<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<?xml-model href="http://www.tei-c.org/release/xml/tei/custom/schema/relaxng/tei_all.rng" type="application/xml" schematypens="http://relaxng.org/ns/structure/1.0"?>
<?xml-model href="http://www.tei-c.org/release/xml/tei/custom/schema/relaxng/tei_all.rng" type="application/xml" schematypens="http://purl.oclc.org/dsdl/schematron"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">
  <teiHeader>
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1915-12-21"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
      </titleStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
        <availability>
          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
        </availability>
      </publicationStmt>
      <sourceDesc>
        <bibl>
          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">68. Jahrgang Nr. 346</biblScope>
          <date when="1915-12-21">1915-12-21</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
        </bibl>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
    <encodingDesc>
      <editorialDecl>
        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
        <segmentation>
          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
        </segmentation>
        <correction status="low" method="silent">
          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
        </correction>
      </editorialDecl>
      <projectDesc>
        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
        </p>
      </projectDesc>
    </encodingDesc>
  </teiHeader>
  <text>
    <body>
      <pb n="1"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Türkischer Sieg auf Gallipoli. Die Engländer Bet Art Burun ins Meer geworfen. — Die Engländer ränmen die SuvlaBucht. — Die montenegrinische Stellung vor Berane erstürmt. — Wahlsieg der griechischen Regierung. Vom Westen gab es auch gestern nur Artillerie- und Minenkämpfe zu melden, die für unsere Truppen mehrere Erfolge briachten. Vor Westende vertrieb unsere Küsten­ artillerie feindliche -Monitore, welche diesen Ort beschossen Hütten. Aus dem Osten lagen gestern keine Nach­ richten vor. v An der italienischen Front gab es nur Artilleriekämpfe. In Montenegro nehmen die Kämpfe der österreichisch-ungarischen Truppen bei Mvjkowac ihren Fortgang. Auch gestern wurden mehrere hundert Gefangene gemeldet. Bei den Kämpfen an der Tara wurden, wie erst jetzt bekannt wird, auch drei Gebirgs- und zwei Feldkanonen erbeutet. Aus Serbien liegen von den deutschen und bulgarischen Truppen keine Nachrichten bor. i Von den Dardanellen kam gestern abends eine unerwartete Siegesbotschaft. Die Tür­ ken haben bei Anaforta und Art Burun die Offensive ausgenommen. Sie find nach fast einjähriger Verteidigung der Meerengen, in welcher sie eine bewundevnÄvürte Zähigkeit junb Tapferkeit an den Tag gelegt haben) zum Angriff übergegangen. Im Süden bei Art Buhun und Crttchia, in der Mite der Halbinsel Bei Caba Tepe und im Korbest von der Suvlabai bis Anaforta hatten die Engländer und Franzosen unter schweren Ver­ lusten im Schutze ihrer Schiffsgeschütze eini­ gen Raum gewonnen. Nun gingen die Türken im Süden und Norden gleichzeitig mit Wucht bor und schlugen die Verbündeten in die Flucht. Bei Art Burun stehen die Türken bereits am Meer. Wenn auch starker Nebel die Flucht der Engländer begünstigte, sodatz die Gefangenenzahl keine allzugroße ist, so dürsten doch die blutigen Opfer, die sie zu­ rücklassen mußten, nicht allzuwenige sein. Die Beute ist unermeßlich groß. Es scheint, daß, die Verbündeten von diesem türkischen An­ griff sich völlig überraschen ließen, sodaß sie nur ans Flucht bedacht, alles zurücklassen muß­ ten. Damit ist das Ende des Dardanellen-unternehmjens gejßom|m|en, von dein' sich die Entente so viel erhofft hatte, das aber jetzt ein so klägliches Ende nimmt, vielleicht auch als Schulbeispiel für Saloniki, in dessen Rükken ebenfalls das Meer lauert. Typisch für die Berichterstattung unsrer Feinde ist eine Lon­ doner Meldung, in welcher es heißt, daß die Truppen iher Varbündeten von der Suvlü Bai mit Kanonen und Vorräten "mit Erfolg" mich einem anderen Kriegsschauplatz gebracht Wurden. Der "Erfolg" bestand wohl darin, daß sie rechtzeitig vor den Türken die Flucht ergriffen hüben. Solche "Erfolge" allerdings können wir ihnen gönnen. Die Frage von Saloniki ist noch immer nicht entschieden. Tie Griechen hüben zwar anscheinend die Stadt geräumt, sehr zum Verdrüffe der Bevölkerung, die nun unter den Brutalitäten der Ententetrnppen leidet und daher vielfach es vorzieht, die Stadt zu ver­ lassen. Doch hätten die griechischen Truppen eine die Stadt beherrschende Höhe besetzt, was wieder die Entente verdrießt. Peremptorisch verlangen die Engländer die Auslieferung die­ ses Forts, aber die Griechen versthhsen da keinen Spaß, denn als sich eine starke fron=' zösische Patrouille dem Fort allzusehr näherte/ eröffneten die Griechen das Feuer, worauf' die Herren Franzosen schleunigst Fersengeld gaben. Krieg, Handel und Piraterie, dreieinig sind sie, nicht zu trennen. Nach diesem Grund­ satz hat Albion von jeher seine Kriege geführt, führt es auch den jetzigen, den es ja in ersteh Reihe zu dem Zweck unternahm, u|m! mit Hilfe feiner Uebermacht zur See den deutschen Han­ del zu vernichten. Daß ihm für diesen Zweck, nämlich den englischen Geldbeutel zu füllen, jedes Mittel heilig ist, entspricht altbritischer Tradition. Im Oberhüuse hat ja erst vor weni­ gen Tagen einer der edlen Lords das offen­ herzige Wort gesprochen: "Fort mit dem gan­ zen Plunder der Londoner Deklaration und der Haager Konventionen!" Tie großbrittanische Regierung sagt es nicht ganz so offen, aber sie handett danach. Hat auch! jetzt wieder danach gehandelt, indem sie die gesamte Weih­ nachtspost zwischen