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        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1915-10-28"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">68. Jahrgang Nr. 294</biblScope>
          <date when="1915-10-28">1915-10-28</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
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          <p>Im Westen knüpfte sich an der Straße Lille—Arras an eine französische Sprengung ein Gefecht, das zu unseren Gunsten entschieden wurde. Es gelang also den Franzosen nicht, die Sprengtrichter zu besetzen. Bei Massiges drangen die Franzosen in ein kleines Stück unserer vordersten Gräben ein, wurden aber nachts wieder hinausgeworfen. Einer unserer erfolgreichsten Flieger, Leutnant 'Jmmelmann, konnte im Luftkampfe das fünfte feindliche Slugzeug herunterholen. Außerdem wurden zwei weitere feindliche Flie­ ger herabgeschossen, ein Flugzeug durch unsere Artillerie zerstört, während Pas andere nörd­ lich! von Souchez liegt. Im Osten wurden die Russen an der Bahn Abeli—Dünaburg neuerdings geworfen und ihre Front in zwei Kilometer Breite gesprengt, wobei 450 Russen gls Gefangene bei uns ver­ blieben. Auchi in Wolhynien schreitet unser Angriff bei Ezartorhsk vorwärts und hat die Linie Komarow—Kamienuca erreicht. _ An der italienischen Front werden die Angriffe anscheinend wieder ,schwaches. &gt;Cadorna zögert anscheinend, feine letzten Re­ serven ins Feuer zu senden. Mehrere Angrifssversuche am Krn hlieben schon in ihren Anfängen stecken, am Tolmeiner Brückenkopf und bei Globna wurden italienische Angriffe abgewiesen, bei Plava konnte die italienisch^ Infanterie nicht mehr.vorgehen. An der Görzer Stellung drangen die Italiener in ein kleines Grabenstück ein, wurden aber nachts wieder hinausgeworfen. Gegen hie Hochfläche von Doberdo richtete .sich nur Geschützfeuer, das ebenfalls bereits wieder nachgelassen hat. In den Dolomiten griffen die Italiener am Col di Sana und ant Siefsattel vergeblich! an, um aber einen "Erfolg" zu erzielen, beschossen sie das österr.-ungar. .Spital in Rovereto, in dem sich Verwundete .befanden, mit Brand­ granaten. Vom Balkan liegen Heute besonders wich­ tige Nachrichten vor. Die Verbindung der deutschen und bulgarischen Truppen ist. bei Ljubicevac an der.Donau hergestellt. Damit ist die Donau vom Feinde gesäubert und Wohl in kürzester Frist .für unseren Verkehr nach Süden frei. Eines £»r Ziele des Balkanfeld­ zuges ist erreicht, die freie Donauwasserstraße. Deutsche, österreichisch-ungarische und bulgari­ sche Truppen reichen sich die Hand, um'ge­ meinsam gegen den gemeinsamen Feind vorzu­ gehen. Auch sonst sind Wertvolke Fortschritte zu verzeichnen. Oestlich .von Visegrad ist Tobrun genommen. Weiter östlich! ist die Linie Valjevo—Moravci—Topola erreicht, die Jasenica-Raca und bei Svilajnac die Resava überschritten. Im Pektale wurde Neresnica erstürmt. Die von Orsova vorrückenden Trup­ pen erbeuteten in Kladovo an der Donau 12 schwere Geschütze, welche d.ie Serben wühl in­ folge des schnellen Vormarsches der Unsern nicht mehr beseitigen konnten. Die bulgarischen TrUppen folgen dem Feind von Negotin in nordwestlicher und süd­ westlicher Richtung, während um den Besitz von Knjazevae noch! gekämpft wird. Von den Truppen in Wusttbönten liegen keine weite­ ren Meldungen vor. In Negotin wurde reiche Beute an Verpflegsmaterial, Munition und Ausrüstungsgegenständen gemacht. Bei Knjazrvac wurden vier Feldgeschütze erbeutet und Gefangene gemacht. Im Distrikt Kosfowo, dem sogen. Amselfeld, erhebt sich! die dortige al­ banische Bevölkerung gegen die Serben. Es ist kein Wunder, daß der Erfolg unserer und unserer Verbündeten Waffen nicht nur die politischen Entschließungen Griechen­ lands stark zu unsren Gunsten beeinflußt, sondern auch! über Athen hinaus ihre Wirkun­ gen bis nach! London und Paris bemerkbar macht, und mit dem Fiasko einer seit Jahr­ zehnten sorgsam vorbereiteten Balkanpolitik auch das Schicksal der leitenden Männer in England und Frankreich! bedroht. Das Vor­ dringen der Armee Mackensen von 'der Donau, Save und Drina aus, und bie Besetzung der wichtigsten Städte Mazedoniens und der Bahn­ linie nach! Saloniki durch die Bulgaren hat das Schicksal dieses Feldzuges bereits entschieden. Der zähe und tapfere Widerstand der Serben kann ihn noch! hinzögern, kann durch eineu längeren Gebirgskrieg zumal int Winter starke Kräfte unserer und der bulgarischen Armee noch gebunden halten, aber Zweck und Ziel dieses Feldzuges — die Schaffung einer Land­ verbindung nach! Konstantinopel und weiter — kann er nicht mehr verhindern. Ganz plan­ mäßig und mit der Genauigkeit eines Uhr­ werkes rückt die Armee Mackensen in Serbien nicht nur vor, sondern bricht jeden serbischen Widerstand restlos vor sich! nieder. Nicht ein serbischer Soldat bleibt hinter unserer Front, so daß, ungleich dem ersten Feldtzuge gegen Serbien vor Jahvesfrist, damit auch die tAesahr völlig ausscheidet, daß serbische Banden, die sich seitab der Landstraße in unwegsames Gebiet geflüchtet haben, von dort aus sich später wieder vorwagen uud unsere