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        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1914-08-20"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">67. Jahrgang Nr. 224</biblScope>
          <date when="1914-08-20">1914-08-20</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
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          <p>Der Krieg.</p>
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          <p>Ein Amerikaner über Dcustchlands Der Berliner Spezialkorrespondent des "Newhork Herald", Mr. Aubreh Stanhope, hat seinen in die Heimat zurückkeherenden Lands­ leuten folgenden Brief für sein Blatt mitge­ geben: "Die Korrektheit der Haltung und des Benehmens der deutschen Regierung und des deutschen Volkes während dieser angstvollen und unruhigen Zeit ist über jeden Tadel er­ haben gewesen. Es hat ein solches Maß der Selbstbeherrschung, fast bis zur Großherzig­ keit gezeigt, und dies angesichts beständiger Herausforderung nach den Berichten über die Mißhandlungen von Deutschen in den feind­ lichen Ländern, daß ich mit Staunen und Be­ wunderung für diesen in seiner höchsten Gestalt bekundeten humanitären Geist erfüllt wurde. Mir ist kein Fall von grundloser Beleidigung irgend eines Ausländers in Berlin bekannt. Die Vorkehrungen der Polizei waren derart, daß alle geschützt waren. Es haben auch keine Repressalien gegen zufällig hier weilende Bel­ gier stattgefunden. Die Abrechnung für die | belgischen Missetaten wird mit den BewaffI neten gehalten werden und nicht gegen hilflose I Leute erfolgen; denn dazu sind die Deutschen ? zu stolz und zu zivilisiert." . Nachdem der Korrespondent dann die Wahrheit über die » Vorgänge vor der englischen Botschaft und I bei der Abreise des Botschafters festgestellt hat, | fährt er fort: "Anderseits hatten wir alle, die wir in dieser bedeutungsvollen Zeit in der Hauptstadt leben, den tiefsten Eindruck von ] der vollkommenen Ordnung, die aufrecht eri halten wurde. Niemand, der sich anständig ! und den erlassenen Vorschriften entsprechend I verhält, braucht die geringste Befürchtung vor ! irgendwelchen Schwierigkeiten in Berlin zu ha­ ben. Und so ist es, wie ich höre, im ganj zen Reiche. Die hier festsitzenden 25 000 Ame­ rikaner wurden von der Regierung und Be­ völkerung mit der größten Zuvorkommenheit und Rücksicht behandelt." Dann erwähnt Mr. Stanhope den Empfang im Rathause und be­ merkt dazu: "Alle Amerikaner, ohne Aus­ nahme, die ich getroffen habe, sind durchaus der Meinung, daß die deutsche Nation in einer gerechten Sache kämpft. Gegen die drahtlose Telegraphie. Konstantinopel, 19. August. (Wolf­ büro.) Die Pforte richtete an alle ausländi­ schen Vertretungen eine Note, in der sie er­ klärt, daß alle Handelsschiffe, die die Dar­ danellen passieren, ihre Apparate für draht­ lose Telegraphie am Lande zurücklassen müssen, und sie auf der Rückfahrt wieder an Bord nehmen können. — Vor Erlaß der Note lie­ ßen die Marin'ebehörden in den Dardanellen von dem französischen Paketboot "Saghalien" j die Apparate für drahtlose Telegraphie ent- | fernen. Würfele» bei Aachen. Aus eine telegraphische An­ frage der Eltern an den Sohn erhielten sie von ihm die Nachricht: »Nur drei Beinschüsse, sonst wohl". Auch dieses Telegramm ist ein schöner Beweis von dem Mut, der unsere braven Vaterlandsverteidiger beseelt. Ein französischer Flieger über öer Schweiz heruntergeschoffen. In einer Sitzung des badischen Roten Kreuzes wurde mitgeteilt, daß ein französischer Flieger, der über schweizerisches Gebiet nach Frankreich zurück­ kehren wollte, von dem schweizerischen Grenzschutz heruntergeschoffen worden ist. Italienische Finanzmatznahme. Rom 19. August. (Wolfbureau.) Ein könig­ licher Erlaß ermächtigt den Schatzmeister neue Staatsnoten zu 10 und 5 Lire bis zu 350 Millionen auszugeben, die sämtlich durch im Schatze ruhende silberne Scheidemünze gedeckt werden, ferner Scheine zu 1 und 2 Lire auszugeben, die ebenfalls in der Höhe ihres Wertes durch silberne Scheidemünze ge­ deckt sind. Eine norwegische Stimme. Christiania, 19. August. Björn Björnson, der Sohn des Dichters Björnstjerne, veröffentlicht in dem Morgenblatt einen Brief, der mit starkem Gerechtigkeitssinn für die deut­ sche Sache eintritt. Björnson sagt: Wenn man von dem russischen Doppelspiel liest, dann be­ greift man Deutschlands unermeßlichen Zorn über die gebrochenen russischen Ehrenworte und die Friedenstelegramme des Zaren. Der Zorn über Rußlands heimtückisches Vorgehen sei unbeschreiblich gewesen. Die Deutschen fühlten den Kampf gegen Rußland als einen heiligen Krieg. Björnson schildert fernerhin in dem Artikel mit Bewunderung das Funk­ tionieren der deutschen Militärapparate. Die­ ses Rubrikwesen, — das so kalt und unpersön­ lich gewirkt hat — in diesen Tagen ward es genial. Die einmütige Stimme des Volkes gibt Björnson mit folgenden Worten wieder: Alle diejenigen, die in den Krieg müssen, strahlen vor Begeisterung, ich habe unter Tausenden hier keine einzige Ausnahme gesehen. Alle marschieren taktfester Disziplin, glücklich in dem festen Glauben auf; Deutschlands gute Sache, zu den Grenzen vor. Ich spreche von den ver­ schiedensten Menschen, sie sind alle zusammen gleich, zwischen Arbeiter und Mittelstand kein Unterschied, und bei jedem neuen Feind, der sich tagtäglich meldet, werden sie nur noch sicherer und fester in ihrer Kampfeslust! Bei den Zurückbleibenden derselbe Eindruck, keine Verzweiflung, imponierende Ruhe. Das ist das große Volk. So gehen sie in diesen Krieg, den größten der Weltgeschichte, den je ein Volk auf einmal durchzukämpfen hatte. Björnson schließt: Gesetzt den Fall, Deutschland und Oesterreich verlören, da sind es England und Frankreich, welche dem Henker seine Opfer ge­ ben. Mein Herz blutet.</p>
