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      <titleStmt>
        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1914-08-24"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">67. Jahrgang Nr. 228</biblScope>
          <date when="1914-08-24">1914-08-24</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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      <editorialDecl>
        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
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          <p>Der Krieg. Die beiden letzten Tage haben unseren Truppen aus allen Linien Erfolge gebracht. Der Schrecken unserer Gegner, vor allem John Bulls mag kein kleiner gewesen sein. Umso eifriger setzt der Engländer seine Bemühungen fort, die Neutralen mit Honigbrot oder Peit­ sche als Helfer in der Not heranzubringen. In Italien arbeitet anscheinend englisches Geld mit Hochdruck, um die Wahrheit der deutschen Siege zu unterdrücken. Die italienische Re­ gierung kann sich kaum mehr der Liebesbezeu­ gungen des Dreiverbandes erwehren. In Kon­ stantinopel scheute die englische Marinekom­ mission nicht daran zurück unter einem in­ famen Vertrauensbruch den Versuch zu unter­ nehmen, die türkische Kriegsflotte kampfun fähig zu machen. Bis jetzt hat alle diese "Tä­ tigkeit" nichts genützt und die neuen deut­ schen Siege werden noch weniger förderlich für sie sein. In Bulgarien wendet sich ein Staatsmann gegen die Erklärung pussenfreundlicher Blätter, daß ein Bulgare nicht gegen Rußland kämpfen würde. Der frühere bul­ garische Gesandte in Petersburg, General Radko, der in die russische Armee eintrat, ist aus den Listen des bulgarischen Heeres gestrichen worden. Man sieht, auf dem Balkan weht ein schärferer Wind und wenn er zum Sturm anschwellen würde, so wird er seine Kraft ge­ gen den Bedrücker Des Balkans wenden. Es liegen heute folgende Meldungen vor: Freiwillig zur Todesfahrt im Unterseeboot. Ein Reservemann der Marine schreibt dem "Hamb. Fremdenbl.": Letzte Woche fragte ein Kapitän die Matrosen, wer sich freiwillig zu einer Todesfahrt im Unterseeboot melden wolle, worauf alle antraten. Er machte sie darauf aufmerksam, daß im günstigsten Falle von 5 Mann vielleicht einer zurückkommen würde, sie sollten die Sache noch eine Nacht Anordnung des Kriegsministeriums ist der Ha­ fen von Burgas als für die Handelsschiffahrt gesperrt erklärt worden. In dem Hafen von Varna dürfen Nhiffe nur am Tage zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang einlau­ fen, aber auch nur, wenn sie einen Lotsen an Bord haben. Tie bulgarischen Sozialisten gegen Rußland. Wien, 22. August. (Wolffbüro.) Das Organ.der Sozialisten und Syndikalisten sagt, der bulgarische Soldat werde mit allen Kräf­ ten die Unabhängigkeit Bulgariens gegen frem­ de Ueber griffe verteidigen und keinen Mo­ ment zögern, gegen das despotische Rußland zu marschieren. überlegen, ihm wäre es lieb, wenn sich die Ver­ heirateten für ihre Familien schonen würden. Aber am anderen Morgen waren sie alle wie­ der bereit, mitzufahren, so daß dem Kapitän die Auswahl sehr schwer wurde. So ist der Geist in der Marine, ob alt oder jung, keiner will dem andern nachstehen. Ter Jubel in Wien. Wien, 22. August. (Wolffbüro.) Auch i die Abendblätter feiern den glänzenden Sieg bei Metz, der als eine Leistung glänzender Taktik beispiellosen Mutes und bewunderswerter Energie der deutschen Armeekorps Be­ jubelt wird. Gewaltig wie der Sieg ist die Freude, mit der er bei uns begrüßt wird. Den deutschen Kriegern geht aus allen Gauen der Monarchie ein donnerndes Hoch zu. 800000 Kriegsfreiwillige in Oesterreich. Wie bei uns hat sich die vaterländische Begeisterung in Oesterreich-Ungarn entwickelt, wo alle vor der Mobilmachung geh&gt;egten Er­ wartungen weit übertreffen wurden:. 800 000 Freiwillige haben sich gemeldet, so daß auch ohne Einstellung der letzteren die Stärke der Armee die auf dem Papier stehende Ziffer weit übertrifft. In beiden Reichen haben sich also nahezu 2,5 Millionen Kriegsfreiwillige' gestellt. Für den Kricgslicbcsdicnst. Dortmund, 22. August. (Wolffbüro.) Der Verband der Dortmunder Bierbrauer stellte dem Oberbürgermeister 125 000 Mark für den Kriegsliebesdienst zur Verfügung. Tie Haltung Italiens. Die italienische Regierung erklärte noch­ mals ihre strikte Neutralität. Bulgarien sperrt den Hafen Burgas. Sofia, 22. August. (Wolffbüro.) Auf</p>
