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      <titleStmt>
        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1915-11-24"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">68. Jahrgang Nr. 320</biblScope>
          <date when="1915-11-24">1915-11-24</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
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          <p>Im Westen hielt die lebhafte Artillerie­ tätigkeit an mehreren Stellen an. Im Prie­ sterwalde blieben französische Sprengungen er­ folglos. Im Luftkampfe wurde bei Aure in der Champagne ein französischer Doppeldecker ab­ geschossen. i An der italienischen Grenze dauern die Kämpfe an der Görzer Front weiter an. Nur aus der Hochfläche von Doberdo gelang es den Italienern, die österr.-ungar. Verteidigungs­ linie etwas zurückzudrängen. Ein Gegenan­ griff warf die Italiener aber alsbald wieder zurück. Der österr.-ungar. Heeresbericht stellt ausdrücklich! fest, daß die österr.-ungar. Trup­ pen seit dem Beginn des 'Krieges, also seit einem halben Jahre, ihre Stellungen amJsonzo, die in letzter Zeft der Gegenstand der hef­ tigsten Angriffe waren, fest in ihren Hän­ den halten. Die Verluste der Italiener an To­ ten und Verwundeten werden auf eine halbe Million Mann geschätzt. In Serbien deuten alle Zeichen darauf hin, daß der letzte Kampf auf serbischem Ge­ biet östlich! von Pristina, in der Gegend des Amselfeldes, wird ausgefochten werden. Von Norden, von Osten und von Süden rücken die verbündeten Heere gegen Pristina vor, die Serben vor sich! hertreibend, die zwar noch an einzelnen Stellen heftigen Widerstand lei­ sten, aber doch! den Vormarsch höchstens eine kurze Zeit au^ühalten, aber nicht mehr zu hindern vermögen. Der Ring zieht sich- im­ mer enger um die Serben zusamstrlen. Nur die Westseite nach! Montenegro ist bisher noch offen. Die serbische Regierung soll schon nach Prizren geflüchtet sein, dem an der Nord­ ecke Albaniens gelegenen serbischen Grenzort. Die Unsern machten in Nachhutkämpfen nörd­ lich, von Mitrowitza, nördlich und nordöstlich von Prfftina 1500 Serben zu Gefangenen und erbeuteten 6 Geschütze. Die südöstlich auf Pri­ stina vorrückenden Bulgaren nahmen 8000 Ser­ ben gefangen und erbeuteten 44 Geschütze und 22 Maschinengewehre. Schon diese Beute zeigt die Auflösung des serbischen Heeres, das plan* und ziellos durch, Winterkälte und Frost, ent­ kräftet und übermüdet aus dem Lande eilt, um in den -Schwarzen Bergen und in Albanien Schutz zu suchen, ein heimatloser König, ein heimatloses Heer, ein heimatloses Volk. Ge­ brochen fft der Hochmut, aber auch die Kraft Serbiens und düstere Verzweiflung herrscht ^ in der nach, Westen wogenden Karawane des I Serbiens letzter Kampf. Die KSmpfe «m Pristina und Mitrowitza: 9500 Serben gefangen. 50 Geschütze, 22 Maschinengewehre erbeutet. — Ein halbes Jahr italienischer Krieg. — Me italienischen Angriffe abgeschlagen. — Eine halbe Million italienische Berlnste. — Belagernngszuftaad in Griechenland. Elends, die ihre grellste Beleuchtung .findet in dem Revolverschuß des Offiziers, den die­ ser, um sein Volk an dem Mörder zu rächen, aus Pasitsch abgeschossen hat. Und die Ver­ bündeten? Gelaffen und kühl sieht England dem Untergange des zweiten, feiner Politik geopferten Volkes zu. Serbien ist für Eng­ land wertlos geworden und die zermürbten Haufen sind ja wicht einmal mehr omf Suez­ kanal zu verwenden, um für Englands Zwecke tzu kämpfen. Nur die Franzosen wollten hel­ fend beibringen, aber 'auch, sie konnten das Verhängnis nicht mehr austalten. Sie wur­ den in den Strudel mitgezogen. Griechenlands Antwort ist eine glatte Ab­ sage. Um dersewen auch den notwendigen Rückhalt zu geben, wurde über ganz Griechen­ land der verschärfte Belagerungszustand ver­ hängt.</p>
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          <p>Bericht des deutschen Hauptquartiers. WTB. Berlin, 23. November. Mittags. lGroßeS Hauptquartier.)</p>
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          <p>Westlicher Kriegsschauplatz. Auf verschiedenen Stellen der Front hielt, durch! das klare Wetter begünstigt, die lebhafte Feuertätigkeit an. Im Priesterwalde blieben zwei feindliche Sprengungen erfolglos. Ein französischer Doppeldecker stürzte bei Aure in der Champagne nach! Lustkampf ab.</p>
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          <p>Oestlicher Kriegsschauplatz. Keine wesentlichen Ereignisse. Balkan-zkriegsschauplah. Nördlich! von Mitrowitza, sowie nördlich und nordöstlich! von Pristina wurde der Feind in Nachhutkämpfen geworfen. Ueber 1500 Gefangene und 6 Geschütze wurden eingebracht. Auch! die südöstlich von Prfftina kämpfen­ den bulgarischen Kräfte dringen erfolgreich vorwärts. Es wird von dort die Gefangennahme von 8000 Serben und eine Beute von 22 Maschinengewehlren und 44 Geschützen gemeldet. » Oberste Heeresleitung. .</p>
