Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1915-10-20. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 68. Jahrgang Nr. 286, 1915-10-20. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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Der deutsche Angriff hat östlich von Mitau und hauptsächlich bei Groß-Eckau eingesetzt und hat offenbar den Zweck, den Uebergang über die Eckau und die Msse zu erzwingen, ^üach dem gestrigen Berichte ist dies nicht nur gelungen, sondern die Russen sind sogar bereits bis an die Düna bei Borkos­ witz zurückgeworfen. Weiter südliche bei Jakob­ stadt wurden russische Angriffe abgeschlagen. Nichts beleuchtet die Abhängigkeit Ruß>lands vom Auslande in Bezug auf Kriegs­ lieserungen so sehr, als ein von einem unserer Kampfflugzeuge abgeschossenes russisches Flug­ zeug. Ein russischer Stabskalpitän steuerte das französische Flugzeug, das ein englisches Ma­ schinengewehr führte. Es hätte nur die ameri­ kanische Munition gefehlt. Die Kämpfe bei den Armeen Linsingens dauern noch an, nehmen aber einen für uns günstigen Verlauf. Die österr.-ungar. Truppen haben in Wol­ hynien russische Angriffe abgeschlagen und hie­ bei 500 Russen gefangen. Ebenso wurden nördlich Rafalowka 100 Russen gefangen. Bei Czartorhsk dauern die Kämpfe noch an. Die Italiener haben anscheinend eine neue Offensive am Jsonzo versucht. Rach starkem Artilleriefeuer griffen sie am Krn, Mrzli Brh und am Tolmeiner Brückenkopf au. Alle An­ griffe brachen aber im Feuer der österr.-ungar. Truppen zusammen. Unter schweren Verlu­ sten flutete die italienische Infanterie zurück. Ebenso wurden italienische Angriffe bei Salcano und Petiano unter großen Verlusten für die Italiener abgewiesen. In Serbien gehen die Operationen günstig vorwärts. Der Aufmarsch unserer Armeen nach! Erzwingung des Donauüberganges ist im wesentlichen beendet. Damit ist die wichtigste Vorbedingung für ein gutes Fortschreiten der weiteren Angriffe gegeben. Auch! die Lei­ stungen der Bulgaren verdienen hohe Aner­ kennung, da diese bei ihrem 'Ansturm auf die Höhen zum Teil schon durch Schnee gehen mutzten. Eine einheitliche Führung 'der deut­ schen, österreichischen und bulgarischen Truppen ist, wie außerdem aus den Berichten der letzten Lage zu ersehen ist, in erfreulicher Weise ge­ Die Bulgaren an der Bahn Saloniki—Nisch. Die Kämpfe vor Riga und DiinaBurg. — Russische Augriffe am Styr abgeschlagen. — Starte italienische Angriffe an der Jsonzofront Blutig zurückgewiesen. — OBrenovae, die Höhen südlich Grocka, Bei Lneiea und die Orte Vodanh und Mala-Irsna »an den Unsern Besetzt. — Rasches Vordriage» der Bulgaren in Serdic«. — Die Bahn SalouM-Risch Bei Brauja «uterBrochen. währleistet. Oesterreichisch-ungarische Trup­ pen der Armee Koevoeß haben die Stadt Obrvnovac, 25 Kilometer südöstlich! von Belgrad, genommen. Südlich von Belgrad wurden die Höhen östlich von Vjranic, südlich von Ripanj und Grocka an 'der Donau genommen. Die Armee Gallwitz erkämpfte die Gegend west­ lich! von Seone und die Orte Vodanj und Mala^Trfno, wie das Höhengelände bei Lneiea, Bogevac und Misljenovac. Rasche Fortschritte machen die Operationen der ersten bulgari­ schen Armee unter General Bojadjeff, die ge­ gen Zajecar, Knjazevac über Jnovo und ge­ gen den Kessel von Pirot vorgeht. Die wichtigste Meldung ist aber die Besitznahme von Vranje durch bulgarische Truppen. Dieser Ort liegt an der Bahn Saloniki—Risch und durch deren Uebergang in bulgarische Hände ist der Antransport von Truppen der Verbündeten nach Norden und jede Zusendung von Kriegs­ material und Munition für die serbischen Ar­ meen unmöglich gemacht worden. Auch