Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1915-12-03. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 68. Jahrgang Nr. 329, 1915-12-03. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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Die Gefamtveute der Bulgaren: 50 000 Gefangene, 205 Geschütze. — Einmarsch in Montenegro. — Neue italienische Teilangriffe abgewiesen. — Rückzug der Engländer in Mesopotamien. Im Westen wurden gestern nur Artillerieund Minenkämpfe an verschiedenen Stellen gemeldet. Ein feindlicher Doppeldecker, der landen mutzte, wurde erbeutet und seine In­ sassen gefangen genommen. Im Osten hab es nur bei der Armee Bothmer Kämpfe. Es wurden dort schwache russische Vorstöße abgewiesen. Der russische Heeresbericht hatte von rus­ sischen Siegen bei Jlluxt—Kasimirski zu mel­ den gewußt. Unser .Heeresbericht bezeichnet die Meldung als frei erfunden. ( An der italienischen Front erneuerten die Italiener bei Tolmein, dem Mrzli Vrh, und nördlich! von Dolje ihre Angriffe, wur­ den aber ebenso wie bei Oslavija, tob sie durchzubrechen versuchten, zurückgeschlagen. > In Serbien wurden von den Unsern süd­ westlich! von Mitrowitza .neuerdings 4000 Ser­ ben gefangen. An der montenegrinischen Grenze geht es rüstig vorwärts. Janica, Plevlje und Jabuka wurden von den Unsern besetzt. Aus Mazedonien wurden schwere Käm­ pfe auf den Höhen vor Monastir gemeldet. Ter serbische Kommandierende Oberst Basic hält noch die letzten Verteidigungswerke, doch dürste das Schicksal der Stadt bereits be­ siegelt sein. Die Bulgaren setzest, die Verfolgung von Prizren gegen Djakow fort. In Nordmazep! donien führt der Vormarsch an die albanische Grenze. Vom 14. Oktober, dem Kriegsbe,gtnn bis zur Einnahme von Prizren am 29. November nähmen die Bulgaren 50 000 Ser­ ben gefangen und erbeuteten 265 Geschütze, 136 Artilleriemunitionswagen, 100 000 Ge­ wehre, 36 000 Granaten, 3 Millionen Gewehrpatronen, 2350 Eisenbahnwagen und 63 Lo­ komotiven. , v Griechenland scheint von der Entente zur Entscheidung getrieben zu werden. Die letzten Ententeforderungen, die tatsächlich Engländer und Franzosen zu Beherrschern eines Tei­ les von Griechenland machen würden, hüben in ganz Griechenland die Gemüter erregt und die Entente dürfte sich vielleicht mit ihrer Ueberreichung einen schlechten Dienst erwie­ sen haben. Griechenland kann, wenn es nicht zum Vasallen der Entente sich! erniedrigen will, diese Forderungen nicht bewilligen, um­ somehr, als im Norden deutsche und bulgarische Armeen stehen, die in der Entscheidung ein gewichtiges Wort mitzureden haben. Die Niederlage der Engländer in Mesopotamsien war eine entscheidende. Sie, die bereits die nahe Einnahme von Bagdad ver­ kündeten, mußten mehr als 100 Kilometer zurückweichen, um die Trümmler ihres Heeres zu retten. ────────── Bericht des deutschen Hauptquartiers. WTB. Berlin, 2. Dezember. Mittags(Große« Hauptquartier.) ────────── Westlicher Kriegsschauplatz. Außer Artillerie- und Minenkämpfen an verschiedenen Stellen der Front keine besonde­ ren Ereignisse. Nordwestlich! von St. Quentin fiel ein wegen Motorschadens niedergegangener Dop­ peldecker mit 2 englischen Offizieren m unsere ────────── Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Die Schilderung des russischen Tagesbe­ richtes vom 29. November über Kämpfe bei Jlluxt-Kasimirski sind frei erfunden. Bei der Armee des Generals Grafen Bothmer wurden vorgehende schwäche Abtei­ lungen der Russen von unseren Vorposten abgewiesen. Battankriegsschauplatz. Westlich! des Lim wurden Poljanic, Plev­ lje und Jabuka besetzt. Südwestlich! von Mitrowitza wurden 4000 Gefangene und 2 Geschütze eingebracht. ! L Oberste Heeresleitung. ────────── Bergrücken nördlich von Dolje zwei Vorstöße des Feindes zusammen. Im Tolmeiner Becken zerstörte die ita­ lienische Artillerie die Ortschaften hinter un­ serer Front. Der Brückenkopf stand stellenweffe wieder unter Trommelfeuer und wurde von sehr starken Kräften mehrmals vergeblich angegriffen. Bei Oslavija versuchte die feindliche In­ fanterie unter dem Schutze des Nebels durch­ zubrechen; Abteilungen unsres Infanterie-Re­ giments Nr. 57 schlugen hier drei Stürme ab. Sonst kam es zu keinen größeren Jnfanteriekämpfen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Heute früh sind wir in Plevlje eingerückt. Die Einnahme der Stadt war das Ergebnis hartnäckiger Kämpfe. Die über den Metalka-Sattel vordringende Kolonne hatte gestern den Feind bei Bvljanie geworfen, die über Proboj vorrückende Gruppe die Höhen nördlich von Plevlje ge­ stürmt, eine dritte, die Montenegriner bei Jabuka verttieben. i Unsere Truppen wurden von der moham­ medanischen Bevölkerung mit Jubel begrüßt. Der Rückzug der Montenegriner ging zum Teil fluchtartig vor sich. Südwestlich! von MittoWitza brachte ein österr.