Amerika, Schweden und Dänemark an Bord schwedischer und dänischer Dampfer kurzer Hand beschlagnahmte. Was "Stockholms Tidningen" völlig zutreffend, als ein Verbrechen gegen das Völkerrecht bezeich­ net. Die Rechtsbestimmungen über die Brief­ post auf neutralen und feindlichen Schiffen gehören zu dem "Plunder der Haager Kon­ ventionen." Auf der Konvention von 1907 wurde ein Abkommen getroffen, wonach die auf See auf neutralen oder feindlichen Schiffen vorgefundenen Briefpostsendungen der Neu­ tralen oder der Kriegführenden, mögen sie amtlicher oder privater Natur sein, als unver­ letzlich gelten füllten. Jener Beschluß born 1 ♦l 18. Oktober 1907 über die Beschränkungen! in der Ausübung des Beuterechts im Seekriege, dem alle Kulturstaaten zustimmten — daß Rußland sich ausschloß, widerlegt diese Be­ hauptung nicht — wurde auf Antrag von deutscher Seite gefaßt, da man annahm, daß Kriegführende, denen Telegraphie und Fun­ kentelegraphie zur Verfügung stehen, schwer­ lich zu dem langsamen Briefwechsel greifen. Es stehe daher eine Kontrolle des Postverkehrs in keinem Verhältnis zu den Schädigungen,, welche die Ausübung der Kontrolle für den rechtmäßigen Handel ntit sich! bringe. Diesen Ausführungen und dem Beschluß der Haager Konferenz hüt auch England zugestimmt, was es jetzt natürlich nicht hindert, dagegen zu handeln, mit dem "ganzen Plunder der Haager! Konventionen" aufzuräumen. Großbritannien ist auch in diesem Falle seiner Seeräubertaktik treugeblieben und seiner Rolle des Bedrückers der Kleinen, während es sich heuchlerisch für deren Beschützer ausgibt. Aber die Neutra­ len beginnen endlich, aufzubegehren, und es ist bezeichnend, daß das kleine Schweden den Anfang macht, während die große Nordameri­ kanische Union sich! alle englischen Handelsfchikanen (vergleiche die Behandlung der Le­ bensmittelzufuhr nach. Deutschland als Kon­ terbande) gefallen läßt, um sich nur nicht Das einträgliche Munitionslieferungsgeschäft zu verderben. Es ist auch nicht zu bezweifeln, daß das aus seine Selbständigkeit stolzeSchweben nicht, wie so manche andereNeutrale, vor Albion zu Kreuze kriechen wird, daß es 'sich weder durch die englischen Drohungen noch durch die verdächtigen russischen Truppenan­ sammlungen in Finnland einschüchtern lassen wird. Vielleicht nehmen sich! die anderen Neut­ ralen hieran ein Beispiel.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Bericht des deutschen Hauptquartiers. WTB. Berlin, 20. Dezember. Mittags. (Großes Hauptguartier.)</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="2"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Eines unserer Flugzeuggeschwader griff den Ort Poperinghe an, in dem zahlreiche Verbindungen des Feindes zusammenlaufen. Ein englischer Doppeldecker wurde im jLuftkampf bei Brügge abgeschossen. Tie In­ sassen sind tot.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Balkaukriegsschauplatz. Bei den Kämpfen nordöstlich der Tara sind, wie nachträglich! gemeldet wird, drei Gebirgs- und zwei Feldgeschütze erbeutet worden. Gestern fanden bei Mojkowac weitere für bi£ österreichischj-ungarischen Truppen günstige Kämpfe statt. Mehrere hundert Gefangene wurden eingebracht. Von den deutschen und bulgarischen Hee­ resteilen nichts Neues. x , Oberste Heeredlottung.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Vom westlichen Kriegsschauplatz. Die Tgl. Rdsch. meldet aus dem Haag: Der Pariser Berichterstatter der Amsterdamer Tijd schreibt: Wie man sich, auch bemüht, die Ernennung Joffres zum Oberbefehlshaber pls eine große Auszeichnung für den Generalis­ simus hinzustellen, so ist es doch Tatsache^ daß praktisch Castelnau Oberbefehlshaber an der Westfront geworden ist. Vergeblich haben &lt; die Mitglieder der Linken versucht, in dev I Kammer Aufklärungen über diese Peränderun1 gen in der Befehlsführung zu erhalten. Die | Regierung hat sich hartnäckig geweigert, Aufj klärungen zu geben. Das jetzt lebende Gek schlecht wird wohl auch niemals Einzelheiten I darüber erfahren, welche Einflüsse bei die| ser Veränderung im Spiele waren. Mir ist - es zuverlässig .bekannt, daß Joffre nach mehI reren Beratungen, bei denen Galliern zuge| gen war, zu dem Entschluß gekonchnkem ist, I persönlich Castelnau als seinen Nachfolger vori zuschlagen. Joffre ist kein Freund des früI her üblichen Beförderungsshstems. Das leidet | sein soldatischer Charakter nicht, ebenso wie | derjenige des Generals Castelnau. Aber zum j Vorteil des Vaterlandes haben beide nicht geI zögert, den rechten Mann an die rechte Stelle « zu setzen. Castelnau ist ein fähiger General | und ein eifriger Katholik. &lt;Z.) | Tie Armeelieferungsskandale itt Frankreich. Die Frkfr. Ztg. meldet aus Paris: Zu der H Verhandlung der Deputiertenkammer über die | Skandale der Armeelieferungen bemerkt Se£ notot Hnmbert int Journal: Wenn die Regie8 rung glaubt, daß die öffentliche Meinung dieI fern Langsamen Tode des Vaterlandes müt ReI figncifion zusieht, so täuscht sie sich!. Die un$ zählt gen Briefe, die ich täglich erhalte, beI weisen mir im Gegenteil, daß der Zorn des I Volkes dumpf anschwillt. Gewiß ist Frank| reich zu allen Opfern bereit, aber es gibt nicht I zu, daß feine Kraft, seine Gesundheit, seine Wohlfahrt der verbrecherischen Sorglosigkeit ! der öffentlichen Verwaltung geopfert werden. Diese Unordnung, diese Nachlässigkeit, diese schlechte Ausnützung unserer Hilfsquellen sind das Werk verantwortlicher Urheber. Man suche sie, strafe und entferne fiel Wir sind es müde, daß .man uns ifmlntec wieder die Ab­ hilfe für den morgigen Tag verspricht. (3.