die südlich davon operierenden bulgarischen Trup­ pen nähern sich in schnellem Anmarsch aus der Linie Egripalanka—Jstip dieser Bahn. Damit dürfte der Salonikibluff der Ententemächte ein baldiges Ende erreichen, denn die dort stehen­ den Franzosen und Engländer sind heute schon von jeder Verbindung mit den Serben abge­ schnitten. Es könnte nur eine Zusammenstel­ lung dieser Truppen auf griechischem Gebiete und der geschlossene Vormarsch gegen Nor­ den in Frage kommen. Hierzu dürste aber Griechenland schwerlich seine Zustimmung ge­ ben. Es heißt sogar, daß die Griechen ganz energisch den Abtransport dieser Truppen for­ dern und mit deren Entwaffnung drohen. Die österr.-ungar. Truppen gelangten in der Verfolgung bereits über Ripanj hinaus und erstürmten den Zigeunerberg bei Grocka In den Kämpfen um den Avala wurden 2000 Serben gefangen genommen. ────────── Bericht des deutschen Hauptquartiers. MTB. Berlin, 19. Oktober. Mittags. (Große* Hauptquartier.) ────────── Westlicher Kriegsschauplatz. Keine wesentlichen Ereignisse. ────────── Schlich« KrUMmM. Heeresgruppe des Generalfewmarschalls von Hindenburg. Südlich von Riga stürmten unsere Trup­ pen mehrere russische Stellungen und erreich­ ten die Düna östlich von Borkowitz. 1 Offizier, 24« Mann wurden gefangen und 2 Maschanengetoehre er­ beutet. Ein russischer Angriff nordwestlich von Jakobstadt wurde abgewiesen. In Gegend von Smolnh wurde durch eines unserer Kampfflugzeuge ein ftanzösischer Doppeldecker, der von einem russischen Stabskapitän geführt wurde und mit einem englischen Maschinengewehr ausgerüstet war, abgeschossen. Heeresgruppe des Generakftldmarschalls Prinz Leopold von Patzern. Nichts Neues. Heeresgruppe des Generals von Linskngen. Die gestern gemeldeten Kämpfe am Styr nehmen einen für uns günstigen Verlaus. Palkankriegsschauplatz. Bei der Heeresgruppe des Generalfeld­ marschalls von Mackensen wurde von der Ar­ mee des Generals von Koevoeß durch österrei­ chisch-ungarische Truppen die Stadt Obrenooae genommen. Südlich! von Belgrad erreichten deutsche und österreichisch-ungarische Verbände nach Kampf die Höhen östlich! von Viranic, südlich Repanh und südlich von Grocka an der Donau. Die Armee des Generals von Gallwitz erkämpfte mit dem reichten Flügel die Gegend westlich von Seone, sowie die Orte Vodanj und Mala-krsna. Das Höhengelände bei Lucica, sowie süd­ lich und östlich von Bozevac bis Wsljenovac wurde dem Feinde entrissen. Die Armee des Generals Bojadjeff drang gegen Laicar, Knjazevac, über Jnovo und gegen den Kessel von Pirot weiter vor. Andere bulgarische Truppen haben Vranje im oberen Worawatale genommen und weiter südlich die Linie Egri-palanka—Stip bereits überschritten. Oberste Heeresleitung. Oestlicher Kriegsschauplatz. ────────── Bericht unserer Verbündeten. WTB. Wien, 19. Oktober, mittags. — Amtlich wird gemeldet: Russischer Kriegsschauplatz. Tie Russen setzten gestern ihre Angriffe int Sumpf- und Waldgebiete des unteren Sthr fort. Bei dem nordwestliche von Derazno lie­ genden Dorfe Boguslawka stürmte der Feind dreimal vergebens gegen die Stellung einer Honveddivision an. Er wurde durch Feuer und im Nahkampf in die Flucht geschlagen und ließ 3 Offiziere und über 500 Mann und 2 Maschinengewehre in unsrer Hand. Auchi eine über Kulikowiee vordringende russische Division wurde wieder auf das Ostufer zurückgetrieben. In der Gegend Ezartorhsk gewann der Gegner an einigen Punkten das Westufer des Sthrflusses. Dort wird noch' gekämpft. Nördlich' von Rasalowka griffen die Rus­ sen gleichfalls mit starken Kräften an. Sie wurden abgewiesen, wobei wir 100 Mann gefangen nahmen. Sonst blieb die Lage im