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          <p>Zur Lage in Persien. Der "Franks. Ztg." zufolge meldet die "Köln. Ztg." aus Kopenhagen: Tie "Börsen­ zeitung" erklärt, es werde vom Ministerium des Aeützern mitgeteilt, daß der Vormarsch der russischen Truppen gegen Teheran aufge­ geben wurde. Da der Schah öffentlich erklärte, mit der Regierung, in Teheran bleiben zu wol­ len, seien die ekgentlich«en Gründe für einen Vormarsch gegen die Hauptstadt von selbst weggefallen. &lt;Z.) Tie Vorgänge in Persien. Petersburg, 23. November. Tie Pe­ tersburger Telegraphenagentur meldet aus Te­ heran: Unsre Feinde haben bei Kum von der Telegraphenlinie von Teheran nach« Süd­ persien und Indien Besitz ergriffen. Aus Buschir wird telegraphiert, daß der englische Konsul und die Mitglieder der englischen Ko­ lonie in Schiras verhaftet wurden. Aus Konstantinopel wird gemeldet: Die letzte Proklamation der persischen Demokra­ ten, wodurch, die Stämme zum! Anschluß an die türkische Armee aufgefordert werden, macht überall tiefen Eindruck. Die Krieger versam­ meln sich zu Tausenden vor Buschir und drohen mit ^xinem Angriff auf die Stadt, falls die Engländer sie nicht räumen. Die Plünderung des dortigen deutschen Konsulats durch die Engländer steigert noch, die Empörung der Bevölkerung. &lt;Z.) Verwundeten bereits eine halbe Million Männer gokostet. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Tie an der oberen Drina kämpfenden k. und k. Truppen greisen die montenegrinische Stellung aus dem Kozora-Sattel und nordöstlich davon an. Eine österr.-ungar., Koslonne ist in Prijepolje eingerückt. Die Kämpfe im Amselfeld nchjmien einen günstigen Fortgang. Unsre im Jbartal vor­ dringenden Streitkräfte stehen 6 Kilometer nördlich« von Mitrowitza, deutsche Truppen einen halben Tagemarsch nördlich von Pristina im Kampfe. Die Bulgaren dringen über die Zegovac«Planina vor. Der stellvertretende Chef des Generalstabes r v. H o « f e r, Feldmarschalleutnant.</p>
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          <p>Vom östlichen Kriegsschauplatz. Eine Kaiserreve. Ueber eine Besichtigungsfahrt des Kaisers heißt es in einem Feldpostbrief, der im Liegniter Tagblatt, veröffentlicht ist: Der Kaiser kommt zur Besichtigung der Armee Woyrsch. So ging es am 10. Nvoembe rldurch unsere Laufgräben und ant 11. November erschien der Kaiser, begleitet vom Feldmarschall Prinz Leo­ pold von Bayern. Der Kaiser schritt die Front ab und begrüßte jede Kompagnie — jede Bri­ gade hatte eine Kompagnie entsandt — mit den Worten: "Guten Morgen, Kameraden". Dann nahm er einzelne Dekorierungen vor. In einer Ansprache dankte er für die schönen Er­ folge, die die schlesische Landwehr im Laufe der großen Offensive erreicht habe. Er kam dann aus die Angriffe des Feindes im Westen zu sprechen und ermahnte uns, auszuhalten im Graben und den Feind Mit blutigen Köpfen heimzuschicken, bis er vor uns auf den Knien liegt, was vielleicht, wie er hoffe, schon in kürzester Zeit geschehen könne. (Z.)</p>
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          <p>Der Krieg mit Italien. Tie Steuerschraube in Italien. Unter den geplanten neuen Steuern kn Italien befindet sich, auch eine Erhöhung der Einkommensteuer. &lt;Z.)</p>
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          <p>Ter bulgarische Bericht. WTB. Sofia, 23. November. Amt­ licher Bericht vom 21. November: Die Käm­ pfe um Pristiua gehen weiter. In der Ge­ gend von Guilani haben wir bis jetzt 7000 Mann gefangen genommen, 2 Maschiinengewehre und 4 Geschütze erbeutet. An der übrigen Front keine Veränderung. Ter Kampf gegen Serbien. Paris, 23. Nov. (Agence Havas.) Der am 22. November eingetroffene Montenegri­ nische Bericht lautet: Unsere Sandschakarmee wurde am 20. November aus der ganzen Linie am kräftigsten an der Drina und am 'Sims an­ gegriffen. Sie schlug den Gegner überall zu­ rück (!) und befestigte die neuen Stellungen. Frankfurt a. M-, 22. Nov. Der "Frkf. Ztg." wird aus Wien berichtet: Württembergifche und brandenburgifche Truppen waren es, die sich nach erbittertem Straßenkampf der be­ festigten Stadt Novipazar bemächtigten. Zur Deckung der nach Montenegro hinüberführen­ den Wege in dem Gebiete von Pestera sind süd­ westlich von Novipazar starke serbische Nach­ huten zurückgeblieben, die zähen und erbitter­ ten Widerstand leisteten. Die Truppen der Armee Gallwitz dringen, nachdem sie schon beiderseits von 'Podujevo den Ausgang des Tales des Labflusses erzwungen haben, auf beiden Seiten dieses Flusses über die Lesizka Planina und die südlichen Hänge des 850 Meter hohen Wasiljewac-Passes weiter nach« dem Süden vor. (Z.) sTie Lage der österreichischen Gefangenen in Serbien. Die österreichisch-ungarischen Kriegsge­ fangene nwurden zum großen Teil bereits nach, Albanien eskortiert. Ihr Los scheint kein gutes zu sein. Tausende werden da!z!ui verwendet, die Straßen für den Rückzug der Truppen herzustellen und Wege in Albanien für die Zufuhr von Lebensmitteln für die serbische Armee zu bauen. Schrecklich ist auch das Los der serbischen Verwundeten, die von ihrett Truppen nicht mehr fortgeschafft werden können. Zu Hunderten bleiben sie ihrem Schicksal überlassen. Man findet Verwundete, die, ohne Hilfe erhalten zu haben, aus freiem Felde sterben. (Z.) . Verlegung dos serbischen Regierungssitzes nach« Montenegro. Nach einer Privatmeldung des Berner "Bund" bereitet die serbische Regierung eine Verlegung ihres Sitzes nach' Montenegro vor, wohin viele Lebensmitteltransporte äbgehen. &lt;Z.) Tie Balkansorgen her Vicrverbandspressr. Die "Deutsche Tagesztg." meldet aus Genf: Die merklich, abgekühlte StimMung der Pariser Presse entspringt der Erwägung, was Eigent­ lich der Viercherband auf dem Balkan anstreben könne. Oberst Rousset gesteht verzagt, Hilfe für Serbien sei unmöglich. Sarrail erwarte einen überstarken feindlichen Angriff auf der Frontseite und auf bviden Flanken. Aushar­ ren wäre ja schön, rotenn nur der Vierverband heute wüßte, wer demnächst die kräftigste Offen­ sive auf dem Balkan ergreifen könne. Hier liege der schwärzeste Punkt. — Die radikale Presse spricht schon deutlicher. "Rappel" be­ fürchtet, der Vierverband entfessele einen griechischen Krieg, dessen Ziel nebelhaft sei. Niemals werde Griechenland gegen Deutsch­ land marschieren. Berthaut sagt, Saloniki sei nur eine sichiere Basis, wenn es ein befestigtes Lager werde; indessen fehle Italiens Hilfe. Frankreich, dürfe neue Truppen nicht absenden. Die Diplomaten möchten auch Griechenland nicht brüskieren. Clemenceau verlangt sofor­ tigen Verzicht auf jegliches Unternehmen tm Saloniki. Deshalb wird er in ungewöhnlich heftiger Weise von Herve angegriffen. Dieser erfährt, daß Clemenceau als Präsident der Senatskommission die übrigen Mitglieder zur Ansicht bekehrt habe, Frankreich müsse die Offensive an der Westfront ergreifen und alle übrigen Pläne aufgeben. Dagegen protestiert Herve, indem er auseinandersetzt, die Aufgabe Salonikis würde allen bisherigen Fehlern des Vierverbandes die Krone auffetzen. Die Ru­ mänen würden sofort Beßarabien angreifen. Wenn solche zersetzende Geffter wie Clemenceau Einfluß auf die Regierung gewännen, wäre es Vesser, sofort Frieden zu schließen. (Z.) Bclagernngszustant» in Griechenland. Wien, 23. November. Hier vorliegende Meldungen besagen, in ganz Griechenland ein­ schließlich der griechischen Inseln sei der ver­ schärfte Belagerungszustand verhängt worden. i ! i ; 11 1 ; (Z ) Griechenlands Antwort. Genf, 23. November. Das Parffer Aus­ wärtige Amt erwartet morgen den vollstän­ digen Text der Athener Protestnote, die von Briands Pressebüro mit den Worten gekenn­ zeichnet wird: "Diese Protestnote wird ern­ ster zu nehmen sein als die seinerzeit von Venizelos ausgegebene." Ueber den Inhalt der Protestnote ver­ lautet: Griechenland sehe sich durch die im Namen des Vierverbandes ausgesprochenen Drohungen Kitcheners nicht zu der Eröffnung der Feindseligkeiten gegen Deutschjland, Oesterreich«-Ungarn, Bulgarien und die Türkei ver­ anlaßt. Es ziehe die Zurückziehung seiner Beobachtungstruppen aus dem Grenzgebiet in der von Kiichener angegebenen Ausdehnung vor. Die Parffer Regierungskreise sind von dieser Wendung keineswegs befriedigt, beson­ ders darum nicht, weil General Sarrail von solcherart erlangten Erweiterung des Opera­ tionsfeldes der Verbündeten wenig taktische Vorteile, dagegen die Möglichkeit unliebsamer ZwifchenfäUe erwartet. (Z.) &gt; * Scheveningen, 23. November.Die Ge­ sandten Griechenlands in Paris und London gaben eine Erklärung ab, die Athener Regie­ rung werde nach, wie vor die Ausschiffung der Ententetruppen in Saloniki in keiner Weise belästigen, könne jedoch, den Uebertritt bewaff­ neter Serben nach Griechenland nicht zulas­ sen. Somit bleibt das Ultimatum! der Entente wirkungslos; man glaubt nicht, daß die En­ tente außer der Blockade noch andere Zwangs­ maßregeln anwenden wird. Englisches Urteil über die Haltung Rumäniens. Der "Franks. Ztg." wird aus London be­ richtet: Das englische Wochenblatt "Nation" erwartet nicht mehr, daß Rumänien an der Seite der Entente an dem Kriege teilnehmen wird. Wenn es dies gewünscht hätte, dann * hätte es diesen Schritt getan, bevor Serbien 1 überwältigt war. Inzwischen mürbe K 'für I die Entente nicht mehr gefährlich sein, wenn ' es auf die Seite der Zentralmächte träte. Hätte ' Rumänien dies zur Zeit des russischen Rück­ zuges getan, dann 'hätten die Folgen ernste fein können. (Z.) Zurückhaltung eines Sanitätsznges. Der vom Kaffer Franz Josef der bulgari­ schen Heeresverwaltung geschenkte Sanitäts­ zug wird bisher von der rumänischen Regier­ ung zurüygehalten. (Z.) RohölauSjuhr aus Rumänien. Budapest, 23. November. Der "Pester Lloyd" meldet aus Bukarest: Die rumänische Eisenbähndirektion gestattet die Ausfuhr von Rohöl. Zum Abttausport werden 180 Tank­ wagen bis zu den rumänischen Häfen ver­ wendet werden. (Z.) Am Balkan.</p>
