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        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1915-12-07"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">68. Jahrgang Nr. 333</biblScope>
          <date when="1915-12-07">1915-12-07</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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      <editorialDecl>
        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
        </p>
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          <p>Bericht des deutschen Hauptquartiers. WTB. Berlin, 6. Dezember. Mittags, (Großes Hauptquartier).</p>
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          <p>Östlicher Kriegsschauplatz. In der Morgendämmerung brach! gestern ein russischer Angriff südwestlich des Babitfees, westlich! von Riga, verlustreich vor unseren Linien zusammen. Ein durch! russisches Artilleriefeuer vom See her getroffenes deutsches Flugzeug wurde bei Markgraven an der kurländifchen Küste mit seiner Bemannung geborgen. Balkan-Kriegsschäulplatz. Südlich! von Sjeniea und nordöstlich von Jpek wurden montenegrinische und serbische Abteilungen zurückgeworfen. Oberste Heeresleitung.</p>
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          <p>nel" vernichtet und den Kommandanten, den zweiten Offizier und 26 Mann gefangen ge­ nommen. Eine andre Flottille hat in der Nacht auf den 23. November einen mit drei Geschützen armierten Dampfer und einen größeren Mo­ torsegler, beide italienisch!, voll beladen, auf der Fahrt von Brindisi nach, Turazzo versenkt. Die Ueberlebenden des Dampfers, davon vier der Kriegsmarine, wurden gefangen genom­ men, die Bemannung des Motorseglers in Booten freigelassen. Flvttenkommando.</p>
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          <p>Am Balkan. Tie Abrechnung mit Serbien nnv Montenegro. Die "Franks. Ztg." meldet aus Wien r Serbien ist als zertrümmert anzusehen. Täg­ lich- fallen ganze Scharen der sich mühsam auf den verschneiten Straßen und Wegen dahinschleichenden ungeordneten Haufen, die, von Hungersnot und Witterungsunbilden geperni'gt, mit Aufbietung 'ihrer letzten ÄtDste Rettung im fremden Lande suchen, als Gefan­ gene in die Hände der rastlos vorwärts eilen­ den Verfolger. Die Gesamtsumme der Gefan­ genen überschreitet bereits die Zahl von 160 000. Der Ausstand gegen die grausamen Unterdrücker wächst. Führerlos irrten Grup­ pen ratlos umher und verwünschen jene, die die Schuld tragen an ihrem tragischen Schick­ sal. Nun beginnt auch- die Abre#nung mit Montenegro, das schon sehr in Mitleidenschaft gezogen ist und endlich, feine Treulosigkeiten büßen wird. Alles würde "in einem Zeitraum von kaum neun Wochen erreicht. (Z.) Tic Bulgaren in Tjakoba. . Berlin, 6. Dezember. Nach Meldungen aus dem k. und k. Kriegspressequartier sinh die Bulgaren in Djakova eingezogen. Die Stadt wurde von den Serben kaum vertei­ digt. Große Beute siel den Siegern in die Hände. Die Serben zogen sich, westwärts auf schlechten Landwegen zurück. Mit Monastir und Djakova sind jetzt zwei ausgezeichnete Stütz­ punkte für weitere Aktionen in den Besitz der Sieger gelangt. (Z.) Tie sein-lichten Biur-esbrü-er. Die "Voss. Ztg." meldet aus Sofia: Die Reise des Königs von Bulgarien nach, Risch ist die deutlichste Gewähr dafür, daß der all­ gemeine Betrieb demnächst aufgenolmjMen wer­ den wird. &gt;Der König konnte die Strecke fast ohne Unterbrechung zurücklegen und mußte nur an einer Stelle umsteigen, wo die Wieder­ herstellung einer Brücke noch- nicht beendigt war. Dabei verteilte der König an die dort beschäftigten serbischen Kriegsgefangenen Geld. An einer Stelle arbeiteten unter deutscher Leitung russische Gefangene. Ein Zug serbi­ scher Gefangener kam vorbei, erkannte deren Nationalität und überschüttete die Russen mit Vorwürfen: "Ihr habt uns das Unglück auf den Hals geschickt. Seht, was aus uns ge­ worden ist." Die Russen antworteten. Wan geriet aneinander mit Hacken und Spaten und es mußten deutsche und bulgarische Soldaten die Bundesgenossen auseinandertreiben. (Z.) GriG^nlanv und die Mittelmächte. Die "Köln. Ztg.", meldet aus Achen: Die Meldung einiger Blätter, Griechenland habe von Deutschland eine Bürgschaft dafür erwar­ tet, daß deutsche und österreichisch-ungarische Truppen nicht in das griechische Gebiet ein­ rücken würden, selbst wenn Saloniki zum aus­ gesprochenen Stützpunkt der Engländer uich Franzosen gemacht würde, wird von zuständi­ ger Seite als Erfindung bezeichnet. Eine sol­ che Bürgschaft sei weder gegeben noch von Griechenland verlangt worden, sie wäre auch cm teurer Widersinn. Eben deswegen hat sich die griechische Regierung so eifrig um die Anerkennung ihrer Neutralität durch, den Vier­ verband bemüht. (Z.) Griechenland und der Bierverbant». London, 6. Dezember. Wie die "Ti­ mes" aus When vom 5. ds. erfahren, be­ suchten der britische und französische Gesandte gestern Skuludis. Die Unterredung dauerte über eine Stunde. Der Zweck des Besuchtes war, die bevorstehende Ueberreichung der Ant­ wort des Vierverbandes, die in versöhnlichem Sinne abgefaßt sein soll, anzukündigen. Griechenlands Antwort. Wien, 6. Dezember. Die griechische Ant­ wort an den Vierverband erfolgte Samstag. Obwohl Einzelheiten nicht bekannt sind, steht fest, daß Griechenland das Festhalten an sei­ nen Souveränitätsrechten betonte. A-schmeidnng der rumänischen Einfuhr. Bert in, 6. Dez. Die "Voss. Ztg." mel­ det aus Zürich,: In Saloniki lagern große Mengen Waren "für rumänische Rechnung, die nicht mehr an die Adressaten gelangen kön­ nen. So befinden sich darunter über 100 vom rumänischen Staate bestellte Automobile, schweizerischen Fabrikats, für welche die rumä­ nische Regierung ausdrücklich den Weg über Marseille und Saloniki statt über Oesterreich vorgeschrieben hatte. (Z.) Tie rumänischen Getreidetransporte. B e rl i n, 3. Dev. (Verspätet eingetrof­ fen.) Die "Voss. Ztg." meldet aus Bukarest: Halbamtlich- wird mitgeteilt, daß die rumä­ nische "Regierung die in rumänischen Häfen befindlichen Transportschiffe, Schlepper und andere Fahrzeuge requiriert habe. Von zu­ ständiger Seite wird hierzu mitgeteilt, daß diese Maßregel, soweit sie ausländischen Ge­ treidetransporten dienende Dampfer betreffe, bereits rückgängig gemacht worden sei, so daß die Getreidetransporte weiter nicht gestört werden. (Z.)</p>