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          <p>hatte nicht immer mit solchen Augen das schöne Geschlecht betrachtet; wie also konnte er er­ warten, daß Eugens sonniges Gemüt ihn ver­ stehen würde? Und wenm er ganz tief in sein eigenes Innere hinabblickte, wenn er auf­ richtig gegen sich; selbst fein wollte, so wäre es ihm schmerzlich gewesen, Eugen an dem­ selben Skeptizismus kränkeln zu sehen, der jedes wärmere Gefühl in seiner Seele mit dem ätzenden Gift seiner weltschmerzlichen Zweifel zersetzte. Gerade der warmherzige Op­ timismus des Bruders, der: überall das Schöne, Wahre und Reine suchte, machte ihn ihm nur teurer. Er, der nüchterne Verstandesmensch, sonnte sich zuweilen in den Strahlen seiner phantasievollen Einbildung, und wenn er auch wußte, daß alles nur Träiume waren, — ein Hauch unendlicher Poesie,, der auch er sich nicht entziehen konnte, Wechte doch von diesen Träumen! Herberts Stirn war schmerzlich gefaltet, um seine Lippen lag ein bitterer Zug, aber seine Augen hingen mit dem Ausdruck fast mütterlicher Zärtlichkeit an dem gesenkten Haupt des Bruders. Kosend glitten - seine Hände über Eugens Scheitel, als jener end­ lich seine 'Erzählung beendet hatte und tief aufseufzend wieder in sich zusammensank. — Er fühlte das Bedürfnis, ihn aus dieser stum- pfen Verzweiflung aufzurütteln, ihn mit liebe­ vollen Worten auszurichten, aber er wußte nicht, wie er das beginnen sollte. "Stützen alle Deine — Vermutungen sich einzig auf Fieberphantasien Deiner Frau?" fragte er endlich mit stockender Stimme.-» Apathisch hob Eugen den Kopf und blickte aus glanzlosen Augen zu dem Bruder aus. "Ja!" erwiderte er tonlos und ließ den Kopf wieder auf die Brust sinken. "Sie ver­ riet ihr Geheimnis unfreiwillig, aber für mich ändert das nichts an der Tatsache, daß ihr Herz nicht mir, sondern einem anderen ! gehört, und —" '"Nun, darüber ließe sich noch streiten!" unterbrach ihn Herbert lebhaft. "Auf Fieber­ phantasien darf man geradeso wenig Gewicht legen, wie auf die Worte eines Trunkenen, und deshalb glaube ich, daß, wenn Du keine anderen Beweise als' diese hast sie zum min­ desten vorschnell genannte werden müssen!" "Meinst Du wirklich, Herbert?" fragte Eugen lebhafter, und in seiner Stimme klang ein Ton neu erwachter Zuversicht. "Ich bin völlig überzeugt davon!" (Fortsetzung folgt.) ^’ lang ihm den Weg versperrte, sprudelten seine verschwiegenen Sorgen über alle Bedenken hin­ weg, mit denen er sie bis jetzt einzudämmen gedachte. Stoßweise, in leidenschaftlicher Ueberstürzung, drängten sich die Worte über seine Lippen. Kein zusammenhängender Be­ richt, nur ein verzweifeltes Stammeln betro­ gener Hoffnungen und gescheiterten Lebens­ glücks war es, was Herbert zu hören bekam, aber er verstand den Bruder trotzdem. Mehr als einmal irrte ein bitteres Lächeln über seine fest aufeinander gepreßten Lippen. Er hatte nichts anderes, als Enttäuschung von der Heirat des Bruders erwartet und fühlte so etwas wie Gewissensbisse, daß er, der Er­ fahrene, ihn, den Ahnungslosen, nicht warnte, als es noch Zeit zum Warnen war. — Selbst jetzt, wo er ihn moralisch geschlagen am Boden liegen sah, besaß er nicht den Mut, ihm den letzten Hoffnungsschimmer zu nehmen u. ihm mit dürren Worten zu sagen, daß dies das ganz gewöhnliche Resultat nicht nur aller Liebesheiraten, bei denen immer das Herz und niemals der Verstand mitspricht, sondern aller ähnlichen Verbindungen überhaupt sei, daß aus die Frauen kein Verlaß und der ein Tor ist, der ihnen glaubt, denn alle sind kleinlich und falsch. — Das waren die Erfahrungen, die das Leben ihn machen lehrte, aber selbst er</p>
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          <p>fach erwogen, umsomehr, als der Betrieb, für das, was das Schiff leisten konnte, zu teuer war.</p>
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          <p>Vom östlichen Kriegsschauplatz. Präsidenten Halil Bey findet in der cttomanischen Gesandtschaft ein Festmahl statt, zu dem das diplomatische Korps geladen ist. Meuterei auf einem russischen Schlachtschiff. Wien, 19. August. Nach einer hier ein­ gelaufenen Meldung aus Odessa meuterte dort die Mannschaft eines russischen Schlachtschiffes. Dabei wurde der Kommandant erdolcht. Später sollen 50 Matrosen standrechtlich erschossen worden sein. Ungünstiges ans Rußland. Sofia, 19. August. Hier sind ver:rauenswürdige Nachrichten eingetroffen, nach denen unter den Mannschaften der Schwarzen Meer-Flolte eine Meuterei ausgebrochen ist und die Stadt Odeffa in Flammen steht. Aufstand im Kaukasus. x Konstantinopel, 19. August. (Wolf­ büro.) Wie "Jkdam" erfährt, gewinnt der Aufstand im Kaukasus gegen Rußland an Aus­ dehnung. Die Aufständischen sprengten eine Brücke über den Araxesflutz an der einzigen Eisenbahnlinie, die Rußland mit Persien ver­ bindet. Die russischen Truppen fliehen mit den Waffen und dem Gepäck an die türkische Grenze. Vorgestern überschritt eine große Zahl von Soldaten die Grenze, um auf türkisches Gebiet zu flüchten. Die Preise für die Le­ bensmittel im Kaukasus sind auf das vierfache gestiegen. Es wird immer schwieriger, den Auf­ stand zu unterdrücken. Bo« der russischen Grenze. Wien, 19. August. (Wolfbüro.) Die "Allg. Ztg." in Czernowice berichtet aus den von Oesterreich besetzten Grenzgebieten: Die Dörfer waren bei dem Einzuge unserer Trup­ pen fast menschenleer, da die fliehenden rus­ sischen Truppen die Bevölkerung vor den Grausamkeiten der österreichischen Soldaten ge­ warnt haben. Als die Soldaten die zurück­ gebliebenen Greise und (Väter freundliche behan­ delten, kehrten die Dorfbewohner langsam zu­ rück und fraternisierten bald mit unseren Sol­ daten. — In dem großen Dorfe Rengaß ist keine Schule, Post oder Telegraph- vorhanden. — Nach einer Meldung aus Kiew versuch­ ten die "echt russischen Leute", die Juden für Manifestationen und den Krieg zu gewinnen, indem sie ihnen heuchlerisch die Gleichberech­ tigung nach dem Kriege versprachen. Rußland und Rumänien. Berlin, 19. August. Die "Vossische Zei­ tung" läßt sich von ihrem Bukarester Korre­ spondenten telegraphieren: Soeben erfahre ich von authentischer Seite, daß Rußland im letz­ ten Augenblick das offizielle Anerbieten an Rumänien gerichtet hat, diesem, falls es sich vom Dreibund lossage und ganz auf die rus­ sische Seite trete, als Gegenleistung für dieses Bündnis Siebenbürgen als Preis zuzuerken­ nen. Vorläufig werden diese Anerbietungen in den Bukarester Regierungskreisen mit skep­ tischer Kühle entgegengenommen. Es ist von maßgebender Seite die treffende Bemerkung gefallen, daß Rußland, bevor es über Sieben­ bürgen verfüge und dieses als Beute an­ biete, besser täte, zunächst Polen seinem eige­ nen Reich zu erhalten. Aus Bukarest wird vom 11. August ge­ meldet, daß große russische Truppenmassen an der rumänischen Grenze bei Kischinew zusam­ mengezogen seien. Rußland habe die Erklä­ rung gegeben, daß diese Massen demnächst auf den nördlichen Kriegsschauplatz geschickt wür­ den, jedoch nimmt Rumänien diese Erklärung mit Vorbehalt auf. Stimmung in Bulgarien. Sofia, 19. August. (Wvlfbüro.) Die Nachrichten von den Erfolgen Oesterreich-Un­ garns in Serbien wurden hier im ganzen Lande allgemein mit großer Genugtuung aufgenom­ men. Das Publikum bespricht sie lebhaft und kann die Niederlage Serbiens kaum erwarten. — Zu Ehren des türkischen Ministers des In­ nern Talaat Bey und des türkischen Kammer-</p>
