Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1915-12-09. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 68. Jahrgang Nr. 334, 1915-12-09. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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Dezember 1915 ────────── Dibra und Ochrida besetzt. — I« Jpek 80 Geschütze und zahlreiches Kriegsmaterial erbeutet. — Französische Stellungen bei Anberive und Souain erobert. — Erneute italienische Angriffe am Monte San Michele blutig zurückgeschlagen. — Der Bormarsch in Montenegro. — Ein ttalienischer Kreuzer torpediert. — Griechenlands Entscheidung. Im Westen sind trotz des scheinbaren Still­ standes unsre Truppen in nimmermüder Wach­ samkeit darauf bedacht, jede Blöße des Feindes auszunützen, und ihre Stellungen nach! Mög­ lichkeit zu verbessern. So hüben sie bei Au­ berive den Franzosen ein ca. 250 Meter lan­ ges Grabenstück abgenommen und dabei 60 Gefangene gemacht. Ferner glückte uns bei Berrh-au-Bac, an der Aisne, nordwestlich von Reims, an der Straße Reims—Laon, eine grö­ ßere Sprengung, durch die ein französischer Graben samt seiner Besatzung verschüttet und ein feindliches Minenlager Zerstört wurde. Ter gestrige Tagesbericht konnte sogar melden, daß die Unsern den Franzosen bei Souain eine Stellung auf der Höhe 193 in einer Ausde'hnung von 500 Metern entrissen haben. Im Osten gab es gestern nur schwache Vor­ stöße kleiner russischer Abteilungen zu melden, die von Hindenburgs Truppen leicht zurück­ gewiesen wurden. An der italienischen Grenze haben nach zweitägigem Geschützkampf die Italiener tim) Monte San Michele angegriffen, wurden aber unter schweren Verlusten zurückgeschlagen. — Auch bei San Mortino scheiterten italienische Angriffe. , Schon vorgestern meldete der österr.-ungar Heeresbericht, daß die österr.-ungar. Truppen kurz vor Jpek ständen. Gestern schon kam die Nachricht, daß Jpek von ihnen besetzt ist. Damit ist die erste Rückzugsstaffel der Serben, die bis zur Linie Jpek—Tjakora—Prioren ging, völlig in den Händen der Verbündeten. Was noch! an Serben an dieser Front stand, be­ findet sich im Rückzug auf Skntari, der, so­ weit nicht das von Prizren nach Skutari füh­ rende Drini-Tal benutzt werden kamt, durch! das unwegsame Bergland der Albanisch!en Al­ pen führen muß. Die Albanischen Alpen ziehen sich) von der serbisch-montenegrinischen Grenze südlich von Novipazar Her, westlich an Jpek und Djakora vorbei bis nach Albanien hinein und bildeten siüher die montenegrinische Gren­ ze. Der neue Teil Montenegros nach! Osten hin befindet sich! mit der Einnahme von Jpek jetzt völlig in den Händen der Verbündetes In das eigentliche Montenegro führen von hier nur Saumpfade über das Gebirge. Die Beute von Jpek war eine gute. Ueber 3250 Gefangene wurden eingebracht und wiederum 80 Geschütze, 160 Munitionswagen, 40 Auto­ mobile, 12 fahrbare Feldbackösen, mehrere Tau­ send Gewehre und sonstiges Kriegsmaterial Das Ende des Saloniki-Abenteuers. erbeutet. Die albanischen Arnauten beteiligen sichj an den Kämpfen, indem sie den Serben den Rückzug nach! Albanien verlegen oder sie aus demselben doch! sehr stark beunruhigen. Im nördlichen Montenegro hüben die Monte­ negriner südlich« von Plevlje ihire Gegenan­ griffe gegen die vordringenden österr.-ungar. Truppen fortgesetzt, aber mit demselben nega­ tiven Ergebnis. 1 Südlich! von Sjenica und Novipazar gehen die österv.