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      <titleStmt>
        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1915-11-23"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">68. Jahrgang Nr. 319</biblScope>
          <date when="1915-11-23">1915-11-23</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
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          <p>Der Endkampf in Westserbien. Lebhafte feindliche ArtillerietStigkeit im Westen. - Der Bormarsch ans Pristina. — Die Bente von Novipazür. — Verzweifelte BorftSste der Italiener am Jsonzo abgeschlagen. Italienische Angriffe anf den Col di Sana zurückgewiesen. — Griechenland vor »er Ent­ scheidung. — Kümpfe in Perffeu. Im Westen zeigte die französische Ar­ tillerie in der Champagne, zwischen Maas und Mosel und östlich! von Luneville lebhafte Tä­ tigkeit, die vielleicht Vorboten neuer Angriffe sind. Im Osten wurden russische Angriffe aus den Kirchhof bei Jlluxt abgewiesen. An der italienischen Grenze dauern die Angriffe noch! immer fort. Ein schweizeri­ scher Artillerieoffizier, der in den letzten Ta­ gen den Kämpfe num den Görzer Brückenkopf beiwohnen konnte, äußerte sich über die Lei­ stungen der österr.-ungar. Truppen: "Es ist das größte, was ich bisher gesehen habe. Daß die österr.-ungar. Mannschaften in Gräben, die in den Steinboden gemeißelt sind, diese Angriffe ausholten und noch! Gegenangriffe unternehmen können, spricht für das hohe, moralische Niveau, insbesondere des einzel­ nen Mannes und der grenzenlosen Erbitte­ rung, mit der jeder gerade diesen Krieg zu seinem macht. Aus den Berichten, die ich bisher zu Gesicht bekam, ist mir der eigentliche Charakter dieser Kämpfe gar nicht so zum Bewußtsein gekommen. Jetzt, da ich es selbst mit angesehen habe, muß ich sagen: Ehr­ furcht vor jedem Mann, der am Jsonzo kämpft. Hier kämpfen Helden!" Mit unverminderter Heftigkeit tobt der Kampf um den Görzev Brückenkopf und dessen Flankenstellungen. Die Italiener wurden aber nicht nur. mehrfach im Nahkampfe, blutig 'heimgeschickt, sie wur­ den auch von der Bergkuppe bei Oslavija, die sie am Sonntag besetzen konnten, wieder hinabgeworfen. Auch! an der Tiroler Front am Col di Sana stürmten die Italiener wieder vergeb­ lich an. Drei Angriffe wurden von den tap­ feren österr.-ungar. Verteidigern abgewiesen. In Serbien haben die Unsern in Novipazar eine reiche Beute gemacht, 50 große Mörser und 8 ältere Feldgeschütze, 4 Mil­ lionen Patronen und diel Kriegsgeräte fie­ len in unsre Hände. Aus der ganzen Front geht es unaufhaltsam vorwärts. Der Kreis um Pristina, wo die Entscheidung zu erwar-. ten ist, falls die serbische Armee noch die Fähigkeit zu einem wirkungsvollen Wider­ stand besitzt, was allerdings sehr zu bezweifeln ist, wird immer enger. In Griechenland scheint auch Kitchener trotz der ersten hoffnungsfreudigen Entente- j Meldungen nichts erreicht zu haben. Verspre- | chungen und Drohungen scheinen vergeblich gewesen zu sein. Neuerdings kommt aus Paris die Forderung nach einer Besitzergreifung und Befestigung von Saloniki durch die Entente. Diese Forderung ist ebenso ungeschickt, wie die Drvhung mit der Beschießung der grie­ chischen Küste. Die Ententemächte werden sich wohl hüten, diese Drohungen wahr zu ma­ chen, so lange Griechenland in der Armee der Entente und deren Kriegsvorräten ein wert­ volles Pfand in Händen hält. In Persien haben die dort stehenden rus­ sischen Truppen eine empfindliche Niederlage durch! aufftändifche Persier erlitten. Die unter russischem Kommändo stehenden persischen Ko­ saken sind zu den Aufständischen übergetre­ ten.</p>
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          <p>Bericht des deutschen Hauptquartiers. WTB. Berlin, 22. November. Mittags. (Großes Hauptquartier.)</p>
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          <p>Westlicher Kriegsschauplatz. Keine wesentlichen Ereignisse. Die feindliche Artillerie zeigt lebhafte Tä­ tigkeit in der Champagne, zwischen Maas und Mosel und östlich! von Luneville.</p>
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          <p>Oestlicher Kriegsschauplatz. Ein schwächerer russischer Vorstoß gegen den Kirchhof von Jlluxt (nordwestlich von Tünaburg) wurde abgewiesen. Sonst ist die Lage unverändert. Balkan-Kriegsschauplatz. Bei Soeanica im Jbartale wurden serbi­ sche Nachhuten zurückgeworfen. Ter Austritt in das Labtal ist beiderseits von Podujevo erzwungen. Gestern wurden über 2600 Gefangene i gemacht, 6 Geschütze, 4 Maschinengewehre und zahlreiches Kriegsmaterial erbeutet. Im Arsenal von Novibazar fielen 50 gro­ ße Mörser und 8 Geschütze älterer Fertigung in unsere Hand. Oberste Heeresleitung.</p>