&gt;</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Vom östlichen Kriegsschauplatz. I Ter Einsruck der Kanzlerrede in Rußlands | Köln, 20. Dezember. An der Hand rus? fisch er Zeitungsstimmen meldet die "Köln. 1 Ztgdie Rede des deutschen Reichskanzlers , habe in Rußland eine tiefe Wirkung attSqe= S übt. Die Blätter bringen vielfach zum Ausf druck, daß die Rede, die von 5er englisch-fran1 zösischen Presse oft vorgebrachte Behauptung &gt; von der Kriegsmüdigkeit der Deutschen für ; immer widerlegt und die wirtschaftliche und , misitärische Ueberlegenheit Deutschlands erneut ' aller Welt vor Augen führte. Tie Rede sei 't geeignet, bei dem Vieroerband eine tiefe pes: simistische StinsinUng hervorrufen. (Z.) .</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="3"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>I» Griechenland scheinen bei den Wahlen dadurch! daß sie 15 von 220 Sitzen in Attika gewannen, die Mehr­ heit die Gunaristen erlangt zu haben. Rhallis wurde wiedergewählt. Tie serbischen Flüchtlinge. Nach telegraphischen Meldungen, die in Petersburg aus Cetinje eingetroffen sind, be­ findet sich König Peter von Serbien in der Nähe Skutaris in einem Dorfe. Paschitsch- und Thronfolger Alexander weilen in Skütari, wo sich zurzeit auch, der russische Gesandte "Fürst Trubezkoi befindet. Japanische Spione in Südmazedonien. Sofia, 20. Dezember. Bulgarische Pa­ trouillen haben zwischen Dedeagatsch und Porte Lagos mehrere japanische Spione abgefangen. Sie gaben sich als beschäftigungslose Arbeiter aus, konnten sich aber nicht legitimieren. Bei­ der vorgenommenen Leibesdurchsuchung fand man bei ihnen Landkarten und im Rockfutter Verschiedene Aufzeichnungen. (Z.)</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Die Türkei im Kriege. Tie türkische Offensive an de» Dardanellen. Konstant in op el, 20. Dezember. Der Berichterstatter der Agentur Milli an den Dardanellen meldet: Seit gestern begannen die türkischen Trup­ pen Anaforta und Ari EBurun mit dem allgemeinen Angriff. Unser tzArtilleriefeuer brachte dem Feind schwere Verluste bei. Die Soldaten, die seit Monaten auf diese Offensive warteten, schlugen Pen Feind vollständig in die Flucht und erreichten bei Ari Burun das Meer. The Baute ist unermeßlich groß.. ' Infolge dichten Nebels gelang es denk Feinde zu entkommen, ohne viele Gefangene zurückzulassen. Konstantinopel, 20. Dezember. Der 'Korrespondent der Agentur Milli an dein' Dardanellen meldet weiter: r Seit gestern wird an allen Abschnitten der Front wütend gekämpft. Un­ sere Truppen begannen bei Anaforta und Ari Burun mit dem allgemeinen Angriff. Dev Feind führte, um die Angriffe zu erwidern,« bei Sedd il Bahr einen Gegenangriff aus, den unsre Truppen unter außerordentlichen Werlusten für den Feind abschlugen. Unsre Truppen nahmen wichtige feindliche Stütze punkte bei Anaforta und Ari Burun. Unser kräftiges Artilleriefeuer verursachte in den Reihen der Feinde schwere Verluste. Unsre braven Soldaten, die seit Monaten auf diese Offensive warteten, zeigen bei den ungestümen I Angriffen gegen die feindlichen Schützengrä­ ben Opferwilligkeit und bewunderungswürdi­ gen Schwung. In kurzer Zeit wird es bei Anckforta und Api Burun nur noch feind­ liche Leichen geben. Tie Berbandstruplpen verlassen die LnvlaBai. London, 20. Dezember. Amtlich wird bekanntgegeben, daß sämtliche Truppen von der Suvlabai und den Anzacizons mit Ka­ nonen und Vorräten mit Erfolg nach einem anderen Kriegsschauplatz gebracht wurden. Eine englische Niederlage in Mesopotamien? Ber lin, 20. Dez. Wie aus authentischer Quelle mitgeteilt wird, gelang es der tür­ kischen Armee, die englische Linie bei Kut el Amara zu durchbrechen, so daß ein Teil der englischen Armee von regulären türkh» scheu Truppen eingeschlossen ist, und der an­ dere Teil von Arabern mit großem Erfolge verfolgt wird.</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="4"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Wohl,,. Tann geht das Gespräch weiter, "Als 5 ich wahrend der Schlacht von Tannenberg zur | Beobachtung fuhr, da standen att. allen Wegen | die Wagenburgen der flüchtenden Ostpreußen, \ die die Feldgendarme von der Straße hat­ ten weisen müssen, damit die Truppen Rauimj zum Marschieren hatten. Die Armen stan­ den da und konnten nicht vorwärts und nicht rückwärts. Ich wußte, geht es schief, dann sind diese Flüchtlinge zwischen der Armee ret­ tungslos verloren. Das lag mir auch noch in den Schuhen den ganzen Tag. Es waren keine leichten Gedanken den ganzen Tag. Na, dann ging's ja, aber . . . Daß Rennenkampf nicht angriff, lag wohl daran, daß er tatsächlich schlechten Erkündungsdienst hatte und starke deutsche Truppenmassen in Königsberg ver­ mutete. Er dachte, die Narew-Avmee jnmß ihren Einmarsch leicht allein fertig bringen und sich dann mit ihm vereinigen. Das schwere Verantwortungsgefühl muß man bei solcheiu Wagnis schon tragen. Kühnheit und Vorsicht, Leides muß in guter Mischung dabei sein." Das sei aber das Wichtige, die Ruhe unter allen Umständen zu bewähren. Sonst geht das Geschwanke ja immer stärker zu den Un­ terführern. Ich versuche die Schlacht so an­ zusehen, als sei sie eine Studie, die ich vor hätte, eine Partie, bei der es sich zeigen soll, wer es besser kann." Das wiederholte der Marschall noch einmal: "Eine Partie, die mit unerschütterlicher Ruhe gespielt sein will." Da­ bei schien von dem Sprechenden das Gefühl ruhiger Sicherheit über jeden, der ihm nahe kam, überzugehen. Der Eindruck ist so stark) daß das ihn beherrschende Vertrauen, das zum festen Wissen des Sieges wird, in jebent Hoch­ schlägt. Aus persönliche Dinge geht das Ge­ spräch weiter, aus die Jagd. "Durch die Gna­ de von Majestät habe ich im vorigen Jahr einen Elch schießen dürfen, ich hoffe aber auch&gt; 4 noch aus einen Auerstier und auf Wölfe, es! sind schon welche verhärt worden, so sagen j wir Jäger. Es muß ja doch besondere Freude | machen, Raubzeug zu schießen!" Hindenburg j als Jäger auf russische Wölfe ist dabei ein ^ Bild, Pas sich merkwürdig hübsch! zur Alle­ gorie eignet, obschon dem Feldherrn sicher das Allegorische recht fern liegt, recht fern. "Ja, in diie eigentliche Feuerzone komme ich ja leider jetzt nRht mehr," sagt der Marschall bei der Besprechung von Granatwirkungen, 66 und 70 habe ich das Sausen oft genug ge­ hört." Ein Adjutant bringt die Mappe . . , " "Meine Herren, leben Sie wohl! Sie kennen ja wohl schon unsre Abschiedsworte: Nicht durch­ halten, sondern gründlich siegen! Und schrei­ ben Sie weiter — was Sie sähen!" Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>i anrufen mußte, um ihn 'zu veranlafsen, den Store und die Uebergardinen hinaufzvvei« chen. Die Mienen des Gehilfen spiegelten noch immer den Widerstreit der Empfindungen wider, unter deren Wirkung er stand und die seine Hände unsicher und seine Bewegungen scheu, ungeschickt und ängstlich machten. "Well!" — Ter Meister kam herab. Er drehte sich zu den Damen herum. "Fertig, &gt; Mchm!" | Ev machte eine täppische Verbeugung, während die ältere der beiden Damen dan­ kend nickte, Tann schritt er der Türe zu; der Gehilfe folgte ihm auf dem Fuße, ohne sei­ nerseits irgend eine verabschiedende Bewegung zu den Damen hin für nötig zu halten. Im Gegenteil, er hatte schon von der Leiter aus eine Wendung gemacht, mit der er den Da­ men den Rücken kehrte, und er ging nun schräg auf die Türe los. Mp. Schreyer hatte schon die Hand auf die Klinke gelegt, als er sich noch! einmal Umdrehte. Verwundert, kopfschüttelnd blickte er den hinter ihm Stehenden an. i ,Hallo, Charles, wollen Sie denn die Setter nicht mitnehmen?" , 1 Der Angerufene stand zögernd, dunkle Glut flammte in feinem Gesichte auf, und rauf los als es nötig und zweckmäßig war. Er tat es wohl, um das süße, bestrickend« Organ der jungen Ladh zu übertönen, dessen Klang in seinem Herzen widertönte und Wonne und Schmerz zugleich! in ihm erweckte. Unter 1 Tausenden würde er diese zarte, wohlklingende und aus einem lebhaften Temperament durch­ bebte Stimme erkannt haben. "Charles!" schalt Mr. Schreyer. "Zum Schockdonner—", er drehte sich- mit betretener Miene zu den angelegentlich plaudernden Da­ men um, die auf den Zwischenfall gar nicht achteten. — "Entschuldigen Sie! — Charles, Sie schlagen ja den ganzen Nagel krumm, Charles, was ist denn eigentlich mit Ihnen?" Er rüttelte an der Leiter und Felden stieg langsam, während seine Brust wie unter einer besonders schweren Arbeit keuchte, herab, im­ mer mit dem Rücken gegen das ZimMer. Der Tapezierer fahl Hm ärgerlich ins Gesicht. Aber der Anblick der blassen, ver­ störten Züge erstickte den Zorn in ihm im Nu. "Ist Ihnen was?" fragte er besorgt. — "Fühlen Sie sich nicht gut?" Aber der Gehilfe schüttelte nur stumM mit dem Kopf und stellte fMj 1 an die Setter, auf der Nun der Meister, Mnaufeikte. Ter' Rest der Arbeit war bald erledigt, wenn Mr. Schreyer auch! den Untenstehenden wiederholt , seine Augen flirrten ruhelos und malten eine | grenzenlose Bestürzung und Verlegenheit. I Ter Meister schüttelte mit dem Kopfe; der I Aerger stieg in ihm hoch. "Schnell, schnell! Tie Ladies sind schon ungeduldig", zischelte er wütend. T«r Gehilfe war einer Ohnmacht nahe; in seinen Menen spiegelte sich ein verzweifel­ ter Kamps. Eine zornig befehlende Geste und die Worte des Meisters: "Sollen die 'Ladies vielleicht Ihnen die Leiter nachttagen?" brach­ ten endlich! Bewegung in ihm. Ein Ruck lief durch den starren Körper; er machte eine halbe Wendung ptnd schob sich! in tiefer Haf­ tung, dip xechte Schulter weit vornehmend, an das Fenster zurück. Während er die Lei­ ter aus die Achsel hvb, mutzte er für' einen Urrzen Augenblick sein Gesicht den beiden Da­ men zukehren, die infolge seines seltsamen Benehmens und der zurechtweisenden Worte Mr. Schreyers auf ihn austnerksam gewor­ ben und ihn verwundert beobachteten, i Da sprang die eine, die jüngere, die zu Besuch gekommen war, von ihrem! Sessel auf. In ihren Zügen prägte sich grenzenlose Ueber? 'räschung und danach! lebhafte Freude auÄ Sie trat ein paar Schritte auf den mit dev Leiter Davvnchlenden zu. 1 .! \ (Fortsetzung folgt.)</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Tages-Uebersicht. Der Reichstag wird heute bis zum 11. Januar vertagt. Ter Hauptausschuß des Reichstages beriet den Zentrumsantrag, ob nicht die Postbeförderungsgebühren für Soldarenpakete im Operations- und' Etappengebiete bis zu 500 gr. herabgesetzt oder die Gewichtsgrenze erhöht werden kann. Ter Staatssekretär des Reichs­ postamtes bezeichnete den Antrag als undurch­ führbar, der Antrag wurde-jedoch vom Aus­ schuß angenommen. Zur Bfesteuerung der Kriegsgewinne wur­ de vom Reichstage die vom Ausschuß abge­ änderte Vorlage angenommen. Nach derselben gelten als Kriegsgesetzjahre die drei Jahre vom August (nicht Oktober) 1914 ab. Ferner soll der durchschnittliche frühere Geschästsgewinn nach den Ergebnissen der für diesen Termin vorangegangenen Geschäftsjahre fest­ gesetzt werden und endlich die Sonderrücklage der freien Verfügung der Gesellschaften ent­ zogen sein. Ein sozialdemokratischer Antrag hierzu aus Erhebung eines neuen Wehrbei­ trages für 1916/17 wurde abgelehnt. Eine Flüchtlingsschule. Die vom Bürger­ ausschuß Kufftein beschlossene Errichtung ei­ ner Schule für die Kinder der nach' Kufstein ge­ flüchteten italienische sprechenden Südtiroler ist dieser Tage ins Leben getreten. Ter Unter­ richt wfrd an 42 Kinder erteilt. Lehfrerin ist Frl. Marie Barzel aus Trient. Chinesenausweisung in Petersburg. Der Köln. Ztg. zufolge meldet die Petersburger ^BHrsenztg., daß der Stadtkommandant von Petersburg sämtliche Chinesen aus Peters­ burg ausgewiesen habe. Sie bewohnten einen eigenen Stadtteil und werden nun auf dem Etappenweg nach Charbin gebracht. Der Marsch dorthin wird auf zwei Monate berech­ net. (Z.) . Tie Beriuählung Wilsons. Reuter meldet aus Washington: Tie Vermählung Wilsons mit Frau Galt fand ohne Festlichkeit