Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1915-11-12. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 68. Jahrgang Nr. 308, 1915-11-12. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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Eine andere Meldung besagt allerdings, daß die Kammer ausgelöst und die Neuwah­ len auf den 19- Dezember festgesetzt werden sollen. 1 ; ’ ! Im Mittelmeere wurde von einem deut­ schen Unterseeboot der französische Postdamp­ fer "France" torpediert und versemkt. Die Be­ satzung wurde gerettet. Die Herrschaft der Entente im Wittelmeer ist in der letzten Zeit von unsren U-Booten in der wirksamsten Form ob absordum geführt *|pben. : Bis vor nicht langer Zeit erhoben die Engländer stets ein großes Klage-- und Rache­ geschrei, wenn einer ihrer Dampfer von deut­ schen Unterseebooten ohne votheriige Warnung torpediert und versenkt worden wmr. Diese Handlungsweise unserer Unterseeboote, die, wie bekannt, nur selten angewandt wurde, war aber an sich! gerechtfertigt, da unter an­ derem von der englischen Regierung eine Prä­ mie für gerammte Unterseeboote ausgesetzt war. Unsere Unterseeboote handelten also nur gegen die zumeist bewaffneten Handelsschiffe in einer Art Selbstverteidigung und Selbsterhaltung, wenn sie hier und da einen Dampfer ohne vor­ herige Warnung torpedierten. Es lagen eben für unsere Unterseeboote andere Verhältnisse vor, als für die der Engländer. Von deutscher Seite ist jedenfalls keine Aufforderung zum heimtückisch,en Ueberfall auf feindliche Unter­ seeboote ergangen. Trotzdem greifen dieselben Engländer, die sich! Horcher nicht genug über derartige Zwischenfälle entrüsten konnten, un­ sere Handelsschiffe ohne vorherige Warnung durch Unterseeboote an. So wurde, wie gestern gemeldet, der deutsche Kohlendampser "John Saub", der sich! aus der Fahrt nach Libau befand, von einem feindlichen Unterseeboot ohne vorherige Warnung mit zwei Torpedos beschossen. Ein Torpedo traf das Schiff, ex­ plodierte jedoch nicht, wähnend das andere vorbei ging. Das Schiff ist, nebenbei bemerkt, an seinem Bestimmungsort eingetroffen. Hier liegt wieder einmal ein krasser Fall als Be­ weis dafür vor, welchen unterschiedlichen Maß­ stab die Engländer an ihre eigenen mtb an fremde Taten legen. Mißglückte russische Angriffe vor Riga. — Erfolgreicher österreichisch-ungarischer Vorstoß in Wolhynien. — Gute Fortschritte in Serbien, neuerdings 4000 Serben gefmgeu. — Reiche Beute der Bulgaren. — Eine italienische Expedition nach Albanien. — Ein fran­ zösischer Poftdampfer im Mittelmeer versenkt. — Unsere Unterseeboote an der Arbeit. — Auflösung der griechischen Kammer? — Kitchener geht nach Indien. Vom Westen wurden amcfji gestern nur Artillerie-, Minen- und Handgranatenkämpfe gemeldet. Bei Bapaume wurde ein englisches Flugzeug zur Landung gezwungen und die Insassen gefangen. Im Osten dauern die planlosen Vorstöße der Russen an. Bei Kemmern und Bersemünde wurden Weber russische Angriffe abgewiesen, obwohl bei ersterem Orte sogar russische Schiffe helfend eingriffen. Das Waldgelände« bei Schlock, das durch den Regen der letzten Zeit in einen Sumpf verwandelt ist, wurde von den Unsern ohne Belästigung vom Gegner ge­ räumt. In Wolhynien unternahmen österreichischungarische Kräfte, von deutscher Artillerie un­ terstützt, einen erfolgreichen Angriff, der zur Wegnahme des Ortes Kosziuchawola führte. 207 Russen und 8 Maschinengewehre Waren die Beute des Tages. An der italienischen Grenze erneuerten die Italiener ihre Versuche zur Gewinnung von Görz. Sie stürmten nach, mehrstündiger Artillerievorbereitung auf der ganzen Front I von Plava bis zum Monte bei Sei Busi an, wurden aber überall zurückgeschlagen. Die Italiener erlitten wieder sehr schwere Ver­ luste. Ter Ring um die Serben schließt stch> immer enger. Die Verfolgung durch, die Un­ sern südlich! der Morava macht gute Fort­ schritte und erbrachte neuerdings 4000 ge­ fangene Serben, während die Bulgaren öst­ lich davon über die Morava vorgingen. An der montenegrinischen Grenze schlu­ gen österr.-ungar. Truppen einen starken mon­ tenegrinischen Angriff ab. Nun soll sich! auch Italien entschlossen haben, am Balkankampfe teilzunehmen. Ita­ lienische Truppen sollen durch Albanien nach Serbien marschieren. Ob Griechenland dabei ruhig zuseihen wird, ist allerdings eine Frage, umsomehr, als gleichzeitig gemeldet wird, daß die Ententetruppen in Santi Quaranta lan­ den und nach! Serbien ziehen wollen, somit das ganze von den Griechen beanspruchte und größtenteils auch! besetzte Gebiet durchqueren müßten. In Griechenland ist nach Athener Mel­ dungen ein Umschwung eingetreten. 27 Abge­ ordnete sind gus her Venizelospartei aus-" Neue italienische Angriffe blutig abgeschlagen ────────── Bericht des deutschen Hauptquartiers. WTB. Berlin, 11. November. Mittags. (Großes Hauptquartier). ────────── Westlicher Kriegsschauplatz. An verschiedenen Stellen der Front Ar­ tilleriekämpfe, sowie lebhafte Wnen- und Handgranatentätigkeit. ' Ein englisches Flugzeug mußte nordwest­ lich von Bapaume landen. Die Insassen sind gefangen genommen. ────────── Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Hindeuburg. Bei Kemmern, westlich! von Riga, wurden gestern drei Angriffe, die durch Feuer russi­ scher Schiffe unterstützt wurden, abgeschlagen. In der Nacht sind unsere Truppen planmäßig und ungestört vom Feinde aus dem Waldgelän­ de westlich! und südwestlich von Schlock zurück­ gezogen worden, da es durch! hen Regen der. letzten Tage in Sumpf verwandelt ist. Bei Bersemünde, südöstlich! von Riga, kam ein feindlicher Angriff in unserm Feuer nicht zur Durchführung. Bei einem kurzen Gegen­ stoß nahmen wir über 100 Russen gefangen. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Payer». Die Lage ist unverändert. Heeresgruppe dtz» Generals von Linsiugen. Unterstützt von der deutschen Artillerie warfen österreichisch-ungarische Truppen die Russen aus Kosciuchnowka, nördlich der Eisen­ bahn Kowel—Sarnh und ihren südlich! an­ schließenden Stellungen. 7 Offiziere, 200 Mann und 8 Maschinengewehre wurden eingebracht. Südlich, der Bahn scheiterten russische An­ griffe. Balkankriegsschauplatz. Die Verfolgung der Serben im Gebirge südlich, der westlichen Morava |at gute Fort­ schritte gemacht.' ' : i j - '.E nanMHer «MH&fte» wurden gefangen genommen. , j : . | j ────────── Neuer deutscher Marine-Attachee in Konstan­ tinopel. Berlin, 11. November. Zum Marineattachee an der deutschen Botschaft in Konstanttnopel ist Korvettenkapitän Hutnann, bis­ her Kommandant des Stationsschliffes "Lore­ ley", ernannt worden. (Z.) Tic österreichische Kriegsanleihe. Die nordd Allg. Ztg." schreibt: zur österreichisch-ungarischen Kreigsanleihr: Wie die Nachrichten aus Oesterreich-Ungarn zeigen, nimmt die Zeichnung auf die neue Anleihe einen sehr günstigen Verlaus, so daß. ein glänzendes Ergebnis heute schon feststeht, Die vorteilhaften Bedingungen der Anleihe, ver­ bunden mit der zuversichtlichen Beurteilung des Wirtschaftslebens beider Länder, bewirk­ ten überall eine wesentliche Steigerung der Zeichnungsbeträge gegenüber der vorigen An­ leihe. — Erfreulicherweise zeigte sich für die österreichisch-ungarische Kriegsanleihe auch! im deutschen Reiche reges Interesse. Oesterreich­ ungarische Blätter sind in der Lage, umfang­ reiche reichsdeuffche Zeichnungen mitzuteilen, die erkennen lassen, daß das deutsche Kapital auch, nach der gewaltigen Leistung der dritten deutschen Kriegsanleihe bereitwillig sich an der neuen finanziellen Aktion unseres österreichp ungarischen Bundesgenossen beteiligt hat. Portugal und per Weltkrieg. Die ,,'Tägl. Rundschau" meldet aus'Genf: Der Lissaboner Berichterstatter des "Temps" meldet: Die Beteiligung Portugals am Krieg bildet nur noch, den Gegenstand rein platoni­ scher Erörterungen. Tie gegenwärttge Rolle des Landes ist im Einverständnis mit England auf eine äußerst wohlwollende Neuttalität ge­ genüber den Verbündeten beschränkt. Ter englischj-povtugiesische Bertcag gelangt in der Weise zur Ausführung, daß Portugal alle Dienste, utn die es von England angegangen wirh, ausführt Die fitmmiufr'i» h P a cwhU 6 ist sehr prekär unfolkge des großen Fehlbetrages, den die Kreigsausgaben für die Kolonien verursacht habe, sowie der Verringerung der wirtschaftlichen Tätigkeit und des ungünstigen Wechselkurses. Der Finanzminister unterhan­ delt gegenwärtig mit der Bank von Portugal wegen einer Anleihe. (Z.) Die Rote an England. Newhork, 10. Nov. (Durch, Funkspruch des Vertreters des WTB.) Bei Besprechung der Note an England betonen die Blätter vielfach,, die Note hätte viel ftüher abge­ schickt weirden müfjjgn. Die Sprache der Note beweise, daß die Regierung unparteiisch sei. I "World" erklärt, angesichts der dargelegten Uebergriffe müsse die Note als äußerst milde gelten. England töte nicht die Amerikaner, es töte die amerikanischen Rechte. Dos sei mehr als amerikanisches Eigentum zu konfis­ zieren. ^ Es nahm die arglistig gewonnene Ge­ legenheit wahr, seinen Handel auszudehnen. Die Zeitung "Republican Herold" führt aus, es sei Zeit, Englands Seeräuberwesen zu be­ endigen. Falls der Präsident dies nicht tue, so möge der Kongreß es tun. — Die deuffchjamerikanische Presse kritisiert die Rote als zu milde und befürchtet, die Note werde igno­ riert werden. Tie "Newhorker Staatszeitg." bemerkt, die Note sei ein sehr klares und vortreffliches Argument, frei von Sentimen­ talität und geschäftsmäßig überzeugend. Sie enthalte aber nicht die geringste Andeutung, was die Regierung zu tun gedenke, wenn England einfach antworte: " Wir sind anderer Meinung" und die als gesetzlos bezeichneten Praktiken weiter ausübt. Vielleicht können wir nach Beendigung des Krieges eine Schadenersatzrochuung aufstellen. Das scheint der ganze Zweck dieser diplomatischen Schreibübung zu sein. — "Evening Post" meldet aus Wa­ shington: Die hier weilenden Kongreßmitglie­ der fragen, was die Regierung tue, falls Eng­ land den Forderungen nicht nachkomme und wann die englische Beantwortung der Note erwartet werde. Es herrsche anscheinend das Gefühl vor, daß sich, die Verhandlungen hin­ schleppen würden. Tie Sache werde schließlicheinem Schiedsgericht unterbreitet werden. Am Wiche« KriegrWnM. Tie Russen in Beßarabien. Rnch M«dnn.-n """ B cear"Mi<8=n »ch.. j ÄSTta#* W™ ungen, wiesen die Russen sämtliche männlichen Bewohner Beßarabiens, deutscher und rumänischer Nationalität aus. Nur die russischen Männer werden dort gelassen. Die anderen werden in Waffen gesteckt oder so Schanz- arbeiten verwendet. Die Verfolgungen von ffrauen und Kinder wachsen an. Ein Teil des Vermögens der deutschen Kolonisten wurden konfisziert. Die Russen ziehen, wie aus Bukarest ge­ meldet wird in Beßarabien große Truppen­ massen zusammen. Bisher sind etwa 200 000 Mann mit schwerer japanischer Artillerie an­ gekommen. (Z.) Wie "deuffche Greueltaten" i« Rußland i« Szene gesetzt werde». Uns wird geschrieben: , : . Grigori oder so ähnlich, — bei der Häu­ figkeit solcher Fälle pnd dem strengsten, bis zur peinlichsten Körperuntersuchung durchge­ führten Verbot, aus dem Zarenreiche etwas Schriftliches mitzunehmen, ficht der Name nicht einwandsfrei fest — War es ja Wohl, der bald Ngch! Kriegsausbruch den Reigen der Männer mit der abgeschnittenen Zunge eröffnete. Er erzählte, er wäre ,in deutsche Gefangenschaft geraten, da die Treue gegen das angestammte Herrscherhaus ihm den ,Mund verschloß, hätte er keinerlei Auskunft gegeben. Hierauf hät­ ten Schläge ihn gefügig machen sollen, dann wäre die Verabreichung eines ttockenen mit Salz etngeriebenen Brotes, das der Hunger zu