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          <p>bliebene Feind wurde von deutschen Trup­ pen vertrieben, in deren Händen er 300 Ge­ sungene zurückließ. ? f Die im Jbartale vordringende österr.-ungarische Kolonne erstürmte gestern tagsüber 20 Kilometer nörMti# von Mitrowitza drei hintereinanderliegende serbische Stellungen. In der DunkeGeit bemächtigte sie sich durch Uebersälle noch, eines vierten, wobei 200 Ge­ fangene eingebracht und 6 Geschütze, 4 MaschinAlgewehre, 1 Munitionskolonne und zahl­ reiche Pferde erbeutet wurden. Die Armee des Generals von Gallwitz! nahm in erfolgreichen Kämpfen südlich des Prepolac-Sattels 1800 Serben gefangen. O östlich und südöstlich von Pristina ge­ winnt der Kampf der ersten bulgarischen Ar­ mee trotz zähesten serbischen Widerstandes ste­ tig an Raum. Der stellvertretende Chef des Generalstabesr b. Hoefer, Feldmarfchalleutnant.</p>
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          <p>Vom östlichen Kriegsschauplatz. Russische Einberufungen' Den Birschewja Wjedomosti zufolge, wird jetzt in Rußland der Jahrgang 1918 einberu­ fn. &lt;Z.)</p>
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          <p>Tas erste Balkangctreive. Frankfurt, 22. Nvvember. Der Frkf. Ztg." wird aus Dresden gemeldet: Das erste Balkangetreide ist gestern an der sächsisch-böh­ mischen Grenze eingetroffen. Es wird in Aus­ sig umgeschlagen und geht wieder aus dem Wasserweg nach! Deutschland. Wie es heißt, sollen jetzt täglich große Getreidesendungen vom Balkan eintreffen, besonders Mais, Ha­ fer und Weizen. Auch! große Mengen gedörr­ ter Pflaumen sind nach! Deutschland unterwegs. (3.) Ter bulgarische Bericht. WTB. Sofia, 22. November. Amtlicher Bericht vom 18. November. Die Operationen entwickeln sich günstig für uns auf der gan­ zen Front. Wir haben noch 1200 Mann ge­ fangen genommen. Amtlicher Bericht vom 19. November: Die Offensive geht energisch! vorwärts. Nach er­ bitterten Kämpfen haben sW unsre Armeen Pristina von Norden und Osten her genähert. Wir haben noch, 1800 Manu gefangerk genom­ men und dazu eine halbe SchtoadronKavallerie. Ter serbische Berzweiflungskampf. In englischen Blättermeldungen wird die serbische Division Waschitsch als erledigt be­ trachtet. Die Ueberreste, die nach Monastir geflüchtet sind, sollen nur über sieben ver­ altete Geschütze verfügen. Munition fehlt. Die Verpflegung versagt gänzliche (Z.) I Nach! Serbiens Untergang. Sofia, 22. November. Einer der bul­ garischen Minister erklärte zur Lage: Wir stehen vor der Vernichtung Serbiens. Eine wichtige Folge wird die Einmischung Gviechenlands an der Seite der Zentralmächte sein. Zur Verwirklichung der griechischen nationa­ len Sache ist diese Einmischung bedeu­ tungsvoll, da eine teilweise Besetzung der al­ banischen Küste durch griechische Truppen die Pläne des Vierverbandes auf dem Balkan un­ möglich machen wird. Alle Hoffnungen auf eine Besserung der Lage des Vierverbandes sind gescheitert. Nach der erneuten Neutra­ litätserklärung Rumäniens gegenüber Bul­ garien unte rder Berücksichtigung, daß Ruß­ land über keine Truppen für den Balkan ver­ fügt, und daß ein neues Kabinett mit dem Freund der Zentralmächte, Carp, gebildet wird,. werden die Beziehungen zwischen beiden Staa­ ten keine Verschlechterungen erfahren. Zum Schluß drückte der Minister die Ueberzeugung aus, daß die Ereignisse nach der Vernichtung Serbiens einen baldigen Frieden bringen wür­ den. (Z.) Neue Beschießung von Teveagatsch. ' Konstantinopel, 21. November.(Ver­ spätet eingetroffen.) Lord Kitchener hat aus einem italienischen, von einer Flottille be­ gleiteten Passagierdampfer die Ueberfahrt nach&gt; der Bucht von Mudros unternommen. Als Kitchener aus der Höhe von Dedeagatsch vor­ überfuhr, belegte die Flotille die Stadt mit einem neuen Bombardement und vernichtete noch die letzten Reste. Griechenland und die Euteute. Lugano, 22. November. Nach dem Kor­ respondenten des "Corriere della Sera" er­ klärte Denhs Cochin vor seiner Abreise aus Athen, daß die Verbündeten entschieden ent­ schlossen sind, die Unternehmungen im Orient nicht aufzugeben, sondern sie im Gegenteil erforderlichenfalls weiter auszudehnen oder auf ein von Griechenland nicht behindertes Gebiet zu verlegen. Auch der französische Gesandte soll erklärt haben, nachdem Griechenland sich geweigert habe, am Sieg (!) der Verbündeten teilzunehmen, forderten diese keinen Verzicht auf die griechische Neutralität, sondern nur ihre wohlwollende Beobachtung, wozu Grie­ chenland sich verpflichtet habe. — Wie dem "Secolo" aus Athen gemeldet wird, hat die Note der englischen Gesandtschaft an die Presse mit der Ankündigung der Blockade in Griechen­ land eine peinliche Ueberraschung verursacht. Griechenland und der Bierverband. Zürich, 22. November. 'Athener Mel­ dungen berichten, Griechenland werde voraus­ sichtlich einen entschiedenen Protest gegen die Drohungen des Vierverbandes erlassen. In Athen sei die Stimmung aufs höchste erregt. Man fühlt fidfji am Vorabend der Entscheidung. (Z.) Englischst Gewaltmaßnahmen. Die Epoca meldet aus Saloniki: Die ru­ mänische Schiffahrtslinie, die von Marseille nach! Saloniki führt, brachte für die rumä­ nische Regierung bestimmte Waren, Automvbile, Kriegsmaterial usw. nach Saloniki. Die französischen und englischen Truppen haben nun die Waren und Materialien weggenom­ men. &lt;Z.) Am Balkan.</p>
