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        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1915-01-19"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">68. Jahrgang Nr. 15</biblScope>
          <date when="1915-01-19">1915-01-19</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
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          <p>Der Krieg. Aus dem Westen kam gestern die Rächn richt von einem Kampfe bei La Boiselle, bei dem die Franzosen 3 Offiziere und 100 Mann als Gefangene verloren. Im Argonnerwalde wo unsere Truppen in ständigem Vormarsch begriffen sind, kam es ebenfalls zum Kampfe, der mit großer "Erbitterung geführt worden sein mußte, denn der Bericht der Heereslei­ tung besagt, daß die französische Besatzung der Schützengräben fast vollständig aufgerie­ ben wurde. Ueber die Kämpfe bei Soissons, deren Erfolg für die Deutschen von den Verbündeten jetzt unumwunden zugegeben wird, gibt das Große Hauptquartier einen umfassenden Be­ richt, der die chronologische Reihenfolge der Kämpfe anschaulich schildert und mit den Wor­ ten schließt: "Was unsere wundervollen Truppen, zwar schmutzig anzusehen, aber prachtvoll an Kör­ perkraft und kriegerischem Geist da geleistet haben, ist über alles Lob erhaben. Ihre Tap­ ferkeit, ihr Todesmut, ihre Ausdauer und ihr Heldentum fand gebührende Anerkennung da­ durch, daß der oberste Kriegsherr, der in je­ nen Stunden unter ihnen weilte, die verant­ wortlichen Führer noch auf dem Schlachtfelde mit hohen Ordensauszeichnungen schmückte. Ge­ neral der Infanterie v. Lochow wurde mit dem Orden Pour le merite und Generalleut­ nant v. Wichura mit dem Komtur des Haus­ ordens der Hohenzollern ausgezeichnet. Neben einer energischen, zielbewußten und kühnen Führung und der großartigen Trup­ penleistung ist der Erfolg der Schlacht bei Soifsons der glänzenden Zusammenarbeit aller Waffen, vor allem der Infanterie, Feldartil­ lerie, Fußartillerie und der Pioniere zu ver­ danken, die sich gegenseitig auf das Vollendetste unterstützten. Auch die Fernsprechtruppen ha­ ben nichtivenig zum Gelingen des Ganzen bei­ getragen. Auf Truppen und Führer solchen Schlages kann das deutsche Volk stolz sein." Aus dem Osten liegen auch heute nur wenig Meldungen vor. Das andauernd un­ günstige Wetter beeinflußt die Truppenbewe­ gungen dort in nachteiliger Weise. Nur in Nordpolen wurde ein russischer Angriff zurück­ geworfen. Tie Oesterreicher haben die Russen bei Zaklichn zum Rückzüge gezwungen. Tie Türken sind in neue Kämpfe mit den Russen im Kaukasus verwickelt, deren Ent­ scheid noch aussteht. Tie Engländer!' die Zeter und Mordio schrien, als deutsche Kriegsschiffe die mit Ar­ tilleriestellungen bewehrten englischen Städte beschossen, haben in Südwestarrika die offene deutsche Stadt Swakopmund beschossen. Gestern nachmittags wurde berichtet:</p>
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          <p>Bericht des deutschen Hauptquartiers. Bericht des deutschen Hauptquartiers.</p>
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          <p>Westlicher Kriegsschauplatz. In der Gegend von Nieuport nur Artil­ leriekämpfe. Feindliche Angriffsbewegumgen sind in den letzten Tagen nicht wahrgenommen worden. An der Küste wurden an mehreren Stel­ len Minen angeschwemmt. Bei La Boiselle, nordöstlich Albert, war­ fen unsere Truppen im Bajonettangriff die Franzosen, die sich! im Kirchhof und im Ge­ höfte südwestliche davon festgesetzt hatten, her­ aus und machten 3 Offiziere und 100 Mann zu Gefangenen. Im Argonnerwalde wurden mehrere fran­ zösische Gräben erobert und die französische Besatzung fast aufgerieben. Ein Angriff der Franzosen auf unsere Stellung nordwestliche Pont au Moufson führte auf einer Höhe, zwei Kilometer südlich! Vilceh bis in unsere Stellungen. Ter Kampf dauert noch! an. In den Vogesen und im Oberelsaß herrscht starkes Schneetreiben und Nebel, die die Ge­ fechtstätigkeit behindern.</p>
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          <p>Oestlicher Kriegsschauplatz. In Ostpreußen ist die Lage unverändert. Im nördlichen Polen versuchten die Rus­ sen über den Wkraabschmitt bei Radcanows vorzustoßen, wurden aber zurückgewiesen. In Polen westlich! der Weichsel hat sich nichts Wesentliches ereignet. Oberste Heeresleitung. Heute früh wurde telephonisch gemeldet:</p>
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          <p>Die Kämpfe der Oesterreicher. Die Kämpfe der Oesterreicher. WTB. Wien, 18. Januar. Amtlich wird gemeldet: Nördlich der Weichsel keine wesentlichen Ereignisse. Auf den Höhen östlich Zaklichn zwang unsere Artillerie durch ein konzentrisches Feuer die Russen zum Verlassen einiger vorderster Schützenlinien. Die rückgängige Bewegung übertrug sich beim Feinde auch auf andere Frontteile, sodaß schließlich in einer Ausdeh­ nung von 6 Kilometern der Gegner die vor--' berste Stellung räumte und in unserem wir­ kungsvollsten Artillerie- und Maschinengewehrfeuer in Unordnung auf die nächsten Höhen­ linien zurückging. Hierbei ließ er zahlreich« Gewehre und viel Munition in seiner früheren Stellung zurück. An der übrigen Front in Westgalizien nur Geschützkampf. , In den Karpathen nur unbedeutende Pa­ trouillengefechte. Der stellvertretende Chef des Generalstabes: v. Höfer, Feldmarschalleutnant.</p>