-ungar. Halbbataillon 4000 serbische Gefangene, 2 Geschütze und 100 erbeutete Pferde eilt. Die Bulgaren setzten die Verfolgung auf Djakova fort. Der stellverttetende Chef des Generalstabes r v. H o e s e r, Feldmarfchalleutnant. WTB. Wien, 2. Dezember, mittags. — Amtlich wird gemeldet: . Russischer Kriegsschauplatz. Nichts Neues. I Italienischer Kriegsschauplatz. Me Italiener erneuerten ihre Angriffe aus den Brückenkopf von Tolmein und auf unsere Bergstellungen nördlich davon. , Vor dem Mrzli Vrh brachen drei, vor dem Bericht unserer Verbündeten. ────────── Irkutsk verschickt. Die Haussuchungen dauern fort. Viele Angehörige des geflüchteten kur« ländischen Adels übersiedeln nach Petersburg. ────────── Der Krieg mit Italien. Es wir- Tag in Italien. Wien, 2. Dezember. Das "Neue Wiener Journal" berichtet aus Lugano: Die italieni­ sche Presse scheint die öffentliche Meinung aus das Aufgeben der Offensive am Jsonzo vorzubereiten, denn seit gestern veröffentlicht sie Artikel über die Schwierigkeiten dieser Of­ fensive und über die Vorteile, die der Feind durch, seine Stellung hat, an denen sich alle Kräfte brechen müssen. Tie bisher erzielten Erfolge seien trotz aller Kraftanstrengungen ganz bedeutungslos. Tie Opfer der Seuchen in Serbien. Budapest, 2. Dez. Der Kriegsbericht­ erstatter des "Pester Lloyd" hätte in Risch eine Unterredung Mit dem Chefarzt eines Kran­ kenhauses, der auch österreichisch-ungarische Kriegsgefangene behandelte. Er erzählte, daß, soweit er unterrichtet sei, Tausende von diesen an Typhus, Cholera und Dysenterie starben, aber auch! von der serbischen Bevölkerung und der Armee sind gegen 80—90 000 Menschen an diesen Seuchen gestorben. In Nisch starben 138 Aerzte an den genannten ansteckenden i Krankheiten. : Ter betrübte Venizelos. I Budapest, 2. Dez. "A Villag" meldet * aus Athen: Venizelos äußerte zu einigen poli| tischen Freunden: Bedauerlicherweise ist es'der s Regierung gelungen, unseren Einfluß ctuB dem l Wege zu räumen und zu erreichen, daß die I große Mehrheit des Volkes glaubt, was die ' Regierung verkündet. Diese hat das Volk , ernstlich, zu der Ueberzeugung gebracht, daß j ‘ der Vierverband heute schon so gut wie ver- ! loren sei. Es ist traurig, daß das Volk diesen Glauben gewonnen hat. Wenn man mich! fra­ gen würde, wie ich heute über ein Einkreisen Griechenlands denke, so würde ich sagen, daß ich es heute für nicht mehr möglich halte. Venizelos erklärte auch noch, er werde im Lande dieser Politik nicht zusehen, sondern das Land verlassen und Wiemals wiederkehren. Tie Haltung Rumäniens. Genf, 2. Dezember. Journal des De­ büts berichtet aus bester Quelle, daß das rumä­ nische Kabinett unerschütterlich neutral 'blei­ ben werde. Ialls das Kabinett trotzdem ge­ stürzt werden sollte, werde Bratianu unter Ausscheidung der Ruhestörer ein neues bilden od»r der König werde Carp, Majoreseu oder Marghiloman mit der Neubildung des Ka­ binetts beauftragen. (Z.) ' Rumänien und Rußland. Londo n, 2. Dezember. Die "Daily News" melden aus Bukarest, daß Rumänien den ernsten Wunsch an Rußland übermittelt habe, neutral zu bleiben und daß infolgedessen die russische Flotte nicht die Erlaubnis erhal­ ten könne, die Donau heraMüfahren. (Z.) TaD Jouescu gegen Filipesen. Der Gegensatz zwischen den russophtleu Agitatoren in Rumänien Filipescu und Jonescu wird täglich größer. Vor einigen Tagen lud Filipescu die Parlamentsmitglieder der unionistischen Föderation ein. 'Diejenigen, welche der Jonescu-Gruppe angehören, sind aber nicht erschienen, sondern haben sich bei ihrem Führer versammelt. Diese demonstra­ tive Abwesenheit verstimmte Filipescu, der einem Freunde seine Entrüstung gegen Jonescus Blätter ausdrückte, die ihm im Kampfe gegen das Ministerium des Aeußern nicht un­ terstützten, so daß sein Blatt, die Epoca, ganz allein blieb. Als Filipescus Sohn von der Regierungspresse angegriffen wurde, nahmen die Blätter Jonescus mit keinem Wort Partei für ihn. Ties find jedoch nur die neuesten Gründe. Beide Agitatoren vertrauen einan­ der schon seit langem nicht. Ten Plättern zufolge dürfte der Ausbruch, offener Feind­ seligkeit schon demnächst zu erwarten sein, was auch! das Ende der unionisfischen Födera­ tion bedeuten würde. Stea Gul meint, Jonescu werde die Parlamentsaktion Filipescus nicht unterstützen. Tie geplante Aktion gegen das Kriegsministerium wird als Versuch! Fili­ pescus angesehen, sich aus einer Panamaaffäre möglichst heil herauszuwinden, wozu aber Joneseu keine hilfteiche