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          <p>Der Krieg zwischen OesterreichUngarn und Serbien. Tic Einnahme von Schabatz. Wien, 19. August. (Wolfbüro.) Unga­ rische Blätter erfahren Einzelheiten über die Einnahme von Schabatz, aus denen hervor­ geht, daß serbische Frauen und Kinder aus alten Karabinern schossen und Bombern war­ fen, ohne jedoch- viel Schaden anzurichten. Ser­ bische Soldaten schossen auf Abteilungen vom Roten Kreuz und auf Aerzte. Scharenweise schwammen serbische Soldaten in voller Aus­ rüstung über die Save, die Donau und Drina zu den Oesterreichern herüber, sodaß in kur­ zer Zeit 500 serbische Deserteure gefangen ge­ nommen wurden. Die Soldaten heben her­ vor, wie glänzend sich die österreichischen Ge­ schütze sich bewährten und mit welch eiserner Disziplin die Oesterreicher auch mit der Mu­ nition umgingen. Eine heitere Episode ereignete sich in Sabac nach der Erstürmung. Der Pope erschien beim Kommandanten und bot seine Dienste an. Der Kommandant war vorher davon verständigt worden, daß einem Soldaten vergiftetes Waffer gereicht worden war, an dem dieser starbJnfolgedeffen ordnete er an, der Pope solle zu jedem Brunnen geführt werden und müsse überall trinken. Dies geschah, und der Pope mußte aus vierzig Brunnen Waffer kosten. (Weitere Nachrichten siehe "Letzte Pvsten".)</p>
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          <p>Papst Pius X. +. Rom, 20. August. Tic Agcnzia Stefani meldet: Tcr Papst ist heute nachts ge­ storben. Rach- einer weiteren Mekvnng ist der Tod des Papstes etwa um 1 Uhr 20 Min. ein­ getreten. Die "Tribuna" schreibt hierzu: Vor eini­ gen Tagen befahl der Papst allen Gläubigen, für den Frieden zu beten. Heute scheint die Hand des barmherzigen Gottes die Augen des Sterbenden verschleiern zu wollen, damit er nicht sehe, daß die vor den Altären ausge­ sprochenen Gebete gegen das tragische Ver­ hängnis in der Geschichte der Rassen vergebens sind.</p>
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          <p>dem berühmten Festungsbaumeister Vauban; im Jahre 1781 erwarb der Herzog von Valentinois Belfort zum Lehen; er besaß es allerdings nur bis zum Ausbruch der Revolu­ tion. Viel genannt wurde die Festung auch im Krieg von 1870. Es war kurz vorher in eine Festung ersten Ranges umgebaut wor­ den und bot Raum für etwa 40 000 Mann. Die Beschreibung der Festung wollen wir vor­ läufig unterlassen; nur so viel sei verraten, daß für die Anlage der Forts die umliegen­ den Bergkuppen trefflichst ausgenützt sind. Bel­ fort hatte 1870 eine Besatzung von 20 000 Mann, die unter dem Befehl des Obersten Denfert-Rocherau stand. Noch während der Belagerung von Schlettstadt und Neubreisach entsandte^ General Werder die Division Tresckow gegen Belfort und mit seinen 10 000 Mann schloß Tresckow am 3. November 1870 den Gegner ein. Erst nach zwei Wochen langte Nachschub an; aber am 20. November ver­ fügten die Belagerer noch immer nur über 16 000 Mann Infanterie, 1100 Reiter und nur 30 Geschütze. Erst einen Monat nach der Einschließung traf der Belagerungspark ein; die Beschießung begann, doch zunächst ohne Erfolg. Die Besatzung der Forts machte meh­ rere geschickte Ausfälle; auch war ihr Geschütz­ feuer ausgezeichnet geleitet. Die Deutschen konnten daher erst etwas unternehmen, als Mitte Januar Verstärkungen eingetroffen wa­ ren und auch da mißglückte zunächst ein Sturm aus die südöstlichen Forts in der Nacht zum 26. Januar 1871. Erst am 8. Februar wurden die beiden Forts guf den Porches eingenommen und damit war eigentlich der Fall der Stadt besiegelt. Trotzdem lehnte der Kommandant die Kapitulation, sogar unter Bewilligung freien Abzuges, ab. Schon wollte man daher mit der Beschießung beginnen, da veranlaßte der Minister des Auswärtigen, Jules Favre, die Kapitulation. Am 16. Februar 1871 zog die Besatzung, 372 Offiziere und 17 332 Mann mit allen kriegerischen Ehren ab. — Im Frie­ den wurde die Festung dann an Frankreich zurückgegeben, das nichts eiligeres zu tun hatte, als sie so kräftig wie möglich auszubauen. Deutschostafrikanische Küstenstädte. Der Angriff der Engländer auf Daressalam zeigt, daß die Herren von Sansibar gern die Ge­ legenheit benutzen möchten, um sich in den schö­ nen Küstenstädten unseres "Deutsch-Ost" fest­ zusetzen. An dem flachen, von Korallen ge­ bildeten Ufersaum, der aber einige vortreffliche Landungsplätze bietet, liegt ja eine ganze Reihe lieblicher und blühender Städte, die einen Stolz unserer Kolonien bilden. Gleich im Norden des Landes stößt der von dem englischen Hafen Mombassa kommende Dampfer aus den geräumigen Naturhafen von Tanga; aus lichtem Palmengrün taucht der spitze Turm des evangelischen Kirchleins,, und in der weit sich öffnenden Bucht, hinter der die bläulich schimmernden Berge und die waldigen Höhen von Asambara auftauchen, finden auch tief­ gehende Schiffe gute Ankergründe. "Neu-Kiel" hat man diesen blühenden Hafenort, in Er­ innerung an die Heimat, nennen wollen; er ist der natürliche Eingangspunkt nicht nur für die Plantagen von Usambcara, sondern auch für die äußerst wertvollen Landschaften am Kilimandscharo und die von dort nach Nord­ westen führenden Wege. Tanga mit seinen 6000 Einwohnern ist schon in der Zeit, da noch die Araber hier herrschten, ein nicht un­ bedeutender Handelsplatz gietoefen; heute hat es seine schönen Hotels, breiten Straßen, eine gute Schule, in der die kleinen Neger deutsch lesen und schreiben lernen, und eine geräumige Markthalle. Ter Gesamthaudel des Platzes be­ lief sich 1908 auf ca. 10 Millionen Mark, und die Ausfuhr betrug 3,5 Millionen Mark, während die Landeshauptstadt Daressalam nur einen Export für 1152 000i Mark hatte. Der nächste Hasen an der