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          <p>Der Krieg mit England. Tie Sorge um Aegypten. Wien, 6. Dezember. Türkische Blätter berichten über große militärische Vorberei­ tungen Englands zur Verteidigung Aegyptens. Bei Tel-el-Kebir wurden Befestigungen attge ä legt und es wurden 90000 Mann dorthin ge­ bracht, überdies werden neue englische Trup­ pen erwartet. Tie Stimmung in Aegypten flöße den englischen Truppen Besorgnis ein, da die englischen Behörden genau wissen, daß nur der Mangel an Organisation und das Feh!len von Waffen eine feindliche Bewegung un­ möglich, machen, die aber bei eine# Anmarsch der Türken zum Ausbruch- fontimteri würde.</p>
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          <p>Der Krieg zur See. Der Unterseekricg. Marseille, 6. Dezember. (Reuter.) Der Dampfer "Ville D'Algere" von Tunis brachte 11 gerettete Matrosen eines englischen Damp­ fers, der torpediert worden wär. Mit dem itasienischten Dampfer "Bologna" kamen 16 Mann der Besatzung des torpedierten italieni­ schen Dampfers "Trentino" an.</p>
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          <p>6tn Kaiserwort über das Heldentum der deujtschjen Frau. Die Grvßhevzogin Luise von Baden übersandte 'dem Kaiser eine KünstlerSteinzeichnung, darstellend "Stilles Helden­ tum" von Karl Alexander Brendel. Es sind darauf Frauen dargestellt, die den Acker be­ stellen, während ihre Männer ins Feld ziehen. Daraufhin hat der Kaiser folgendes Telegramm an die Großherzogin gesandt: "Soeben ist Deine sinnige Gabe "Stilles Heldentum" einge­ troffen, für die ichl von Herzen danke. Dis deutsche Frau hat sich in dieser schweren Zeit aus der Höhe ihrer Ausgabe Aezeigt und glau­ bensvoll, glaubensstärkend in fester Zuversicht auf allen Gebieten zugegriffen und sich! betä­ tigt, den höhen Beispielen folgend, dieDeutschtlands treffliche Fürstinnen ihnen gaben. Gott segne ihr Werk. Wilhelm.", Vieihicinfuhr aus der Türkei. Die Köln, Ztg. meldet aus Konstantinopel: Die türkische Regierung stimmte berni deutschen Verlangen, betreffend Vieheinfuhr nach- Deutschland, zu. Die Versorgung mit ausländischer Butter, Staatssekretär Delbrück hat, wie das ,,Berliner Tageblatt" meldet, als Vertrete'- des Reichs­ kanzlers über die Regelung des Verkehrs mit ausländischer Butter eine Bekanntmachung er­ lassen, der zufolge für ausländische Butter die zu einem höheren Preise als dem Höchst­ preise eingekauft worden ist, beim Weiterver­ kaufe der Höchstpreis entsprechend überschrit­ ten werden kann. Die Landeszentralbehörden können Bestimmungen über den Vertrieb und die Preisstellung btejer Butter int Kleinhandel erlassen. Die zuständigen Behörden können Betriebe schließen, deren Leiter öder Unternehimer sich! unzuverlässig zeigen. Gegen die Ver­ fügung ist Beschwerde zulässig. Ueber die Be­ schwerde entscheidet die höhere Verwältungsbehörde. (Z.) \ Carnegie und das Rote Kreuz. Ter "Deutsche Kurier" meldet aus dem Haag: An­ drew Carnegie verweigert weitere Beiträge an das Rote Kreuz, weil dessen Arbeit den Frieden nicht fördere: "Wenn die Soldaten einander halb tot geschlagen haben, müsse man sie ihrem Schicksale überlassen und nicht wie­ der ausflicken, damit sie ihr Zerstörungswerk wieder aufnehmen können." Das ist ein echt amerikanischer Gemütswiensch! (Z.) Tages-Uebersicht.</p>
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          <p>'Aus dem Westen wurden auch! gestern nur Artillerie-, Minen- und Handgranatenkämpfe gemeldet. Bei Bapaume wurden zwei eng­ lische Flugzeuge im 'Luftkampf abgeschossen; die Insassen sind tot. Im Osten wurde ein russischer Angriff am Babitsee, westlich! von Riga, abgeschlagen. Ein deutsches Flugzeug, das von russischer Artillerie getroffen wurde, konnte geborgen werden. An der italienischen Grenze beschränkten sich! auch gestern die Kriegshandlungen auf Gefchützfeuer. Nur auf der Hochfläche von Doberdo und bei San Martina unternahmen! die Italiener erfolglose Borstöße. Am Balkan wurden von den Unsern mon­ tenegrinische Abteilungen südlich pon Sjeniea und nordöstlich! von Jpek geschlagen. Tie Bul­ garen sind in Wakova, im äußersten Ostzipfel Montenegros eingerückt. In Montenegro sind nun auchl von Osten her österreichisch-ungarische Truppen einge­ drungen und haben östlich! von Jpek eine ser­ bische Nachhut geschlagen. Tie österr.-ungar. Flotte hat den ita­ lienischen Zufuhren nach Albanien eine er­ hebliche Störung bereitet. Bei San Giovanni di Medua wurden von dem Kreuzer "Novara" und einigen Zerstörern drei große und zwei kleine italienische Tampfer, fünf große und Viele kleine Segelschiffe, die Kriegsvorräte lan­ den wollten, versenkt. . Ein weiterer italieni­ scher Dampfer und ein Motorsegler wurden auf der Fahrt von Brindisi nach! Durazzv ver­ senkt und das französisch« Unterseeboot "Fres­ nel" von dem öfwrr.-ungar. Kreuzer "Warasdiner" in den Grund gebohrt. Damit bestätigt sich!, was man vorausgesagt hatte, daß die österr.-ungar. Flotte den italienischen Trans­ porten nicht untätig zusehen werde. Die Schlacht von Ktesiphvn hat den Eng­ ländern den Weg nach Bagdad versperrt. "Die letzten Nachrichten über Pie Schlacht von Ktesi­ phvn ermutigen nicht zu der Hoffnung auf einen Vormarsch auf Bagdad", schrieb die "Ti­ mes" vor ftirzem. Diesmal hat die "Times" einmal recht. Wenn die Briten geträumt hat­ ten, sich! der Märchenstadt Harun al Raschids Oefterreichisch-ungarische Flottenerfolge an der albanischen Küste. Zwei englische Flugzeuge avgeschoffen. — Ei« rnsfischrr Angriff westlich von Riga zu­ sammengebrochen. — Vereinzelte italienische Teilangriffe abgewiesen. — Der Angriff ans Montenegro schreitet fort. — Weitere türkische Erfolge in Mesopotamien. — Ein «ener Dardauellenangriff der Entente oder maskierter Rückzog? — Griechenlands Antwort. — Englands Sorge um Aegypten. zu bemächtigen, so wurde ihnen bei den Ruinen von Ktesiphvn ein donnerndes Halt geboten. Das herrliche Tal des Tigris, das reiche Meso­ potamien, das den "Engländern bereits wie eine Fata Mvrgana erschienen war, ist gerettet. Flüchtig sind die englischen Scharen, die zum Raube eingebrochen waren, verjagt und ver­ folgt und in drohende Nähe rückt die völlige Vernichtung des englischen Heeres, das weit­ ab von seiner Basis in ungeregelter Flucht dem Meere und den schützenden Kanonen seiner Schiffe zustrebt. Ob es dieses Ziel erreichen wird?</p>