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          <p>fixiere im Automobil an und fuhren zum Rat­ haus. Die Telegraphenstationen sind geschlos­ sen. Zahlreiche Flüchtlinge sind in Gent und Ostende eigetroffen. Weitere deutsche Erfolge. Berlin, 23. August. (Wolffbüro.) Nörd­ lich von Metz hat der deutsche Kronprinz mit seiner Armee die zu beiden Seiten von Longuyon vorhandenen, ihm gegenüber stehenden Feinde gestern siegreich zurückgeworfen. Die in Lothringen siegreiche Armee unter der Füh­ rung des Kronprinzen von Bayern hat auf der Verfolgung des geschlagenen Feindes Lunevikle—Blamont erreicht und setzt die Ver­ folgung fort. — Vor Namur donnern seit. vorgestern abends die deutschen Geschütze. Neue Erfolge. v Berlin, 24. August. (Wolffbüro.) Die Truppen, die unter der Führung des Kron­ prinzen von Bayern siegten, haben die Linie Luneville—Blamont—Cirey überschritten. -Das 21. Armeekorps zog gestern in Luneville ein. Tie Verfolgung beginnt reiche Beute zu tra­ gen. Außer zahlreichen Gefangenen haben wir an und in den Vogesen auf dem linken Flügel bereits 150 Geschütze erbeutet. Die Armee des deutschen Kronprinzen hat gestern den Kamps und die Verfolgung vorwärts Longuyon fort­ gesetzt. Die Armee des Herzogs von Württem­ berg schlug die über den Semois vorgedrungene französische Armee vollständig und befindet sich in der Verfolgung. Zahlreiche Geschütze, Feldzeichen und Gefangene, darunter mehrere Generäle, sind ihr in die Hände gefallen. West­ lich der Maas gehen unsere Truppen gegen Manbeuge vor. Eine vor ihrer Front auf­ tretende englische Kavalleriebrigade ist geschla­ gen worden. Generalquartiermeister v. Stein.</p>
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          <p>bewußten Mädchens haften'. Ob er ihr nach­ gehen sollte, um ihr den vergessenen Mantel einzuhändigen? Sie war nur leicht gekleidet, und draußen mochte es kühl sein! Unentschlossen irrte sein Blick zu der Tür, hinter der sein nächtlicher Besuch verschwun­ den war, dabei fiel ihm wieder ein, daß sie aus diesem Wege schwerlich ins Freie gelangen, dagegen leicht in den zahllosen Gängen des alten Hauses irre gehen konnte, und so betrat er den nebenan liegenden Raum. Das Zimmer besaß, nur zwei Eingänge, den, durch welchen er eingetreten war, und einen anderen, fest verschlossenen, wie er sich sofort überzeugte. Trotzdem war es leer. Auf welche Weise aber jemand dieses mit schwer­ fälligen Möbeln bestellte Gemach verlassen konnte, blieb ihm ein Rätsel. Wäre nicht der Mantel auf seinem Arm gewesen, er hätte an einen phantastischen Traum geglaubt, aber der weiche Stoff, und noch mehr der seine Dust ließ. ähnliche Voraussetzungen nicht auflommen. Plötzlich zuckte Willmers zusammen. Ihm war, als sähe er die Gesuchte, als blickten ihre Augen von dem anderen, noch halb im Schatten lie­ genden Ende des Zimmers ihn an; aber sofort lächelte er Wer die Täuschung. Was er- für ein lebendes Wesen gehalten, war nichts als ein gut gemaltes Bild in schwerem, dunkel gebeiztem Rahmen, der sich in seiner Farbe kaum von der Wandbekleidung abhob, das Porträt einer schönen Frau von vielleicht 25 Jahren, deren Gesicht eine in die Augen fal­ lende Aehnlichkeit mit dem jenen jungen Mäd­ chens besaß. Woher stammte diese merkwürdige Aehnlichkeit? Das war dieselbe wie aus Mar­ mor gemeißelte Stirn, dieselben Augen unter zart gewölbten Brauen, derselbe Mund mit dem melancholischen Lächeln, der eine ganze kummervolle Leidensgeschichte zu erzählen schien, ja sogar das weiße Kleid, nur altmodi­ scher, mit steif gebauschten Aermeln, wie man sie jetzt nicht mehr trug. Und noch eine Ab­ weichung siel ihm auf, während er vor dem lebensgroßen Oelgemälde stand und aufmerk­ sam, Zug um Zug, dieses schöne, meisterhaft gemalte Gesicht studierte. Das der Lebenden war nicht ganz so madonnenhaft sanft, so widerspruchslos ergeben in sein Schicksal, es besaß bei aller Reinheit seiner Linien mehr Charakter. In den mandelförmigen Augen von schwer bestimmbarer Farbe blitzte manch­ mal ein Funke nicht leicht zu bekämpfender Energie euf, um die Lippen legte sich ein Zug zäher Willenskraft und machte das ganze Ge­ sicht lebensvoller, anziehender, als dieser ge­ malten Heiligen. Ein Lächeln irrte über Willmers Lippen, während er diese stummen Vergleiche anstellte; dann jedoch verfinsterte sich sein Gesicht. Es .fiel ihm ein, daß er besser täte, sein Zimmer aufzusuchen und zu schlafen, und ärgerlich wandte er dem Bilde den Rücken. In seinen Gemächern unten angekommen, zog er die schweren seidenen Vorhänge an den Fenstern zusammen, entkleidete sich hastig und warf sich auf sein Lager, aber schlafen konnte er lange nicht. Er hörte deutlich das Pochen seiner Pulse, das Hämmern seiner Schläfen, und ob er die Augen schloß oder öffnete, er sah immer die weiße Mädchengestalt mit dem hochgetragenen Kopf oder das blasse leidens­ volle Frauengesicht im altmodischen Rahmen, das jenem lebenden sprechend ähnlich war. Da­ bei schien das ganze Zimmer angefüllt von dem weichen Duft von Rosenblättern, und während draußen die ganze Natur sich den Schlaf aus den Gliedern schüttelte, während ein Fink dicht unter seinem Fenster sein Mor­ genlied anstimmte, grübelte er über die son­ derbare Aehnlichkeit jenes alten Bildes mit diesem ftemden Mädchen, bis er endlich ein­ schlief. (Fortsetzung folgt.) . u</p>