statt. Das Paar begab sich auf eine litägige Hochzeits­ reise nach dem Süden. Japans Treibereien gegen China. Nach einer Meldung der Frkfr. Ztg. aus Tokio er­ hielt der japanische Gesandte in Peking Wei­ sungen, gemeinsam zniit den übrigen Entente­ vertretern, nochmals China den Rat zu geben, die Errichtung der Monarchie aufzuschieben. Zwei japanische Kreuzer erhielten Befehl, .nach Schanghai abzugehen. Tie Morgenpost bemerkt hiezu: Japan wünscht unter allen Umständen die Erhaltung der republikanischen Staatsform, weil es fürchte, daß ein straff zen­ tralisiertes China, wie es von Juanfchikali und seinen Räten angestrebt werden will, der japanischen Durchdringung und wirtschaftli- chen Unterdrückung größeren Widerstand entge­ gensetzen würde. Daß man in Tokio bei die­ sem Vorgehen stwn keinerlei Sttupeln ange­ kränkelt ist, geht aus folgendem Telegramw! aus Amsterdam hervor: In London eingelau­ fene Berichte besagen, daß die Schanhäier Meu­ tereien chinesischer Marinesoldaten von japani­ schen Agenten angezettelt waren. Man hatte den Leuten erzählt, daß japanische Kriegs­ schiffe ihnen Hilfe bringen würden, sobald das Zeughaus und die Arsenale in Brand stünden. (Wie erinnerlich, hat die Besatzung eines chinesischen Kreuzers im Hafen von Schanghai gemeutert und die Arsenale beschos­ sen. Die Anruhen waren aber bald unterdrückt worden.) (Z.) Sturm im japanischen Parlament. Ink ja­ panischen Landtage beantragte die Opposition, die Regierung in den Anklagezustand zu ver­ setzen. Während der Ministerpräsident sprach, versetzte ihm ein Mitglied des Landtags einen Schlag auf den Arm. Tie Polizei schritt ein. Ter Premierminister schloß seine Rede unter Beifallskundgebungen. Ter Antrag, die Re­ gierung in den Anklagezustand zu versetzen, wurde mit überwiegender Mehrheit abge­ lehnt.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Bayerische Nachrichten. Post verkehr im Monat November 1915. I Im Monat November 1915 sind von den bayeI rischen Feldpostanstalten nach der Heimat 34105 Briespostsäcke im Gesamtgewichte von rund 850 600 Kilogramm und von den baye­ rischen Postsammelstellen nach beim! Felde 118 519 Briefsäcke tut Gesamtgewichte von rund 3 437 050 Kilogramm abgefertigt worden. (m&gt;.) Münchner Ostpreußenhilfe. Das Ergebnis der Sammlung ist über Erwarten gut ausge­ fallen. Ueber 500 000 Mark können betn gu­ ten Zwecke zugeführt werden, abgesehen von den wetteren Beiträgen, für die das Münchener Gewerbe Aufträge erhalten hat und noch er­ hält.</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="5"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Renntiere für Teutschland. Ueber 100000 Renntiere werden im Laufe der fomlmlettben Monate in Skandinavien für Ausfuhrzwecke ge­ schlachtet werden. Wie der "Allgem. Fleischerzeitung" gedrahtet wird, gingen am Tonners­ tag von Toiotea in Schweden zwei große Wagenladungen nach Deutschland ab. Ein versinkender Stadtteil. Tie Vor­ stadt von Jassy in Rumänien, Vicaul, schwebt nach einer Meldung aus Bukarest in großer Gefahr. Seit längerer Zeit bemerkt man nätott lich, daß das ganze Gebiet der Vorstadt sich zu senken beginne und infolgedessen auch alle Ge­ bäude bedroht seien. Fachleute stellten fest, daß die notwendigen Schutzarbeiten so rie­ sige Opfer erfordern würde, daß es besser wäre, die Vorstadt überhaupt zu evakuieren und den Eigentümern der Häuser Gelegenheit zu geben, sich in anderen Teilen der Stadt nie­ derzulassen. Die Evakuierungsarbeiten haben bereits begonnen. 1</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Niederbayerische Nachrichten. Ter Landwirtschaftliche Kreisausschuß von Nie »erbat) ern hielt am ^Samstag imi Saale der Peschlbrauerei zu Passau .seine Generalversammlung unter dem? Vorsitze des Regierungspräsidenten von Pracher ab. - An Seine Majestät den König wurde ein Ergebenheitstelegramm gesandt. In seiner Eröffnungsansprache konnte der Kreis­ chef die .erfreuliche Tatsache feststellen, daß die Ahitgliederzahl des Landwirtschaftlichen Vereins in Niederbahern 15 400 beträgt. Er gedachte sodann pes früheren Vorstandes Ex­ zellenz von Andrian-Werbung, an den ein Begrüßungstelegramm abgesandt wurde und streifte sodann.die Lage der heimischen Land­ wirtschaft, indem er ausführte: Meine Herren! , Gestatte nSie mir noch einige kurze Worte über die Lage der Land­ wirtschaft im Kreise seit Jhver letzten General­ versammlung. Einen .eingehenderen Rechen­ schaftsbericht wird dann der Herr Kreissekretär erstatten. Ter größte Teil unserer Berichtszeit steht und dem Zeichen des Krieges. Die Beson­ derheiten dieses größten Krieges, den ein Volk je zu .führen hatte, die Abgeschlossenheit, die er wenigstens bisher für unser Wirtschaftsge­ biet bewirkte, Haben im militärischen und irrt volkswirtschaftlichen Interesse zur Sicherung der Volksernährung.Verordnungen und Maß­ nahinen notwendig gemacht, die den Land­ wirten tief greifende Beschränkungen ihrer Verkehrs- und Verfügungsfreiheit auferlegen. Auch unsere .niederbaherischen Landwirte ha­ ben bereitwillig glle Opfer aus sich genommen, die das Vaterland von ihnen fordert, durch­ drungen von der Ueberzeugung, daß in diesem furchtbaren Kampfe, in dem es sich, umDeutschlands Sein oder Nichtsein handelt, kein Opfer zu groß ist. Schwer lastete auf den landwirt­ schaftlichen Betrieben der Mangel an Arbeits­ kräften, der sich gleich! bet Beginn des Krie­ ges infolge -er Einberufung der wöhrfähigen Männer einstellte und der sich weiterhin noch steigerte, als später auch noch der ungediente Landsturm eingezogen wurde. Getreulich ha­ ben aber glle zu Hause Gebliebenen, — wo es not tat, sich gegenseitig aushelfend — zusam­ mengewirkt und Frauen, Kinder und alteLeute haben überall aufopfernd und unermüdlich mitgearbeitet. So ist es gelungen, daß trotz der weiteren Schwierigkeiten, der