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          <p>Der Krieg zur See. Versenkte Schisse. Lyon, 22. November. "Progres" meldet aus Marseille: Der Kapitän und die aus 28 Mann bestehende Besatzung des italienischen Dampfers "Ticino", der am 6. ds. von einem, Unterseeboot versenkt wurde, kamen hier an. Sie wurden nach, Italien wviter befördert. London, 22. November. (Reuter.) Die britischen Dampfer "Merganser" und "Hallamshire" sind versenkt worden. Die Besat­ zungen konnten gerettet werden.</p>
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          <p>Der Krieg mit England. Warnnpg an bk englische Regierung. "Labour Leader" fragt unter der Ueberschrift: "Weiß die Regierung, daß eine Ver­ einigung existiert aus Männern im dienst­ fähigen Alter, die geschworen haben, teilte Wehrpflicht anzunehmen, gleich wie die Fol­ gen sein mögen." Die Organisation habe be­ reits 50 Ortsstellen. Mehrere tausend Mit­ glieder wollen Pier Tage vor dem Ablauf von Lord Derbys Ultimatum einen MationalfoNvent in London einberufen, um die grund­ sätzliche Freiheit gegen jede Wehrpflicht feste zuststellen. 'J3ft die Regierung bereit, diesem Widerstand entgegenzutreten? Die Zahl der­ jenigen, die entschlossen ist, die "Wehrpflicht nicht anzuerkennen, ist größer als sie ahnt. Sie fei gewarnt. (Z.) '</p>
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          <p>Tages-Uebersicht. 1000 Ritter dos Eisernen Kreuzes zahlte der Verband der Deutschen Buchdrucker nach den bis 13. ds. im "Korrespondenten" geführten namentlichen Aufzeichnungen. Höchstpreise für Wild. Nachdem die Ver­ handlungen tritt Den Sachverständigen abge­ schlossen sind, hat der Reichskanzler die Höchst­ preise für Wild festgesetzt. Sie betragen: Für den Verkauf vom Jäger an den Händler mit Decke, Balg oder Federn für das Pfund: bei Rot- und Damwild 0,60 Mk., Rehwild 0,70 Mk., Wildschweine 0,55 Mk., für das Stück bei Hasen 3,75 Mk., Kaninchen 1 Mk., Fa­ sanen (Hähne) 2,50 Mk., Fasanen (Hennen) 1,75 Mk. Die Kleinhandelspreise sind von den Gemeinden festzusetzen. Ihre oberen Gren­ zen hat der Reichskanzler wie folgt bestimmt: Für das Pfund bei Rot- und Damwild 1,40 Mk., Rehwild 1,80 Mk., Wildschweine 1,10 Mk., für das Stück bei Hasen mit Fell 5 Mk., ohne Fell 4,50 Mk., Kaninchen mit Fell 1,60 Mk., ohne Fell 1,30 Mk., Fasanen (Hähne) 3,50 Mk., Fasanen (Hennen) 2,50 Mk. Mitchstrcik in Uta. Tie Milchhändler in Ulm scheinen einen Milchstreik ins Werk set­ zen zu wollen. Tie Tatsache, daß die Stadt sich bis jetzt den Bezug von täglich 3000 Litern Milch vertraglich gesichert hat, und daß von der Stadt die Festsetzung eines Höchst­ preises von 22 Pfg. geplant ist, scheint die Milchhändler dazu zu veranlassen. Sie dürf­ ten aber bei einer Durchführung schlecht fah­ ren, denn Oberbürgermeister von Wagner er­ klärte, daß in dem Augenblick, in dem die Milchhändler %re Lieferungen einstellen, 'die Stadt die gesamte Mlchpersorgnng in die Hand nehmen werde. Um aber den ^1# Händlern einen angemessenen Verdienst zu las­ sen, wurde bestimmt, daß sie bei einem) Milch- Höchstpreise von 22 Pfg. von der Stadt die Milch um 19 Pfg. erhalhen werden. Ter holländische Lebensmittelhandel. Rach der "Köln. Ztg." hat der erste Mnister Hol­ lands eine Anfrage des Pariser "Journal" über die Absichten Hollands bezüglich des Au­ ßenhandels mit Lebensmitteln durch! folgendes Telegramm beantwortet: Holland tonn sein Recht und seine Perfügung über feine Boden­ erzeugnisse nicht preisgeben. (Z.)</p>
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          <p>Bayerische Nachrichten. I Kartoffcl-Enteiguuitg. Tie Stadtgemein| de Würzburg beschloß den Einkauf von 20 000 I Zentner fränkischer Kartoffeln, die an die Be’ völkerung, gleichgültig ob bemittelt oder nicht, j abgegeben werden sollen. Bis jetzt ist aber ' nur ein Waggon eingelaufen, da die Bauern - mit der Anlieferung zurückhalten. Ter Mar gistrat beschloß nun von der gesetzlichen HandI habe Gebrauch! zu machen und die Kartoffeln F in drei Bezirksämtern Kitzingen. Ochsenfurt f und Würzburg zu enteignen, (nt.) | Ter blinde Sohn. Ein erblindeter Soldat, | geschmückt mit dem! Eisernen Kreuz, geleitet I von einem Schulknaben, kann in den Straf ßen Augsburgs oft gesehen werden. Er ist | der Sohn eines Bauern von Agawang bei f Gessertshausen. Als er daheim erblindet an&gt;°kam, wurde ihm buchstäblich die Türe gewiel sen, da der Bauer seinen Sohn nicht blind in den Krieg geschlickt habe, man solle ihn nur in einer Anstalt aufnehmen. Ter Soldat wurde ton seiner verheirateten Schwester in Augs­ burg-Pfersee aufgenommen, hat bereits im! I Schreiben (Blindenschrift) gute Fortschritte geI macht und ist nun auch mit seinem! Schicksal zul frieden. 