es fehlte nicht viel; so hätte man ihn aus die Schultern gehoben und die Rampe hinaufgetragen. Die Begeisterung kannte keine Grenzen. Bald nach 11 Uhr hieß es: Se. Majestät Netze um Ruhe bitten, da der Kriegsrat während der Nacht noch eine schwere Arbeit vor sich habe. "Nach Hause!" erscholl es jetzt plötzlich in dem Gewühl, und wenige Minuten später lag der große Platz (bor dem Palais so ruhig, wie im tiefsten Frieden." Die Einberufung des Reichstages wurde für den 19. Juli angesetzt. Schon am 17. und 18. Juli trafen seine Mitglieder in Berlin ein; am 19. Juli wurde die äußerer«* deutliche Session, die kürzeste und folgen-, reichste, die der Reichstag des Norddeutschen Bundes je gehabt, im Weißen Saale des Ber­ liner Schlosses eröffnet. Nicht ohne tiefere Bedeutung schien gerade dieser Tag gewählt, denn es war der Todestag der Königin Luise und die Erinnerung an all die Schmach, die die Königin von dem ersten Napoleon-erlitten, zitterte in dem Gedanken an den neuen Kampf mit dem dritten Napoleon mit. An ihrem 60-ßährigen Todestage trat nun ihr zweiter Sohn, den sie selbst einst "das Ebenbild des -Vaters" genannt hatte, vor die Vertreter sei­ nes Volkes und rief zum Kampfe gegen den Erbfeind, gegen den Neffen des damaligen Gegners auf. In der von Bismarck verfaßt ien Kronrede sagte König Wilhelm u. a.: "Hat Deutschland derartige Vergewaltigungen sei­ nes Rechts und seiner Ehre in früheren Jahr­ wurde eine Huldigungsadresse an den König angenommen, 3und die Mittel für den Krieg wurden bewilligt. Bismarck erklärte in die­ ser Sitzung, daß wohl selten ein europäisches Ereignis von gleicher Wichtigkeit sich voll­ zogen habe, dessen Akten so gering seien. "Wir haben," schloß, er seine Einleitung, "von der kaiserlich französischen Regierung in der gan­ zen Angelegenheit nur eine einzige amtliche Mitteilung erhalten: es ist dies die gestrige Kriegserklärung". Der Präsident Simson ent­ ließ am folgenden Tage, dem 21. Juli, die Mit­ glieder mit den Worten: "Möge der Segen des allmächtigen Gottes auf unserm Volke ruhen, auch in diesem heiligen Kriege. Der oberste Bundesfeldherr der deutschen Heere, König Wilhelm von Preußen, er lebe hoch!" Auch die Fortschrittspartei, die sonst dem da­ mals "herrschenden System" nicht allzu ge­ neigt war, hatte in einer patriotischen Ad­ resse an das 'Volk zu jeglichem Opfer, zum Kampf für die große Sache der Erhaltung des Vaterlandes aufgefordert. Jede Feind­ schaft, auch die »erbittertste, war nun ver­ gessen, und selbst aus der Fremde, aus der Verbannung riefen die Demokraten ihr "All Deutschland sei's!" herüber, so Karl Blind aus London und Arnold Rüge aus Brighton mit den Worten: "Jeder Deutsche, wer er auch 1 fei, ist ein Verräter, der jetzt nicht zu seinem Volke steht'."</p>
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          <p>LanSgestüte und Ernte. Der preußische LandwirtschaftSmintster hat alle Gestütsdirektoren ange­ wiesen, alle zur Verrichtung von Landarbeiten geeigneten Hengste, insbesondere solche kaltblütigen Schlages, zu Ernte- und Bestellungsarbeilen an Landwirte in nicht zu weiter Entfernung von den Gestüten leih­ weise gegen Uebernahme der Verpflegung zu über­ lassen. Ein Gras als Infanterist. Eine bemerkens­ werte Szene spielte sich Samstag früh in Eger ab. Dort stand bei der Deutschen Forstschule eine Ab­ teilung Infanterie marschbereit. Da rief der Haupt­ mann einen Infanteristen aus der Front und stellte ihn der Truppe als den Grafen Thun aus Klösterle vor, der ersucht hat, als gewöhnlicher Soldat den Feldzug mitmachen zu dürfen. Dies wurde ihm be­ willigt. Tages-Übersicht.</p>