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          <p>Die Türkei im Kriege. Eine neue Offensive an den Tardanellen. Konstantinopel, 22. Nov. An den Dardanellen hat eine große Offensive der Al­ liierten begonnen. Hiesige türkische Kreise glauben aber, daß es sich nur um einen Bluff handelt. Das Unternehmen wird mit der Sen­ dung Kitcheners in Verbindung gebracht.</p>
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          <p>Der Krieg zur See. Der Unterseekrieg. Athen, 22. November. Nach einer Mel­ dung aus Kreta ist am Sonntag 150 Seemeilen südöstlich! von Kreta der englische Frachtdamp­ fer "Mac Alistar" von 4000 Tonnen Gehalt, der nachl Port Said mit einer Ladung Seife und Zigarren besffmmt war, durch! ein deutsches U-Bvot versenkt worden. Bon der Besatzung retteten sich 22 Mann. Diese erklärten, daß dasselbe Unterseeboot kurz zuvor zwei Damp­ fer unbekannter Nationalität versenkt habe. (Z.) London, 22. November. (Reuter) Der Dampfer "Caledonia" ist in Plymouths mit einem Teile der Besatzung des Dampfers Don angekommen, die am 11. ds. im! Mittelmeer in zwei Booten angetroffen würde, nachdem | sie 5 Tage herumgetrieben worden toter. Von j den anderen Booten des Dampfers mit dem! Rest der Besatzung wurde nichts gehört. ?</p>
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          <p>Art und Kultur zu halten. Es war den Balten ja auch gar nichts übrig geblieben als loyal zu sein, wie die politische Lage und die Aus­ sichten waren. Auf allen Schlachtfeldern Ruß­ lands hat der baltische Adel geblutet, in allen Regierungsämtern sorgsame Arbeit getan, Ri­ gas mächtiger Aufschwung kam Rußland zu­ gute, jahrhundertelange Beziehungen bestanden zum Herrfcherhause. Dieses loyale Verhält­ nis hat Rußland nach Kriegsausbruch ohne den Schatten eines Beweises gekündigt.TeutschBaltisch wurde schlechthin als feindlich be­ trachtet, die deutsche Sprache wurde aufs sorg­ samste oerfolgt, die letzte deutsche Zeitung in Riga verboten, die hervorragendsten Männer des Baltentums wie Verbrecher fortgeschleppt und verbannt. Dies Verhalten der russischen Regierung ist die Grundlage für jede Beurtei­ lung. Tie andere Seite ist vorläufig nicht zu erörtern. Jetzt stehen wieder die deutschen Straßen­ schilder an den Straßen Mitaus, mit heiliger Freude spricht der Balte die angesprochene Sprache auf dem Boden seiner Heimat, die j seine Arbeit zu dem gemacht hat, was sie f ist: ein "Gottesländchen". j Mitau hat den Hauch von Potsdam. Man- I cherlei Verschnörkeltes, aber unter der Form, die merkwürdig altertümlich — mian denkt an Postkutsche und an Schnupftabakdose — an­ mutet, ist ein helles, geistiges Leben. Das Kasino hat 170 deutsche Zeitungen und Zeit­ schriften gehalten, ein paar Semester zu stu­ dieren war für den Gutsbesitzer üblich! ge­ worden, die deutschen Buchläden zeigen mehr schwere Kost, als vielleicht deutsche Städte der­ selben Größe aufweisen könnten. Unter dem Truck hät das deutschie Fühlen eine Innerlichkeit erhalten, die stets an die erschütterndsten Tage deutschen Lebens erin­ nert. Jeder Tag gibt neue Beweise. "Es ist eine besondere Sache um Kurland," sagen die Truppen, wenn sie einmal hier gefochten ha­ ben. Es gibt Divisionen, die als eine Art Be- &gt; lohnung um die Versetzung nach- Kurland ge- j beten haben. Aus der Fremdheit und Küm- jj merlichkeit ist hier ein Aufatmen in deutscher j Luft. | Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter.</p>
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          <p>beiden Männern, die nicht von ihr weichen, t und sie vor den Püffen und Stößen der Drän­ genden und Nachschiebenden schützen, die.in ihrer furchtbaren Erregung und Todesangst jede gesellschaftliche Höflichkeit vergessen. Vik­ tor Felde« hat ihre freie, rechte Hand er­ griffen und drückt sie innig in der seinen. Die Gefahr hat seine bisherige Scheu und Zu­ rückhaltung besiegt; seine Augen tauchen tief in die ihren, und es strahlt ihr eine innige Zärtlichkeit daraus entgegen, die ihr die Wan­ gen rötet und die bewirkt, daß sich« ihre Finger fest an die seinen schmiegen. Seine Lippen be­ wegen sich,, aber wenn sie auch nicht hören kann, was er leise vor sich! hinflüstert, sie ahnt, daß es ihr Name ist. Ein Lächeln tiefer Beftiedigung breitet sich trotz der Schrecken der Situation über ihre vom Abglanz einer warmen Empfindung verklärten Züge. Der slchirille Pfiff einer Bootsmannspfeife ertönt, und gleich! darauf der Kommandorus: "Alles klar zum Rudern!" Die Boote werden herabgelassen. Ein paar starke Männer, die sich- rücksichtslos mit ihrer Ellenbygenkrast in die erste Reihe hindurchgekämpst haben, wollen die schmale Brücke, die rasch angelegt ist, betreten, aber die hier Postierten Matrosen stoßen sie unerbittlichi zu- "Zuerst die Kinder und Frauen!" Manche von den Damen der Kajüte sind unfähig, selbst die schwankende Brücke zu bestei­ gen. Leutnant von Flottwitz hat die halb­ ohnmächtige, kränkliche alte Amerikanerin auf seinen Arm geladen; er trägt sie gewandt die Treppe hinab, von Anna Lehnhard auf dem Fuße gefolgt. Er tritt zurück, nachdem ihm die Matrosen der Besatzung die Last abgenom­ men h«aben. "Schnell einsteigen!" Er faßt die Hand der Gesellschafterin, sieht sie noch einmal mit loderndem! Blick an und drängt sie in das