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          <p>Der Krieg mit England. Ti« englische Ersatzarmee kläglich gescheitert. Budapest, 22. August. (Wolffbüro.)Der "Pester Lloyd" meldet: Der Plan, eine eng­ lische Ersatzarmee von 500 000 Mann zusamsammenzubringen, ist völlig gescheitert, da sich bloß 2000 Mann zum Kriegsdienst meldeten. Kein Arbeiter ließ sich anwerben. Trotzdem versichert die englische Kriegsleitung, sie werde in einigen Wochen 100 000 Mann gesammelt haben. Tie Vergeltung für Togo. Berlin, 22. August. "Daily Graphic" meldet aus Nairobi, der Hauptstadt von Britisch-Ostafrika: "Die britische Station von Taweta an der Westgrenze von Britisch-Ostafrika ist gestern vom Feind besetzt worden. Die Stärke der deutschen Streitkräfte dürfte 100 Mann betragen haben." Das englische Presse- ' büro fügt hinzu, daß noch keine Bestätigung dieser Nachricht eingetroffen sei. Taweta ist am Nordabhang des Kilima-Ndscharo und un­ gefähr 50 Meilen südwestlich der Tsawo-Station an der Ugandabahn 133 Meilen von Mombassa gelegen. Die Lage in den Kolonien. Berlin, 22. August. (Wolffbüro.) Auf die täglich in großer Anzahl einlaufenden An­ fragen von Angehörigen der Ansiedler in den deutschen Schutzgebieten gibt das Reichskolo­ nialmat bekannt, daß in Deutsch-Südwestafrika und Kamerun alles ruhig ist. Aus DeutschOstafrika, der Südsee und den Schutzgebieten liegen keine direkten Nachrichten vor. Ueber die Vorgänge in Togo ist die Presse bereits unterrichtet.</p>
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          <p>Das Ultamatum abgewiesen. Berlin, 23. August. (Wolffbüro.) Auf das japanische Ultimatum wurde dem hiesigen japanischen Geschäftsträger heute vormittags die mündliche Erklärung gegeben: Auf diese Forderung Japans hat die deutsche Regierung keine Antwort zu geben. Sie sieht sich daher veranlaßt, den Botschafter in Tokio abzube­ rufen und dem japanischen Geschäftsträger die Pässe zuzustellen. Italien und bas Ultimatum. Venedig, 23. August. (Wolffbüro.) Ga­ zette Venezia schreibt zu dem Schritte Japans wegen der Räumung Kiautschaus, daß die Kriegserklärung Japans an Deutschland unter Umständen für Italien den casus foerderis bedeuten könnte. Darnach müßte es an England den Krieg erklären. Deutschland und Japan.</p>
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          <p>munique: Feindliche 'Kavallerie, die sich ge­ stern in -den Grenzgegenden im Norden von Lemberg bewegte, wurde auf der ganzen Linie zurückgeworfen. Tie zog sich fluchtartig zurück. Auf feindlicher Weite ist ein General gefallen Ein General wurde-verwundet ins Garnifonslazarett in Lemberg übergeführt. Der Feind chatte viele Tote und verwundete. ES wur.ben viele Gefangene gemacht.</p>
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          <p>Der Krieg zwischen OesterreichUngarn und Serbien. Rnffifchc Offiziere in Tcrbien. MV ice n, 23. August. (Wolffbüro.) Die Müdiflawifg'che.Korrespondenz meldet: Wie aus M.ter QüuÄle verlautet, wurden die von öfter.reichiscschen.Truppen geschlagenen serbischen Abteilunagen von russischen Offizieren komman­ diert, i die freiwillig in die serbische Armee em= . getretcen waren. Tie: Teutschen habet» verbiet» verlassen. W u ku.r e.st, 23. August. (Wolffbüro.) Wie - zuverlässig verlautet, verließen fast alle Deut-' scheu (Serbien ulnd müssen.bereits vor einigen Tagenl sich.aüf-dem.Wege. «ach Wr-fia befunden Ihaben. . (Weiteve Nachrichten stehe "Letzte Posten".)</p>
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          <p>Kiautschou. Mswir es erwarben. Löas man schon seit einiger Zeit in einge­ weihten dipiumatsschen -Kreisen.vermutete, das scheint: nun Tatsache geworden zu sein: Japan schickt sfich an, rins im fernen Ostasien heim­ tückisch) in den Rücken zu fallest, um uns die Kvlvttiie KiauHchau,-die L-ngst feinen .Neid er­ regt, lchaf zu entreißen. Das ist.der Dank dieser Asratern für unsere Bereitwilligkeit, mit der wir ikhmn Jahrzehnte hindurch Einblicke in unsere: .Missenschaft, in Handel, Technik und JndNsttrie gewährten, mit der wir ihnen beMsüch waren, ssich «ins einem -barbarischen FeudaLstaat wenigstens äußerlich zu einer KulturnaMvn zu enLvickÄn, mit .der wir ihnen vor allfent ;kt uneigennütziger Weise .militärische .JnsirruLvren zur Verfügung.gMellt haben, de&gt;.ren Leehk'-en sie allein .tü'fähigten, sich zu einer modermeL Militärmacht zu Wvssser und gu Lande zu entwickeln. Es wird die Zeit kom­ men, troo wir .mit den treu tosen Mongolen blu­ tig»' Albrechnnug halten rund itzmm den Lohn -für ihrr hinterlistiges Vorgehen heirnzah/en wer­ den. 5 Jedenfalls haben wir uns rechtzeitig von einer « gefährlichen Illusion befreit, und wir toiffeu t nunmehr, was von den japanischen Phrasen der sinnigen Dankbarkeit" bett deut­ schen LLehrern gegenüber zu halten ist. Kcaum 17 Jahre sind es her, seit wir an derr ostasiatischen Küste festen Ftch gefaßt haben. Zur Zeit, da der Fremdenhaß in China immer wieder von neuem aufloderte, wurde auch die Provinz Schantung von Un­ ruhen «ergriffen, die von den einheimischen Be­ hörden: durch Hetzereien geschürt wurden. Die Folge 1 war, daß auch zwei