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          <p>Bayerische Nachrichten. Der Bayerische Handwerker- und Ge­ werbebund hat sein in Bad Reichenhall befindliches, von Schwestern geleitetes Genefungs- und Erholungs­ heim, welches mit 50 Betten versehen und vollständig betriebsfähig eingerichtet ist. der Bayerischen Heeres­ verwaltung zur Aufnahme von verwundeten Kriegern zur Verfügung gestellt, mit dem Wunsche, daß in erster Linie Handwerker und Gewerbetreibende Be­ rücksichtigung finden. Landsturm als Polizei. Die Polizeimannschasten in München, die sämtlich dem Unterossiziersstande angebören, werden, wie jetzt bekannt wird, nun auch zum Heeresdienst eingezogen; der Wachdienst soll dann Landsturmpfltchttgen übertragen werden. 200000 Mark Kriegskredit der Stadt Würzburg. In der gestrigen Magistratösitzung genehmigte das Kollegium 200000 Mk. als Betrag, den die Stadtgemeinde vorerst für Kriegszwecke, Linderung der Kriegsfolgen, Unterstützung der Fami­ lien der Krieger usw. leisten will. Uuglückssall. In der Kaserne her 11. FeldArttllerie-Regiment in Würzburg manipulierte der Landwehrmann Diepold von Bamberg mit einem Revolver. Plötzlich entlud sich die Waffe und traf die Kugel den Landwehrmann. Er war sofort tot. Die Leiche wird in die Heimat überführt. Bo» einem Geschütz überfahren und getötet wurde gestern in Würzburg der Sanitätsunteroffizier Simon. Der Infanterist Johann Fries wurde schwer verletzt.</p>
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          <p>—* Nicht auf Flieger schießen! Es wird nochmals dringendst gebeten, bis tn das kleinste Dorf hinaus davor zu warnen, auf Flieger, die sich nicht durch Werfen von Bomben, oder tn anderer durchaus zweifelsfreier Weife als Feind erweisen, zu schießen. Man bedenke, welches Unheil durch einen Treffer gegen unsere Luftfahrer tn ihrer wichtigen Tätigkeit angerichtet werden kann! Dasselbe gilt von ben Kraftfahrern. Wir haben keine feindlichen Kraftwagen mehr im Lande. —* Keine Behinderung des Auto­ mobilverkehrs. Trotz der von der obersten Heeresleitung fett mehreren Tagen dringend ausge­ sprochenen Forderung, betn Automobtlverkehr keine Schwierigkeiten tn den Weg zu legen, wiederholen ftch stündlich Mißgriffe mit den schwersten Folgen. Auch die Morgenzeitunge» berichten wieder von gefangenen Goldautomobilen. Es gibt weder Gold­ automobile noch fremde Automobile in Deutschland. Jeder, der den freien Automobtlverkehr hindert, ver­ sündigt sich am Heer. —* Gegen die Verbreiter von Alarmnachrtchten. Es unterliegt keinem Zweifel, daß übelwollende Elemente, vielleicht im Aufträge unserer Feinde, planmäßig auf allerlei Ge­ bieten des öffentlichen Interesses Alarm- und Sen­ sations-Nachrichten verbreiten, die bestimmt und ge­ eignet sind, Beunruhigung hervorzurufen. Das Publikum wird aufgefordert, allen solchen Nach­ richten ruhiges Mißtrauen entgegenzusetzen. Jeden­ falls macht sich mitschuldig, wer Nachrichten ver­ breitet, die nicht durch die amtliche Berichterstattung bestätigt sind. Sollte es gelingen, den Urheber der Alarmnachrichten festzustellen, so ist er der Polizei zu übergeben. —* Schutz den Italienern! Ita­ lien hat mobilisiert, zunächst zum Schutze sei­ ner Neutralität. Die einberufenen italieni­ schen Heerespflichtigen kommen jetzt aus ganz Deutschland nach dem deutschen Süden, um die Heimreise anzutreten. Sie können aber in den allermeisten Fällen von Bayern aus die Weiterreise nicht antreten, da der Weiter­ transport über die einzige von Bayern nach Italien noch offene Bahnlinie, über Lindau, nicht möglich ist, nachdem Oesterreich seine Bahnen selbst benötigt und die Schweiz als neutraler Staat den Weitertransport nicht übernimmt. An die Einwohnerschaft er­ geht der dringende Appell, den italienischen Staatsangehörigen gegenüber