Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1915-12-14. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 68. Jahrgang Nr. 339, 1915-12-14. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert. Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen. Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes 'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/) der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)" ──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────── Kurier für Niederbayern Jahrgang 68 Nummer 339 14. Dezember 1915 ────────── Zwei englische Divisionen aufgerieben. Die Engländer und Franzosen ans Mazedonien hinausgeworfen. — Gewgheli und Doira» von de« Bulgare« besetzt. — 1900 Serben gefangen. — Griechenland mutz sich nun entscheiden. Vom Westen lagen gestern keine Nachrich­ ten von Bedeutung vor. Im Osten kam es nur zu kleineren Plänke­ leien. Bei Wielke verloren die Russen hier­ bei etwa 100 Mann. An"der italienischen Front gab es haupt­ sächlich nur Artillerie- und Minenkämpse. Nur in Judiearien und bei Oslavija kam es zu Jnfanterieangriffen, die abgewiesen wurden. In Serbien kommen die versprengten Teile der serbischen Armee, die der Hunger von den Bergen zutal treibt, allmählich zum Vor­ schein. So wurde gestern die Festnahme von 1000 Versprengten und die Gesang eNnahwe von 900 Serben gemeldet. Bei Jpek wurden auch 12 moderne Geschütze aufgefunden, welche die Serben bei dem Anmarsch, der Verbün­ deten dort vergraben hatten. Kein Engländer und Franzose befindet sich in Freiheit ,aus mazedonischem Boden. Mit diesen ehernen markanten Worten kündet un­ ser Generalstab die Vertreibung der Entente­ truppen aus Mazedonien an. Unsre tapferen Bundesgenossen, die Bulgaren, haben mit scharfem Schwerte die Franzosen und Eng­ länder zurückgejagt auf griechischen Boden. — Zwei englische Divisionen sind dabei fast voll­ ständig aufgerieben worden. — Den Bulgaren war es gelungen, die Franzosen und Englän­ der'zu trennen und beide getrennt zu schla­ gen, wobei sowohl die Engländer als die Fran­ zosen schwere Verluste erlitten. Tie Städte Gewgheli und Toiran sind im Besitze der Bul­ garen. Damit tritt nun an die Griechen die Entscheidung heran. Das wissen auch die Erb tentemächte, die, wie verlautet, nun durch An­ wendung von Gewalt die Griechen in! ihr Lager ziehen wollen. Tie Griechen setzen einstwei­ len noch die Unterhandlungen fort. Es mutz sich nun zeigen, wozu sich Griechenland ent­ schließt. Danach dürfte sich das Verhalten dev Verbündeten richten. Es ist nicht anzunehmen, daß die Bulgaren ruhig zusehen würden, wenn die Entente Saloniki weiter als Basis be­ nützen unb- von dort aus ständig ihre Trup­ pen beunruhigen würde. Man darf als sicher annehmen, daß die griechische Grenze den En­ tentetruppen keinen Schutz bieten würde, be­ sonders wenn, wie es in einer neuen Mel­ dung heißt, die Grenze elastisch sein soll, da­ durch, daß die Griechen bot den die Grenze überschreitenden Bulgaren jeweils zurückwei­ chen würden. ────────── Bericht des deutschen Hauptquartiers. WTB. Berlin, 13. Dezember, mittags) (Großes Hauptquartier). ────────── Westlicher Kriegsschauplatz. Es ist nichts von Bedeutung zu berich­ ten. ────────── Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfelvnmrschalls von Hindenburg. An verschiedenen Stellen fanden kleinere Gefechte vorgeschobener Postierungen mit feindlichen Aufklärungsabteilungen statt. Da­ bei gelang es den Russen, einen schwachen deut­ schen Posten aufzuheben. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern. Ein vergeblicher Angriff gegen unsere Stellung bei Wielka (südlich des Wysgonowskoje-Sees) kostete den Russen etwa 100 Mann an blutigen Verlusten und an GefangenenHeeresgruppe des Generals v. Linsingen. Nichts Neues. > Balkan-Kriegsschauplatz» Die Lage ist nicht wesentlich verändert. Bei der Armee des Generals von Követz wurden gestern über 900 Gefangene eingebracht. Bei Jpek sind 12 moderne Geschütze er­ beutet, die die Serben dort vergraben hätten. Hinter unserer Front wurden in den letz­ ten Tagen über 1000 versprengte Serben festgenommen. ' In Mazedonien hat die Armee des Ge­ nerals Todorow die Orte Toiran und Gewgheli genommen. Kein Engländer und Franzose befindet sich in Freiheit ans mazedonischem Boden. ! Nahezu zwei englische Divisionen sind in diesen Kämpfen aufgerieben worden» Oberste Heeresleitung. ────────── nach Malmoe adressierte Säcke beschlagnahm­ ten. Dies ist zum erstenmal auf eineim! däni­ schen Amerikadampfer geschehen und deutet auf eine neue Praxis. Wie erinnerlich, beschloß Schweden vor längerer Zeit, zur Sicherung feiner amerikanischen Post, die auf norwegi­ schen Schiffen von Englcxnid beschlagnahmt wor­ den war, sie künftig nur noch auf eigenen Schiffen