'Jetzt aber hörte sein Vater, was der Sohn Kriegsinvalidenpension erhält, und nun - möchte er den abgewiesenen Sohn wieder dai heim haben. Auf dieses Anerbieten verzichtete ! nun aber der Sohn. | Tier christliche Bauernverein hielt am i Montag in München eine erweiterte Obmän! nerversammlung ab, in welcher Herr Dr. Heim! jj über "Höchstpreispolitik und Lebensmittelprei­ se" sprach!. In seinem Referate behandelte er ausführlich! die Periode der Höchstpreispolitik und forderte: 1. Die Höchstpreise müssen aus­ gehen von den Enfftehnngskosten, 2. dieHöchstpreise sind, für Auslandsprodukte angewen­ det, verhängnisvoll, 3. die Höchstpreise für Kleinprodukte sind nur denkbar unter voll­ ständiger Ausschaltung des Handels. Er wies auch daraus hin, daß seit 1. Januar 448 De­ krete erschienen sind, von denen manche kaum 8 Tage alt wurden. Eine Resolution an den Reichskanzler gelangte zur Annahme, in wel­ cher gegen die in jüngster Zeit erhobenen un­ gerechten Vorwürfe gegen die Landwirtschaff 1 protestiert und der Verwunderung Ausdruck gegeben wird, daß der Reichskanzler Wohl auf eine Eingabe der sozialdemokratischen Par­ tei eine öffentliche Antwort in der "Nordd. Allg. Ztg." gab, auf eine Eingabe des deut­ schen Landwirffchaftsrates bis heute aber schwieg.</p>
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          <p>Zwei Kinder erstickt. Bei einem Zimmvrbrand im Häuschen der Taglöhnerin Martin in Waal (Schwaben) erstickten die beiden Kin­ der ein Mädchen von 2 und ein Knabe tost 3 Jahren. Ihr neuWborenes Kind erschlage« hat die 18jährige Dienstmagd Warta Heindl bon Ober­ neukirchen, nachdem sie am 28. Juli heimjlich im Kuhstall ihres Dienstherrn in Reichwinkel geboren hatte. Sie tötete das Kind durch Schläge mit der Mistgabel und versteckte die Leiche in einer Ecke des Stalles. Das Obers bayerische Schwurgericht verurteilte die Heindl unter Zubilligung mildernder Umstände zu 3 Jahven 6 Monaten Gefängnis. Beim Rodeln verunglückt. Einem 1 Ijähr. Knaben in Sippersfeld (Pfalz), deffen Va­ ter seit einem Jahre im Felde stchä, drang beim Rodeln ein Holzpfahl so in den Un­ terleib, daß dieser aufgeschlitzt wurde. Im Krankenhaus Kaiserslautern wurden Teile des Pfahles herausgenommen. Ein Boche-Prozeß. Die Berliner "Volkszeitung" meldet aus Bern: Ein Deutsche na­ mens Wagner und eine Frau Buergi, eine ge­ borene Französin, waren in einem Berner Kinematographentheater zusamrriengeraten, weil Frau Buergi bei einem deutschen Bilde Wagner mit dem Schimpfnamen "Boche" belegt Statte. Es war zu einer Schlägerei mit bluti­ gen Nasen gekommen und beide Personen haben monatelang prozessiert. Jetzt ist das Urteil gefällt worden, das Wagner 20 Tage Gefängnis und 40 Franken Geldbuße auferlegt. Wagner erhält aber den in der Schweiz üblichen Sttafauffchub und braucht die Strafe nicht abzusitzen. Frau Buergi wurde, weil sie Unfug getrieben und eine Körperverletzung begangen hatte, zu 70 Franken Geldstrafe ver­ urteilt. X3-) Allerlei.</p>
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          <p>nosfenschastswesens gewiesen fei, als der Land­ rat im hörigen Jahre den Zuschuß gestrichen hake. Es sei dies lediglich aus 'Sparsamkeits­ rücksichten geschehen. Es lvurde daraus beschlossen, die Beitrags­ erhöhung auf die Tagesordnung der nächsten Genossenschiastsversammlung zu stellen. Herr Oekonomierat Hohenegg referierte hieraus über Revisionswesen, Wobei er als Grundsatz aufstellte, die schärfste Revision sei die beste. Anschließend hieran sprach der glei­ che Redner über das Thema "Der Krieg und die Genossenschusten"/ worüber noch geson­ dert berichtet wird. Herr Pfarrer Stelzer forderte zu innigem Zusammenwirken der Genossenschaften auf. Der Herr Kreisanwalt schloß sodann die 'Versammlung mit beut! Wunsche auf fernere gedeihliche Entwicklung des Genossenschafts­ wesens. ;</p>