Hand bieten will. Tie vorgestrige Sitzung der Kammer verlies ruhig. Die Wiederwahl des Präsidenten der Kammer wie des Senats erfolgte mit 103 gegen 13, bezw. mit 67 gegen 12 StimWen, ein Beweis, daß Filipescu und Joneseu ins­ gesamt nur über 45 Stimmen verfügen und in verschwindender Minorität sind. ────────── von uns unternommenen überraschenden Augriff wurde der Feind gezwungen, sich weiter in Richtung auf Kut-el-Ammara, 170 Kilo­ meter südlich! von "Bagdad, zurückzuziehen. Wir fanden in Azize und der Nachbar­ schaft, viel Mundvorrat, Munition uH> ver­ schiedenes Kriegsgerät. Unsere in die Umge­ bung gesandten Krieger erbeuteten etwa 100 Kamele des Feindes. Die Tatsache, daß es dem Feind nicht mehr gelang, auch nur einen kleinen Teil der Gegenstände und des Kriegs­ materials, das er im Stiche ließ, anzuzün^den, und daß er eine Menge von Gegenständen, die Offizieren gehörten, sowie von technischen Ausrüstungsgegenständen nicht mehr mitführen konnte, ist ein Beweis für seine große Niederlage; außerdem erbeuteten wir ein Kriegsmotorboot, einen eisernen "Leichter, der mit Mundvorrat und Munition angefüllt war, und ein Flußschiff. Wir haben festgestellt, daß der Feind aus seinem fluchtartigen Rück­ züge mehrere Kisten Munition in den Tigris warf. Die Engländer haben, um ihre Nieder­ lage zu verheimlichen, der Bevölkerung in der Umgegend mitgeteilt, daß sie Mt uns einen Waffenstillstand geschlossen hätten, aber die schnelle Verfolgung kennzeichnete dies als bloße Ausflucht. Von vier Flugzeugen, die wir dem Feinde abnahmen, wurden drei wie­ derhergestellt und fliegen jetzt über den feind­ lichen Reihen. ────────── Der Krieg zur See. Bvrfeuktes Sjtijiiff. Molta, 2. Dezember. Der britische Dam­ pfer "Malinche", 1155 Bruttotonnen, wurde versenkt. Die Besatzung ist gerettet. ────────── Tages-Uebersicht. 2ler türkische Reichshaushalt. Das Bud­ get des nächsten, am 14. März begimtenden Rechnnngsjahres, das jetzt von der Budget­ kommission der türkischen Kawchjer erörtert wird, beziffert sich> aus 36 817 125 Pfund in den Ausgaben, 1 159579 Pfund mehr als im Vorjahre, und 22 961 688 Pfund in den Ein­ nahmen, 1 874 749 Pfund weniger als im Vorjahre. Demnach ergibt sich ein Fehlbetrag von 13 855 437, also von 3 034 329 Pfund mehr als im letzten Jahre. Tie Begründung stellt fest, daß die Einnahmen mit Rücksicht auf die Folgen des Krieges bedeutend niedri­ ger veranschlagt worden seien, es sich also nur um einen vorübergehenden Zustand handle. Tann wird noch erwähnt, daß zur Deckung der großen Ausgaben des gegenwärti­ gen Krieges Darlehen bei den verbündeten Regierungen aufgenommen werden müßten. Tie Wirkung der Schinwinähöchstpreise. Die "Voss. Ztg." macht darauf aufmerffaim', daß während vorgestern 7500 Scheine auf den Berliner 'Schlachthos zugetrieben waren, etwä ebensoviel wie im vergangenen Jahr um die­ selbe Zeit, in vielen Schlächtereien Berlins trotzdem frisches Schweinefleisch nicht zu 'ha­ ben gewesen sei. Das Blatt folgert daraus die Notwendigkeit, daß in die Bundesratsverfü­ gung über die Höchstpreise für Schweine auch Großhandelspreise eingefügt werden. £8.) ────────── Neue bahcrischl-österrcichische Schiffahrt^ geifellschaft. Wie die "Donauzeitung" meldet, hat die Deutsche Reederei in Hamburg der baye­ rischen Regierung den Vorschlag unterbreitet, den bekannten Vertrag wegen Benützung der Auswandererstation Marktredwitz aufzulassen, um aus Grund eines neuen Vertrages in Ge­ meinschaft mit detm! Oesterreichischen Lloyd einen gemeinsamen Dienst aus Bayern über Triest und Antwerpen einzurichten. * Ter landwirtschaftliche Verein in Bayer», der Bayer, christliche Bauernverein, der Bund der Landwirte, Abteilung Bayern und Pfalz, der Bayerische Bauernbund und der Teutsche Bauernbund, Abteilung Bayern, veröffentlicht in dem Wochenblatt des landwirtschaftlichen Vereins in Bayern eine Erklärung, in wel­ cher gegen das unlautere Treiben protestiert wird, welches trotz aller sachlichen Aufklärungen gegen die einheimische Landwirtschaft im­ mer und imjMer wieder den Vorwurf erhebt, daß sie die Kriegslage zu Preistreibereien und zur Erzielung wucherischen Gewinnes ausnütze. Die Behauptungen widersprechen den Tatsa­ chen und seien dazu angetan, die anderen Stände dauernd gegen den Bauernstand zu er­ bittern. In der Erklärung wird jede gewinn­ süchtige Ausnützung der Kriegslage, auch wenn sich! Landwirte einer solchen schuldig ma­ chen würden, aus das schärffte mißbilligt und an die Landwirte wiederholt die dringende Aufforderung gerichtet, die notwendige Zu­ fuhr von Lebensmitteln, insbesondere von Kar­ toffeln, d. h. so weit es die Witterungsverhältnifse zulassen, zu beschleunigen, um auch nicht den Schein absichtlicher Zurückhaltung auf sich zu laden. Gewissenlos aber sei es, von wücherischen Preisen zu reden, ohne auch nur den Versuch, zu machen, die Preisunterlagen zu prüfen. Die Fortführung des landwirtschaft­ lichen Betriebes liegt im vaterländischen Jnesse und ist eine Voraussetzung für den end­ gültigen Sieg unsrer Waffen. Tie Pflicht­ erfüllung der daheimgebliebenen landw.Kreiss verdiene Tank und Anerkennung aller Volks­ genossen und nicht den Vorwurf Wucherischer Ausbeutung, der schließlich den Ernst aüf dem Lande in Verbitterung kehre» um» darüber die Berufsfreudigkeit erlahmen -lassen könnte. 