Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1915-01-26. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 68. Jahrgang Nr. 20, 1915-01-26. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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China soll an Japan den Rest der Kriegsentschädigung aus dem chinesischjapanischen Krieg bezahlt haben. Gleichzeitig wird gemeldet, daß Jäpan das Verlangen Chi­ nas auf Räumung Schantungs durch Japan abgelehnt und es einen unfreundlichen Akt genannt haben, der geeignet sei, die freund­ schaftlichen Beziehungen der beiden Länder zu stören. Man weiß nicht, was dies zu bedeuten hat, denn ein neuer chinesisch-japanischer Krieg ist ohne Unterstützung Amerikas nicht denkbar, und es ist auch! sehr fraglich, o>b Amerika, be­ sonders na# seiner bisherigen Haltung, sich! in ein solches Abenteuer stürzen voird. Doch, wir können ja abwarten. Jedenfalls werden die Hoffnungen der Ententepolitiker auf die japasche Hilfe immer geringer. Gestern nachmittags wurde berichtet: Bericht des deutschen HmMMiers. WTB. Berlin, 25. Januar, mittags. (Großes Hauptquartier.) Westlicher KriegrjihmM. In der Gegend Nieuport und APern fan­ den nur Artilleriekämpfe statt. Südwestlich Berry au Bac ging uns ein vor einigen Tagen den Franzosen entrissener Graben verloren. Während gestern nördlich des Lagers von Chalons nur Artilleriekämpfe stattfanden, kam es heute dort auch zu Jnfanteriegefechten, die noch andauern. 1 Im Argonnenwalde, nördlich Verdun, und nördlich- Toul lebhafte Artilleriekämpfe. Tie französischen Angriffe auf Hart­ mannsweiler Kopf wurden sämtlich« abgeschla­ gen. Tie Kämpfe im Walde sind für die Fran­ zosen sehr verlustreich,. Nicht weniger als 400 französische Jä­ ger wurden tot aufgefunden. Tie Zahl der französischen Gefangene» erhöht ftS Schlich« KrilgrschWlatz. In Ostpreußen Artilleriekämpfe — auch, In Flandern beschränken sich die kriegeri­ schen Operationen seit einigen Tagen auf Ar­ tilleriekämpfe. Bei Berry au Bac mutzte ein den Franzosen genommener Graben diesen wie­ der überlassen werden. Unsere tapferen Krie­ ger werden ihn bald wieder holen. Nördlich von Chalons kam es zu neuen Kämpfen, die nodji andauern. Im Argonnenwalde gab es nur Artillerieduelle. Tie französischen An­ griffe auf Hartmannsweilerkopf wurden sämt­ liche abgeschlagen. Tie Kämpfe müssen bon einer großen Heftigkeit gewesen sein, denn der deutsche Bericht hob ausdrücklich hervor, daß mehr als 400 tote Franzosen auf dem Plan geblieben sind. Im Osten gab es an der nördlichen Front ebenfalls nur Artilleriekämpfe. Bei Gumbin­ nen wurden zwei russische Angriffe unter be­ deutenden Verlusten für die Russen abgeschla­ gen. Ueber die Kämpfe an der Teutsch!-Südwest­ afrikanischen Grenze, die bereits am 25. Sep­ tember vorigen Jahres bei Sandfontain statt­ gefunden haben, liegt jetzt ein amtlicher Be­ richt des Gouverneurs vor, der ein ganz an­ deres Bild davon gibt, als es Lügenreuter in die Welt gesetzt hatte. Tret englische Schwa­ dronen wurden vernichtet, 15 Offiziere, dar­ unter der englische Führer Oberst Grant und 200 Mann wurden gefangen genommen. Trotz dieses großen Erfolges waren unsere Verluste nur gering. Unsere wackeren Kämpfer in Süd­ west haben also, wie dies nicht anders zu erwarten war, den Engländern die Hosen ge­ hörig ausgellopft. Ta ist es freilich« nicht zu verwundern, daß der Renegat Botha sich! mit den regulären Truppen allein den Feldzug gegen unsere Südwestafrikaner nicht zu unter­ nehmen getraut. Daher auch die eigentliche nicht zu erklärende Zwangsrekrutierung in Süd­ afrika. Tie Seeschlacht in der Norsee wird beson­ ders au# in der ausländischen Presse viel be­ sprochen. Soweit es siche nicht um Entente­ freunde handelt, wird allgemein der deutsche Erfolg anerkannt. Und es ist au# ein schöner Erfolg unserer Blaujacken. Wer griff* an? Unsere "Luxusflotte" hatte den Mut, prit ge­ ringeren Kräften dem Feinde entgegenzufah­ ren, die Zähne zu zeigen und — der Feind brach das Gefecht ab und zog sich zurück. Tie Vertreter der "meerbeherrschenden" englischen Flotte nehmen vor eintzr Minderzahl deutscher Schiffe Reißaus. Ta helfen selbst die Friseur­ künste englischer Admiralitätsberichte nicht mehr. Diese Tatsache wird allen Völkern der Erde zu denken geben, selbst jenen, die bis­ her von der "Macht" Englands überzeugt wa­ ren. Das ist ein Erfolg unserer Flotte, des­ ────────── Bericht des deutschen Hauptquartiers. sen moralische Wirkung nicht hoch genug ein­ zuschätzen ist. Eine sonderbare Meldung kommt aus dem fernen Osten. China soll an Japan den Rest der Kriegsentschädigung aus dem chinesischjapanischen Krieg bezahlt haben. Gleichzeitig wird gemeldet, daß Jäpan das Verlangen Chi­ nas auf Räumung Schantungs durch Japan abgelehnt und es einen unfreundlichen Akt genannt haben, der geeignet sei, die freund­ schaftlichen Beziehungen der beiden Länder zu stören. Man weiß nicht, was dies zu bedeuten hat, denn ein neuer chinesisch-japanischer Krieg ist ohne Unterstützung Amerikas nicht denkbar, und es ist auch! sehr fraglich, o>b Amerika, be­ sonders na# seiner bisherigen Haltung, sich! in ein solches Abenteuer stürzen voird. Doch, wir können ja abwarten. Jedenfalls werden die Hoffnungen der Ententepolitiker auf die japasche Hilfe immer geringer. Gestern nachmittags wurde berichtet: Bericht des deutschen HmMMiers. WTB. Berlin, 25. Januar, mittags. (Großes Hauptquartier.) Westlicher KriegrjihmM. In der Gegend Nieuport und APern fan­ den nur Artilleriekämpfe statt. Südwestlich Berry au Bac ging uns ein vor einigen Tagen den Franzosen entrissener Graben verloren. Während gestern nördlich des Lagers von Chalons nur Artilleriekämpfe stattfanden, kam es heute dort auch zu Jnfanteriegefechten, die noch andauern. 