zu befördern. (Z.) Japanische Kriegsschiffe Var Shanghai. Tie japanische Regierung nimmt die Un­ ruhen in Shanghai zum Vorwand für eine neue Einmischung in die inneren Angelegen­ heiten Chinas. Nach einer Havasmeldung aus Tokio beabsichtigt Japan, Maßnahmen zum Schutze seiner Staatsangehörigen in Shang­ hai zu treffen. Mehrere japanische Kriegs­ schiffe sind bereits in Shanghai eingetroffen. ────────── Vom östlichen Kriegsschauplatz. Unsre Front im Osten eine "znsanüncinhängende NRaschinengewehirVatterie". Die "Köln. Ztg." meldet aus Kopenhagen: Ter militärische Sachverständige des "Rußki Invalid" schreibt: Die deuffche Front im Osten werde bald eine einzige zusammenhängende Maschinenge­ wehrbatterie bilden. In der letzten Zeit seien Mtaschinengevwhre in solcher Anzahl eingetrof­ fen, daß dadurch sogar der Ruf ihrer schweren Artillerie in den Schatten gestellt würde. Die Russen hätten jedenfalls allen Grund, anzu­ nehmen, daß die Deutschen durch die massen­ hafte Verwendung der Maschinengewehre die Leistungsfähigkeit ihrer Heere bedeutend ge­ hoben lhätten, und es wäre ein nicht wieder gut zu machender Fühler, wenn die Russen die wachsenden Vorteile ihres Feindes nicht richtig einschätzen wollten. Die Russen müß­ ten den Deutschen nacheifern; sie seien aber leider durch ihve Geschicke der Schaffenskraft entwöhnt. Meuterei in der russischen Marine. Stockholm, 13. Dezember. Ueber die Ursache der noch immer fortdauernden Unter­ brechung des privaten Telegrammverkehrs aus Rußland ist in Stockholm das Gerücht von besonderen Vorgängen im russischen Reiche verbreitet. In Helsingfors meuterten angeb­ lich die Matrosen des Panzerkreuzers "Gangut". Treugebliebene Teile der Flotte beschos­ sen das Panzerschiff, dessen Besatzung sich er­ geben mutzte, worauf 30 Mann erschossen und 400 verhaftet und nach Petersburg gebracht wurden. (Z.) ────────── Vom westlichen Kriegsschauplatz. Unangenehme Fragen im italienischen Parlament. Ter Abgeordnete Gambarotta hat folgende Interpellation an den Minister des Aeußern gerichtet: 1. Ob der mit Genehmigung dev Zensur veröffentlichte Text des Londoner Ver­ trages, besonders das Datum der Unterzeich­ nung richtig sei. 2. Warum die Regierung, wenn sie schon voUe sechs Monate gezögert hat, den Vertrag zu unterzeichnen, nicht noch einen Tag warten konnte, und das Parlament 'bor die vollendete Tatsache stellte. 3. Warum der Minister in der Eröffnungssitzung vom 1. Dezember die Tatsache verschwieg, daß der Ver­ trag in London einen Tag vorher unterschrie­ ben worden war und mit der Veröffentlich­ ung wartete bis das Vertrauensvotum erteilt worden war. Gambarotta gehört der radikalen Partei an und hat als einziger dieser Gruppe gegen das Vertrauensvotum gestimmt. (Z.) ────────── Bahn an die Alliierten habe Griechenland rundweg abgelehnt. Der Athener Korrespon­ dent der Ruft. Wjed. hatte eine Unterred­ ung mit dem russischen Gesandten Deimldow, der ihm erklärte, daß die Alliierten Grie­ chenland jetzt nur noch solche Vorschläge ma­ chen, die mit den souveränen Rechten unp den internationalen Beziehüngen Griechen­ lands vereinbar wären. Tie Alliierten ver­ langen nur die Möglichkeit in Epirus und in Mazedonien kämpfen zu können. Verschärfung der Krise in Griechenland. Kopenhagen, 13. Dezember. Nach dem "Petit Parisien" hat der Kriegsrat der Alli­ ierten unter Joffres Vorsitz beschlossen, ver­ schärfte Maßnahmen zur Erzwingung eines endgültigen festen Abkommens mit der grie­ chischen Regierung anzuwenden. Die Verhand­ lungen sollen nicht auf diplomatischem Wege, sondern rein militärisch zwischen General Serrail und dem griechischen Generalftab zum Abschluß gebracht werden. (Z.) Auf der Flucht umgekommen. Magrini meldet aus Florina: An der Prizren—Dibraer Landstraße liegen die Lei­ chen von Frauen und Kindern zu Hunderten u. unzählige Kadaver von Tieren. Von einer aus dreihundert Flüchtlingen bestehenden Gruppe sind über hundert gestorben. (Z.) Tie serbischen Reichskleinodien. Sofia, 13. Dezember. Aus Nisch wird gemeldet, daß die Bulgaren bei Haussuchungen in den Häusern der früheren serbischen Mini­ ster wohl versteckt immer wieder zahlreiche ser­ bische Reichskleinodien auffinden. Sogar die serbische Königskrone soll gefunden worden fein. (Z) ────────── Tier türkische Bericht. Konstantinopel, 12. Dez. Das Haupt­ quartier meldet: An der Jrakftont besetzten wir den Ort Cheikh-Said östlich von Kut-elsAmara an der feindlichen Rückzugsstraße. Un­ sere Artillerie brachte bei Kut-el-Amara ei­ nige feindliche Pontons und einen Kriegsmo­ nitor zum Sinken. — An der Kaukasusfront nur Scharmützel zwischen Patrouillen und Vor­ posten. — An der Dardanellen front beschossen ein Monitor und ein Torpedoboot nördlich von Adjeliman und einige Panzerschiffe bei