Nordosten un­ verändert. Atakienis>ch«r Kriegsschauplatz. Die Kämpfe an der Jsonzofront nahmen an Ausdehnung zu. Gestern mittag setzte gegen unsre Stellungen am Krn, am Tolmeiner Brüc­ kenkopf, bei Tonale und Plava gegen den Görzer Brückenkopf und das Plateau von Doberdo starkes feindliches Geschützfeuer ein, das mit großer Heftigkeit bis in die Abendstunden anhielt und an einzelnen Abschnitten auch nachts andauerte. Unter dem Schutze dieses Feuers ging die italienische Infanterie an zahl­ reichen Stellen zum Angriff vor. Am Krn, am Mrzli Brh und vor den Stellungen des Tolmeiner Brückenkopfes bra­ chen alle feindlichen Angriffsversuche in un­ serem Infanterie- und Maschinen- und flan­ kierendem Geschützfeuer zusammen. Die geg­ nerische Infanterie flüchtete, wo sie angegan­ gen war, unter den schwersten Verlusten in ihre Gräben zurück, stellenweise zog sie es vor, "Avanti" zu schreien, ohne ihre Deckung zu verlassen. Gegen den Monte Sabotino (westlich von Salcano) gerichtete Angriffe und mehrere starke Vorstöße gegen die schon seit einigen Tagen heiß umstrittene Stellung bei Peteano wurde gleichfalls zurückgeschlagen. Auch hier erlitt die italienische Infanterie große Verluste. In Kärnten und Tirol herrscht weiter rege feindliche Artillerietätigkeit. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Angriffe der verbündeten Heere mach­ ten auch' gestern überall Fortschritte. Die Macva ist zum größten Teil in unsrem Besitz. Die beiderseits der Kolobaramündung überschisften k. und k. Truppen nahmen um Mitternacht die Stadt Obrenovac und die Hö­ hen südöstlich' davon. Die von Belgrad abwärts vordringenden Streitkräfte gelangten in der Verfolgung, des Feindes über Ripanj hinaus. Eine österr.-ungar. Kolonne erstürmte mit dem Bajonett den Zigeunerberg südlich' von Grocka und nahm mit den beiderseits der un­ teren Morawa vorrückenden deutschen Divi­ sionen die Verbindung auf.' In den dreitägigen Kämpfen um den Avals und um die Stellungen nordwestlich von Grocka find von unsren Truppen \ 15 serbische Offiziere und 2000 Mann als Gefangene eingebracht wurden. Die Bulgaren entrissen dem Feind die erste befestigte Linie längs von Pirot und drangen bis in die Gegend von Vranja vor. Der stellvertretende Chef des Generalstabes r v. H o e f e r, FeldnmrsttzaHeutnant. ────────── Bon der letzten englischen Offensive. Rosendaal, 19. Oktober. Aus Dieppe wird gemeldet: Die ersten hier eingetroffenen Berichte aus der englischen Front besagen, daß diesmal unter viel größerem Einsatz an Streitkräften angegriffen wurde als bei Loos. Nach Mitteilungen britischer Offtziere standen rund 300 000 Mann in Reserve, um in die zu schlagende Bresche einzudringen. Verhängnis­ voll für die Offensive war das ungünstige Wetter. Obwohl die Beschießung der deutschen Linien an Heftigkeit nichts zu wünschen übrig ließ, mißglückte der auf einer Linie von 32 Kilometern angesetzte Sturmangriff durch« un­ vorhergesehenes feindliches Flankenfeuer. Man glaubte des Erfolges so sicher zu sein, daß die vorgetriebenen Kolonnen durchwegs aus zwei­ ten Soldaten zusammengestellt worden waren. Infolgedessen erlitten die europäischen Trup­ pen relativ stärkere Verluste als in den An­ griffen bei Loos. (Z.) Rücktritt des Kabinetts Biviani. Nachrichten aus Paris zufolge lassen ei­ nen baldigen Rücktritt des Kabinettes Biviani Voraussagen. (Z.) Neue Millionenaufträge für Amerika. Die französische Regierung hat der Ame­ rican Canand Foundrh Co. in Newherseh, die bereits seit Ausbruch des Krieges mit Kriegs­ lieferungen für die Entente beschäftigt ist, neuerdings einen Auftrag für 100 Millionen ertieift. Vom westlichen