-ungar. Streit­ kräfte jetzt energisch gegen die montenegrinische Grenze vor. Sie griffen die an der Grenze! befindlichen Hauptstellungen der Montenegri­ ner an und erstürmten bei dem südlich! von Sjenica an der Grenze liegenden Orte Suhodol die montenegrinischen Verschanzungen. Un­ ter den Gefangenen der Armee Koevetz befan­ den sich! 400 Montenegriner. Das wichtigste Ereignis auf dem serbischen Kriegsschauplatz ist unzweifelhaft der Rückzug der Ententetruppen von dem Winkel zwischen! dem Wardar und der Cerna. Bekanntlich! wa­ ren die Ententetruppen seinerzeit von Salo­ niki an der Eisenbahn Saloniki—Nisch! ent­ lang nach Norden vorgerückt und waren am westlichen Ufer des Wardar bis zum Einfluß der Cerna in den Wardar gekommen, wo- sie bei Krivolak und Negotin seitdem verschanzte Stellungen innehielten. Ein Versuch!, über die Cerna auf Veles vorzustoßen, mißlang unter schweren Verlusten. Sie mußten floh sein, die Ecke zwischen Wardar und Cerna gegen die bulgarischen Angriffe halten zu kön­ nen. Inzwischen wurde Monastir von den Verbündeten genommen und es drohte jetzt ein Vorstoß, der Verbündeten über die Cerna, die damit den Ententetruppen in den Rücken gekommen wären. Diese gaben daher schleu­ nigst Fersengeld. Der Rückzug ist das Einge­ ständnis des völligen Scheiterns des ganzen Saloniki-Unternehmens. Man wollte den Ser­ ben zu Hilfe kommen, aber Mm hüt kaums serbische Truppen zu Gesicht bekommen. Die Serben wurden nach! dem Westen gedrängt, nur ein einziges serbisches Bataillon soll sich zu den Ententetruppen nach! Osten hinüber­ gerettet haben. Wochenlang >haben die Trup­ pen dann an der Cerna gelegen, nur mühsam sich! hier haltend. Und jetzt müssen sie als Besiegte auch hier das Feld räumen und nach floh sein, wenn sie ohne große Verluste nach, Saloniki zurückgelangen. Ob man jetzt das ganze Saloniki-Unternehmen aufgeben wird? Vielleicht ist hier schon Joffles ,Einfluß maß­ gebend geworden, der ja auch! die Verantwor­ tung für dieses Fiasko hat übernehmen müs­ sen. Die Haltung Griechenlands scheint sich jetzt zu klären. Eine Erklärung der griechischen Regierung soll die Bestimmungen enthal­ ten, daß auf griechisches Gebiet flüchtende ser­ bische Truppen entwaffnet werden, zurückge­ worfene Ententetruppen aber ersucht werden, sich! einzuschiffen. ────────── Bericht des deutschen Hauptquartiers. WTB. Berlin, 7. Dezember. Mittags, (Großes Hauptquartier). ────────── Westlicher Kriegsschauplatz. Bei Berry au Bac glückte eine größere Sprengung. Ter flanzösische Graben fft mit seiner Besatzung verschüttet. Eine fast vollen­ dete Minenanlage ist zerstört. Oestlich! von Auberive in der Champagne wurden etwa 250 Meter des vordersten flanzösischen Grabens genommen. Ueber 60 Mann fielen gefangen in unsere Hand. ────────── Oestlicher Kriegsschauplatz. Tie Lage ist im allgemeinen unverändert. Balkan-KriegsWnUplwH. Jpek ist erreicht. Etwa 1250 Gefangene und 6 Geschütze wurden eingebracht. ; Die Franzosen Haben vor der drohenden Umfassung ihre Stellung im Cerna—(Karasu) Wardarbogen aufgeben müssen. Oberste Heeresleitung. WTB. Berlin, 8. Dezember. Mittags., (Großes Hauptquartier.) ────────── 1 Offizier mtD 120 Mann sind gefangen genommen, 2 Maschinengewehre erbeutet. ────────── Oestlicher Kriegsschauplatz. An der Front der Heeresgruppe des Generalseldmarschalls von Hindenburg wurden vereinzelte Vorstöße schwacher russischer Ab­ teilungen zurückgeschlagen. Baltankriegsschauplatz. Bei Jpek wurden 80 «-schütze und viel Kriegsgerät erbeutet. Gestern sind über 2000 Gefangene zemacht worden. Oberste HeereSlsitung. ────────── Bericht unserer Verbündeten. WTB. Wien, u. Dezember, mittags. — Russischer Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Es fanden keine größeren Kämpfe statt. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Südlich! von Plevlje schlugen wir montene­ grinische Vorstöße ab. Im Grenzraum nördlich! von Berane grei­ fen unsre Truppen die montenegrinischen Hauptstellungen an. Sie erstürmten gestern mittags die Werschanzungen bei Suhodol. Südlich! von Novipazar brachten wir aber­ mals i 1300 Gefangene ein. Der Raum östlich von Jpek war gestern neuerlich! der Schauplatz heftiger Kämpfe. Der Feind wurde überall geworfen und verlor 6 Geschütze. Heute früh drangen wir in Jpek ein. Tjakova wurde von den Bulgaren besetzt. Der stellvertretende Chef des Generalstabes r v. H o e f e r, Feldmarschalleutnant. WTB. Wien, 8. Dezember, mittags. — Amtlich wird gemeldet: Russischer Kriegsschauplatz. Nordöstlich! von Czartorhsk vertrieb öster­ reichische Landwehr stärkere russische Erkun­ dungsabteilungen. Sonst nichts Neues. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Geschützkämpfe an der Jsonzofront waren gestern heftiger als in den letzten Ta­ gen. Nachmittags schritt der Feind zum An­ griff auf den Nordteil der Hochfläche von Doberdo. Gegen den Monte San Michele drang die italienische Infanterie in dichten Massen vor. Am nördlichen Hang des Ber­ ges gelang es ihnen, in einen Teil unsrer Front einzudringen. Unsre Truppen gewan­ nen durch Gegenangriffe in erbittertem Hand­ gemenge ihre Gräben wieder vollständig zu­ rück. Im übrigen wurde der Ansturm durch Feuer unter schweren Verlusten der Italiener zurückgeschlagen. Auch! im Abschnitt von San Martino schei­ terten mehrere Vorstöße des Gegners. Abends wurde Sistiana von mehreren italienischen Tor­ pedosahrzeugen beschossen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unser Angriff gegen die montenegrinische Stellung nördlich von Berane hüt Erfolg. Wir - Eine neue deutsche Kriegsanleihe. Sd. Berlin, 8. Dezember. Dem Lo­ kalanzeiger zufolge verlautet, daß dem Reichs­ tage am Donnerstag eine neue Kriegsanleihe in Höh-e von 10 Milliarden zugehen soll, die alsbald dem Hauptausschuß überwiesen wer­ den wird. Tier Reichskanzler und die Friedensfiage. Sd. Berlin, 8. Dezember. In der "Voss., Ztg." heißt es mit Bezug auf die in einer der nächsten Reichstagssitzungen zu erwartende Erklärung des Reichskanzlers: "Herr v. Bethmann-H!ollweg soll auf die ihn gestellten An­ fragen nachdrücklich erklären, daß er zu FriedensverHmwrungen jederzeit bereit wäre. Man könne auf den Widerhall gespannt sein, den seine Aeußerung auf der Seite unsrer Gegner finde. Dafür, daß die Rede des Deutschen Reichskanzlers nicht als Schwäche oder Kriegs­ müdigkeit ausgelegt werden kann, wird im Einvernehmen mit dom Teutschen Volke das Deutsche Heer sorgen, und, wenn die Feinde ihre törichte Absicht, Deutschland zu vernich!ten, trotz ihrer handgreiflichen Aussichtslosig­ keit nicht ausgeben, so trifft Deutschland nicht die Schuld,, daß weiter Blut vergossen wird." Ter Kriegsrat der Entente. Paris, 7. Dezember. (Agence Davas.) Unter dem Vorsitz Joffres wurde gestern vor­ mittags der erste Kriegsrat der Alliierten ab­ gehalten. Es nahmen daran teil der fiühere Chef des russischen Generalstabes General Schilinski, der Untörches des italienischen Genoral­ stabs, General Poror, und Oberst Stefanovic als Vertreter Serbiens; auch England und Belgien waren vertreten. Tie Schwierigkeiten des Bierverbandes. Ein hochstehender, mit der gegenwärtigen Lage in Griechenland vertrauter Diplomat macht nachstehende Mitteilungen: Zwischen Franzosen und Engländern be­ stehen hinsichtlich der Balkanexpedition ernste Differenzen, die seit dem Erfolge der Bulgaren bei Krivolac nur noch mehr eine Verschärfung erfahren werden. Niemals bestand bei den Franzosen und Engländern die ernste Ab­ sicht, die Serben zu retten, sondern nur Eng­ land war fest entschlossen, Griechenland in | den Weltkrieg hineinzuziehen. England verI zögerte, um sich Opfer zu sparen, die sogen. I Hilfs-Expedition. Frankreich, von England I hintergangen, machte Vorschläge, auf gütliI chem Wege Griechenland zum Mitgehen zu veri anlassen. Tie Engländer nahmen gar nicht I an der blutigen Aktion an der Front teil, I und die Franzosen, die ungeheure Verluste : erlitten haben, sehen heute beschämt, daß Er- erstürmten an mehreren Punkten die feindliche Linie. Jpek ist vom Gegner gesäubert. Unsre Truppen erbeuteten 80 Geschütze, 160 Münitionswagen, 40 Automobile, 12 fahrbare Feld­ backöfen, einige Tausend Gewähre und viel anderes Kriegsgerät. Die Zahl der gestern von der Armee des Generals von Koevetz eingebrachten Ge­ fangenen übersteigr abermals 2000 Man«. Unter ihnen befinden sich 300 Montenegriner. Tie Arnauten nehmen überall an dein Kämpfen gegen die Reste der serbischen Armee teil. Der stellvertretende Chef des Generalstabes» v. H o e f e r, Feldmarschalleutnant. Ein italienischer