verschlingen gezwungen, -erfolgt. Wasser wäre ttotz flehentlichster Bitte nicht verab­ folgt worden, der Durst hätte wie das höl, K •' l Aurst hatte wie das höl Feuer ttt den Etngewerden getobt. Trotzdem blieb der Mund des Märthyrers geschlossen. Endlich sei die Geduld der Deutschen erschöpft gwesen, ste fätten jetzt durch Zungenabschneiden das Geständnis erpressen wollen, aber auch, damit nichts erzielt. Schließlich, habe die heilige Mutter Gottes von Kasan, an die er, (Grigori) sich in seiner furchtbaren, die Kräfte eines Menschen übersteigenden Not ge­ wandt, ein Einsehen gehabt, und ihn aus den Händen seiner Peiniger entfliehen lassend Hier stehe er nun tfrtb erhebe Anklage gegen die verruchten Feinde des Zaren. Grigori er­ hielt das Kreuz des Heiligen Georg — die­ ser Orden entspricht ungefähr urtfrem Eisernen — wurde mit Geld reichlich beschentt, durch ganz Rußland geführt und in allen Städten und Dörfern zur Schau gestellt. Die Zeitun­ gen brachten ausführliche Berichte seiner Lei­ densgeschichte und das Bild' des Helden, Mär­ tyrers für die russische Sache. Als solcher wurde Grigori allgemein geehrt. Doch, schließ­ lich,, wie das nun schon mal sä der Lauf der Welt ist, der Mann mit bet abgeschnittenen I Junge hatte wohl genug erworben, war ab* getan, zog sich deshalb ins Privatleben zurück und fand Nachfolger, Sie wollten genau das Gleiche wie er oder doch wenigstens Ähnliches' erlebt haben. Auch- sie waren in die Ge­ fangenschaft der Deutschen geraten und von diesen erfolglos zur Preisgabe, oie Si­ cherheit des russischen Reiches gefährdender Geheimnisse gezwungen worden sein. Stets fand sich, bei ihnen der Schnitt an der Zunge bor; die Schilderungen 'des ttockenen, mit Salz eingeriebenen Brotes und dadurch, exzeugten Durstes, sowie der Sch,läge und sonstigen Fol­ tern wurden nie vergessen. Die Zeitungen nahmen gleichfalls von den Helden in langen Artikeln Nottz. Geld floß den Märtyrern von alten Seiten zu. Durch, das ganze Reich reisten sie auch, und wurden überall zur Schau gestellt, um die Wut des Volkes gegen uns zu entflammen. Sogar Samimllungen ihrer Bil­ der in Albums, die mit der Auffchrift "Deut­ sche Bestialitäten" versehen waren, legte die Regierung an, ließ diese Erzeugnisse unter das Volk verteilen und an den Ecken- der Sttaßen Abbildungen, mit besonders das Grauen erre­ genden Fällen, ankleben. Ein Kosak mit aus­ geschnittenem Kehlkopf spielt bei dieser bild­ lichen Anklage gegen uns die Hauptrolle. Nun leben aber im Zarenreiche nicht nur die Anhänger der schwarzen Hunderte, son­ dern auch, ganz anders denkende Personen. Und diese Leute nun wagten es, ttotzdem ihnen Sibireine drohe, wenn die Regierung on ihren Forschung auch nur die entfernteste Kewnntnis erhalten hätte, Grigori und ähnlicher Vertretern der Anklage wegen deutsche Bestialitäten näher au den Zahn zu fühöen. Einwandsfrei wurde festgestellt, daß sich sämt- Die Armee des Generals Bojadjeff hat die Morava an mehreren Stellen überschritten. Oberste HeereSlettnng. Bericht unserer Verbündeten. WTB. Wien, 11. November, mittags. Amtlich wird verlautbart: Russischer Kriegsschauplatz. Westlich, von Chartorhsk wiesen wir einen russischen Angriff ab. Westlich, von Rafalowka warfen österr.ungar. Truppen, vom Feuer deutscher Bat­ terien begleitet, den Feind an den Styr zurück, wobei ? Offiziere, 200 Mann und 8 Maschinengewehre in unsrer Hand blieSonst nichts neues. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Italiener nahmen ihre Anstrengun­ gen, Görz zu gewinnen, von neuem auf. In der Pause nach, der dritten Jsonzofchiacht hatten sie Ersatzmannschasten eingereiht und weitere Truppen im Görzischen zusam­ mengezogen. Gestern setzten sie nach mchrstündiger hef­ tiger Artillerievorbereitung an der ganzen Front von Plava bis zum Monte dei Sei Busi mit starken Kräften Zum allgemeinen An­ griff an. Wieder schlugen die tapferen Ver­ teidiger alle Stürme, teils durch, Feuer, teils im Handgemenge unter schwerste« Verlusten des Feindes ab, dessen Angriffslust in einem abendlichen Unwetter für diesen Tag vollends erlahmte. Südöstlicher Kriegsschauplatz: Oestlich, von Trebinje schlugen wir einen starken montenegrinischen Angriff ab. Der Feind erlitt große Verluste. Die von Uzize südwärts vordringenden österr.-ungar. Truppen hatten gestern den hal­ ben Weg nach, Nbva Varos Zurückgelegt. Nordöstlich, von Jvanjica warfen wir den Feind aus mehreren Stellungen auf dem Cemerno-Rücken. Die deutschen Divisionen des Generals v. Koeveß drängen die Serben im Gebiet der Stvlovi-Planina zurück. Oestlich! davon erkämpften sich k. und k. Streitkräste den Aufstieg auf die KrnjaJela und den Poglod. In Trstenik fielen 1000 Serben in unsre Hand. In Vrnjacka Vanja, südwestlich. Erstenik haben die Serben ein Feldspital mit 1000 verwundete» Soldaten und Offizieren und einem Arzt zurückgelassen. Die Armee des Generals von Gallwitz kämpft nordöstlich von Brus und an denRordftißen des Jastrebac-Gebirges. Bulgarische Stteitkräfte überschreiten bei Aleksinac die Morawa. Der stellverttetende Chef des Generalstabes: v. H o e f e r, Feldmarfchalleutnant. ────────── liche Märtyrer eines sehr schlechten Rufes erfreuten, und daß solche Schnitte an der Zunge, wie sie alle auszuweisen hatten, gar nicht von Laienhand verübt sein können. Das Sprechwerkzeug verschwindet nämlich bei der Berührung mit dem Messer regelmäßig in der Kehle, Schnitte, wie sie hier gemacht, die alle bezeichnender Weise nur eine vorübergehende Störung zur Folge hatten, konnten also gar nicht bhne narkotische Mittel und reiche Kennt­ nis auf dem ärztlichen Gebiet beigebracht sein. Stark erinnerten übrigens die Eingriffe an die Maßnahmen, die in Rußland v-on Winkelheilkundigen häufig für billiges Geld ange­ wandt werden, um militärfrei zu machen. Was nun wieder solche den