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          <p>an 7000 Turner auf blutiger Walstatt in Ost und West den Heldentod erlitten und fast die dreifache Anzahl hat im Kampf ehrenvolle Wunden erhalten. Weit über 6000 Turner — auch, hier liegen erst die Berichte von etwa der Hälfte der Vereine zugrunde, — sind in den ersten 5 Monaten mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Auch die Daheimgebliebenen der Deutschen Turnerschaft arbeiten in schwerer Zeit für unser Volk. In umfassender Weise hat die Liebestätigkeit der Turnvereine ein­ gesetzt. Tie Summe aller Stiftungen für das Rote Kreuz und die allgemeine Kriegssürsorge aus den Turnerkreisen dürfte mit einer halben Million Mark kaum zu hoch angegeben sein. Tie vielen vereinseigenen Turnhallen stehen außerdem überall zu vaterländischen Zwecken offen und sind zur Aufnahme Kranker und Verwundeter zur Verfügung gestellt. Wenn auch, die Reihen der Turner stark gelichitet sind, so ist doch nach Möglichkeit ver­ sucht worden, die körperliche Ausbildung von jung und alt aufrecht zu erhalten. Namentlich haben sich alle Vereine bemüht, die heranwach­ sende Jugend zwischen 14 und 18 Jahren sowie die Knaben zu regelmäßiger Turnarbeit her­ anzuziehen. Die Alten aber sind vereint in Landsturmriegen,. um, falls das Vaterland sie auch noch rufen fehlte, schon jetzt ihre Ausdauer zu erproben und zu steigern. C. R. Tie österreichischen Verluste. B erlin, 18. Januar. Aus Wien wird der "Voss. Ztgch gemeldet: Nach. den bisher ausgegebenen 100 Verlustlisten sind die Ver­ luste des österreichischen Heeres wie folgt: 8980 Offiziere verwundet, 2263 gefallen, 628 kriegs­ gefangen, Mannschaften: 231,160 verwundet, 40 827 tot und 9502 gefangen. Von den Ver­ wundeten sind viele bereits wieder an die Front zurückgekehrt. Die Sterblichkeit der Truppen ist ausfallend gering, was den moder­ nen Waffen zuzuschreiben ist. (Z.) Angeblich« Forderung des Treiberbandes an Schweden. Ter "Newhork Herald" meldet aus Stock­ holm: Tie Gesandten des Dreiverbandes for­ derten von Schweden die Aufhebung des Ver­ botes der Durchfuhr von Kriegsmaterial nach Rußland. (Z.) Ein italienischer Kreuzer beschädigt. Ter italienische Kreuzer "Coatit" ist aus unbekannten Gründen schwer beschädigt von einer Fahrt im Adriatischen Meer zurückge­ kehrt. Er lief im Schlepptau des Kriegs­ schiffes "St. Bon". (Z.) Zur Haltung Rumäniens. Berlin, 18. Jan. Aus Rotterdam mel­ det die "Deutsche Tgsztg.": Die "Times" bringt die Nachricht, daß, in Petersburg die voll­ kommene zuverlässige Meldung vorliegt, wo­ nach Rumänien innerhalb weniger Wochen ant Kriege teilnehmen werde. Der "Ton" mel­ det aus Genf, daß die rumänischen Studenten der schweizerischen Hochschulen Mobilmach­ ungsbefehle erhielten. (Z.)</p>
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          <p>Vom westlichen Kriegsschauplatz. Tie Kämpfe bei Soissons. Genf, 17. Januar. Tie ^hinter der Kathe­ drale von Soissons und dem Justtzgebäude aufgestellten französischen Batterien wurden durch deutsche Treffer bei dem gestrigen er­ neuten Bombardement zum Schweigen ge­ bracht. Tie Kathedrale und die Johanniskirche erlitten nur geringe Beschädigungen. Tie Ge­ samtlage der Verbündeten zwischen Lhs und Somme ist durch die deutschen Erfolge bei Earench, Albert und Arras ungünstig beein­ flußt- (Z-) Aus ver Kriegsgeschichte von Soissons. Eine siegreiche Schlacht bei Soissons! Mit großem Jubel erfüllt uns diese Botschaft aus dem Westen? ist sie für uns doch! ein Beweis, daß der langwierige Stellungskampf wenig­ stens an einer Stelle zum Kampf in offener Schlacht geworden ist. Schon seit dem Beginn des Krieges spielt ja Soissons als Knoten­ punkt der Nord- und Ostbahn eine bedeu­ tende Rolle. Nordwestlich von Reims liegt der vielumstrittene Ort an der Aisne, deren brausende Hochwasserfluten den Franzosen jetzt so gefährlich werden sollten. Tie Entfernung von Soissons nach Paris, nach dem Herzen Frankreichs, beträgt kaum 100 Kilometer! Es ist nicht das erstemal in der Weltgeschichte, daß Deutsche und Franzosen hier in tätlichem Kampf zusammentraten. Bereits in den Krie­ gen von 1814 und 1815 sowie im Jahre 1870 war Soisson der Schauplatz ^hartnäckigen Rin­ gens. Am 3. März 1814 rückten Bülow und Wintzingerode mit ihren Truppen in die da­ mals befestigte Stadt ein, mußten sich, jedoch ein paar Tage später vor überlegenen fran­ zösischen Kräften zurückziehen. Am 14. Au­ gust des folgenden Jahres aber wurde die Aisnefestung von den Preußen endgültig be­ zwungen. Vom 13. bis 15. Oktober 1870 litt Soissons großen Schaden infolge der dreitägi­ gen Beschießung durch die deutsche Maasarmee, die ynter dem Befehl des Großherzogs von Mecklenburg-Schwerin stand. Auch die weit zurückliegende Vergangenheit von Soissons ist überwiegend kriegerisch. Im Altertum den Rö­ mern als Noviodunum bekannt, war Soissons lange Zeit ein Palatium der römischen Kai­ ser, und auch nach dem Zusammenbruch der römischen Weltherrschaft verteidigten die Rö­ mer mit Zähigkeit diese Stadt als letztes Be­ sitztum gegen die Gallier, bis schließlich die Katastrophe durch die bekannte Schlacht des Jahres 486 hereinbrach, in der Chlodwig den römischen Statthalter Syagrius entscheidend schlug und damit der Herrschaft der Römer in Gallien ein für allemal ein Ende machte. In der Merowingerzeit behauptet Soissons seine Bedeutung als Residenzstadt von Neustrien. Hier ist die Wiege der französischen Monarchie? denn hier setzte sich im Jahre 751 der erste