Gespannmangel, Knappheit,der Betriebsstoffe für die Maschinen und sonstiger Folgen des Kriegs­ zustandes bewirkten, die vielen dringenden Ar­ beiten der Ernte und der Felderbestellung in den beiden Kriegsjahren im allgemeinen ohne wesentliche Verzögerung bewältigt winden.Die unverzagte Arbeit, die mit stiller Pflichttreue in dieser schweren Zeit unsere Bauern und, wo der Mann im Felde steht, unsere Bauers­ frauen leisteten, wird nie vergessen werden. Wohltätig hat .es gewirkt und manche gute Hilfe gewährt, daß die Heeresverwaltung, wo es möglich war, durchs Beurlaubung einberu­ fener Mannschaften den dringendsten Bedürf­ nissen nach Arbeitskräften entgegenkam und namentlich für den größeren bäuerlichen Be­ sitz und die größeren Gutsbetriebe auch Kriegs-</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Einladung zum Abonnement für das 1. Quartal 1916. Wir ersuchen hierdurch alle unsere Abonnenten bis zum 1. Januar 1916 das Abonnement auf unser Blatt er­ neuern zu wollen. Neubestellungen können jetzt schon gemacht werden und | werden jederzeit auswärts von der Post, in der Stadt von unseren Zeitungs­ trägerinnen und in unserer Expedition angenommen. Wie seither, so werden wir auch in der Folge über alle Vorgänge auf den verschiedenen Kriegsschauplätzen unsere Leser schnell und gewissenhaft unterrichten. Auch den Ereignissen der engeren Heimat wenden wir sorgfältigste Aufmerksamkeit zu. Wir dürfen deshalb erwarten, daß unsere geschätzten Abon­ nenten uns das bisher geschenkte Wohl­ wollen bewahren und durch Zuführung von neuen Abonnenten unseren Leser­ kreis erweitern helfen. • jj Als unbedingte Notwendigkeit ge-« hört jm jeden Hausstand eine gute! Tageszeitung, um stets ^unterrichtet zu sein über die Vorgänge und Er­ eignisse der Gegenwart. In nächster Zeit werden wir aller Voraussicht nach wichtige Begebenheiten erleben, ob im Fortgang des Krieges oder in j der Anbahnung des Friedens, und es wirbdoppelt)iotwendigsein^eipeZeitung zu halten, die für Alt und Jung Jntressantes bietet. Unser "Kurier für Niederbayern" darf als vorzügliches Familienblatt empfohlen werden; der allgemeine Beifall,^welchen die Leitung unseres Blattes gefunden hat, führt uns stets neue Leser zu. Durch die Post be­ zöge« ist der Vierteljahrspreis Mk. 1.80 (Zustellgebühr 43 Pfg), iu unserer Expedition oder Filiale abgeholt 150 Ml , durch die Zeituugs-Trügeri« ins Haus gebracht Mk. 1.80. gefangene in größerer Zahl zu landwirtschaft­ lichen Arbeieten abstellte. Dazu kam ein be­ sonders günstiges Wetter für die Ernte wie für die Feldbestellungsarbeiten und, wenn auch im Vorjahre der Körnerertrjag bei einzelnen Getreidearten nicht ganz den Erwartungen und Wünschen entsprach und heuer eine Zeit der Trockenheit namentlich den Strohertrag gerin­ ger machte, so waren doch die Ergebnisse der Landwirtschaft in beiden Jahren im allgemei­ nen wohl befriedigende und gingen zum Teil sogar, wie heuer bei den Karioffeln, weit' über das gewöhnliche Maß hinaus. — Die Ein­ nahmen, die den landwirtschaftlichen Betrie­ ben zuflössen, geben unseren Landwirten Me Möglichkeit, ihre vaterländische Gesinnung auch durch rege Beteiligung an den Zeichnungen für die Kriegsanleihe zu betätigen. Die An­ lagen bei,den Sparkassen geben weiter sicht­ bar Zeugnis von flüssigen Geldmitteln auf dem flachen Lande. — So können wir trotz der rings noch drohenden Feinde auch! für unsere Landwirtschaft mit fester Zuversicht in die Zukunft blicken und die treue Pflichter­ füllung unserer Landwirte läßt uns vertrauen, daß trotz der Fortdauer des Krieges für die Erp Nahrung unseres Volkes nichts zu befürchten ist, wenn der Himmel, wie bisher, weiterhin seinen Segen dazu schenkt. Mit heißen Dank­ gefühlen gedenken wir dabei der unvergleich­ lichen Leistungen unserer todesmutigen Sol­ daten, die uns die Feinde fern vom Lande halten und uns zu Hause wirken und schaffen lassen fast wie im Frieden. Viele tapfere Männer aus unserem Kreise und aus unserem Vereine gehören dem Heere an. Viele haben für kühne Waffentaten schon Auszeichnungen erhalten, viele haben aber auch schon zu un­ serem tiefen Schmerze die Treue znjmIVaterland Mit ihrem Blute und ihrörrt Tode besiegelt. Das Gedächtnis dieser Helden wir dauch in un­ serem Vereine nie erlöschen. Ich! darf Sie bitten zum äußere nZeichen dafür /ich! von den Sitzen erheben zu wollen.</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="6"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>gesangvereins Landshut bilden den übrigen Keil des Pvogpamms, nach dessen AbwiOlung die Weihnachtsbescherung stattfindet. —' Weihnachtsspiele im städt. Wai­ senhaus. Tie von Seiten unserer Einwohnerf schast und Kumal der lieben Jugend so gern besuchten Vorstellungen in unserm Waisesthaus finden auch Heuer wieder statt. Mit Rücksicht aus den heurigen Zweck derselben (zu Gunsten der im Felde stehlenden Krieger) muß von der bisherigen Gepflogenheit die EinÄdungen vstrch «Karten ergehen zu lassen, Abstand genommen werden. Die Kinder­ freunde und Wohltäter der Waisen und Krie­ ger werden hierdurch aufs herzlichste einge­ laden den Darbietungen der Kleinen beizstf wohnpn. Spieltage werden später bekannt ge­ geben. —* Schwerer Schaden erwuchs in der vorletzten Nacht dem Hausbesitzer Kreuzpaintner im Hagrain. Ein Qchse hatte sich! im Stalle von der Kette gelöst und das übrige Biehi stark beunruhigt. Hiebei sprang eine Kuh! aus den Barren und verwickelte fkf} der­ art in die Kette, daß am Morgen das auf 400 Mark gewertete Tier tot im Stalle aufgefun­ den wurde. * Der Christbaummarkt, der heuer nicht allzustark beschickt ist, weist einen schlep­ penden Gefechtsgang auf, was sich« auch in den Preisen der Bäume am besten kennzeichnet, die gegen dem Vorjahre erheblich nachgelassen f haben. Besonders bevorzugt sind kleinere Bäume, während größere, die vhnehin