Kreuzer versenkt. WTB. W i e n, 8. Dezember. Amtlich wird Verlautbarl: Eines unsrer Unterseeboote hat am 5. Dezember um 10 Uhr Vorinfittags vor Valona einen italienischen kleinen Kreuzer mit zwei Schornsteinen oersenkt. Flottenkommando. folge ausgeschlossen sind. Ter Mißmut wes französischen Balkankommandos ging so weit, daß England sogar mitgeteilt wurde, die Bal­ kanaktion müsse ohne Rücksicht auf Gründe des Ansehens als zwecklos aufgegeben werden. Darum wurde Lord Kitchener geschickt, der sich davon überzeugte, daß die gelandeten Trup­ pen ungenügend seien. Kitchener telegraphier­ te nach« London, daß der dortige italienische Boffchafter unbedingt veranlaßt werden müsse, in Rom daraus zu dringen, daß Italien un­ verzüglich! mit einem größeren Kontingent an der Balkanaktion teilnehme. Darauf lief die Nachricht aus Italien mit dem Entscheide ein, daß es im Interesse der Entente mid im In­ teresse des guten Ausganges seiner eigenen Aktion gegenwärtig auch! nicht einen einzigen Mann von wer österreichischen Front wegneh­ men könne. Auch aus dieser übrigens in allen Teilen recht bemerkenswerten Mitteilung geht her­ vor, daß Frankreich bte engen Grenzen seiner Balkarfinteressen nicht verkennt, so daß auch hieraus der Schluß naheliegt, nicht die Bal­ kanaktion könne es gewesen sein, die die Ver­ änderung in der Stellung Joffies verursachte. Schließlich ist er vielleicht doch wegen seiner Erfolge (an Menschenopfern) die Treppe hin­ ausgefallen. Ministerkrise in Spanien. Madrid, 7. Dezember. (Agence Havas.) In der Kammer brachten die Parteien der Minderheit den Antrag ein, die wirtschaft­ lichen Fragen vor den militärischen zu be­ raten; Graf Romanones begründete den An­ trag. Ministerpräsident Dato lehnte den An­ trag ab, verließ die Kammer und begab sich zum König, um den Rücktritt des Kabinetts zu unterbreiten. Meuterei aus einem chinesischen Kreuzer. Amsterdam, 7. Dezeimber. Reuter mel­ det aus Shanghai: An Bord des Kreuzers "Tschauho" brach eine Meuterei aus. Ter Kreuzer beschoß das Arsenal. Der Vorgang wurde von anderen Kriegsschiffen beobachtet. Sie wagten jedoch nicht einzugreifen, aus Furcht, die europäische Niederlassung zu tref­ fen. Von Land aus unternahmen die Rebel­ len ebenfalls einen Angriff auf das Arsenal wurden aber durch das Feuer des Arsenals vertrieben. Eine spätere Reutermeldung aus Peking besagt, daß die Revolution unterdrückt wurde. (Z.) ────────── Vom östlichen Kriegsschauplatz. , Tie lettischen Bataillone der Russen. WTB. Berlin, 7. Dezember. Amtlich - wird mitgeteilt: Mehrere russische Zeitungen behaupten, daß die Gefangenen der lettischen fieiwilligen Schützenbataillone von den deut­ schen Truppen als Freischärler angesehen und erschossen würden. Diese Nachricht ist un­ wahr. Die Verbreitung hat offenbar nur den Zweck, die lettische Bevölkerung des von uns besetzten russischen Gebietes gegen uns aufzu­ hetzen. Es wird indes schon darum nicht ge­ lingen, weil die Bevölkerung sich selbst da­ von überzeugen kann, daß die Gefangenen der Lettenbataillone von unsren Truppen ebenso gut behandelt werden, wie die anderen Gefan­ genen. ────────── gesetze, die seit Oktober eingefühirt wurden, auf 402 Millionen berechnet. Davon sollen Steuern aus Einkommen Geschäfte und Ver­ mögen 223 Millionen, Post,11 Millionen, Le­ bensmittel 78 Millionen und notwendiger­ weise für Kriegszeit beschränkte Steuern, wie Kriegsgewinne, Ausfuhrbewilligung, Abschaf­ fung von Stempelprivilegien 95 Millionen er­ tragen. (Z.) Gegen d'Aununziv. Gabriele d'Annunzio, den während der letzten Kammersitzung der sozialistische Abge­ ordnete Mazzoni in heftiger Weise wegen der von der Stadt Genua bezahlten Hotelrvchinung angegriffen hat, erklärt gegen seine sonstige Gewohnheit, die Angriffe seien vollständig un­ begründet. Er habe der Stadt Genua auf ausdrücklichen Wunsch ihrerseits einen Besuch abgestattet und habe dabei die Gastfreundschaft genossen, wie sie eine Familie Garibaldi und die Ueberlebenden