deutsche Missionare ermorddet wurden, und so erschienen denn am i 14. Noovember 1897 deutsche Kriegsschiffe unter bernn Oberbefehl des Admirals von Diederichs vvor dem chinesischen Hafen Tsingtau, um unnseren Protest gegen den Meuchelmord deutschyer Untertanen wirksam Ausdruck zu ver­ leihen. . Tie Folge dieses kraftvollen Vor­ gehens; war der Vertrag vom 6. März 1898, durch ibett China die Kiautschaubucht auf 99 Jahre «an Deutschland verpachtete. Damit hatte Deutschhland, wie Fürst Bülow einst sagte, auch in Ostcnsien seinen "Platz an der Sonne" errun­ gen. (Ein "Plätzchen" war es allerdings nur im Vergleich zu dem gewaltigen Kolonialgebiet anderen Nationen; denn das ganze Gebiet um­ faßt wicht mehr als 515 Quadratkilometer. Nach betn Lande zu aber wird das Pachtgebiet von einer neutralen Zone von 50 Kilometer Breite umschlossen, in deren Umkreis deutscher Einflchß ausschlaggebend ist; bedarf doch China für jeive Maßnahme in dieser neutralen Zone der demtschen Zustimmung. Was wir «tat zriautschau grinacht haben. Was aber Haben deutscher Fleiß und deut­ sches Drganisalwnstalent Aus diesem kleinen Besitz gemacht? Mit Recht wurde Kiautschau mehr und mähr als Musterkolonie angesehen. Das ist besonders beachtenswert, in welch' ver­ wahrlostem Zustande sich die Kiautschaubucht mit dem Haftn Tsingtau befand, als die ersten deutschen Truppen und Ansiedler dort lan­ deten. In Äenden Lehmhütten wohnten dicht­ gedrängt die schmutzstarrenden Chinesen zu­ sammen; Jahr für Jahr brachen furchtbare Seuchen aus, die die Bevölkerung dezimierten. Die Landschaft selbst bot ein wenig ansprechen­ des Bild. Unbewaldete Felsen ragten in trau­ riger Nacktheit zum Himmel empor. Die dünne Humusschicht, die auf ihnen lagerte, wurde zur Regenzeit, die hier im Juli regelmäßig mit Heftigkeit einsetzt, immer wieder wegschwemmt. Die Verkehrsverhältnisse waren mehr als man­ gelhaft, «eine ständige Verbindung mit dem Hinterlande fehlte vollkommen. Aber der zähen deutschen Kraft gelang es, dieser schwie­ rigen Verhältnisse Herr zu werden, und un­ sere Marineverwaltung, der das Pachtgebieti «unterstellt wurde, entfaltete eine äußerst leb­ hafte Tätigkeit. Der Hafen von Tsingtau wur­ de bereits am 2. September 1898 als Frei­ hafen eröffnet. Dann wurde zunächst eine sttenge Trennung des Chinesen- und des Europäuerviertels durchgeführt. Die Grundstücke, bie die Regierung den Chinesen abkaufte, wur­ den an die beutschen Ansiedler zu mäßigen Preisen abgegeben, unter der Bedingung, daß das Land schnell bebaut werden mußte. Mit Strenge wurde darauf gesehen, daß keine Bo­ denspekulation betrieben wurde. Das Nächst­ wichtige waren die Wasserleitungsbauten. Es mußte vor allem eine regelrechte Kanalisation geschaffen werden. Mit den übelriechenden Gossen, in denen sich bisher aller Unrat, alles Schmntzwasser angesammelt hatte, und die in­ folgedessen die gefährlichsten Krankheitsherde gebildet Hatten, wurde gründlich aufgeräumt. Mt getrennten Kanälen werden heute Regen­ wasser und .Schmutzwasser aus der Stadt ge­ führt. Dieser hygienischen Maßnahme ist haupt­ sächlich zu verdanken, daß die verheerenden Infektionskrankheiten nur noch vereinzelt im deutschen Schntzgebiet auftauchen. Cholera, Typhus und Ruhr sind setzt so gut wie ganz ausgerottet, und auch die Pestgefahr des Jah­ res 1911 konnte dank strengster Absperrung glücklich abgewendet werden. Eine sehr wichtige Aufgabe hatte die deutsche Forstwirtschaft zu erfüllen, galt es doch, die kahlen Felswände mit Waldesgrün zu bekleiden. Waldbrände und Insektenpla­ gen bedrohten mehrmals den jungen Baum­ wuchs, aber auch diese Widerwärtigkeiten wur­ den siegreich überwunden, und heute sieht man überall prachtvolle Edelkastanien, Eichen^ Pappeln, Tannen und Kiefern, die mit ihren starken Wurzeln den Boden festhalten. Die Regengüsse richten daher keinen nennenswer­ ten Schaden mehr an, die Feuchtigkeit wird gebnnden, und das Grundwasser, das sehr tief lag, als wir die Kolonie übernahmen, und das ebenfalls dadurch zur Ausbreitung von Seu­ chen beitrug, ist bedeutend gestiegen. Vögel haben sich überall in den jungen Wäldern eingenistet, und aud) die Viehhaltung ist mög­ lich geworden, seit an Stelle der kahlen Fels­ türme Wald und Wiesen sich ausdehnen.</p>