Kemikliliman unterstützt durch die Beobach­ tung von Luftballons unsere Stellungen und das Hospital von Tossunköij, wodurch das feindliche Feuer sieben Soldaten getötet und einer verwundet wurden. Bei Ari Burun auf dem rechten Flügel fand in der Nacht vom 10. zum 11. Dezember ein Kampf Mit Bom­ ben statt. Unsere Artillerie zerstörte am 12. ds. einen Teil der feindlichen Schützen­ gräben bei Kanlisirt. Bei Seddül Bahr machte unsere Artillerie das feindliche Bombenwerfen wirkungslos und zerstörte Teile der feindlichen Schützengräben und einige Bombenwerferstellungen. Zwei Kreuzer beschossen ohne Erfolg Altschi-Tepe und Umgegend. Die Türkei im Kriege. ────────── Der Krieg zur See. Ter Mißerfolg der englischen Blockade in der Ostsee. — Bisher 508 feindliche Schiffe durch deutsche Unterseeboote versenkt. Berlin, 12. Dezember. Nachdem bereits int englischen Funkspruch-Bericht vom 2. ds. das Bestehen einer planmäßigen Ueberwachung der neutralen Schiffahrt am Südausgange des Sunds und damit die uneingeschränkte Be­ tätigung der deutschen Marine in der Ostsee englifcherseits zugestanden worden war, schreibt jetzt der Marinekorrespondent der "Times" über die Seeherrschaft und die Unterseeboote folgendes; "Es muß zugestanden werden, daß unsre eigenen Bemühungen in der Ostsee und im Marmarameer nur eine vorübergehende teil­ weise Wirkung gezeitigt haben. Ter Gewinn liegt weniger auf materiellem, als auf mvralischem Gebiete." Noch deutlicher als es hier aus englischem Munde geschehen ist, kann die Unmöglichkeit der Blockierung der Ostsee durchs englische Streitkräfte nicht gut zugestanden und bestä­ tigt werden. Aber nicht genug damit. Nach einer Drahtmeldung aus London vom 6. De­ zember teilt die "Daily News" mit, es bestehle Grund zu der Annahme, daß Binnen kürzet Zeit die Tätigkeit der englischen Unterseeboote in der Ostsee und int Bottnischen Meerbusen durch das Eis sehr erschwert werde. Diese zweifellos zensurierte Nachricht in Verbindung mit den beiden vorhergehenden Nachrichten! läßt, wenn auch nicht auf ein gänzliches Ein­ stellen der englischen U-Bootstätigkeit in der Ostsee, so doch darauf schließen, daß man in England sich auf ein noch weiteres Versagen in dieser Beziehung gefaßt macht. Zu diesen englischen Mißerfolgen steht die «anhaltend er­ folgreiche Tätigkeit deutscher und österreichisch^ungarischer Unterseeboote mit bisher 508 le­ diglich durch U-Boote versenkten Fahrzeugen von insgesamt 917 819 Tonnen in erfreulichem Gegensatz. Ei« englischer Tampser versenkt. London, 13. Dezember. Lloyds meldet; Der britische Dampfer "Pinegvone" <2847 Bruttotonnen) wurde versenkt. 22 Mann der Besatzung wurden gerettet. ────────── itttg der Schühwarenerzeugung und infolge­ dessen etwa möglicher Herabsetzung der Schuh­ preise noch nicht gesprochen werden kann. Ein undiplomatischer Diplomat. Die Zü­ richer Post teilt aus einem Brief eines Schweizers in Bukarest eine Szene mit, wo­ rin der dortige französische Gesandte den Mit­ telpunkt bildet. Der französische Gesandte er­ klärte, er werde gegen alles arbeiten, was Suisse und Boches sei und nicht eher ruhen, bis der letzte Schweizer und Deutsche das Land verlassen hübe. Er gebrauchte öffentlich diese beiden Worte wohl ein Dutzendmal. Das Blatt bringt die Meldung mit dem Ausdrucke pein­ lichsten Erstaunens darüber, daß der Vertretet eines Landes, mit dem die Schweiz in kor­ rektesten freundschaftlichen Beziehungen stehe, in dieser, gelinde gesagt, überreizten Art sich über die Schweiz zu äußern gestattete. (Z.) Das Kaisertum Juanschikais. Die chine­ sische Gesandtschaft in Berlin hat, wie sie auf Anfrage dem Berl. Tgbl. mitteilt, bis­ her noch keine direkte Mitteilung ihrer Re­ gierung von Peking über die angebliche An­ nahme der Kaiserwürde durch Juanschikai er­ halten. Man nimmt aber in den Kreisen der Gesandtschaft an, daß die Nachricht sehr wohl auf Wckhrheit beruhen könnte. (Z.) ────────── Der Amerikaner stutzte und sah den vor ihm Sitzenden ungläubig an. "Eigenes Verschulden?" "Ja. Ich habe mich vor Ihnen in einem falschen Lichte gezeigt. In falschem Scham­ gefühl habe ich Sie und Miß Parkhurst ge­ täuscht. Ich bin nicht zu meinem Vergnügen aus eine Ferienreise nach Amerika gegangen, sondern ich war schon damals, auf dem Schiffe, ein armer Teufel, der nicht das Recht hatte, sich in eine Gesellschaft zu drängen, in die er nicht hineingehörte. Ich weiß nicht, ob Sie mich verstehen, Mr. Pemberton, aber ich bitte Sie, mir das weitere zu erlassen." Der Amerikaner hätte mit steigender Ver­ wunderung zugehört. , Wenn ihm auch eine AHNung von dem währen Sachverhalte däm­ merte, so begriff er doch nicht alles. Sinnend sah er eine Weile vor sich hin, dann richtete er seinen Blick vofl auf den in tiefer Be­ wegung neben ihm Sjitzenden. "Sie haben, wenn ich Sie recht verstehe, in Ihrer .Heimat irgendwie Schiffbruch er­ litten. Das Wie und Warum Kitnjmlert Mich nicht. Daß Sie nichts Unehrenhaftes getan haben können, davon bin ich ja fest über­ zeugt, denn was ich von Ahnen gesehen habe, wär durchaus Art und Wesen eines Gentle­ man." I , u , I i , . I . I . ! .