der "Tausend" auch genos­ sen haben. ────────── mobile, 4 Fuhrwerke mit Kriegsmaterial wur­ den erbeutet. Tie Erfüllung der bulgarischen nationalen Ideen. Sofia, 7. Dez. Nach rund 50 Tagen Krieg hat Bulgarien mit Ende dieser Woche seine nationalen Wünsche fast restlos erfüllt. Die Dinge, die sich heute in Mazedonien vor­ bereiten, sind durchaus eindeutig. Schon sind da und dort deutsche Kavalleriepatrouillen an der griechischen Grenze aufgetaucht. Von den englisch-französischen Truppen erfährt man, daß sie" ihre Rückzugslinien sichern und ihre Schanzarbeiten sogar schon bis auf griechisches Gebiet ausgedehnt haben .''Somit steht die theoretisch oft erörterte Frage, was geschehe, wenn sich! die Ententetvuppen auf griechisches Gebiet zurückziehen, bezw. auf griechischemBoden eine Prellinie machen vor ihrer praktischen Lösung, die zweifellos zeigen wird, daß eben sie allein die wirksamste ist. In kurzer Zeit wird die Entscheidung Griechenlands fallen. Auf die zweite detaillierte Anfrage der En­ tente har Griechenland geantwortet, es müsse vorher wissen, ob es sich um Vorschläge oder Forderungen handelt. Die Entente antwor­ tete, sie habe Forderungen gestellt und nicht Wünsche geäußert. Tie strategische Entwick­ lung der 'Dinge in Mazedonien wird nicht ohne Einfluß bleiben. Ter deutsch-österreichischpbulgarische Aufmarsch wird jeder Even­ tualität gerecht sein. Wenn Griechenland, wie anzunehmen ist, die neue Note der Entente, die als eine Häufung von Forderungen ange­ sehen werden muß, und den Charakter eines Ultimatums trägt, ablehnen, oder doch nicht in vollem Umfange zustimmend beantworten wird, so Mrd es möglich sein, daß die Saloniker Expedition als Komödie endet. Tie Ententesührer würden die Schuld tragen, wenn sie als Tragödie enden sollte. (Z.) Tie Berfolgungskämpfe in Serbien. Tie "Franks. Ztg." meldet aus Wien: Trotz riesiger Schwierigkeiten und unausgesetz­ ten Witterungsunbilden, meterhohem Schnee und Borastürmen überwältigen unsere unaus­ gesetzt mit größter Energie vordringenden Truppen nun auch das westlich und südwest­ lich von Novipazar sich über 1200 Meter hin­ ziehende montenegrinische Grenzgebirge und haben auch auf der von Mitrowitza nach Jpek führenden "Straße die steilen Ausläufer der Suha-Planina und der Mokra-Planina be, wältigt, wobei sie die dort noch eingenisteten kleineren feindlichen Abteilungen vor sich Her­ treiben. In der Pestera genannten, sehr ver­ karsteten, über 1000 Meter hohen Hochebene, die durch ihre Rauhheit und ihre Wasser^ armut berühmt ist, wurden montenegrinische Truppen angegriffen und zurückgeschlagen. Diese zogen sich! mit bedeutenden Verlusten auf ihre .Hauptstellungen zurück, die in der zwischen 1300 und 1400 Meter hohen Kruschitza-Planina zu vermuten sind. Tie von Osten her auf Jpek vorrückenden österreichisch-ungarischen Streitkräfte warfen nach heftigem Kampfe eine serbi­ sche Nachhut zurück. Die Spitzen dieser unserer Kolonnen haben bereits die Stadt Jpek besetzt. ! (Z.) Gefährlich je Lage der Franzosen in Mazedonien «Sd. Berlin, 8. Dezember. Nach dem "Secolo" berichtet Magrini, daß die Lage der Franzosen sehr gefährlich geworden sei, nach­ dem jede Hoffnung auf eine Unterstützung durch die Serben schwinden müsse. Albanisch^ Angriffe auf die Montenegriner und Serben. Sd. Berlin, 8. Dezember. Verschiedene Blätter lassen sich aus Cettinje melden, daß die montenegrinischen und serbischen Truppen fort­ gesetzt von starken albanischen Banden ange­ griffen werden. Tie Serben und Albanier. Essad Pascha traf mit dem serbischen Ge­ neralstab Vereinbarungen hinsichtlich der Ver­ pflegung der nach Albanien geflüchteten serbi­ schen Truppen. Tie Serben werden in Kasernen untergebracht, die requirierten Lebenmittel be­ zahlen sie tritt Bargeld. Italien wird viele Lebensmittel nach Albanien senden, sowohl für die Serben, als auch für die notleidende albanische Bevölkerung. Französische Bedenken über die Baltanlags. Oberstleutnant Rousset äußert sich 