Boot hinab. "Leben Sie wohl!" ruft er und eilt an das Deck zurück. Mr. Pemderton will die Tochter des ihm befteundeten Hauses vorwärts drängen, um ihr möglichst noch in dem ersten Boote einen Platz zu sichern, aber sie widerstrebt. "Nein, John! Lassen Sie die Kinder unfi&gt; die älteren Damen voran!" E rsieht sie zwischen Erstaunen, Unwillen und Bewunderung an. Alle weiblichen Pas­ sagiere sonst strengen all ihre Kräfte an, um sich! zu der Schiffsbrücke hindunWrkämpsen. Carrie Paxkhurst aber bewegte keinen Dntz. Mienen zeigen im Gegensatz zu bett schrei- enden, weinenden Arauen und Kindern und ihren von Angst und Grauen verzerrten Ge­ sichtern einen fast unbekümmerten, ruhigen Ausdruck. Nur ein wenig blasser als gewöhn­ lich sieht sie aus,, und von Zeit zu Zeit läuft ein Zucken über ihr Gesicht. Das ist jedesmal der Fall, wenn ihr Bück dem des jungen Mannes an ihrer rechten Seite be­ gegnet. *" Das gefüllte Boot stößt ab. Zwei andre Boote sind rasch gefüllt, und zu den weiteren drängt der Rest der Frauen. "Es ist höchste Zeit," mahnt jetzt auch der junge Deutsche. "Sie müssen eilen, Miß Carrie!" Es ist das erstemal, daß er sie bei ihrem Vornamen nennt. Es leuchtet in ihrem Ge­ sicht, sie sieht ihn mit einem unbeschreiblichen Blick an. Er zieht sie an der Hand vorwärts. Sie leistet keinen Widerstand mehr. Die bei­ den Männer geleiten sie bis zur Brücke. Der Amerikaner hat seine Hand aus der des jun­ gen Mädchens gelöst. Tie Hand Viktor Feldens aber Mt sie fest. Ein heißes Gefühl, eine flehende Bitte flackert in ihren Blicken. Ter Student bewegt resigniert den Kopf. ! '■ &lt; t* (Satzung folgt.) J t _ [J</p>
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          <p>/ zu gären begann, ersucht hätten unter der Be­ dingung der freien Hand in China und der freien Einwanderung in die britischen Be­ sitzungen im Stillen Ozean. Die Nachricht wurde damals rundweg dementiert, aber jetzt, wo die britische Herrschaft in Indien ernst­ lich bedroht ist, taucht sie in anderer Form wieder aus. Noch- weiß man nicht recht, ob es die Engländer oder die Japaner sind, die sich auf ihr am 13. Juli 1911 erneuertes und abgeändertes Bündnis berufen, welch«es im Art. 2 die gegenseitige Hilfe im Kriegsfall und im Art. 3 "die Auftechterh-altung der territorialen Rechte der hohen kontrahieren­ den Parteien in den Gegenden von Ostasien und Indien und die Verteidigung ihrer spe­ ziellen Interessen in den besagten Regionen" vorsieht. Es ist zweifellos, daß Großbritannien auf Grund dieses Bündnisses die Hilfe Japans zur 1 Unterdrückung der Revolution in Indien in Anspruch« nehmen könnte, aber es scheint, daß die Neigung an der Themse Merzn nur gering ist, denn man meint offenbar, daß man- die Japs leichter nach Indien hinein, als von dort wieder hinausbringen könnte. In Japan wiederum hat man nicht nur große Neigung zur Hilfeleistung, sondern man scheint sich! hier aus den Standpunkt zu stellen, daß der einleitende Artikel des Vertrages, wonach die beiden Mächte sich "die Konsolidierung und Ausiech,terh«Lltung des allgemeinen Friedens in'Den Gegenden Ostasiens und Indiens" zum Ziel gesetzt haben, nicht nur die Pflicht, ftm. dern das Recht zur Hilfeleistung gebe, da dieser allgemeine Frieden in Indien setzt bedroht fei. Manches spricht dafür, daß die geheim­ nisvolle Mission Kitcheners und die umfassen­ den militärischen Anstrengungen des Britenveiches nicht nur mit der ägypttschen und indischen Sorge im allgemeinen, sondern mit der Sorge vor dem japanischen Bundesgenos­ sen, mit dem Schutz vor dem Schützer, zusamsmenhängen. In England, wo man aus Calais ein zweites, aus Saloniki ein drittes Gibral­ tar zu machen gedenkt, fürchtet man die gleiche Taktik seitens Japans, wo die Priesters-chaft unlängst einen Auftuf veröffentlicht hat, der i|n der Losung "Asien den Asiaten" gipfelt. Das ist der Urgrund der britischen Furcht vor der "helfenden Hand" der Japs, vor der gel­ ben Hilfsinvasion in Albions wertvollstem Ko­ lonialbesitz. Schutz vor dem Schützer! Du lieber Japs, komm, geh mit &gt;m!ir, gar schöne Kriegsspiele spiel ich mit Dir! In dieser Tonart hatten die Russen und die Fran­ zosen ihre japanischen Bundesgenossen nahezu seit Beginn des Weltkrieges beschworen, ihnen tzu Hilfe zu eilen, während der gleiche Ruf von englischer Seite erst weit später und dann immer noch mit einer gewissen Zurückhaltung und Besorgnis erging, denn man traute an der 1 Themse dem Freunde im, Land der Kirschblüte niemals so ganz. Die schlauen Japs wiederum, die nicht gern für fremde Rechnung arbeiten, lehnten sämtliche Hilfs- und Bittgesuche rund­ weg ab. Der japanische Minister des Aeußeren hielt den Engländern erst kürzlich, vor, daß sie ihre Bundesgenossen durchaus unzureichend unterstützten, und die Tokioter Presse ver­ sichert ganz in demselben Sinne, daß die Deut­ schen zwar die Feinde Japans, aber doch erat hito (außerordentliche Leute), die Engländer dagegen juwamufcht (Schwächlinge) und koschinuhki (Leute, denen beim Gehen die Beine einknicken) feien. Jetzt mit einem Male zeigen die herzens­ guten Japs sich hilfsbereit. Sie erklären sich willig, den