Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1915-10-25. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 68. Jahrgang Nr. 291, 1915-10-25. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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Feindliche Flieger griffen erfolglosOstende und Nohon an, wahrend unsre Flieger das englische Truppenlager Abbepille und Verdun mit Erfolg bombardierten. Ein englisches Flugzeug wurde von den Unsern bei St. Quen­ tin heruntergeschossen. Im Osten hatten die Russen mit .Schiffs­ artillerie an der Nordspitze Kurlands die Orte Petragge, Domesnees und Gipken beschossen und kleine Truppenabteilungen gelandet. Was die Russen hiermit wollten, ist nicht recht klar. Es dürfte sich wahrscheinlich lediglich/ um einen lBuff handeln, um den Unsern bei Riga Schrecken einzujagen. Die Russen er­ griffen denn auch vor unsren anmarschierenden Truppen schleunigst wieder das Hasenpanier. Nordwestlich! von Tünaburg warfen unsre Truppen die Russen aus ihren Stellungen bei Schloßberg. Jlluxt wurde von den Unsern genommen und hierbei fast 3000 Russen ge­ fangen. Bei Sadewe wurden russische An­ griffe, die bei Duki sogar zu Nahkämpfen führ­ ten, abgewiesen. Tie Armeen des Prinzen Leopold unjd v. Linsingen haben russische Angriffe südlich des Whgonowskvje-Sees und am Oginsky ab­ gewiesen. Im Gegenstoß wurden 300 Russen gefangen. Westlich, von Chartorhsk wurden die Russen weiter zurückgeworfen und Kukli "Hb üomai'.'o) von den Unsern genommen, wobei über 1000 Russen in unsre Hände fielen. Die italienische Offensive dauert noch. an. Sie wird anscheinend zum Teil mit beispiel­ loser Erbitterung geführt, doch brechen alle italienischen Angriffe an der Mauer der öster­ reichisch-ungarischen Verteidiger unter furcht­ baren Verlusten zusammen. Wenn es den Ita­ lienern auch! an manchen Stellen gelang, im die Linien der Verteidiger einzudringen, .so wurden sie doch! schnell wieder hmausgewiorfen und ihr Erfolg ist bis Iheute gleich! Null. Selbst in Rom glaubt man anscheinend nicht recht an die von Cadorna, dem italienischen Generalissimus, gemeldeten Erfolge, denn die Blätter fügen den Siegesmeldungen an, das Wetter sei sehr ungünstig. Für alle Fälle, denn wenn es schief gehen sollte, bleibt doch das Wetter, hem man die Schuld beimeffen kann. Me ganze küstenländische Front ist ge­ genwärtig der Schauplatz gewaltiger Schlach­ ten, deren Hauptwut sich am Tolmeiner und Görzer Brückenkolpf austobt. Bei Plava ka­ men die Italiener in die Gräben der Ver­ teidiger, wurden aber sofort wieder hinaus­ geworfen. Aus den Hochflächen von Vielge­ reuth und Lssraun griffen mehrere italieni­ sche Divisionen vergeblich an. Ihre mehrmals wiederholten Angriffe wurden blutig abgewie­ sen. Mit besonderer Heftigkeit tobten die Käm­ pfe um die Hochfläche von Doberdo und hier vor allem um den Schlüssel dieser Stellung, den Monte San Michele. Sie endete zuletzt mit der regellosen Flucht der Italiener. Auch am Monte Sabatino, wie auch, an der Kärnt­ ner Front, am Mrzli Vrh, bei Santa Lucia scheiterten die italienischen Angrfffe vollstän­ dig. Trotz aller verzweifelten Anstrengungen gelang es den Italienern nirgends, festen Fuß zu fassen, sodaß auch! der fünfte Tag der Of­ fensive einen vollen Erfolg der österr.-ungar. Truppen bildet. r Bei Visegrad ist der Uebergang über die Drina erzwungen. Diese Meldung des heu­ tigen Heeresberichtes reißt den Schleier wieder E von einem neuen Teil des serbischen Kriegsg schauplatzes. Bisher wußte man nur, daß Scha­ ke batz von österr.-ungar. Truppen genommen h Worden sei, wie ja überall das spdliche Savel Ufer in den Händen unsrer Truppen ist, un!b I daß die Matschwa, der nordwestliche Zipfel ß des serbischen Gebietes, fast vollständig von | den Oestei're'chern besetzt worden ist. Jetzt erfährt man also, daß auch! direkt im Westen g unsre Truppen an der Drina angesetzt worden sind, und zwar an der Stelle, wo die fj Grenize Serbiens mit der von Montenegro zusammenstößt. Hier fließt die Drina noch auf bosnischem Gebiete, und wenn der Drinaübergang bei Visegrad erzwungen worden ist, so haben eben die Serben nach! dem Rückzugs der österr.-ungar. Truppen aus Serbien diesen kleinen Teil bosnischen Bodens besetzt gehalten. Jetzt hat auch! an dieser Stelle unser Vormarsch erfolgreich! begonnen. Tie österr.-ungar. Trup­ pen, die hier angesetzt sind, gelangen bei wei­ terem Vordringen in den Sandschak Novibazar und in den Rücken der serbischen Armee. Tann wird der letzte Vertzweiflungskampf beginnen. Von der Heeresgruppe Mackensen ist die Armee Koeveß über die Lukavica und die Armve Uesküb in bulgarischem Besitz. Die Kämpfe im Westen. — Neue Erfolge bei Dünavirrg. — Jttuxk erstürmt. — Schwere Kümpfe an der Tiroler- und Jsonzofront. — Blutige Verluste der Italiener. — Uevergang über die Donau frei Orsova. — Kümpfe bei Bisegrad an der Westgrenze Serbiens. — Die Haltung Griechenlands. — Schwere Beschuldigung gegen Benizelos. — Rumünieus Politik am Wendepunkt. Gallwitz über die Jassw.