1 Im Argonnenwalde, nördlich Verdun, und nördlich- Toul lebhafte Artilleriekämpfe. Tie französischen Angriffe auf Hart­ mannsweiler Kopf wurden sämtlich« abgeschla­ gen. Tie Kämpfe im Walde sind für die Fran­ zosen sehr verlustreich,. Nicht weniger als 400 französische Jä­ ger wurden tot aufgefunden. Tie Zahl der französischen Gefangene» erhöht ftS Schlich« KrilgrschWlatz. In Ostpreußen Artilleriekämpfe — auch, ────────── Westlicher Kriegsschuplatz. sen moralische Wirkung nicht hoch genug ein­ zuschätzen ist. Eine sonderbare Meldung kommt aus dem fernen Osten. China soll an Japan den Rest der Kriegsentschädigung aus dem chinesischjapanischen Krieg bezahlt haben. Gleichzeitig wird gemeldet, daß Jäpan das Verlangen Chi­ nas auf Räumung Schantungs durch Japan abgelehnt und es einen unfreundlichen Akt genannt haben, der geeignet sei, die freund­ schaftlichen Beziehungen der beiden Länder zu stören. Man weiß nicht, was dies zu bedeuten hat, denn ein neuer chinesisch-japanischer Krieg ist ohne Unterstützung Amerikas nicht denkbar, und es ist auch! sehr fraglich, o>b Amerika, be­ sonders na# seiner bisherigen Haltung, sich! in ein solches Abenteuer stürzen voird. Doch, wir können ja abwarten. Jedenfalls werden die Hoffnungen der Ententepolitiker auf die japasche Hilfe immer geringer. Gestern nachmittags wurde berichtet: Bericht des deutschen HmMMiers. WTB. Berlin, 25. Januar, mittags. (Großes Hauptquartier.) Westlicher KriegrjihmM. In der Gegend Nieuport und APern fan­ den nur Artilleriekämpfe statt. Südwestlich Berry au Bac ging uns ein vor einigen Tagen den Franzosen entrissener Graben verloren. Während gestern nördlich des Lagers von Chalons nur Artilleriekämpfe stattfanden, kam es heute dort auch zu Jnfanteriegefechten, die noch andauern. 1 Im Argonnenwalde, nördlich Verdun, und nördlich- Toul lebhafte Artilleriekämpfe. Tie französischen Angriffe auf Hart­ mannsweiler Kopf wurden sämtlich« abgeschla­ gen. Tie Kämpfe im Walde sind für die Fran­ zosen sehr verlustreich,. Nicht weniger als 400 französische Jä­ ger wurden tot aufgefunden. Tie Zahl der französischen Gefangene» erhöht ftS Schlich« KrilgrschWlatz. In Ostpreußen Artilleriekämpfe — auch, ────────── Oestlicher Kregsschauplatz. sen moralische Wirkung nicht hoch genug ein­ zuschätzen ist. Eine sonderbare Meldung kommt aus dem fernen Osten. China soll an Japan den Rest der Kriegsentschädigung aus dem chinesischjapanischen Krieg bezahlt haben. Gleichzeitig wird gemeldet, daß Jäpan das Verlangen Chi­ nas auf Räumung Schantungs durch Japan abgelehnt und es einen unfreundlichen Akt genannt haben, der geeignet sei, die freund­ schaftlichen Beziehungen der beiden Länder zu stören. Man weiß nicht, was dies zu bedeuten hat, denn ein neuer chinesisch-japanischer Krieg ist ohne Unterstützung Amerikas nicht denkbar, und es ist auch! sehr fraglich, o>b Amerika, be­ sonders na# seiner bisherigen Haltung, sich! in ein solches Abenteuer stürzen voird. Doch, wir können ja abwarten. Jedenfalls werden die Hoffnungen der Ententepolitiker auf die japasche Hilfe immer geringer. Gestern nachmittags wurde berichtet: Bericht des deutschen HmMMiers. WTB. Berlin, 25. Januar, mittags. (Großes Hauptquartier.) Westlicher KriegrjihmM. In der Gegend Nieuport und APern fan­ den nur Artilleriekämpfe statt. Südwestlich Berry au Bac ging uns ein vor einigen Tagen den Franzosen entrissener Graben verloren. Während gestern nördlich des Lagers von Chalons nur Artilleriekämpfe stattfanden, kam es heute dort auch zu Jnfanteriegefechten, die noch andauern. 1 Im Argonnenwalde, nördlich Verdun, und nördlich- Toul lebhafte Artilleriekämpfe. Tie französischen Angriffe auf Hart­ mannsweiler Kopf wurden sämtlich« abgeschla­ gen. Tie Kämpfe im Walde sind für die Fran­ zosen sehr verlustreich,. Nicht weniger als 400 französische Jä­ ger wurden tot aufgefunden. Tie Zahl der französischen Gefangene» erhöht ftS Schlich« KrilgrschWlatz. In Ostpreußen Artilleriekämpfe — auch, auf der Front Lötzen — östlich Gumbinnen und nördlich. Ter Feind wurde durch unser Feuer ge­ zwungen, einzelne Stellungen südöstlich Gum­ binnen zu räumen. Nordöstlich, Gumbinnen wurde» 2 feind­ liche Angriffe unter schweren Verlusten für die Russen abgeschlagen. Im nördlichen Polen keine Veränderung. Oestlich der Pilica ereignete sich' nichts Wesentliches. Oberste Heeresleitung. ────────── Kämpfe in Deutsch-Südwest-Afrika. Kämpfe in Dentslh-SiidMstAfrika. WTB. Berlin, 25. Januar, mittags. Eine amtliche Meldung des Gouverneurs von Teutsch-Südwestafrika bestätigt die Niederlage der Engländer bei Sandfontain am 25. Sep­ tember vorigen Jahres. Darnach sind in den unter Führung des Oberstleutnants v. Hydebreck stattgehabten Ge­ fechten drei englische Schwadronen von unseren Truppen vernichtet worden. 