25» Prozent vkemeindeunrlagen. Durch erhöhte Ausgaben, Rückgang des Steuersolls, Nichteinbringlichkeit von Umlagen usw. dürfte eine Erhöhung der Gemeindeumlagen rn Neu­ markt (Oberpf.) auf 250 Prozent für das Jahr 1916 in Aussicht stehen. Wieder eingefangen. Auf dem Gutshofs des Herrn Riedle In Ochsenhof bei Nessel­ wang (Algäu) fanden sich! nachts fünf gefan­ gene russische Unteroffiziere, welche 5 Tags vorher einem Arbeitslager bei Fürstenfeld­ bruck entsprungen waren, ein. Sie wurden verhaftet und nach Lager Lechfeld eingeliefert. Ein Opfer des Leichtsinns. E ne Bäuerin in Felben bei Legan (Schwaben) wollte ant Freitag im Ofen Feuer machen, wozu sie Pe­ troleumersatz benützte. Es entstand eine Ex­ plosion, wobei die Kleider per Frau Feuer fingen. Um sich zu retten, flüchtete sie in den neugefallenen Schnee. Trotzdem ist ihr Zu­ stand sehr bedenkliche. Bayerische Nachrichten. ────────── er sich! seiner Aufgabe inbezug auf Vertre­ tung eines Projektes vom Regierungsstand­ punkte aus zu erledigen habe. Allein es sei etwas anderes, seiner Meinung in dieser Richtung Ausdruck zu geben, denn die Art Der Vertretung hänge mit der Sache selbst ganz wesentlich zusammen. Er hgbe schon an­ gedeutet und er könne kein Wort zurücknehjmen, daß, wenn jetzt und schon früher, das Mottprojekt anders vertreten worden wäre, dasselbe bereits am Ziele könnte angelangt sein. Nun sei das Projekt mit 13:12 Stimlmien abgelehnt worden und er habe die Anschaue ung, wenn der Herr Regierungsvertreter: ein wohlwollendes Wort gesprochen hätte, wenn er gesagt hätte, die Zustände im Rottale seien un­ haltbar, es müsse etwas geschahen, das Projekt angenommen worden wäre. Daraus ergebe sich seines Erachtens, daß an dem Fall des Projektes die Art der Vertretung durch den Herrn Regierungsvertreter Schuld sei. Er, könne davon kein Wort zurücknehmen. J Herr R.-R. Reischle betonte, daß er ba, rauf hingewiesen habe, daß etwas geschehen müsse und daß die Verhältnisse im Rottale ähnlich sind, wie im Vilstale, nachdem er die letzteren eingehend geschildert hatte. Nach­ dem er hierdurch! seine Ausführungen mehr oder minder ergänzt habe, habe er geglaubt, um Wiederholungen zu vermeiden, sich etwas kürzer fassen zu können, als beim Vilstal, umsonsthr, als beim! Rottprojekt noch ein zwei­ ter Vertreter zugezogen worden sei. Beide Referate hatten ein einheitliches Ganze ge­ boten. Jedenfalls sei der Zeitaufwand beim Rottalprojekt der gleiche gewesen, wie beim Vilstalprojekt. ' Damit schloß diese Debatte. ────────── hatte er eine Anweisung auf eine Bank, und das Papier ist ihm abhanden gekommen." "Aper das hätte sich! doch telegraphisch ordnen lasten," warf die auch in geschäftlichen Dingen nicht unerfahrene praktische Ameri­ kanerin ein. "Dann hät .er vietteicht nur bares Geld bei sich gehabt, und er hat es verloren oder es ist Ihm gestohlen 'worden. Und Nun ist er ohne Mittel, und ehe er Antwort bort drüben hat Aber auch diesmal schüttelte die Ameri­ kanerin energisch, fast ärgerlich mit dem Kopfe. Ach, Unsinn! Ein Brief bis nach Deutschland dauert 10 bis 12 Tage, und Geld kann man von dort nach! hier per Kabel in einem halben Tage anwesten. "Armer Mister Felden!" fiel sie seufzend ein. Sie beugte sich! weit vor und sah baS neben ihr Sitzenden bei dem Scheine des nahen strahllenden Lampenlichtes aus nächster Nähe ist die Augen. Ihr Blick hatte dabei etwas Bestimmtes, Zwingendes. ^ JSBtr müssen ihm helfen, John?" ubHrflk 'kfmm sich« nicht cütien Augenblick, sondern nickte sofort zustimmend, ihren Mick mit seinen ruhigen klaren Augen voll aus­ haltend. "Das müssen wir, Miß Carrie. In der nächsten 'Pause werde ich mit ihm sprechen." Die junge Dame zwang sich!, an den Vor­ gängen auf der Bühne einigen Anteil zu neh­ men, aber ihre Gedanken wandten sich! irnMkr wieder der unerwarteten Begegnung zu, die halb schmerzliche, halb freubige Empfindungen in ihr wachgerufen hatte. Das Bild des, jun­ gen Studenten, der ihr vom ersten Augenblick ihrer Bekanntschaft an