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          <p>Westlicher Kriegsschauplatz. An verschiedenen Stellen der Front fan­ den Artillerie-, Minen- und Handgranatenkämpfe statt. i In Gegend von Bapaume wurden zwei englische Flugzeuge im Luftkampfe abgeschos­ sen. Tie Insassen sind tot.</p>
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          <p>Vom westlichen Kriegsschauplatz. Tie Mißerfolge unserer Gegner mit ihren Kriegsanleihen. Die "Deutsche Tageszeitung" meldet aus Genf: Das Pariser Blatt "L'Oeuvve" bringt Zuschriften aus gewerblichen Kreisen, wvnach die zögernde Beteiligung an der französischen Anleihe durch, die scharfen Maßnahmen Gallienis verschuldet würde. Der .Bürgerstand sage sich, die Sache müsse schief stehen, weil Gallieni alte Jahrgänge einberufe. Jeder­ mann behalte deshalb einen Notgroschen zu­ rück. Jeder überlege es sich, zweimal, ehe er die Anleihe zeichne. Der "Temps" ist , eben­ falls mit Gallieni unzufrieden. Der Kampf gegen die Drückebergerei werde nach- seiner Meinung allzu scharf durchgeführt. Ueberafl habe sich nach dem Beispiel Toulon eine Liga gebildet zur Auffpürung von Drückebergern, wodurch, Haß und anonyme Angeberei begün­ stigt würden. (Z.)</p>
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          <p>Die Türkei im Kriege. Tter türkische Bericht. Konstantinopel, 5. Dezember. Amt­ licher Bericht vom 5. ds.: An der Jrakftont sammelt sich der geschlagene Feind bei Kutelamara in vorher befestigten Stellungen. Unsre Truppen näherten ft# am 3. Dezem­ ber Kutelemara aus eine Entfernung von 2 Wegstunden; indem sie den Feind von Norden und von Westen bedrängen, zwingen sie die feindlichen Truppen, die sich auf dem Kutelamara gegenüberliegenden Ufer befinden, sich- auf ihre Schiffe zu flüchten. Zwischen Kutelamara und Bagh Kale erbeuteten wir ein unversehrtes mit Munition beladenes Schiff und machten einige Gefangene. Wir finden im Fluß viele Leichen des Feindes.</p>
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          <p>alten Epiroten und Molosser 'ohne Einschlag slawischen Blutes betrachtet, durch den ausge­ prägten Kultus der Blutrache, die in schärf­ ster Form wie kaum wehr auf Korsika fort­ besteht. Sie haben für ihre Entstehung eine romantische Sage. Einst, als die Slawen sich noch! nicht breit machten und Friede und Treue herrschten, zogen gtoet Freunde, ein reicher und ein armer, über Land. Am Lagerfeuer erwachte die Habsucht des Aermeren; er er­ schlug den Freund, nahm seine Schätze, begrub den Leichnam und kehrte in sein Dorf zurück, wo er ein angesehener Mann ward. Nach Jählr und Tag zog es den Mörder wiederj an die Stätte seines 'Verbrechens. Aus dem Grabe des Erschlagenen war ein prächtiger Wein­ stock gewachsen, an dem Trauben von erstaun­ licher Größe hingen. Der Mann steckte eine in einen Beutel und brachte sie dem Pascha zum Geschenk. Als der den Beutel öffnete, zog er das blutende Haupt des Ermordeten hervor. Entsetzt fiel der Mörder auf die Knie und bekannte die 'Untat. Der Pascha aber übergab ihn der Rache der Anverwandten des Getöteten und sagte: "Wie das Blut des Ge­ mordeten in der Rebe zur Sonne Allahs em­ porstieg und um Rache flehte, so soll der Mörder und seine Sippe friedlos sein, bis niemand seines Geschlechtes da ist, der Allahs Sonne sieht!" Seitdem befolgen die Arnau­ ten das Gesetz der Blutrache. Valona. Ganz Albanien zu erobern ist, wie man weiß, der Italiener ehrgeiziges Ziel. Jetzt sollen sie, wie es heißt, in dem schon von ihnen besetzten Valona neue, größere Truppen­ massen gelandet haben, in diesem einzigen, wirklich! guten Hafen des unwirtlichen Landes, der seine große Bedeutung der engen Straße von Otranto verdankt. Die Stadt ist freilich von der Meerenge aus nicht einmal zu sehen. Man muß auf der schlimmen albanischen Land­ straße erst einen Ritt oder eine Wagenfähtrt von einer halben Stunde unternahmen, ehe man der in ein schmales Tal voller Obst­ bäume eingebetteten Stadt ansichtig wird. — Aber trotz der schönen Naturumgebung bietet Valona, das eigentliche Avlona, in albani­ scher Sprache Wljones -heißt, alles eher den einen malerischen Anblick. Im Vergleich mit dem großen orientalischen Warenstapelplatz. Skutari und dem vielgenannten Dnrazzo ist Valona ein kleiner unbedeutender Ort, mit Straßen, die das Gehen zu einer Qual ma­ chen und mit winzigen Häusern, die durch hohe Mauern geschützt werden. Alles in allem ein Bild trauriger Verkommenheit. Die Stadt besteht eigentlich! nur aus einer einzigen Stra­ ße, die deutlich! italienischen Chärakter trägt. D-iefe "Hauptstraße" zieht sich im Schatten zweier Moscheen hin, deren Minarets hoch emporragen. Daß es in den engen Häusern» und auf der Straße nicht gerade sauber zu­ geht, braucht wohl kaum besonders betont zu werden. Die Einwohner Valonas führen eben­ so wie das Volk, das in der albanischen Ebene haust, ein jämmerliches Dasein, daß es gerade­ zu rätselhaft erscheint, wie diese Manschen, deren tägliche Nahrung oft nur aus einem Stück Brot und einem Becher schmutzigen Was­ sers besteht, leben können. In Valona ent­ faltet sich eine währe Musterkarte aller Stämme und aller .Parteien des albanischen Landes, unter denen die einheimischen Skipetaren und die Arnauten vorherrschen. Die Einwohner verfertigen Waffen, betreiben Fischerei und Salzsiederei; sie handeln mit Oel, Wolle und Lammfellen, miit Salz, Erdpech und nament­ lich, mit Schildkröten, deren oft 40000 Stück zum Verkauf kommen. Man kann Valona als die Grenzscheide zwischen zw&gt;ei in Bezug auf ihre Körperbeschaffenheit