15 Offiziere, darunter ihr Führer Oberst Grant und 200 Nlann wurden gefangen und 2 Geschütze erbeutet. Tie Verluste auf unserer Seite: 2 Offi­ ziere und 12 Mann gefallen und >25 verwundet. Nach der amtlichen englischen Bericht­ erstattung aus Prätoria von Anfang Oktober waren die Verluste der ^vereinigten' Englän­ der und Südafrikaner auf nur 15 Tote, 41 Verwundete, 7 Vermißte und 35 Gefangene angegeben. Heute nachts wurde telegraphiert: Regelung der Getreide-, Mehlunb AeiMerKe-rr. WTB. Berlin, 25. Januar, nachts. — Ter Bundesrat hat heute Verordnungen über die Regelung des Verkehrs mit Brot­ getreide-Mehl, sowie über Sicherstellung von Fleisch Vorräten besch lossen. Mit Beginn des 1. Februar tritt die Beschlagnahme von Vor­ räten an Weizen und Roggen, sowie von Weizen-, Roggen-, Hafer- und Gerstenmehl ein. Zur Durchführung der Beschlagnahme ist An­ zeigepflicht vorgesehen. Für Regelung des Ver-> ────────── Die Kämpfe der Oesterreicher. brauches itrtrb eine Reichsverteilungsstelle ein­ gerichtet. Tie Abgabe von Weizenmehl, Rog­ genmehl, Hafermehl und Gerstenmehl im Ge­ schäftsverkehr ist vom 26. Jauuar bis 31. Ja­ nuar verboten. Bezüglich der Fleischvorräte totrb Städten und größeren Landgemeinden die Verpflichtung auferlegt, Vorräte an Dauer­ ware zu beschaffen. Heute früh wurde telephonisch gemeldet: Me Bumse der Sesterreicher. WTB. W i en, 25. Januar, mittags. — Amtlich wird gemeldet: In Polen und Galizien keine wesentli­ chen Ereignisse. Nur an der Nida fanden lebhafte Geschütz­ kämpfe statt. Tie zur Wiedergewinnung der von uns eroberten Stellung im Oberungtal und bei Vezerssalles angesetzten russischen Ge­ genangriffe wurden blutig abgewiesen. Tie Versuche des Gegners, bei Rapailowa durchzudringen, mißlangen vollkommen. Ter Feind zog sich, über Zielona zurück. Tie Kämpfe der letzten zwei Tage brach­ ten uns in den Karpathen 1050 Gefangene. Ter Stellvertreter des Chefs des Generalstabes v .Höfer, Feldmarschalleutnant. ────────── Tic "neutralen" Amerikaner. Genf, 25. Januar. Tie Vereinigten Staaten, die der Entente fortdauernd Waffen und Munition liefern, lassen nach: Bostoner Meldungen französischer Blätter für Deutsch­ land bestimmte Baumwollballen mit Röntgen­ strahlen durchleuchten, um zu verhindern, daß darin Kriegskonterbande ausgeführt werde. Diesen Untersuchungen wohnte der englische Konsul mit amerikanischen Zollbeamten bei. England gegen Italiens Rohstoffversorgung. Frankfurt a. M., 25. Januar. Tie | "Frkf. Ztg." berichtet aus Rom: "Popolo Ro- j mano" führt aus: Ungeachtet der Vorstellun­ gen der italienischen Regierung und der Be­ mühungen des englischen Botschafters in Rom hält England fast alle Maßregeln aufrecht, die Italien notwendige Rohstoffe für die In­ dustrie entziehen aus unbegründeter Furcht, daß Deutschland und Oesterreich aus der Ver­ sorgung Italiens Nutzen ziehen könnten. In­ folgedessen nimmt die Arbeitslosigkeit immer mehr zu, weil zahlreiche Industrien die Arbeit einstellen oder einschränken mußten. (Z>) Wirkung der englischen Ausfuhrverbote in Holland. Amsterdam, 25. Januar. Infolge des englischen Ausfuhrverbots von Oel, Oelsamen usw. wird die Kerzenindustrie Hollands in große Verlegenheit versetzt und es wird not­ wendig, daß die großen Stärkefabriken von Grudan geschlossen werden. Infolgedessen wer­ den auch, Produkte wie Kerzen und andere öl­ haltige Waren nicht mehr fabriziert werden können. Tie Fabriken, die Oel verarbeiten, sowie die Seifenfabriken, Bleichereien und eine große Anzahl anderer Fabriken werden in Mitleidenschaft gezogen werden. (Z.) Schwedens Neutralität und der Dreiverband. Berlin, 25. Januar. Aus Wien, 24. Januar, wird der "Welt am Montag" berichltet: Das "Deutsche Volksblatt" meldet aus ..Stockholm, die schwedische Regierung habe am 20. Januar alle Forderungen des Dreiverban­ des nach, Milderung des Verbotes der Durch­ fuhr von Kriegsmaterial nach, Rußland abge­ lehnt. (Zp Rußland schickt Zucker nach Frankreich. Berlin, 25. Januar. Aus dem Haag, , 24. Januar, wird der "Tägl. Rundschau" ge­ meldet: Holländische Blätter teilen mit, daß Rußland Mittel und Wege gefunden habe, Zucker, woran Frankreich Mangel leidet, nach, den skandinavischen Ländern zu schicken. Von dort werde der Zucker nach! Frankreich ver­ schickt. Als Gegenleistung bezahlt die fran­ zösische Regierung die fälligen Coupons der in Frankreich! untergebrachten russischen Staats­ anleihe. Anscheinend ist diese Vereinbarung auf die Zufuhr von 6 Millionen Pud (100000 Tonnen) russischen Zuckers und einer gewis­ sen Menge russischen Roggens abgeschlossen worden, doch! beginnt sich jetzt auch in Ruß­ land Zuckermangek bemerkbar zu machen.(Z) ────────── Der Krieg mit England. Der Bieg mit England. Ein Augenzeuge der Seeschlacht. Amsterdam, 26. Januar. Ter Fisch­ dampfer "Erika", der von dem Seegefecht in der Nordsee überrascht worden ist, lief in Ehmuiden ein. Ter Kapitän erzählte dem Be­ richterstatter des Handelsblad folgendes: Wir waren am Sonntag morgens 10 Uhr 120 See­ meilen nordwestlich Helgoland mit Fischen be­ schäftigt, als plötzlich der Steuermann ansagte, daß geschossen würde. Eben waren wir an Heck gekommen als wir auch, schon die deutsche Flotte, die aus einer Anzahl von Kreuzern und etwa 20 Torpedobooten bestand, vor uns | auftauchen sahen. Es dauerte nicht lange und 5 es kamen von der gegenüberliegenden Seite vier englische Kreuzer und eine Anzahl Tor: pedojäger mit Volldampf angefahren. Bald regnete es Granaten und Kugeln von der Seite I der Engländer. Sie gingen über unser Schiff hinweg. Tie Deutschen antworteten. Ein eng­ lischer Kreuzer bohrte ein großes Schiff des Feindes in Grund. Während die deutscheFlotte f mehr und mehr aus dem Gesichtskreis ver­ schwand, sahen wir, daß auch zwei englische Schiffe getroffen waren, das eine Panzerschiff an seinem Achterteil, das andere mittschiff. Wir waren etwa 3000 Meter von beiden Flotten entfernt als das Gefecht begann, und konn­ ten daher den Verlauf gut betrachten. Auch» zwei andere Fischdampfer aus Eymuiden waren