Zufuhr­ straßen und rückwärtigen Verbindungen stören können. Griechenland bleibt gegenüber allen Lokkungen der Ententemächte fest. König Kon­ stantin erklärte es für seine Pflicht, darüber zu wachen, daß sein Land vor der Gefahr des Untexganges bewahrt bleibe, die ihm drohe, wenn es in den Weltkrieg hineingezogen wer­ de. Sexbien, das jetzt vollständig auf sich an­ gewiesen und von allen Verbindungen mit dex Außenwelt, mit Ausnahme Montenegros, abgeschlossen ist, soll bereits Griechenland um die Uebernahme der Vermittlung für den Frie­ den zwischen Serbien, den Mittelmächten und Bulgarien gebeten haben. Die Donau vom Feinde frei. Lnstkämpfe im Weste». — Vor Dünavnrg. — Fortschritte bei Czartorhsk. — Deutsche, österreichisch-ungarische uud bulgarische Truppe« an der Dona« in Fühlung. — Der Vormarsch in Serbien. — Knjazevae von den Bulgaren besetzt. — Das Abflauen der italienische« Offensive. — Griechenland bleibt neutral. — Serbiens Hilferuf.</p>
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          <p>Bericht des deutschen Hauptquartiers. WTB. Berlin, 27. Oktober. Mittags. (Großes Hauptguartier).</p>
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          <p>Westlicher Kriegsschauplatz. An der Straße Lille—Arras entwickelte sich! gestern abends nach einer französischen Sprengung ein unbedeutendes Gefecht, das für uns günstig verlief. Nordöstlich! von Massiges drangen die Franzosen in Handgranatenkämpfen an einer schmalen Stelle in unseren vordersten Graben ein. Sie wurden nachts wieder vertrieben. Im Luftkampf schoß Leutnant Jmtnelmann das fünfte feindliche Flugzeug ab, einen französischen Doppeldecker mit englischen Offi­ zieren, die gefangen genommen sind. Zwei weitere feindliche Flugzeuge würden hinter der feindlichen Linie zum Absturz ge­ bracht. Eines davon wurde von unserer Ar­ tillerie völlig zerstört, das andere liegt nörd­ lich! von Souchez.</p>
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          <p>zu Gefangenen und erbeuteten 1 Maschinen­ gewehr und 2 Minenwerfer. Die gewonnene Stellung wurde gegen mehrere russische Angriffe' behauptet, nur der Kirchhof von Szaszali, "einen Kilometer nord­ östliche von Garbunowka, wurde nachts wieder geräumt. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayer» Nichts Neues. Heeresgruppe des Generals von Linsingen. Westliche von Ezartorysk ist unser Angriff vis in die Linie Komarow—Kamienucahvfen, südöstliche Miedwieze, vorgetragen. Balkankriegsschauplatz. Oestlich von Visegrad wurde Dobrun ge­ nommen. Die Armeen der Generale von Koeveß und von Gallwitz haben den Gegner überall, wo er sich! stellte, geworfen. * Mit den Hauptkräften ist die allgemeine Linie Valjebo—Mpravci am Tjig—Tvpola er­ reicht. Oestlich davon die Jasenica—Rapa und beiderseits Svilajnac die Resava überschritten. Im Pektale ist Neresnica genommen. Die südlich! von Orsova vorgehenden Kräf­ te erbeuteten in Kladova 12 schwere Geschütze. In Ljubieevac an der Tonau, östlich! von Brza-Palanka wurde die unmittelbare Berbin­ dung mit der Armee des Generals Bojadjeff duchchj Offizierspatrouilleu hergestellt. Der reichte Flügel dieser Armee folgt dem Gegner von Negotin in nordwestlicher und südwestlicher Richtung. Um den Besitz von Knjazevae wird weiter gekämpft. Oberste Heeresleitung.</p>
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          <p>Unser Spital in Rovereto wurde mit Bri­ sanz-Granaten beschossen. Südöstlicher Kriegsschauplatz: Oestlich. von Visegrad entrissen unsre Truppen dem Feind die Höhen beiderseits des Grenzdorfes Dobrunj. Die Armee des Generals der Infanterie b. Koeveß drängt D en Gegner ins Gebirge nördlich! von Grn - Milanovac zurück. Oesterr.Ungar. Kräfte warfen ihn mit dem Bajonett aus seinen Höhenstellungen bei Tvpola. Die beiderseits der Morawa oiperierende deuffche Armee gewann die Höhen südlich der Raca und dringt die Wlava aufwärts vor. Tie Orsova-GruPPe ist in Bvza-Palanka eingerückt. In Kladovo wurden 12 "schwere serbische Geschütze und große Vorräte an Mu­ nition, Verpflegung und Bekleidung erbeutet. Abteilungen der westlich von Negotin kämpfenden bulgarischen Kräfte stellten die Verbindung mit den österr.-ungar. uüd deut­ schen Truppen her. Die gegen Knjazevae entsandten bulgari­ schen Kräfte kämpften gestern im Ostteil. • Der stellvertretende Chef des Generalstabes r v. H o e f e r, Feldmarfchalleutnant. Bericht unserer Verbündeten. WTB. Wien, 27. Oktober, mittags. — Amtlich wird verlautbart: Russischer Kriegsschauplatz. Die Vertreibung der Russen westlich von Ezartorysk schreitet trotz der heftigen Gegen­ wehr fort. &gt; 1 Sonst nichts Neues. Italienischer Kriegsschauplatz» Der italienische Angriff auf unsre küsten­ ländische Front wurde gestern nicht mehr mit so großem Aufwand cm Menschen und Mu­ nition wie in den früheren Schlachttagen fort­ geführt. Der Feind zögert mit dem Einsatz seiner zurückgehaltenen Kräfte. Mehrere Angriffsversuche gegen die KrnStellung kamen über ihre Anfänge nicht hin­ aus. Mederhvlte Angriffe auf den Tolmeiner Brückenkopf wurden wie immer abge­ wiesen. Der Abschnitt von Plava stand zeitweise unter Trommelfeuer. Ein Angriff bei Globna wurde zurück­ geschlagen bei Plava vermochte die italieni­ sche Infanterie nicht mehr vorzugehen. Im Südabschnitte des noch immer unter schwerem Feuer stehenden Brückenkopfes von Görz drang der nachmittags hier angreifende Feind in ein kleines Grabenstück ein, das er jedoch^ nachts wieder verlor. Das Geschützfeuer gegen die Hochfläche von Doberdo hat bedeutend nachgelassen. Die Angriffstätigkeit der Italiener an der Dolomitenfront hält an. Vorstöße starker geg­ nerischer Kräfte gegen den Col di Lana und den Sief-Sattel scheiterten.</p>