eine unwillkürlicheShmpathie eingeflößt hatte, die durch die auf­ regenden stürmischen Ereignisse während des Schiffsbrandes zu einer wärmeren, innigeren, säst leidenschaftlichen Empfindung gesteigert worden Mir, hätte in all dqn Wochen ihre Phantasie lebhaft beschäftigt. .Wieder und wie­ der hatte sie sich! alle Einzelheiten feiner auf­ fallenden, eindrucksvollen äußeren Erscheinung in die Erinnerung gerufen und immer wieder hatte sie sich.alle Phasen ihrer Bekanntschaft die miteinander geführten Gespräche vergegen­ wärtigt. Mit hvchklopsendem.Herzen hatte sie Tag fiir Tag seinen Besuch! erwartet, und bit­ tere Enttäuschung, Heißer Schmerz hätte -sie dm Abend jeden (TatzeS heimgesucht, der ihre Erwartungen immer noch sticht tzur Erfül­ lung »gebracht hätt«. Und nust plötzlich, un­ erwartet wär er ihr gegenübergetrpten unter Umständen, die Erstaunen, Befremden, ja eine peinigende Unruhe in ihr weckten. Mit Un­ geduld 'folji sie dem Aktschlüsse entgegen. Tie Handlung des Stücks kam ihr abgeschmackt, uninteressant, langweilig vor. Mit einem Male fiel ihr noch! etwas ein. "Aber warum hat er uns nicht besucht, mW unsre Hilfe angerufen, wenn er ein Unglück gehabt hat?" Mr. Pemberton, der mit angestrengter Ausmerstamkeit demj Spiele gefolgt war und sich mit Hilfe der Mienen und Bewegungen und seiner allerdings noch sehr lückenhaften Kenntnis des Deutschen, das er .fleißig zu stzrdieren angefangen Hatte, den Inhalt der Komödie zusammenzureimen bemühte, sah ver­ ständnislos, fast unwillig auf. "Wie meinen Sie? Miß Carrie?" "Herrgott, das missen Etze doch! Ich frage, warum hät uns Mstter Felden nicht aufge­ sucht?" Der Amerikäner zuckte mit der ihms eige­ nen Ruhe und Gelassenheit die Schultern. i "Das werden wir bald erfahren, Miß Carrie." ; r 7 • ■*' 5 /r ~ (Fortsetzung folgt.) T' j r- » ────────── fen und Schlittschuhlaufen. Wenn uns auch' die Meteorologen einen harten, kalten Win­ ter vorausgesagt haben, vorläufig hat er seine kurze Herrschaft, die ohnedies außerhalb der offiziellen Zeit fiel, wieder eingestellt. Lokales. Landrhut, 3 Dezember. —* Das Eiserne Kreuz wurde dem Oberapotheker der Reserve Herrn LudwigEnglmann von Landshut verliehen. —* Das Eiserne Kreuz wurde dem Waffenmeister Herrn Egidius Wittmann beitrrt Ref.-Jnf.-Regt. Nr. 2 verliehen und vom Landwehr-Jnf.-Regt. Nr. 2 dem Vizefeldwebel des Landsturms Kaspar Winzheimer, den Unter­ offizieren der Landwehr Max Schulz, Gg. Meier, Fritz Stöcklhuber, Joachim Krenner, Mich!. Stummer, dew! Gefreiten der Reserve Franz Straßer, den Gefreiten der Landwehr Josef Apprich, Gg. Fröhler, dem Ersatzreservisten Martin Golder, den Landwehrmännern Karl Schmoll, Leo Hofmann, Korbinian Schalk Jos. Thursthuber, Karl Heindl, Valentin Zell, Zoh. Drexler, Heinrich Fischer, Ludwig Weidinger, dem Landsturmimiann Gg. Bück. —* Die Württembergifche Sil­ berne Militär-Verdienstmedaille wurde dem Unteroffizier Herrn Eugen Knecht des Res.-Jnf.-Regts. Nr. 2 verliehen, —* Den Heldentod für das Vater­ land starb der Schwaigerssohu Johann Bach von Siebensee, Soldat im 20. Jnfanterie-Regt? Drei Brüder des Gefallenen stehen noch! int Felde. —* Im Eisenbahnfahrplan trat hier ab 1. Dezember insoserne eine Aenderung ei», als der-Eilzug nach Landau nicht mehr um 5,15 Uhr, sondern bereits 2.10 Uhr von hier ab geht. —* Die neue Brotmarkenabgabe erfolgt für die Empfangsberechtigten mit An­ fangsbuchstaben A bis F am Montag, den 6. Dezember, G bis L Dienstag, 7. Dezem­ ber, M bis R Donnerstag, 9. Dezember und S mit Z Freitag, 10. Dezember. —* Die Liebesgaben für unsre 16er die als WeihNachtsgaben ins Feld gehen sol­ len, gehen bereits am nächsten Dienstag, den 7. Dezember von hier ab. Sie müssen daher bis Montag den 6. Dezember bei Herrn Kauf­ mann Mühldorfer abgegeben sein. —' Der Baherische Aero-Klub 6eab, sichtigt auch in diesem Jahre wieder Weih­ nachtsliebesgaben an die verschiedenen im Felde stehenden Lustschiffertrupps und Flieger­ abteilungen zu senden. Auch die hiesige Orts­ gruppe beteiligt sich hieran. Von derselben haben bereits drei Mitglieder den Heldentod gefunden, während weitere 30 Mitglieder im militärischen Dienste stehen. —'In die Handwerkskammer treten am 1. Januar 1916 die in der letzten Ergänz zungswähl gewählten Herren Lohmeier Alois, Konditormeister in Landau a. Js., Aigner Lorenz, Schmiedmeister in Landshut, Schafflhuber Ghristian, Schneidermeister in Passau, Schnelzer Karl, Schreinermeister in PfarrskirIdjen, Schefbeck Josef, Bäckermeister in' Strau­ bing und Wagner Josef, Schreinermeister in Grafenau. Als deren Ersatzleute sind be­ stimmt: Fellner Sebastian, Schneidermeister in Mainburg, Bücherl