ein durchaus kor­ rektes und loyales Wesen zur Schau zu tra­ gen, und ihnen gegenüber aus der Neutra­ lität Italiens noch keine übereilten Schlüsse zu ziehen. Italien steht mit Deutschland immer noch auf gutem Fuße und es iväre eine politische Unklugheit und auch eines zi­ vilisierten Volkes unwürdig, sich in Mißstimmigkeiten gegenüber Angehörigen eines neut­ ralen Staates zu ergehen. — Wir möchten noch hinzufügen, es solle auch mehr Mensch­ lichkeit geübt und den enge in die Wägen eingepferchten Familien, in deren Begleitung sich auch viele Kinder befinden, am hiesigen Bahnhöfe, Gelegenheit geboten werden, sich frisches Trinkwasser und Brot zu verschaffen, damit nicht Familienväter, die durch die Bit­ ten ihrer Kinder trat Brot veranlaßt, sich in die Stadt begeben, um Nahrungsmittel ein­ zukaufen, die Züge versäumen und von ihren Familien getrennt werden. —* Zahlungsfristen. Der "Reichs­ anzeiger" veröffentlicht Bekanntmachungen über gerichtliche Bewilligung von Zahlungsfristen, über Geltendmachung von Ansprüchen von Personen, die im Ausland ihren Wohnsitz haben, sowie betr. Verlängerung der Fristen für Wechsel- und scheck­ rechtliche Handlungen und Beschreibungen der auf Grund des Gesetzes vom 4. August 1914 zur Aus­ gabe gelangenden Darlehenskassenscheine zu 20 und zu 5 Mark. —* Zum Sprechverkehr ist in der ver­ kehrsschwachen Zeit vom 1. August ab Arnstadt tn Thüringen zugelassen. Gebühr für ein Dreimtnutengespräch 1 Mark. —* Landwirtschaftliche Arbeiter. Der Wehrkraftverein Landshut stellt ln Zusammen­ arbeit mit den übrigen Jugendveretnigungen jugend­ liche Arbeitskräfte für landwirtschaftliche Arbeiten jeg­ licher Art zur Verfügung. Lohnansprtche werden nicht erhoben; jedoch muß Verpflegung und erforder­ lichenfalls freie Bahnfahrt geleistet werden. Bedarfs- anzeigen werden von dem stöbt. Arbeitsamt Landshut und dem k. Bezirksamt Landshut (direkt oder unter Vermittlung durch die Gemeindebehörde) entgegen­ genommen. Die Bedarfsanzeige hat sich auf folgende Punkte zu erstrecken: 1. Anzahl der Jungen und Mädchen, 2. Art der Arbeit, 3. Beginn und vor­ aussichtliche Dauer der Arbeit. —* Ein Bittgottesdienst fand gestern Vormittag 10 Uhr auf Veranlassung des Veteranen und Kriegervereins Landshut in der Marttnsitrche statt. Herr Stadtpfarrer Dr. Eirainer hielt eine zündende Ansprache an die Krieger. Die Lieder­ tafel brachte einige herrliche Lieder zum Vortrag. —* Die diesjährige Delegiertenund Wanderversammlung des Kreirverbandes ntederbayer. Obstbauvereine, welche am 24. ds. Mts. tn Landau a. Js. stattfinden sollte, wurde infolge der gegenwärtigen kriegerischen Lage abgesagt. —* Die Kreissammelstelle des Roten Kreuzes für Niederbayern ist in der hiesigen I. Residenz eröffnet worden. Um Liebes­ gaben aller Art (siehe den Aufruf) wird gebeten. Auch Gold und Pretiosen werden jederzeit gerne in Empfang genommen. Der geschäftsführende Aus­ schuß besteht aus folgenden Herren und Damen: Frau Baronin v. Lilgenau, Frau Rentiere Rieger, Herr k. Landgerichtsdirektor Oberhofer, Hr. Bejtrksarzt Dr. Gebhardt, Hr. Hauptmann Hubrich, Hr. Bankdirektor Mang, sämtliche in LandShut. —* Der Flottenveretn Landshut hat der Freiwilligen Sanitätskolonne LandShut aus Anlaß des Krieges eine Spende von 100 Mark über­ reicht, die Verwendung finden wird zur Unterstützung der Familien solcher Sanitäter, die als Angehörige mobiler Formationen ausrücken. Das von dem Flottenverein Landshut gegebne Beispiel opferwilliger Hingabe verdient wärmste öffentliche Anerkennung. —* DerDamengesangveretnLamdshut hat für das Rote Kreuz die Summe von 100 Mk. gespendet.</p>