Küste,, der der PaganiMündung, ist nur für kleine Schiffe zugäng­ lich; hier mutzten die Araber: erst nach heftigen Kämpfen vertrieben werden. Noch geringer ist die Bedeutung der Reede von Sadani, das den Handel für einige bortt errichtete Baum­ wollspinnereien vermittelt. Ungleich günstiger ist die Lage von Bagamojv, das lange Zeit der Haupthafen von Ostasrika war und noch heute große Bedeutung besitzt. Hier ist der Bischofssitz und die Haupfftation der Mission der "Väter vom heiligen Geist", die 1869 den Ort zur ersten christlichen Kulturstätte an der ostafrikanischen Küste machten. Die reichen Haine und Kokospalmen sichern zusammen mit dem heranblühenden Baumwollbau den Wohl­ stand dieses Hafens, an dem die kleinen ara­ bischen Küstenfahrer noch immer mit Vorliebe anlegen, den aber sonst Daressalam längst aus seiner ersten Stelle im Küstenverkehr verdrängt hat. Wer sich der "Stadt des Friedens", dem politischen und materiellen Mittelpunkt unserer ostafrikanischen Kolonie, vom Meere aus nähert, der sieht zunächst nichts als die von grünen Bäumen bekränzte Küste und zerbricht sich den Kops, wie man wohl an die Stadt herankommen könne. Da öffnet sich plötzlich ein schmaler Kanal, und dahinter erscheint dann der wundervolle, gegen das Meer in ideckler Weise geschützte Naturhafen, dessen ge­ räumiges Jnnenbecken auch den größten Damp­ fern die bequemsten Ankerverhältnisse bietet. Ein hinreißendes Bild landschaftlicher Schön­ heit offenbart sich. "Jeder, der zum erstenmale nach Daressalam kommt, wird wie von einem Rausch ergriffen", meint Emil Zimmermann in seinem Euch über unsere Kolonien. Eine glän­ zende Uferstraße erhebt sich über dem Wasser­ spiegel; wehende Fahnen grüßen von den präch­ tigen Hotels. Die Stadt mit ihren schönen, breiten, elektrisch beleuchteten Straßen, ihren stattlichen Häuserreihen, den blühenden Gär­ ten und Promenaden, einstmals ein verrufenes Fiebernest, ist heute dank der deutschen Kultur­ arbeit eine gesunde Stadt, in der gegen 500 weiße Männer an der Verwaltung und Kul­ tivierung des Landes tätig sind. Auch die Eingeborenenftadt, in der gegen 24 000 Schwarze leben, ist gut gebaut, zum Teil idyl­ lisch zwischen Palmen eingebettet. Eine hohe Brücke führt zu der gegenüber liegenden Halb­ insel Kurasint auf der Werft und die Repara­ turstätten unserer kleinen Flotille liegen. Das prächtige Gouvernementsgebäude, das schöne Krankenhaus, das Kolonialmuseum, die Schu­ len und einige andere Bauten — das ist der Stolz Daressalam. Keine andere Stadt kann sich mit ihr in Deutsch-Ost vergleichen. Weiter an der Küste kommen also gute Landungsplätze eigentlich nur noch Kilwa Kisiwani in Be­ tracht, dessen tiefgründigen gut geschützten Ha­ fen schon die Portugiesen und Araber benutz­ ten und das von reichen Plantagen umgebene Lindi an der breiten schönen Lindi-Bucht. Noch eine heitere und günstigere Bucht, in der die größten Ozeandampfer landen könnten, besitzt Mikindani, das aber wegen seiner Lage bis­ her nur eine sehr bescheidene Rolle im Ver­ kehr zu spielen vermocht hat. fea der Saargemünder Frachtbörse, sind wegen Preikubefforderungen militärisch gesperrt worden. Gegen den Besitzer wurde ein Strafverfahren einge­ leitet. Ein heilsames Exempel hat ein Wiener Bezirksgericht jin zwei Geichaflsleuten statuiert. Ein Gemischtwarenhändler und eine Bäckermeisierin haben sich geweigert, an Leute, die nicht zu ihrer Stamm­ kundschaft gehörten, Mehl zu verkaufen, obwohl sie noch Vorrat davon hatten. Die beiden Angeklagten wurden deshalb je 8 Tage eingelocht und außerdem sprach das Gericht den Verlust des Gewerbes aus. Von Belfort und seiner Geschichte. Die kriegerischen Ereignisse der letzten Zeit brachten es mit sich, daß öfter der Name Bel­ fort genannt wurde und wahrscheinlich wird er auch in nächster Zeit wieder mit ehernem Griffel in die Tafeln der Weltgeschichte einge­ schrieben werden. Belfort, eigentlich das "Schön-Starke", verdient seinen Namen vollauf; denn es ist dank trefflicher Ausnützung der natürlichen Lage von jeher stark befestigt gewesen. Die Stadt selbst zählt etwas über 20 000 gewerbsfleißige Einwohner; sie ist der Haupthandels­ platz für die Ausfuhr des Burgunder- und Champagnerweins; kreuzen sich hier doch sechs wichtige Straßen; Eisenbahnen verbinden Belsort mit Paris und Lyon, mit Basel und Straßburg. Strategisch ist Belfort zu allen Zeiten von hervorragender Bedeutung gewe­ sen, liegt es doch am Eingang der 22 Kilo­ meter breiten Senkung, die zwischen dem nörd­ lichen Schweizer Jura und dem Südabhang der Vogesen entstanden ist. Diese Senkung, die "troue de Belfort", das Loch von Belfort, gestattet es dem Besitzer der Festung zu allen Jahreszeiten bedeutende Heeresmassen pach dem oberen Elsaß in der Richtung nach Mülhausen herüberzuwerfen, — was ja bekanntlich auch in diesem Feldzug geschehen ist. Im Mittelalter gehörte Belfort wie das ganze ausgedehnte Gebiet westlich des Rheins den Lothringer Herzögen; im engeren Sinne wurde das Oberamt Belfort zum Sundgau ge­ rechnet, wozu auch die Oberämter Thann, Pfirt, Altkirch und Landsee gehörten Im 14. Jahrhundert kam Belfort an die Gra­ fen von Pfirt, die österreichische Vasallen wa­ ren. Pfirt ist das heutige Ferette. Daß die Habsburger damals im westlichen Süddeutsch­ land umfangreiche Besitzungen hatten, ist ja überhaupt bekannt; es konnte daher niemanden Wunder nehmen, daß jene Gegend im dreißig­ jährigen Kriege von den Oesterreichern vielfach gegen Angriffe verteidigt werden mußte. Gleich im Anfang des Krieges fiel es in Feindeshand und erst dem Herzog von Feria gelang es im November 1663 sich wieder in Belfort fest­ zusetzen; die Freude sollte nicht lange dauern; schon am 16. März 1634 nahm der Rheingraf Otto den Kaiserlichen die Stadt wieder und als ein Jahr später, am 28. Mai 1635, oer Herzog von Lothringen die Stadt wie­ der an sich zu bringen trachtete, wurde er von den hier vereinigten Franzosen und Schwe­ den entscheidend geschlagen. Der Marschall de la Force, der diesen Sieg errungen hatte, erhielt dafür von seinem König, Ludwig XIII., eine öffentliche Belobigung und die Folge war, daß der ganze Sundgau im Westfälischen Frie­ den 1648 von den Oesterreichern an die Krone Frankreich abgetreten werden mußte. Lud­ wig XIV. schenkte den Sundgau größtenteils seinem Kanzler, dem Kardinal Mazarin. Zu jener Zeit wurde Belfort auch befestigt, von</p>