'im "Petit Parisien" sehr beunruhigt darüber, daß man von Mackensen und Gallwitz nichts mehr hört, die vielleicht schon im Verein mit den ^Bulgaren gegen den Vardar vorrücken; ferner sollen nach Blättermeldungen österreichische u. deutsche Abteilungen nach Bulgarien unterwegs sein, was besonders zu beachten wäre, wenn diese dazu bestimmt sind, aus den Tälern west­ lich von Rhodope uns in den Rücken zu fallen. Sind wir nach einer Konzentration bei Salo­ niki stark genug, um einem doppelten Angriff standzuhalten? Leider ist es ungewiß. — In der "Guerre sociale" tadelt Herve die Lässig­ keit in der Auffassung der 'Lage am Balkan. Er weist dann darauf hin, Me töricht die Annahme sei, daß die Deutschen nach Aegypten gingen, wo sie von beiden Flanken her bedroht wären. In Wirklichkeit, so heißt es weiter, stoßen sie gegen die Russen in Beßarabien vor. Sie haben sich in Serbien konzentriert, um die Alliierten zu vernichten und zu umzin­ geln. Wenn England und Italien keine Ver­ stärkungen schicken, so wollen wir auf unserer Front wenigstens alle Vorkehrungen treffen, die der deutsche Generalstab an unserer Stelle längst getroffen hätte. Tie Regierung soll sich nicht einbilden, daß sie, weil sie einen Ge­ neralissimus eingesetzt hat, sich hinter der Ver­ antwortlichkeit anderer verschanzen?ann.Wenn der Armee Sarrails ein Unglück zustößt, und wenn die Katastrophe, die noch aufzuhalten ist, eintreten sollte, wird die Kammer keine 24 Stunden mehr am Ruder gelassen. Tie kraftlose Politik Bratianus. Tie "Franks. ^Ztg." meldet aus Budapest: Gegenüber den lobenden Artikeln der Regier­ ungsblätter fällt die konservative Bukarester "Moldowa" ein überaus scharfes Urteil über Bratianu. Niemand möge sich täuschen lassen von dem, was heute in Rumänien geschehe, vielmehr nicht geschehe. Tie Politik Bratianus sei nicht ernst, nicht aufrecht, nicht männlich. Wenn dadurch den Zentralmächten auch nichtgeschadet werde, so werde der Entente dennoch genützt. Bratianu kann sich weder für den Krieg gegen Rußland, Rumäniens natürlichen Feind, entschließen, noch wagt er sich der Entente anzuschließen. Nach dem Krieg wird sich Ruß­ land hüten, nochmals mit seinen westlich eit Gegnern anzubinden, sondern wird seine ganzen Kräfte auf den Balkan werfen, beson­ ders aus Rumänien und Bulgarien. Nach Bratianu, so schließt die "Moldowa", hat die Stunde Rumäniens noch nicht geschlagen, sie wird auch, nicht schlagen, solange die äußere Politik des Landes von einem schwachen, unge­ schickten, russophilen Manne geleitet wird. (Z.) Benizelisten verhaftet. Budapest, 7. Dezember. Der Konstantinopeler "Jkdam" berichtet aus Athen, daß mehrere.Mitglieder der Venizelospartei ver­ haftet wurden. Venizelos habe daraufhin Athen verlassen. ────────── Aber Fritz, oder wie er sich! lieber nannte, Fredirk Nagel, der Wirt des kleinen Lokals lachte ihn aus. "Unsinn!" erklärte er in seiner derben Art: "Seien Sie nicht närrisch! Ist nicht der der Rede wert. Sie haben gehungert, und ich! habe Ihnen zu essen gegeben. Das ist Christenpflicht! Ich mache Ihnen einen Vor­ schlag. Ich verwalte die Bar, und Sie wailern." "Wärtern?" "Well. Wie sagt man draußen in Deutschjland: Sie machen den Kellner. Mein Walter ist mir vor einer Woche davongelaufen. Habe bis heute alles selbst gemacht. Aber bin zu alt und" — er klopfte lachend auf seinen Bauch! — ,^u dick! Und meine Mllie ist mir zu fchade für den Schanktisch oder gar; die Gäste zu bedienen. Well, wollen Sie?" Es war noch> ein Rest des eingewurzelten Vorurteils, Pas er von drüben mitgebracht! hatte, in dem ehemaligen Korpsstudenten. "Well?" wiederholte der Wirt, seinen Blick erstaunt, säst unwillig auf den fremden, jun­ gen Mann heftend: "Sie wollen nicht?" Der Exstudent tat einen tiefen Atemzug. "Doch! Doch!" Beeilte er sich, zu versichern, Während er der Nächte tat Zentralparck, der empfangenen Almosen, der vergeblichen Wan­ derungen duvch Werkstätten und Arbeitsplätze gedachte. "Doch, Mister Nagel, ich