Josef, Bäckermeister in Landshut, Herfellner Martin, Schuhmachermei­ ster in Kühnham, Voglsamer Michael, Schnei­ dermeister in Pfarrkirchen, Leidl Andreas, Zimmerjnieister in Abensberg und Seidl Wil­ helm, Spneglermeister in Deggendorf. —' Die Geldbörse mit 240 Mark In­ halt und einem Brillantring hat vorgestern ein hiesiges Fräulein verloren. Ein Finder hat sich bis jetzt nicht gemeldet. —* Die Winterfreuden sind rascher als gedacht wieder zerflossen. Der Regen und die bis 7 Grad Wärme ansteigende Temperatur des gestrigen Tages übten ihre schneelösende Wirsirng aus. Die Eisbähnen waren unbrauch­ bar und die Rodelbahnen entbehren ihres Hauptelements. Betrübt holten die Kinder ihre Rodeln herein, vorbei ist es mit Schlei­ ────────── Handel und Verkehr. Nürnberg, 1. Dez. (Hopfenbericht.) Das Geschäft am Markt zeigte auch seit Beginn dieser Woche keinerlei bemerkenswerte Aenderung in Bezug auf Stimmung und Preise. Am Montag kamen 100, gestern 200, und heute infolge außer-' gewöhnlicher Wttterungsverhältniffe nur 60 Ballen zum Verkauf. Zugefahren wurden im Ganzen 400 Ballen, davon 100 Säcke Landhopfen. Gefragt waren vorwiegend höhere und Prima-Sorten, wobei Landhopfen 38—48 Mark, Hallertauer 45—65 Mark, Württembergs 45—60 Mark und Spalter 50—60 Mark erzielten. Neue Glühlampen. Eine hervorragende Verbesserung auf dem Gebiete der elektrischen Glühlichtbeleuchtung wurde hervorgerufen, als man bei großen Lampenthpen von etwa 600 bis 3000 Kerzen dazu überging, den Glühkör­ per anstatt im luftleeren Raum in einer Mit reinem Stickstoff gefüllten Glasglocke zum Leuchten zu bringen. Ter Verbrauch an elek­ trischer Energie für eine bestimmte LichteinMit konnte hierdurch! gegenüber den bis dahin gebräuchlichen hochterzigen Glühlampens u$n etwa die Hälfte herabgesetzt werden. Damit war ein ganz neuer Weg beschritten. Die mit Stickstoffüllung erzielten Resultate legten dein Glühlampenwerken nahe, auch mit anderen Edelgasen Versuche zu machen. Wie wir jetzt erfahren, kommt bei der kürzlich von den Siemens-Schuckertwerkon aus den Markt gebrachten neuen Wotäw-Lampe Type "G" ein anderes nach besonderem Verfahren gereinigtes Edelglas zur Anwendung, welches gegenüber Stickstoff weitere Vorteile 'Bietet. Nur mit Hilfe dieses Gases war es möglich!, I die neue Wotan-Lampe Type "G" in den für jede Art von Jnnenbeleuchtung geeigneten Größen bis zu 40 Watt herab herzustellen. Bei gleicher räumlicher Lichtmessung ergeben diese Lampen gegenüber den gewöhnlichen Me­ talldrahtlampen mit gleichem« Verbrauch etwa 40 Prozent mehr Licht. ────────── Im Mittelmeer: Getötet und gestorben: 1504 Offiziere, 21531 Mannschaften, verwun­ det 2866 Offiziere, 70148 Mannschaften, ver­ mißt 350 Offiziere, lt) 211 Mannschaften. Aus den anderen Kriegsschauplätzen: Ge­ tötet und gestorben: 227 Offiziere, 2052 Mann­ schaften, verwundet 337 Offiziere, 5587 Mann­ schaften; vermißt 76 Offiziere, 3223 Mann­ schaften. Flottensoldaten: Getötet und gestorben: 589 Offiziere, 9928 Mannschaften, verwundet 161 Offiziere, 1120 Mannschaften, vermißt 52 Offiziere, 310 Mannschaften. Zusammen: 510 236. T-ie Kapitulation von Monastir? Berlin, 3. Dezember. Die Lage von Monasfir schildert verschiedenen Blättern zu­ folge der Berichterstatter des Mailänder "Secolo" als trostlos. Die Kaufläden würden am Hellen Tage geplündert. Tie Kapitulation von Monastir sei in Gegenwart des britischen Kon­ suls, des serbischen Metropoliten, dem Bür­ germeister von Monastir und der bulgarischen und deütschen Delegierten unterzeichnet wor­ den. ────────── an einen englischen Soldaten und bat ihn, mich zu einem ihrer Friedhöfe zu führen. Nur schwer konnte ich mich ihm verständlich, machen. Endlich begriff er und schritt wort­ los und nachdenklich mir zur Seite. Wir (anten vor einen eingezäunten Platz, der über das Meer emporragt. Tie schwarzen, großen Buchstaben auf der weißen Tafel nannten mir den Ort als "Cemetery". Ich trat ein. Mein Begleiter hatte mich verlassen; ich war mutter­ seelenallein auf dem Friedhof, a,n dessen Ende zwei Totengräber auch, hier neue Gräber aus­ schaufelten. Ein Plakat, das zu entziffern ich mich Bemühte, belehrte mich, daß alle die hier ruhten, aus Lancashire waren. Ich, schritt quer über den Garten. Weder Blumen noch Kränze waren zu sehen. Nichts als rasch auf­ geworfene Erdhügel, in denen sich, ein Bild ernster und schlichter Trauer entrollte. Nicht einmal Einzelgräber gab es. Tas ganze wirkte wie ein großes Familiengrab, dessen Einzel­ ruhestätten Holzkreuze bezeichneten, auf denen man stets die gleiche Inschrift las. "Sn lie­ bendem Gedenken an. . ." Ich, las die Auf­ schriften; es waren fremdländisch klingende