nur \ in geringer Zahl vorhanden sind, wenig Beach- tung finden. i * ^ —* Sch nee ist hieute nachts in ausgiebi- | ger Menge gefallen, sodaß nun auch die Rod- j ler noch Aussicht haben, wahrend der Weih­ nachtsfeiertage ihrem Sporte huldigen zu können. —* Der Winter hält morgen Mittwoch, 22. Dezember, nachts 11 Uhtr seinen offiziellen Einzug. Während in klimatischer Hinsicht der Winter nun seinen Höhepunkt erreicht,beginnen die Tage bereits wieder zu wachsen und mit ihnen die Hoffnung auf einen baldigen Früh­ ling. Man hat vielfach aus den heuer bereits früh eingetretenen herbstlichen Kälteperivden aus einen seinem ganzen Charakter nach stren­ gen Winter geschlossen. Doch ist dies nicht im­ mer richtig. Wohl Pflegen strenge Winter häufig auch bereits recht fiüh einzusetzen; eben­ so häufig kommt es allerdings auch vor, daß der fiühzeitigen Kälte im November und in der ersten Tezemberhälfte ein milder Nach­ winter mit andauerndem Regen und ohne Kälte folgt. Wir haben ja auch jetzt wieder gesehen, daß der strengen, wenn auch nur vorüber­ gehenden Kälte sowohl in der letzten Oktoberwie den letzten Novembertagen jedesmal eine besonders starke Erwärmung gefolgt ist, nach der Novemberkälte sogar eine Wärmeperiode von ganz abnormer Intensität und Länge. Man wird also gut daran tun, aus dem bis­ herigen widerspruchsreichen Charakter des Spätherbstes und Vorwinters keine Schlüffe aus die Witterung der eigentlichen Wintermonate zu ziehen. —* Die Thomasnacht, der Abschluß des heutigen Tages, wird die längste Nacht des heurigen Jahres bilden im Gegensatz zu der Nacht vom 24. Juni, welche die kürzeste Nacht des Jahres ist. Die Thomasnacht wird in vielen Gegenden als Orakelnacht betrachtet, es wird Blei gegossen und Holz gerafft und gezählt. Besonders verbreitet ist aber am Thomastag abends die Sitte des Schuhwer­ sens, indem man sich auf den Boden eines Zimmers niedersetzt und die Schuhte oder Pan­ toffeln von den Füßen rücklings über sich weg wirft. Sind die Schuhspitzen nach! der Tür zu gerichtet, so wird man aus dem Hause kommen; find sie von der Tür abgewandt, , so hat man noch ein Jahr im Hause zu blei­ ben. Noch sonderbarer ist die Ansicht, welche man in Niederösterreich findet, daß Lang­ schläfer ihtem Fehler in der Thomasnacht ab­ helfen können, wenn sie vor dem Schlafen­ gehen den heiligen Veit mit den Worten an­ rufen: heiliger Sankt Veit, — Weck 'mich aus zur rechten Zeit, — Daß ich! mich nicht verslafe/ — Und zur rechten Zeit erwache!" Dieselbe Meinung herrscht in Wesffalen, wo noch! vor 30 Jahren die Kinder dasjenige, das am Tho­ mastag zuletzt die Schulstube betrat, Domes­ esel (Thomasesel) zu nennen pflegten. Im Zusammenhang damit dürste auch die hollän­ dische Gewohnheit stehen denjenigen, der am Thomastag am längsten im Bette liegt, mit Spottnamen luilak, Faulpelz, zu begrüßen. Stadttheater. Soweit erinnerlich, war es Konrad Dreher, der vor vielen Jähren den Versuch machte, die damals in höchster Blüte stehende Bauernkomödie durch die Besetzung der Rol­ len mit begabten, wirklichen Bauern noch&gt; ori­ gineller zu gestalten und dem dieses Experi­ ment mit den Schfierseern, Terofal an der Spitze, reichen Erfolg eintrug. Seitdem schos­ sen diese Bauerntheater aus der Ejrde wie Pilze nach warmem Regen und überfluteten Großstädte und Provinz mit tijiren Darbie­ tungen. Auch hier in Landshut wurde ,tn dieser Kunst viel mit und ohne Erfolg ge­ handelt. Am Sonntag beschlagnahmte ein Oberbaherisches Bauerntheater unter der Di­ rektion Klock mit einem auf bettn Theater­ zettel in lärmender, an die Zeit eines Emanuel Striese mahnenden, geschmackloser ReklaMe an­ gekündigten, zeitgemäßen Charakterstück "Der 1. August 1914" oder "Sein eisernes Kreuz" unsre Bühne. Die echten Kulissenzauber at­ mende, rührselige Mache in 8 Bilderst mit den verschiedenen Haupt- und "£&gt;ber"=Unter f = titeln birgt eine gedrängte Zusammenstel­ lung fast sämtlicher Bauernthjeaterkiteratur. Namentlich der zweite Akt bringt in ganz un­ verfrorener Weise einen Abklatsch des hier oft genossenen Stielerfchen Genrebildes "Ein blauer Teufel" zeitgemäß natürlich in feldMauer Ueberjtünchung. Auch, in der Dar­ stellung vermißte man die sonst bei derar­ tigen Truppen gewohnte Urwüchsigkeit und Dialektbeherrschung. So kam es, daß die nach! Brot schreiende Kunst diesmal ziemlich! ungehört verhallte und der mäßige Besuch dev Veranstaltung sowohl nachmittags als abends nicht die gewünschte klingende Anerkennung brachte. Hg.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Gerichtssaal. Landgericht Landshut. (Sitzung vom Freitag, den 17. Dezember.) , Verurteilt wurden: Sedlmeier Johanm Pferdehändler von Pfesfenhausen wege-n Vergehens gegen das Kriegszustandsgesetz zu 6 Wochen Gefängnis. Ertl Johann, Pferdehändler von San­ delzhausen wegen des gleichen Reats zu ,3 Tagen Gefängnis. Plettl Franziska, Tienstmagd von Eber­ hardsreuth wegen Betrugs im Rückfalle unter Einvechnung anderer Strafen zu drei Jähsten Zuchthaus. Lindeis Sebastian, Dienstknecht von Hagertshausen wegen Diebstahls zu 1 Woche Gefägnis. Straubing, 19. Dezember. (Schwurgericht.) Tie erste Schwurgerichtsperiode beim hiesigen Landgerichte beginnt am Montag, den 17. Januar 1916 unter dem Vorsitze des K. Ober­ landesgerichtsrat Wolf von München; als des­ sen Stellvertreter wurde der K. Landgerichts­ rat Kolb (ernannt. Als Geschworene zu dieser Schwurgerichtssitzung wurden folgende Herren ausgelost: 1. Johann Scharnag l, Hausbesitzer in Landshut. 2. Lorenz Glashauser, Müller in Englsing (Hengersberg). 3. Josef Krieger, Bauer in Dettenkofen. (Mallersdorf). 4. Karl Rank, Oekonom in Tabakried (Rottenburg). 5. Eduard Zehentleitner, Bauer in Hinterlexenau (Simbach). 6. Franz Auer, Viehhändler in Tettenweis (Griesbach). 7. Josef Weiß, Privatier und Bürtzevmeifter in Bilshofen. 