- vorgedrungen. — Oestlich der Morawa haben unsre Truppen die Linie Rakinac—Ranovac erreicht. Auch bei Orsowa wurde jetzt die Donau überschrit­ ten und der Gebirgszug der Slavabozija ge­ nommen. Auch! das Fort Elisabeth bei Tekia. Die bulgarischen Truppen hüben Negotin und Rogljewo a« der serbisch-rumänischen Grenze erobert und bei Negotin ein russisches Munitionslager erbeutet. Weiter südlich! zwi­ schen Zajecar und Knjazevac haben die Bul­ garen den Timok überschritten und bei Pirot serbische Angriffe abgewiesen. Im Süden Ser­ biens ist jetzt auch der Knotenpunkt der ser­ bischen Bahnen, Ueskueb, in bulgarischem Besitz. Die Haltung Griechenlands ist noch nicht geklärt. Die widersprechendsten Meldungen ja­ gen einander. Jedenfalls dürfte aber richtig sein, daß Griechenland das Angebot der Insel Chpern dankend abgelehnt. Anderseits wird die Zusammenziehung größerer griechischer I Truppenmassen in Saloniki gemeldet, die an­ scheinend den Ententemächten zu denken gibt. Es wird sogar berichtet, daß die Griechen die zu Fuß nach! Serbien marschierenden Trup* Pen an der serbischen Grenze zur Umkehr geE tzwungen haben. Das wäre allerdings j! Ende der Ententeherrlichkeit in Saloniki. ────────── Bericht des deutschen Hauptquartiers. VerW desdeWm HWtiMtiers. WTB. Berlin, 23. Oktober. Mittags. (Großes Hauptquartier). ────────── Westlicher Kriegsschauplatz. Westlicher KrikgsschWlT Nichts Neues. Schlich« KritgsschssM. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Hiudeudurg. An der Nordküste von Kurland erschienen russische Schiffe, beschossen Petragge, Domes­ nees und Gipken und landeten schwache Kräfte bei Domesnees. , Wiederholte, mit starken Kräften unter­ nommene russische Angriffe itz Gegend, südlich von" Sadewe hatten. auch. gest«n., keinen .Er« ────────── folg. Sie führten bei Duki zu heftigen Nah­ kämpfen. ! Heeresgruppe des Generalfeld marschallS Prinz Leopold von Bayern Südlich des Wygonoskojesees wurden in Verbindung mit der Heeresgruppe des Gene­ rals von Linsingen feindliche Angriffe gegen unsere Stellungen am Oginskykanal abgewie­ sen. Westlich, von Chartorhsk ist unser Angriff im weiteren Fortschreiten. KuM ist genommen. Ueber 600 Gefangene 1 sind eingebracht. Bakkankriegsschauplatz. Bei Visegrad wurde der Uebergang über die Drina erzwungen und der Feind von den Höhen südlich! des Ortes vertrieben. Die Armee des Generals von Koevoeß hat die feindlichen Stellungen zwischen der Lukavica und dem Kosmajberg gestürmt. Die Armee des Generals von Gallwitz hat den Gegner östlich von Palanka über die Jaselica und östlich! der Morava aus seinen Stellungen in Linie Aleksandrovac-Orljevo ge­ worfen. Ueber 600 Serben wurden gefangen genommen. Dem Druck von beiden Seiten nachgebend weichen die Serben auch aus ihrer Stellung in der Linie Kosusicaberg-Slatinähöhen (281). Tie bulcchrichchen Truppen setzten sich in Besitz von Negotin und Rogljevo. Sie stehen östlich und südöstlich von Knjazevac in fortschreitendem Angriff und wiesen südöstlich! von Pirot serbische Vorstöße blutig ab. Oberste Heeresleitung. ────────── WTB. Berlin, 24. Oktober, mittags. (Großes Hauptquartier.) Westlicher Kriegsschauplatz. Nordöstlich! von Souchez wurden feind­ liche Vorstöße zurückgewiesen. In unsre Stel­ lungen eingedrungene Abteilungen wurden so­ fort wieder hinausgeworfen. Feindliche Flieger warfen erfolglos Bom­ ben aus Ostende und Bahnhof Nohon. Ein englischer Doppeldecker wurde im Lustkamps westlich von St. Quentin zum Ab­ sturz gebracht. Führer und Beobachter (Offi­ ziere) sind tot. Deutsche Flieger griffen mit anscheinend gutem Erfolge das englische Truppenlager Abbebille an, und belegten Verdun mit Bom­ ben. Es sind Treffer beobachtet. ────────── stellungen südlich des Whgonowskaje-Sees wur­ den abgewiesen. Im Gegenstoß wurden 2 Offiziere, über 300 Mann gefangen genommen. Westlich! von Chartorysk sind feindliche Stellungen bei Komarow genommen. Vielfache russische Gegenangriffe wurden abgeschlagen. 3 Offiziere und 450 Mann find in unsrer Hand geblieben. Balkankriegsfchaujplatz. . Von der Heeresgruppe des Generalfeld­ marschalls v. Mackensen warf die Armee des Generals v. Koeveß östlich, von Lutkawica die Serben weiter in südlicher Richtung zurück. Die Armee des Generals v. Gallwitz hat bei Palanka das Südufer der Jasenica ge­ wonnen. Weiter östlich, wurde die Linie Rapinac >— nördlich! Petrovac—Ranovac, gegen teilweise hartnäckigen Widerstand der Serben erreicht. Die große Zahl der von unsren Truppen beerdigten Serben läßt auf die Schwere des Verlustes des Feindes schließen. Bei Orsowa ist die Donau überschritten. Tie Höhe der Jlava-Bozija ist gewonnen. 