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          <p>Vom westlichen Kriegsschauplatz. t Tie Kabinettskrise in Frankreich» Berlin, 28. Oktober. Mach einer Mel­ dung der "B. Z." läßt eine Pariser Korre-, spondenz der Freiburger Liberte erkennen, daß in Frankreich nicht nur eine Ministerkrise, sondern auch! eine .Präsidentenkrise herrscht. Neue Kandidaten seien Deschanel, Ribot,Bour­ geois. Ter Kammerpräsident Deschanel sei überhaupt nur zurückgetreten, um sich! für eine mögliche Präsidentschaft besser vorzubereiten. Poineare, der gestern Daris verließ, um mit dem König von England zusammenzutreffen, ist plötzlich nach Paris Zurückgekehrt, wahr­ scheinlich auf Veranlassung Vivianis. In der Kammer und im Senat herrscht die Tätig­ keit "großer Tage". .Tie Ernennung eines Nachfolgers Telcassees dürfte .auch die Ver­ anlassung zum Wechsel,m anderen Ministerien geben, da mehrere Parteien zu verstehen ga­ ben, sie würden ihre gegen das Kabinett ge­ richteten Angriffe auch pach der Ernennung des neuen Ministers des Aeußern fortsetzen, 'falls der Ministerwechsel.nicht auch ,auf einige andere Portefeuilles ausgedehnt würde. Um dieser Opposition, die die Demission des gan­ zen Kabinetts herbeiführen wußte, standzu­ halten, kamen Regierung und Parlament über­ ein, durch eine teilweise Neubildung des Ka­ binetts das gegenseitige Pertrauen wieder her­ zustellen. (Z.)</p>
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          <p>Tas Eingreife» der Ententetrnppen. Das Neue Wiener Journal meldet aus Lu­ gano: Aus Mailand wird berichtet, daß nach einer Depesche des "Corr. bellet Sera" 20 000 Mann französischer Truppen die Verteidigung der Saloniki—Uesküb-Bahn übernommen ha­ ben. Bei dem griechischen Ministerpräsidenten eingetroffenen Nachrichten zufolge Haben sich die Kämpfe in Mazedonien zu einer einzigen großen Schlacht entwickelt, die einen großen Umfang annimmt. Die an mehreren Stellen zurückgedrängten Serben erhielten französisch!englische Verstärkungen, um in der zweiten" Verteidigungslinie festen Fuß fassen zu kön­ nen. Viele serbische Truppen flüchteten nach Mazedonien. Tie Truppcnverstärkungcn per Entente. Budapester Blätter melden aus Lugano, daß Nachrichten aus Neapel zufolge der Vier­ perband 80 große Dampfer von Gallipoli nach ,Saloniki abgehen ließ, um vorwiegend austra­ lische und kanadische Soldaten zu befördern.</p>
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          <p>Die Türkei im Kriege. Der türkische Bericht. Kvnstantinopel, 28. Oktober. Tas Hauptquartier teilt mit: Auf der Tardanellenfront bei Anaforta machten unsre Pa­ trouillen, indem sie fidji den feindlichen Grä­ ben näherten, einen Teil der feindlichen Sol­ daten mit Handbomben nieder, die bei Perschanzungsarbeiten beschäftigt waren und ver­ hinderten deren Wiederherstellung. Sie brach­ ten Drahtverhaue einiger feindlicher Gräben als Beute ein. Bei Anafoxta und Ari Burun fand ein Artilleriekamps zwischen unsrer Ar­ tillerie und den-"Land- und Schiffsgeschützen des Feindes statt. Feindliche Verproviantie­ rungskolonnen, die bei dem AusschiffungsPunkt von Ari Burun gesichtet wurden, sind durch! unsre Artillerie zersprengt worden. Bei Sedd il Bahr warf der Feind gegen unsre Schützengräben am linken Flügel ungefähr 700 Granaten und Bomben, ohne ein Ergebnis zu erzielen. . Aus der Front am Kaukasus am rechten Flügel wurde nach einem Gefechte zwi­ schen unsren Patrouillen und feindlichen Kom­ pagnien der Feind gezwungen, sich zurück­ zuziehen. Sonst nichts Neues.</p>
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          <p>Der Krieg mit England. Englands Bedrohung durchs den Battankrieg. Die "Deutsche Tagesztg." meldet aus Genf: Herbette bespricht im "Echo de Paris" die günstigen Folgen des jüngsten Besuches des englischen Königs in Frankreich, wodurch wahrscheinlich die allgemeine Wehrpflicht in das Stadium der Verwirklichung trete. Die bisherigen schweren Irrtümer der englischen Politik beruhen aus der festgewurzelten Mei­ nung der Unbesiegbarkeit, weil das Land meer­ beherrschend sei. Plötzlich zeige der Balkan­ krieg die Schwächen Englands. Nun dürfe es sich nicht mehr darauf beschränken, die Wege des Meeres zu verteidigen, da der Balkan­ krieg eine große Gefahr für England herauf­ beschwöre. Wenn die Deutschen bis Konstan­ tinopel durchstoßen, so liege die Perlenreihje des englischen Besitzes Aegypten, Arabien, Indien und Südafrika (?) offen da. Alle Ge­ biete sind aus dem Landwege erreichbar. Also ist England