lieben Briten beizustehen, frei­ lich- — das ist der Haken — nicht in Europa, sondern in Asien, nämlich in Indien. Es geht, darüber kann kein Zweifel sein, im "Sow nenlande" drauf und drunter. Denn wenn trotz der scharfen britischen Zensur schon so viel Nachrichten über die Gärung, über die blutigen Unruhen in Indien zu uns ^gelangen, wie muß es dann in Wahrheit aussehen! Eng^ land hat die Herrschaft über das Dreihundert millionenreich, von jeher nur dadurch auftecht erhalten, daß es die 65 Millionen Mohamf medaner gegen die dreieinhalb Mal so starke Hindubevölkerung ausspielte. Aber allem An^ schein nach vollzieht sich jetzt die Annäherung und Verständigung zwischen den beiden, und damit würde Albions Grundsatz "teile und herrsche" zum ersten Male versagen. Vielleicht werden die Engländer noch me«hr als durch! die Alarmmeldungen aus Indien selbst dadurch- beunruhigt, daß diese Nachrichiten neuerdings gerade aus japanischer Quelle kommen. Heißt es doch in einem! Telegramm aus Amsterdam, die englische Regierung wisse seit langem, daß japanische Sendlinge die umstürzleris-che Bewegung in Indien fördern, und nach einer Meldung aus London soll es in englischen Regierungskreisen lebh-afte Beun­ ruhigung hervorgerufen haben, daß der japa­ nische Ministerrat sich mit der Lage in Indien befaßt habe. Diese neueste britische Sorge ist unschwer begreiflich, Wenn man sich erinnert; daß man im Lande der aufgehenden Sonne feit langem ein starkes Interesse für das Somnenland an den Tag gelegt hat, während an­ dererseits seit dem ostasiatischen Kriege, wo zum ersten Mal in der neueren Geschichte eine europäische Macht und noch dazu das gefürchtete Zarenreich durch eine asiatische Macht entscheidend geschlagen wurde, der Re fpekt vor den Japanern wie überall in Asien so ganz besonders in Indien außerordentlich, gestiegen ist. Man wird sich- erinnern, daß schon in den ersten Monaten des Weltkrieges Meldunigen aus japanischer (Quelle verbreitet tour, den, wonach« die -Engländer Japan um mili­ tärischen Beistand in Indien, wo es damals</p>
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          <p>Niederbayerische Nachrichten. «rafenan, 22. Nov. (Gesperrte Mühle.) Wegen fortgesetzter Verfehlungen gegen die Bestimmungen über den Verkehr mit Brot­ getreide und Mehl ist die Mühle des Quirin Sterr in Hilgenreith vom 13. November bis zum 1. Januar 1916 bezirksamtlich! gesperrt worden.</p>
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          <p>Das Heilverfahren wurde bei 1537 Ver­ letzten mit einem Kostenaufwand vom 56 881.91 Mark übernommen. Der Kontrolle wurden von den vorhande­ nen 14 139 Rentenempfängern 6325 unter­ stellt, sohin rund 44.75 Prozent. Infolge dieser Kontrollen wurden 1576 Bescheide auf Minderung der Rente und 1631 Bescheide auf Einstellung der Rente erlassen. Tie im Jahre 1911 eingeführte, im Ver­ waltungsbericht für 1912 auf Seite 10 näher erörterte außerordentliche Rentenempfängerkontrolle wurde auch! im Berichtsjahre fortge­ setzt und wurden derselben in 6 Ortschaften des Bezirksamtsbezirkes Mallersdorf 390Rentner unterstellt. Hiebei konnte die Rente in 112 Fällen gemindert und in 112 Fällen aufge­ hoben werden, während sie in einem Falle erhöht und in 165 Balten belassen wurde. Tie jährliche Einsparung beziffert rund 6200 Mark. Berufungen waren im Berichtsjahre bei dem K-Oberoersicherungsamt Regensburg in 12, bei dem K. Oberoersicherungsamt München 7, bei dem K. Dberversicherungsamt Würzburg 1 und bei dem K. Oberversicherungsamt Lanöshut in 467 Streitsachen gegen die landwirtschaft­ liche Berufsgenossenschaft Niederbahern anhän­ gig, von denen 102 zugunsten des Rentenbe­ werbers, 309 zugunsten der Berufsgenossen­ schaft und 7 aus andere Weise entschieden wurden. Von den eingelegten Berufungen treffen rund 73 Prozent auf Betriebsunternehmer und deren Angehörige, 27 Prozent auf Dienstboten und Arbeiter. Gleichwie in den Vorjahren zeigte sich, daß der größte Teil der Berufungen unbegrün­ det, zum Teil geradezu frivol war. Von den technischen Aufstchtsbeamten wurden an 221 Tagen in 72 Gemeinden 2960 Haupt- und 35 Nebenbetriebe kontrolliert und in 123 Gemeinden 2747 Haupt- und 30 Neben­ betriebe einer Nachrevision unterstellt. Bei der erstmaligen Revision wurden von 2960 Haupt­ betrieben nur 303 und von 35 Nebenbetrieben 9, bei 2747 nachkontrollierten Hauptbetrieben 1653 und bei 30 Nebenbetrieben 8 ohne Män­ gel befunden. Zur Deckung des Bedarfes der Gesamt­ ausgaben für das Jahr 1914 war die Erhebung eines Mitgliederbeitrages von 145 Prozent des Grundsteuersolls zu 877 000 Mark erforderlich«. Der Stand der Rücklage am Schlüsse des Jahves 1913 betrug 410 376.45 Mark. Die Jahresrechnung weist bei 2 492 725 Mark 90 Pfg .Einnähmen und 2 326 365 Mark 89 Pfg. Mtsgaben einen Aktivrest von 166 360 Mark 1 Pfg. aus. Eine klare statistische Uebersicht über Un­ fälle, ihre Entschädigung oder Ablehnung er­ gänzt den eingehenden und unpassenden Jah­ resbericht. Schluß folgt. Die landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft Niederbayern. Sie lttwirtschistli-e Berufs» gkVfstilschaft M-kkbMil hielt gestern nachmittags 5 Uhr int Landrats­ sitzungssaale der K. Regierung ihre Genossenschaftsversammlung ab. Herr R.