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          <p>nach dem Konsul. Als auch dies erfolglos war, bat ich um ein Aufsichtsorgan. Alles vergeblich. Ich bat flehentlich um eine Un­ terredung mit meiner Frau. Vergebens! Wohl Übernahm ein Organ von mir einen Gruß. an meine Frau und überbrachte mir eine Ant­ wort von ihr. Heute weiß ich allerdings, daß der Mann mich täuschte und meine Frau nicht aufgesucht hat. Endlich, Sonntag, 11 Uhr vormittags, wurden wir in einem langen Gang aufgestellt um entlassen zu werden. Ein Beamter verlas die Namen, doch wurden nicht alle entlassen, sondern ein Teil ohne Angabe von Gründen wieder in die Zellen geführt. Ich war'nicht mit aufgerufen worden und wußte nicht, was das bedeuten sollte. Da ging ein Offizier mit ro­ ten Hosen vorüber; in meiner Not ging ich auf ihn zu. Der Zufall war mir günstig — es war der Auditeur. Ich erzählte ihm meine Geschichte, und er wunderte sich, daß ich nicht verlesen worden war. Es stellte sich nunmehr heraus, daß. aus dem Buche, welches am 5. August begonnen wurde, verlesen wurde. Das Buch vom 4., worin wir registriert wurden, war abgelegt. Der Auditeur ordnete unsere Freilassung an, und endlich sah ich meine Frau wieder. Von dieser erfuhr ich, daß die Be­ handlung aus der Frauenabteilung noch schlech­ ter war als bei mir. Zwei Mann von der Garde civique brachten uns zur Bahn, wo für die Entlassenen ein Separatzug wartete. Nach einer Fahrt von 15 Minuten hielt der Zug in der Station Lierre. Ein Soldat visitierte die Abteilung und verlangte meine Papiere. Ich erwiderte, ich sei vom Prison in Antwerpen zur Bahn gebracht und dem Zugführer übergeben worden. Trotzdem letz­ terer dies bestätigte, erklärte mich der Soldat neuerlich als verhaftet, und ich mußte den Zug verlassen und wurde vor den am Bahnhof amtierenden Colonel gebracht. Nachdem ich ihm meine Leidensgeschichte erzählte, und nach­ dem ich abermals visitiert wurde, ordnete er meinen Transport in die Kaserne an. Mit gemischten Gefühlen machte ich mich, eskortiert von zwei Mann und einem Unteroffizier, auf den Weg, umringt von einem rasch anwachsen­ den Pöbelhaufen. Wir trafen fünf Soldaten, welche sich meiner Eskorte anschlossen. Vor der Kaserne suchte der Mob mich den Soldaten zu entreißen und griff das Militär an. Es wurde ein Schuß in die Luft abgegeben, wo­ rauf aus der Kaserne Soldaten uns zu Hilfe kamen und kam ich dadurch noch heil in die Kaserne. Der Generaloberst hatte inzwischen nach Antwerpen telephoniert und sich. von der Richtigkeit meiner Angaben überzeugt. Er stellte mir einen Passierschein aus und ge­ stattete mir, fortzugehen. Draußen erwartete mich der Mob, dessen Geschrei alles erfüllte, und ich bat daher, dort übernachten zu dür­ ren, was mir auch. bewilligt wurde. Auf dem Steinboden der zur Kaserne der Garde civique eingerichteten Markthalle wurde ein Bund Stroh aufgelegt! — mein Nachtlager war fer­ tig. Am nächsten Morgen früh 5 Uhr wurde ich zur Bahn. gebracht.</p>
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          <p>Das Testament des Papstes. Nach dem "Messaggero" lautet das Te­ stament Pius X. kurz: "Ich bin arm geboren, habe in Armut gelebt und will in Armut sterben. Ich bitte den Heiligen Stuhl, meinen Schwestern monatlich 300 Lire auszuzahlen. Ich will nicht einbalsamiert werden." Die Beisetzung. Rom, 23. August. Gestern abends 7 Uhr 30 Min. wurde die Leiche Pius X. von Nobel­ gardisten geleitet, auf einem kleinen Wagen zur Gruft gefahren und in diese hinabgelassen. Nadchem sich die Kardinäle zurückgezogen hat­ ten, gab der Vicegerant von neuem die Ab­ solution. Der Sarg wurde in einer provi­ sorischen Gruft beigesetzt. Die Zeremonie war üm 8 Uhr 10 Min. beendet. Etwa 1000 Ein­ geladene waren bei der Trauerseier zugegen. Papst Pius X. †.</p>
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          <p>Bayerische Nachrichten. Aufruf des Jan-sturms. Eine Kgl. Verordnung vom 21. August 1914 betr. des Landsturmes besagt: Sämtliche Angehörige des Landsturmes I. Aufgebotes, die ihm überwiesen, oder zu ihm aus der Srfatzreserve über­ getreten sind, werden hiermit ausgerufen. Vom Auf­ ruf sind nicht betroffen die wegen körperlicher und geistigen Gebrechen als dauernd untauglich zum Dienste im Heere oder in der Marine Ausgemuster­ ten. Die Aufgerufenen haben sich unter Vorzeigung etwaiger Milttärpapiere bei der Ortsbehörde ihres Aufenthaltes zur Landsturmrolle anzumelden. Berkehrseinnahmen -er k. Bayer. Staatseisenbahneu im Monat Juli. Rechtsrheinisches Netz 7373 Kilometer; geschätzte Einnahmen au» dem Personen- und Gepäckoerkehr 10 554 000 Mk. (gegen den gleichen Monat des Vorjahres mehr 371 000 Mark), aus dem Güterverkehr 14 085 000 Mk. (mehr 508 OOO Mk.), zusammen 24 639 000 (mehr 879 000 Mark), Gesamteinnahmen für Januar mit Juli 39 745000 (mehr 3 855 000 Mk.); linksrheinisches Netz 947 Kilometer; aus dem Personen- und Gepäck­ verkehr 1243 000 Mk (mehr 11000 Mk), aus dem Güterverkehr 2 846 000 Mk. (weniger 18 000 Mark), zusammen 4 089 000 Mk. (weniger 7000 Mark). Unentgeltlicher Bezug von Wildpret. Graf zu Törrtng-Jettenbach hat der Gemeindever­ waltung Lenggrter/Obb. angezeigt, daß er ihr den Wildpretanfall aus feiner im Gemetndebezirk Leng­ gries gelegenen Jagd von jetzt ab bis Ende Oktober zur unentgeltlichen Verteilung an solche bedürftige Familien der Gemeinde Lenggries zur Verfügung stellt, bei welchen der Mann zum Kriegsdienst einbe­ rufe» ist. Wer macht's nach? Eine Rechnung auf Sie deutsche Gut­ mütigkeit. Unter dieser Spttzmarke schreibt der "Augsburg-Lechhauser Stadt- und Landbote" in Nr. 86: "Wie wilde Tiere haben die Franzosen gegen die in Frankreich vom