3 Offiziere und 70 Mann wurden gefangen. Die Armee des Generals Bojadjeff hat bei Prohovac (an der Donau) nordöstlich, von Negotin, ein russisches Munitionslager erobert und hat halbwegs Zajecari—Knjazevac, das Westufer des Timok, besetzt. Von den übrigen bulgarischen Heerestei­ len keine neuen Ereignisse. Oberste Heeresleitung. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Hindenburg. Die bei Domesnees gelandeten russischen Kräfte gingen vor dem Anmarsch deutscher Truppen wieder auf die Schiffe. Nordwestlich, von Dünaburg warfen un­ sere Truppen den Gegner unter großen Ver­ lusten für ihn ans seinen Stellungen bei Schloßberg und erstürmten Jlluxt. Die Rus­ sen ließen 18 Offiziere, 2940 Mann, 10 Maschinengewehre und 1 Minenwerfer in j unsre Hand. j Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls I Prinz Leopold von Bayern. f Nichts Neues. • Heeresgruppe des Generals von Lknsingen. f Wiederholte Angriffe''gegen unsre Aanäl- f ────────── suche gegen den Monte Sabotino zusammengebrochien. Gestern gingen nach starker Artil­ lerievorbereitung sehr bedeutende italienische Kräfte zum Angriff auf diesen beherrschenden Berg und gegen Oslavia vor. Der Kampf wogte hin und «her, dauerte auch« nachts fort urtlb endete damit, daß unsre Truppen alle Stel­ lungen in festem Besitz behielten. Am Rande der Hochfläche von Doberdo tobte die Sch lacht im Abschnitt zwischen Mai­ nizza und dem Monte dei Sei Busi mit un­ verminderter Gewalt weiter, jwährend im Süd­ abschnitt Tag und Nacht ruhiger verliefen. Die mit frischen Kräften immer wieder von neuem vorgetriebenen Angriffe des Feindes scheiterten vollständig. Nur vorübergehend ge­ lang es den Italienern, sich« in einzelnen Vor­ deren Gräben ftstzusetzen. Unsre Infanterie, so das brave Jnf.-Regt. Nr. 39, südlich» San Martino, gewann ihre Stellungen im Hand­ gemenge immer wieder zurück. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Armee des Generals der Infanterie von Koeveß drängte den Gegner über die Höhen nördlich, von Arangelovac zurück. «Ser­ bische Nachhuten, die sich südlich! der Slatina zum Kampf stellten, wurden von unsren Ba­ taillonen geworfen. > Tie beiderseits der Morawa vordringen­ den deutschen Streitkräfte gewannen die Hö­ hen südlich« von Palanka und nördlich von Petrovac. Die bei Orsovac «übergesetzte Kraftgruppe Vertrieb den Feind aus dem Berglande west­ lich« von Kladovo. Die Bulgaren rückten über Negotin hin­ aus und überschritten mit den nördlich von Knjazevac vorgehenden Streitkrästen den mitt­ leren Timvk. Der stellvertretende Chef des GeneralstabeSr v. H o e f e r, Feldmarfchalleutnant. WTB. Wien, 24. Oktober, mittags. — Amtlich wird gemeldet: Russischer Kriegsschauplatz. Bei Nowo-Aleksiniec gewannen wir die vorgestern geräumten Höhen von Lopujzno wie­ der zurück. Bei Czartoysk schreiten unsre An­ griffe vorwärts. Ter Feind wurde bei Komarow geworfen. ( Sonst ist die Lage unverändert. Italienischer Kriegsschauplatz. Tie allgemeine Schlacht am Jsonzo dauert fort. Gestern erstreckten sich die mit beispiel­ loser Erbitterung geführten Jnfanterie-An * griffe auch auf den Brückenkopf von Görz. Wieder brachen die Stürme des Feindes allent­ halben am zähen Widerstande unsrer tapferen Infanterie, die in der mächtigen Wirkung der Geschütze eine vorzügliche Stütze fand, unter furchtbaren Verlusten zusammen. Ter italienische Hauptangriff ist von Vor­ stößen starker Kräfte gegen die Tiroler Front begleitet. Tie Hochflächen von Vielgereuth und Lafraun stehen unter heftigem Artilleriefeuer. Mehrere italienische Infanteriedivisionen grei­ fen die Tolomitenfront an. Hier wurden vor­ gestern und gestern je ein Angriff auf das Bamberger Haus, den Col di Lana und die Stellung von Tresassi, zwei Vorstöße gegen Rufiedo (südwestlich! Schluderbach) und je vier Angriffe aus unsre Linien nördlich« des Ortes Sief und im Popenatal blutig abgeschla­ gen. An der Kärntner Front fanden nur Artilleriekänchse und Plänkeleien statt. JmFlitscher Becken und im Krn-Gebiet unternahlm der Feind gestern vormittags noch« einzelne vergebliche Vorstöße und Angriffsversuche; dann flaute der Kanipf ab. Gegen die Front vom Mrzli Vrh bis einsch«ließlich des Tolmeiner Brückenkopfes richtensich noch die ver­ zweifelten Anstrengungen der Italiener. Ins­ besondere die Höhe westliche von Santa Lucia wird unaufhörlich! angegriffen. Alpini dran­ gen hier in ein kleines Fronfftück ein. Ein schneidiger Gegenangriff der Jnf.-Regtr. Nr. 53 und 86 warf sie binnen kurzem wieder hinaus. 