in der Nähe, ebenso ein Kauffahrteischiff. Rie­ sige Wasserstrahlen sprangen in die Höhe, wo die Granaten einschlugen. Es war ein phan­ tastischer Anblick. Wir fuhren dann nach Eymuiden, um einen Bericht über dieses Er­ lebnis zu erstatten. Englisch« Abwehrmittel gegen die deutschen Luftangriffe. Berlin, 25. Januar. Aus dem Haag wird der "Tägl. Rundschau" berichtet: Wie "Evening Standard" meldet, sind aus verschie­ denen Artillerie-Depots Spezialgeschütze nach Cromer, Norwich, Iarmouth und Harwich ge­ schickt worden, um einen wiederholten deut­ schen Angriff aus der Luft abzuwehren. Die gleichen Vorkehrungen sind an der Südküste Englands und für Sherneß, Portsmouth und Dover in besonderem Maße getroffen worden. (3) ────────── Vom östlichen Kriegsschauplatz. Bm östliche» KriegrschWlatz. T«r Ruckzug der Russen auf die Weichsellinie. Berlin, 24. Januar. Aus Wien, 24. Januar, wird der "Deutschen Tageszeitung" gemeldet: Nach den Mitteilungen polnischer Blätter soll Radom von den Russen bereits geräumt sein. (Z.) Berlin, 25. Januar. Aus Budapest, 24. Januar, meldet die "Teutsche Tageszeitg.": Ter militärische Mitarbeiter des "Rjetsch" mel­ det: Tie Russen machen übermenschliche An­ strengungen, um die befestigte SvchatschewLinie zu halten; wenn sie sich! trotzdem zurück­ ziehen müssen, so wäre dies durch, die großen Verluste bei den erstklassigen Regimentern zu erklären. (Z.) Pferdenot in Rußland. In Petersburg macht sich eine Pferde­ krisis bemerkbar. Es fehlt namentlich an Pfer­ den mittleren Preises. Während man früher ein Drosch kenpferd für 90 bis 100 Rubel er­ stehen konnte, kosten jetzt solche Pferde bis 300 Rubel. Wenn man in Rußland die Wahrheit sagt! Die Petersburger Telegraphenagentur meldet: Die Moskauer Zeitung "Rameje Utro" ist für den Artikel "Unter der Drohung eines schimpflichen Friedens" m Nr. 289 auf Be­ fehl des Oberbefehlshabers geschlossen worden. "Rußkja Wjedomosti" sind für den Leitartikel vom 16. Dezember mit 500 Rubel bestraft worden. ────────── Der Krieg zwischen Oesterreich-Ungarn, Serbien und Montenegro. Ser Krieg Mische« SeftmeichUngar», Serbien »ab Mntenegr». Gewaltsame Rekrutierung von Knaben in Neu­ serbien. Der Präfekt von Strumitza teilt in einer Trahtmeldung die Ankunft von etwa 20 14bis 15jährigen Mazedoniern aus dem Bezirke Toiran mit, die infolge eines von den serbi­ schen Behörden erteilten Auftrages, sie mit Gewalt in die Armee einzureihen, geflüchtet sind. Sie erzählen, daß diejenigen, denen es nicht gelungen ist, die Flucht zu ergreifen, unter Eskorte nach Altserbien geschickt werden. ────────── Die Türkei im Kriege. Me Türkei tat Biege. Die Kämpfe im Kaukasus. Konst anti nope l, 25. Januarf In Besprechung der militärischen Lage im Kau­ kasus stellt der "Tanin" fest, daß die russischen Conrmunrques falsch oder übertrieben gewesen seien. Der Versuch der Russen, den linken Flügel der türkischen Armee in der Gegend, östlich Olty zu umgehen, sei an der außer­ ordentlichen Tapferkeit der türkischen Truppen gescheitert. Diese hätten den Boden, den sie auf russischem.Gebiet besetzten, nicht aufgegeben und hätten nur aus taktischen Gründen einige Punkte ohne irgendwelche Bedeutung ver­ lassen. Die russischen Verluste seit Beginn des Feldzuges seien mehr als doppelt so groß, wie die türkischen. Der Gesundheitszustand und die Ordnung in der türkischen Armee seien, vorzüglich. Kanadisch« Reiter für Aeghpten.. L o nd o n, 25. Januar. Tie "Times" mel­ den aus Toronto: In Westkanada wurden Rei-terregimenter gebildet, die mit der kritischen und der australischen Kavallerie in Aegypten. Dienst tun sollen. (Weitere Nachrichten siehe "Letzte Posten".) ────────── "Ta hinein", sagte der Mann. Ich, verlieh fluchtartig den Raum und noch am Abend durchschauerte es mich, als wir in einer der zahllosen Teestuben saßen und ein Kollege als gräßlichste Verwünfchungs im scherze zurief: "Baden sollen Sie int Judenbab zu Mlawa!" Es war ein sehr harter Scherz. Er fiel in der merkwürdigen Um­ gebung. Wir chatten beim Stab gegessen — Ge­ neral Suren empfing uns mit liebenswür­ diger Ansprache — waren durch die Stadt gebummelt, vorbei an vielen kleinen Laden lund Lädelchen, den Ständen mit Brot, den Tischchen, auf denen der Somaover brodelte !und drei, vier Tassen oder Gläser für den Worübergehenden bereit standen, und nun nach! IIÖ Uhr abends waren wir in ein Teehaus ge­ gangen, das klingt sehr verheißungsvoll, aber »nan muß alle Begriffe, die sich sonst mit dem Wort verbinden, über Bord werfen, wenn man die schmale, ausgetretene Stiege zu dem Mlawensischen Teehaus hinaufsteigt. Eine kleine, «ursprünglich weiße Fahne mit einer Ente dar­ auf hängt über der Tür, die so niedrig ist, daß ich, mich, beim Eintreten beugen muß, ein dunkler Flur, der bis zu dem Hof auf der Rückseite des Hauses führt, eine Tür zur Rech^ len, die sich« in eine niedrige Stube öffnete Auf dem ovalen Tisch! brennt eine Kerze, ihr flackrichtes Licht geht über die dunkle Gestalt des Wirtes, der ant Ofen lehnt und mit tie­ fer Verbeugung grüßt. Er ist Schüster. "Nix &u tun in dem Krieg", sagt er. Seine klugen braunen Augen taxieren uns ab. Zwei Töch­ ter, blonde, jüdische Schönheiten, fragen nach unseren Wünschen. Tie Mutter setzt den Kessel auf den niedrigen Herd, den man durch! die offene Küchentür sehen sann.. Es ist erstaunlich, wie ruhig und klug diese Menschen sprechen. Nur einmal muh ich la­ ichen, als der Alte mir erklärt,daß ja dieTeutssche große Aehnlich keit mit dem Jiddischen habe. "Se sagen: gebadet, mir sagen: gebuden, Se sagen Tee, mir sagen Tee." Tann erzählt der Mann. von dem! Rückzug der Narew-Armee nach der Schlacht von Tannenberg. "Mer haben gewußt, daß ist geschehen ein graußes Unglück. i@ie sind gekommen durch, Mlawa zehn Täg «und zehn Nächt. Tann sind sie zurückgekom­ men wieder, einen Tag, eine Nächte und noch einen halben Täg. Haben mer gewußt, daß .ist geschehen das Unglück. Hat uns keiner ge­ braucht zu sagen. Sie sind gekommen ein­ zeln, einer hat gehabt ä Gewehr, der andere hat gehabt nix, der eine hat aufgehabt ä Hut, der andere ist gegangen mit ä jiddische Kappen. Haben se nix gesagt und sind gegangen Wei­ ler. Müde sind se gewesen, sehr müde, meine gute Herr. Tann am anderen Tag waren da die preußischen Husars." Ich, sah das Bild der geschlagenen, ver­ nichteten Armee, es stand riesengroß vor mir in dem Tunst der kleinen Stube und die tief­ liegenden Augen des armen jüdischen Schu­ sters funkelten wie in Genugtuung. Ich- ging aus die nächtige Gasse. Sie lag in undurch­ dringlicher Fiensternis. Fern vom Marktplatz her, auf den sie führte, leuchtete das matte rote Licht vor dem Hause der Etappe. Und mit einem Mal wurde der Himmel hell. Eine Weiße Strahlengarbe huschte fern über die grauen Vorhänge. Ein russischer Scheinwer­ fer. Der Kanonendonner war jetzt deutlich, und stark, das Scheinwerserlicht überflackerte un­ ruhig den Horizont. Tie Russen hatten u*= sere Kavallerieerkundung aufgehalten. Sicher. Draußen in der fernen grauen Ebene begann das Gefecht. Ich ging weiter und weiter und plötzlich, fand ich die Richtung nicht mehr. Meine Taschenlaterne nutzte nicht viel. Hinter einem der Fensterläden schimmerte Licht. Ich klopfte an. "Mer schlafe schon". "Ich will Tee", sagte ich-, da öffnete ein schwarzhaariges junges Mädel das Fenster. "Wo komme ich hier hin", fragte ich, und zeigte die Straße entlang in die Dunkelheit. Sie schüttelte den Kopf. "Das ist die Straße nach, Warschau, mein guter Herr." Sie zeigt dann den Weg. Langsam fand ich mich durch das Gewirre der Gassen zurück. "Das ist die Straße nach Warschau, mein guter Herr . . ." Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter. ────────── herausgeschlagen hätte. Aber Norbert konnte anscheinend wirklich nicht wehr zahlen, als er ihr geboten hatte, und dieses blonde Gänschen war zu stolz oder zu geizig, oder beides, uw etwas zuzuschießen. Wie sollte sie nun die gewünschte Summe, mit der allein sie ein Leben nach! ihren Wünschen führen konnte, er­ zielen? Sie zergrübelte sich! fruchtlos den Kopf. —s In einer noch, viel deprimierteren Stim­ mung war naturgemäß Norbert Falkenau. Wie furchtbar er unter dem Gedanken litt, daß Ännelies von Lena beschimpft und beleidigt worden war, das sah man seinem Gesicht an. Ruhelos streifte er stundenlang im Freien um­ her. Die ftiedliche Stimmung, die seit Annelies Rückkehr über ihn gekommen war, war verflogen. Verzweifelter denn je rüttelte er an den Ketten, die ihn fesselten und ihn zu Boden drückten. Auch, Kollermann war in einer ganz ge­ fährlichen Verfassung. Er hatte in Erfahrung gebracht, daß die Baronin in Neulinden gewe­ sen war und daß sie dort etwas sehr Schlimimes angerichtet haben muhte. Er sah Tante Krißpinas verweinte Augen und seines Herrn verzweifelte Stimmung, und sein Baroneßchen war unsichtbar für ihn — da mußte es etwas gegeben haben. Am liebsten hätte er die ge­ schminkte Baronin mit seinen eigenen Händen aus Falkenau hinausbefördert. Ta das nicht ging, war er in bärbeißigster Laune, und niemand konnte ihm etwas recht machen. So pflanzte sich, die gedrückte Stimmung auch, auf die Domestiken fort. In Neulinden war es nicht besser. Annelies ging mit starrem, blassem Gesicht umher. Stolz und Liebe kämpften einen erbitterten Kampf in ihrer Brust. Lenas Worte hatten sie tief gedemütigt und zugleich das Bewußt­ sein in ihr erweckt, daß ihre Liebe, so rein und lauter sie auch, war, von anderen Men­ schen übalgedeutet werden konnte. Das traf das stolze, aufrechte Mädchen schwer. Hoffnungslos und gedemütigt sah sie in die Zukunft. Tante Krispina zerfloß fast in Tränen. Sie umgab Ännelies mit rüh­ render Zartheit und Liebe, und jetzt brauchte es keiner kleinen Komödie mehr, um das alte Fräulein zu überzeugen, daß ihre Anwesen­ heit notwendig war und daß Ännelies jetzt in ihr die einzige Stütze hatte. Erst nach, einigen Tagen hatte es Annelies über sich, vermocht, Tante Krispina zu! berichten, was zwischen ihr und Lena gesche­ hen war. Tie alte Dame schüttelte förmlich die Empörung über die Schlechtigkeit dieser Frau. "Meine arme Ännelies, nimm es dir doch nicht so zu Herzen. So etwas muß doch, an dir abgleiten, das darf nicht'tief gehen und kann dich! nicht beschmutzen. Denk nicht mehr daran, ich bitte dich, vergiß diese Stunde. Laß dir genügen an der Reinheit deines Bewußt­ seins. Tas mutz dir sein, als seiest du über Sumpf und Morast weggeschritten, ohne dir den Kleidersaum zu netzen." So sagte sie tröstend und beruhigend. Ännelies konnte aber nicht vergessen, konnte sich, nicht beruhigen, wie es die Tante von ihr verlangte. Sie wußte auch, sehr wohl, daß diese ebensogut die Demütigung empfand, wie jie selbst. Als Ännelies der alten Dame eröffnete, daß sie gleich! nach, Neujahr wieder auf Reisen gehen wollten, mindestens bis pm Frühjahr, wenn ihre Gegenwart auf Neulinden wieder nötig war, da sagte diese kein Wort dagegen. Zwar hätte sie, so sch,öü auch, das Reisen war, den Rest des Winters lieber behaglich, in Neu­ linden verbracht, aber sie ordnete ihre Wünsche ohne weiteres denen von Ännelies unter. Sie hoffte, daß Ännelies abgeteuft würde von ihrem Leid und draußen in der Welt ihre Ruhe wieder fände. , (Fortsetzung folgt.