Tod herbeiführende gälte, wie den des Kosaken mit dem ausge­ schnittenen Kehlkopf anbelangt, so lag, auch das wurde durch die Untersuchung höchst wahrfcheinlich gemacht, ein in Rußland häufiger, öfters solche Formen annehmender Ausbruch der Volkswut gegen Uebeltäter vor. Wie gering aber die Regierung selber die Zeugen deutscher Verbrechen einschätzte, geht wohl ant besten daraus hervor, daß sie die Märtyrer zwar, weil ihr das bequem war, den Unfug treiben ließ, sie sogar unterstützte, aber mit einem Orden nur Grigori, an den sie wohl selber geglaubt hat, auszeichnete. G. v. L. (kz.) ────────── 7 Zip Kämpfe in de» Dolomiten. Aus dem Kriegspressequartier wird dent "Berl. Tagebl." geschrieben: In Buchenstein in den Dolomiten suchten sich die Italiener abermals in nächtlichen Ueberfällen des Col di Lana zu bemächtigen. Ihre Versuche schei­ terten. Auf den Waldhängen von Plava und unterhalb davon wurden feindliche Sturmkolonnen geworfen. Gegen den Görzer Brüc­ kenkopf sind neue Angriffe im Gange, die bis­ her durch! Schnellfeuer abgeschlagen -werden konnten. Tic 58erlüfte der Italiener. Wie jetzt festgestellt ist, haben die Italie­ ner in de »»letzten Jsonzoschlacht gegen 6000 Gefangene und 106 Offiziere verloren. (Z.) Tip italienische Expedition nach Albanien. Lugano, 11. November. Der gestrige Ministerrat, welcher in fast fünfstündiger Sit­ zung oie Fülle der Vorlagen nicht erledigen konnte, sodatz er heute wieder tagt, behandelte vorzüglich! das Balkanproblem. Aus den Pres­ seandeutungen ist herauszulesen, daß der Zug nach, dem Innern Albaniens nunmehr unmit­ telbar bevorstehe. Neben Sonnino führten der Kriegsminister und der Marineminister die De­ batte. Die Nachrichten vom Vorrücken der Bulgaren bis Tetowo nahe der albanischen | Grenze, von der serbischen Bewegung in Al­ banien und die Gerüchte von einem griechischbulgarischen Abkommen zur Teilung von Al­ banien dienen zur Begründung des AlbanienZuges. — "Carriere dekla Sera" spricht schon von einer Besetzung des Hinterlandes von Valona als einer vollzogenen Tatsache. Das Un­ ternehmen, welches schmiere Rückwirkung auf Griechenland hervorrufen kann, wird auch von Serbien mißtrauisch angesehen. (Z.) Schlimme Lage der Italiener in Afrika. Die Konstantinopeler Blätter erfahren aus sicherer Quelle: Die arabischen Stämme in Libyen haben Fezzan sowie die Ortschaften Dschefra, Hon und Waddan, sowie im Gebiet der Syrthe die Ortschaften Zaletein, Urfele, Misrata, Turgha und Tarhuna zurückerobert Die Italiener erlitten große Verluste an Leuten und Material und ließen eine Anzahl Gefangene sowie Geschütze und Munition in den Händen der muselmanischen Krieger. Diese nahmen dem Feinde in Fezzan 5 Kanonen uüd Maschinengewehre, im Gebiet der Syrthe 12 Kanonen und 3 Maschinengewehre unt> in Mis­ rata 3 Kanonen ab. Die von Tripolis nach Tarhuna entsandten italienischen Verstärkun­ gen erlitten eine große Niederlage und muß­ ten unter Zurücklassung einer Anzahl vvü loten und gefangenen Offizieren und Soldaten nach Tripolis zurückgehen. Der Krieg mit Italien. ────────── General Sarail empfiehlt den Serben , den Rückzug an. General Sarail hat ,toie der Vertreter der Voss. Ztg. erfährt, den serbischen Konsul in Saloniki beauftragt, dem serbischen Haupt­ quartier anheim zu stellen, den allgemeinen Rückzug nach Montenegro anzutreten, da er offenbar selbst keine Hoffnung mehr hegt, den Serben zu Hilfe kommen zu können. Die englischen und ftanzösischen Truppen selbst würden den griechischen Boden nicht verlassen — das heißt nicht wieder eingeschifft — so lange noch eine Hoffnung besteht, die Ope­ rationen der Serben wenn auch nur mittel­ bar zu beeinflussen. (Z.) Ter Rückzug der serbischen Armee. Ter Rückzug der serbischen Armee erfolgt panikartig. Die schwierigen Saumpfade, die über Flüsse und Gebirge führen sind vom Train und der serbischen Zivilbevölkerung be­ setzt, die mit ihrem Hausrat sich auf panik­ artiger Flucht befindet. Hiesige militärische Fachkreise glauben nicht, da ßdie in Poller Auf­ lösung befindliche serbische Armee sich auf dem Amselfelde nochmals zur letzten Schlacht stel­ len wird. (Z.) Tie Lage von Monastir. >Magrini meldet dem Secolo aus Mo­ nastir: Tie Lage der Stadt ist ernst. Eine bul­ garische Armee von unbekannter Stärke fei von Uesküb her auf dem Vormarsch' nach Mo­ nastir und stelle eine schwere Gefahr für die Stadt dar. (Z.) Tas Elend in Serbien. "Daily Mail" veröffentlicht einen Bericht eines Engländers über das Elend in Serbien. Darin heißt es: Als die Bevölkerung aus Belgrad bei Regen und nassem Schnee nach Süden zog, mußten die Männer und Frauen knietief durch, Moräste waten. Viele Frauen hatten Säuglinge auf den Armen und Kinder in der Hand. Inmitten von Kuhherden, Scha­ fen und Schweinen sah' man Greise und Kin­ der. Manchmal geriet der Zug hilflos in Unordnung. Nichts verriet eine Panik. Man konnte nur dumpfe Resignation wahrnahmen. So schleppten sie sich fort, meist ohne zu wissen, wohin. Wovon sich die Menschen­ menge nährte, wußte niemand; denn die weni­ gen Herbergen längs des Weges sind leer. — So erreichte der'"Verfasser dieses Berichtes Nisch. Dort war jeder Zollbreit Boden von übermüdeten und durchnäßten Menschen ein­ genommen. Die allgemeine Klage war, daß die Alliierten noch, immer nicht zuhilfe kamen. Tie Wiedereröffnung der Drientbahn. Zur Wiederherstellung der Bahn BelgradSofia heißt es in einer Wiener Meldung des Berl. Tgbl.: Die große Brücke zwischen Pirot und Nisch ist bereits wiederhergestellt. In längstens 10 Tagen wird man wieder von Wien oder Budapest über Belgrad und Sofia nach s Konstantinopel fahren können. ; Radoslawoiws Zuversicht. j Berlin, 11. Nov. Tie "Tägl. Rund­ schau" meldet aus Budapest: Radoslawow er- klärte, wie aus Sofia berichtet wird, den Par- f teiführern, daß das