Namen, deren Aussprache meiner Zunge nicht eben leicht wurde. Und trotzdem klängest mir die Namen so nahe. Waren es doch, die Wäs­ serige fährten, die mit uns in diesen Monaten dieselben Hoffnungen und dieselben Schmer­ zen geteilt hatten. Am Ende angelangt, sfieß ich auch hier auf die offenen Gräber, die ihrer SchWfer harrten. Zwei Totengräber» waren fleißig an der Arbeit. Es waren Hindu mit den Köpfen von Zauberern, mit langwatz lenden schwarzen Bärten, aus denen die ern­ sten bronzenen Gesichter herauswuchsen. Als liiji neben ihnen stand, streiften mich' ihr ge­ heimnisvoller, wie aus der Ferne kommender Blick. Ohne sich, einen Augenblick Ruhe zu gönnen, schaufelten sie weiter, langsam mit dem Ernst von Priestern und mit Bewegungen, die in die Ewigkeit zu deuten schienen. Ein englischer Reiter galoppierte draußen über 1 das Gelände. In dem aus der Ferne herüber­ schimmernden Meer tauchte blutigrot die Sonnenscheibe unter, während ich einen letzten Blick auf die Gräber warf. Ein rosa Wölk­ chen stand über dem bleichen Spiegel des Meeres und zerflatterte langsam. Draußen zogen singende Engländer vorüber. Tann senkte sich mit jähem Ruck der Vorhang der Nacht über das Bild." ────────── Tas Bayerische Jahrbuch ist mit seinen für München und Nürnberg-Fürth bestimme ten Sonderausgaben, dem Münchener Jahrbuch und dem Nürnberg-Fürther Jahrbuch, auch im zweiten Kriegsjahr, für 1916 pünktlich! erschie­ nen. Zum 29. Male tritt damit das beliebte Auskunsts- und Nachschlagebuch an die Oeffent, lichkeit, das sich in ganz Bayern, in den Schreibstuben der Behörden und Geschäfte wie im Hause des Privatmannes eingebürgert hat. In seinem äußerst reichhaltigen Inhalt trägt der vorfiegende "Jahrgang wie seine Vorgän­ ger den Forderungen der gegenwärtigen Zeit­ lage in ausgiebigem Maße Rechnung. Alle wichtigen Neuerungen aus dem Gebiete des staatsbürgerlichen Lebens haben Berücksichti­ gung gefunden. Trotz des Krieges hat das Buch! seinen seitherigen Umfang und niedrigen Preis behalten, während sein Inhalt Weiter ausgestaltet worden ist. Besonders umfassende Darstellungen sind dem Militär- und Kriegs­ wesen gewidmet. Tie im vorigen Jahrbuche gebrachten Abhandlungen über das deutsche Heerwesen, das Rechts- und Wirtschaftsleben im Kriege, die Friedens- und Kriegsbesoldun­ gen des Militärs usw. haben in neuen Aufssähen ihre Ergänzung gefunden; weitere Ar­ tikel unterrichten über das militärische Ver­ sorgungswesen, über die militärischen Orden und Ehrenzeichen, über Krieg und Schule, bie militärischen Berufslausbahnen usw. Daneben sind Angaben über die Heeresstärken der ver­ schiedenen Länder, die Namen und Größen der Kriegsschiffe, über die Feldpost usw. zu finden. Eine wichtige Bereicherung hat das Jahrbuch ferner in seinen als Adressenma- Literarisches. terial wichtigen Teilen durch ein vollständiges Verzeichnis aller Dekanate und Pfarrämter des Königreichs Bayern erfahren. Im übrigen erhält das Bayerische Jahrbuch in allenr anderen Abschnitten denselben reichen und vielseifigen Inhalt wie bisher. Bei allen Teilen des Werkes ist besonderer Wert aus einfache, klare, auch, für den Laien leicht faßliche Form der Darstellung gelegi, die dabei <$ber zugleich wissenschaftlich einwandfrei geblieben ist. Der Preis des Werkes, das in allen Buchihändluirgen und Schreibwarengeschäften sowie beim Verlag Carl Gerber in München erhältlich ist, beträgt wie bisher nur 1,60 Mark in Halb­ leinen gebunden und 2 Mark in Ganzleinen gebunden. Tie Helden von Tsingtau von Otto von Gottberg (Verlag Ullstein u. Co., Berlin und Wien, Preis 1 Mark). "Wir hatten gebauet ein stattliches Haus", das trotzige Lied des unerschütterlichen deutschen Geistes, ist das Motto dieses Buches über den ruhmvollen Fall der Feste Tsingtau. Urkundliche Berichte, die nirgends sonst mitgeteilt wurden, und Briefe deutscher Einwohner von Kiautschau haben für Gottbergs auftüttelnde Darstellung wesentli­ che Angaben geliefert. Er schildert, wie in jeder Brust der Opfermut lebte, der den an Graudenz und Kolberg mahnenden Auftuf des Gouverneurs Meyer-Waldeck erfüllt, und er macht uns stolz im Bewußtsein 'dessen, was dort, auf verlorenem Posten, von vrerkdüsend deuffchen Helden vollbracht worden ist. Aber er geigt auch, tote teuer England die erbettelte japanische Hilfe bezahlen muß, mit welchetml Verlust an Ansehen bei den Völkern des Ostens es den fragwürdigen Sieg erkauft hat, unld ftoh der Zukunft unseres Vaterlandes läßt er uns einen neuen Weltentag der Deutschten ahnen. Tie Illustrierte Kriegs-Chronik des Da­ heim dürste, was die Schnelligkeit der Berichtz erstattung, die Reichhaltigkeit der Jllustrierung utnb den