- ────────── Tages-Uebersicht. TM-Werficht. Die tapferen Sachsen. Nachdem der Kö­ nig von Sachsen am 23. ds. Mts. aus dem Felde von einem kürzlich stattgehabten hel­ denhaften, siegreichen Kampfe des 1. Batail­ lons des 12. Jnfanterieregts. Nr. 177 Kennt­ nis erhalten hatte, hat er an das Bataillon das nachstehende Telegramm gesandt: "Erstes Bataillon, 12. Jnfanterieregt. 177. Erfahre soeben von dem glanzvollen, leider sehr ver­ lustreichen Kampfe des Bataillons. Tie Leute haben wie die Löwen gefochten. Ich spreche Ihnen und dem heldenmütigen Führer des Bataillons meine besondere Anerkennung und meinen wärmsten Tank aus." Starke Abnähme der französische« Staatseinnähmen. "Berlingske Tidende" meldet aus Paris: Ein französischer amtlicher Bericht weist eine starke Abnahme aller Staatseinnah­ men nach, sowie den Niedergang des Geschäfts­ lebens. Gegenüber 1913 nähmen die Zollein­ gänge um 176 769000, die Stempelabgaben um 43 679500, die Regiftrierungsgebühren um 218 660 000, die indirekten Steuern um 151 252 000, die Posteinnähmen um 33 998000, die Telefoneinnahmen um 12 413 200, die Er­ träge der Zuckersteuer um 31 400 000 und die Einnahmen an Salzsteuer um 1522 000 Francs ab. Insgesamt beträgt der Einnähmeausfakl 658 000 000 Francs. 5000 Teutsch,e aus Petersburg ausgewie­ sen. Nach, dem "Rjetsch" vom 16. Januar wird die Zahl der deutschen und österreichischenStaatsangehörigen, die auf Befehl des Groß­ fürsten Nikolai Petersburg zum 28. Januar verlassen müssen, auf 5000 geschätzt. Ter Pe­ tersburger Stadthaüptmann macht bekannt, daß bei feindlichen Ausländern nichtslawischer Na­ tionalität keine Ausnahmen gemacht werden. Amerikanisch,es Geld für Rußland. Wie "Ruskoje Wjedomosti" melden, hat eine Gruppe Newyorker Geldleute der russischen Regierung den Vorschlag unterbreitet, den russischen Kaufleuten einen Kredit von 12 Millionen Dollar zu eröffnen, und zwar in Form von 4dreiviertel v. H. Tratten auf 30, 60 und 90 Tage. Unruhe« in Portugal. Reisende aus Por­ tugal versich ern, daß der Zustand dort außer­ gewöhnlich, ernst sei. 300 Offiziere haben ihre Degen zurückgeschickt als Zeichen der Solida­ rität mit ihren Kameraden, die der Revolution beschuldigt sind. Sie weigern sich, die Ka- fernen zu verlassen und betrachten sich als freiwillige Gefangene. Tas alles geschah aus Protest gegen den Kriegsminister, der zuvor Monarchist war, sich aber zum Republikaner entwickelt hatte. (Z.) Tie Deutschjenhetze in Kanada. Der na­ turalisierte Teutsche Emil Nerich, ist verhaftet und angeklagt worden, daß er dem deutschen Leutnant Zegrow bei einem Versuche, aus Ka­ nada zu entkommen, behilflich, gewesen sei. Ne­ rich, ist der größte Spielzeughändler in Ka­ nada und gehört zu der besten Gesellschafts­ klasse in Toronto. China und Japan. Aus Japan wird ge­ meldet, daß China völlig unerwartet den gan­ zen Rest der noch an Japan zu zahlenden Kriegsentschädigung plötzlich beglichen hat. (Z.) ────────── angestellten Lehrern 3633 im Heere oder in der Feldkrankenpflege, von 1285 Praktikanten 623. Alles in allem stellen die 15192 in Betrach,t kommenden Lehrer 4256 Vaterlands­ verteidiger, d. i. mehr als 28 Prozent. Entsprungen. Tie K. Kommandantur in Ingolstadt teilt mit: Samstag abends ist aus einem Fort bei Ingolstadt ein französischer Hauptmann entsprungen. Er ist klein, blond, hat schwarzen Schnurrbart, spricht etwas Teutsch. Er hat das Fort in seiner Uniform, an der Auszeichnung und Knöpfe abgetrennt sind, verlassen. ────────── Niederbayerische Nachrichten. Niederbayerische Rachrichtea. Mallers-ors, 25. Jan. (Zigeunerplage.) Vor ein paar Tagen sammelte sich im Orte Zaitzkofen eine größere Zigeunerbande an, die sieben Wägen mit sich, führte und die Leute durch, Betteln von Nahrungsmitteln und Holz usw. arg belästigte. Tie herbeigerufene Gen­ darmerie von Mallersdorf, Schierling und Neufahrn nahm die Gesellschaft fest. Pfarrkivchjen, 25. Jan. (Gnadengeschenk.) Im November stürzte der Gütler Garham­ mer von Reichenberg vom Wagen und ver­ letzte sich, tätlich. Vor einigen Tagen erhielt nun dessen Witwe von König Ludwig ein Gna­ dengeschenk von 100 Mark zugewiesen. Moosfürth, 25. Jan. (Tie einzige Stütze) seiner hochibetagten Mutter, der Taglöhners­ sohn Georg Heimerl von hier, hat als Käm­ pfer in Nordfrankreich, den Tod durch Ertrin­ ken gefunden. ────────── Dienstesnachrichten. IikystkMchrichtey. Staatspisenbahnoevwaltnng. Ter Vor­ stand der Güterstation Landshut Bahnoerwal­ ter Theodor Rieger in Landshut wurde zum Oberbahnverwalter daselbst befördert. Justizverwaltung. Ter geprüfte Rechts­ praktikant Tr. Hans Flierl in Nürnberg wurde zum 3. Staatsanwalt außer dem Status bei dem Landgerichte Landshut in etatsmäßiger Eigenschaft ernannt. — Dem Notar Josef Goß in Ebermannstadt wurde auf sein Ansuchen das Notariat in Rottenburg verliehen; dem Notar Josef Schleifer in Vilshofen das No­ tariat Tölz, dem Notar Ferdinand Eisenhofer in Weilheim das Notariat Vilshofen, jedent auf sein Ansuchen verliehen. Forstverwaltung. Zum Forstassistenten in etatsmäßiger Eigenschaft wurde ernannt der Forstschutzdienstaspirant Ernst Geh in Mindelheim beim Forstamt Kelheim-Nord; vom 1. März dieses Jahres an in gleicher Tiensteigenschaft in etatsmäßiger Weise auf ihr Ansuchen versetzt die Förster Johann Glaser von Duschlberg nach, Kößlarn, Forstamts Griesbach; Josef Frühzolz von