■ Der Schein einer tiefen Bewegung und Genugtuung verbreitete sich bei diesen in wärmsten Tone gesprochenen Worten über das Gesicht des jungen Deutschen. "Ich danke Ihnen, Mister Pemberton, und bitte Sie, mir zu gestatten, auch fernerhin als Gentleman zu handeln." "Wollen Sie damit sagen, Mister Felden, daß Sie mir verwehren, Ihnen eine Stel­ lung anzubieten, die Sie aus dieser für Sie unwürdigen Lage befreit?" Den jungen Deutschen trieb die innere Bewegung das Blut in die Wangen. Das Verhälten des Amerikaners, sein ganzes Wesen und fern ganzer Charakter, rüttelten alles, was an Ehrgefühl in ihm lebte, wach. "Ich kann bei meiner geringe!» Kennt­ nis des Landes und 'der Landessprache keine höhere Stellung beanspruchen," erwiderte er. "Nein! Und auch Sie, Mister Pemberton, könn­ ten mir keinen solchen Posten verschaffen. Ich' wäre nun auj Ihre Unterstützung angewie­ sen. Ich bin aber nach Amerika gekommän, um selbständig zu werden und mir aus eige­ ner Kraft eine Existenz zu gründen. Ws Kell­ ner kann ich ein Gentleman bleiben, aber nicht als Almosenempfänger." , "Sie übertreiben, Stifter Felden — _ i Aber der junge Deutsche unterbrach ihn, und seinen Blick tief in den des Amerikaners senkend, sagte er: "Sie wollen mir nicht zu­ muten, etwas zu tun, was Sie selbst nicht tun würden. Hand aufs Herz, Mister Pem­ berton! Würden Sie in meiner Lage anders handeln?" Mr. Pemberton senkte unwillkürlich seine Augen und erwiderte nichts. Für ein paar Sekunden herrschte völliges Schweigen; ein paar Gäste traten ein; Viktor Felden sprang auf und eilte an den Schank­ tisch, um die geforderten Getränke einzuschen­ ken. In einer Ecke unweit der Bar saß Miß Willie und las in einem deutschen Buche, des­ sen Lektüre ihr Felden warm empfohlen hatte. Während der häufigen Gespräche, die sie mit ihm in den letzten Wochen geführt hatte, war ihr zum erstenmale beschämend die Erkenntnis aufgegangen, wie mangeHäst ihre Bildung war, und nun war sie emsig bemüht, das Versäumte nachzuholen und sich auch! dadurch in seinen Augen sympathischer und begehrens­ werter zu machen. Die Gäste tranken aus und verließen das Lokal'. Felden kehrte zu seinem Besucher zu­ rück, der während der Gesprächspause angele­ gentlich nachgedacht und sich entschlossen hatte, noch einen letzten Versuch zu Machen, den Deutschen mnzustichmien. Forts, folgt. : , ────────── Niederbayerische Nachrichten. I Ottering, 14. Dez. (Eine praktischeWeihnachtsgabe) an unsere Krieger im Felde gibt die hiesige Gemeinde. Durch Sammllung wurde der Betrag aufgebracht, mit dem ein schweres Schwein (170 Pfund) angekauft werden konnte. Das Schwein wurde geschlachtet, das Fleisch! wird geräuchert und den Soldaten aus der Gemeinde als Weihnachtsgeschenk ins Feld geschickt. Haidmühle, 13. Dezember. (Verhaftung.) Vorgestern vormittags wurde die 16 Jahre alte Häuslerstochter Barbara Rieger von Therefienreut sfestgenommen und in das Aimtsgerichtsgefängnis Freyung eingeliefert. Die jugendliche Verbrecherin soll sich mit ihrem Erziehungsüater vergangen und die Leibes­ frucht zu beseitigen versucht haben. ; Aus dem Bayer. Walde,- 14. Dez.. (Er­ trunken) ist in dem reißenden Teufelsbach bei Finsterau der betagte Forstarbeiter Johänn Köck. — Infolge der fortwährenden Regen­ güsse und der Schneeschmelhe sind die Waldund Triftbäche in der Gegend von Manch! so angeschwollen, da ßsie die Ufer überschwem­ men. Sämtliche Brücken sind gefähtdet, viel Trifthvlz wurde schon weggeschchemmt. — ────────── Lehramt. Der Konrektor ant hum. Gym­ nasium Straubing, Dr. Otto Kronseder, wurde zum Rektor am huml. Gymnasium Rosenheim ernannt; der mit dem Titel und Rang eines K. Studienrates bekleidete Ghmnasialprosessor am Ludwigsgymnasium in München Dr. .Max Offner zum Konrektor am hum. Gym­ nasium Straubing ernannt. Lehramt. Der Konrektor ant hum. Gym­ nasium Straubing, Dr. Otto Kronseder, wurde zum Rektor am huml. Gymnasium Rosenheim ernannt; der mit dem Titel und Rang eines K. Studienrates bekleidete Ghmnasialprosessor am Ludwigsgymnasium in München Dr. .Max Offner zum Konrektor am hum. Gym­ nasium Straubing ernannt. ────────── gelische Gemeinde mit einer, ttoii Hauptgottes­ dienste vorgetragenen Arie (Gott fei mir gnä­ dig) aus dem Oratorium "Paulus" von Men­ delssohn. Der volltönende künstlerische Vor­ trag wurde von Herrn Musikdirektor Scheida.cher auf der Orgel meisterhaft begleitet. —* Der Postkartentag an Mariä Emp­ fängnis hatte