Karolinger, Pipin der Kleine, die Königs­ krone aufs Haupt. Seit dem neunten Jahr­ hundert war die Stadt Sitz des Grafens von Soissons, wechselte dann durch Kauf oder Hei­ rat mehrmals ihren Herrn, und wurde schließ­ lich im Jahre 1734 Besitz der französischen Krone. Eine Geschachte von den "Barbaren", die für den Geist unserer Truppen bezeichnend ist, wird in "Ueber Land und Meer" erzählt. Nach einem hartnäckigen Kampf hatte ein baye­ risches Landwehrbataillon mit vielen anderen Truppen die Franzosen aus einem heißum­ strittenen Torfe geworfen, und die kampfmüden Soldaten durften nun rasten. Tie Mannschaf­ ten waren vom größten Durst und Hunger ge­ plagt, und so erlaubten ihnen die Vorgesetzten, die Häuser nach genießbaren Dingen zu durch­ suchen. Tie zahlreichen, mit der Flagge des Roten Kreuzes geschmückten Gebäude wurden natürlich verschont, in den anderen von den Einwohnern verlassenen Häusern aber machte man sich, an die Arbeit, um noch etwas auf­ zutreiben. Viel war es nicht. Nur in einem weiter außen an der Ostgrenze gelegenen Häus­ chen fand man Lebensmittel und Wein in Fülle, und die glücklichen Endecker füllten denn auch ihre Feldflaschen mit dem feurigen Bac­ chustrank, versahen sich mit Speck und Brot, und wollten, mit eß- und trinkbarer Beute beladen, abziehen. Ta fiel der Blick eines bayerischen Kandwehrmannes auf einen klei­ nen Zettel, der an der Haustür befestigt war. Tie Schrift besagte, daß der Besitzer und die Besitzerin des Häuschens, zwei hochbetagte Leute, sich in anerkennenswerter Weise um die Pflege der Verwundeten verdient gemacht hätten und auch deutschen Soldaten Hilfe ange­ deihen ließen. Sofort ertönte aus dem Munde des Wehrmanns ein kräftiges: "Halt, Kame­ raden! Daher mit Euren Sachen. Wir müssen sie sofort wieder zurücktragen, denn ein Hunds­ fott derjenige, der einen deutschen Befehl nicht respektiert — und da seht her, hier steht einer!" Dabei zeigt der Brave auf die Inschrift und erläuterte den Herzudrängenden, daß der Zettel gewiß von einem Offizier, der bereits früher hier gewesenen deutschen Truppen angeschlagen worden sei. So sehr die Leute sich über die erbeuteten Sachen gefreut hatten, so hungrig und durstig sie waren, trotzdem trug jetzt jeder die mitgenommenen Eßwaren und den Wein wieder in das Haus zurück. Ter Wein wurde in ein sauberes Gefäß geschüttet? Speck und Brot auf den Tisch, gelegt und dazu ein Zettel, auf den der wackere Landwehrmann mit Beistift die Worte schrieb: "Entschuldigen Sie, Mosjö und Madam B . . ., Teutsche hat­ ten Hunger, ihre Lebensmittelwagen lagen weit zurück. Wir suchten also und fanden Lebens­ mittel, aber auch einen Zettel, der uns von Ihrer Tätigkeit für Verwundete erzählte. Sie opfern also der Menschlichkeit, und drum gehen wir wieder hungrig ab. Von Ihren Sachen fehlt keine Krume!" Intimes vom französischen Sanitätsdienst. Bern, 17. Jan. Der "Bund" gibt einen Auszug aus dem Kriegstagebuch von Georg Ohnet wieder, das er, ohne an der Front gewesen zu sein, geschrieben hat. Ueber sei­ nen Besuch in Noisy le Sec, den er unternom­ men, um sich über Mängel im Sanitätswesen zu orientieren, schreibt er: In den ersten Kriegstagen fehlte alles, Aerzte, Krankenpfle­ ger, in den Eisenbahnzügen Medikamente und Nahrungsmittel für die Verwundeten. Auf den Stationen stiegen dann allzu eifrige Leute ein, die von einem Ueberfluß an Mitleid be­ seelt waren und sich, vieler Tinge annahmen, die sie nichts angingen ;den Soldaten zu essen und zu trinken gaben, kunterbunt durcheinan­ der, ohne zu beachten, ob sie nützten oder schaden. Wenn man ihnen Bemerkung machte, so waren sie beleidigt, als ob ihnen die Arm­ binde des Roten Kreuzes, die sie schmückte, alle Wissenschaft und Autorität verliehen hätte. Alle Welt ist sich schon einig über die Frivoli­ tät, die Wichtigtuerei und Koketterie vieler Da­ men vom Roten Kreuz, die nur deshalb ein­ getreten waren, weil man mit hochbetitelten Leuten in den Komitees zusammenkam. Man hatte überall nur vorausgesetzt, daß der Ein­ tritt irgend welche Dienste nicht mit sich brin­ gen würde. Man betrachtete die Sache ledig­ lich. vom gesellschaftlichen Standpunkte aus. Es war schick. Man machte hübsche Bekannt­ schaften. Als die Lage sich änderte und man Wunden verbinden, Blut sehen und Instru­ mente Herrichten mußte, flohen die Santen er­ schreckt davon. Tann erst kamen die Kranken­ schwestern, die mit aufopfernder Hingebung jedem dienten und seither funktioniert der Spitaldienst.</p>
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          <p>Der Krieg mit England. Unterseeboote in Kanada. Amsterdam, 18. Jan. Nach, einer Reu­ termeldung aus Montreal hat das kanadische Milizdepartement bekannt gegeben, daß acht erstklassige Unterseeboote von der kanadischen Vickers-Gesellsch.. auf Kiel gelegt worden sind. Einige davon sollen bereits im August in Dienst gestellt werden. In dem Werk wird mit Hochdruck gearbeitet. (Z.)</p>