stärkstens bedroht und ist gezwun­ gen, umzusatteln. Statt der Seemacht müsse es sich den sog. kontinentalen "Export" an­ eignen. Das bedeute eine gewaltige Umwäl­ zung, von deren glücklichen Lösung die Existenz des -Britenreiches abhänge. (Z.) Hamilton unter Anklage? Nach, der Köln .Ztg. wird schweizerischen Blätteren aus London gemeldet: General Ha­ milton, wird wegen der mangelhaften Or­ ganisation des Angriffes in der Süvla Bas, der einen schweren Fehlschlag der ganzen Dardanallenoperation bedeutet, vor einen Kriegs­ rat gestellt Werdens?) , Asquiths Sturz bevorstehend. Haag, 27. Oktober. In den Wandel­ gängen von Westmi.nster gilt der Sturz des Ministeriums Asquith als beschlossene Sache, ebenso die Bildung eines rein konservativen Ministeriums durch« Balsour. Man denkt auch daran, dann die Kammer auszulösen. (Z.^ Tie "Mprning-Post" gegen Asquith. London, 26. Oktober. Die "Morning Post" schreibt tu einem Leitartikel: Wenn As­ quith ein wenig von seiner alten Energie und seinem alten Geschick, mit dem er einst das Oberhaus bekämpfte und besiegte, gegen Deuffchland anwenden wollte, so würde seine Regierung mehr Achtung besitzen und die eng­ lische Sache besser in der Welt dastehen. Wenn dies über seine Kraft geht, so sollte er sein Amt lieber anderen überlassen, oder, wenn dies unmöglich« ist, die Mitgliederzahl des Ka­ binetts in geeigneter Weise vermindern. Wenn ex es nicht tut, so sind diejenigen, die sehen, wie man die Dinge treiben läßt, verpflichtet, dem Parlament und der Nation die Wähjrs heit zu sagen und durch! ihre Agitation eine Besserung der Verhältnisse herbeizuführen. Sie werden eine Nationalpartei gründen, und die Regierung inmitten des Krieges bekämpfen um die nötigen Reformen durchzusetzen, ohne die England den Krieg nicht gewinnen kann.</p>
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          <p>Tie Parteiführer beim Reichskanzler. Der Reichskanzler empfing ''vorgestern die Fraktionsführer des preußischen Abgeordneteühauses und wird mit den Vorsitzenden der Reichstagsflaktionen Besprechungen haben. Die Ver­ handlungen sind verttaulich, doch geht man wohl in der Annahme nicht fehl, daß die Rücksprache des leitenden Staatsmannes mit den Volksvertretern die Frage der Lebensmit­ telversorgung betreffe, deren Lösung die Re­ gierung jetzt energisch in die Hand nehmen will. (Berl. Tagebl.) . , Höchstpreise für Gemüse. Der außeror­ dentlichen, durch die Verhältnisse nicht be­ gründeten Steigerung der Preise für Dauerge­ müse und Zwiebeln wird voraussichtlich in allernächster Zeit durch die Fesffetzung von Höchstpreisen begegnet werden ,nachdem auchl der zuständiege Ausschuß des Beirates dev Reichsprüfungsstelle für Lebensmittel eine solche Maßnahme als unerläßlich und dringend befürwortete. Eine ähnliche Regelung schwebt auch, wegen des Buchweizens. Rach« Sibfrien. Auf Betteiben der Nowoje Wremja sind der Bürgermeister vonRiga, von Bulmeringk, der Chef der dorttgen Feuer­ wehr und Bürgermiliz, Großmann, und der städtische Branddirektor Schuhmec nach Ostsibiriey verbannt morden. (Z.) 1 Tages-Uebersicht.</p>
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          <p>und mu ßmit Grund beanstandet werden. Bei der zunehmenden Teuerung der Lebensmittel ist die rechtzeitige Beschaffung von guten Spei­ sekartoffeln zu angemessenen Preisen für den nichtlandwirtschaftlichen Teil der Bevölkerung von größter Bedeutung, und diese Beschaffung mutz unter allen Umständen gesichert werden. Tie Zurückhaltung der Kartoffeln durch die Landwirte entspricht auch nicht einmal ihrem eigenen Interesse. Denn nach den bestimmten Erklärungen der maßgebenden Kreise ist an eine weitere Erhöhung der Kartoffelprerse nicht zu denken. Auch, kann mit Sicherheit erwar­ tet werden, daß, wenn der dermalige uner­ freuliche Zustand sich nicht bald ändert, tief­ eingreisende Maßnahmen zur Deckung des Kar­ toffelbedarfs der Bevölkerung, wie Beschlag­ nahme, Enteignung und Festsetzung von Höchst­ preisen. erfolgen. Den Landwirten ist da­ her unverzüglich eindringlichst nahezulegen, daß sie willig ihr Möglichstes tun, damit die Bevölkerung sich, balvigst mit ihrem Kartof­ felbedarf eindecken kann, und daß sie bei dem Berkaufe der Kartoffeln jeder unbegründeten Preisforderung sich, enthalten. Es mag sein, daß es für manche Landwirte wegen der noch andauernden Feldarbeiten zurzeit schwer ist, die Kartoffeln den Verbrauchsorten zuzufüh­ ren, aber diese Schwierigkeit muß überwun­ den werden, da wegen der kommenden Frost­ gefahr die schleunige Zuführ der Kartoffeln nötig ist. Die Landwirte Haben trotz der vie­ len Schwierigkeiten, mit denen sie infolge des Krieges zu kämpfen haben, Außerordentliches zur Sicherung der Ernährung der Bevölkerung geleistet. Sie dürfen daher auch jetzt bei der Versorgung der Bevölkerung mit Kartoffeln nicht versagen, zumal es sich um das gerade für die ärmsten Kreise wichtige Nahrungs­ mittel handelt. Gegen Landwirte und Händ­ ler, die Kartoffeln ohne Grund zurückhalten und für sie übermäßige, in der Marktlage nicht begründete Preise fordern, fft rücksichts­ los auf Grund der