künstlerischen Schmuck, die Gediegemheit der zeitgemäßen Auffätze anbelangt, unstreitig die erste Stelle unter den gleichjarttgen Erscheinungen einnehmen. Das be­ weisen wiederum die jüngst erschienenen Hefte, in denen glänzende Schlachtenschilderungen von all den verschiedenen Kriegsschauplätzen ein getreues Bild der großen Zeit geben. "Der nordische Knoten" Von M. A. Drost (Verlag Georg Sfilke, Berlin NW. 7, Doro- j theenstraße 66-67. Preis 1 Mark.) Der Autor legt in dieser Broschüre in überzeugen der Weise die Gründe dar, welche Schweden zu einem engsten Anschluß an das stamlmjverwandte Deutschland in Krieg und Frieden veranlassen sollten. Er wirkte auch, während seines jüngsten fünfmonatlichen Aufenthalts in Schweden 'in gleichem Sinne durch ander­ weitige persönliche Propaganda. Wsorg TSegener, Ter Wall von Eisen und Fenjer. (Ein Jahr an der Westftont.) Leipzig, F. A. Brockhaus. 1915.: 192 Seiten: 1 Mark: Der Verfasser des so betitelten, soeben bei Brockhaus erschienenen Buches, Professor Dr. Georg Wegener, ist als Geograph und Mor­ schungsreisender, als Berater und Begleiter des Kronprinzen auf feister Jndienfahrt, als gründlicher Kenner von Land und Leuten in allen Winkeln der Erde dem deutschen Publikstm längst vorteilhaft bekannt. Der billige Preis von 1 Mark für fast 200 Seiten Text und die reizvolle bildliche Ausstattung wer­ den ihm obendrein die denkbar weiteste Verbreitung sicherst. Und die wünschen wir ihm von Herzen! Tas junge Europa (fielet nepe). Das starke Oktoberheft dieser ihres gediegenen In­ haltes wegen rasch, zu Ansehen und ernster Beachtung gelangten Monatsschrift enthält Ar­ beiten von Kapazitäten, wie die Mitglieder des Preußischen Herrenhauses Prof. Dr. Waldeyer und Geheimrat Prof. Dr. Borchers. Der Herausgeber Tr. Elemer Malmy (Berlin W. 30) erörtert an Hand einer ungarisch-englischen Preßfehde in seinem Artikel "Deutsche und Ungarn" das Verhältnis zwischen Oesterreich und Ungarn und zwischen Ungarn und Deutschland u. v .a. Tie sehr unterrichtende wirt­ schaftspolitische Rundschau und eine muster­ haft gearbeitete Bibliographie schließen den Inhalt des anregenden und in allen Bei­ trägen gleich interessanten Heftes. Tie Illustrierte Kriegs-Chronik des Taheim, von der uns wieder drei neue Hefte zugegangen sind, gibt ein wundervolles Spiegelbild der großen Zeit, in der wir leben. Die Feldpostbriefe von Mitkämpfern draußen an der Front und die Schilderungen eines gan­ zen Stabes von Kriegsberichterstattern schöp­ fen die Stimmung des Krieges in Ost und West und Süd Aus; noch, in späteren Zeiten wird sich der Leser erhoben fühlen beim Durch­ blättern dieser Hefte. Hierzu tragen auch, die zahlreichen Illustrationen das Ihrige bei. Ueber Land und Mpdr. Schon wieder sind drei neue Nummern dieser illustrierten Zeit­ schrift (Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart) er­ schienen, die Nummern 2 bis 4. Eine davon bringt als Titelbild unseren Kaiser im Felde, und eine andere zeigt einen gefangenen fran­ zösischen Alpenjäger nach einem Originalpa­ stell des Deutschen Kronprinzen. Karten zum Kriege auf der Balkanhaöbinsel (Preis 1,30 Mark) sind im Verlage von Belhagen und Klasing in Bieoefeld und Leipzig erschienen. Velgien sonst und jetzt. Ueber 200 Aisnahmen aus dem Lande uzwischen Maas und Schelde, nebst einer Einleitung von Tony Kel. len. Dritter Sonderband von "Am Vaterland und Freiheit", Verlag von Hermann Mon­ tanus, Siegen, Berlin, Leipzig. 1.—30. TauI send, kartoniert 2 Mark, geb. 2,80 Mark. } Tas Hans an der Grenze. Roman von i Edith Gräfin Salburg. Der neue Band der | Ullsteinbücher — 1 Mk. — In einem Tale des | Trentino, zwischen steiniger Wüstenei, zwi1 scheu Gärten und Olivenhainen ragt das Haus der Maria Mir. Feierlich, liegen in Mond­ nächten die Gipfel, vom Sch,imM»er der su­ chenden Scheinwerfer überhuscht. Nahe sind die einsamen Bergsorts Oesterreichs, ündHornrufe verkünden dem treulosen italienischen Feihd: Wir wachien! Kriegs-Echo. Von diesem Im Verlag Ullstein u. Co.. Berlin SW. 68, erscheinenden Kriegswerke ist soeben Heft 68 (Preis 10 Pfg.) mit intcrestanten Kriegsschilderungen und Bildern erschienen. ────────── Der Krieg mit England. Englische Verluste. ' London, 2. Dezember. Im englischen Unterhaus wurde dieser Tage mitgeteilt, daß sich in Deutschland gegenwärtig ca. 32 000 englische Soldaten und 1050 Seeleute als Kriegsgefangene befinden. Im November sind insgesamt 332 Offiziere getötet, 728 verwun­ det oder vermißt worden. Während derselben Zeit wurden 7652 Mann getötet und 33 057 verwundet oder vermißt. Bei der Flotte be­ tragen die Verluste im November 34 Offiziere und 261 Mann. (Z.)