nehme an. 7 ' Der Wirt weihte am nächsten Tage, als fMji Felden wieder völlig erholt hatte, den neuen Kellner in seine Obliegenheiten. Zu­ nächst mußte er die' kurze schwarze Jacke, die sein Vorgänger zurückgelassen, anziehen, sowie die lange weiße Schürze des "Waiter" vorbinden, dann zeigte er HM, wie man mit Besen und Schaufel den Fußboden von Zigar­ renstummeln, Tabaksafche und sonstigen Un­ reinigkeiten zu säubern hatte, wie man die Biergläser ausschwenkte, so zwar, daß nicht zu'viel und doch« genügend Schaum oben stand, um möglichst viele Gläser aus der Tonne herauszuschöpsen. Zuletzt kam das Schwierigste: das Mischen der verschiedensten Schnäpse; bettn der Kellner mußte auch zuweilen die Bav verwalten, z. B. wenn der Wirt sein Mittagsschläfchen hielt oder einmal einen Geschäfts­ gang zu machen hatte. "Wir haben noch ein Gesellschaftszimmer," erklärte Mr. Frederik Nagel schließlich, — "da halten die verschiedenen Vereine ihre Ver­ sammlungen ab, so der Schützenbund, der deutM Kriegerverein, der Verein der Kaufleute, — well, Sie werden ja sehen." " . ' lgortseyung folgt.} _ seine amerikanischen Erlebnisse, ohne von sei­ nen weiteren persönlichen Verhältnissen zu sprechen. Sie hörte ihm interessiert zu, wäh­ rend sich in ihren Menen deutlich das Mit­ leid spiegelte,, das ihr empfindsames Mäd­ chenherz erfüllte. "Armer Mensch!" flüsterte sie vor sich hin. Dann stand sie auf und nahm die Tel­ ler, die er inzwischen leer gegessen hatte. "Well, schlafen Sie recht wohl, und aus Wiedersehen morgen!" Am anderen Morgen fühlte sich Felden nach einer ruhig durchschlafenden Nacht schon wieder so wohl, daß er ausstehen Wollte. Aber die Tochter des Wirtes litt es nicht. "Nein!" Protestierte sie in dem bestimMsten, gebietenden Tone der jungen Amerikane­ rinnen, der keinen Widerspruch! zuließ. "Das leide ich! nicht. Diesen einen Tag bleiben Sie noch im Bett. Die Arbeit Kauft Ihnen nicht davon." Er fügte sich« gern; denn die Ruhe in dem molligen Bette tat ihm nach! den Strapazen der letzten Wochen ungemein wohl. Freflich, mft den zunehmenden Kräften kehrte auch die Mare Ueberlegung und das Feingefühl zurück. Durfte er länger den fremden Leuten zur Last fallen, und wie konnte er ihnen! für die bereits erwiesenen Wohltaten danken? | ────────── schnitt von Kale-Bogaz unternommenen 1 Uebersall ab, und machten einige Gefangene. JÜ den anderen Abschnitten, abgesehen von Patrouillen-Scharmützeln nichts Neues. An der Tardauellenftont nahm unsre Ar­ tillerie bei Anaforta feindliche Truppen, die Befestigungen aufführten und Batterien gro­ ßen und kleinen Kalibers aufstellten, unter wirksames Feuer. Bei Ari Burun beschoß ein feindlicher Kreuzer am 5. Dezember einige | Augenblicke ohne Erfolg unsre Stellungen. Unsre Artillerie zwang einen anderen Kreu­ zer, der sich! Kaba-Tepe zu nöfjimt suchte, ab­ zudampfen. Bei Sedd il Bahr zerstörte un­ sere Artillerie mehrere zu Bombenangriffen bestimmte Stellungen des Feindes und verhin­ derte ihn, das namentlich! gegen unsren lin­ ken Flügel gerichtete heftige Lusttorpedofeuer fortzusetzen. Ter Kampf auf Gallipoli. Das Ende — eine Komödie. Sofia, 7. Dezember. "Az Eft" meldet: Aus Konstantinopel eintreffende, übereinstim­ mende Meldungen besagen, daß infolge der erhöhten Tätigkeit der türkischen Truppen auf der Halbinsel Gallipoli die Lage des Expe­ ditionsheeres von Tag zu Tag gefährlicher wird. Der Eintritt des Winters behindert die Truppen nunmehr auch! an der endgültigen Rückkehr. Die Schiffe können sich dem Ufer tagelang nicht nähern. Alle Landungsstellen, deren Einrichtung monatelanger mühevoller Arbeit bedurfte, stehen unter Wasser und sind unbrauchbar. 