Zusammenwirken mit den j Verbündeten vorzüglich sei. Rumänien werde seinen Standpunkt ändern und ebenfalls ein­ greifen müssen. Bulgarien erwarte den rumä­ nischen Entschluß mit größtem Vertrauen. Auch, nach Griechenland blicke man mit größter Ruhe, da von dieser Seite keine Gefahr kom­ me. (Z.) Griechenland und Bulgarien. D«ie "Franks. Ztg." meldet aus Sofia: Der griechische Ministerpräsident erklärte dem bulgarischen Gesandten in Athen, er wünsche fteundschastliche Beziehungen zwischen den bei- ] den Staaten. Von einer Aktion Griechenlands gegen Bulgarien könne keine Rede sein. (Z.) Abflauen der Kriegshetze in Rumänien. Die andauernden Erfolge der Zentralmächte auf allen Kriegsschauplätzen sind nicht ohne Einfluß auf die Kriegshetzer in Bukarest ge­ blieben. Die Agitation der Interventionisten hat erheblich, nachgelassen. Für die Beurtei­ lung der Gesamtlage in den Kreisen der Vier­ verbandsfreunde ist ein Leitartikel des "Adeverul" bezeichnend, der mit folgenden Klage­ worten schließt: Durch seine verkehrte Außen­ politik hat es Rumänien erreicht, daß wir überhaupt keine Freunde in Europa mehr haben. Alle Parteien hassen uns gleichmäßig. Keine schenkt uns mehr Vertrauen. Der Vier­ verband hat die Hoffnung auf uns längst auf­ gegeben. Nicht einmal bei den Friedensver­ handlungen wird Rumänien mehr eine Rolle 1 spielen. Welche Gruppe auch immer siegt, Ru­ mänien wird nicht beachtet werden. Unser Land wird zum einfachen Korridor vom We­ sten nach, Osten herabgedrückt werden. Wir haben nicht den Mut, irgend etwas aufs Spiel zu setzen, und hoffen doch, immer, etwas zu gewinnen. s , , Tie Stellung der Partei Bcnizelos. Die Athener Korrespodenz des Secolo ber'chtct: Eine politische Persönlichkeit habe dem Berichterstatter von der bedrängten Lage der Partei Venizelos verschiedene Mitteilungen ge­ macht. Eine erhebliche Anzahl von Anhängern Venizelos wolle vollständig der Regierungs­ politik zustimmen. Corriere della Sera mel­ det aus Athen: Nea Jmera und Neon Asti spre­ chen von schwieriger Lage, sogar unmöglichen Zusammenarbeitens der Regierung mit der Kammer und sehen die baldige und notwendige Auflösung der Kammer voraus .(Z.) ────────── Er hatte gelegentlich von der faszinie­ renden Schönheit der Amerikanerinnen gehört und gelesen. Nun saß er zum erstenmale einer lebenden Vertreterin des amerikanischen Mädchenthpus gegenüber. Ein eigentümlicher, be­ zaubernder Reiz war über die ganze Erschei­ nung gegossen. Diskret, mit stillem Interesse, betrachtete er die seingliedrige Gestalt, dtze doch so unerschrocken und kraftvoll mit dem Attentäter gerungen. 1 "Sie haben sich selber so tapfer vertei­ digt. Ich! mache Ihnen mein aufrichtiges Kom­ pliment." Er verneigte sich leicht. Sie dankte mit einem grazösen Neigen ihres Hauptes und lächelte. ,O>, ich bin nicht so schwach,, als ich viel­ leicht aussehe. Ich bin eine gute Turnerin und habe geübt meine Muskeln." Sie streckte ihren rechten Arm aus und hob den Unterarm kraftvoll gegen den Ober­ arm. Durch, den durchsichtigen Stoff ihres leichten Sommerkleides markierte sich reizvoll das Anschwellen der Armmuskel. Während er im stillen ihre Ungeniertheit und Natürlichskeit bewunderte, der der verklärende Charme echt mädchenhafter Anmut einen eigenen Zau­ ber verlieh, öffnete sie ihre Handtasche. Ihre Wangen bedeckten sich! wieder mit flammender Röte und die Erinnerung an den leisten Ueberfall ließ ihre Augen zornig aufblitzen.. "The scoundre! (Ter Schurke!) Wenn ich nur hätte kommen können an meine Tasche." Sie zog einen kleinen Taschenrevjolver hervor und hob ihn drohend. Er sah sie stau­ nend, fast erschrocken an. Sie bemerkte es, und ihre zornige Er­ regung 'legte sich sogleich. Sie lächelte. "O, es ist keine Gefahr. Er ist gesichert." Sie 'legte die Waffe in die Tasche zurück. "Ich, meinte nur —", fiel er rasch ein, indem er bei dem Gedanken, sie könne ihn für furch,ffam gehalten haben, errötete: "Füh­ ren die Damen in Amerika alle ReholVer bei sich!?" , 1 , j i | "Nicht in Amerika. Aber wenn wir gehen auf Reisen nach Europa, halten wir es für gut, haben für alle Fälle eine Waffe." "Das gnädige Fräulein haben die große Reise über das Meer ganz allein gemacht?" Sein Erstaunen wuchs bei jeder ihrer ,Mit­ teilungen. Sie konnte doch kaum älter als 20 Jahre sein. "O, wir Amerikanerinnen sind selbständig und fürchten uns vor nichts. Ich war ein hal­ bes Jahr bei meiner Schwester, jwelche ist ver­ heiratet mit einem Englifhman nahe bei Lon­ don. Und dann habe , sch gelebt ein halbes Jahr in Berlin und am Rhein. Und nun gehe ich! zurück in meine Heimat." | | ; 1 Ein fteudiges Rot schoß in seine Wangen. "Das gnädige Fräulein fahren vermutlich auch mit dem Dampfer "Aurelia"?" Sie nickte, dann sah sie interessiert zu ihm hinüber. "Auch? Heißt das, daß Sie auch fahren nach, Amerika mit demselben Stealwjer?" "Aller — allerdings!" "Oh!" Sie nahm ihn jetzt zum erstenmale genauer in Augenschein. Eine gewisse Be­ friedigung und ein steigendes Interesse ver­ riet sichi in ihrem lebhaften Mienensptel. "Ich bin sehr erfreut, zu haben meinen Retterauch! als Reisegefährten während der Fahrt über den Ozean." Die Glut peinlichster Bestürzung verbrei­ tete sich' mit einemmale über sein ganzes Gesicht. Die erste unwillkürliche Freude, die er bei dem Gedanken empfunden hatte, die in­ teressante Bekanntschaft, zu der ihm ein gün­ stiger Zufall verholfen, aus dem Schiff fort­ setzen zu können,: verwandelte sich! jäh' in ein lähmendes Unbehagen. Hatte er sich! nicht fest vorgenommen, ein sparsames, bescheidenes Leben zu führen und die Reife nach! Amerika im Zwischendeck zurückzulegen? "Sie haben vermutlich' auch schon einen Platz belegt?" fragte sie. ■ ; . r ! . Li (Fortsetzung folgt.) L l'J ────────── Die Türkei im Kriege. Der türkische Bericht. Konstantinopel, 