BekanntmachGng des Reichs­ kanzlers vom 23. Juli 1915 vorzugehen. Kbiegsfnrsvrge. Tie Stadt Nürnberg er­ höht in Rücksicht auf die erhöhten Lebensmit­ telpreise die Kriegsfürsorgszuschüsse gn die Angehörigen von Kriegsteilnehmern ( um 20 Prozent. Ten EijttheitÄppeis für Mach,- und Leucht­ gas lehnte der Magistrat Bamberg ab, da er in demselben nur eine ungleichmäßige Be­ lastung der Abnehmer jmb besonders eine Ver­ teuerung des Kochgases erblickt. Entwich«« ist der vom Kriegsgericht in Augsburg wegen Fahnenflucht und Diebstahl zu 7 Jahren Zuchthaus verurteilte Infanterist des 20. Regiments, Kaspar Bümlein, Schlos­ ser von Höchstädt a. D. aus der Garnisons­ arrestanstalt trotz Fesselung, hm.) Abgestürzt ist in Stepperg bei Rennertshofen der Maurer Ulrich- Stoll, welcher mit Dacharbeiten beschäftigt war. und ist an den erlittenen Verletzungen gestorben. Verbranntes Kind. Das .5 jährige Töchtevchen des Maurers Messelberger von Ziegel­ erden bei Kronach, |am mit den Kleidern einem von Hütjungen angezündeten Feuer zu nähe. Das Kind, dem ,die Kleider vollständig vom Leibe brannten, ist an den erlittenen Brand­ wunden gestorben. Erschossen hat sich der 60 Jahre alte berfj. Privatier Kaspar Bachmann in Nördlingen wegen eines schweren körperlichen Lei­ dens mit einem Jagdgewehr. Vom Zug überfahren wurde auf dem Bahnhöfe in Neuulm der Vorarbeiter Michael Scheugenpflug. Er war sofort tot.</p>
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          <p>Voin Lande schreibt man uns unterm '25. ds. Mts.&gt;: Zur Zeit wird in den Städten darüber geklagt, daß vom Lanpe zwar sehr viel Obst, abe,r sehr wenig Schmalz und Eier ausgeliefert werden. Nun traue ,ich mir als Kenner der Verhältnisse zu behaupten, daß an diesem Uebel die Städter oder doch ein Großteil derselben selbst die Schuld tragen. An. Samstag - Abenden und an Sonntagen kommen die Stadtleute angeradeltoder ange­ fahren — nicht selten sogar von München — um alles an Eiern und Schmalz zusammen zu kaufen, was nur zu haben ist. Schwer mit Rucksäcken und Handkörben beipackt kehren sie dann nach, der heimatlichen Stätte zurück. Diese Städter sind zumeist einfache Leute und ganz gewiß keine eigentlichen Händler, aber da sie all die Viktualien in ihrem Haushalte doch ganz unmöglich verwenden können, so werden sie das Zeug mit entsprechendem Nut­ zen wieder Weiterverkäufen. Da auf diese Weise Eier und Schmalz aufgekauft find, so sind die Landleute der Mühe -enthoben, den Wo­ chenmarkt beschicken zu müssen, was ja auch wieder mit Auslagen verbunden ist. Ein­ sichtsvolle Landwirte und namentlich -deren Frauen haben mir wiederholt die Versiche­ rung gegeben, daß bei den erhöhten Produk­ tionskosten und sonstigen Teuerungsverhält­ nissen, unter denen doch auch der Landmann zu leiden hat, das Ei mit 9—10 Pfennigen und das Pfund Schmalz mit 1,50 Mark aus­ reichend hoch genug bezahlt sei. Wenn aber die Städter blindlings dra,uf los kaufen, so wären die Landleute doch mehr als un­ geschickt, wenn sie sich die auf so bequeme Art und Weise angebotenen Preise nicht 'zahlen ließen. Deggendorf, 27. Oktober. (Keine Not an Schmalz.) Mit einer gewissen Schadenfreude die in diesem Falle auch- nicht ganz unberech­ tigt ist, vernimmt man hier die Kunde, daß Niederbayerische Nachrichten. einem Bauern aus Jjer Gegend von Schwanenj kirchen ungefähr 2 Zentner Schmalz von bisI her unbekannten Dieben gestohlen wurden. Die Volksmeinung geht dahin, daß man diesesmal nicht den Dieb, sondern bett Bestohlenen ordentlich strafen soll. Jedenfalls ist das Zu­ rückhalten eines so notwendigen Nahrungs­ mittels recht unpatriotisch. — Ein noch grö­ ßeres Quantum Schmalz soll ein Landwirt in der Nähe von Plattling verderben lassen haben. Ein solches Verhalten richtet sich von selbst.</p>
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          <p>neue Preis beträgt bekanntlich! 45 Pfg. statt bisher 60 Pfg. für 1 Literslasche zu 95 Proz. und 42 Pfg. statt bisher 57 Pfg. für 1 Literflasche zu 90 Prozent. Nur die etwa aus früheren Einkäufen noch vorhandenen Rest­ bestände dürfen noch! zu den alten Preisen verkauft werden. Die Käufer werden, um sich! vor Schädigungen zu schützen, gut tun, die auf den Verschlußkckpseln der Flaschen auf­ gedruckten Preise zu beachten. Vom 10. Nov. 1915 an ist keinerlei Ueberschreitung der er­ mäßigten Preise mehr zulässig. jedoch! auf der dortigen großen Sandbank die Tiefe nur eine geringe. Auf Zureden des Beamten ging der Bursche wieder aus dem Wasser, worauf er in Haft verbracht wurde. Von dem gestohlenen Gelde 'hatte er noch 80 Mark ant Jsarkai versteckt, die wieder beigeschafft werden .tonnten. — * Ein Fahrrad hatte vor einiger Zeit der 16 Jahre alte Kaminkehrerlehrling Anton Artmeier 'von Jggensbach vor der K. OberHostdirektion hier gestohlen. Er versetzte das Rqd und warf den Pfandschein fort. Der Bursche hatte auch in Plattling, Straubing und Freising Raddiebstähle und Enbrüche in den Bahnhöfen Schwanenkirchen, DeggendorfHafen, Ortenburg, Pankofen und Girching ver­ gibt. ! Er 'stahl das dort verwahrte Geld, Be­ träge von 2 Mark bis 590 Mark. Als