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          <p>aus mit seiner staatlichen katholischen Kirche, die zwei Türme ausweist, und dem schönen evangelischen Gotteshaus. Etwas abseits von der eigentliche» Stadt liege das Gelände, wo die Regterungsbauten sich erheben, die Maschinenhalle, das Gerichtshaus, das Gefängnis. "Moabit" heißt dieser Stadtteil von Lome, und hier können die Engländer jetzt auch im Vollbewußtsein kriegerischen Heldenmutes tm Schatten des "Grunewald" von Lome lustwandeln. Dieser Grunewald ist ein gar stattlicher Hain von Gisenholzbänmen mit schönen Kokosalleen. Die Englän­ der in "Moabit" und im "Grunewald" — auf europäischem Boden wären solche Trauben dem britischen Fuchs wohl gar zu sauer gewesen, und so begnügt er sich denn mit ungefährlicheren Abenteuevn: mit dem Grunewald von Lome. . .</p>
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          <p>Holland haben bte Amerikaner eine Depesche gesandt, in der sie ihren Dank für die gastfreundliche Be­ handlung Ausdruck gaben. Die Depesche schließt: "Unsere letzten Tage kn Deutschland werden immer in unserem Gedächtnis bleiben. Wir hoffen ernstlich, daß Gott Deutschland für immer in seine Obhut nehmen wird."</p>
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          <p>Niederbayerische Nachrichten. yr. Wörth a. Js., 18. Aug. (LtebeSwerk.) Unter dem Vorsitze der Frau Baronin v. Nagel hat im hiesigen Schlöffe am Sonntag eine Versammlung von Damen, Geistlichen, Lehrern und Gemeindevorständen der Gemeinden Wörth, Ober-und Niederaichbach, Ntederviehbach, Grießenbach, Postau und Weng stattgefunden, welche zur Schaffung von Ge­ nesungsheimen für verwundete Krieger und zielbe­ wußter Sammlung von Liebesgaben rc. Stellung nahm. Mit bewunderungswürdiger Einmütigkeit wurde nach lebhafter Debatte beschloffen in den Schlöffern zu Niederaichbach ünd Weng und in einem Klostergebäude zu Niederaichbach Genesungsheime für Krieger einzurichten und die Verpflegung derselben unter Leitung von Damen des Roten Kreuzes ganz oder teilweise durch Aufbringung von Naturalien zu übernehmen. Das Sammeldepot für oben bezeichnete Gemeinden ist von nun an Wörth. Von da aus gehen die Sammelergebniffe dem Roten Kreuzkomitee in Landshut zu. Außer Bargeld und Liebesgaben sollen auch nach dem Grundsätze: .Gold geb' ich für Eisen", Eheringe, Schmucksachev angesammelt und dem Komitee in Landshut überwiesen werden. Namentlich in dieser Beziehung soll überall eine starke Sammeltätigkeit einsetzen. So manche Ringe, die man nicht mehr trägt, so manche alte Taler rc. liegen zwecklos in Schatullen umher. Raus mit diesem Zeug und hin damit auf den heiligen Altar des Vaterlandes! Für goldene Eheringe, die zur Etnfchmelzung gelangen, werden eiserne Ringe abgegeben. Wer sich schweren Herzens von diesen lieb gewordenen Sachen trennt, der — gibt doppelt! — Straubing, 18. August. (Tod des Mörders Emil Klingel.) Der Arbeiter Emil Klingel von Kaiserslautern, welcher im August vorigen Jahres den Gendarmen Lindner erschoß, vom Schwurgericht Zweibrücken zum Tode verurteilt Und dann zu lebenslänglichem Zuchthaus be­ gnadigt wurde, ist in der Strafanstalt Strau­ bing gestorben. Klingel, der seinerzeit mit Rücksicht aus seinen krankhaften Zustand — er litt an Lungenschwindsucht — begnadigt wurde, hat sein Opfer also um ein Jahr über­ lebt. Haardorf b. O., 17. Aug. (Lebensrettung). Im hiesigen Mühlbache badeten heute nachmittags mehrere Knaben. Der 14 jährige Hirtenjunge Xaver Mader kam hiebet in eine Untiefe und ging unter. Schnell liefen seine Kameraden ins Dorf und ver­ ständigten den Bauern Hans Pirkl von dem Unglück. Dieser eilte sofort herbei, sprang ins Wasser, tauchte unter und holte den Hirtenjungen aus dem nassen Elemente heraus und brachte ihn ans Land. Die Wiederbelebungsversuche waren von Erfolg. Paffau, 18. Aug. (Das Opfer der belgischen Greuel) wurde auch eine hiesige Dame, die sich bis zum Ausbruch des Krieges ln einem Nordseebade zur Erholung aufhielt. Da ihr der Weg zur deutschen Küste durch die Mobilisierung abgeschnitten war, war die Dame gezwungen, den Weg über Belgien zu nehmen. Unter unsäglichen Strapazen mußte sie sich durch die ungeheure Verwirrung, die in Belgien in­ folge der Kriegsgefahr entstanden war, durchkämpfen und verlor dabei ihr gesamtes Gepäck und Bargeld, als sie am dritten Tage, noch heil aber völlig ver­ ängstigt und erschöpft, auf deutschem Boden ankam. Durch die Zuvorkommenheit Aachener Bekannter wurde ihr die Weiterreise nach Passau ermöglicht. Paffa«, 18. Aug. (Ein Dieb als Lebens­ retter.) Bet der Verfolgung von Aepfeldieben auf der Ries verunglückte am Montag abends ein etwa 17 jähriger Bursche auf sonderbare Welse. Der Bursche stürzte in der Dunkelheit über ein Haber­ mandl und dann einen Abhang hinunter in einen Wassertümpel. Er sank bis zum Halse in den Schlamm ein. Durch die Hilferufe des Verunglückten wurde der verfolgte Dieb aufmerksam; er kehrte um und rettete den Burschen aus dem Sumpfe. Als Dank dafür fah der Verunglückte von einer Strafe des Diebes ab. Wegfcheiö, 17. Aug. (Großfeuer.) In der Richtung gegen Süden wurde gestern nachts 11 Uhr Feuerschein bemerkt, der bald große Dimensionen annahm. Es brannte in Oberkappel, wo ein Hof samt Nebengebäuden in Schutt und Asche sank. Die Entstehungsursache des Brandes ist unbekannt.</p>