einen guten finanziellen Er­ folg. Es wurden über 1200 Mark von den Verkäuferinnen eingenommen. Am! letzten Sonntag beschränkte sich der Verkauf auf die Feilbietung von Karten in den Vorräumen des Rathauses. Am nächsten Sonntag, den 19. Dezember werden wieder eine größere An­ zahl Karten zum Verkaufe gelangen. Die ge­ wonnenen Mittel dienen zu Weihnachtsspenden an die Aenghörigen von Kriegsteilnehmern. — Eine Brandröte war am Sonntag nachts in nördlicher Richtung sichtbar. Wie nunmehr feststeht, entstand im Stadel des Bauern Selmer in Mirskofen ein Brand, der das Gebäude mit den Getreide- und Strohltoor ritten vernichtete. Durch die sofort er­ schienenen Feuerwehren konnte der Brand trotz des sturmartigen Windes auf seinen Herd be­ schränkt werden. —* Ein jäher Wettersturz ist heute Nacht eingetreten. Während gestern noch ein fast frühlingswarmer Wind durch die Stra­ ßen der Stadt wehte, ist heute nachts starker Frost und Schneefall eingetreten. —* Die Weihnachtsfeier der LandsHuter Liedertafel, die Sonntag, nachmittags im Rathausprunksaale zu Ehren der hier wei­ lenden verwundeten Krieger veranstaltet wur­ de, erbrachte einen vollen Erfolg. Der Saal war vollständig besetzt. Herr Regierungsprä­ sident v. Pracher beehrte die Feier mit seiner Anwesenheit. Das reiche musikalische Pro­ gramm wurde von den Aktiven der Tafel |tn|U zwei präzis vorgetragenen Männerchören er­ öffnet. Von den Gästen des Abends begann Frl. Annemarie Wiest den Reigen mit zwei Kläviervorträgen, in denen sie ihr herorvorragendes technisches Können, ihr künstlerisch hingebendes Spiel voll zur Geltung bringen konnte. Ihr folgte Frl. Schüler mit Handels So­ nate Nr. 2 und später mit der Szene aus dem Ballet op. 100 von Beriot. Man weiß nicht, soll man an der jungen Violin-Künstlerin die vollendete Technik oder den innigen see­ lenvollen Vortrag mehr bewundern. In ihrem Spiele finden männlich festes Zielbewußtsein und weibliche Anmut und Grazie die glückste Verbindung. Sie werden der Künstlerin der sicherste Wegweiser zu den Höhen derKunst bleiben. Frl. Wiest war ihr eine feinsinnige Be­ gleiterin. In dem von dem Dirigenten Herrn Lehrer Lehner umgearbeiteten lieblichen "Traumsommernacht" von Mayer-Olbersleben, wußte Frl. Schüler die tiefen seelenschönen Geigentöne, zu finden, von denen das Lied spricht, dessen Vortrag, ebenso wie das fol­ gende Gretlein im Busch dem Daimengesangverein zur vollen Ehre gereicht. Besonders das letztere, eine stimmungsvolle Komposition, dems Verein und seinem Dirigenten gewidmet, gab mit seinen neckischen Melodien Anlaß zu leb­ haftem Beifall, der auch den Komponisten vor die Rampe ries. Herr Arthur Gschwind brachte eine Reihe von Kriegs- oder Soldatenliedern. Seine prächtige Baritonstimme, wie sein tiefem­ pfundener Vorttag fanden 'begeisterte Hörer. Frl. Zieske war ihm eine treffliche Begleite­ rin. Großes Interesse beanspruchte die Ur­ aufführung ves Chores "Viel Feind, viel Ehr", den der gegenwärtig im hiesigen Er­ satzbataillon stehende Herr Ludwig Gehring zu d er Rudolf Birknerschen Dichtung geschaffen hatte. Die von Vaterlandsliebe und hoher Begeisterung getragenen Verse Birkners fan­ den in Gehrings Komposition eine wesens­ gleiche Vertonung, die auch über die Zeit des Völkerkampfes hinaus einen bleibenden Wert in dem Musikschatze unseres Volkes bilden wird. In der Aufführung, welche dev Komponist selbst leitete, hatte Herr Simon das Bariton­ solo übernommen, während Herr Lehrer Leh­ ner den Klavierpart zur Durchführung bstachte. Brausender Beisall wurde dem Komponisten, wie auch dem Dichter gezollt, deren Werk den Untergrund schuf für die nun folgende zün­ dende, von patriotischem Geiste getragene An­ sprache des Vorstandes der Liedertafel, Herrn K. Regierungsrat Tr. Hundemer, Er führte im Geiste seine Zuhörer hinaus in das Ge­ töse der Schlacht, in das die Weihstachtsglokken von ferne klingen und zum Gedenken an unsere wackeren Streiter, zum Danke an un­ sere verwundeten Krieger mahnen. Seine Rede klang in das Lied "Deutschland, Deutsch­ land über alles" aus, in das die Anwesenden begeistert einstimmten. • Es folgte sodann die Bescherung der anwesenden Verwundeten, de­ nen aus Mädchenhänden verschiedene Gaben in sinniger Umhüllung überreicht wurden, Volkslieder für gemischten Chor von Sieg­ fried Ochs gesetzt, bildeten den wirkungsvol­ len Abschluß des an künstlerischen Eindrücken und musikalischen Genüssen überreichen Nach­ mittags. . —* Ein e Weihnachts feier für die Kin­ der der Kriegsteilnehmer veranstaltet am 22. Dezember die städtische Kriegsfürsorge im Rat­ haussaale, nicht der Veteranen- und Krieger­ bund, wie es gestern irrtümlich hieß. Die Feier wird Ansprachen und andere Darbietungen bringen, denen die Bescherung der Kinder folgt. —* Die Christbäume