getrennte Stämme be­ zeichnen. Es sind die Gegen im nördlichen und die Tosken im südlichen Teile Albaniens. Beide können sich untereinander nur schwer verständigen; sie hassen einander sogar. Wäh­ rend die Tosken blonde Haare und graue Augen haben, herrscht bei den nördlichen Ge­ gen die dunkle Gesichtsfarbe vor. Beiden ge­ meinsam aber ist der überaus niedrige Bil­ dungsstand. Eine Schriftsprache fehlt den Al­ banern, wie sie überhaupt ein Volk sind, das mit der Kultur noch! kaum Bekanntschaft ge­ macht hat. So haben sie ein Gesetz, nachdem nur der im Inland verübte Diebstähl bestraft, dagegen der im Ausland verübte gebilligt wird, da er den Nationalwohlstand bereichert. Unabsichtliche Tötung zieht bei den Albanern Geldstrafe, vorsätzliche die Blutrache nach sich!; ebenso Verleumdung, Entführung; Schändung .und Ehebruch. Die Blutrache wird nach den ungedruckten Bestimmungen des uralten Ge­ setzes Leg dukagjinit ausgeübt und fordert schreckliche Opfer; auf sie entfallen 25, bis 75 Prozent aller Todesfälle. In der Familie herrscht der Mann unbeschränkt; trotzdem zieht auch das Weib oft in den Kampf, der ja in Albanien nie ein Ende nimmt. Viele Spuren altbarbarischer Gebräuche sind bis heutigen Tages etzhalten, so der Brautkauf und der Brautraub. Immerhin haben die westeuro­ päischen Kaufleute, die in Valona mit feiner gesicherten Reede und seinem geräumigen Ha­ fen vor betn Kriege eifrig Handel getrieben einige Errungenschaften der Kultur mitge­ bracht. Das schönste, das die Stadt Valona zu bieten hat, ist ein Ritt nach&gt; Kanina. Es ist dies efn erlesener Fleck Evde, hoch! oben in einem steilen Bergsattel, überragt von ge­ waltigem, schwarzgrauem Burggümäuer aus Venezianischer Zeit, mit malerischen Häusern, die an steilen Abstürzen kleben, und von wo aus man einen schönen Blick auf den Golf von Valona und die schöne Adria hat. Va­ lona ist übrigens der alte Aulon in GriechischJllyrien; es spielte im Mittelalter als starke Festung in den normanhisch-vhzantinischen Kriegen eine große Rolle. Tie Zitadelle ist im Jahre 1691 gesprengt worden.</p>
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          <p>regelmäßigkeiten in Höhe von 36 000 Mark aufgedeckt. Gegen den Kassier Gottlieb Ehr­ licher wurde Untersuchung eingeleitet. Deckung ist nicht vorhanden. Betroffen sind meist min­ derbemittelte Einwohner. Schweres Unglück. In Alberzell bei Pfaf­ fenhofen a. Ilm wollte der 20jährige Bauers­ sohn Anton Neugschwendner in einer Kanne Benzol Wärmen; plötzlich erfolgte eine Explo­ sion, wobei seine Schwester bis zur Unkennt­ lichkeit verbrannt wurde und unter gräßlichen Schmerzen starb. Neugschwendner selbst hatte schwere Brandwunden erlitten. Im Anwesen richtete die Explosion großen Schaden an.</p>
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          <p>ten, davon zu machen. Erst als er im Zen­ tralpark angelangt war, machte er Halt. In das dichteste Gebüsch verkroch er sich&gt;, unjd in tiefer Zerknirschung überdachte er die Erleb­ nisse der letzten Tage. Tie kurze Zeit hatte eine große Umwälzung in seinem Innern hiervorgebracht. Er hatte das Gefühl, als wenn seine Studentenzeit, von der ihn doch nur wenige Wochen trennten, weit, weit hinter ihm läge. Alles, was er damals getrieben, mutete ihmj jetzt mit einem Male als etwas ganz Seltsames Unbegreifliches an. Jetzt war es die Not des Lebens, die ihn völlig beherrschte. Wcks wür­ den wohl seine Kommilitonen gesagt haben, wenn sie ihn gesehen hätten, wie er ohne Skru­ pel die Reste von den Tellern fremder Leute vertilgte. Der Grübelnde stieß ein heiseres Lachen aus; er warf sich, lang auf den Boden hin und preßte das heiße Gesicht auf die kühle Erde. Wer doch! wieder gut machen konnte! Wer die verlorene, schöne Zeit wieder zurück­ rufen, das unnütz vergeudete Vermögen wieder herbeischaffen könnte! Geld und Geldeswert hatten für ihn, den in bitterster Not Ver­ zweifelnden, jetzt eine ganz andre Bedeutung. Reue, bittere Reue, zugleich aber auch gute Ersätze keimten auf in seiner Brust, und er wußte, jetzt würden sie nachhaltig sein. Ein paar Tage spät«. Außer einer gele­ gentlichen Arbeit am Hafen, die er schon nach wenigen Stunden wieder hatte aufgeben müsesn, weil sie seine Kräfte überstieg, hatte Viktor Felden keine Beschäftigung gefunden. In sei­ nem Aeußern war er jetzt so heruntergekom­ men, daß man ihn meistens schon an der Tür zurückwies, ohne sich« in irgendwelche Verhand­ lungen mit ihm einzulassen. Alm! wenigsten litt man ihn in Küchen von Speiseanstalten und Restaurants, die er mit Vorliebe auf­ suchte, und es war in den letzten Tagen wicht mehr vorgekommen, daß ihm eine mitleidige Seele ein paar übriggebliebene Bissen zuge­ schoben hatte. Auch! das Kampieren im Freien mhchte sich! von Nacht zu Nacht unangenehmer fühl­ bar, umsomehr, als in den letzten Tagen küh­ ler Wind und Regen sich eingestellt hatten. Mit dem Mute der Verzweiflung betrat er eines Nachmittags einen der einfachen Lagerbierkeller, deren Besitzer und Gäste meistens jaus eingewanderten Deutschen bestehen. Sein mißhandelter Magen schrie nach Nahrung, und auch! sonst war er nchhezu am Ende seiner Kräfte angelangt. Er wußte, daß auf jedem Schenktisch dieser einfachen Bierlokale ein Tel­ ler mit Brot und einigen Zutaten stand, urch&gt; daß jeder Gast, der für fünf Cents ein Glas Bier forderte, das Recht hatte, ein paar Hap­ pen Brot und ein paar Würfel Wurst und Käse zu essen. Er würde einfach, ein Glas Bier fordern und in Hast etwas von dem "Frei-Frühstück" in stets hineinstopfen. Das Bier würde er nicht anrühren, weil er nicht zahlen konnte; wegen der paar Bissen Brot und Wurst würde man ihn nicht gleich zur Polizei schlep­ pen; das Schlimmste, das ihm! geschehen konnte» war, daß man ihn in beschleunigtem Tempo aus die Straße beförderte. In seiner Not mußte er es eben darauf ankommen lassen. Schließlich konnte er ja auch schnell steh, wie­ der gus dem Staube machen, ehe das Bier gebracht wurde. Worauf verfällt nicht der MenW, der im Verhungern ist. Ms er nun wankend wie ein Trunkener stehj der Bar näherte, hinter der der wohlbe­ leibte Wirt in Hemdsärmeln stand und ihn mit feinem breiten, gutmütigen Gesicht lächelnd musterte, da verließ ihn doch! wieder der Mut. Kur^ vor dem Schenktisch drehte er sich herum, um, ganz niedergedrückt von seinem Lose, das Lokal wieder zu verlassen. Sein Schicksal tobn ihm jetzt klar vvrgezetehnet: es gab nur, noch eins füjr ihn, den Sprung ins Wassers um allem Jcunjmler ein Ende zu mächen. i ~~ KJortfeittna folgt.) _</p>