1 Auch« im Jsonzo-Abschnitt zwischen dem Tolmeiner und dem Görzer Brückenkopf, wo namentlich bei Plava heftig gekämpft wur­ de, «vermochte der Feind nirgends durchftudringen. Bor dem Görzer Brückenkopf waren schon vorgestern mehrere Angrifssver- ────────── Tiplomatifch« Quertreibereien in Grie­ chenland. Budapester Blätter melden: Die griegrsche Regierung erhielt Beweismittel. die be­ zeugen, daß die Gesandten Italiens und Frank­ reichs in Achen unter Aufwendung beträcht­ licher Geldmittel Demonstrationen arrangier­ ten, die gegen die Regierung gerichtet waren und staatsfeindlichen Zielen bienten. Im fran­ zösischen Gesandtschaftspalais wurden Räume für Beratungen zur Verfügung gestellt, die eine revolutionäre Aufwiegelung gegen den König bezweckten. Im Besitze dieser Beweis­ mittel wies die griechische Regierung ihre Ge­ sandten in Rom und Paris an, die Abberufung des italienischen und französischen Gesan'dren aus Achen ^überlangen. Unterdessen hat der französische Gesandte, Guitlemin, um eine Audienz beim König an­ gesucht. Die Kabinettskanzlei verständigte ihn jedoch mit Umgehung des sonst üblichen Aus­ druckes des Bedauerns, daß der König nicht geneigt sei, ihn zu empfangen . GuiHemtn gab darauf ein Bankett Zu dem er die Mitglieder der Regierung nicht einlud. Venizelos er­ schien auf dem Bankett und brachte einen Trimspruch aus, in dem. er die neutrale Po­ litik der griechischen Regierung scharf ver­ urteilte. Montenegro. Ter Voss. Ztg. wird gedrahtet: Gegen­ über den Angriffen der "Jdea Nazionale" ge­ gen Montenegro bestreitet der montenegrinische Generalkonsul in Rom, daß die Haltung des Landes zweideutig sei. Der größte Teil detz montenegrinischen Heeres, etwa 50 000 Mann befände sich! im Sandschak Rovibasar und in der Umgebung von Wischegrad zur Deckung des linken serbischen Flügels und sperre den Lesterreichern den Weg. In Albanien stünden jetzt nur noch 4000 Mann. Tie Eroberung Skutaris sei von den Einwohnern der Stadt selbst verlangt worden. Auch mußte man den Bojanafluß haben, um das Land mit Nahr­ ungsmitteln versehen zu können. Ter russi­ sche Gesandte von Giers'fei abberufen worden, toeil er erkrankt war. König und Volk wünsche ten zu kämpfen und zu siegen. Man möge ihnen schwere Geschütze senden, sie mit Le­ bensmitteln versehen, ihnen mit Truppen zu Hilfe kommen und man werde sehen, was sie gemeinsam mit den Verbündeten leisten wür­ den. (Z.) ────────── >,Jetzt ist es genug — jetzt kein Wort mehr. Ich bedaure dich, daß du so erbärmlich bist, so niedrig von den Menschen zu denken. Und wenn du Rita in ihrem vollen Wert erkannt hättest, dann würdest du dir sagen können, daß ihre Person einen viel höheren Wert hat als ihr armseliges Geld. Wenn es dir nur um Geld zu tun ist, so bin ich! überzeugt, daß sie es dir ohne Zaudern überlassen wird, wenn du sie nur freigeben würdest." "So, so — und du würdest sie dann Wohl gar ohne einen Pfennig Mitgift heiraten?" höhnte Dolf. Gerd richtete sich hoch auf und einLeuch!ten lag in seinen Augen, vor dem Dolf die Augen niederschlagen mußte. "Ich sagte dir schon, so lange Rita deine Frau ist, will ich nicht einmal mit einem! Gedanken erwägen, daß sie einst mir ange­ hören könnte. Daß es mir aber ganz neben­ sächlich wäre, ob mir eine Frau Geld und Gut ins Haus brächte, darauf kann ich dir mein Wort geben. Ich bin Manns genug, selbst für eine Frau zu sorgen und ihr ein angenehmes, sorgloses Leben zu schaffen, wenn ich mich einmal verheiraten sollte." Dolf war wütend, daß all seine Angriffe an Gerd wirkungslos abprallten. Sein Ge­ sicht verzerrte sich vor Grimm, gerade weil er fühlte, paß Gerd Rita mit einer Liebe zugetan war, die er selbst nicht kannte. Daß shm Gerd Merlegen blieb, reizte ihn noch mehr und er wußte nun nichts mehr zu sa­ gen. "Also kurz. und gut — ich! lasse mich nicht von Rita scheiden," stieß er hervor. "Ich verlange, daß sie zu mir zurückkehrt und wer­ de ihr von jetzt an den Herrn zeigen, damit ihr die romantischen Grillen vergehen. Kehrt sie nicht freiwillig zurück, dann werde ich sie zu zwingen wissen." Damit stürmte Dolf ohne Gruß davon. Gerd sah! ihm mit zusaminengezogener Stirn nach! und erst nach einer Weile lösten sich die angestrafften Muskeln seines Gesich­ tes. Er hatte mit übermenschlicher Kraft seine Ruhe bewährt. Mit einem tiefem Atemzug trat er dann an das Telephon, um feinen Vater zu be­ ruhigen. v 1 Dolf ging zunächst nicht wieder zu sei­ nem Vater, sondern suchte abermals ein Wein­ lokal auf, wo 'er mit einigen Gesinnungs­ genossen bis in die Nacht hinein zechte. Erst am Hellen Morgen kam er in einem fähr frag­ würdigem Zustande heim. ÄiJ LJ L! BSttMftta frWl £3 tJ LLül "Das ist ein sehr dehnbarer Begriff, da­ mit lasse ich mich nicht abspeisen. Ichs ver­ lange klipp und klar dein Ehrenwort, daß du Rita nicht zur Frau begehren wirst, wenn ich mich von ihr scheiden lasse." Gerd richtete sich straff auf. "Ich spreche dir die Berechtigung ab, mir dies Wort.abzufordern, denn wenn Rita deine Frau nicht mehr ist, hast du kein