10. November. Das Hauptquartier teilt mit: An der Dardanellenftont nichts von Bedeutung, abgesehen von allgemeinem Feuergesestb Unsre Artillerie zwang drei Truppentransportschiffe, die sich bei Kemikli-Liman befanden, sich, zu entfernen. Bei Sedd il Bahr zerstörten wir feindliche Bombenwerfer. Auf dem linken Flügel brachten wir eine Mine zur Explosion, die einen feind­ lichen Annäherungsgraben zerstörte. Sonst nichts Neues. ────────── Der Krieg zur See. Unsere Unterseeboote im Mittelmeer. Die "Franks. Ztg." meldet aus Lugano: Die Taten der deutschen und österreichisch­ ungarischen Unterseeboote im Mittelmeer, die in fünf Tagen fünf Schiffe der Entente vernich­ teten, rufen lebhafte Unruhe in Italien her­ vor. Tie italienische Flotte spürt scharf nach den Störenftieden. (Z.) Ter U-Bootskrieg. Kopenhagen, 11. November. Nach,Pa­ riser Meldungen sind außer der "Ancona" in den letzten zwei Tagen vier große Dampfer von österr.-ungar. U-Booten im Mittelmeer versenkt worden. ■ ────────── Der Krieg mit England. Lord Terbhs Kunststück. Amsterdam, 11. Nov. Aus Kreisen, die mit Lord Derbys Werbefeldzug vertraut sind, wird versichert, daß das System in Kür­ ze mit vollem Mißerfolg enden werde. Eine neue Arbeiterbewegung in England. Bei der Abstimmung der Gewerkschäften der Färber und Bleicher in Lancashire über die Frage des Ausstandes stimmten 16 000 für den Ausstand, 100 dagegen; 3000 enthiel­ ten sich der Abstimmung. ' ────────── Aus Südafrika. "Daily Telegraph" meldet aus Kapstadt: "Laut Berichten wird Hertzog am 19. November bei Zusammentritt des Parlaments ein Mißtrauens'oofum beantragen. ────────── Teutscher Reichstag. Auf der Tagesord­ nung der nächsten Plenarsitzung des Reichs­ tages, am Dienstag, den 30. November, nach­ mittags 2 Uhr, stehen: "Erste Beratung der Bemerkungen des Rechnungshofes für Reichs­ haushaltrechnung für 1911", sowie "Tritte Be­ ratung des pon den Abgeordneten Schiffer (Magdeburg) und Genossen eingebrachten Ent­ wurfs eines Gesetzes betreffend Abänderung des Gesetzes über den Belagerungszustand vom 4. Juni 1851 auf Grund der in der zweiten Beratung unverändert angenommenen Vor­ lage". Nach! der Plenarsitzung konstituiert sich die Kommission, welcher die Beratung aller das Wohnungswesen betreffenden Anträge und Petitionen überwiesen worden ist. Tie Bud­ getkommission tritt erst am Mittwoch den 1. Dezember, vormittags, zusammen. Eine fünfprozentige Kriegsanleihe ft» Frankreich!. Französische Senatoren erklärten, Finanzminister Ribot erwarte nur einen Er­ folg von einer fünfprozentigen Kriegsanleihe. Schiwindellieferanten. Vor dem Pariser Kriegsgerichte ist die französische Gesellschaft "Morue francaise" wegen Betrügereien bei Heereslieferungen angeklagt. Die Gesellschaft war verpflichtet, fünf Millionen Kg. Stockfisch zu liefern und schädigte dabei die Heeresver­ waltung um 130 000 Fr. In die Taschen von Zwei Verwaltungsräten flössen 264 000 Fr. Tages-Uebersicht. ────────── ser gewesen wäre, eine neutrale Stelle, etwa das Statistische Landesamt mit der Leitung der Lebensmittelversorgung zu vertrauen. Mit Rücksicht aus die Einschränkung der Fleischnah­ rung wäre eine Erhöhung der Brotration er­ wünscht. Weihnachtsgebäck soll nicht hergestellt werden. Lokale Höchstpreise haben keinen Sinn, die Kommunalverbände sollen für größere Be­ zirke zusammengeschlossen werden. Wenn die Versorgung der Kommunaloerbände mit Kar­ toffeln nicht beschleunigt werde, gefährde sie der Frost. Für die Milch- und Eierversorgung sollen große Versorgungsgebiete geschaffen wer­ den. Ter Ausgabe von Fleischkarten stün­ den große Schwierigkeiten int Wege. Tjie fleisch­ losen Tage sollen allgemein eingeführt, für Fische, Wild und Gemüse sollen Höchstpreise geschaffen werden. Ten Auswüchsen im Han­ del müsse man durch! strenge Konzessionierung entgegenwirken. Ein anderes Mitglied hehandelte die Vieh- und Aleischfrage und bedauerte, die hohe Spannung zwischen Lebend- und Fleischpreis. Tie Regierung müsse aus eine Ermäßigung der Lederpreise und der Seisenpreise hinwirken. , Eine Herabdrückung des Fleischpreises nütze dem Konsumenten nur vor­ übergehend, könnte aber den VieWand schwer schädigen. Bei der Einfuhr von Getreideund Futtermitteln aus Bulgarien und Ru­ mänien müsse die Regierung für einen ent­ sprechenden Anteil Bayerns sorgen. Es sol­ len Sammelstellen von Vieh zur Anmast er­ richtet werden. Auf die Bauern solle man nicht blos mit Zwang einwirken, sondern es auch einmal mit dem Anreiz von PrÄnfien versuchen. Bayerische Nachrichten. Aus dem Bayerischen Landtag. Ein sozialdemokratischer Antrag zugunsten der durch« Fliegerangriffe Geschädigten ist in der Kammer der Zugeordneten eingelaufen. Er lautet: Tie Kammer wolle beschließen: 1. Es sei die Staatsregierung zu ersuchen, den durch Fliegerangriffe in Bayern Geschädigten eine dem erlittenen Schaden entsprechende Unter­ stützung aus Staatsmitteln zu gewähren. 2. Im Wundesrate dahin zu wirken, daß bei Schaf­ fung eines Gesetzes über die Kriegsleistungen uachi Paragraph 35 des Reichsgesetzes auch die durch feindliche Flieger Geschädigten eine dem verursachten Schaden angemessene Unter­ stützung erhalten. Im Finanzausschuß der Abgeordneten be­ zeichnete es ein Regierungsvertreter als unrich'tig, daß die Direktoren und Beamten der Kriegsgetreidegesellschaft wucherische Gehälter beziehen. 