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          <p>Etwas wie Galgenhumor blitzt in seinen Augen aus and klingt im Ton seiner StimMe. "Wenn's wenigstens Süßwässer wärelAber so mit ? nem bitteren Seewassergeschchack auf der Zunge —Brr!" Er schüttelt sich, greift in die Rocktasche und zieht sein Zigarrenetui heraus. Es sind noch drei Zigarren darin. Er präsentiert sie seinen Gefährten. "Darf ich bitten?" Aber Mr. Pemberton wie Viktor Felden danken. Der Leutnant bedient sich! achsetzukkend selber und zündet die Zigarre mit Be­ hagen an. Aber er hat erst einige Züge ge­ tan, als ihm ein erschütterndes Beispiel in seinem Genuß stört. Immer gieriger haben die über Deck hereingefluteten Wassermassen ihr Zerstörungswerk getan. Jetzt branden sie zur Kommandobrücke empor, auf der der Ka­ pitän und der erste Offizier in heroischer Aus­ dauer verharren. , Mr. Pemberton winkt den beiden Schiffsoffizieren. , Aber der Kapitän lehnt energisch! ab. Und auch! der erste Offizier verneint mit einer energischen Gebärde. Der weiße Gischt spritzt ihNen ins Gesicht. Me gierigen Wogen machen sich über die Schutzverkleidung heb, die sie in wenigen Minuten herabgeris­ sen häben. Eine Sturzwelle packt den Ka­ pitän und nimmt ihn mit sich Wer Bord. Da sehen die gespannt zwischen Bangen und Hoffen hinauslugenden Blicke, wie der Dampfer seinen Kreis ändert, und nun mit Volldampf gerade auf das Wrack lossteuert. "Hurra!" ruft Leutnant von Flottwitz und schwenkt begeistert. seine Reisemützseh Dann streckt er seine beiden Arme aus und deklamiert in dem Ueberschwang der ungestümen Freude die in ihtn angesichts der nähenden Rettung durchbricht: "Die Träne quillt, die Erde hat mich! wieder!" Es ist kein Zufall und auch nicht die Wirkung der verzweifelten Bemühungen der in den Mars geflüchteten Passagiere der "Aurelia" gewesen, die den fremden Dampfer noch! rechtzeitig herbeigeführt hat. Vielmehr ha­ ben die Rettungsboote des brennenden Schiffes den Kurs des Dampfers gekreuzt, uttb ihre ' Insassen sind von ihm an Bord genominen worden. Ihr Bericht !hät den Kapitän ver­ anlaßt, nach! der verunglückten "Aurelia" Aus­ lug zu halten und auf das Wrack loszusteuern, nachdem es gesichtet worden wär. Das Ret­ tungswerk vollzieht sich! unter schwierigen Um­ ständen, aber endlich! sind alle au Bord des großen englischen Paffagierdampfers, der auf der Fahrt von Englandl nach! Newhork ist, geborgen. , : &gt; j -1 1 . j u C8»ttfefctma fofot) M ij Der erste Offizier hat int letzten Augenblick feinen Revolver gezogen und an die Schläfe gesetzt, um den Todeskampf abzukürzen. Erschüttert, ohne imstande zu sein, hel­ fen zu können, haben die Passagiere vom Mast herab das Drama Vor sich&gt; abspielen sehen. Mit einer instinktiven Gebärde schleudert Leut­ nant von Flottwitz seine Zigarre von sich.. Ingrimmig miurlmelt er zwischen den aufein­ andergepreßten Zähnen: "Geschieht meinem al­ ten Herrn ganz recht, warum wällte er nicht — A Der Rest erstirbt in einem unverständli­ ch,en Geflüster. . Eine Stunde später 'erhebt sich! plötzlich ein Freudengeschrei unter den Flüchtlingen auf dem Mars. Man hat einen Dampfer ge­ sichtet. Ein paar von den jüngeren ziehen ihre Röcke und schwenken sie aus Leibeskräf­ ten, vhne daran zu denken, daß, die Versuchs sichi bemerkbar zu machen, bei der Dunkel­ heit der Macht von dem fremden, in ziem!licher Entfernung sich befindenden Dampfer unmöglich, wahrgenomNwn werden können. — Gleichzeitig aus ein von Leutnant Flottwitz gegebenes Signal läßt man die Stim-tüen sc kräftig, wie nur irgend möglich! erschallen. Aber freilich, auch dieses Bemühen, die Auf­ merksamkeit des in anderer Richtung segelnder Schiffes zu erregen, verspricht bei der groI ßen Entfernung kaum einen Erfolg. , 1 ,</p>
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          <p>Die landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft Niederbayern. Schluß.) In der Besprechung des Jahresberichtes führte Herr Reg.-Rat Auer an, daß durchi bett Ausbruch des Krieges der Geschäftsbetrieb der Berufsgenossenschaft sowohl in Bezug auf den Umfang und die Erledigung der Geschäfte als auchi in Bezug auf die Höhe der finanziellen Leistungen nicht unwesentlich beeinflußt. Von den 12 Hilfsarbeitern mußten alsbald nadji er­ folgter Mobilmachung drei in Erfüllung ih­ rer Heerespflicht zu den Waffen eilen, einer stellte sich freiwillig, während weitere 2 spä­ ter einberufen wurde n. Obwohl infolge des Kriegsausbruches die gewandteren männlichen landwirtschaftlichen Arbeitskräfte den Betrieben entzogen wurden und für dieselben jugendliche oder Ältere, dann weniger geübte Arbeiter verwendet werden mußten, bei den Erntearbeiten überdies viel­ fach Wehrkraftjungen und Mittelschüler Hilfe leisteten, ist, wie aus Abteilung 2 Ziff. 1 des Berichtes hervorgeht, die Zahl sowohl der Un­ fallanzeigen als auchi der Entschädigungsan­ sprüche gegenübe rden Vorjahren in erfreuli­ cher Weise ganz erheblich zurückgeblieben. Be­ sonders wurde hervorgehoben, daß kein Un­ fall der in den landwirtschaftlichen Betrie­ ben tätig gewesenen Wehrkraftjungen und Mit­ telschüler zur Kenntnis des Genossenschastsvorstandes gelangt ist, ein Beweis, daß von diesen jungen Leuten unter Aufsicht und Lei­ tung ihre rLe'hrer und Führer in nachiahwenswerter Weife mit entsprechende rVorsicht ge­ arbeitet wurde. Infolge dieser günstigen Um­ stände bedingten die Ausgaben für neue Un­ fälle keineswegs, wie bei Kriegsausbruchs ei- gentlichi zu erwarten war, eine höhere Belast­ ung der Berufsgenossenschast; dafür