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          <p>Dienstesnachrichten. Militärdienst. Befördert wurden zu Ober­ leutnants die Leutnants: @t engl et be8 6. Jnf.Regt., Adjutant beim Beztrkskommando Straubing, Frhr. n. Andrtan-Werburg und Götz des 16. Jnf.-Regt., Denk des 2. Schw Retter-Regt. Ernannt wurde zum Lazarettinspektor der Ober­ leutnant Josef Späth der Reserve des 16. Jnf.Regts. beim Garntsonlazarett GermerShetm. Laudshut, 20 August —* Dringende Bitte an die Ange­ hörigen unserer Feldzügler! Es liegt im dringenden vaterländischen Interesse, daß die Angehörigen der Feldzügler die Herzen unserer Krieger nicht mit Kläger! um wirt­ schaftliche Sorgen und Nöten oder über irgend­ welches Ungemach belasten. Der Vater oder Bruder, der im Feld fürs Vaterland kämpft, kann ohnedies den Angehörigen daheim zu­ nächst nicht helfen. Wenn die Angehörigen Hilfe in Sorgen und Nöten brauchen, so sol­ len sie sich an die zuständigen staatlichen und städtischen Behörden oder an die unterstützen­ den Vereine und Privatpersonen in der Hei­ mat wenden. —* Fürsorgetätigkeit. Die Brot-Fa­ brik Josef Bartmann hier hat, wie verlautet, bis jetzt an Truppentransporte und an bedürf­ tige von Kriegern um ca. 1500 Mark Brot verteilen lassen. Außerdem gewährt die Firma den Frauen ihrer Arbeiter, die ins Feld ziehen mußten eine Unterstützung in Bar und Brot im Betrage von 12 Mark monatlich. Jenen Arbeitern, die vor ihrem Eintritt in daKHeer ihren Urlaub noch nicht erhalten hatten, Vvurde hierfür ein voller Wochenlohn ausbezahllt. —* Zuwendungen an das Rote Kreuz oder an Teilnehmer an dem gegenwärtigen Kriege oder deren Familienangehörigen blei­ ben nach einem Beschlusse des Bundesrates steuerfrei. Zigaretten, die als Spenden für die im Felde stehenden Truppen zur Ver­ fügung gestellt werden, bleiben steuerfrei. —* Eine Sammelsteile für das Rote Kreuz und die Angehörigen von Kriegern haben wir heute eröffnet. Spenden wollen in unserer Filiale, Altstadt (LinnbrunnerhauS), abgegeben werden. —* Kriegsbeihtlfe. An größeren Spenden gingen ein: 1. für das Rote Kreuz, 2. für die Angehörigen von Kriegern: Vom Verfchönerungsveretn 1. 50 Mk., 2. 50 Mk.; Chiffre F (ein htef. Kaufmann) 1. 500 Mk., 2. 500 Mk.; vom RealschulabsoloentenVerband 1. 250 Mk., 2. 250 Mk.; vom EinjährigFretwtlltgen-Verband 1. 50 Mk., 2. 50 Mk.; vom Eltsabethenveretn 1. 100 Mk., 2. 100 Mk.; vom Gastwirteoerein Landshut 1. 50 Mk., 2. 50 Mk.; von einem hiesigen Großindustriellen 2. 1000 Mk.; vom Wehrkraftveretn Landshut 1. 100 Mk.; vom Kath. Arbeiterverein Landshut 2. 100 Mk.; vom Jagdfchutzveretn Landshut 1. 200 Mk., 2. 200 Mk.; vom Musikoerein Landshut 1. 250 Mk., 2. 250 Mk.; von einem hiesigen höheren Beamten 1. lOOO Mk. Außerdem noch viele andere Spenden von ungenannt sein wollenden Wohltätern. —* Ein gutes Beispiel. In Passau hat sich eine größere Anzahl Herren verpflich­ tet, jeden, der abenteuerliche Gerüchte auf­ bringt oder ernstlich weitergibt, anzuzeigen. Sie haben dies als Warnung auch durch die Presse bekannt gegeben. Dieses Beispiel ver­ dient allerorten Nachahmung. —* Verlustlisten. Amtlich wird bekannt gegeben: Verlustlisten der bayerischen Feldtruppen sind bis zur Stunde beim Kriegsministerium noch nicht eingelaufen. Sobald diese im KrtegSmtnisterium eingetroffen sein werden, wird dies in der Presse ungesäumt mitgeteilt werden. Alle Anfragen sind dann an das Nachweisbureau des Kriegsmtntsteriums München (Eingang Ludwtgsstraße) zu richten. —* Ausländer, die sich zur Zeit im Stadt­ bezirke Landshut aufhallen, haben sich spätestens innerhalb 5 Tagen persönlich beim Stadtmagtstrate zu melden und ihre Auswelspapiere mitzubringen. Näheres im Inserat in der heutigen Nummer. —* Landwirte! Baut euren Klee­ samen selbst! Der landwirtschaftliche KreiSausschuß für Ntederbayern schreibt uns: Es steht zu erwarten, daß wir für das kommende Frühjahr mit russischem Kleesamen. der seither in großen Mengen bei uns zur Verwendung kam, nicht rechnen können, wir werden voraussichtlich aus­ schließlich auf die eigene Produktion angewiesen sein. ES ergeht daher an alle Landwirte die dringende Mahnung, möglichst große Flächen der zweiten KleeschnitteS zu Samen stehen zu lassen und zwar über den eigenen Bedarf hinaus, damit auch Gegen­ den, die ihrer klimatischen Lage nach zum Kleesamen­ bau wenig geeignet sind, mit Kleesamen versehen werden könne». —* Der Liberale Verein Landshut u. U. hat in seiner gestrigen Ausschußsitzung be­ schloffen 100 Mark dem Komitee zur Unterstützung von Angehörigen von Kriegern zuzuweisen und sein übriger Vermöge» für weitere Unterstützungszwecke zu verwenden. —* Set Verein Bayerischer Ge­ schäftsreisender, der auch in Landshut einen Lokalverband besitzt, hat in feiner am 8. August stattgehabten Vorstands- und Aufsichtsratssitzung ein­ stimmig beschloffen, für die durch den Kriegsausbruch betroffenen Mitglieder und deren Familien einen Unterstützungsfond von 20000 Mk. bereit zustellen. Der Protektor des Vereine« König Ludwig IU. hat von diesem patriotischen Beschlüße mit großer Freude Kenntnis genommen und genehmigt, daß dieser Fond seinen Namen trage. —* Ein Wort der Anerkennung für die Presse. Die "M.A.A." schreibt: Es ist wirklich nicht wenig, was die Presse in diesen Tagen geleistet hat und noch leistet. Von den persönlichen Opfern soll hier mit keinem Worte geredet werden; denn sie werden ebenso gerne und freudig gebracht wie von allen andern. Aber auch die materiellen Opfer, die von der Prefle jetzt verlangt werden, sind groß, viel größer, als das Publikum im allgemeinen ahnt. Da tut es wohl, auch einmal eine Stimme des Verständnisses hierfür zu vernehmen, und es freut uns doppelt, daß diese Stimme die Stimme einer Frau ist. Sie schreibt u. a.: " . . . alles kann man doch auch nicht umsonst von der Presse verlangen! Sie tut ja Uebermenschltches für uns! Ich bewundere sie alle Tage. Wahrlich, unsere sechste Großmacht! Wie hält sie uns Im Schach! Wie leitet, führt, beruhigt sie uns! Welche Aufregung herrschte ohne sie bei uns Zurückgebliebenen! Wir dürfen sicher glauben, daß sie viel Ideales für uns leistet, denn wie ver­ schwindend klein ist der Annoncenteil in den Blättern geworden." —* Die Ziehu ngen der preußtschsüddeutschen Staatslotterte mußten, wie bereits mitgeteilt, verschoben werden. Zur Be­ ruhigung besorgter Spieler sek mitgeteilt, daß die Verschiebung unbedingt notwendig war da durch bte Mobilmachung die für die Durchführung der Lotterie und der Ziehungen selbst benötigten Arbeitskräfte nicht vorhanden find. Es wird uns versichert, daß sobald der Krieg beendet ist die Lotterte wieder ihren Fortgang nimmt und bte Ziehungen in monatlichen Abständen vorgenommen werden. Es besteht also gar keine Gefahr für die Inhaber von Lotterlelosen. —* Jagd und Volksernährung. In Jägerkreise* bestehen vielfach zweifel, wie es in den heutigen Kriegszeiten mit der Aus­ übung dieses Sportes zu halten sei. Dazu ist zu sagen, daß der Ausübung der Jägerei auch jetzt nichts im Wege steht. Im Gegenteil, es kann nur erwünscht sein, wenn auch die Jagd dazu beiträgt, die sonstigen Nahrungsmittel! zu ergänzen. Je mehr Wild der Jagdsport jetzt auf den Markt bringt, umso besser ist es unmittel- oder mittelbar für die Volks­ ernährung. —* Eine totale Sonnenfinsternis, die sehr gut zu beobachten sein wird, fin­ det am 21. August statt. Die Sonnenscheibe wird etwa dreiviertel vom Monde bedeckt sein. Da möchte es angezeigt erscheinen, darauf hin­ zuweisen, wie gefährlich es ist, mit bloßem Auge das Naturspiel zu beobachten. Man soll sich dazu nur rauchgeschwärzter Gläser be­ dienen. Es darf daran erinnert werden, daß anläßlich der letzten Sonnenfinsternis zahlreiche Fälle von Erblindung vorgekommen sind.</p>