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          <p>Des deutschen Mannes Schwur. Ihr Feinde all, erfahrt es nur; Wir werden nicht erliegen, Denn jedes deutschen Mannes Schwur Heißt sterbe» oder siegen. Der Schwur, de» jeder Deutsche spricht,, Der wird sich fortvererben, Ein andres Ende gibt es nicht Als siegen oder sterben. Landshut, 10. August 1914. Carl Werkmeister.</p>
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          <p>Letzte Posten. Das Oberprisengericht. Bremen,"" 9. August. Generaldirektor Heineken vom Nordd. (Lloyd ist vom Kaiser zum Mitgliede des Oberprisengerichts ernannt wor­ den. Eine Spende der italienischen Kolonie in Ber' lin. Berlin, 9. August. Die kleine ita­ lienische Kolonie in Berlin, die meistens aus Arbeitern besteht, beschloß, heute in einer sehr zahlreich! besuchten Versammlung, unter den hiesigen Italienern eine Sammlung zugunsten des deutschen Roten Kreuzes zu veranstalten und zeichnete unter lebhaften Sympathiekund­ gebungen den ersten Betrag von 1500 Mark. Große Kundgebungen in Prag. Prag, 9. Aug. Als am Samstag abends Extrablätter das siegreiche Vordringen der Ar­ meen meldeten, zog die deutsche und die tsche­ chische Bevölkerung vor das deutsche Konsu­ lat, wo es zu stürmischen Kundgebungen kam. Brausende Hoch- und Slawarufe auf Kaiser Franz Joseph und Kaiser Wilhelm ertönten.* Am Radetzkydenkmal hielt Prinz Wenzel Euse­ bius von Lobcowitz eine Ansprache. Der Statthalter Fürst Tuhn wurde stürmisckh be­ grüßt. Die Prager Blätter bezeichnem die Kundgebungen als ein geschichtliches Ereiignis, Seite 5. da sich die Deutschen und Tschechen noch nie­ mals so enge an einander geschlossen hätten. Auch gestern kam es zu erneuten stürmi­ schen Kundgebungen. Der englische Raubzug beginnt. Berlin, 9. August. Wie wir Hören, erschien vor der Hauptstadt von Togo, Lome, eine starke englische Truppenexpedition von der benachbarten englischen Kolonie an der Goldküste. In Abwesenheit der kleinen Po­ lizeitrupps und sämtlicher wehrfähigen Weisfen, die sich mit dem stellvertretenden Gouver­ neur zum Schutze wichtiger Stationen ins Hin­ terland begeben hatten, nahmen die Engländer von der Hauptstadt Besitz unter der feier­ lichen Zusage, die Ordnung zu wahren und das Eigentum zu schützen. Moratorium in Bulgarien. Sofia, 9. August. Die Sobranje hat ein dreimonatliches Moratorium angenommen, das mit dem 25. Juli Men Stils beginnt. England beschlagnahmte türkische Schiffe. Konstantinopel, 9. August. England hat die für die Türkei in England im Bau befindlichen Linienschiffe "Sultan Osman" u. "Reshadije", sowie zwei für Chile im Bau begriffene und von der Türkei angekaufte Zer­ störer von 1850 Tonnen in die englische Flotte eingereiht. — Die Handlungsweise Englands erregt in der Türkei lebhaftes Erstaunen. Pro­ teste werdet von allen Seiten erhoben. Russische Lügen. Petersburg, ä' August. In der Reichsduma bemerkte Ssasanow, nachdem er festgestellt hatte, daß Rußland die kecke Her­ ausforderung (!!) seiner Gegner angenommen hatte, daß es nach den auftichtigen (!!) Be­ mühungen Rußlands, den Frieden zu erhalten, seinen Feinden nicht gelingen werde, die Ver­ antwortung für den gegenwärtigen Weltbrand auf Rußland abzuwälzen. Ssasanow wandte sich hierauf besonders gegen Oesterreich-Un­ garn, das Rußlands geschichtliche Stellung auf dem Balkan zu erschüttern suche, das auch den inneren Krieg gegen Serbien heraufbeschwo­ ren (?) habe. Man kennt den Vorwand(!!) zum gegenwärtigen Kriege. (So spricht der Minister des Zaren vom Fürstenmord in Serajewo). Im Schlußsätze ließ der Redner die Katze aus dem Sack. Er meinte, Rußland und seine Verbündeten wollen nicht zugeben, daß Europa von Deutschland und seinen Ver­ bündeten beherrscht wird.</p>
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