wurden aber die Mittel de rBerufsgenossenschaft durch unverkürzte Weitergewährung älterer Renten in erheblicherem Maße in Anspruch genommen. Das Heilverfahren habe leider nicht den Umfang angenommen, der itoi Interesse der Genossenschaft zu wünschen wäre, lötete über­ nehme sogar das Heilverfahren schon in den ersten dreizehn Wochen, wenn de rVerletzte sich in eine Anstalt begab, wo er zweckmäßige Heil­ ung finden könne. Doch widerstreben die mei­ sten Versicherten einer Verbringung in eine Anstalt und auchi bei den Herren Aerzten mache sich oft Widerstand dagegen bemerkbar, die ihre Patienten nicht gerne an Anstalten ab­ geben. i Tie außerordentliche Rentenkontrolle soll heuer aus finanziellen Rücksichten wieder fort­ geführt werden. Ter Haushaltsplan für das Jahr 1916, der mit 1 390 000 Mk. bilanziert, wird sodann nachi kurzer Debatte genehmigt. Die Mitglie­ derbeiträge bleiben auf derselben Höhe wie im Vorjahre (145 Prozent de r Grundsteuer). Drei Ersatzansprüche gegen ersatzpflichtige Arbeitgeber werden gutgeiheißen. Her rL.-R. Hießerer meinte, ob es nicht möglich ist, gegen Verletzte einen Zwang zur Anstaltsbehandlung auszuüben, worauf. Herr Reg.-Rat Auer betonte, daß dies auf Grund des Versicherungsgesetzes in den Fällen möglich sei, wo der Verunglückte zuhause nicht die geeignete Pflege erhalten könne. Er bat da­ her, in solchen Fällen die Vorstandschast 'be­ nachrichtigen zu wollen . Hierauf gab Herr Landratspräsident Mjittermeier dem Danke der Versaimtmilung an den Herrn Vorsitzenden, den Vorstand und die Her­ ren Beamten für ihre ersprießlich,e Tätig­ keit Ausdruck. . ' Herr Reg.-Rat Auer dankte mit der Ver­ sicherung, daß sie auch in Zukunft bestrebt sein werden, daß die Leistungen der Genos­ sen sich nicht ins Ungemessene steigern, sich nicht über den jetzigen Stand .erheben. Damit schloß die zu allgemeiner Zufrie­ denheit der Teilnehmer verlaufene Versamms lung.</p>
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          <p>düng bei längerem Kartoffelmangel Wohl in Erwägung gezogen werden müßte.</p>
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          <p>und die ftoji von Geschlecht zu Geschlecht fort­ erbte, war in Erfüllung gegangen. Serbisch« Waffen hatten von neuem ein Groß-Serbewreich geschaffen, und an den Gräbern Lasars und Murads zog eine serbische Ehrenwache auf, die dort "ewig" bleiben sollte. Heute aber übertönen die Siegesfanfaren der vor­ wärtsdringenden Bulgaren jene von Sehwsucht erfüllten serbischen Weisen... ! Oede liegt die 60 Kilometer lange und 15 Kilometer breite Ebene da, die von schwer zugänglichen Waldgebirgen, wie Schar, Kopaomik und den Albanischen Alpen umgeben, und von der Sttnitza durchflossen wird. Es D auch das Quellgebiet des Weihen Drin, sowie der vielgenannten Flüsse Wardar und Morawa. Den einzig wichtigen Zugang bil­ det der Paß von Katschanik, der die Ver­ bindung nach Mazedonien vermittelt. An der Mündung der Sttnitza in den Jbar, in roman­ tischer Gebirgsgegend, liegt das jetzt von der serbischen Regierung aufgegebene Mftrowitza, die bedeutendste Stadt des Amselfeldes, mit einer Ruine der Burg Zveean, wo der Ser­ benkönig Urosch IU. vom serbischen Adel ent­ thront und erdrosselt wurde. Den Haupt­ sitz des Handels bildet die etwa 20000 Ein­ wohner zählende Stadt Pristina am östlichen Rande der hier fruchtbaren und wöhlange- bauten Ebene. Weitere bedeutende Städte sind noch Djakova, Zpek und der gm Fuße des Schar an einem Gebirgsbach gelegene gewerbefleißige Ort Prizren. Tie Bevölkerung setzt sich in der Hauptsache aus Albaniern zu­ sammen, die seit wehr als zwei Jahrhun­ derten die ehemals hier seßhaft gewesenen Ser­ ben immer mehr verdrängt oder sich! durch Heirat mit ihnen verschmotzen haben. Ein Akillionenerbe als Droschkenkutscher. Vor einigen Monaten verstarb in London der schwerreiche Kaufmann William Upjohn, dessen Vermögen sich auf mehrere Millionen belief. In seinem Testament teilte er seinen Nachlaß zwischen seiner Tochter und seinem Sohne, fügte aber hinzu, daß es sehr schwierig sein werde, den Aufenthalt seines Sohnes festzu­ stellen, von dem er sich wegen eines Familienzerwürfnisses vor zwei Jahren getrennt habe. Seit dieser Zeit hatte der Verschollene nicht das geringste Lebenszeichen von sich ge­ geben, und man rechnet bereits mit der Mög­ lichkeit, daß er gestorben sei. Nichtsdestowe­ niger verlangte der Vater in seinem Testa­ mente, daß man solange nach seinem Sohne forschen solle, bis man den untrüglichsten Be­ weis von seinem Ableben hätte. Erst dann sollte die Tochter in den Besitz des Anteiles seines Sohnes treten. Ferner bestimmte er,, daß die Kosten der Ermittelungen über den Aufenthalt des Verschollenen von den Zin­ sen des Vermögens, das diesem bei seiner Auf­ findung zufallen würde, beglichen werden sol­ len. Die Behörden leiteten daraufhin um­ fangreiche Nachforschungen ein. Fast alle eng­ lischen Konsuln auf der ganzen Welt wurden beauftragt, ebenfalls Ermittelungen über den Verbleib des Gesuchten anzustellen. Nachdem alle Versuche, ihn aufzufinden, gescheitert wa­ ren, kam man endlich auf den Gedanken, in der Riesenstadt London selbst Nachforschungen einzuleiten. Und richtig fand man ihn die­ ser Tage in der Person eines einfachen, wohl­ bestallten Droschkenkutschers. Auf die Frage, ob er nicht die tu den Zeitungen erfolgteck Aufrufe rüber seinen Verbleib (gelesen habe, ant­ wortete er, daß er von dem Tode seines Va­ ters keine Ahnung hatte, da er nie Zeitungen gehalten habe. Die Nachricht, daß er durch den Tod seines Vaters in den Besitz von vie­ len Millionen gelangt sei, nahm er mit größ­ ter Seelenruhe auf. Er erklärte vielmehr, daß. er trotz seines Reichtums nicht daran denke, seinen ihm liebgewordenen Berus als Drosch­ kenkutscher aufzugeben.</p>
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          <p>Letzte Posten. Ei« halbes Jahr «qch, der Kriegserklärung Italiens. Wien, 23. November. Ein Leitartikel des "Fremdenblattes" stellt fest, daß heute ein halbes Jähr verflossen ist, seitdem Ita­ lien den schmählichen und unerhörten Treu­ bruch vollzog, ohne daß der heimtückische Geg­ ner einen einzigen Erfolg errungen hat oder ein einziges seiner Kriegsziele erreicht hat. Das Blatt schreibt: So wie die Geschichte lei­ nen schmählicheren Verrat kennt, als den Ita­ liens, kennt sie auch! keine hartnäckigere und aufopfernde Verteidigung als die Stadt Görz. Die ganze italienische Wehrmacht, der nur ein Bruchteil unsrer Armee gegenübersteht, er­ schöpft sich in vergebliches Anstrengungen, um wenigstens diese eine Stadt zu erobern und der italienischen Nation als Siegestrophäe dar­ bringen zu können. Die jüngste Rede des ita­ lienischen Justizministers Orlando ist ein Ein­ geständnis der Erfolglosigkeit der italienischen Angriffe. Der Minister gab zu, daß der Be­ sitz Roms Italien viel weniger koste, als einige Quadratmeter öden Karstbodens. Griqchieuland und die Entente. Sd. London, 24. November. Der Athe­ ner Korrespondent der "Daily Mail" hatte eine Unterredung mit dem griechischen Ju­ stizminister Rallis, in welcher der Minister dem Korrespondenten zufolge u. a. sagte, daß, wenn britische, französische und serbische Trup­ pen die griechische Grenze überschreiten soll­ ten, kein Versuch unternommen würde, sie zu entwaffnen. Griechenland Würde binnen 24 Stunden abrüsten, wenn die En­ tentetruppen Saloniki verlassen. Der Minister klagte über die Haltung der britischen Regie­ rung und erklärte, das einzige, was Grie­ chenland verlange, sei der Friede. Aber Groß­ britannien wolle es dazu zwingen, Krieg zu führen und es aushungern. Der Korrespodent der "Daily Mail" bemerkt dazu nochj, es werde HM täglich! deutlicher, daß der ganze Zustand mit dem Worte "Angst" ausgedrückt werden könne. (Bei wem?) Frankreich und das Saloniki-Unternehmen. Sd. Paris, 24. November. Clemenceau schreibt im ,^&gt;ome echane", daß die für die Entsendung nach Saloniki von der Regierung vorgesehenen Truppensendungen bereits über­ schritten sind. Er glaube zu wissen, daß man entschlossen sei, hierin nicht weiter zu gehen. Tie Räumung Rigas. Birschl. Wjedom. meldet, daß die indu­ strielle Räumung Rigas nunmehr beendet sei. Von den Fabriken kamen in erster Reihe die­ jenigen in Betracht, die mit der Herstellung von Kriegsmaterial beschäftigt sind, ferner sämtliche Metallwarengeschäfte, darunter auch die Goldschmiede. Auch die Metallpfänder im stöbt. Pfandhause wurden entfernt. Weiter alle vorhandenen Schiffe und Motorboote, die Hausgeräte der Einwohnerschaft, die Glocken, Denkmäler und Straßenbahnen. Der Gesamt­ wert der entfernten Gegenstände wird auf 500 Millionen Rubel geschätzt. Tie Gärung wächst. Eine neue in Stockholm aus Tiflis einge­ troffene vertrauenswürdige Persönlichkeit be­ richtet: Seit Großfürst Nikolai Nikölajewitsch kaukasischer Statthalter geworden ist, wächst die Gärung unaufhaltsam. Die Bevölkerung ist vor allem aufgeregt wegen des Mangels an Gebrauchs- und Lebensmitteln. Selbst in Tifflis fehlen seit Wochenftist Butter, Eier, Zul­ ker und Schwarzbrot. Weißbrot kostet bis 35 Kopeken das Pfund und der gleiche Preis gilt für Reis. Im städtischen und im Be­ zirkskrankenhaus sind allein in 6 Tagen 11 Fälle von Hungertyphus festgestellt worden. Anderseits ist' man allgemein empört über die Angebereien der echt russischen Leute ge­ gen die armenische Kaufmannschaft. Besondeve Auftegung ruft das Auftreten des Großfürsten in Rostow hervor. Hier erfolgte die Vevhaftung des Rechtsanwaltes Tschalhussjan, eines der angesehendsten Notabeln der russischen Ar­ menier. (Z.)</p>
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