'Ein Mitglied glaubte, daß es bes­ ────────── Allerlei. Familiendrama. In Dettelbrück (Luxem­ burg) hat ein Eisenbckhnbeamter Balance aus Schwermut über den Tod seiner Frau seine Töchter und sich selbst durch Reoolverschüsse getötet, seine beiden Knaben durch, Rövolverschüsse schwer verletzt. (Z.) ────────── Dienstnachrichten. Justizverwältung. Vom K. Staatsmini­ sterium der Justiz wurden die früheren Ge­ richtsschreibergehilfen Joseph Weiglein bei dem Amtsgerichte Regen und Lorenz Schätzte bei dem Landgerichte Straubing in etatsmäßiger Eigenschaft wiederangestellt. ────────── eine Kuh, die mit ihrem Kalb von etnemj Treiber durch! die Straße getrieben wurde. Das Kalb wurde hiebei derart verletzt, daß es als­ bald uotgestHjlachtet werden mutzte. ^ —* Groben Unfug verübten heute nachts nach! 1 Uhr ein Militärapotheker und ein Un­ teroffizier in einer hiesigen Wirtschaft und in der Altstadt und Grasgasse. Die Herren führten sich! derart ungebührlich auf, daß die Schutzmannschaft einschreiten und die Militärwach« herbeirufen mußte, welche die beiden Exzedeuteu in militärischen Gewahrsam nahm. Die Anwohner der Straßen gaben ihrem Un­ willen über ein derartiges Benehmen in der gegenwärtigen ernsten Zeit lebhaften und ener­ gischen Ausdruck und äußerten, es wäre bes­ ser, solchen Personen Gelegenheit zu geben, im Felde ihrem "Tatendrang" Lust zu machen, statt ruhige Bürger im Schlafe zu stören. —* Die Erbschaft des in Bayreuth ver­ storbenen Herrn Großkausmanns Schütz kam gestern auch! int Gemeindekollegium zur Spra­ che. Es wurde dort festgestellt, daß den hie­ sigen wohltätigen und gemeinnützigen Ver­ einen Legate im Betrage hon 45 600 Mark zu­ gewandt Morden sind. Soweit die Erbschaft sich, jetzt überblicken läßt, wird außerdem ein Ueberschuß von rund 60000 Mark der Stadt Landshnt für gemeinnützige und wohltätige Zwecke verbleiben. Der Finanzausschnß des Kollegiums gab seiner Anerkennung für die Treue und Anhänglichkeit des Erblassers an seine Vaterstadt durch, ein stilles Memento Ausdruck. Auch, im Plenum wurde wiederholt der Dank des Kollegiums für die Zuwendungen ausgesprochen. Als Vertreter des Kollegiums bei den Erbschaftsverhandlungen wurde auf Wunsch des Herrn Oberbürgermeisters Herb 2. Vorstand Fghrmbacher bestimmt. ■* —* Legale «von 4000 Mark erhielten aus der Schützfchen Erbschaft der Kokalarmenfond und 1000 Mark der Waisenhausfond. Der Magistrat nahm die beiden Legate als Zustif­ tung zu dem Fonds mit Dank an. Ebenso er­ klärte gestern das Gemeindekollegium unter Dank die Annahme der Stiftungen. , , , . " Die Rechnung der K. Realschule für das Jahr 1914 schließt bei 110 950,38 Mk. Einnahmen und 105 965,35 Mk. Ausgaben mit einem Aktivrest von 5685,03 Mk. ab. Der Zuschuß der Stadt betrug 21565,13 Mk.» so­ mit 3500 Mk. mehr als im Vorjahre^ Der­ selbe wird infolge Uebernahme des Ueberschnsses von 5000 >Mk. auf das nächste Etatsjahv 1916 wieder auf 18 000 Mk. herabgemindert werden. Der Mjobiliarw>ert der Schule be­ trägt 126146,39 Mk. —* Zur Gasmessernot trat das Ge­ meindekollegium gestern dem Magistratsbe­ schlusse bei, durch welchen die Direktion des Gaswerks ermächtigt wird, jene .Gasabnehmer welche zwei Gasmesser im Besitze haben, zu er- , suchen, einen derselben dem Gaswerk zu über- i lassen und die angeschlossenen Beleuchftmgs- , stammen nach, den bestehenden Pauschalgebüh- ' ten zu bezahlen. Außerdem stimmte das Kol- 1 legium auch, zu, daß dort, wo Glasleitungen eingerichtet, aber keine Gasmesser vorhanden sind, Gas gegen Pauschale abgegeben werden , kann. I —* Volks Hochschulverein. Am Mon- ! tag, den 15. November abends 8.15 Uhr wird der Volkshochschulverein seinen zweiten Vater- ; ländischen Abend im Saale des Gewerbever­ einshauses veranstalten. Hierbei wird der be- i kannte Schriftsteller über die Balkanländer, j Privatdozent der techn. Hochschule München f Dr. Albr. Wirth, über die Orientfrage, ins- > besondere die erhöhte Bedeutung der Darda­ nellen, das Wort ergreifen. In der Gegen­ wart, in der sich, eine der Hauptentscheidun­ gen des Weltkrieges an den blauen Fluten des Marmararneeres vorbereitet, ist es von be­ sonderem Interesse, die verschiedenen Wege politischer und wirtschaftlicher Art zu ver­ folgen, welche das Osmanenreich und die ganze islamitische Welt zu den Zentralstaaten Eu­ ropas führen und welche diesen wiederum die j Möglichkeit schaffen, ihren zähesten und gesähr- lichsten Gegner da am empfindlichsten zu tref- 5 fen, wo er am leichtesten verwundet werden kann. Auf diese Bahnen will uns auch, der Vortrag Dr. Wirths, eines erfahrenen Ken­ ners des Orients, begleiten. Er will an der Hand von Geschichte und Volkswirtschaft die weitgehende Jnteressengemeftrschaft zwischen j f uns u. den Völkern des Islam, sowie die gewaltigert Entwicklungsmöglichkeiten aus der Be­ rührung und Verbindung Mitteleuropas mit dem Orient beleuchten und dabei hinweisen nicht nur auf die ungeheure Größe der Gej fahr des Riesenkampfes im Osten für unsere £ Gegner, sondern auch, auf den herrlichen Stegespreis, der uns und den mit uns verbun­ denen Staaten, wills Gott, aus der Niedervingmtg unserer Feinde namentlich, Englands entgegenwinkt. Er will schließlich darauf hin­ weisen, daß durch das Bündnis zwischen den Mittelmächten und dem Sultan, der christlichen und muhammedauischeu Welt» eine neue Welt­ epoche emporsteigt und dadurch der Kampf an den Dardanellen, der den Brennpunkt sämt­ licher Kämpfe im Orient bildet, zu einem Jahr­ tausendereignis emporwächst. Möge der das allgemeine Interesse in besonderem Maße fes­ selnde Gegenstand des Vortrages am nächsten Montag recht viele deutsche Männer und Frauen zusammenführen und dadurch! dem Volkshochschulverein ermöglichen einen an­ sehnlichen Betrag Zwecken der Kriegsfürsorge zuzuführen. Hinsichtlich der Eintrittspreise wird aus die Plakate ^verwiesen. ────────── Popenhaus bauen zu wollen, und das tokfrjb ihnen in einem entlegenen Winkel der Stadt auch, gnädigst gestattet. Als es fertig war, kam es zwar innen dem Pascha und anbeten Leuten wie eine Kirche vor, aber der große Schornstein beruhigte den Pascha, und schließ­ lich machte er gute Miene zum bösen Spiel. Aber die "Sveta Bogorodica" trägt uochheute ihren Schornstein. Aus der malerischen wei­ teren Umgebung