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          <p>Allerlei. Das Opfer eines Verbrechens? Wie das "Salzburger Volksblatt" aus Braunau berichitet, brannte das Haus von Joh. Feuchtenschla­ ger in Obereck ab. Der 84jährige Besitzer wur­ de mit Brandwunden und starken Verletzungen tot aufgefunden, ein größerer Geldbetrag fehl­ te. Man vermutet ein Verbrochen, weshalb Untersuchung eingeleitet wurde.</p>
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          <p>Tapfere Nieverbaperu. Die Baherishr Ehrentafel Nr. 90 schreibt: Nachdem die Fran­ zosen am Nachmittag des 30. Mai einen gro­ ßen Trichter nahe vor der Abschnittsgrenze der 2. und 4. Kompagnie Res.-Jnß»Regts, Nr. 12 besetzt hatten, ging der schon im vori­ gen Herbste einmal verwundete und während der letzten Kämpfe mehrfach durch seine Kühn­ heit bewährte Reservist Nikolaus Finsterer der 4. Kompagnie, Maurer aus Beutelhausen, BA. Landshnt, neW einigen Gefährten aus dem zerschossenen Graben auf den Feind los unlö warf int Vereine mit zwei von der andern Seite herankommenden Leuten so lange Hand­ granaten in den Trichter, bis die gesamte Besatzung vernichtet war. (Silberne Medaille.) — Zn der Nacht zum 2. Juni meldete sich Gefreiter Johann Fürst der 10. Kompagnie Ref.-Jnfj-Regts. Nr. 3, Landwirt aus ObeH diendorf, BA. Passau, als Führer einer Pa­ trouille, um die 80 bis 90 Meter vor dem Horchposten vom Feinde neuangelegte Stel­ lung zu erkunden. Kurz vor Mitternacht mit zwei Freiwilligen aus dem Deckungsgraben heraustretend, verweilte er trotz starken Ge­ wehrfeuers unter dem Scheine auffteigender Leuchtkugeln eine volle Stunde im Vorgelände, um sodann mit einer Reihe sehr wichtiges Nachrichten heimzukehren. (Silberne Medaille.) Frontenhausen, 6. Dez. (Besitzwochsel.) Der Oekonom Georg Dullinger in Marklkofen bei Frontenhausen hat int Tauschwege gegen sein Oekonomiegut das Brauereianwesen nebst Niederbayerische Nachrichten. der dazu gehörigen Wirtschaft des Herrn An­ ton Trellinger in Kollnburg erworben. Die Vermittlung betätigte das altbekannte JmtiNobilienbüro Ed. Bachberger in München, Tal 12. Kelheim, 5. Dezember. (Als Opfer der Nächstenliebe) ist die zuletzt in einem Feld­ lazarett tätige fteiwillige Rote Kreuz-Kriegsschwester Berta Bösenecker, Rentamtssekretärs­ tochter von hier im Alter von 31 Jahren einem schweren Leiden erlegen. Zwiesel, 2. Dez. (Die Bisamratte.) Das nunmehr erfolgte Eingeftieren der Altwasser des schwarzen Regen hat die vom Fischer Jos. Hannes in Zwiesel eingeleitete Jagd auf die heuer erstmalig dahier aufgetretenen Bisam­ ratten eingestellt. Derselbe hat "nunmehr "11 Stück gefangen, wofür er 10 Mark Fangprämie per Stück erhält. Der Jang geschieht mittels Reuse, in welcher ein lebender Köderfisch (Aitel) untergebracht ist. Der Fang hatte nur in den Altwassern Erfolg, während Fangverfuche in 'den schnellfließenden Wasserst des Regen erfolglos blieben. Es scheint deshalb, daß die Besamratte nur stille Gewässer bevor­ zugt. Welch gefährlicher Fischräuber die Bisamratte ist, kann daraus entnommen wer­ den, daß Joseph Hannes, der ein außerordent­ lich! geübter Fischer ist, heuer nur einen Fisch­ fang von insgesamt 1 Zentner "Neschen, Forel­ len, Hechten, Huchen und Aitel zu erzielen vermochte, während er im Vorjahre noch allein an Aeschen 11 Zentner fing, ungerechnet die anderen Fischarten. Wenn nicht energisch ge­ gen die Bisamratte vorgegangen und dieselbe bald ausgerottet wird, dürfte bei der starken Vermehrungsfähigkeit der Bisamratte in we­ nigen Jahren der gesamte Fischstand zugrunde gehen.</p>
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          <p>bewundernswerter Technik Richard Wagners "Feuerzauber" und "Siegmunds Liebeslied" aus der WaMre leider Mangels eines Flügels nur auf einem etwas hart ansprechienden Piano zu Gehör brachte. Herr Heiler erfreute die Zuhörer durch« ein Violinkonzert von Beriot. Eigene feldgraue Lyrik spendete Herr Gilarbone, wobei namentlich das letzte Poem "Die rote Schenke" ergreifend wirkte und dem Dich­ ter reiche Anerkennung eintrug. Stürmisch begrüßt trat sodann Herr Opernsänger Humpert an die Rampe, um das Publikum! durch, die prächtige Wiedergabe dreier Balladen von Löwe zu nicht endeniwollendem Beifall hin­ zureißen, den br mit einer Liebesdreingabe dankend quittierte. Die zweite Abteilung wär dem Humor gewidmet. In bunter Reihe lösten sich ab der hier besteingefühirte Zauberer und Bauchredner Herr Grübet in seinen originellen Szenen, der Tenor Herr Sclensog mit zwei Rosenliedern und dem melodiösen Weinlieb aus Tier Operette "Der lachende Ehemann", der Humorist Hollaus und die komischen Mu­ sikanten Herren Nagels und Frank. Ein aus Feldgrauen schnell zusammengestelltes Orche­ ster unter der Leitung des Herrn Schaidacher, der auch! die Klavierbegleitung der verschie­ denen Vortragsnummern geschickt durchführte, kürzte und würzte die Zwischenpausen. Herr Hahnenwald als Weihnachtsmann Nikolaus sprach den Epilog mit Nutzanwendung, welcher in einem von Herrn Leutnant Börmann stijmimungsvoll zusammengestellten lebenden Bild "Weihnachten im Schützengraben" endigte. Be­ sondere Erwähnung verdienen auch« noch die von Herrn Leutnant Wagner gezeichneten künst­ lerischen Festpostkarten, die aus den Händen wackerer Feldgrauer reißenden Absatz fanden und die von Herrn Kunstmaler Fehse stilvoll gezeichneten Plakate. Hg.</p>