Kriegsausbruch über­ raschten Deutschen gewütet. Mit rohester Gewalt wurden sie ihrer Ersparnisse und Habsrltgketten be­ raubt, Frauen rnißhandelt, unschuloige Kinder er­ mordet. Während dies in Frankreich geschah, trug sich in Lechhausen folgendes zu: Herr Fabrtkdtrektor Eduard Orth nahm seinen etwa 19jährigen Sohn, der in Deutschland ausgewachsen und an unseren Schulen erzogen und nach der Entlaffung aus den­ selben auf der Augsburger Straßenbahn eine uns allen bekannte Erscheinung war, beiseite, packte ihm seine Retsekoffer und am Samstag, 1. August, reisten die beiden über Mülhausen nach Frankreich, wo der edle Vater seinen Sohn in ein französisches Regiment steckte, gegen Deutschland zu kämpfen. Da aber deutsches Geld nicht riecht, kehrte Herr Orth nach gelungener Heldentat fröhlichen Sinnes wieder zurück nach Lechhausen in seine Stellung als Fabrikdirektor der Prinzschen Fabrik für Bleicherei und Färberei, ein Posten, der ihm auch weiter von den "gemüt­ lichen Deutschen" mit 15 000 Mark Im Jahre be­ zahlt wird, meinte er. — Allein am Montag, den 17. August, erschien vor dem Fabrikgebäude ein städt. Feuerwehrauto, dem einige Beamte entstiegen. Herr Orth wurde aus dem Kontor gebeten und ver­ haftet und seine Familie abgeschubt. Orth weilt noch hier tu sicherer Verwahrung. Hierzu er» sagten wir auf Erkundigung an zuständiger Stelle, daß die Verhaftung des 2. Direktors der Prinzschen Fabrik, des Franzosen Eduard Orth, nicht erfolgt ist, weil er einen Sohn in der französischen Armee stehen hat, sondern weil er Franzose ist und daher die Verhängung der sogen. Schutzhaft geboten er­ schien. Daß ein weiteres Verbleiben des Orth nach Beendigung des Krieges trotzdem zur Unmöglichkeit gehört, nachdem sein Sohn gegen Deutschland kämpft, dürfte er wohl selbst begreifen; außerdem könnte es ihm leicht klar gemacht werden können, daß er nach solcher Handlungsweise bei uns kein Gastrecht mehr genießen kann. Im übrigen ist mit Beendigung der Krieges wohl die Durchführung der ergangenen Aus­ weisung zu erwarten. Verlustliste 1 der k. bayer. Armee. 4. Infanterie-Regiment: 2. Komp.: Vizefelbwebel Benedikt Schmtd aus Aichach, schwerver­ wundet, Schuß in den Kopf (infolge eigener unvor­ sichtiger Behandlung der Pistole; Unteroffizier Friedr. Danzer aus Bercherbach, B.-A. Kusel, schwerver­ wundet; Infanterist Josef Hörmann aus Haslach, B.-A. Lindau, leichtverwundet. 8. Infanterie-Regiment: 5 Komp.: Ge­ freiter d. Res. Franz Eberle aus Kempten, leicht­ verwundet ; 9. Komp.: Leutnant d. Res. Otto Werner aus Weimar, leichtverwundet; Unteroffizier d. Res. Albert Fondre aus Mühlhausen i. Eis., schwerver­ wundet;. Gefreiter d. Res. Josef Schuladen aus München, leichtverwundet; Infanterist d. Res. Martin Hackenbucher aus Straubing, leichtverwundet; In­ fanterist d. Res. Heinrich Mugler aus Metz, vermißt; 12. Komp.: Infanterist Josef Gruber aus Vogtareut, B.-A. Rosenhetm, leichtverwundet. 1. Chevauleger-Regiment: 1. Eskadron: Unteroffizier Georg Hagel aus Staffelstet», leicht­ verwundet; Eirijähr.'Unteroffizier Wolfg. Wedel aus Grafenthal, B.-A. Saalfeld, leichtverwundet; Ge­ freiter Johann Stöckelhuber aus Nürnberg, leicht­ verwundet; Gefreiter Georg Buckel aus Georgen­ haag, B.«A. Feuchtwangen, leichtverwundet; Ge­ freiter Friedrich Heid aus Heroldsberg, B.-A. Er­ langen, leichtverwundet; Chev. Christian Schmidt aus Cadolzburg, B.-A. Fürth, leichtverwundet; Chev. Johann Thomas Schmetzer aus Berge!, B.-A. Uffenheim, leichtverwundet; 5. Eskadron: Chev. d. Res. Georg Bachmayer aus Schwarzenbruck, B.-A. Nürn­ berg, vermißt. 3. Chevauleger-Regiment: 2. Eskadron: Chev. Karl Sontheim aus Stauffen, B.-A. Sont­ hofen, vermißt; Chev. Josef Heckl aus Maßendorf, B.-A. Schwabach, vermißt; Georg Haack aus Niedern­ dorf, B.-A. Scheinfeld, vermißt; 3. Eskadron: Unter­ offizier Marzellus Theis aus Roncourt bei Metz, vermißt. Fernsprech-Abteilung: Sergeant Johannes Schulz aus Ramstein, B.-A. Homburg, schwerver­ wundet.</p>
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          <p>tigsten und spottreichsten Lieder gerichtet wa­ ren. Dieser Franzosenspott im deutschen Sol­ datenlied ist viel älter, als man wohl gemein­ hin annimmt. Welch köstliche Gesänge man gegen die Franzmänner in dem Befreiungs­ kriege und im deutsch-französischen Krieg von 1870 gerichtet hat, wissen wir alle. Aber schon 300 Jahre früher erklang aus Landsknechts­ munde grimmer Hohn auf die Franzosen, die in der Schlacht bei Pavia so kopflos geflohen waren und der Landsknecht Peter Stubensol fingt ihnen nach: "Feldflüchtig Leut ihr wor­ den sind, — ir seind unsinnig, darzu blind." Und ein anderes Lied auf die Schlacht von Pavia beginnt, indem es die Verderblichkeit des französischen Hochmutes betont: "Ich hab oft sagen hören, — Verachten tut kein Gut, — Das tut der Franzo's beklagen. . .". Aus der Zeit des Großen Kurfürsten erzählt ein Soldatenlied dasselbe: "Franzosen die schwö­ ren zu Streit, — sie wollen uns gar