Recht mehr an sie." Tols lachte höhnisch aus. "Ah — da sitzt der Fuchs in der Falle. Hätte ich mich doch beinahe von deiner Er­ habenheit düpieren lassen. Also — man hofft auf die Zukunft, man liebäugelt trotz allen schönen Reden mit den Millionen und will den leichtgläubigen Bruder mit einem Pap­ penstiel abspeisen. Die Fabrik soll mir als Köder vorgeworfen werden, damit mein Herr Bruder ungestört die Millionen einstreichen kann." Gerd machte eine Bewegung, als wolle er sich! auf Dolf stürzen und ihn zu Boden schlagen. Aber mit Aufbietung all seiner Kräf­ te hielt er sicht zurück, weil er an seinen Vater dachte: Mit mühsam beherrschter Stimwe sagte er heiser, dicht vor Dolf hintretend, so daß dieser unwillkürlich vor seinen flammenden Ajugen zurückwich,r, t , , , , , , , , ────────── Die Türkei im Kriege. Der türkisch« Bericht. Konstantinopel, 22. Oktober. Hauptquartier teilt mit: An der Dardanellenfront beschoß unsere Artillerie bei Anaforta eine vom Feinde am 5 Asmakdere erbaute Barrikade und vernichtete 8 sie nebst drei dort aufgestellten Maschinen­ gewehren. Bei Ari Burun brachte die kräf­ tige Erwiderung unserer Geschütze die feind­ lichen Batterien am Lande und zur See die unsere Stellungen eine zettlang wirkungslos beschossen, zum Schweigen. Bei Seddil-Bahr warf der Feind ungefähr 1000 Granaten auf unseren linken Flügel, ohne Schaden anzu­ richten. Sonst ist nichts zu melden. ────────── Der Krieg zur See. Ein großes englisches Kriegsschiff über­ fällig. Die Budapester Zeitung A Vilag meldet aus Saloniki: Seit zwei Lagen ist ein gro­ ßes englisches Kriegsschiff, das in dem hiesigen Hafen erwartet wurde, überfällig. An Bord des Schiffes, das von Mudros nach Saloniki abgegangen war, befanden sich auch zwei fran­ zösische und vier englische Generäle. Tie Aus­ fahrt des Schiffesd war der Truppenleitung in Saloniki gemeldet worden, seitdem aber lief keine Nachricht mehr ein ,so daß man in Saloniki in großer Erregung ist. Man be­ fürchtet, daß das Schiff durch ein feindliches Unterseeboot oder eine Mine versenkt wor­ den ist. Zur Suche entsandte Hilfskreuzer kehr­ ten ohne Erfolg zurück. (Z.) ────────── Der Krieg mit England. Ter Hilferuf au Kanada. Kopenhagen, 23. Oktober. Tie "'Morning-Post" meldet aus Toronto: Tie englische Regierung hat sich an die kanadische Regierung mit dem Ersuchen gewandt, wenn möglich wäh­ rend der nächsten 12 Monate England mit 200 000 Mann neuen Truppen zu unterstüt­ zen. Kanada soll eine zustimmende Antwort erteilt haben. ────────── Tages-Uebersicht. Mackensen Tornherr von Merseburg. Der Kaiser, verlieh dem Generalfeldmarschall von Mackensen die dritte Tomherrnstelle am Dom­ herrnstifte Merseburg. Eine wesentliche Erleichterung der Aus­ fuhrbewilligungen ist neuerdings auf Antrag des Handelsvertragsvereins von der Regierung zugestanden worden. Bekanntlich verzögert sich die Behändigung der Ausfuhrbewilligung an den ^ Antragsteller erheblich babuvd), daß nach erteiltem grundsätzlichen 'Einverständnis des Reichsamts des Innern erst noch von der han­ delspolitischen Abteilung des Auswärtigen Amts "Kompensationen" dafür gesucht wer­ den, d. h. gleichwertige Einfuhrbewilligungen aus dem betreffenden neutralen Auslandsstaat nach Deutschland. Dies dauert in der Regel 3—4 Wochen, wenn nicht länger. Auf Vorschlachdes Handelsvertragsvereins ist nun von der Regierung genehmigt worden, daß der Antrag auf Ausfuhrbewilligung jetzt von der ausführenden Firma bereits dann gestellt werden kann, wenn sie die ausländische Be­ stellung erhalten und angenommen hat, nicht erst dann, wenn die betreffende Ware herge­ stellt ist und versandfertig vorliegt. Ta jn sehr vielen Fällen die Herstellung der Ware erst auf die Bestellung hin erfolgt und selbst längere Zeit dauert, so kann künftig bereits im voraus die Kompensation für die Ausfuhr vorberei­ tet werden, so daß sie bei ekfolgter Fertigstel­ lung der Ware oder kurz nachher schon vor­ liegt. ────────── sich nicht sofort entlud, darüber hinweg und eilten in den Schützengräben zurück, um die Mannschaft auf die drohende Gefahr auf­ merksam zu machen. Trotz aller Warnungen des Zugführers aber rannte der erste, auf den sie trafen, Infanterist Alois Buchbauer aus Oberndorf, Gemeinde Kirchberg, B. A. Vilshofen, mit der größten Seelenruhe auf das unheimliche Geschoß los und schleuderte es mit kräftigem Schwung vom Auftritt Mer die Grabenwand hinaus, unbesorgt darum, daß es auch! noch in seiner Hand Platzen konnte. Für diese beispiellose Kühnheit erhielt Bucht­ bauer, der schon während des ganzen Feld­ zuges eine lange Reihe schneidiger Patrouil­ lengänge ausgefMrt hatte, die Silberne Me­ daille. Vom Laude schreibt man uns: Einige bayerische Bezirksämter, darunter Dingolfing, haben an die unterstellten Gemeinden Aufrufe mit der Mahnung