Eisenstein, Forstamts ZwieselWest, nach, Tuschlberg, Forstamts Neureichenau, versetzt; zum Förster in etatsmäßiger Weise der Forstassistent Oskar Weinmüller beimForstamt Mühldorf in Kleinphilippsreuth, Forst­ amts Wolfstein. Schuldienst. Tie Volksschullehrer-, Ntesner- und Organistenstelle in St. Oswald, K. Tistriktsschulinstiektion Grafenau I in Gra­ fenau, ist erledigt. Endtermin für Bewerbun­ gen: 8. Februar 1915., Postverwaltung. Versetzt in etatsmäßiger Weise auf Ansuchen wurde ab 1. Januar 1915 die Postassistentin Clotilde Rufer von Lindau ii. B. nach Landshut; ab 1. Febvuar 1915 die Postboten Jos. Verschneider von Amberg nach Mengkofen, Joh. Seit! von Deggendorf nach Achdorf. ────────── bis 10 Jahren, 40 949 von 10 bis 15 Jahren, 34 219 junge Leute von 15 bis 20 Jahren, 24104 von 20 bis 25 Jahren; dann Männer 24025 von 25 bis 30 Jahren, 22 691 von 30 bis 35 Jahren, 21155 von 35 bis 40 Jahren, 19 331 von 40 bis 45 Jahren, 16 029 von 45 bis 50 Jahren, 15 381 von 50 bis 55 Jahren, 13 322 von 55 bis 60 Jahren, 11 167 von 60 bis 65 Jahren, 9185 von 65 bis 70 Jahren, 6379 von 70 bis 75 Jahren, 3874 von 75 bis 80 Jähren, 1674 von 80 bis 85 Jahren, 464 von 85 bis 90 Jähren, 72 von 90 bis 95 Jahren, 2 von 95 bis 100 Jahren; 104 Personen waren unermittelten Alters. Be­ merkenswert ist in Niederbahern die hohe Zahl der Greise, ein Beweis von der Gesundheit des niederbayerischen Volkes; nicht minder be­ merkenswert ist aber auchj die hohe Zahl der militürdienstlich in Betracht kommenden Per­ sonen, nämlich mehr als 100 000, demnach gut ein Tritte! der männlichen Bevölkerung Nie­ derbayerns. ────────── Stadttheater. Max Halbes wirksames Drama "Jugend", das am Sonntag abends über die Bretter unseres Stadttheaters ging, übte seine alte Zugkraft aus, namentlich,, wenn, wie dies bei uns der Fall war, erste Kräfte des Münche­ ner Schauspielhauses für eine wohlabgerun­ dete Vorstellung garantieren. Ein hier gerne gesehener Gast ist Herr Siegfried Raabe, der uns mit seinem prächtigen unnachahmlichen Pfarrherrn Hoppe frei von aller Theatralik ein Stück Leben versinnbildlichend, einen ho­ hen Kunstgenuß bereitete. Consuela Nicoletti, ebenfalls aus früheren Gastspielen vorteil­ haft bekannt, trat als Annchen das Erbe Centn Bree's, die in dieser Rolle als vor­ bildliche galt, mit voller Berechtigung an. Ihr Annchen schmückte vor Allem eine unverfälschte Natürlichkeit, die sie mit all ihren sonstigen Vorzügen als erstklassige Vertreterin dieser Rolle erscheinen läßt. Rolf Randolf, der ele­ gante Bonvivant des Münchener Schauspiel­ hauses zog in frischer munterer Tarstellung auch den jugendlichen Studenten Hans Hart­ wig in den Vordergrund des Interesses, ob­ gleich er im Aeußeren diesem sich nach der akademischen Freiheit sehnenden Milchbarte schon etwas entwachsen schien. Deshalb wirkte auch, der Schigorski Kurt Hoffmanns etwas verjüngt, doch! traf er Ton und Geste dieses fanatischen Theoretikers, der in scharfem Ge­ gensatze zu dem menschlich fühlenden Hopp« stand, ganz ausgezeichnet. Das tölpelhafte, bösartige Wesen des Kretin Amandus hätte Direktor Wesselsky noch, schärfer herauskehren müssen, doch, auch er fügte sich nach Kräften in den Rahmen dieser genußreichen Vorstel­ lung, um deren szenische Ausgestaltung sich Herr Raabe besonders verdient machte. Daß es immer noch, Leute gibt, die im Begriffe Theater nur den Erreger ihrer Lachlust se­ hen, machte sich unangenehm hörbar. Hof­ fentlich, haben wir nod) öfters das Vergnügen die Künstler an unserer Bühne wirken zu se­ hen. Das ausverkaufte beifallsfreudige Haus brachte den sichtbaren Beweis für diesen Wunsch. Tie Wahl des Stückes für die Nach­ mittagsvorstellung war weniger glücklich, da­ von zeugte der schwache Besuch. Landshut be­ sitzt nicht das Publikum des Münchener Schau­ spielhauses, das von einer Spezialbühne auch, Sonntag nachmittags literarische Delikatessen fordert. Schade für die köstlichen Szenen "Anatol", in denen Arthur Schnitzler das Lie­ besleben eines "feschen" Wiener Tamenfreundes schildert, noch, mehr schade für die ganz famose Tarstellung des Titelhelden durch, Rolf Randolf, der sich, hier in seinem Fache in glänzendem Lichte zeigen konnte, für die ver­ schiedenen Episoden, die Frl. Nicvletti in den Charakteren und im Aeußeren erfolgreich zeich­ nete und auch, für den aufopfernden Freund Max des Herrn Julius Seger. Ein volles Haus vor einem literaturfreudigem, verstän­ digem Publikum, wie es unsere Kammerspiele hatten, wäre der gelungenen Anatolserie zu wünschen gewesen. Grm. ────────── Letzte Posten. Me Posten. Von der Seeschlacht in der Nordsee. London, 26. Januar. (Reuter.) 50 Mann vo nder Besatzung des Panzerkreuzers "Blücher", von denen 23 verwundet sind, sind gestern früh in Leith gelandet worden. Die Verwundeten wurden dem Lazarette überge­ führt, die anderen nach Schloß Edinburg ge­ bracht. Von Lille dis Lodz deutsche Bahnen. Stettin, 26. Januar. Seit gestern ist der Personenverkehr Ostrowo-Lodz aufgenom­ men worden, sodatz man auf deutschen Bah­ nen von Lodz nach, Lille verkehren kann. Le Havre im Dunkeln. Le Havre, 26. Januar. Ter Militär­ gouverneur hat angeordnet, daß die Jnnenbeleuchtung der Privathäuser in Le Havre und den umliegenden Gemeinden während der Nachtstunden von außen nicht sichtbar sein darf und daß die Beleuchtung der öffentlichen Gebäude, Werkstätten und Geschäftslokale auf das Mindestmaß beschränkt und die Schau­ fenster verhängt werden müssen. Rücktrittsabsichl ves portugiesischen Kriegs­ ministers. Lissabon, 