auffressen, — zeigt, daß ihr Kerls seid." Das eigentliche Spottlied des preußischen Soldaten über seinen Erbfeind hebt aber erst mit dem Tage von Roßbach an; von nun an klingt immer wie­ der als Reim auf die "Franzosen" der von den "Hosen", die sie auf der Flucht verloren haben, und vor allem wird von den Sol­ daten des alten Fritz der unfähige General Prinz Soubise verspottet, den z. B. ein preu­ ßischer Grenadier mit den Versen zum Besten hat: "Soubise — bise — bise — Ach diese, diese, diese — Schläge tun dir weh!" Aehnliche Klänge ertönen wieder in den Revolu­ tionskriegen; so ist aus dem Feldzug 1792 das Marschlied bekannt: "Frisch auf, ihr tap­ fern Preußen, — Nach Frankfurt woll'n wir reisen, — Franzosen steh'n darin, — Dazu der Schelm Custin." — Mit brausender Leb­ haftigkeit haben dann diese Spottöne 1813 die Arndt und Rückert aufgenommen. Ein gemütvoller Arzt, Bon einem ameri­ kanischen Gericht wurde kürzlich gegen zwei Wäschefabrikanten verhandelt, die im Neben­ beruf einen schwunghaften Handel mit ver­ botenen narkotischen Mitteln getrieben hatten und deshalb unter Anklage standen. Bei die­ ser Gelegenheit wurde der Brief eines Arztes verlesen, der eine von Morphiumsucht befalle­ ne Dame behandelt hatte, die zu den besten Kunden der angeklagten Wäschefabrikanten ge­ hörte. Der Brief des Arztes schloß mit den gefühlvollen Worten: "Das beiliegende Re­ zept wird Ihnen hoffentlich die ersehnte Lin­ derung bringen. Sollte sie aber ausbleiben, so rate ich Ihnen zu Abshnth, Cocain oder noch besser einfach zum Selbstmord Ihre Zu­ flucht zu nehmen, der immer noch das beste Mittel darstellt, allen Unerquicklichkeiten und allem Elend des Daseins aus dem bequemsten Wege zu entgehen." Die Angeklagten beriefen sich zur Entschuldigung für Ihr Vergehen auf diesen Brief und den in ihm der Patientin er­ teilten Mat, zu narkotischen Drogen Zuflucht zu nehmen. Trotz dieser Entschuldigung wur­ den sie indessen zu je 100 Dollars Strafe ver­ urteilt.</p>
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          <p>Stimmen aus dem Publikum. (Die Redaktion übernimmt für Einsendungen unter diese» Rubrik dem Publikum gegenüber keine Verantwortung.) Fort mit undeutschem! Nicht nur der deutsche Sprachverein, sondern auch weite Kreise des deutschen Volkes bemühen sich gründlicher als bisher unsere Muttersprache von fremdländischem zu reinigen. Geradezu erfrischend wirkt es, wie den Damen und Dämchen, die die roten Franzosenoberhcsen umschmeicheln auf die durch "Manicuren" verzärtelten Finger geklopft wird. Möchte doch jedes deutschfühlende Wesen die fremd­ ländische Bezeichnung "Dame" unterlassen! Was alles muß doch unter dem Begriffe "Dame" segeln. Darum weg mit jedem Damentee, Damenkomitee u. s f. Viel schöner und wertvoller ist doch die deutsche "Frau" samt ihren Zusammensetzungen. Oder könnte auch nur einer im Liede "Deutschland, Deutschland über alles" wirklich singen: "DeutscheDamen, deutsche Treue. . . ?" Also seid uns willkommen ihr guten deutschen "Frauen!" Laßt euch so auredeu. -i.</p>
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          <p>Letzte Posten. Aus Serbien. Sofia, 24. August. (Wolffbüro.) Von der serbisch-bulgarischen Grenze wird gemel­ det: Die österreichisch-ungarische Armee ist in erfolgreichem Vorrücken ins Innere Serbiens begriffen. Die Serben seien von allen Seiten gedrängt infolge der erlittenen ungeheuren Verluste. In Risch herrsche Panik. Unzählige serbische Flüchtlinge suchten Zufluchtstätten in bulgarischen Grenzorten. Nachdem in Nisch kein Platz mehr für die Verwundeten ist, sind sie nach Pirot geschickt worden. Der bulgarische Gesandte Tschcchrasikow ist unterwegs nach So­ fia. . - .. , • ' Begeisterung in der Türkei. ' ' Konstantinopel, 23. August. (Wolff­ büro.) Die Nachricht über den großen Sieg der Deutschen bei Metz hat in allen Schichten der türkischen Bevölkerung eine gewaltige Begei­ sterung hervorgerufen. Die österreichisch-unga­ rische und die deutsche Kolonie veranstalteten ein besonderes Freudenfest.</p>
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          <p>Handel und Verkehr. Oesterreich), — Jungrinder (— aus Oesterreich), 2749 lebende und 247 tote Kälber. 4057 lebende und 1569 tote Schweine, 62 lebende und 160 tote Schafe und Ziegen, 57 lebende und 301 tote Lämmer, Spanferkel und Kitze. Nach Auswärts wurden — Stück Großvieh und — Schweine. Marktverlauf: Großvieh: gute Qualitäten leicht anziehend; Kälber: gegen Ende der Woche steigend; Schafe unverändert; Schweine: fest. Rosenheim, 22. Aug. (Schranne.) Mittelpreis: Weizen 11,80 Mk., gest. — Pfg., Korn — Mk, gest. — Pfg., Gerste — Mk., gefc — Pfg., Haber 11,31 Mk., gest. — Pfg. Rosenheim, 22. August. (Hauptviehmarkt.) Gesamtauftrieb: 626 Stück; davon 114 Ochsen, 177 Kühe, Stiere und Rinder, 120 Kälber, 205 Saugschweine, — Läufer­ schweine, 10 Pferde, — Zuchtkälber. — Markt­ preise: a) pro Zentner Lebendgewicht: Ochsen 45 bis 55 Mk., Stiere 36 bis 42 Mk., Kälber 40 bis 44 Mk.; b) pro Stück : Kälberkühe 250 bis 550 Mk.; Saugschweine 14 bis 18 Mk.; Zuchtkälber — bis — Mk., Fohlen — Mk. — Tendenz: zögernd. — Nächster Monattviehmarkl: 3. Sepl. rihrzeit Bet elektrische« StrißeiWi. Gültig vom 1. Mai 1914 mit 30. September 1914 Ab Dreifaltigkeitsplatz: Die vom Dreifaltigkeitsplatz kommenden Wage» durchfuhren die nachbenannten Haltestellen: Theaterstrraße (Luitpoldbr.) 