-R. Auer als Vorsitzender der Genossenschaft eröffnete die Versammlung mit einem kurzen Rückblick auf das abgelaufene Jahr. Als Schriftführer wurde Herr Landratspräsident Mittermeier gewählt. i Herr Regierungsrat Auer erstattete sodann den Jahresbericht für das Jahr 1914, der ein Bild der umfassenden Tätigkeit der Genossen­ schaft und des sozialen segensreichen Wirkens derselben gab. Dem Berichte war u. a. zu entnehmen: Die Zahl der versicherten Hauptbetriebe betrug 82 300, jene der Nebenbetriebe 2170 und die der versicherten Personen 323 000. Der Genossenschaftsvorstand hat in 29 (36 i. V.) Sitzungen 8958 (12191 i. V.) Gegen­ stände beschlußmäßig erledigt. Hierunter befanden sichimEntschädigungsfeststellungsoerfahren 5903 Bescheide und 1152 Endbescheide. Von den Bescheiden hatten zum Gegen­ stand: 1645 Feststellung einer Rente einschl. derjenigen nach! der Heilanstaltsbehandlung, 711 Ablehnung des Rentenanspruches, 1576 Minderung der Rente, 1631 Aufhebung der Rente, 39 Erhöhung der Rente, 62 Ablehnung toon Rentenerhöhungsanträgen, 239 Feststel­ lung der Dauerrente ohne Aenderung der Ver­ hältnisse. Von den Endbesch!eiden hättest gum Gegen­ stand: 129 Feststellung einer Rente einschl. derjenigen nach der Heilanstaltsbehandlung, 1200 .Ablehnung des Rentenanspruches, 400 Mrnderung der Rente, 384 Aufhebung der Rente, 4 Erhöhung der Rente, 30 Ablehnung von Rentenerhöhungsanträgen und 5 Fest stellung der Dauerrente ohne Aenderung der Verhältnisse. In 99 Fällen wurde Ersatzanspruch! gegen haftpflichtige Betriebsunternehmer und in 24 Fällen gegen haftpflichtige dritte Personen er­ hoben. Die Zahl der Einläufe beziffert: 50 265, das ist demnach! gegen das Vorjahr (61622) weniger um 11 357. Im Berichtsjahre kamen 3425 Unfallan­ zeigen in Einlaus gegen 4117 im Jahre 1913. Entschädigungsansprüche wurden 2092 er­ hoben gegen 3286 int Vorjahre. Ueber die Zu­ nahme der Rentenansprüche seit dem Bestehen des Gesetzes gibt Beilage 1 Aufschluß. Anerkannt wurden 1641 Entschädigungs­ ansprüche. Hievon treffen 1093 auf Betriebs­ unternehmer und deren Angehörige, d. i. 66.61 ProzAst, 389 auf männliche und 159 auf weib­ liche Dienstboten und Arbeiter, 1). t. 33.39 Prozent. Abgelehstt wurden 711 Entschädigungs ansprüche. Dckvon treffen 459 auf Betriebs­ unternehmer und deren Angehörige, d. i. 64.56 Prozent, 166 auf männliche und 86 aus weib­ liche Dienstboten und Arbeiter, d. i. '35.44 Prozent. Von den entschädigten Unfällen hatten 65 den Tod, 318 eine dauernde teilweise und 1258 eine vorübergehende Erwerbsunfähigkeit fern: Folge. An 35 Witwen, 75 Kinder und 1 Aszen­ denten wurde die Hinterbliebenen-Rentc ange­ wiesen. i Tie Gesamtzahl der rentenberechtigten Personen (aus den Vorjahren und den im Berichtsjahre neu zugegangenen) beträgt 14139 Verletzte, 501 Witwen, 634 Kinder, 2 Aszen­ denten, in Summst 15 276. An Renten wurden an 14139 Verletzte, 501 Witwen, 634 Kinder, 2 Verwandte, 35 Ehefrauen und 90 Kinder von in Heilanstalten untergebrachten Verletzten zusammen 995 210 Warf 87 Pfg., ferner an Sterbegeldern für 74 Getötete 3662.11 Mark und an Abfindungen 19530.43 Mark, insgesamt 1 008 407.41 Mark ausbezahlt. , . , i</p>
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          <p>Dienstesnachrichten. Schuldienst. Ab 1. November lf. Jahres wurde in den dauernden Ruhestand versetzt: der zeitlich! Pens. Volksschullehrer Karl Mayer von Haberskirchen. Ab 16. November lf. Js. wurden berufen infolge beendeter aktiver Mi­ litärdienstpflicht: die Hilfslehrer Alois Bayer von Zeilarn, Wilhelm Breiherr von Neukivchen a. I., Karl Buchstett von Landau a. I., Max Deinböck von Perlesreut, Eduard Hörhammer von Achdorf, Georg Priehäuser von Zwiesel, Matthias Schalter von Aunkirchen und Peter Wehnert von Neureichenau, sämtliche zurzeit im Heere, auf ihre früheren Dienstesstellcn; befördert zum Bolksfchullehrer: die Schulver­ weser Karl Danzer von Laberweinting, zurzeit im Heere, in Mngelai und Ludwig Thnrnreiter von Kirchdorf (Abensberg) zurtzett im Heere, in Jesendorf; in den zeitlichen Ruhestand ver­ setzt: die Schulverweserin Therese Federkiel Von OberigIbach! auf die Dauer von 6 Monaten: befördert zur Schuloerweserin: die Hilfsleh­ rerin Anna Räder von Neukirchen b. Haggn in Oberiglbach; «versetzt auf Ansuchen: dieHilfslehr erin Anna Barth Von lllbering nach! Reu­ kirchen b. Haggn; wiederangestellt: die zeitlich Pens. Hilfslehrerin Franziska Hack, vormals in Perasdorf, als Hilfslehrerin in Ulbering. StB 1. Dezember 1915 werden entlassen aus dem niederbaherisch!en Volksschulverband infol­ ge Berufung an die Nürnberger Volksschulen: die Hilfslehrerin Therese Dengler von Obervied und die Schulverweserin Veronika Mil­ ler von Grafenau. Ab 1. Januar 1916 wird versetzt auf Ansuchen: der Volksschullehrer An­ ton Kratzer von Kaikenried nach Moosbach.</p>