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          <p>Ter Magistrat wird in der Frage der ButtenVersorgung unsre Stadt mit den hierfür in Betracht kommenden Bezirksämtern noch ins Benehmen treten. Der Butteriverkanf wird in Zukunft einer strengen Kontrolle unter­ zogen. — Der Kartosfelmarkt. Die Anord­ nung, daß Kartoffeln nur mehr nach dem Gewichte verkauft werden dürfen, hat, Wie in der letzten Magistratssitzung konstatiert wur­ de, (von uns wurde dies bereits des öfteren betont D. R.) die Wirkung gehabt, daß die Kartofselzufuhr fast ganz aufhörte. Doch sei dies wohl nicht die einzige Ursache. Biele Kartoffechroduzenten glauben, daß eine Er­ höhung j&gt;er Kartoffelpreise eintreten werde, weshalb sie ihre Kartoffelvorräte zurückbehal­ ten. Herr R.-R. Ambros betonte, der Magi­ strat habe sich alle Mühe gegeben, um eine bessere Beschickung des Kartoffelmarktes zu er­ zielen. Es seien alle Schweitzer aufgefordert worden, wieder mit Kartoffeln den Markt zu frequentieren. Es haben auch! eine Anzahl zugesagt. Einige haben sich allerdings sehr hartnäckig geweigert, und einer habe sogar geäußert: "Zu diesem Preise verkaufe er keine Kartoffeln, lieber lasse er sie verfaulen'." Das ist ein Lebensmittelwucher in der schlimm­ sten Form, doch! seien dem Magistrate Hand­ haben geboten, um den Schwaiger vor Dem Verluste seiner Kartoffeln zu bewahren durch Enteignung derselben. Herr Bezirksamtmann Heim habe ebenfalls zugesagt, daß er den Magistrat in der Versorgung der Stadt mit Kartoffeln unterstützen werde. Die Stadt hübe auch bereits wieder größere Quantitäten Kar­ toffeln gekauft, doch! konnten dieselben wegen der strengen Kälte nicht transportiert werden. Dies werde jetzt geschehen und dann Werden die Kartoffel wieder auf dem Markte zum 'Ver­ kaufe gestellt. Herr M.-R. Gerstenecker regte an, der Magistrat solle, wenn möglich, grö­ ßere Vorräte in Kartoffeln sich beschaffen. Eine Erhöhung der Kartoffelpreise sei nie zu er­ warten, denn der Bundesrat Werde die Preise für Kartoffeln, diese Hauptnahrung der är­ meren Bevölkerung, niemals erhöhen. Gegen Leute, welche derartige Aeußerungen gebrau­ chen, wie sie dem Magistrate mitgeteilt wür­ den, müsse mit aller Strenge vorgegangen wer­ den. Herr R.-R. Ambros regte sodann an, es solle eine Erhebung der KartoffelvvrrätS im Stadtbezirke vorgenommen und wenn sich dies als notwendig eüweise, zur Beschlagnahme und Enteignung der Vorräte geschritten wer­ den. Der Magistrat gab einstimmig seine Zu­ stimmung. Herr M.-R. Weiß meinte noch, daß auch&gt; der Aufkauf von Kartoffeln durch die Firma Binder, die ihre Vorräte dann nach! Essen a. d. Ruhr verschickt habe, zur Verringerung unserer Kartoffelvorräte beige­ tragen habe. Damit schloß die Debatte. —' Der S chlachthofbetrieb hat durch die Einführung der fleischlosen Tage ebenfalls einige Einschränkung erfahren. Auf Anre­ gung des Schlachthofkommissärs gab daher der Magistrat seine Zustimmung, daß Montags und Dienstags die Dampf- und Heißwasser­ erzeugung im Schlachthvfe eingestellt wird. Bei Bedarf soll lediglich! ein kleiner Kessel zur Heißwassererzeugung benützt werden. 1 —* Tie Spanferkelmärkte werden hier, wie verlautet, wegen der Wetterverbrei­ tung der Maul- und Klauenseuche verboten. Zugleich sollen die Kleinviehmärkte in den Schlachthof verwiesen werden. —* Die Gewerbebank Landshut hielt gestern im Gewerbehause eine Mitgliederver­ sammlung ab. Zu Beginn derselben kchü es zu einem Kompetenzkonflikt zwischen dem Vor­ stände und dem Vorsitzenden des gegenwärtigen Auffichtsrates, worauf Herr Rechtsanwalt Hot­ ter das Wort ergriff zu sachlicher Aufklärung dahin, daß die Erhebung von Regreßansprü­ chen, die von der Versammlung vorzuberaten sei, Sache des Konkursverwalters sei, da nur dieser die Berechtigung hierzu habe. Aller­ dings sollten sich hiss Mitglieder schlüssig wer­ den, ob sie wünschen, daß diese Ansprüche erhoben werden, damit der Konkürsverwsilter und der Gläubigerausschuß, die demnächst Mer diese Frage zu entscheiden und die Er­ hebung, tuet Klagen zu prüfen haben, den Willen der Mitglieder lernten. Von dieser I Entscheidung werde das weitere Vorgehen in dieser Sache abhängen. Es wird sodann ein­ stimmig die Erhebung der Regreßklage gegen alle früheren Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder, soweit dies gesetzlich! zulässig ist, beschlossen, weil diese ihre Tätigkeit nur zum Schaden der Genossen und Gläubiger ausgeübt und ihrer Pflicht nicht genügt haben. Herr Holbeck betonte hieraus, daß der am 16. Mai gefaßte Beschluß der Auffrischung der Geschäftsanteile nur auf Grund der Darlegungen des Herren Rechts­ anwalt Habereder, daß damit die Bank wieder betriebsfähig bleibe gefaßt wurde. Da diese Voraussetzung aber unzutreffend sei, solle der Beschluß, der im Genossenschastsregister nicht richtig eingetragen sei. angefochten werden. Ta der Konkursverwalter gegen jene Mitglieder, welche sich weigern, die auf Grund jenes Be­ schlusses fälligen Zahlungen zu leisten, mit Klage vorgehen will, wurde vereinbart, eine Feststellungsklage gegen eines der Mitglieder durchzuführen, mit dem sich die übrigen In­ teressenten solidarisch erklären. Herr Joß be­ stätigte, daß der seinerzeitige Auffrischungs­ beschluß aus Grund der Darlegungen der Her­ ren Rechtsanwälte Habereder, Weinberger und des früheren Direktors Becher gefaßt wor­ den ist. Herr Hollbeck wies außerdem darauf hin, daß die Mitglieder, welche 1913 und 1914 bereits aus der Bank ausgeschieden sind, vor­ aussichtlich noch zur Zahlung der Haftsummen herangezogen werden. Um diese Haftsummen für die hiesigen kleinen Gläubiger zu ret­ ten, die bei dem Konkurse der Bank zu Scha­ den kommen, werden die Zahlungspflichtigen gebeten, ihte Haftsummen für den Fall, daß sie in Anspruch genommen werden, heute schon zu zedieren, um zu verhüten, daß sie von der Landesgewerbebank mit Beschlag belegt werden. Herr Reifewitz äußerte dagegen einige Bedenken und meinte, die hier in Mitleidenischaft gezogenen früheren Mitglieder sollten sich zusammenschließen, um gemeinsam ihre Interessen zu vertreten. Herr Rechtsanwalt Hotter entgegnete, daß nach dem Genossen­ schaftsgesetze die 1913 und 1914 ausgetretenen Mitglieder als Reserven für den Ausfall bei dem Konkurse herangezogen werden, was bei einer zu erwartenden Quote von höchstens 3 0 Prozent sicher der Fall ist. Diese Mitglie­ der haben aber das Recht, ihre Zahlungen bestimmten Geschädigten zuzuwenden. Um! nun ein Zugreifen der Landesgewerbebank zu ver­ hüten, sollen diese Haftsummen heute schon an die Vertreter der kleinen hiesigen Gläu­ biger der Bank für deren Ausfall übertra­ gen werden, was in der Versammlung auch Zustimmung fand. Es wurde sodann ernstimimig beschlossen, den Beschluß vom 26. Mai anzufechten, die Vertretung dem Herrn Rechts­ anwalt Gagg zu übertragen und die Klage in allen Instanzen durchzufechten. Damit schloß die Versammlung. — In der Pfarrkirche St. Jodok ge­ langt morgen Mittwoch! während des Hochamtes um halb 9 Uhr eine Messe des beim hiesigen Ersatzbataillons des 2. Landw.