sind nun am Markte eingetroffen. Gestern entwickelte sich bereits ein reges Geschäft am EhristbaumMarft. In der Mehrzahl sind es toiefber Fichten, die an Stelle der Tannen für Christbäume Verwen­ dung finden und gerne gekauft werden. — Volkshochschulverein. Am Don­ nerstag den 16. Dezember abends Seinbiertel Uhr wird der Volkshochschulverein Landshut seinen 3. Vortragsabend im Stadttheater ver­ anstalten. Der Vortrag, den Herr Zahnarzt Hölldobler übernommen hat, wird sich Mit demi Land und dem Volk unserer jüngsten Bundes­ genossen, der Bulgaren, beschäftigen. Der Red­ ner hat selbst Reisen in Bulgarien unternom­ men und von denselben eine sehr große Zahl trefflicher, photographischer Eigenaufnahmen mitgebracht. Ausgehend von der Serbenhaupfftadt Belgrad und der Donau über Orsawa folgend wird der Vorttag die Haupt­ orte Rustschuck, Tttnowa, Plewna, den Schipkapatz, Ibite Hauptstadt Sofia, Philippopel u. a. berühren und sodann hauptsächlich in die Ge­ birgslandschaften des Balkan und Rhodopege­ birges und in das nun so heiß umstrittene Mazedonien führen. 150 farbige Lichtbilder werden zur Erläuterung des Vortrages die­ nen. Das Erttägnis des Abends ist zu Zwecken der Kriegswohltätigkeit bestimmt. Bet deM hohen Interesse das die Kriegsereignisse der letzten Monate für das tapfere, tüchtige und mächtig aufstrebende Bulgarenvolk wachgerufen haben, dürfte der Besuch des Vortrages aufs wärmste empfohlen werden. Hinsichtlich der Eintrittspreise wird auf die Plakate verwiesen. Tie Billette sind in der Kunsthdl. O. Dällmer im Vorverkauf zu haben. , , ! [ i ────────── Landgericht Landshut. (Sitzung vom Freitag, 10. Dezember 1915.1) Verurteilt wurden: Huber Andreas, Dienstknecht von Daxberg, wegen Diebstahls im Rückfall, Nötigung' Bedrohung und Körperverletzung zu 1 Jahr 1 Monat Zuchthaus, 5 Jahre Ehrverlust und Polizeiaufsicht. Hattenkofer Maria, Zimmerimftnnsftau von Dingolsing wegen Diebstahls int Rückfalle, zu 6i Monaten Gefängnis. Grosser Sophie, Dienstmagd in Unterbern­ loh, wegen Vergehens gegen das Kriegszu­ standsgesetz, begangen durch Dienstentlaufens, zu 4 Wochen Gefängnis. Steininger Alois, Taglöhner von Uuterwattenbach wurde Wegen desselben Reales frei­ gesprochen. - ' i Ach Josef, Fabrikarbeiter von Achdorf, hatte sich wegen Sittlichkeitsverbrechens zu ver­ antworten. Das Urteil lautete auf Freispre­ chung. Höcherl Ludwig, Gastwirt von Berg o. L. wegen Uebertretung baupolizeilicher Vorschrif­ ten. Die Verhandlung wurde ausgesetzt. Stadttheater. "Die Frau von vierzig Jahren". Dieses Thema behandelt Sil-Vara in seinem dreiaktigen Schauspiel so meisterhaft, daß man an eine wahre Episode aus dem Leben des Dichters glauben möchte. Leonie, die Hel­ din des Stückes, die in ihrer Jugend den Ver­ lobten durch Tod verlor, konnte sich nicht mehr für einen Mann entschließen. TerVer- storbene hinterließ einen Knaben Felix, für den sie zu sorgen und ihm eine mütterliche Freun­ din zu sein versprach. Nachdem der Junge seine Erziehung in der Schweiz genossen hatte, nahm sie den Achtzehnjährigen zu sich, uv» seine weiteren Studien selbst zu überwachen. Tie Frau von vierzig Iahten steht dem flügge gewordenen Jungen gegenüber, der nachRecht ihr Söhn sein könnte. Das kurze Zusam­ menleben läßt in Leonie, die seit Jahren ver­ grabene Liebe erwachen und zwar zu dem seinem Vater sehr ähnlich sehenden Felix. In der Furcht den ins Leben Eintretenden an eine andere Frau verlieren zu müssen, sucht sie ihn von allem Verkehr mit Freunden abzu­ halten. Felix trotzt, er will sich nicht mehlv bevormunden lassen, bis ihm durch das Be­ nehmen Leonies die Augen aufgehen und er in ihr nicht mehr die mütterliche Freundin, sondern das liebende Weib begehrt und fin­ det. Aengstlich hütet sie das vermeintliche Glück, ohne indessen vermeiden zu können, daß der jugendliche Liebhaber auch noch an an­ deren weiblichen Wesen Gefallen findet. Am Ende des zweiten Aktes wird sie Zeugin ei­ ner Zärtlichkeitsszene zwischen Felix und ih>rer Gesellschafterin. Ter in ihrer Sortze im­ mer mehr Nahrung findende Gedanke, bett Geliebten zu verlieren, reift in ihr den ver­ nünftigen Entschluß, zu Gunsten ihrer, Felix gleichaltrigen jugendfrischen Nichte Grete, die sie ihm in den Weg führt, mit HeroisMius zu entsagen. Tie Herzen der Jungen haben sich gefunden, während Leonie sich in wehmütiger Resignation zurückzieht. — Der Aufbau, die psychologische Ausarbeitung der handelnden Personen, der ungekünstelte Dialog, alle diese Momente sichern dem Stück den Erfolg und halten das - Interesse der Zuschauey bis zum Schluß wach. Direktor Wesselsky vom Passauer Stadttheater vermittelte uns mit diesemSchau- spiel am Sonntag auch die Bekanntschaft ver­ schiedener Münchener Bühnenkünstler und wir haben allen Grund ihm für