der Stadt ist der felsenum­ schlossene "Dev Kazan", der "Teufelskessel" mit den nahen Ruinen der Skobaljevitj-Kirche eine Stätte alter Sagen und historischer Erinnerun­ gen. In dem brodelnden Bergsee, den selten die Sonne bescheint, wohnt ein Dämon, der allnächtlich auftaucht, um sich. seine Suppe zu kochen, und die Leute aus den Dörfern meiden scheu, den "Dev" zu stören, der da auf ver­ zauberten Mühlen in der Untiefe sein Korn malt. Wie man bei uns jemand dahin wünscht, "wo der Pfeffer wächst", so wünscht ihn der serbische Volksmund zum "Dev Kazan" . » . Die ganze Landschaft von Leseovae ist. mit Ruinen, Bergschluchten und Defiles durchsetzt, die zum Guerillakrieg wie geschaffen sind und die Eroberung der Stadt gewiß nicht leicht gemacht haben. ────────── sich, die britische Herrschaft in Indien ern­ steren Unruhen gegenüber, als außerhalb der amtlichen britischen Kreise allgemein bekannt war. j Bom Seekrieg. Ro m, 11. November. "Giornale d'Jtalia" erfährt aus Cagliari, daß ein deutsches Unterseeboot am Sonntag vormittags den fran­ zösischen Postdampfer "France" torpediert und versenkt hat. Die Besatzung wurde gerettet und in Cagliari gelandet. \ Lo ndon, 11. November. (Reutermel­ dung.) Der britische Dampfer "Caria" wurde persenkt. Die Besatzung ist gerettet. Die Waffenfabrik der Bethlehem Steel Works abgebrannt. Amsterdam, 11. November. Eine der größten Werkstätten der Bethlehem Steel Works' die Geschütze und andere Kriegsmaterialien im Werte von vielen Millionen Dollars enthielt, ist, wie Reuter berichtet, durch Feuer ver­ nichtet worden. Man vermutet Brandsttftung. 800 Arbeiter konnten sich nur mit Mühe ret­ ten. (Z.) Letzte Puste«. .Ter deutsche Botschafter in Moustautiuvpel beim König von Rumänien. Sd. Budapest, 12. November!.> Nach einer Meldung des Az Est wurde der neue deuffche Botschafter Graf Wolfs Metternich ge8 ftern in Bukarest vom König Ferdinand in Audienz empfangen. 2ir Serben wollen sich, nach Albanien wenden. Sd. Köln, 12. November. Der "Köln. Ztg." zufolge meldet der "Secolo", der ser­ bische Kriegsrat habe sich zum Rückzug ent­ schlossen, um den Rest der serbischen Armee nach, Skutari und Durazzo zu retten. Kifthjener geht nach. Indien. Sd. Newyork, 12 .November. Durch Funkspruch von dem Korrespondenten des W. T. B.: Nach, hier eingetroffenen vertraulichen Meldungen gilt Kitcheners endgülttge Mission Indien. Nach denselben Meldungen sieht ────────── Nürnberg, 10. Nov. (Viehmark t.J Preise: per 50 Kilogramm Lebendgewicht: Ochsen vollfleischige 1. Qualität 73—78, (Ausland Lebend, gewicht 00—00), vollfleischige 2. Qualität 64—71, (Ausland Lebendgewicht 00—00), fleischige 56—63, (Ausland Lebendgewicht 00—00), mäßig genährte 51—55, (Ausland Lbdgew. 00—00), gering genährte 00—00; Bullen: vollfleischige 1. Qual. 59—64, 2. Qual. 51—58, mäßig genährte 37—49» (Schlachtgewicht: 1. Qualität 00—00, 2. Qualität 00—00, 3. Qualität 00—00). Lebendgewicht: Kühe und Kalbinnen vollfletschtge 1. Qual. 59-—70, 2. Qual. 51—59, ältere ausgemästete 42—5ß # mäßig genährte 35—40, gering genährte 30—33, gering genährtes Jungvieh 00—00; Kälber (Lebendgewicht): 1. Qual. 80—83, 2. Qual. 76 79, 3. Qual. 70—75 ; Schlachtgewicht: 1. Qual. 96—100, 2. Qual. 91-95, 3. Qual. 85—90; Schafe (Schlachtgewicht): Mastlämmer und jüngere Masthammel 85—100, ältere Masthammel, geringe Mastlämmer 70—84, gut genährte junge Schafs 00—00, geringe HanMel u. Schafe 50—69; Schweine (Fettschweine) über 150 Kg. 000—000, vollfleischige von 120 bis 150 H 000—000, von 100 bis 120 Kg. 122—128, von 80—100 Kg. 120—130, unter 80 Kg. 120—125, Sauen 00— 00, Bratenschweine 00—00, Schlachtgewicht: Fettschweine über 150 Kg. 00—00, vollfletschtge von 120—150 Kg. 00—00, von 100 bis 120 Kg. 00—00, von 80—100 Kg 000-000, unter 80 Kg. 135—150, Sauen 00—00, Braten» schweine 00—00. Nürnberg, 10. Nov. (H opfenbertcht.) Ohne jede Aenderung in der Geschäftslage wurde in der letzten Wochenhälfte bet 400 Ballen Zufuhr ein Gesamtumsatz von 500 Ballen erzielt. Zum Ver­ kauf gelangten vorwiegend Mittelsorten zwischen 30 und 45 Mark. Preise: Markthopfen 28—35 Mark, Hallertauer 35 bis 50 Mark, Gebtrgshopsen bis 45 Mark, Hallertauer prima 55 bis 62 Mark, tot Ausstich bis 68 Mark, Spalter 40 bis 70 Mark. Handel und Verkehr. ────────── Literarisches. ""Wachtfeuer" (Architektur - Verlar, Zirkel" G. m. b. H., Berlin, Wilhelmstr. />« Kreis. 20 Pfg.) ist das neueste 56. Heft erschien ien / ────────── Niederbayerische Nachrichten. Siegenburg, '9. Nov. (Unglücksfall.) Der 42 Jahre alte Taglöhner Franz Xaver Soleder, welcher in der Loiblschen Bierbrauerei dahier beschäftigt war, würde beim Nieder­ legen einer Hopfenanlage von einer Quer­ stange derart am Kopfe verletzt, daß er noch am gleichen Tage seinen Verletzungen erlag. Simbajchi a. I., 9. Nov. (Einbruchdieb­ stahl.) Während am rechten Ufer der Mattieg ein großer Brand im Barackenlager in Brau­ nau int Russenlager wütete, soll am linken Ufer bei Parsdorf in die im Lagerrahon ge­ legene Bauhütte der Firma Schlager einge­ brochen und ein Barbetrag von 4700 Kronen gestohlen worden sein. Der Brandsch,aden int Barackenlager wird nun auf 80000 Kronen geschätzt. Da die Baracken vom Staat noch nicht übernommen worden sind, trifft der Scha­ den die Bauffrmen Teich,, Kästner uüd Köting. Regen, 10. Nov. (Gegen den Lebens­ mittelwucher.) Das K. Bezirksamt weist da­ rauf hin, daß seit Bestehen der Höchstpreise hauptsächlich Eier, Butter und Schmalz zu­ rückgehalten werden, weil man für den Win­ ter höhere Preise erwartet. Vorräte von 30 : bis 50 Schilling Eier oder 30 bis 50 Töpfe Schmalz bei einem einzelnen Landwirt sollen keine 'Seltenheit sein. Die Ortspolizeibehörd en werden nun verpflichtet, derartige Fälle zur Anzeige zu bringen, um solche Lebensmittel­ wucherer der verdienten Strafe zuzuführen.