ergehen lassen, die wich­ tigsten Begebenheiten, die sicht während der Kriegszeit in der Gemeinde zugetragen, auf­ zuschreiben, um so eine heimatliche Kriegs­ chronik zu erhalten, die unsren Nachkommen ein getreues Spiegelbild der schweren, gro­ ßen Zeit, in der wir leben, hinterläßt. Der Landgemeindenverband hat ein Schema im Eigenverlag, das billig ist und ganz vorzüg­ liche Dienste leistet. Der Hauptvorzug ist, daß alle Vielschreiberei dabei vermieden ist. Der Preis des Merkchens ist 2 Mk. — Also ans Werk, es ist noch nicht zu spät. Passau, 23. Okt. (Selbstmord.) Ter 1. Staatsanwalt am hiesigen Landgerichte Karl Bulheller hat sicht heute morgens in seiner Wohnung in einem Anfall geistiger Umnach­ tung erschossen . Ter Schmerz über den Ver­ lust seines einzigen Sohnes, welcher auf dem Schlachtfelde schwer verwundet wurde und den er noch besuchen wollte, aber nicht mehr le­ bend antraf, hat den allgemein geachteten Mann in den Tod getrieben. ────────── Dienstnachrichten. Poftiterrvattung. Die im zeitl. Ruhestand sich befindliche Kanzleiassistentin Rosa Geith in Landshut wurde auf die Tauer eines wei­ teren Jahres int Ruhestand belassen. In den dauernden Ruhestand versetzt der Postbote Siipion Taubenthaler in Buch o. Erlbach ver­ setzt. ────────── als sein schönstes Ziel, fern allem Konfes­ sionshader, ein deutscher Dichter werden zu dürfen. Nicht lauge ließ er es an dem Be­ weise fehlen, daß er auf diesen Ehrentitel Anspruch habe. Seine unter dem Titel "Wild­ wuchs" erschienenen Jugendgedichte erlebten verhältnismäßig rasch- acht Auflagen. Ihnen folgte in 5 Auflagen eine zweite Liedersammlang "Sommersänge". Mit beiden Gedich-tssammlungen hat sich Eschelbach tief in das Herz des Volkes eingesungen und ist zu einem der meistkompvnierten deutschen Dichter der Gegenwart geworden. Alle Töne liegen ihm. Neben der zartesten Lyrik bietet er wuchtige, dramatisch wirkende Balladen und soziale Zeit­ bilder von erschütternder Kraft uttb Realistik. Mit seinen Volksertzählungen, seinen Novel­ len und Romgnen ist Eschelbach rasch und un­ bestritten in die erste Reihe unsrer besten Schriftsteller gerückt. "Zn seinem Bande "Er­ zählungen" erhob er die Heimatkunst zu einer seltenen Höhe. Plastische Tarstellungsart, prä­ gnante Charakteristik der Person und vor­ nehmer, flüssiger Stil zeichnen alle Prosawerke Eschelbachs aus. Tie Geschichte seiner Ju­ gend, die er im "Wasserkopf" niedergelegt hat und die Schulgeschichte die "beiden Merks" sind psychologische Meisterwerke und gehören in die Hand jedes Lehrers und jeder Lehrerin. Wer sich überhaupt mit Erziehungsfragen be­ schäftigt und die Bedeutung des einen Not­ wendigen erfassen will, das heute Mittelpunkt und Seele jedweder Ertzichnng sein muß, der sozialen Erkenntnis und der sozialen Liebe, der muß diese Novellen gelesen haben. Seine Geschichte "Die beiden Merks" erlebte in we­ nigen Wochen 10 Auflagen. Es ist eine der ergreifendsten Kindergeschichten, die deutsche Literatur hat. Ihr zur Seite steht der "Was­ serköpf", ein einzigartiges Buch-, das wie ein Markstein aus der Masse literarischer Tages­ schöpfungen hervorragt. Diese Leidensgeschichte eines Kindes war eine Großtat des Autors. Dagegen wirkt die Novelle "Liebe erlöst" wie eine Idylle, die in der meisterhaften Beschrei­ bung der "Fünf Minuten Großstadt" und in der köstlichen Episode "Landstreicher Pittjupp" zeigt, wie genau und liebevoll Eschelbach auch die kleinen alltäglichen Ereignisse belauscht und in vortrefflicher Darstellung verwendet hat. In seiner Meisternovelle "Im Moor" bietet der Dichter ein Werk echter Heimats­ kunst, ein Buch! von großer Kraft und Re­ alistik, in dem das Erschaute mit packender Deutlichkeit aus dem Rahmen herauswächst und sich zu einem dramatisch bewegten, feinge­ stimmten Seelengemälde verdichtet. Ein ganz bedeutendes Werk, einer der besten historischen Romane überhaupt, ist fein "Volksverächter", der die Geschichte der Makkabäer-Kriege zum Vorwurf nimmt und in Judas Makkabäus das ideale Bild eines Helden zeichnet. Dfie Sprache ist wuchtig und groß, aber nirgends gekünstelt. Ein tiefer Zug sozialen Ver­ stehens und erbarmender Nächstenliebe geht durch seine Novellensammlung "Die Armen und Elenden", bei denen er das Wort zu rettender Tat umsetzt: "Tue Deinen Mund auf für die Unwürdigen!" Dasselbe gilt von sei­ nem Künstlerroman "Marie Bex", einem Ent­ wicklungsroman, den literarisch- gebildete, reife Leser nicht ohne tiefe Ergriffenheit lesen wer­ den. Den Höhepunkt seines Schaffens er­ reichte Eschelbach mit seinem von ihm in Je­ rusalem geschriebenen Christusroman "IHM nach!" Es ist das ein Volksbuch im besten Sinne, geeignet für Jung und Alt, dem ein Ehrenplatz in jeder Volks- und Jugendbücherei gebührt. In ganz neue Bahnen lenkte Eschel­ bach- mit seinem