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          <p>len zur Zwangsarbeit im Mittendistrikt Ver­ wendung finden, was die Erbitterung weiter Kreise natürlich noch verstärkt hat. &lt;Z.) Haag, 18. Jan. Ter "Nieuwe Courant" hat die Abschrift eines an ein bekanntes eng­ lisches Tageblatt gerichteten Schreibens erhal­ ten. In diesem wird betont, daß die Pro­ vinzialwahlen in Transvaal darauf hinwei­ sen, daß Botha das Vertrauen der Wähler in der Union nicht mehr besitzt und daß, wenn er den Mut hätte, allgemeine Wahlen auszuschrei­ ben, das Ministerium fallen würde. Ter Ver­ fasser schreibt: Als der Krieg begann, wurde die Union ersucht, ihre Loyalität durch die Er­ oberung von Teutsch-Südwestafrika zu bewei­ sen. Wenn die Regierung ihre offenbare Pflicht getan hätte, hätte sie die Londoner Regierung gewarnt und darauf hingewiesen, daß man von dem großen Teil der holländischen Bevölke­ rung nicht erwarten könnte, eine solche Erobe­ rung für ein Volk zu machen, das vor weniger als zwanzig Jahren ihre Flagge niedergeholt und ihren Grund und Boden in Besitz genom­ men hat. Es sei nicht erwiesen, daß die als Rebellen vom Britenreich Bezeichneten diesen Namen verdienen. Tie Regierung könne le­ gitimerweise nur verlangen, daß sie das Land verteidigen und Angriffe des Feindes zurück­ weisen. Wenn die Unionsregierung denStandpunkt^i er Buren klar und wahrheitsgemäß dargelegt hätte, würde man das Wort "Rebel­ len" innerhalb der Union nicht gehört haben. Hätte die englische Regierung deutlich begrif­ fen, wie die Buren das Gesetz über die Landes­ verteidigung auffaßten, so würden sie das An­ gebot der Unionsregierung nicht angenommen haben, deutsches Gebiet zu erobern. Ter Ver­ fasser des Schreibens sieht die Zukunft Süd­ afrikas in düsterem Lichte und sagt, das einzige Mittel sei, daß der britische Generalgouverneur von Südafrika den Rücktritt des Ministeriums Botha und die Ausschreibung von Neuwahlen fordere.</p>
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          <p>Vom östlichen Kriegsschauplatz. Eine russische Stimme über die Lage im Osten. Basel, 18. Januar. Laut "National­ zeitung" schreibt der militärische Mitarbeiter der "Nowoje Wremja": Tie bekanntgeworde­ nen Truppenoerschiebungen hinter der "deut­ schen Front beweisen alles andere als einen Rückzug des Feindes. Wir müssen vielmehr eine neue Schlacht auf der ganzen Linie er­ warten, vielleicht in einem ganz unerwartetem Moment. Warschau wird erobert; Ter Warschauer Korrespondet der "Timech" hatte ein Gespräch mit einigen von den Russen gefangen genommenen deutschen Reser­ visten, die seit dem 14. August ununterbrochen im Felde stehen. Auf die Frage, ob die deut­ sche Armee noch immer darauf rechne, Warschau zu erobern, antworteten die Teutschen wie aus einem Munde: Zweifellos! Tie Kämpfe in der Bukowina und den Kar­ pathen. Frankfurt, 17. Jan. Ter "Frkf. Ztg." wird aus Budapest berichtet: Seit acht Tagen ist es an der Grenze der Bukowina und im Beszterzenaszoder Komitat nur zu Vorpostenkämpfen mit den Russen gekommen, die jedoch stets mit ansehnlichen Verlusten für die Rus­ sen endeten. In den Karpathen herrschen Schneeunwetter und große Kälte. Noch mehr aber fordern die Schwarzen Blattern unter den Russen, besonders unter den in Galizien befindlichen Truppen, überaus zahlreiche Opfer. (Z.)</p>
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          <p>Die Türkei im Kriege. Bom kaukasischen Kriegsschauplatz. Berlin, 18. Januar. Nach der "Tägl. Rundschau" meldet der Berichterstatter der Londoner "Times" aus Petersburg vom 11. Januar, daß die Türken auf dem kaukasischen Kriegsschauplatz neue Kräfte heranziehen. Es sei unverkennbar, daß die Führung der tür­ kischen Truppen mit jener Hindenburgs über­ einstimme. Tie Truppen bei Sarykamisch! seien durch Nachschübe aus der Gegend von Erzerum verstärkt worden. (Z.) Eine Schmacht im Kaukasus. Petersburg, 18. Januar. Tie No­ woje Wremja meldet über die Kämpfe im Kau­ kasus: Tie Schlacht bei Karaurgan hält seit dem 10. Januar ununterbrochen an. Es liegen bisher noch. keine Anzeichen dafür vor, daß ihr Ausgang nahe bevorsteht. Im Gegenteil scheint der Kampf noch an Heftigkeit und Aus­ dehnung zugenommen zu haben. (Z.) Tic Kämpfe im Kaukasus.. Mailand, 18. Januar. Einer Meldung der Petersburger Börsenzeitung zufolge, ha­ ben die Russen einen neuen Erfolg bei Olth über die Türken davongetragen. Tie Türken kämpften überaus tapfer. Zahlreiche Offiziere und Soldaten zogen es vor, sich. selbst den Tod zu geben, um der Gefangenschaft zu ent­ gehen. (Z.) Englische Schlappen am Persische« Golf. Tie Operationen der Engländer im Per­ sischen Golf scheinen nicht von dem Erfolg ge­ krönt zu sein, den die Engländer erwarteten oder den sie bisher in der Heimat vorgespiegelt haben. Reuter meldet, daß kürzlich, in Bom­ bay eine große Anzahl verwundeter Engländer und indischer Truppen angelangt sind, die ihre Verletzungen am Persischen Golf erhalten ha- ben. Tie Leute sagen selbst, daß sie nicht im­ mer so erfolgreich, waren, wie sie hofften, da die Türken außerordentlich, standhaft sind und sich. nach jedem, selbst für sie verlustreichen Gefecht, ins Land zurückziehen, um nochmals in der Nacht anzugreifen. Tiefe Nachtan­ griffe kosteten d en Engländern außerordentlich! viel, da sie sie nicht erwarteten. Sehr oft ziehen sich. auch die Türken zurück, verschwin­ den in Gebirgsspalten und lassen die Englän­ der passieren, um dann nachher ein mörderi­ sches Feuer auf sie von allen Seiten zu er| öffnen. Eine ganze Reihe kleinerer englischer j Abteilungen ist auf diese Weise vernichtet worl 6en j Ter Heilige Krieg. ? Mailand, 18. Jan. "Unione" meldet ! aus Konstantinopel: Ter Emir von Afghani­ stan habe ein Hilfskorps für den Kalifen auf! geboten, dessen Einrücken in Persien bevorsteht.</p>