Kriegsschauplatz. ────────── Vom östlichen Kriegsschauplatz. Straßenkrawalle in Petersburg. Christiania, '19. Oktober. Eine aus Petersburg hier eingetroffene Persönlichkeit erzählt, daß blutige Krawalle in der letzten Zeit auch in der Hauptstadt Rußlands statt­ gefunden haben. Arbeiter und Stüdenten zo­ gen mit roten Fahnen durch die Straßen, nach einem Platz, wo der Sozialistenführer Tscheidse eine Rede hielt, die in der Forde­ rung ausklang, die vertagte Duma müsse wie­ der einberufen werden. Darauf schritt die Po­ lizei ein und die erregten Volksmassen nah­ men Straßensteine und alles, was sie fanden, und bombardierten damit die Polizei. Nun wurden Kosaken gegen die Menge losgelassen und viele Personen schwer verletzt. (Z.) ────────── Der Krieg mit Italien. Italiens Kriegserklärung an Bulgarien. Rom, 19. Oktober. Die "Agenzia Stefatti" meldet: Da Bulgarien die Feindselig­ keiten gegen Serbien eröffnet hat und mit den Feinden Italiens dessen Verbündete be­ kämpft, erklärt die italienische Regierung auf Weisung des Königs, daß zwischen Italien und Bulgarien der Kriegszustand herrscht. Italiens Weigerung. Carriere della Sera bringt mit gewisser bitterer Miene einen offiziösen Artikel, der die absolute Notwendigkeit einer Absage auf eine italienische Mitwirkung beim Balkanun­ ternehmen darlegt. Italien führe einen De­ fensivkrieg, den es gewollt habe und daher könne das italienische Volk verlangen, daß der Krieg an seinen Grenzen ausgefochten werde. Um Italiens Hilfe. Zürich, 19. Oktober. Mailänder Blätter berichten aus Paris: Auch in Rußland trete nunmehr offensichtliches Mißtrauen gegenüber Italien hervor. "Jdea Nationale" und "Secolo" benutzten die Meldung, um neuerdings die dringliche Notwendigkeit der Teilnahme Italiens an der Balkanunternehmung der Ver­ bündeten darzutun. "Secolo" meint, einer Na­ tion, die, wie die italienische, so siegreich (wo? D. Red.) kämipfe, sei es unwürdig, hier bei­ seite zu stehen. (Z.) ────────── Abtranshort aller bei Saloniki gelandeten Truppen, andernfalls Griechenland die nichtabtransportierten Truppen entwaffnen und festsetzen werde. . Rumäniens Politik. Die "Franks. Ztg." meldet aus Budapest: Nach einem Bukarester Bericht des "Az Eft" schreitet die rumänische Politik einer raschen Entwicklung entgegen. Heute sei es für nie­ mand mehr zweifelhäft, daß die Neutralität Rumäniens nur kurze Zeit noch! würde fest? gehalten werden können und es scheint beinahe, daß auch Rumänien auf dem Plane des Welt­ krieges erscheinen werde. Nach der heutigen verzweifelten Situation der Entente 'sei es nicht schwer vorauszusehen, in welcher Gruppe der Kriegführenden Rumänien seinen Platz einnehmen werde. Die Aktion Rumäniens würde erfolgen, wenn der Erfolg gesichert er­ scheinen werde. Dieser Zeitpunkt scheine den bisherigen Gegnern per Entente jetzt gefönt? men zu sein. (Z.) Montenegro verlangt Geld und Waffen. Zürich, .19. Oktober. Die montenegri­ nische Regierung hat ihren Konsul in Rom beauftragt, Hilfe an Waffen, Munition und Geld zu verlangen. (Z.) ────────── Der türkische Bericht. Konstantinopel, 18. Oktober. Das Hauptquartier teilt mit: An der Dardanellenfront bei Anaforta außer Scharmützeln zwischen Aufklärungsab­ teilungen und aussetzendem Artilleriegefecht nichts von Bedeutung. Bei Ari Burun brach­ ten unsere Küstenbatterien feindliche Tor­ pedoboote, die eine Zeitlang wirkungslos un­ sere Stellungen beschossen hatten, zum Schweigen. Wir sprengten eine Mine, die der Feind bei Vanli Tepe gegraben hatte. Bei Seddil-Bahr schoß der Feind am 16. Oktober in 24 Stunden mehr als 1000 Hau­ bitzen ab, ohne irgend eine Wirkung zu er­ zielen. Sonst nichts von