8. Franz Hollauer, Bauer in Oberöbling (Straubing). 9. Joses Zellner, Gütler und Holzhändler in Waldhof (Pfarrkirchen). 10. Eduard Barth, Zinngießermeister in Velden (Rottenburg). 11. Karl Ammer, Bauer in Mettkstg (Straubing). 1 12. Alois Kölbl, Bauer in Brandten (Re­ gen). I 13. Franz Huber, Wirtschaftspächter in Frontenhäusen (Vilsbiburg). 14. Michael Absmeter, Bauer in Hol­ zen (Griesbach). 15. Georg Aholänger, Mauever in Beiderwies (Passau). 16. Joh. Leidl, Getreidehändler in Straß­ kirchen (Straubing). ► 17. Mich. Schmidbauer, Gastwirt in Weihimörting (Rotthalmünster). ' 18. Gg. Memninger, Bauer inJggensbach (Hengersberg). 19. Jos. Tillkofer, Sattler in Brodfurth (^IßinTtöEfÜ a y 20. Match, «immer, Gütler in Oberap­ persdorf (Moosburg). 21. Gebast. Lux, Bauer in Unterweilnbach (Tingolfing). 28. P,eter Garr, Bauer in Göttersdors (Tingolfing). 23. Josef Eyl, Privatier in Osterhofen. 24. Matth. Fischer, Bauer in Nuchhausen (Tingolfing). 25. Heinr. Lindinger, Gütler in Ottenberg (Griesbach). 26. Gg. Gründinger, Bauer in Poppenreuch (Waldkirchen). 27. Paul Münsterer, Oekononnerat von Mainburg. &gt;8’. Jost B»odschelm. Bauer in Berft (Rotthjalmiünschr). 29. Anton Wartner, Kaufmann in Deg­ gendorf. 30. Jos. Baumgartner, Bauer in Narrnham (Arnstorf).</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Letzte Posten. Tas bisherige Ergebnis der griech. Wahlen. Sd. Athen, 21. Dezember. (Agenee Havas.) Unter den bisherigen Gewählten befin­ den sich 200 Anhänger Gunaris, 35 Theodokisten und 20 Anhänger Rhallis, 7 Anhänger Titrakopulos. Aus 60 Wahlkreisen steht das Ergebnis noch aus. Tie Lage in Saloniki. Amsterdam, 21. Dezettnkber. Die eng­ lische Presse meldet einen förmlichen Auszug der Bevölkerung Salonikis. Auch die Tür­ ken, Juden und Griechen verlassen die Stadt. (Z.) Griechenland nnb die Mittelmächte. Budapest, 21. Dezember. Pester Lloyd meldet aus Sofia: In hiesigen diplomatischen Kreisen ist man der Ansicht, daß Griechenland von nun an eine, den Zentralmächten gegen­ über wohlwollende Pofitik befolgen werde und daß der Vierverband das Spiel verloren hat. . ■ . (Z) Unruhen an der Westgrenze Aegyptens. Bern, 21. Dezember. Das Aneoneser Blatt "L'Ordine" berichtet unterm 6. ds. aus Kairo: Die Rebellen hüben sich mehrerer Oasen und Solunrs bemächtigt. Eine ägyptische Bat­ terie hat sich geweigert, auf die Rebellen zu schießen, weshalb Offiziere und Soldaten dev Batterie eingekerkert wurden. Großes Schadenfeuer. Sd. London, 21. Dezember. Ein großes Schadenfeuer vernichtete gestern in Leith«-PortStundas bei Glasgow Vorräte an Tee, Kaffees Tabak und Wisky im Werte von 400 000 Pfund Sterling.</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="7"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Bekanntmachung. Kriegersraue« und deren Kinder wollen sich am Mittwoch de« 22. Dezember «achmittags l l s Z Uhr zur EWsMWShm ihr« WeWschtsBev im Rathauspruuksaale rinfinden. Landshut den 20. Dezember 1915. 2722 g&gt;rte&amp;omitee.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Bekanntmachung. Der städt. Kartoffelberkauf findet jedm Donnerstag nachmittags 1 vis 4 Uhr in der Durchfahrt des SchrannengebSudes (Neustadt) statt. Preis: 3 Ml. 70 Pfg. Pro Zeat»er 1 " 85 " " halber Ztr. nnit — " 4 " " Pfand. Landshut den 14. Dezember 1915. j&amp;taötmagifltrat</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="2"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Bericht unserer Verbündeten. WTB. Wien, 20. Dezember, mittags^ Amtlich wird verlautbart: Russischer Kriegsschauplatz. Keine wesentlichen Ereignisse. Italienischer Kriegsschauplatz. An der ganzen Front mäßige Artillerietätigkeit, die sich nur int Chiese-Abschmitt und im Gebiete des Col di Lana zu größerer Hef­ tigkeit steigerte. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Truppen des Generals b. Koeveß erstürmten die stark ausgebauten feindlichen Stellungen am Tara-Knie, südwestlich von Bijelopolje und bei Godusa nördlich von Bevane. In den Kämpfen an der Tara wurden drei Gebirgskanonen, zwei Feldkanonen und 1200 Gewehre erbeutet. Der stellvertretende Chef des Generalstabes: v. H o e s e r, Feldmarschalleutnant. scheint die amerikanische Gefahr für Europa noch in weiter Ferne. Tie ^amerikanische Gefahr" in ita, - lienischer Beleuchtung. ( "Der Jankee", so schreibt Sera vom 13. Dez. "zieht Gold aus den Wunden Europas und häuft so enorme Reichtümer auf. Er wird vom Schuldner zum Gläubiger Europas. Der Traum des ehrgeizigen Dollarkönigs, wie er M in der Botschaft Wilsons darstellt, geht dahin, Bankier und Waffenlieferant des alten Europa zu werden und dieses sich wirtschaft­ lich untertan zu machen. Aber die Verwirk­ lichung eines solchen Traumes halten wir nicht für möglich. Nach! Beendigung des europäi­ schen Krieges wird auch! die jetzige Lebhaftig­ keit der amerikanischen Produktion, die Ur­ sache fabelhafter Gewinne wieder aufhören. Die Schaffung einer selbständigen Handels­ flotte läßt sich nicht durch die in Wilsons Bot­ schaft angekündigte Beseitigung gesetzlicher Schränken erreichen. In Amerika macht sich der Bau und Erwerb von Schiffen wegen der höheren amerikanischen Preise und Löhne nicht bezahlt. Aus diesem Grunde wird die Han­ delsmarine der Vereinigten Staaten von der europäischer Länder wie der Englands und Deutschlands übertreffen. Z. B. kostet ein in England gebautes Schiff von 9650 Tonnen nur 331000 Dollar, dagegen ein in Phila­ delphia gebautes von 9250 Tonnen 680 500 Dollar und dazu kostet der Unterhalt einer amerikanischen Schiffsbesatzung noch 502 Dol­ lar monatlich mehr als der einer europäischen. Daher sind alle großen Gchiffslinien in Hän­ den der Europäer. Ter Strom europäischer' Auswanderer nach Amerika wird nach! dem Krieg voraussichtlich! nachlassen. Und so er-</p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