26. Januar. Agence Havas meldet: Während des Ministerrates erklärte der Kriegsminister, er sei entschlossen, zurück­ zutreten. Aus Marokko. Ter marokkanische Häuptling Abdul Ma­ li! schrieb einen dritten Brief aus Casablanca, aus dem hervorgeht, d»tz die Marokkaner Fez eingenommen haben. Tie Franzosen hatten hierbei 3500 Tote und Gefangene und ver­ loren 9 Geschütze, darunter drei große. Tie Bevölkerung empfing die Sieger mit Jubel und 'schloß sich ihnen an. Kämpfe in Siidafrika. Pretoria, 26. Januar. Das Reuter­ büro meldet amtlich: Der Feind griff mit 1200 Mann und 4 Kanonen unter Befehl des Kommandanten Maritz Upington an, wurde aber zurückgeschlagen. Er ließ 12 Tote, 33 Verwundete und 36 Gefangene zurück. Tie Verluste der Engländer betrugen 3 Tote und 23 Verwundete. ────────── Handel und Verkehr. Oesterreich), — Jungrinder (— aus Oesterreich), 1823 lebende und 2241 tote Kälber. 4918 lebende und 6700 tote Schweine, 90 lebende und 542 tote Schafe und Ziegen, — lebende und 361 tote Lämmer, Spanferkel und Kitze. Nach Auswärts wurden — Stück Großvieh und — Schweine. Marktverkauf: Großvieh: ruhiger. Kälber, Schweine und Schafe gegen Schluß der Woche leb­ hafter. Andel «ud Verkehr. München, 23. Jan. (Biehmarkt.) Bericht vom 17. bis 23. Januar. Preise per 50 Kilo Lebendgewicht: Ochsen: 1. Qualität 55—57, österr. 62-65, Holland. 00—00, 2. Qual. 52—54, österr. 59—61, holl. 00—00, 3. Qual. 49—51, österr. 56—58, holl. 00—00, 4. Qual. 46—48, österr. 53-55, holl. 00—00, 5. Qual. 42—45, österr. 49—52. Bullen: 1. Qual. 45—48, 2. Qual. 41—44, 3. Qual. 34—40 ;jKühe u. Kalbinnen: 1. Qual. 44-51, 2. Qual. 41—46, 3. Qual. 36—40, 4. Qual. 31—35, 5. Qual. 21—30; gering genährtes Jungvieh: 22—33; Kälber: feinste 50—54, mittlere 45—49, geringe 36—44; Schafe: Stallmastschafe, Mastlämmer und jüngere Masthammel 00—00, ältere Masthammel 00—00, mäßig genährte Hammel —, gering. Lämmer 00—00; Schweine: Fettschweine über 150 Klgr. 46—60, vollfleischige von 120 bis 150 Klgr. 47—60, von 100 bis 120 Klgr. 48—60, von 80 bis 100 Klgr. 48—59, dto. unter 80 Klgr. 42—58, Sauen 00 bis 00, Bratenschweine 52—57 Mk. Preise per 50 Klgr. Schlachtgewicht: Bullen 2. Qual. 00— 00, 3. Qual. 00—00, Kälber: feinste 60-64, mittlere 55—59, geringe 43—54; Schafe: Mast­ lämmer und jüngere Masthammel 58—62, ältere Masthammel 00—00, mäßig genährte Hammel und Schafe 42—52; geringere Lämmer und Schafe 00—00. Schweine: Fettschweine über 150 Klgr. 63—74, vollfleischige von 120—150 Klgr. 63—74, von 100 bis 120 Klgr. 64—74, von 80 bis 100 Klgr. 62—74, unter 80 Klgr. 46—73, Sauen 00— CK), Bratenschweine 67—72 Mk. — Grsamtzufuhr: 2624 Großvieh, aus dem Auslande —, und zwar — Ochsen (darunter — aus Schweden und — aus Oesterreich), — Bullen (darunter — aus Oesterreich), — Kühe (darunter —aus Dänemark und — aus ────────── Literarisches. LttmriWs. Die C. H. Becksche Verlagsbuchhandlung Oskar Beck in München gibt eine "Chronik desDeulfchen Krieges nach amtlichen Berichten und zeitgenössischen Kundgebungen" heraus, deren erster, bis Mitte November reichender Band nun vorliegt: ein schönes, gut ausgestattetes Buch von XII, 484 Seiten Umfang zu dem überaus billigen Preise von 2.80 Mark. Die Sorgfalt der Redaktion, die Güte und Dauerhaftigkeit der Ausstattung dürften sich wohl die Vorliebe des Publikums erwerben. An der Spitze meiner Kompagnie. Drei Monate Kriegserlebnisie von Paul Oskar Höcker. Verlag Ullstein u. Co, Berlin und Wien. Preis 1 Mark. Die Krkegschronik des Dichters Paul Oskar Höcker, der als Hauptmann der Landwehr nach Bel­ gien und Nordfrankreich gezogen ist, läßt uns alle die überwältigenden Ereigniffe der letzten Monate noch einmal durchleben. ────────── Ab Bahnhof: Vorm. Nachm. Abends Die vom Bahnhof kommenden Wagen durch­ fahren die nachbenannten Haltestellen: Ueberführg. (Güterbhf.) 0,5 Minuten späte«. Hauptzollamt 1,5 " " Weiche Seligenthalerstraße 2,5 " " Johannisstraße (Schlachth.) 3,5 " " Obeliskenplatz 5,0 " " Zweibrückenstraße 6,5 " " Rosengafse (Neustadt) 8,0 " . Theaterstraße (Luitpoldbr.) 9,0 . " Fahrzeit der elektischen Straßenbahn. ÄchrzÄ der klewischn StreßeelW. Ab Dreisalttgkettsplatz: Vorm. Nachm. Abends Die vom Dreifaltigkeitsplatz kommenden Wage» durchfahren die nachbenamüen Haltestellen: Theaterstraße (Luitpoldbr.) 1,0 Minuten später. Rosengasse (Neustadt) 2,0 " " Zweibrückenstraße 3,5 " " Obeliskenplatz 5,0 " " Johannisstraße (Schlachth.) 6,5 " " Mittl. Seligenthalerstraße 7,5 " " Hauptzollamt 8,5 " " Ueberführg. (Güterbhs.) 9,5 " " ────────── brauches itrtrb eine Reichsverteilungsstelle ein­ gerichtet. Tie Abgabe von Weizenmehl, Rog­ genmehl, Hafermehl und Gerstenmehl im Ge­ schäftsverkehr ist vom 26. Jauuar bis 31. Ja­ nuar verboten. Bezüglich der Fleischvorräte totrb Städten und größeren Landgemeinden die Verpflichtung auferlegt, Vorräte an Dauer­ ware zu beschaffen. Heute früh wurde telephonisch gemeldet: Me Bumse der Sesterreicher. WTB. W i en, 25. Januar, mittags. — Amtlich wird gemeldet: In Polen und Galizien keine wesentli­ chen Ereignisse. Nur an der Nida fanden lebhafte Geschütz­ kämpfe statt. Tie zur Wiedergewinnung der von uns eroberten Stellung im Oberungtal und bei Vezerssalles angesetzten russischen Ge­ genangriffe wurden blutig abgewiesen. Tie Versuche des Gegners, bei Rapailowa durchzudringen, mißlangen vollkommen. Ter Feind zog sich, über Zielona zurück. Tie Kämpfe der letzten zwei Tage brach­ ten uns in den Karpathen 1050 Gefangene. Ter Stellvertreter des Chefs des Generalstabes v .Höfer, Feldmarschalleutnant.