-6nf--Rgts/ ste­ henden Herrn Ghordirektor Schetdacher, früher zn München zur Aufführung. Das Werk"Mssa solemnis" in A mit Orchester, wird von deM Komponisten dirigiert. Den Orgelpart hat Herr Lehirer Lehner übernommen. Auch mehrere an­ dere hiesige musikalische Kräfte haben ihre Mitwirkung zugesichert. Als Einlage kommt ein Ave Maria des gleichen Komponisten zum Vortrag, bei dem Herr Opernsänger Humbeht das Baßsolo zum Vortrag bringen wird. — Das Weihnachtsspiel imKinderhort "Die Lohengrinfage" wird morgen Mittwoch­ nachmittags 3 Uhr zum erstenmal ausgeführt. —* Ein Postkartentag findet morgen Mittwoch! (Maria Empfängnis), Sonntag, den 12. und Sonntag, bett 19. Dezember hier statt. Das Reinerträgnis dieser vom Ortskomitee zur Unterstützung der Angehörigen der Kriegs­ teilnehmer unternommenen Veranstaltung wird zur Beschenkung armer Kriegerkinder M Weih­ nachten verwendet. Der Ruf an die Opfevwilligkeit unsrer Bevölkerung dürfte nicht an­ gehört verhallen, gilt es doch«, auch den Kin­ dern unsrer »stackeren Vaterlandsverteidiger ein | fröhliches Weihnachtsfest zu bereiten. Während ‘ die Väter draußen im Feindesland Wache hal­ ten, damit kein Feind deutschen Boden betritt, wollen wir Paheim ihren Kindern vergessen lassen, daß sie unter dem Weihuachtsbaum den Vater entbehren müssen. Darum gebe jeder freudig und gerne, unsre Krieger im Felde sollen wissen, daß ihve Angehörigen daheim nicht verlassen sind an pem großen Feste der Liebe, daß die Zurückgebliebenen an sie den Tank abstatten werden, den sie den Vätern schulden. Darum gebt gerne und reichlich! —* Stadttheater. Am nächsten Sonn­ tag, den 12. ds. wird Herr Direktor Wesselsky mit den Gästen des Münchner Schauspiel­ hauses im Stadttheater hier gastieren. Es wird das Schauspiel: "Tie Frau von 40 Jah!ren" von Sil-Vara gegeben und bürgen die Nammen Gillmänn, Brand, Weidner und Wolf für eine erstklassige Vorstellung. —* Die Nikolos, wenn auch verspätet, trieben gestern noch! ihv Wesen, das allerdings wie es meist bei längerer Tauer der Dinge zu gehen pflegt, zum Teil in groben Un­ fug ausartete. So hatte ein Nikolo in der oberen Alfftadt einen Knaben in einen Laden verfolgt, dort in einen Sack gesteckt und über die Straße in ein anderes Haus geschjleppt. Diese Art der Darstellung, die mit dem Wesen des hl. Nikolaus, des Freundes der Kindetz chnd der Armen, gar nichts als den Mißbrauch des Namens gemein hat, ist ein so starkes Stück Roheit und groben Unfugs, daß ^es nur zu wünschen gewesen wäre, daß ein Sichevheitsorgan diesen Darsteller des Nikolo auf der Tat ertappt und seiner gebührenden "Belohnung" zugeführt hätte. —A. Von Schw ein ezüch tern kommen, wie uns mitgeteilt toürb, in letzter Zeit viel­ fach! Klagen Darüber, daß die Schweine man­ gelhaft brünstig werden; manche Landwirte setzen deshalb derartige Mütterschweine in Mast, obwohl sie hinsichtlich deren Alters noch sehr Wohl der Zucht dienen könnten. Gerade im heurigen Jahre müssen aber alle noch vorhandenen Mutterschweine zur Zucht ver­ wendet Werden, um möglichst viele Ferkel ich Frühjahre 1916 produzieren zu können. Die Erfahrung lehrt, daß der Grund des mangel­ haften Brünstigwerdens der Schweine meist in einer Unterernährung infolge des fast gänz­ lichen Mangels an Kraftfüttermitteln liegt. Ein Zuchtschwein sollte eben Körnersütter be­ kommen neben reichliche^! Weidegang. Durch das Ausdreschen des Getreides sind wohl die meisten Landwirte in der Lage, ihren Mutter­ schweinen etwas Abfallgetreide zu geben, auch Kartoffel und Rüben beizufüttern, sodaß sie bald auf einen Ernährungszustand gebracht sein werden, daß sich die Brünstigkeit wieder einstellt. Haben die Sauen schon mehreremale verworfen, oder sind mehrere Schweine im Stalle unfruchtbar, so liegt die Annahme nahe, daß die Tiere von einer Krankheit, dem Scheidenkatarrh befallen sind, und daß vielleicht Gebärmutter und Eierstöcke bereits erkrankt sind. In letzterem Falle müßten die Tiere von einem Tierarzt unters«cht und behan­ delt werden. Stadttheater. Der bayerische Frauenverein vom Roten Kreuz, Zweigverein Landshüt, stellte sich! am letzten Sonntag wieder in den Dienst der Wohltätigkeit und zwar mit einem bunten Abend im Stadttheater, der im Prograjnchnje ausschließlich von Feldgrauen des hiesigen Er­ satzbataillons bestritten wurde und dessen Er­ trägnis zur Beschaffung von Weihuachtsspenden für die Verwundeten der hiesigen Lazarette verwendet wird. Dem Abetch war in allen seinen Teilen neben einem glänzenden finan­ ziellem Ergebniffe ein schöner Erfolg beschieden. Die Einleitung bildete ein dem Ernste der Zeit entsprechender, von zündendem Patriottsmus durchdrungener, stimmungsvoller Prolog des Herrn Weise. Herr Hahnen­ wald liWß in einer vollendet wiedergegebenen Rezitation "Die LorettohWe" den vortragsgewandten Berufsschauspieler erkennen, tu# rend Herp Gothe mit reifem Können und»</p>