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          <p>sehr zierlichen Erscheinung mit den etwas be­ fangenen Bewegungen hinüber. "Schicken Sie Mamsell Hegelein zu mir herauf." Berta knixte und verschwand. Lena machte ihr übertrieben ungeschickt den Knix nach! und lachte ärgerlich auf. "So ein Elefant — und das soll Zofen­ dienste verrichten. Bah — damit will man mich fortgraulen." Mamsell Hegelein erschien, ruhig, gelas­ sen, mit steifer Kopfhaltung und unbÄvegtem Gesicht. Tie sonst so fteundliche, bewegliche Mid dienstwillige Mamsell war kaum wieder­ zuerkennen. Lena brachte allerlei Wünsche vor und be­ schwerte sich dann, wie gewöhnlich, über Bertas Ungeschick. Tie Mamsell blieb ganz ruhig. "Das Mädchen gibt sich alle Mühe, Frau Baronin, und sie ist von allen weiblichen Tomestiken die geschickteste." "Das ist kaum glaublich, Mamsell. Wer hat denn früher die Baronesse Falkenau be­ dient?" "Baronesse Falkenau hat ihre Zofe mit nach« Neulinden genommen. Jetzt ist diese mit auf Reisen." "So, so! Wann wird denn die Baronesse Falkenau von ihrer Reise zurückkehren?" "Das kann ich nicht genau sagen. Ich weiß nur vom Inspektor, daß man in Neu­ linden die Herrschaft zum Weihnachtsfest zu­ rückerwartet." Lenas Augen blitzten auf. Bis Weihnach­ ten fehlten ja nur noch einige Tage. Das war doch endlich einmal eine gute Botschaft. Da konnte sie doch endlich ihren Plan zur Aus­ führung bringen. Sie entließ die Mamsell und warf sich! grübelnd in einen Sessel. Noch einmal beleuch­ tete sie ihren Plan von allen Seiten, und sie schien sich viel davon zu versprechen, denn ihre Miene heiterte sich auf. Sie erhob sich und ließ sich an dem klei­ nen zierlichen Schreibtisch! nieder, um allerlei Korrespondenzen zu erledigen. Vor allen Dingen schrieb sie an ihre ein­ stige Kollegin, Frau Helmrich«, einen langen Brief, in dem sie dieser in schier märchenhaf­ ten Farben ihr Leben als Majoratsherrin schilderte. Alles, was sie sich von diesem Le­ ben erträumt hatte, schilderte sie als Wahr­ heft. Solche Briefe hatte sie schon oft an. die Helmrich geschrieben. Sie wußte, daß diese ihre Briefe allen Kollegen und Kolleginnen, zeigte, und es war jetzt Lenas einziger Ge­ nuß, deren Neid zu erregen. Tie Helmrich schriebe ihr auch regelmäßig und berichtete ihr allen Theaterklatsch. Sie tat sich nicht wenig darauf zugute, mit einer wirklichen Majorats­ herrin zu korrespondieren, und ahnte nicht, wie wenig beneidenswert momentan Lenas Leben war. Lena fing an, sich nach dem Theaterleben zurückzusehnen. Ta gab es doch! wenigstens jeden Tag etwas Neues, man wurde gesehen, begehrt und verehrt, und lusttg war es zu­ weilen — lusttg — ach — da war ja dies Falkenau ein Kloster dagegen. Wenn sie nur erst ihr Ziel erreicht hatte — ah — dann ging es wieder hinaus in die Welt, dann sollte ein Tag immer lustiger werden als der an­ dere. Norbert fuhr nach! der Stadt, um, wie jetzt öfter Dr. Bruckner aufzusuchen. Er war voll brennender Ungeduld über die Entwick­ lung seiner Angelegenheit. Von Kollermann wußte er, daß man Annettes schon morgen in Neulinden zurückerwartete, weil sie ihren Leu­ ten selbst das Weihnachtsfest richten wollte. Eine heiße Sehnsucht nach ihrem Anblick er­ füllte sein ganzes Sein. Er erwog wieder und wieder, ob er ihr denn auch! jetzt noch völlig fernbleiben mußte. (Fortsetzung folgt.)</p>
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          <p>Bayerische Nachrichten. Tjer Mischpreis in München. In der ge­ schloffenen Generalversammlung des Allge­ meinen Milchhändlervereins (Kleinhändler), die am Sonntag nachmittags int Högerbräu statt­ fand und sich u. a. auch mit der Milchpreis­ frage besagte, erstattete Vorsitzender August Lederer ein eingehendes Referat, nach dem folaender Antrag nahezu einstimmig angenommen wurde: "Tie heutige Generalversammlung ist erneut der Ansicht, daß, der 22-Pfg.-Ver-, kaufspreis zur Zeit in München nicht durch­ zuführen ist. Sie verlangt von der Vorstand­ schaft, daß diese sich unverzüglich mit dem Großhandel ins Benehmen setzt, um Verhand­ lungen zu pflegen, die einen endgülttgen Aus­ gleich! herbeiführen. Tie Versammlung über­ läßt int Vertrauen zu ihrer Vorstandschaft dieser freie Hand.</p>
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          <p>und zur Aufgabe von Inseraten melden. Es haben sich' insgesamt 74 Besteller des Adreß­ buches und 5 Inserenten gemeldet. Unter die­ sen Umständen muß auf eine Herausgabe des Adreßbuches verzichtet werden, womit sich der Magistrat einverstanden erklärt. —* Im Kalthaus des städt. Hofgartens wurde eine Kanalheizungsanlage im Jahre 1868 errichtet. Ta die Anlage jetzt schadhaft ist, soll sie durch eine neue Anlage mit Tonrühren ersetzt werden mit einem Kostenauf­ wand von 60 Mark. Zugleich soll die Anlage mit der Warmwasserheizung des Treibhauses verbunden werden, um die eigenen Feuerungs­ kosten zu ersparen. Kosten 200 Mark, die je­ doch! durch die Ersparnis an Brennmaterial wieder ausgewogen werden. Ter Magistrat genehmigte die Projekte in seiner letzten Sit­ zung. Tie Mttel sollen im Etat vorgesehen werden. —*JmStandesamte Landshutwur­ den im Jahre 1914 beurkundet: 558 Geburten (im Vorjahre 555), 543 Sterbefälle, darunter 63 Kriegssterbefälle (t. V. 467) und 136 Trau­ ungen, darunter 24 Kriegstrauungen (i. V.i 146). Es ist somit ein Geburtenüberschuß von 15 gegen 88 im Vorjahre zu verzeichnen, wo­ bei in Betracht zu ziehen ist, daß diese geringe Ziffer