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          <p>Stimmen aus dem Publikum. (Die Redaktion übernimmt für Einsendungen »Mer diese» Rubrik dem Publikum gegenüber keine Verantwortung.) EinNotschret. Ei» rngagementsloser Schauspieler und Familien­ vater schreibt uns einen längeren Bries, in welchem er die gegenwärtig eingeleitete Hilfsaktion für die Krieger und deren Angehörigen wohl billigt, aber darauf hinweist, daß es auch eine Menge von Exi­ stenzen gibt, die durch den Krieg brotlos geworden sind. Er meint u. a.: "An einer Berufsklaffe, die gewiß in dieser ernsten Zeit zu der bedauernswertestm gerechnet werden muß, scheint niemand zu denken. Was sollen z. B. die vielen Bühnenmitglieder, welche nun so schnell und unvorbereitet brotlos geworden sind, anfangen. Viele derselben wurden einberufen — viele haben sich freiwillig gestellt, ihr Blut dem Vaterland zu opfern und viele haben sich der Kranken­ pflege zur Verfügung gestellt, und doch sind noch Tausende existenz- und brotlos. Man liest z. B, daß für die Ernte viele Arbeitskräfte gebraucht werden, fo spricht das Volk, fo steht? in den Zeitungen, fo ratet selbst die ..Genoffenschaft Deutscher BühnenAngehörtger". Ich habe die Probe gemacht. Auf 12 Briese an den betr. Vermittlungsstellen erfolgte keine Antwort. Viele Arbeitsplätze waren bereits besetzt durch fteiwillige Hilfskräfte rc. Gar viel wird in der Presse geschrieben, aber wer sich damit tröstet, daß 70—71 die Theaterunternehmer reich geworden sind, ist auf dem Holzweg; elend verhungert ist der größte Teil derselben, namentlich die kleinen, die erst recht existieren müßten. WaS sollen wir Theater­ menschen, welche schon seit Jahren traurige Zeiten durchzumachen hatten, beginnen? Wer hilft? Die Antwort wird sei»: .Niemand." Abgesehen von den unberechtigten Vorurteil des Publikums gegen Bühnenmenschen, ist auch auf Unterstützung seitens der Behörden, die ja allerdings schon riesig ange­ strengt, sind in dieser von der Kriegssurie schwer heimgesuchten Zeit, nicht zu hoffen. Das Theater ist ja leider bisher immer nur als notwendiges Uebel (? D. R ) betrachtet worden. Selbst helfen? Nie­ mand kann zum Theaterbesuch gezwungen werden, obwohl gerade in dieser großen Zeit ein Theater, das die Werke unserer edlen, deutschen Freiheits­ dichter zur Vorführung brächte, sicher veredelnd wirken müßte. Wer weiß einen guten Rat, der wirklich hilft?" Obacht auf Feuer und Licht. Alles, was irgend abkömmlich war, hat mitge­ holfen, unsere ln Menge und Güte vorzügliche Ernte zu bergen. Nun trifft die wettere Sorge für die eingeschafften Getreidevorräte die Bewohner des Landes, die Eigentümer derselben vor allen obliegt diesen die Pflicht, die für die Ernährung von Heer und Volk notwendigen Vorräte vor Feuer zu schützen. Es ist Pflicht jedes Hausherrn oder Hausfrau strenge darauf zu achten, daß das Gesinde bei dem Beginne des "Lichtlns" keine Unvorsichtigkeiten oder Fahr­ lässigkeiten begeht, wie dies so gerne der Fall ist und beiden jetzt oft vorhandenen Ersatzkräften infolge der Unkenntnis der großen Gefahr noch leichter vorkommen kann. Es soll jeder doppelt Vorsichtig und wachsam sein. Eine Ergänzung verlorener eine Verschlechterung der Ernährungsmöglichkeit Vorräte ist nicht möglich, jeder Verlust bildet unseres Volkes. Auch die Vorschriften über die Aufstellung von Dampfdreschlokomobilen verdienen neu eingeschärft zu werden. ES dürfen in Scheunen, Ställen oder sonstigen Gebäuden, in welchen leicht entzündliche Gegenstände gelagert sind, bewegliche Steffel (Lokomobilen) nicht geheizt oder betrieben werden. Insbesondere sind nachstehende Vorsichts­ maßregeln ins Auge zu soffen: Die Lokomobile muß womöglich ausschließlich mit Steinkohlen geheizt werden. Dieselbe muß mtnbertenS sechs Meter von Gebäuden oder Schobern entfernt aufgestellt und auf sechs Meter im Umkreise von Stroh und leicht feuerfangeaden Gegenständen freigehalten werden. Der Aschenkasten muß mit Wafler gefüllt werden und es muß neben der Maschine ein mit Wasser gefülltes Gefäß stehen, in welches die Schlacken zu werfe» sind. Die Lokomobile ist, sobald ihr Gebrauch auf­ hört oder unterbrochen wird, abzufahren oder zu bewachen oder es ist das Feuer in derselben zu löschen. Das Feuer herauszuziehen ist untersagt. Also Vorsicht! G-</p>
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          <p>Letzte Posten. scheen Gebete für den Sieg der österreichischen und deutschen Waffen veranstaltet. Das sei, bemerkt die Politische Korrespondenz höchst bedeuffam, denn es sei zum erstenmal in der Geschichte des Ottomanenreiches, daß die Mu­ selmanen in ihren Gotteshäusern für den Sieg christlicher Völker beten. Ter Dank der Skandinavier. München, 20. August. Die in München lebenden Skandinavier, zumeist Norweger und Schweden, gaben in einer von ihnen veran­ stalteten Versammlung, in derber Konsul a. D. Bierk und andere Redner sprachen, ihren un­ eingeschränkten Sympathien für Deutschland, dessen Schicksalsstunde auch die aller Skandi­ navier sei, mit wärmsten Worten Ausdruck und ebenso ihrem Dank für die ihnen in Deutsch­ land und im besonderen hier in München zu­ teil werdende Gastfreundschaft. Dieser Dank wurde auch noch sofort in die Tat umgesetzt, indem eine Sammlung für das Rote Kreuz veranstaltet wurde, die durch Spenden von barem Geld und — seitens der Damen — auch von vielen Schmuckgegenständen einen sehr dankenswerten, sicheren Ertrag brachte. Tie Lage *n Serbien. Der ,,M. A. A." schreibt ihr Sonderbe­ richterstatter, daß in Serbien die Zustände un­ haltbar geworden sind. Es sei zu schweren Ausschreitungen russischer Offiziere und neuen Konflikten zwischen Heeresleitung und Regierung gekommen. Der Bahnverkehr an der rumänisch-serbischen Grenze sei eingestellt, das Bahngleis bei Köprülü infolge schwerer Kämpfe zwischen Serben und Mazedoniern, bei denen erstere unterlegen seien, zerstört. In Sa­ loniki soll ein Stimmungsumschwung gegen Serbien eingetreten sein. Die Sympathien der Griechen stehen auf Seiten der Deutschen. Das Ende des bisherigen Balkanbundes ist nur noch eine Frage von Stunden. Aus Albanien. Wien, 20. August. (Wolfbüro.) Die al­ banische Korrespondenz meldet aus Durazzo: Der Fürst von Albanien begnadigtet den sei­ nerzeit vom Kriegsgericht Valona zum Tode verurteilten türkischen Major Bekir Bei und seine Mitverschworenen. Türkische Gebete für den Sieg der deutschen und österreichischen Waffen. Wien, 20. August. (Wolföüro.) Wie die Politische Korrespondenz aus Konstantinopel meldet, werden dort in allen dortigen Mo­</p>