Roman "Das Tier" ein. Die­ ses Werk, das echte Lebensreise und einen son­ nigen, unter Tränen lächelnden Humor mit­ einander verbindet, wurde von der Presse ein­ stimmig als einer der besten Romane unsrer Zeit gepriesen. Als jüngste Probe seiner rei­ fen Dichtkunst gab Eschelbach in seinem drit­ ten Liederbande, den "Lebensliedern" so kräf­ tige Proben seines starken Könnens, wie wir bessere in der zeitgenössischen Literatur wohl kaum finden. Auch als Dramatiker erzielte Eschelbach mit seinem Schauspiel "Professor Berger", mit der Tragödie "Der Abtrünnige" und mit seiner Märchendichtung "Dornröschen" aus der Berufsbühne erfreuliche Erfolge, die Von der Zukunft noch- manches erhoffen lassen. ────────── 39. Sitzung des StsdtMgistrats Lulldrhut vom 23. Oktober 1915. Vorsitzender: Herr Rechtsrat Ambros. Das Heimat recht wurde verliehen ge­ gen Gebühr dem Wurstverkäufer Alois Bachmeier aus Hollenbach- und gebührenfrei der Tienstmagd Anna Langfellner von Wiesenbach-. Verehelichungszeugnis erhält ausgestellt der Handelsmann Georg Karrer von hier mit Katharina Breu, Händlerin von Straubing. DasRoteKreuz übersandte ein Dank­ schreiben für die Aufftellung eines Dultstan­ des im Vereinslazarette im Kolonnenhause, die Ueberlassung von drei Klaftern Holz aus der Spitalwaldung chnp die Zuweisung von Briketts. Wird zur Kenntnis genommen. Wirtschaftskonzession zur pacht­ weisen Ausübung der Gastwirtschaft %ux "Jsarlust" wird der Metzgersfrau Johanna Weingast verliehen. Stempelgebühr 16 Mk., Beschlußgebühr 10 Mk. Die Lustbarkeitssteuer fvird der Landshuter Liedertafel puf Ansuchen für ihr Kirchenkonzert in per Martinskirche erlassen. Der Bericht Aber die Kriegstätigkeit der inneren Staatsverwaltung, der von den Ministerien des k. Hauses und des Aeutzern und des Innern herausgegeben ist, wird zur Kenntnis genommen und der Bibliothek ein­ verleibt. Die Grundverpachtungen von st. Grundstücken und solchen des Hl.-Geistspitals finden nach den Vorschlägen des Kommissärs Genehmigung. 39. Sitzung des Stadtmagistrats Landshut StadttheaterDie am letzten Sonntag besteingeführte Henneberg-Lperngesellsch-ast hatte auch mit dem gestrigen zweiten Gastspiel einen schönen Er­ folg zu verzeichnen. Der Abend war diesmal der leichten Muse Offenbachs geweiht und be­ friedigte das wohl infolge einer anderen Kon­ zertveranstaltung nicht so zahlreich als das letztemal erschienene Publikum in vollstem Ma­ ße. Neben der Wiederholung des bereits an­ erkennend besprochenen Einakters "Der Regimentszauberer" vermochte auch die zweite Ope­ rette "Die Verlobung bei der Laterne", wohl eines der erfolgreichsten Werke Offenbachs, dis Zuschauer aufs Beste -zu unterhalten. Das eigene Orchesterchen (übrigens ein erfreulicher Fortschritt) unter der zielbewußten Leitung feines Dirigenten Karl Fisch,er und nicht zuletzt unter der, fehlende Instrumente ersetenden, tüchtigen Klavierbeteiligung der Dame A. von Rogan, gab sein Bestes und vermittelte in innigem Zusammenhalte mit den Sängern die ewig junge, prickelnden Melvdien des M^i- stets. Die einzelnen Partien waren glücklich -besetzt und boten reichlich Gelegenheit die wohl­ tuende musikalische Sicherheit der stimmbegab­ ten Mitwirkenden zu beweisen. Eine treff­ liche Leistung stimmlich wie darstellerisch war der derb-drollige Peter des shmPathischenSpieltenors Willy Kahser-Kallen, von dem wir noch manches Hübsche zu hören hoffen. Ebenso ver­ dienen rühmende Anerkennung Johanna Kattners stimmfrische Liese, die -heimatslustigen Witwen der Damen Jakobi und van Wien, die namentlich- für ihr wirkungsvolles Zankduett Beifall ernteten und die originelle Rach-twächterelpisode Marcell Tiedemanns. Die In­ szenierung besorgte mit Geschick Frau Direk­ tor Henneberg. Alles in allem eingediegener Abend, für den das Publikum durch- häufigen und herzlichen Beifall Hg. ────────── Griqchjenlanv zwingt die Ententetruppen zur Umkehr? Frankfurt, 25. Oktober. Die "Frkf. Ztg." meldet aus Budapest, daß die an der griechischen Grenze aufgestellten griechischen Truppen die aus Kolonialtruppen bestehenden, vor einigen Tagen nach- Serbien abgegangenen Ententetruppen zur Rückkehr zwang. Ein grie-chisch-bulgarischcs Abkommen. Athen, 24. Oktober. Der Minister des Aeutzern erklärt die Nachricht von dem Ab­ schluß eines griechisch-bulgarischen Abkommens sowie die Meldungen über Unterhandlungen in "blefer Angelegenheit für richtig, schwere Anschuldigungen gegen Venizelos. Budapest, 25. Oktober. Der älteste der griechischen Politiker, der Kreter Mfcheliskadis, greift in seinem Blatte Venizelos heftig an. Er schreibt: Wir wollen jetzt nicht an die Verbindung materieller Natur erinnern, die -zwischen dem angeblichen liberalen Ve­ nizelos, bövor er Kreta verließ, und den Kaneaer ftemden Konsulaten bestanden. Wir wol­ len