1,0 Minuten spitter. Rosengaff« (Neustadt) 2,0 " " Zweibrückenstraße 3,5 " " Obeliskenplatz 5,0 " " Johannisstraße (Schlachth.) 6,5 " " Mitti Seligenthalerstraßc 7,5 " " Hauprzollamt 8,5 . " " Uebersühra. (Güterbhf.) 9,5 " " Die vom Bahnhof kommenden Wagen durch­ fahren die nachbenanmen Haltestellen' Ueberführg. (Güterbhf.) 0,5 Minuten späte». Harchtzollamt 1,5 " " Weiche Seligenthalerstraße 2,5 " " Johannisstraße (Schlachth.) 3,5 " " Obeliskenplatz 5,0 " Zweibrückenstraße 6,5 " " Rofengaffe (Neustadt) 8,0 " " Theaterstraße (Luitpoldbr.) 9.0 " " München, 22. Aug. (Viehmarkt.) Bericht vom 15. bis 21. Aug. Preise per 50 Kilo Lebendgewicht: Ochsen: 1. Qualität 58—61, österr. 00— 00, Holland. 00—00, 2. Qual. 00—00, österr. 00—00, holl. 00—00, 3. Qual. 54—57, österr. 00—00, schweb. 00—00, 4. Qual. 50—53, österr. 00— 00, schweb. 00—00, 5. Qual. 41—45, österr. 00—00. Bullen: 1. Qual. 41—45, 2. Qual. 36—40,3. Qual. 30—35; Kühe u. Kalbinnen: 1. Qual. 46—52, 2. Qual 41—46, 3. Qual. 36—40, 4. Qual. 29—35, 5. Qual. 19—28; gering genährtes Jungvieh: 24—29; Kälber: feinste 50—59, mittlere 40—49, geringe 30—39; Schafe: Stallmastschafe, Mastlämmer und jüngere Masthammel 00—00, ältere Masthammel 00—00, mäßig genährte Hammel—, gering. Lämmer 00—00; Schweine: Fettschweine über 150 Klgr. 46—55, yollfleischige von 120 bis 150 Klgr. 46—55, von 100 bis 120 Klgr. 48—56, von 80 bis 100 Klgr. 48—56, dto. unter 80 Klgr. 48—58, Sauen 40 bis 45, Bratenschweine 55—58 Mk. Preise per 50 Klgr. Schlachtgewicht: Bullen 2. Qual. 00— 00, 3. Qual. 00—00, Kälber: feinste 58—66, mittlere 51—57, geringe 43—50; Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthammel 61—68, ältere Masthammel 00—00, mäßig genährte Hammel und Schafe 00—00; geringere Lämmer und Schafe 45-60. Schweine: Fettschweine über 150 Klgr. 60—68, vollfleischige von 120—150 Klgr. 60—70, Öon 100 bis 120 Klgr. 63—73, von 80 bis 100 Klgr. 63—76, unter 80 Klgr. 51—78, Sauen 00— 00, Bratenschweine 75—80Rk. — Gesamtzufuhr: 2451 Großvieh, aus dem Auslande —, und zwar — Ochsen (darunter — aus Schweden und — aus Oesterreich), — Bullen (darunter — aus Oesterreich), — Kühe (darunter — aus Dänemark und — aus</p>
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          <p>Bekanntmachung. Betreff: Autoverkehr. Auf Grund Ministerialanordnung vom 18. August c. wird das Publikum dringend ersucht dem Autoverkehr des Kaiserlich, freiwilligen Automobilkorps und des Kgl. bayer. Automobilkorps keinerlei Hindernisse in den Weg zu legen und denselben tunlichst zu unterstützen. Die Uniform des Kaiserl. Automobilkorps besteht in einem feldgrauen Rock, karmesinroten Umlegkragen und Fangschnüren, die des Kgl. bayer. Automobilkorps in einem feldgrauen Waffenrock mit feldgrauem Kragen. Landshut, den 23. August 1914. Stadtmagiftrat. Marfchall, K. Hofrat: Oberbürgermeister. Schwarz,</p>
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          <p>Bekanntmachung. Anläßlich des Nmenssestes Seiner Majestät König Ludwig IU. werden die Titl. Hausbesitzer ersucht am Dienstag den 25. Aug. cnrr. ihre Hövser beflagge« zu volle«. Landshut am 22. August 1914. 29*5 Stadtmagiftrat. Marschall Schwarz.</p>
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          <p>Inserate.</p>
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          <p>Bekanntmachung. Das Schöffengericht am k. Amtsgerichte in Landshut hat in seiner öffent­ lichen Sitzung vom 13. August 1914 in der Strafsache gegen Knogler Anna, Schwaigersfrau in Landshut, wegen Vergehens gegen das NahrungSmittelgefetz begangen durch Milchfälschung folgendes Urteil erlaffen: Anna Knogler rc. rc. ist schuldig eines fortgesetzten Vergehens nach 8 10 Z. 1 u. 2 des Nahrungsmittetgesetzes und wird deshalb zu einer Geldstrafe von sechzig Mark umzuwandeln für den Fall der Uneinbringlichkeit in viertägiger Gefängnisstrafe verurtett. Anna Knogler hat die Kosten des Verfahrens einschließlich der durch die polizeiliche Untersuchung erwachsenen und der Strafvollstreckung zu tragen. Der entscheidende Teil des Urteils ist innerhalb der Frist von 2 Wochen seit Eintritt der Rechtskraft einmal im Kurier von Nlederbayern auf Kosten der AnnaKnoglerzu veröffentlichen. per kgk. &amp;&amp;eva.txtt&amp;vicfyievz gez. Seeberger. Zur Beglaubigung: Der kgl. Sekretär Geiger.</p>
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          <p>—* Der Autoverkehr darf nicht mehr behindert werden. Näheres in der Bekannt­ machung in der heutigen Nummer.</p>
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