durch die Kriegssterbefälle (63) des letz­ ten Jahres beeinflußt ist. Im Jahre 1914 wurden 281 (i. V. 271) Knaben und 277 (284) Mädchen geboren, darunter 54 (49) un­ eheliche Knaben und 47 (53) uneheliche Mäd­ chen. Totgeboren wurden 11 (9) Knaben, hie­ von 2 (3) uneheliche und 7 (5) Mädchen, hie­ von 3 (2) uneheliche. Auch erfolgten 8 (8) Zwillingsgeburten, Msoon 1 (2) unehelich und waren 3 Zwillingspaare Mädchen und 5 Zwil­ lingspaare Kinder beiderlei Geschlechtes (im Vorjahre 2 Zwillingspaare Knaben und 5 Zwillingspaare Mädchen und 1 Zwillingspaar Kinder beiderlei Geschlechtes). Es wurden auf­ genommen 145 (173) Vereehelichungsverhandlungen, 309 (397) Aufgebote zum Aushang gebracht, darunter 91 (11(0) auswärtige und 136 (146) Eheschließungen vollzogen, 543 (467) Sterbefälle, darunter 63 Kriegssterbefälle be­ urkundet. Unter den Verstorbenen befanden sich 287 (224) männliche und 238 (229) ’meib* liche Personen und hierunter 135 (134) Kin­ der unter 1 Jahr, davon 102 (98) eheliche und 33 (36) uneheliche, außerdem wurden 18 (14) Totgeburten beurkundet. Ferner wurden noch! 2112 (1920) Einläufe erledigt, abgesehen von der Ausstellung von ca. 4600 (3900) Geburts-, Heirats-, Sterbe-Atteste und Bestätigungen. Tie neuerlich! erhöhte Zahl der Ausstellung ist durch die Urkundenbelegung der Gesuche zur Hinterbliebenen-Versorgung, Gnaden löhnung, um Witwen- und Waisengeld etc. veranlaßt, welche im Journal nicht eingetra­ gen werden, und die Sterberegister mit in Summa 1237 Urkunden (1182) gefertigt. Man sieht, daß die Tätigkeit unseres Standesamtes eine sehr umfangreiche und stetig wachsende ist. Der Magistrat nahm in seiner letzten Sit­ zung von diesem Berichte Kenntnis. —* Eine wertvolle Spende, 12 KunstTblätter "Unsere Helden" hat unser Landsmann, der in München lebende Künstler Herr Willi Geiger, dem Stadtmagistrate zum Geschenk ge­ macht mit der Bitte, diese auch der Oeffentlichkeit zugänglich! zu machen. Ter Magistrat nahm die Spende in seiner letzten Sitzung mit herzlichem Tanke an den Künstler an und beschloß, diese in der Muster- und Modell­ sammlung auszustellen und sie hierauf dem Stadtmuseum zuzuweisen. —* Die Wildbach verbauungskommission Rosenheim war vor kurzem hier, um eine Besichtigung des Schweinbaches vor­ zunehmen und einen Plan zur Verbauung dieses Wildbaches zu instruieren. Hierbei ist auch der Stadtmagistrat Interessent, da der Bach in einer Strecke von 200 Metern den Waldbesitz des hl. Geistspitales dort durchfließt) Tie Verbauung des Baches soll mit Rundholz vorgenommen werden, das vom hl. Geistforst gestellt wird gegen Bezahlung nach' Forsttaxe. Ter Magistrat gab dem Projekte im Prinzipe seine Zustimmung. —* Die Rechnung des stä dt. Leih­ hauses pro 1913, die bereits rsoidiert ist, weist bei 58196.07 Mark Einnahmen und 57 720.44 Mark Ausgaben einen Akti'vrest von 475.63 Mark aus. Ter Vermbgensausweis läßt 55 775.50 Mark Vermögen und 27 561^99 Mark Schulden, somit 28 213.51 Mark reines Vermögen ersehen. —* Eine Telephonanlage wird von derGarnisonsverwaltung zu den Gefangenen­ baracken hergestellt. Tie Oberpostdirektion hat dem Magistrat mitgeteilt, daß, für diese Lei­ tung vom Gärtner Haug-Anwesen bis zur Stadtgrenze Leitungsmasten gesetzt werden müs­ sen, was vom Magistrate ohne Erinnerung be­ lassen wurde. —* Am Viehmarktplatze sollen wei­ tere Reihengeländer aufgestellt werden. Um den Platz, besonders für Feuetwehrübungen nicht allzusehr einzuengen, sollen bewegliche Reihengeländer zur Aufftellung kommen, die nach Gebrauch wieder entfernt werden können. Es sind hierfür zwei Projekte ausgearbeitet, von denen das eine Säulen aus Eisenrohren, das andere Holzfäulen vorsieht. Tas erstere Projekt würde pro Geländer 260 Mark, das letztere 90 Mark kosten. Ter Magistrat be­ schloß in seiner letzten Sitzung drei Reihen­ geländer mit Holzpfosten zum Gesamtpreise von 270 Mark aufzustellen. Auch! sollen zur besseren Ausnützbarkeit des Platzes einige der dort stehenden, ohnedies teilweise verkümmer­ ten Bäume niedergelegt werden. —* Für das Adreßbuch 1915 war eine Ausschreibung erlassen worden, damit sich In­ teressenten für den Bezug von Adreßbücher</p>
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          <p>sind. Ter Grund wird für den Betrag von 16 Mark käuflich abgetreten. Sta-tthearer. Das Beste, was der Mensch zu schaffen 'ver­ mag, gibt er mühelos. Diese These trifft Wohl Wohl bei der achr Sonntag in unserem Stadt­ theater zur Aufführung gebrachten komischen Oper Rossinis "Ter Dorfbarbier von Sevilla" ganz besonders zu. In kaum zwei Wochen wurde das bei der Uraufführung vor etwa 100 Jahren ausgepfiffene, bald darauf aber von glänzendem Erfolge begleitete Werk von dem Komponisten vollendet. Tie Musik Ros­ sinis sprüht leichtlebige, sinnlich überschäumende Melodik, die den freudespendenden Himmel Italiens nicht verleugnen kann. Nun zur Auf­ führung selbst! Man bringt in der Proviüz den Operndarbietungen nicht mit Unrecht ein gewisses Mißtrauen entgegen. Um so ange­ nehmer enttäuscht konnte man über die zu Gehör gebrachte Oper Rossinis sein. Das Schmerzenskind, die Orchesterfrage, fand diesesmal eine ziemlich! befriedigende Lösung. Ter liebevollen und zielbewußten Leitung des Münchener Kapellmeisters H. Lang, der für die kurze Zeit der Einübung überraschend viel aus unserer Stadtkapelle herausholte, gelang bei nicht zu großen Ansprüchen eine hübsche