Bedeutung. Landung der Verbündeten in Enos? ' London, 19. Oktober. Tie Blätter mel­ den aus Rom: Rach! einer Mitteilung des "Messaggero" sind Truppen der Verbündeten in Enos auf türkischem Boden, in der Nähe der bulgarischen Grenze, gelandet. Der Trans­ port der in Saloniki gelandeten En teilte trup­ pen nach! Serbien hat begonnen. Der erste Transport soll 4000, nach anderer Version 10000 Mann betragen haben. (Z.) Diese Nachricht wird selbst von englischen und französischen Blättern stark bezweifelt und dürfte sich! kaum als richtig erweisen. Die Türkei im Kriege. Eine englische Heldentat. Ein der letzten Beschießung von Aivalah in der Türkei durch! einen englischen Kreuzer am 5. Oktober, wurde das Haus des italieni­ schen Konsuls vollständig zerstört und die aus sechs Köpfen bestehende Familie des Kon­ suls getötet. (Z.) ────────── 1 Ter Ui-Bootstricg im Mittelmeer. Paris, 19. Oktober. Der "Temps" mel­ det aus Marseille: Der Postdampfer "Eugenie Pereira" ist am 18. Oktober in Marseille mit den Ueberlebenden des Postdamlpfers "Admi­ ral Hamelin" eingetroffen, der kürzlich von einem deutschen Unterseeboot im Mittelmeer versenkt worden ist. 50 Menschen sind uab­ gekommen, etwa 30 wurden verletzt. Ter Schlachtkreuzer "Jawus Selim" in Warna. Lug ano, 19. Oktober. Ter Schlachtkreu­ zer "Sultan Jawus Selim" kreuzte eine halbe Stunde vor Constanza und fuhr dann mit Volldampf nach Warna weiter. Der Krieg zur See. ────────── Der Krieg mit England. Krisenstimmung in England. Amsterdam, 19. Oktober. Der Jrenführer Redmond führte in einer Rede in Du­ blin aus, daß die Stellung der Koalitionsre­ gierung in hohem Maße unsicher geworden sei. Es könnten jeden Tag Dinge eintreten, die dem politischen Waffenstillstand ein Ende mach­ ten und das britische Volk in zwei heftig widerstreitende Partetlager teilten. Die Mög­ lichkeit allgemeiner Wählen würde in polt-! tischen Kreisen lebhaft erörtert. Reuter meldet: Wie verlautet, hat der Attorney General Sir E. Carson seine Entzlassung wegen der Balkanverwicklungen, nicht wegen der Wehrpflicht genommen. ────────── Erregung in Australiern. Londoner Depeschen berichten,, daß das Aufgeben des Dardanellenunternechmens in Australien eine große Erregung hervorgerufen hät. Das australische Volk sei empört, daß Zehntausende von Australiern nutzlos ihr Le­ ben an de nDardanellen lassen mußten. Die australische Presse äußert ihre Empörung über die ungenügenden Vorbereitungen für dieses Unternehmen. Nunmehr, wo man in Eng­ land beginne, Vernunft anzunehmen, sei es zu spät. Verurteilten wirkten nach eigenem Geständnis viele Monate, die vorgenannte Eng­ länderin neun Monate, mit, versprengte eng­ lische und französische Offiziere und Soldaten und wehrfähige Franzosen und Belgier nach, Holland zu befördern, damit sie sich dem Heere der Feinde anschließen konnten. Tie Verur­ teilten bildeten eine wohlorganisierte GeselNischaft, die lroy der wiederholten Warnungen seitens des Generalgouverneurs mit verteilten Rollen im großen Stile etappenweise die Anwerbung und Zuführung Wehrfähiger für die feindliche. Armee betrieben. Fasergewinnung aus Hopfenreben. Nach Mitteilung der Geschäftsstelle der Kriegskommission zur Gewinnung neuer Spinnfasern in Harburg an der Elbe ist dar Ergebnis der bisherigen Versuche, aus Hopfenreben Fasern zu gewinnen, Rin befriedi­ gendes, so daß davon abgesehen wurde, in diesem Jahre die noch vorhandenen Bestände anzukaufen. ────────── Aus dem bayerischen Landtag. Zum vor­ liegenden Gesetzentwurf des Justizministeri­ ums über die Niederschlagung von Strafver­ fahren gegen Kriegsteilnehmer äußert sich, der Berichterstatter Abg. Speck