den genußreichen, künstlerisches Gepräge tragenden Abend dank­ bar Msein. Die Frau im kritischen Alter fand in Mary Brand von den Münchener Kam­ merspielen eine ganz ausgezeichnete Vertrete­ rin, die ihre Aufgabe bis ins Kleinste erschöpf­ te. Jedes ihrer Worte, ihre Bewegungen hatte volle Berechtigung und zeichnete ein Stück warmes pulsierendes Leben, das sich vor un­ seren Augen abrollte. Den Felix mit all sei­ nen Vorzügen und Schwächen verkörperte Max Wehdner vom Münchener Schauspielhaus zu einer lebensechten Figur, allerdings in der Ersehnung sah er nicht jugendlich genug aus. Ein vielversprechendes Talent entfaltete Leo­ nie Dielmann, ebenfalls Mitglied des Mün­ chener Schauspielhauses, als Grete mit burschi­ kosem, altklugen Wesen, ganz im Sinne des Autors. Camilla Wolfs von der gleichen Bühne traf den harten Ton der vom Schick­ sal bedrängten Amalie, blieb aber am An­ fang durch zu diskrete Sprechweise manchmal etwas unverständlich. Tie Vorstellung nahm unter Direktor Wesselskhs Leitung einen glän­ zenden Verlauf und veranlaßte das infolge anderweitiger Veranstaltungen nicht sehr zahl­ reich erschienene Publikum, welches mit Aus­ nahme einiger stets Lachlustiger (wie imimier) die künstlerischen Darbietungen voll und ganz zu würdigen wußte, namentlich am Schlüsse zu spontanen Beifallskundgebungen. H.G» Zähler von 3500 auf 5100 Mark, (letztere 1600 Mark sollen aus der Kommunalreserve ent­ nommen werden, weil es sich utmi eine Ver­ mögensmehrung handelt und die Stadt auch die Abschreibungen des Werkes für ihreZwecke beansprucht hat.) Für das Gaswerk wird nach­ gefordert die Erhöhung der Positionen für Telephon und Telegraphen von 200 auf 230 Mark, für Krankenversicherung von 600 auf 640 Mark, für Invalidenversicherung Won 400 auf 425 Mark, für Verschiedenes von 150 auf 180 Mark (hier ist die Angestelltenver­ sicherung inbegriffen), für Betriebslöhine von 28 200 aus 30 200 Mark, für Kohlen von 123 500 auf 136 000 Mark, für Kröppöl von 380 auf 650 Mark, für Fuhirlohn für Ne­ benprodukte von 608 auf 900 Mark, fürKriegsunterstützung von 2800 auf 3340 Mark und für Gasmesser, die bereits von 3000 auf 13000 Mark erhöht wurde, neuerdings eine Erhöhung von 3300 iMark. Die letztere Summe soll, da der Erneuerungsfond des Werkes voll aus­ gebraucht ist durch den gegenwärtigen Umbau, als Anlehen oder den laufenden Mitteln des Werkes gedeckt werden.) für Installation von 8600 Mark auf 9100 Mark, und für durchlau­ fende Waren, die bereits von 7500 auf 15 000 Mark erhöht wurde, eine weitere Erhöhung um 1000 Mark. Wird genehmigt. Verhelichungszeugnis erhält Gg. Feller, Bader und Friseur von hier in Wolfratshäusen mit Maria Langwieser von Furth i. W. und Simon Huber, Magistratsassistent und Leutnant d. R. mit Therese Gerstl, Gast­ geberstochter von hier. i Das Heimatrecht wird auf Antrag der Gemeinde Siegenburg dem Telegraphen­ aufseher Thomas Maratscheck gebührenfrei ver­ liehen. Eine Abmarkung an der oberenWähirstraße wird genehmigt. ────────── Letzte Posten. Tie Mörderhohtc Serbien. Sofia, 13. Dezember. Vor dem bul­ garischen Kriegsgericht in Nische wurde der Serbe Jvanovie zu 15jährigem schweren Ker­ ker verurteilt, weil er vor dem Kriegsaus­ bruch an dem bulgarischen Legationsbeamten Jozvw bekanntlich einen Meuchelmord versuch­ te. Der geständige Täter gab an, daß der Chlef der serbischen Geheimpolizei, Lazarovic, und der Rischer Polizeipräfekt Jokic das Verbre­ chen angestiftet haben. Tie Landverbindung mit Saloniki «ach Oste« abgeschnitten. Sd. Konstantinopel, 14. Dezember. Mit Saloniki ist die noch bor 3 Tagen bestehiende Bahn- und Telegraphenverbindung hier­ her seit der Besetzung von Gewgheli und Doiran durch die Bulgaren vollständig abgeschnit­ ten. Me letzte Meldung von dort besagt, daß Frankreich und England auf die Entfernung der deutschen und österreichisch-ungarischen Konsulate in Saloniki drängten. Der grie­ chische Militärgouverneur lehnte dieses Verlan­ gen mit Berufung auf die griechische Souverä­ nität auf das Entschiedenste ab. Die griechische Militärverwaltung traf in anerkennender Weise Vorsorge, für den Schuh-dieser Konsulate, doch ist es nicht ausgeschlossen, daß die Entente, in dem Augenblicke, wo sich alles um Saloniki f IdreM Kleinem Gewaltstreich Zuflucht nimmt. t Die in Saloniki landenden serbischen Flücht­ linge werden unter ftanzösifcher Leitung zu | neuen Verbänden gruppiert. \ Rußland und Rumänien. | Sd. Bukarest, 14. Dezember. Nach si­ cheren Informationen transportieren dieRusl fett den größten Teil der an der Grenze Beßi arabiens gegen Rumänien aufgestellten For| mationen ab. In Rumänien wird diese EntI lastung der Grenze angenehm empfunden und $ hauptsächlich auf den Entschluß der Regierung, den Durchmarsch russischer Truppen nicht zu­ zulassen, zurückgeführt. Tie Regiernngsiindernng in China. Sd. Peking, 14. Dezember. Iuanschikai nckhm den Dhron unter der Bedingung an, daß die Regierungsform bis zum Frühjahr unver, ändert bleibt. , ────────── Handel und Verkehr. München, 11. Dez. (Vieh mar kt.) Bericht vom 6. bis 11. Dezember. Preise per 50 Kilo Lebendgewicht: Ochsen: 1. Qualität 73—77, österr. 