Art-j meier in Dingolfing verhaftet wurde, gelang es ihm, aus dem dortigen Gefängnis zu ent­ springen und nahm auf der Flucht im Hause des Justizrats Schlecht dort ein Fahrrad mit, das er aber bald zurücklassen mußte, da er stuf Feiner Verfolgung über Mauern und Zäune klettern mußte. Bei seinem Diebesfahr­ ten hatte er einen Revolver bei sich!. Art­ meier hatte sich jetzt vor der Strafkammer des K. Landgerichts Deggendorf zu verant­ worten, die ihn zu einem Jahr 8 Monaten Gefängnis verurteilte. —Entwichen ist in Martinshaun bei Landshut der Russe vom Hager Puchheim Alexei Bain, 26 Jahre alt, 1,67 Meter groß, braune Augen, dunkelblonde Haare, kleinen blonden Schnurrbart, kräftig, spricht gebro­ chen deutsch, trägt Zivilhut, Ziviljoppe und Gefangenenhose mit Oelfarbstrich, ferner Sergei Laptew, 28 Jahre glt, 1,65 Meter groß, blaue Augen, dunkelbraune Haare, rötlichen Schnurrbart, spricht nur russisch, trägt Zivil­ hut, Zioiljoppe und Hose mit Oelfarbstrichl. — Das Münchner Schau spielhaus gastiert ant nächsten Samstag im hiesigen Stadttheater mich der Komödie "Am Teetisch" in der gleichen Besetzung, wie sie in München zur Aufführung gelangte. Es dürfte daher ein künstlerischer Genuß in Aussicht stehen, der sicher dem Unternehmen ein volles Haus bescheren wird. —* Eine Ausstellung kunstgewerblicher Handarbeiten von Luise Mastaglio, Berg ob Landshut, befindet sich! zurzeit im Schaufenster Altstadt Nr. 82, gegenüber dem Rathaus. Man bittet auch das Inserat in dieser Nummer &amp;u beachten. ’ Beträchtliche Ermäßigung der Brennspirituspreise. Die bereits an­ gekündigte Herabsetzung der Brennspiritus­ preise, die umso erwünschter kommt, als der Brennfpiritus in großem Umfange zum Ersatz von Petroleum herangezogen werden wird, tritt zum großen Teil schon heute in Kraft. Der</p>
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          <p>te, "sich! vom .Blute rötete". Eine traurigere Berühmtheit in Serbien selbst hat Ranovae als Sitz von Milosav erlangt, dem Günstling des ersten "Befreier"-Woiwoden MiloschObrendbic, der sich! durch Brandschatzungen der Bauern gleich seinem Herrscher Obrenovic ein Riesenvermögen erworben hatte. Zn Rasanac oder Raschanac ist der Mittelpunkt einer gro­ ßen Mehlindustrie, die ,im Mlawatal außer­ dem noch in Letrhikovac und Malo Crnio ihre Zentren hat. Interessant ist, daß hier der Großmühlenbesitzer Bailloni die Gemüse­ zucht durch Erfurter Damen und die Rindvieh­ rassen durch! Einführung ,Mürztaler Stiere verbesserte. Die einzige nächste starke 'Stel­ lung der Serben für den Morawa- wie Mlatoä-/ Abschnitt war bereits Petrovac, das früher sehr wahrheitsliebend aber unpoetisch! "Svinji"— Schweinedorf hieß und erst 1859 umgetauft wurde.. Es ist ein Bezirksstädtchen mit rei­ cher Mais- und Weizenkultur, bemerkenswert durch! seine prozentual bedeutende, fast.ein Viertel der 3000 Seelen zählenden Bevölker­ ung ausmachende Kolonie rumänischer Wala­ chen, deren Ansiedlung die Serbenfürsten seit Milosch&gt; Obrenowitsch tatkräftig begünstigten. Hier soll Senia Markowitsch, eine tragische Gestalt aus dem ersten serbischen Freiheits­ kriege int Stile Puschkins, sein Trauerlied gedichtet haben.</p>
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          <p>spielt. Ein immer reges Treiben herrscht in den holprigen, krummen Gäßchen mit den fast durchweg einstöckigen Häuschen, von denen viele sogar nur ein Erdgeschoß haben. Was dem fremden Besucher sogleich auffeilst, sind die zahlreichen Schlächtereien und die große Zahl der ambulanten Fleischverkäufer. Hun­ derte von Schafen, Ziegen und Schweinen hän­ gen da, von Blut triefend, vor den Türen und sie bleiben hier tagelang den Angriffen von Fliegen und Mücken, dem Straßenstaub und dem Straßenkot ausgesetzt. Wenn man diese Straßen durchwandert, fällt einem auch ein altes Kaufhaus auf, der Kurschumli Han, so benannt nach! den kleinen Bleikuppeln, mit denen die oberen Gemächer gedeckt sind. Es ist ein festungsähnlicher Bau aus dem 14. Jahr­ hundert, auf dessen Pfeilern noch die Namen der ragusanischen Kaufleute stehen, die hier einst eine starke Kolonie gebildet haben. In die Regierungszeit Stephan Duschans führt auch die von dem Serbenzaren errichtete Klo­ sterkirche von St. Markus, die kostbare Fresken im fpätbhzantinischen Stil birgt. Die Neuzeit hingegen hat sich aus dem rechten Flutzuser geltend gemacht, grub hier liegt vor allem der Bahnhof, um den herum sich eine Reihe moderner Hotels angesiedelt hat. ihrem greisen König Lasar mit den Bosniern, Kroaten, Bulgaren, mit Walachischen Hilfs­ truppen und Albanern gegenüber. Schon gleich zu Beginn der Schlacht wurde Sultan Murad in seinem Zelt von einem serbischen Edelmann namens Milosch Obilitsch erstochen, der da­ raufhin sofort eines grausamen Todes starb, und als stach dem Hingange seines Vaters Sultan Bajesid den Oberbefehl übernahm, ent­ schied sich, trotz der gewaltigen UeberlegenHM der Verbündeten, das Kriegsglück zu Gun­ sten der Osmanen. Lasar geriet in Gefangen­ schaft und wurde mit vielen Edelleuten ent­ hauptet. Auf dem Schlachtfelde wurde an der Stelle, wo