Wiedergabe; namentliches Verdienst gebührt den sieilich, etwas dünn besetzten Streichern. Auch auf der Bühne sah und hörte man viel Gu­ tes. Allen voran stand der Spielleiter des Abends Herr C. Walter vom Braunschwerger Hoftheater in der köstlichen Baßbuffopartie des Tr. Bartolo. Ueber einen klangvollen hohen Bariton, dem für unser Haus etwas mehr Zurückhaltung zu wünschen wäre, verfügt Herr Stauffer als munterer Figaro. Herrn Kurt Schade's Almaviva hatte stimmlich recht glück­ liche Momente, (Kavatine: "Sieh schon die Morgenröte); durch sein Zurücksingen nach dem Hintergründe bekam manchmal das Orchester die Oberhand. Als Rosine hörten wir ein Fräulein Castelli, deren gute Schule verra­ tende Sopranstimme sich dem Raume nicht an­ zupassen vermochte, so die Tragkrafr vermis­ sen lieh; auch&gt; ihre Textbehandlung erfordert noch! viel Sorgfalt. Tie berühmte Arie im ersten Akt, sowie der als Einlage gesungene Parla-Walzer trugen ihr regen Beifall ein. Schließlich wäre auch noch der zum Basse um­ gemodelte Basilio des Herrn Brenner zu be­ nennen. Die bei Ensemble-Gastspielen immer vermißte Sorgfalt der Szenerie, machte sich auch diesmal geltend; besonders stilwidrig für Sevilla wirkten die Biedermeier-Möbel. Tie Opernaufsührung hätte einen besseren Besuch verdient. — Nachmittags fand die veraltete Plötzsche Komödie für große und kleine Kinder "Ter verwunschene Prinz" ein dankbares Sonntagspublikum. Grm.</p>
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          <p>den" absichtlich auf das Riff von Nord-Keeling gelaufen sei, um ein Sinken zu vermeiden. Tie deutsche Landungsabteilung, die ihr Schiff nicht mehr erreicht hatte, war inzwischen zurückgekehrt und hatte die deutsche Fahne auf der Station gehißt. Kapitänleutnant von Mücke erklärte, daß, falls die "Emden" bis zum Abend nicht zurückgekehrt sei, er auf den Schoner "Ahesha" Beschlag legen würde, um damit die Insel zu verlassen. Um 6 Uhr abends fuhren sie mit "Ahesha" fort, die von der Barkasse geschleppt wurde. Nachdem sie die deutsche Flagge gehißt hatten, verschwan­ den sie nach, einem dreimaligen Hurra in der Dunkelheit, v, Mücke erzählte mir, daß er — mit Ausnahme von sieben Minuten auf einer anderen Insel — zum erstenmal in drei Monaten einen Fuß an Land setzte. Ter Schoner "Ahesha" lief am 28. Nvoember mit der Kriegsflagge in Padang ein. An Bord waren Kapitänleutnant v. Mücke, Ober­ leutnant zur See Gißling, Leutnant zur See Schmidt und 47 Mann. Sie waren 18 Tage unterwegs gewesen und lebten von Schokolade, Reis und anderen Nahrungsmitteln. • Brot konnte aus Mangel an Brennstoffen nicht ge­ backen werden. Nach den Neutralirätsbestimmungen durfte der Schöner nur 24 Stunden in Padang bleiben und wurde in dieser Zeit mit Proviant, Kleidern und Tabak versorgt. Am nächsten Abend verließ der Schoner, während die heldenhafte Mannschaft "Tie Wacht am Rhein" und "Deutschland, Deutschland über alles"sang, den Hafen von Padang, mit der 91b* sicht, den Feind weiter zu schädigen. Das haben sie inzwischen als Erben eines berühmten Schiffsnamens auch redlich besorgt.</p>
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          <p>Letzte Posten. Höhen, um den Rückzug zu decken und fuhr fort zu feuern, bis nur noch, wenige Leute übrig waren. Berlin, 19. Januar. Das "Berl. Tagebl." meldet aus Halle: 3300, in der Schlacht bei Soissons gefangene Franzosen sind ge­ stern im Gefangenenlager von Langensalza an­ gekommen. Tie Kämpfe bei Soissons. Berlin, 19. Januar. Holländische Blät­ ter melden die Fortdauer der Beschießung von Soissons durch die Teutschen. Berlin, 19. Januar. Ueber den deut­ schen Sieg bei Soissons finden sich in den hol­ ländischen Blättern Berichte äus Paris, welche besagen: Tie Franzosen wurden durch die Zerstörung der Brücke bei Missy von der Hauptmacht abgeschnitten, ihre Leichen bedeckI ten die Ufer des Flusses. Tie Ambulanzen | mußten sich, teilweise vom Schlachtfelde zu: rückziehen, da in dem dichten Puloerdampf ■ die Abzeichen des Rpten Kreuzes nicht mehr zu erkennen waren. Von einem Regiment am nördlichen Ufer blieb nur ein Viertel des Bestandes unverletzt. London, 19. Januar. Daily Chronicle berichtet aus Paris: Flüchtlinge aus Sois­ sons geben anschauliche Schilderungen über den Kampf bei den Schieferbrüchen bei Crouh. Der Kampf dauerte 7 Tage unb nahm nach einem anfänglichen Erfolg der Franzosen in dem Tale von Crouh einen unglücklichen Aus­ gang. Tie Franzosen wurden unter einem Granathagel begraben. Darauf kamen die Teutschen, schätzungsweise 50 000 Mann, von der Hochebene von Vrenje, und zwangen die Franzosen zum Rückzug. Eine Abteilung fran­ zösischer Infanterie, die die ganze Nachr unter den Waffen stand, erhielt am 14. Januar bei Tagesanbruch de/r Befehl, über den Fluß zu­ rückzugehen. Viele Soldaten waren seir zwei Tagen ohne Nahrung. Tie 'Mannschaft trifte von dem durch die Granaten aufgeworfenen ' Schmutz. Eine Batterie blieb nördlich der</p>