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          <p>stes zu erringen. Virtuoses Können und ein tiefes Eingehen in das Wesen der Komposi­ tionen spracht aus den Darbietungen. Herr Oberbürgermeister Hofrat Marschall bereicherte das Programm durch, den gefühlvollen Vortrag einiger prächtiger Lieder. Hierauf ergriff der Vorstand der Liedertafel, Herr Regierungsrat Dr. Hundemer das Wort, und hob die gro­ ßen Verdienste der beiden Jubilare, Herren Landesökonomierat Grill und Gaswerksdirek­ tor Tenschevz um die Liedertafel hervor, die in Anerkennung der 50jährigen Treue der Jubilare zum Vereine diese zu Ehrenmitglie­ dern ernannte. Die beiden Ausgezeichneten dankten in herzlichen Worten für die ihnen erwiesenen Ehrungen. Fräulein Geiger er­ warb sich, wohlverdiente Anerkennung durch den Vortrag oes Ehopinschen Bolero, in dem sie hervorragende technische Beherrschung des Klaviers ersehen ließ. Alsdann ergriff die Vorstandsdame des Damengesangjvereins, Frau Postverwalter Bartl, das Wort zur Ehrung der Damen Frau Hofjuwelier Rieger und Spra­ chenlehrerin Fräulein Kroiß, die 25 Jahre dem Vereine angehören und hierfür zu Ehren­ mitgliedern ernannt wurden. Tie beiden Ju­ bilarinnen erhielten ebenso wie die beiden Ju­ bilare der Liedertafel, künstlerisch ausgeführte Diplome, die von Herrn Ghmnasialzeichen lehrer Rathmeier geschaffen waren, überreicht. Sräulein Kroiß gab dem Danke der beiden Jubilarinnen für die Ehrung Ausdruck. Eine Schwester der Rednerin, Fräulein Kroiß-München erwies sich als hervorragende Künstlerin am Klavier, während die Abgesandte des Re­ gensburger Damengesangvereins, Frl. AlbrechtRegensburg durch! den innigen Vortrag meh­ rerer Lieder erfreute. Aus dem Programms seien noch, die Männerchöre "Gruß" und "Sei still mein Herz", von Herrn Kapellmeister Müller-Herrn eck, die von dem Komponisten di­ rigiert wurden, hervorgehoben. Die Feier nahm einen harmonisch«-schönen Verlaus. —* Zur Weihnachtsspende 1915 wer­ den noch, immer Gaben angenommen im Rat­ haus, Zimmer Nr. 2. Jeder in der Heimat Weilende muß es sich zur Ehrenpflicht ma­ chen, beizutragen zur Mehrung der Weihnachtsspende, damit jeder unsrer Krieger, die im Kampfe für uns ihr Bestes einsetzen, mit einer Weihnachtsgabe bedacht werden kann.</p>
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          <p>geworden, Werden wir auch, mit den Fran­ zosen fertig." Kämpfe in Persien. B u da p e st, 22. November. Aus Konstan­ tinopel wird hierher gemeldet: In Persien haben ernste Kämpfe zwischen den russischen Besatzungsstuppen und Aufständischen stattge­ funden. Russische Abteilungen wurden bei Senna und Hamadan 'von persischen Stäm­ men geschlagen. In Hamadan Find die unter russischem Kommando stehenden persischen Ko­ saken zu den Aufftändischen übergegangen. Letzte Posten. Letzte Posten. Griechenland vor der Entscheidung. Zürich, 22. November. Einem Athener Bericht der "Stampa" zufolge bestachtet man den Abbruch! der diplomatischen Beziehungen zwischen Athen und dem Bierverband als be­ vorstehend. (Z.) Ein bulgarischer General über die stauzösischen Landungstruppen. Sd. Berlin, 23. November. Im "B. L.-A." schildert Kurt Aram seinen Besuch in Nisch bei General Bojadjeff. Die Stadt sei fast unbeschädigt. Der General sagte u. a.: "Die serbische Armee ist in voller Auflösung." Als Aram fragte: "Und wenn die serbische Armee zerquetscht ist, was dann, Exzellenz?" erwiderte der General: "Dann gehen wir mit vereinten Kräften nach' Mazedonien, um mit den Soffern und anderen Negern fertig zu werden. Die Franzosen landen zwar unaus­ gesetzt Truppen, bis jetzt rund 100 000 Mann. Aber, sind wi rmtzt 300000 Serben fertig</p>
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          <p>München, 20. Nov. (Viehmarkt.) Bericht vom 15. bis 20. November. Preise per 50 Kilo Lebendgewicht: Ochsen: 1. Qualität 73—78, öftere. 00—00, Holland. 00—00, 2. Qual. 68—72, öftere. 00—00, holl. 00—00, 3. Qual. 63—67, öftere. 00—00, holl. 00—00, 4. Dual. 58—62, öftere. 00—00, schweb. 00—00, 5. Qual. 50—57, schweb. 00—CO. Bullen: 1. Qual. 60-65, 2. Dual. 54—59,3. Qual. 4ä—53; Kühe u. Kalbinnen: 1. Qual. 60—70, 2. Qual. 58—69, 3. Qual. 51—57, 4. Qual. 44—50, 5. Qual. 33—43; gering genährtes Jungvieh: 33—46; Kälber: feinst, 70—72, mittlere 65—69, geringe 55—64; Schafe: Stallmastschafe, Mastlämmer und jüngere MasthammelOOO—000, ältere Masthammel 00—00, mäßig genährte Hammel, gering. Lämmer 000—000; Schweine: Fettschweine über 150 Klgr.tz118—128, vollfleischige von 120 btS l50Klgr. 118—128, von 100 bis 120 Klgr. 108—118, von 80 bis 100 Klgr. 108—000, bto. unter 80 Klgr. 93—000, Sauen 100 bis i03,jBratenfchweine 78—000 Ml. Preise per 50 Klgr. Schlachtgewicht: Bullen 2. Qual. 00—00, 3. Qual. 00—00, Kälber: feinste 80—82, mittlere 75—79, geringe 66—74; Schafe: Mast­ lämmer und jüngere Masthammel 82—90, älter, Masthammel 00—00, mäßig genährte Hammel und Schafe 68—81; geringere Lämmer und Schaf, 68—81. Schweine: Fettschweine über 150 Klgr. 000—000, vollfleischige von 120—150Klgr.000—000. von 100 bis 120 Klgr. 135—149,von 80 bis 100 Klgr. 128—140, unter 80 Klgr. 120—135,Sauen 00—00, Bratenschweine 100—130 Mk. Marktverlauf: Großvieh lebhaft, Kälber und Schafe lebhaft, Preise anziehend. Schweine Zufuhr ganz mangelhaft. Nürnberg, 20. Nov. (Hopfenbericht.) Vom Markt ist nichts neues von Bedeutung zu melden. Bet ruhiger Stimmung und unverändertem Preisstande kamen am Donnerstag 300, am Freitag 100 und heute 100 Ballen zum Verkauf. Von Ausstich-Hopsen erzielten Hallertauer ohne und mit Siegel 65 Mark, Würtlemberger (Tettnanger) 62 Mark, Gebirgshopfen 51 Mark, Mittelsorten brach­ ten 35—45 Mark, geringer Hopfen verschiedener j Herkunft 25—30 Mark. Dreitägige Zufuhren: 100 Ballen vom Lande und 300 von der Bahn. Preise unverändert. Handel und Verkehr.</p>