00-00, Holland. 00—00, 2. Qual. 68—72, öftere. 00—00, holl. 00—00, 3. Qual. 64—67, österr. 00—00, holl. 00—00, 4. Qual. 60—63, österr. 00-00, schweb. 00—00, 5. Qual. 53—59, schweb. 00—60. Bullen: 1. Qual. 62—67, 2. Qual. 56—61,3. Qual. 50—55 ;Küheu. Kalbinnen rl.DuaL 60-70, 2. Qual. 58—66, 3. Qual. 51—57, 4. Qual. 44—50, 5. Qual. 35—43; gering genährtes Jungvieh: 27—49; Kälber: feinste62—66, mittlere 56—61, geringe 49—55; Schafe: Stallmastschafe, Mastlämmer und jüngere Masthammel000—000, ältere Masthammel 00—00, mäßig genährte Hammel, gering. Lämmer 000—000; Schweine: Fettschweine über 150 Klgr. 118—128, vollfleischige von 120 bis 150 Klgr. 118—128, von 100 bis 120 Klgr. 118—000, von 80 bis 100 Klgr. 108—000, dto. unter 80 Klgr. 93—000, Sauen 90 bis 103, Bratenschweine 78—000 Mk. Preise per 50 Klgr. Schlachtgewicht: Bullen 2. Qual. 00—00, 3. Qual. 00—00, Kälber: feinste 71—76, mittlere 64—70, geringe 54—63; Schafe: Mast­ lämmer und jüngere Masthammel 84—90, älter, Masthammel 00—00, mäßig genährte Hammel und Schafe 00—00; geringere Lämmer und Schaf, 66 - 83. Schweine: Fettschweine über 150 Klgr. 130—144,vollfletschigevonl20—150Klgr.l30—14s. von 100 bis 120 Klgr. 130—145,von 80 bis 100 Klgr. 335—000, unter 80 Klgr. 124—000,Sauen 00—00, Bratenschweine 111—000 Mk. Nürnberg, 11. Dez. (Hopfenbericht.) Das Geschäft bewegt sich immer in den gleichen ruhigen Bahnen. Die Nachfrage ist eine mäßige. Preise und Stimmung zeigen keinerlei Aenderung. Verkauft wurden im Laufe dieser Woche bet einer Gesamtzufuhr von 700 Ballen annähernd 1000 Säcke. Letztere verteilen sich auf alle Sorten, wobei gutfarbiger Mittelhopfen im Preise von 32—45 Mk. im Vordergrund der Nachfrage stand. Preise unver­ ändert. ────────── Inserate. ────────── Bayerische Nachrichten. Im Ausschuß der Reichsvatskammer wurde der Etat des Aeußern bereits durchberaten, wobei der 'i-ieferent Graf Crailsheim längere Ausführn: über den Weltkrieg mit dem Ausdrucke der Hoffnung schloß, daß das deut­ sche Volk nach Friedensschluß in gemeinsamer Arbeit aller Bevölkerungskreise einstehen werde für die Wohlfahrt des Reiches itrtlb der Ein­ zelstaaten. Auch über die Lage der deutschen Industrien sprach der Referent ausführlich im Vertrauen darauf, daß Deutschland'auch in wirtschaftlicher Hinsicht einer glücklichen Zu­ kunft entgegengehe. Der Ausschuß hat die Summen für die Schuldentilgung entgegen deich Beschluß der Abgeordnetenkammer wieder in den Etat eingesetzt, nachdem FinaNzminister von Breunig erklärt hatte, die Einstellung der Schuldtilgung würde den Staatskredit er­ heblich beeinträchtigen und vom Ausland als Beweis dafür ausgebeutet werden, daß Deutsch­ land nicht mehr imstande sei, timi Kriege durchzuhalten. Im Finanzausschuß der Reichsratskammtzr führte der Ministerialdirektor v. Meine! aus, es sei vom Ministerpräsidenten sorgfältig er­ wogen worden, ob die bayerischen Verhält­ nisse speziell es gestatten würden, daß man einem Stickstoffhandelsmonopol oder der Er­ mächtigung zu einem solchen zustiim!Men könnte. Bei reiflicher Ueberilegung sei diese Frage bejaht worden. Deutschland zählt jährlich 179 I Millionen nach auswärts für Stickstoffdünge­ mittel. Ter Ministerialdirektor teilte mit, Lud­ wigshafen habe seine Stickstofferzeugung von 45 000 Tonnen auf 300 000 Tonnen gestei­ gert. Regelung der Kartoffelpreise. Das bayer. Staatsministerium des Innern hat zu der Bun­ desratsverordnung über die Regelung der Kar­ toffelpreise noch folgende Aussührungsbestimmungen ergehen lassen: Durch die Uebertragung des Eigentums und die Aufforderung zum Verkauf darf vorbehaltlich der BestimMlung in Paragraph! 2 Absatz 1 des Höchstpreisgesetzes über die gesamte Kartoffelernte eines Kartof­ felerzeugers verfügt werden, soweit sie den Be­ darf für den Verbrauch in der eigenen Wirt­ schaft des Erzeugers übersteigt. Soweit die .Anordnung mehr als 20 vom Hundert dep gesamten Kartoffelernte des Kartofselerzeugers ergreift, können auf dessen Antrag die an ge­ nossenschaftliche Brennereien, Trocknungsanla­ gen und Ähnliche Betriebe zu liefernden Men­ gen, bei Wirtschaften, die sich in den letzten zwei Jahren mit dem Vertrieb von Saatkartosfeln befaßt haben, die zum Verkauf als Saatgut bestimmten Kartoffeln freigelassen I werden. Ter Würzburger Wein- und Tabaktag hät insgesamt die Summe von 20 000 Mark er­ geben. Ter Betrag wird verwendet zuWeih nachtsgeschenken für Krieger.