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          <p>Letzte Posten. Ter Oberbefehl über die französischen Truppen. Sd.. Paris, 7. Dezember. Die Stellung eines Ehef-Kommandanten der NordostarjMee wird dem "Temps" zufolge nicht wieder her­ gestellt. Jofsre behält die Oberste Leitung mit der Verantwortung für die militärischen Operationen an allen Fronten. Dagegen wird ihm ein Offizier im Generalrang beigegeben, der in ständiger Fühlung mit ihm die Leitung der Operationen der französischen Front hat. Tas bedrängte Griechenland. Sofia, 6. Dezember. Hier angelangte Meldungen aus Saloniki besagen, daß der Vierverband, weil Griechenland seine Forde­ rungen ablehnte, in Athen ein kurzfristiges Ultimatum zu überreichen beabsichtige und ev. Gewaltmaßnahmen gegen.Griechenland anwen­ den dürfte. Für diesen Fall hält man es nicht für ausgeschlossen, daß sich Griechenland offen den Mittelmächten anschließt und mit Bul­ garien Abmachungen über die mazedonischen Gebiete trifft. Damit wäre das Schicksal der Armee von Saloniki besiegelt. (Z.) Tie Flucht der Serben aus Monastir. Sd. Genf, 7. Dezember. Laut Berichten französischer Blätter mußten die aus Monastir flüchtenden Serben alle ihre Kanonen und Maschinengewehre zurücklassen, die sie un­ brauchbar machten. Depeschen aus Monastir besagen, daß die dort wohnenden Griechen von den Teutschen und Bulgaren schr gut behandelt werden. Tjakowa von Albanern besetzt? Sd. Bern, 7. Dezember. Nach, dem "Temps" haben die Montenegriner Tjakowa aufgegeben. Diese Stadt, nach« der sich die serbische Nordarmee (!?) zu wenden schien, soll nicht von den Bulgaren, sondern von Albanern besetzt sein. Sie nahmen etile be­ unruhigende Haltung ein. Es ist ihnen ge­ glückt, sich, von neuem zu bewaffnen, teilweise mit den von den Serben weggeworfenem Ge­ wehren.</p>
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          <p>l brikant. Und bei ihnen ihre wundervollen | Priester, ihre wundervollen Aerzte. Ein I schwedischer Berichterstatter hat ein treffendes Wort geprägt, das unvergessen bleiben soll. Er schrieb: Wie vom Alpenübergang Hannibals, wie von Alexanders des Großen Mär­ chenzug nach Indien, so wird man in fernen Zeiten von der fiebenmonatigen KarpatheiNschlacht reden. "Die Plastik", illustrierte Zeitschrift für die gesamte Bildhauerei und Bildneret und ihre Be­ ziehungen zu Architektur und Kunstgewerbe. Herauk« gegeben von tzlex. Heilmeyer, Bildhauer und Kunst­ schriftsteller, München. Monatlich ein Heft mit acht Kunstdrucktafeln und einem Bogen Text. Preis vierteljährlich 3 Mark. Einzelnes Heft 1.20 Mark. Verlag von Georg D. W. Callwey, München. Literarisches. Bon dem Geiste der Karpathcnfchlacht ent­ wirft der österreichische Dichter Hugo von Hof­ mannsthal ein großzügiges Bild in dem neu­ esten Heft von Velhagen u. Klasings Monats­ heften. Stumm haben unsere herrlichen Trup­ pen Schulter an Schulter Großartiges geleistet. Es ist unmöglich,, das Wirkliche davon auszu­ sagen, und auch, sie selber vermögen nicht das Wirkliche davon auszusagen. Die Nacht ver­ schlang den Tag, der Tag die Nacht. Sie waren da und harrten aus. Zuerst war Oktober, No­ vember, dann kam Lihrlanowa, dann Weihmacht unter blutigen Kämpfen, Neujahr unter blu­ tigen Kämpfen, die Offensive Ende Januar, die endlose Märzschlacht, die furchtbare Oster­ schlacht. Sie lagen im Schnee, schliefen mit dem Gewehr tm Arm&gt;, ließen ihre Toten unbegräben neben sich, im tiefen Schnee — 'bettn sie hatten keine Zeit, sie zu begraben — und Harrten aüZ. Sie blieben bei der gleichen Ar­ beit, sieben Monate lang. Bauern und Arbei­ ter sind sie, und sie sind nicht gewohnt, auf­ zuhören, bevor ihre Arbeit zu Ende getan ist. Es ist unmöglich, sie alle vor sich zu sehen, aber doch kann man ihrer titele "vor sich, sehen, Kohlenarbeiter, Bergleute, Eisen­ bahner, Metalldreher, Buchdrucker, Holzhauer, Waldbauern, Weinbauern, Heger, Pferdehir­ ten, Fuhrleute, Tischler, Almer, Schmiede; Schlosser, Bräuknechte, Wagner, Sattler, Fleischhauer, Finanzer, Gendarmen. Und da sind ihre Offiziere; der blutjunge, eben aus­ gemusterte Leutnant, und der Hauptmann mit leicht angegrautem Haar, der nie zuvor in langen Friedensjahren ganz er selbst war und erst in diesem Kriege ganz er selbst geworden ist, und der aus Mexiko zurückgekommene In­ genieur, der dort Straßen gebaut Hat, und der aus Rumänien zurückgekommene Elektrotechiniker; und der Gerichtsbeamte, der Stationsch«ef, der Kleinstadtkäufmann, der Schullehrer, der Geometer, der Musiker, der Notariats­ kandidat, der Bezirkskommissär, der ChtzMrker, der Finanzrat, der Bankbeamte, der Fa-</p>
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          <p>Handel und Verkehr. München, 4. Dez. (Vieh mar kt.) Bericht vom 1. bis 4. Dezember. Preise per 50 Kilo Lebendgewicht: Ochsen: 1. Qualität 73—77, österr. 00—00, Holland. 00—00, 2. Qual. 68—72, Osten. 00—00, holl. 00—00, 3. Qual. 63—67, österr. 00—00, holl. 00—00, 4. Qual. 58—62, österr. 00-00, schweb. 00—00, 5. Qual. 50—57, schwed. 00—00. Bullen: 1. Qual. 62—67, 2. Qual. 56—61,3. Qual. 49—55; Kühe u. Kalbinnen: 1. Qual. 60—70, 2. Qual. 58—66, 3. Qual. 51—57, 4. Qual. 44—50, 5. Qual. 33—43; gering genährtes Jungvieh: 32—48; Kälber: feinste 66—73, mittlere 58—65, geringe 47—57; Schafe: Stallmastschafe, Mastlämmer und jüngere MasthammelOOO—000, ältere Masthammel 00—00, mäßig genährte Hammel, gering. Lämmer 000—000; Schweine: Fettschweine über 150 Klgr. 114—128, vollfleischige von 120 bis 150 Klgr. 114—128, von 100 bis 120 Klgr. 114—128, von 80 bis 100 Klgr. 108—000, dto. unter 80 Klgr. 93 —000, Sauen 92 bis 103, Bratenschweine 78-000 Ml. P r e i s e per 50 Klgr. Schlachtgewicht: Bullen 2. Qual. 00—00, Z. Qual. 00—00, Kälber: feinste 76—83, mittlere 66 —75, geringe 53 —65; Schafe: Mast­ lämmer und jüngere Masthammel 86—92, ältere Masthammel 00—00, mäßig genährte Hammel und Schafe 70—85; geringere Lämmer und Schaf« 00 — 00. Schweine: Fettschweine über 150 Klgr. 131—143,vollfleischtgevon 120—150Klgr. 130 -14o von 100 bis 120 Klgr. 135—149,von 80 bis 100 Klgr. i 135—000, unter 80 Klgr. 124—000,Sauen 00—00, Bratenschweine 111-000 Mk. Nürnberg, 4. Dez. (H o p f e n b e r t ch t.) An der bisherigen ruhigen Geschäftslage hat sich feit unserem letzten Bericht vom 1 Dezember nichts geändert. Der dreitägige Umsatz und di» Zufuhr hielten sich mit je 400 Ballen die Wage. Vom Umsatz entfallen ungefähr 150 Ballen auf billige Sorten in Preislagen von 20 bis 30 Mark. Die Preise sind unverändert.</p>
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          <p>Inserate.</p>
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