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          <p>Literarisches. Von der Illustrierten Kricgschronik des Taheim (Verlag von Velhagen und Klasing in Bielefeld und Leipzig) liegen uns drei neue umfangreiche Hefte vor, welche in Bild und Wort die Ereignisse des Krieges von Anfang November bis zum Zusammenbruch, der rus­ sischen Offensive begleiten und darstellen. Tie bewährten Mitarbeiter der Chronik Män­ ner wie Prof. Tr. Otto Hoetzsch, Graf E. Reventlow, Hanns und Fedor von Zobelritz, Prof. Tr. Ed. Hehck, Paul Oskar Höcker, Le­ gationsrat Zimmermann, Johannes Höffner, • Prof. Tr. G. Roloff — sind ihr auch in dieI sen Heften treu geblieben und schaffen zusam$ men mit anderen gewandten Federn an dem Werk, das, je weiter es vorschreitet, ein desto wertvolleres Gedenkbuch an den Krieg zu wer­ den verspricht. Auch die Bilder sind mit fei­ nem Geschmack und großer Umsicht ausgewählt. Zu den Photographien, die selbstverständlich, die Mehrzahl bilden, gesellen sich Gemälde und Zeichnungen bedeutender Künstler. So | hat der ehrwürdige Eduard von Gebhardt ! einen farbig wiedergegebenen "Erzengel der j Teutschen" beigesteuert. Ebenfalls farbig sind | das gemütvolle Bild von Fritz Reiß und die I Zeichnung aus dem winterlichen SchützengraI ben von Tille. Für die Uebersicht der Kämpfe I in Lstfrankreich wird die anschauliche Relief-' I karte von Ott und Rueg willkommen sein.' j Tie Chronik, die sich auch weiter Verbrei] tung im Felde erfreut, erscheint aller 14 Tage, I jedes Heft kostet 60 Pfg.</p>
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          <p>Die Verluste in den Schlachten des 19. Jahrhunderts. Man nimmt im allgemeinen an, daß in großen Schlachten der Lieger stets geringere Verluste habe, als der Besiegte. Daß diese Meinung irrig ist, acht aus einer Statistik hervor, die das "Algemeen Handelsblad" über die Verlustziffern der bedeutendsten Schlachten des vergangenen Jahrhunderts zusammen­ gestellt hat. Daraus ergibt sich, daß in einer ganzen Reihe von Schlachten der Sieger die gleichen Ver­ luste, ja, manchmal sogar größere als der Unterlegene zu beklagen hatte. Die interessante Uebersicht stellt folgendes fest: Feldfchlachten Sieger Besiegte Großgörschrn Bautzen Katzbach Dresden Kulm Dennewitz Leipzig Ligny Waterloo Solferino Königgrätz Wörth Mars-la-Tour Gravelotte Beaurnont 2. Mai 1813 20. und 21. Mai 1813 26. August 1813 26. und 27. August 1813 29. und 30. August 1813 6. September 1813 16. bis 19. Oktober 1813 16. Juni 1815 18. Juni 1815 24. Juni 1859 3. Jpli 1866 6. August 1870 16. August 1870 18. August 1870 30. August 1870 Noiffeoille 31. ?ügust und 1. Sept. 1870 Sedan 1. September 1870 Braune la-Rolande 28. November 1870 Champigny 2. Dezember 1870 Orleans 3. und 4 Dezember 1870 Beaugency Cravant 8. Dezember 1870 Le Mans 10. bis 12. Januar 1871 St. Quentin 19. Januar 1871 Liau-Jang 25. August bis 3. Sept. 1904 Schahs 8. bis 18. Oktober 1904 Mukden 1. bis 10. Marz 1905 244 Proz von 78 000 12.7 Proz. von 167 000 5.0 Proz. von 80 000 10.0 Proz. von 100 000 10.7 Proz. von 103 000 18.0 Proz. von 80 000 22.8 Proz. von 325 000 17.0 Proz. von 71000 15.8 Proz. von 120000 10.2 Proz. von 143 000 4.1 Proz. von 220 000 11.3 Proz. von 82 000 23.6 Proz. von 63 000 10.5 Proz. von 187 000 5,0 Proz. von 68 OOO 3.6 Proz. von 78 000 5.2 Proz. von 160 000 2,5 Proz. von 40 000 12.5 Proz. von 28 600 2,4 Proz. von 86000 11.7 Proz. von 30 000 4,8 Proz. von 72000 7.7 Proz. von 33 000 12.3 Proz. von 135 000 11,7 Proz. von 145 000 13.0 Proz. von 314 000 17,1 Proz. von 70 000 11.3 Proz. von 97 000 20.0 Proz. von 60 000 7,5 Proz. von 200 000 24.3 Proz. von 37 060 10,8 Proz. von 70000 25.7 Proz. von 175 000 19.0 Proz. von 84 000 34.8 Proz. von 72 000 10.1 Proz. von 130000 11.0 Proz. von 215 000 198 Proz. von 41000 15.0 Proz. von 113 000 11.3 Proz. von 113 000 9.4 Proz. von 59 000 3.7 Proz von 96 000 18.0 Proz. von 95 000 6.7 Proz. von 60000 6.8 Proz. von 52 000 3,7 Proz. von 64 000 8.4 Proz. von 60 000 7,0 Proz. von 88 000 7.4 Proz. von 47 POO 11.0 Proz. von 150000 21.8 Proz. von 210 000 23.0 Proz. von 310 000</p>
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          <p>Inserate.</p>
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          <p>Tages-Uebersicht. Bollmar über den Krieg. Tie "National Tidende" hat den Abgeordneten von Vollmar über die Stellung seiner Partei zum Kriege beftagt. v. Vollmar hat geantwortet: Augen­ blicklich ist das deutsche Volk in seiner Ge­ samtheit von dem einzigen unbezähmbaren Wil­ len beseelt, das Vaterland zu verteidigen, seine Unabhängigkeit und seine Kultur gegen die Feinde zu verteidigen und nicht eher zu ru­ hen, als bis diese besiegt sind. Es gibt keinen Teutschen, der nicht die größten Opfer, die von ihm gefordert würden, bringen wollte, um dieses Ziel zu erreichen. Wenn man im Auslande hieran zweifeln wollte, würde man enttäuscht werden. (Z.) Ter Weichsel im Wiener Kabinett nnd der Krieg. Einer Konstantinopeler Depesche der "Köln. Ztg.f' zufolge erwartete man in der Türkei den Rücktritt Berchtolds seit dem Ein­ greifen Italiens in Albanien. Tie Blätter nehmen einstimmig einen Zusammenhang zwi­ schen diesem Personenwechsel an und angeblich jetzt in Rom stattfindenden Verhandlungen zwischen d en Zentralmächten und Italien- Ru­ mänien, denen sie die größte Bedeutung für den endgültigen Ausgang des Weltkrieges bei­ messen. Laut einer Dresche aus Sofia er­ blickt man dort in der Ernennung Burians! die Absicht, den Balkandingen den Wert bei­ zumessen, den sie verdienen. Einflußreiche Bulgaren sandten Glückwünsche an Burian. Preissteigerung in England. Aus London melden holländische Blätter, daß die Steige­ rung -er Preise für Kohlen und Brot und anderer Lebensrnittel unter der englischen Be­ völkerung eine große Unruhe erzeugt.</p>
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