auch, nicht erinnern an die Weisungen, die Venizelos von gewissen Großmächten in Begleitung größerer Geldbeträge bezüglich-fei­ ner politischen Stellungnahme ständig erhielt. Wir verbreiten uns auch, nicht über den blin­ den Gehorsam, den Venizelos während seiner Ministevpräsidentsch-aft bezüglich geheimer Win­ ke einiger Athener Gesandtsch-asten bekundet. Wir stellen nur fest, und können auch- beweisen, daß die Regiernngstätigkeit Venizelos jeder­ zeit darin bestand, für Geld und Versprechung gen Befehle fremder Mächte mit unterwür­ figem Gehorsam auszuführen. (Z.) Letzte Posten. ────────── KriezS-Echor Von diesem tm Verlag Ullstein u. 6o., Berlin SW. 68, erscheinenden Kriegswerke ist soeben Heft 62 (Preis 10 Pfg.) mit interessanten Krtegsschtlderungen und Bildern erschienen. "Der Vortrupp", Halbmonatsschrift für da» Deutschtum unserer Zeit. Herausgegeben von Dr. jur. Hermann M. Popert, Hamburg, und Kapitänleutnant a. D. Hans Paasche, Berlin. Ver­ antwortlicher Sdjrtftleiter: Dr. phil. R. Kraut, Hane­ burg. Verlag von Alfred JanSsen, Hamburg. Pret,: Jährlich 5 Mark, vierteljährlich 1.25 Mark Anzeluummer 30 Pfg. "Die Plastik", illustriert, Zeitschrift für bi, gesamt» Bildhauerei und Btldnerei und ihre Be­ ziehungen zu Architektur und Kunstgewerbe. Heraus­ gegeben von »It£. Heilmeyer, Bildhauer und Kunst« fchriststeller, München. Monatlich sin Heft mit acht Knnstdrucktafeln und einem Bogen Text. Preis vierteljährlich 3 Mark. Einzelnes Heft 1.20 Mark! Verlag von Georg D. W. Callwey, München. Der "Baumeister", Monatshefts für Archiv tur «nd Baupraxis, (Berlagsbuchbehandlung Georg D. W. Callwky). Da» Heft ist znm Preise w«Mark 3.— durch alle Buchhandlungen zu beziehen- Literarisches. ────────── Die vom Bahnhof kommenden Wagen durchfahren die nachbenannten Haltestell-n: Ueberführg. (Güterbhs.) 0,5 Minuten spät«, Hauptzollamt 3,5 " » Weiche Seligenthalerfiraße 2,5 " " Johannisstraß« (Schlachth.) 3,5 " " Bismarckplatz 5,0 " " Zweibrückenstraße 6,5 " " Rosengaffe (Neustadt) 8,0 " « Theaterstraße (Luitpoldbr.) 9.0 " . Sihrzüt Der üewisch« 6tto8«llii|i. Ab Dreisaltigkeitsplatz: Vorm. Nachm. AbendS 8.50 9.22 9 54 10.26 10.55 Die vom Dretfalligkeitsplatz kommenden Wage« durchfahren die nachbenannte« Hattestellen: Theaterstraße (Luitpoldbr.) 1,0 Mnutrn später. Rosengasie (Nmstadt) 2,0 " " Zweibrückenstraße 3,5 " " Bismarckplatz 5,0 " " Johannisstraße (Schlachth.) 6,5 " " Miitl Seligenthalerfiraße 7,5 " Hauptzollamt 8,5 " " Ueberführg. (Güterbhf.) 9,5 " * Ab Bahnhof: Nachm. ────────── Inserate. ────────── Bekanntmachung. Kohlenlieferung für den städt. Schlachthof betr. Für den städt. Schlachthof werden für das erste Halbjahr 1916 co. 2000 Ar. döljmW BramWeu I. amüiit (Brücher oder Sffeger-Aich I.) benötigt. Die hiesigen Kohlengeschäfte werden eingeladen, Offerte mit Preisangabe pro 50 Kilo franco Schlachthof, nebst Angabe des Bezugsschachtes und Be­ nennung des Heizwertes der betr. Kohle, bis zum 10. November l. I. verfchlosien an die Schlachthofdirektion einzureichen. Die Offerten find mit der Aufschrift "Kohlenlieserung für denstäöt. Schlachthof" zu versehen. Die näheren Lieferungsbedingungen können täglich von 7—12 Uhr vor­ mittags an der Schlachthofkaffe eingesehen werden. Landshut den 22. Oktober 1915. 2335 Die Direktion »es städt. Schlachthofes. ────────── Tie batzer. Regierung soll, wie die "M. Ztg." meldet, in der nächsten Sitzung des Gemeindebeamtengesetzausschusses, die am 27. Oktober stattfindet, eine Erklärung abgeben, worin sie ihre Stellungnahme zu der Frage ändert, ob Sozialdemokraten als Gemeinde­ beamte geeignet sind. Bekanntlich wurde seinerzeit diese Frage von der Regierung in scharfer Form verneint. Im Finanzansfchns; der Abgerodnetenkammer hob ein Redner die Tätigkeit der Handwerkerftauen zur Aufrechterhaltung der Betriebe hervor. Tie Staatsregierung solle dem Gedanken einer straffen Organisation von Gewerbe und Handwerk nach! Möglichkeit för­ dern. Andere meinten, es 'solle die Ueberleitung der Kriegs- in die Friedenswirtschaft rechtzeitig erfolgen. Tie unreellen Elemente sollen aus dem Handel ausgeschieden werden. Ter bayerische Armeebedarf solle in Bayern gedeckt werden u. a. Als Generalkonsul Amerikas in Mün­ chen wurde für den zurückgetretenen General­ konsul Gaffney Mr. Gale in Colon (Panama) ernannt. Tot aufgefunden wurde der Herrschafts­ gärtner und Jäger Scheid! im Spitalwalde bei Kaufbeuren. Er ist einem Unglücksfalle zum Opfer gefallen. MdeMerische ÄiWa Ein tapferer 16er. Tie Bayerische Eh­ rentafel Nr. 72 berichtet: Am 31. März schlug eine Wurfmine in die Sappe eines Zuges der 4. Kompagnie 16. Jns>Regts. 'bor L, in unmittelbarer Nähe des Zugführers und eines Fahnenjunkers ein. Beide nahmen rasch Deck­ ung, sprangen jedoch! alsbald, weil die Mine Bayerische Nachrichten.