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          <p>Literarisches. Die finanzielle Kriegsbereitschaft der deutschen privaten Lebensver­ sicherungs-Anstalten. Angesichts der gegen­ wärtig sehr ernsten politischen Lage heißt es gerüstet sein! Gerüstet nicht bloß für den Staat, nicht bloß für den Wehrpflichtigen, sondern für jeden Staats­ bürger. Als eine der sichersten Kapitalanlagen ist nach den Erfahrungen aus früheren Kriegen die Lebensversicherung anzusehen. So ist es denn auch ganz natürlich, daß nach uns vorliegender Mitteilung gerade in diesen Tagen besonders viele Lebensver­ sicherungen mit Einschluß der Kriegsgefahr abgefchloffen werden, um so für den Fall des Todes im Kriege einen Ersatz der Arbeits- und Erwerbskraft zu schaffen. Welche Mittel dir privaten Lebensver­ sicherungsgesellschaften allein für den Krieg, d. h. derl' schwersten Krtesensaü, bereitgestellt haben, zeigt uns dar Beispiel der "Stuttgarter Lebensversicherungrbank A.-G. (Alte Stuttgarter) als einer der größten Lebensversicherungsanstalten. Sie teilt uns mit, daß die bet ihr vorhandenen Kriegsdeckungsmittel mehr als 56 Millionen Mark betragen und aus­ reichen würden, eine» Krtegsverlust voll zu decken, der verhältnismäßig 14 mal so groß wäre als der von 1870/71 — ein Verlust, an den im Ernstfälle kaum zu denken ist. Das sind Mittel, die es dieser großen Anstalt ermöglichen, die Lebensversicherung mit extraprämtenfteiem Einschluß der KriegSversicheruug zu bieten. Dazu kommt, daß die den privaten Lebensversicherungs-Gesellschaften anvertraute» Gelder Privateigentum sind, das von den Gesellschaften für die Versicherten verwaltet wird und aus völkerrecht­ lichen Gründen unantastbar ist.</p>
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          <p>Städtische Schwimmschule. 20. August 1914. Lust . . 16 Grad R. Wasser . 14 Grad R.</p>
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          <p>Landshut, den 19. August 1914. Der 'unterfertigte Stadtmagistrat veröffentlicht hiemit zur strengsten Darnachachtung nachstehende Bekanntmachung. Betreff: Bedarf an Betriebsstoffen für Kraftwagen. Das stellvertretende Generalkommando erläßt auf Grund des Art. 4 Ziffer 2 des KriegSzuftandgesetzes folgende Anordnung: Jeder Verkehr mit Kraftdroschken, die mit Benzin, Benzol, Solventnaphta, Rohnaphta oder Rohöl betrieben werden, wird behufs Einsparung der vorgenannten Betriebsstoffe hiemtt verboten. Auch ist der Verkeh r von Luxusautomobtlen hiemtt überall verboten, soweit nicht andere Betriebsstoffe als Benzin oder Benzol verwendet werden. München, den 16. August 1914. • F d. st. G.-K. Der Chef des Stabes. ötm&lt;*giftxat Marschall.</p>
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          <p>Bekanntmachung. Gemäß Verfügung des stellvertretenden Generalkommandos I, A. K. von 16. ds. Mts. ist sämtliches Benzin dahier, knsbesonders auch das im Privatbesitz befindliche Benzin deschlagnahmt und ist deshalb der weitere Beztnverbrauch strengstens untersagt. Es ergeht hiemtt die Aufforderung an sämtliche Besitzer von Benzinvorrälen, das vorhandene Quantum sofort bei der Polizeiinspektion anzuzeigen. Es wird darauf hingewiesen, daß jede Art von Verheimlichung nach Art. 4 Ziffer 2 des KriegSzuftandgesetzes mit Gefängnis bestraft wird. Das K. Generalkommando wird nach Eingang der Nachweisungen anher mitteilen, wieviel von dem vorhandenen Vorrat für landwirtschaftliche vordring­ liche Zwecke beigegeben wird. Lands Hut, den 19. August 1914. «§&gt;taötmagiftrat LcrnöshiTt. Marschall.</p>
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          <p>Bekanntmachung. Betreff: Kriegszustand; hier Sie vorübergehende Einführung Ser Patzpflicht vom 31. Juli e. Auf Grund Erlasses des K. stellvertr. Generalkommandos des I. Armeekorps vom 17. ds. Mts. ergeht Hiemil folgende Anordnung: Jeder Ausländer, der fich zur Zeit im Stadtbezirke Lanöshut aufhält, hat fich spätestens innerhalb 5 Tagen persönlich beim unter­ fertigten Stadtmagistrat — Bureau Nr. 8/1 — anzumelden und hiebei seine Answeispapiere mitzubringen. Landshut den 19. August 1914.</p>
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          <p>Bekanntmachung. Das in nachstehenden Staatsstrahenstrecken anfallende Obsterträgnis wird öffentlich an den Meistbietenden versteigert und zwar: Straße Mt. ß1: Laadshat—Meaftadt a|9. km 4,0—8,7 tu ca. 5 Losen am Dienstag den 1. September lf. Js. beginnend vormittag» 8 Uhr nächst A l t d o r f km 4,0 (Hascherkeller). Straße Mr. 65: Laadshai—Slraabiag km 16,0—18,0 in ca. 3 Losen Donnerstag den 3. September lf. Js. beginnend vormittags 9 1 /« Uhr bet Mettenbach km 16,0. Straße Mr. 67: Landshat—Regeasdarg km 14,0—18,5 in ca. 3 Losen Samstag den 5. September lf. Js. beginnend vormittags 9Vs Uhr km 14,0 bei Unsbach. Lands hui den 17. August 1914. K. Streßen»». SWmmt. I. SS.: Hohenleitner.</p>
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          <p>Vom westlichen Kriegsschauplatz. Eine französische Brigade zurückgeworfen. Berlin, 19. August. (Wolfbüro.) Baye­ rische und badische Truppen schlugen die bis Weiler, 15 Kilometer nordwistlich Schlettstadt vorgedrungene französische 55. Jnfanteriebrigade, brachte ihr große Verluste bei und warf sie über die Vogesen zurück. Kämpfe in Belgien. Berlin, 19. August. (Wolfbüro.) Die französische 5. Kavalleriedivision wurde heute unter schweren Verlusten bei Perwez, nördlich Namur, von unserer Kavallerie zurückgewor­ fen.</p>
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