Sultan Murad den Todesstoß er­ hielt, ein einfach,es Grabmal errichtet, das heute von einer Moschee umgeben ist. Noch einmal war das Amselfeld Schauplatz einer blutigen Schlacht; denn hier brachte Sultan Murad II. in den Oktobertagen des Jahres 1448 einem ungarischen Heere unter der Füh­ rung des Vormundes des ungarischen Königs Ladislaus Posthumus, Hunhadh, der für die Serben eingetreten war, eine vernichtende Nie­ derlage Bet. Bereits int Jahre 1392 war Sküpi oder, wie die Stadt im Slawischen heißt, Skopje als Ueskueb neben Adrianopel zur zweiten Re­ sidenz des Sultans geworden, ohne indes, trotz der günstigen Verkehrslage seine alte Bedeu- tung im vollen Umfange wiederzuerlangen. Vollends darnieder aber lag Ueskueb, als es durch! die Oesterreicher int Jahre 1689 zerstört wurde. Erst in der Zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Hauptstadt des Wtlajets Kossowo erholte sich die Stadt wieder, die, toste hinreichend bekannt ist, im Jahre 1912 nach der Schlacht bei Kumanowo von den Serben wieder erobert worden ist. Malerisch, dehnt sich Ueskueb auf beiden Seiten des Wardarflusses aus, dessen Ufer von breiten Kaianlagen umsäumt sind, und über den eine monumentale, von dem Serbenkaiser Stvphan Tu schau im Jahre 1348 erbaute Stein­ brücke führt. Einen gewaltigen, farbenpräch­ tigen Abschluß des landschaftlichen Bildes er­ geben die schneegekrönten Höhen, aus denen der Kavaschitza sein mächtiges Haupt empor­ reckt, und die scharf vom Horizont sich ab­ zeichnenden Gebirgsformen der TschernaGora, des Schwarzen Landes. Breit und gelassen wälzt hier der Wardar seine Wasser durch die Ebene, und wenn man von dem aus einem 1 Bergvovfprung liegenden befestigten Kastell aus Me Stadt herabblickt, bietet sich! einem in dem prächtigen Wardartal ein seltsames Gemisch, von Altertum und Neuzeit dar. Da blickt man in ein buntes Gewirr enger Straßen, im die kaum jemals ein Sonnensträhl dringt, und in denen sich ein eigenartiges Leben ab­</p>
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          <p>Bom Balkan. Bern, 28. Oktober. Aus russischen Mel­ dungen über wichtige politische Verhandlun­ gen zwischen Sofia, Athen und Konstantinopel zitiert der "Bund" die "Rußkoje Wjedomosti", der zufolge Bulgarien einverstanden sei, OstMäzedonien als griechisches Gebiet anzuer­ kennen und an Griechenland die Linie Mo­ nastir— Gewgeli—Doiran abzutreten. Die Tür­ kei ihrerseits sei bereit, das Recht Griechen­ lands auf die annektierten Inseln anzuerken­ nen. (Z.) I 2i|C Gefangenen vom Balkan. Wien, 28. Oktober. In Agram sind ne­ ben großen serbisch.en Gefangenentransporten anchl zwei Franzosen eingeliefert worden, die beim Donauübergang gefangen genommen wor­ den sind. Es sind dies die ersten gefangenen Franzosen in Agram. In Sofia kam gestern Abend ein neuer Gefangenentransport an. Un­ ter den 2000 Gefangenen befanden sich! Sol­ daten aller Farbenschattierungen, darun­ ter nicht wenig Schwarze. (Z.) t&amp;te Besatzung von Saloniki verstärkt. Wien , .28. Oktober. Tie "Reichspost" be­ richtet aus Saloniki, daß die Besatzung der griechischen Forts von Saloniki durch drei Divisionen verstärkt wurde. Beuijzetos erneut auf dem Plan. Konstantinopel, 28. Oktober. Si­ cheren Nachrichten aus Athen zufolge, entfaltet Venizelos gegenwärtig eine lebhafte Agita­ tion, unn die Demobilisierung in Griechenland herbeizuführen. Zur Befürwortung sei­ nes .Vorgehens führt Venizelos an, daß die Aufrechterhaltung der Mobilisation dem Lande kostspielige und unerträgliche Opfer auferlege und eine große Gefahr für das Hineingezogene werden Griechenlands in den Kriegswirbel be­ deute. &gt; Falls diese Agitation von Venizelos den Sturz des Kabinetts herbeiführen sollte, ist der König fest entschlossen, zur Auflösung der Kammer zu schreiten. Taifun auf den Phikippiuueu. Sd. N ew ho r k, 28. Oktober. (Reuter.) Wie aus Manila berichtet wird, richtete ein Letzte Posten. Tie Stadt Knjazevac von den Bulgaren ge­ nommen. Sd. Sofia, 27. Oktober. Die "Agence Bulgare" erfährt: Die bulgarischen Truppen haben in der Umgebung von Knjazpvac be­ deutende Erfolge davongetragen. Sie haben die Stadt besetzt und haben außerdem die sehr wichtige Stellung von Drenova-Glava im Sturm genommen, die den Schlüssel zum Befestigungsrahon von Pirot bildet. Bulgarische Erfolge. Budapest, ,28. Oktober. Aus Sofia wird gemeldet: Tie Bulgaren beschossen mit Er­ folg einen gegen Monastir eilenden Zug, wel­ cher einen Teil des serbischen Staatsschatzes' nachi Griechenland brachte. &lt;Z.) Rußland hat an Bulgarien noch« nicht den Stzrseg erklärt. Sd. Sofia, 28. Oktober. Tie Meldung hiesiger Blätter, daß die Kriegserklärung Ruß­ lands an Bulgarien erfolgt sei, ist, wie der Korrespondent der "Fr. Ztg." von zuverläs­ siger Seite erführt, unrichtig. Der hiesige Ver­ treter des Vierverbandes, der niederländische Konsul, hat bisher keinen Auftrag erhalten, der bulgarischen Regierungs Diesbezügliches formell zu erklären und erwartet ihn auch! nicht, trotz des russischen Zarenmanifestes. Taifun im südlichen Luzon große Verheerun­ gen an. 200 Personen wurden getötet, 800. verwundet. Die Hanf- und Reisernte wurde stark beschädigt.</p>