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          <p>Literarisches. Kriegs-Echo. Von diesem im Verlag Ullstein U. Co., Berlin SW. 68, erscheinenden Kriegswerke ist soeben Heft 67 (Preis 10 Pfg.) mit Interessanten Kriegsschilderungen und Bildern erschienen. "Der Bortrupp", Halbmonatsschrift für das Deutschtum unserer Zeit. Herausgegeben von Dr. jur. Hermann M. Popert, Hamburg, und Kapitänleutnant a. D. Hans Paasche, Berlin. Ver­ antwortlicher Schriftleiter: Dr. phtl. R. Kraut, Ham­ burg. Verlag von Alfred Janssen, Hamburg. Preis: Jährlich 5 Mark, vierteljährlich 1.25 Mark Änzelnummer 30 Pfg. "Wachtfeuer" (Architektur-Verlag "Der Zirkel" G. m. b. H., Berlin, Wilhelmstr. 48, Preis 20 Pfg.) ist das neueste 60. Heft erschienen. "Die Plastik", illustrierte Zeitschrift für die gesamte Bildhauerei und Bildnerei und ihre Be­ ziehungen zu Architektur und Kunstgewerbe. Heraus­ gegeben von Alex. Heilmeyer, Bildhauer und Kunstschriftsteller, München. Monatlich ein Heft mit acht Kunstdrucktafeln und einem Bogen Text. Preis vierteljährlich 3 Mark. Einzelnes Heft 1.20 Mark. Verlag von Georg D. SB. Caüwey, München.</p>
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          <p>Inserate.</p>
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          <p>Stadttheater. Ein vielversprechender Titel "Die Kriegs­ braut", zeitgemäßes Schauspiel in 5 Bildern dem der gleichnamige Romian in einer Münch­ ner Familienzeitschrist die Reklametrommel rührte, lockte Sonntag nachmittags und abends ein zahlreiches Publikum in unser Stadttheater, das namentlich, in der Abendvorstellung bis auf das letzte Plätzchen angefüllt war. Münch­ ner gastierendes Schauspiel nennt sich die Truppe, die unter der Leitung ihres Direktors Erlbeck die aktuelle Mache zur Aufführung brachte. Ueber das Stück selbst läßt sich nicht viel sagen, ebensowenig über den literarischen Wert desselben. Die Episoden haben sich offenbar in der Türe geirrt, unvergleichlich größer wären ihre Wirkungen bei einigerma­ ßen geschickter szenischer Umrahmung imIFiün gewesen, denn für eine kleinere Bühne bietet das Schauspiel wenig Verlockendes. Auch die Darstellung war abgesehen von der zu wür­ digenden gewandten schauspielerischen Leistung des Herrn Direktors Paul Erlbeck (v. Falken­ ried) und vielleicht noch jener des Frl. Dörr­ mann (Rosa v. Lossow) eine sehr mäßige und drängte sich mannigfach in den Rahmen einer Liebhaberaufführung. Das Nachmittagspubli­ kum klatschte gewohnheitsmäßig Beifall und nahm auch bei ernsten Szenen Gelegenheit, seiner Lachlust zu stöhnen. Diesmal behielt der materielle Erfolg die Oberhand vor dem ideellen. Hg.) 43. Sitzung des Stadtmagistrats Landshut. vom 20. November 1915. Vorsitzender: Herr Rechtsrat Ambros. Verehelichungszeugnis erhielt ausgestellt Hugo Guam Unteroffizier im 12. Jnf.-Rgt. mit Kreszentia Bartlmä, Näherin von Buchloe . Ein Baugesuch der Landshuter Bisquit- und Keksfabrik für eine Einfriedung wird auf Ruf und Widerruf genehmigt, da es mit der im Stadterweiterungsplane vorgese, henen Bauliniensührung im Widerspruch! steht. Zugleich, wurde beschlossen, die Baulinie von der Exerzierplatzstraße zur Altdorferstraße in Instruktion zu nehmen. Einen beweglichen Dampfkessel hat die Firma Vereinigte landwirtsch. Fabri-ken, vorm. Epple und Buxbaum aufgestellt. Wird nach, den Bedingungen des Revisions­ vereins genehmigt. Ein Rasen schilp, hat Me. Firma Auf­ leger von ihrem Anwesen entfernt. Es Munter pir kommt daher auch' die Rekoguitionsgebühr in Wegfall. Landgericht Landshut. (Sitzung vom 19. November 1915.) Wegen Vergehens gegen das Kriegs­ zustandsgesetzt wurden verurteilt: wegen Pferdeausfuhr der Händler Xaver Bachinger von Landshut, der Schuhmacher Lo­ renz Gantner von Au b. Freising und der Müller Martin Zeiler von Schweinbach zu je 1 Tags Gefängnis; die Oberfahnenschmiedsehestau Rosa Rösch von Landshut wegen unerlaubten Verkehrs mit stanzüsischen Gefangenen zu 1 Monat und deren Tochter Rosa zu 3 Tagen Gefängnis. Wegen schweren Diebstahls erhielt der Scherenschleifer Matthias Mayer von Moos­ ham 6 Monate Gefängnis. Der Dienstknecht Georg Büschl von Irlach sollte sich wegen Vergehens gegen das Kriegs­ zustandsgesetz verantworten. Er kam aber nicht zur Verhandlung, weshalb Haftbefehl gegen ihn erlassen wurde. Wegen Amtsunterschlagung wurde der frühere Buchhalter Hans Richter von Münchöerg, zuletzt in Landshut, zu 3 Monaten Ge­ fängnis verurteilt. Weißböck Dominikus, Taglöhner von Rigau wegen Diebstahls im Rückfalle .erhielt 4 Monate Gefängnis.</p>
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