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          <p>Handel und Verkehr. Nürnberg, 25. Olt. (Vtehmar! t.) Preise: per 50 Kilogramm Lebendgewicht: Ochsen vollfleischtge 1. Qualität 73—78, (Ausland Lebend­ gewicht 00—00), vollfleischige 2. Qualität 65—70, (Ausland Lebendgewicht 00—00), fleischige 60—64, (Ausland Lebendgewicht 00—00), mäßig genährte 52—58, (Ausland Lbdgew. 00—00), gering genährte 00—00; Bullen: vollfleischige 1. Qual. 60—63, 2. Qual. 52—59, mäßig genährte 44—50, (Schlachtgewicht: 1. Qualität 00-00, 2. Qualität 00—00, 3. Qualität 00—00). Lebendgewicht: Kühe und Kalbinnen vollfleischige 1. Qual. 58—63, 2. Qual. 53—57, ältere ausgemästete 44—51, mäßig genährte 37—43, gering genährte 25—35, gering genährtes Jungvieh 00—00; Kälber (Lebendgewicht): 1. Qual. 76—82, 2. Qual. 73 75, 3. Qual. 65—72; Schlachtgewicht: 1. Qual. 93—105, 2. Qual. 86—92, 3. Qual. 78—85; Schafe (Schlachtgewicht): Mastlämmer und jüngere Masthammel 80—95, ältere Masthammel, geringe Mastlämmer 50—70, gut genährte junge Schafe 00—00, geringe Hammel;». Schafe 00—00; Schweins (Fettschweine) über 150 Kg. 000—000, vollfleischtge von 120 bis 150 Kg.000—009, von 100 bis 120 Kg. 132—136, von 80—100 % 12 8—135, unter 80 Kg. 125—135, Sauen 00— 00, Bratenschweine 00—00, Schlachtgewicht: Fettschweine über 150 Kg. 00—00, vollfleischtge von 120—150 Kg. 00—00, von 100 bis 120 Kg. 00—00, von 80—100 Kg. 158—160, unter 80 Kg. 156—164, Sauen 00—00, Braten­ schweine 00—00.</p>
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          <p>Inserate.</p>
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          <p>war dabei, allerlei Verbandzeug beiseite zu räumen. . . , 1 f Als die Mutter mit einem Wehelaut an Dolfs Bett zusammenbrach,, öffnete er die Augen. "Du, Mama!" sagte er leise und sah sie starr an. "Dolf — mein geliebtes Kind," schluchzte Frau Helene erschüttert und im echten Her­ zenston mütterlicher Liebe. Es war das erstemal, daß Gerd von dieser Frau einen so wahren, tiefen Herzeuston ver­ nahm und er verzieh ihr viel in dieser Stunde. Auch, Bernhard Falkners Herz krampste sich unter diesem Schmerzenslaut zusammen. Nun hob Dols seinen Blick zu Vater und Bruder empor, und als er in ihre blassen ernsten Gesichter sah, machte er eine Bewewegung, als schiebe er etwas Quälendes fort und dann sagte er in einem unbeschreiblichen Ton: "Nun werdet ihr ihn mit einem Male los, den ungeratenen Söhn und Bruder." Bernhard Falkner hatte in dieser Stunde alles vergessen, was ihm Dols je angetan hatte. Vor ihm lag nur sein todwundes, un­ glückliches Kind, das seinem Herzen teuer war, trotz allem. ' , lZvrtsttzmrg folgt.) n , J einer kurzen Unterredung mit dem Arzt wußte 5 Gerd, was geschehen war. Zwischen dem Rechts- ] anwalt Dr. Halm jmb Dolf hatte ein Duell I stattgefunden. Dols hatte «inen 'Schuß in die Lunge erhalten, und das Schlimmste war zu befürchten. Warum das Duell stattgefunden hatte, wußte der Arzt nicht genau anzugeben, aber er deutete diskret an, daß wahrscheinlich Dolfs Beziehungen zu Frau Tr. Halm die Ver­ anlassung ergeben hatten, denn diese sei plötz­ lich abgereist. Gerd fragte nun erschüttert, ob keine Hoff­ nung mehr sei, das Leben des Bruders zu er­ halten. Er hat aber um volle Offenheit ge­ beten, und da erklärte ihm der Arzt, daß Dolf nach, menschlichem ^Ermessen nur noch! wenige Stunden zu leben haben würde. Noch ganz gelahmt von dieser Eröffnung trat Gerd wenige Minuten später seinem Va­ ter und seiner Stiefmutter entgegen, die im Wagen herbeigeeilt waren. Bernhard Falkner vernahm pleich, aber gefaßt die schlimme Kunde, während seine Gat­ tin einer Ohnmacht nahe war. Von ihrem Gatten t unb Gerd gestützt, wankte sie in das Schlafzimmer ihres Sohnes. Dolf lag leichenblaß zmd mit geschlossenen Augen auf dem Bett. Eine Krankenpflegerin "Sie müssen schnell mit mir komimien, Herr Gerd, und dann — ja — dann müssen Sie wohl schnell an die alte Herrschaft telephouieren. Ich, wollte es schon von zu Hause aus tun — aber unsereins findet doch- bei so was nicht die rechten Worte. Erschrecken Sie man nicht zu sehr, Herr Gerd — es ist etwas sehr Schlimmes geschehen mit Herrn Dolf. Sie haben ihn eben nach Hause gebracht und er sieht aus wie ein Toter. Und verwundet ist er auch,. Der Arzt ist noch bei ihm und der hat mir gesagt, ich- soll schnell seine An­ gehörigen herbeirufen. Was geschehen ist, weiß ich, selber nicht, aber es ist alles so grauslich. Und da bin ich, nun gleich schnell zu Ihnen gerannt, Herr Gerd." Dieser war sehr erschrocken, aber er faßte sich, schnell. "Ich, werde sofort kommen, Tina lauf du schnell wieder nach Hause, im Falle du ge­ braucht wirst. Ich folge dir auf dem Fuße, wenn ich meinen Vater benachrichtigt habe." Tina eilte wieder davon. Gerd rief sei­ nen Vater an, und teilte ihm schonend mit, wgs Tina ihm berichtet Hatte. Natürlich er­ warte sein Vater, daß er sofort hinauskommen und seine Frau mitbringen würde. Nun eilte !Gerd in die Wohnung seines Bruders. Nach</p>
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