'In informierten Kreisen rech­ net man infolgedessen nicht nur daraus, daß das Expeditionsheer in Kürze von der. Halb­ insel verjagt wird, sondern auch darauf, daß ein beträchtlicher Teil in Gefangenschaft ge­ rät. Am feine Niederlage vor den Eingeborenen zu verheimlichen, einen Siegessalut von 21 Schüssen ab. An der Kaukasusfront schlugen wir einen vom Feinde in der Nacht vom 4. zum 5. Dezember gegen unsre Vorposten im Ab- ────────── Der Krieg mit England. Das Verbrochen der "Baralong", dessen Bemannung bekanntlich! die Bemannung eines deutschen Unterseebootes feige ermoridete, wurde nun von der deutschen Regierung amtlich zur Kenntnis der englischen Regierung gebracht mit der bestimmten Forderung auf unverzügliche Sühne. Zugleich wurden zeitlich nahe Vergeltungsmaßregeln in Aussicht ge­ stellt, falls England nicht volle Genugtuung durch die von den Kriegsgesetzen geforderte strenge Bestrafung der Mörder gebe. ────────── Der Krieg zur See. Der Unterseekricg. London, 6. Dezember. Der "Daily Te­ legraph" meldet: Ter britische Indien-Dam­ pfer ,F)meda" wurde vom Feinde versenkt. 49 Ueberlebende wurden gelandet. 5 Offiziere und 47 Laskaren werden vermißt. Paris, 6. Dezember. Nach! einerMadrider Depesche des Journal" ist in Gibraltar das Gerücht verbreitet, daß die Batterien von Punta de Europa Unterseeboote, die durch die Meerenge fuhren, versenkt Hütten. (Diese Nachricht ist, wie das WTB. an zuständiger Seite erfährt, wieder einmal frei erfunden.) Bo« einem Unterseeboot festigenomimie«. Das Pariser "Journal" vernimmt, daß ein Unterseeboot, bas die österreichische Flagge trug, an Bord des griechischen Dampfers "Spatsai", der aus dem Piräus kam, zwei englische Passagiere verhaftete, nämlich einen Oberst und einen Hauptmann. (Z.) Die Tätigkeit der englischen U-Boote in der Ostsee. 1 Nach einer Kopenhagener Meldung der Dailh News, find Anzeichen bafiit vorhün- den, daß die Aktion der englischen Untersee­ boote in der Ostküste und im Bottnischen Meerbusen durch Eis behindert werden. Es sind bereits die nördlichen Häfen des Bottnischen Golfes durch Treibeis gesperrt. (Z.) Angeschwemmte Minen. Im November wurden an der niederlän­ dischen Küste 47 Minen angespült, davon 28 englischen, 15 deutschen und der Rest unbe­ kannten Ursprungs. Im ganzen wurden bis­ her gesunden 728 Minen, davon 381 engli­ schen, 57 französischen, 112 deutschen und 177 unbekannten Ursprungs. < ────────── Vermischtes. Skutari. Nach! den neuesten Meldungen befindet sich gegenwärtig die serbische Regierung in Skutari, das vor einem halben Jahre bereits von den Montenegrinern besetzt worden ist, nachdem sie es 1913 gemäß den Londoner Be­ schlüssen an das neugeschaffene Fürstentum Al­ banien wieder hatten herausgeben müssen. Um den Besitz von Skutari hatten die Mvntenegriner in dem Balkankriege 1912/13 lange ser bedeutenden Stadt mit ihrer fruchtbaren und hartnäckig gekämpft, da der Besitz dieUmgebung und dem Bojana-Ausflusse desSkutarisees nach dem Adriatischen Meere eine Existenzfrage für das arme Bergland war. Es ist bekannt, wie infolge von Verhandlungen zwischen dem König Nikolaus von Mpntenegro und dem Verteidiger von Skutari, Essad Pascha, diese Stadt schließlich dem montene­ grinischen Heere übergeben wurde, der Klot­ tendemonstration zum Trotze, welche die euro­ päischen Mächte vor der montenegrinischen Kü­ ste veranstalteten, um die Montenegriner von der Besitzergreifung Skutaris abzuhalten. Um den Londoner Beschlüssen Achtung zu verschaf­ fen, wurden nach dem Friedensschlüsse Deta­ chements der europäischen Mächte nach! Sku­ tari entsendet und die Stadt von den Kom­ mandeuren dieser Detachements verwaltet. Da­ mals kehrte etwas Ordnung in die bis dahin ziemlich, verwahrloste Stadt ein. Zwar hatte das Bombardement der Montenegriner der Stadt nicht viel Schaden zugefügt, trotz: der 26 000 Schrapnells, die auf sie abgeschossen worden sein sollen. Was an Schäden an den Häusern angerichtet worden war, würde durch die ftemden Soldaten bald ausgebessert. Die deutschen und österreichischen Soldaten begnüg­ ten sich! aber upt dieser Tätigkeit noch nicht. Auf Anordnung ihrer Offiziere stellten sie Fußsteige her, die bis dahin selbst in ihrer primitivsten Form in Skutari noch! unbekannt waren, und machten auch die grundlosen Stra­ ßen besser fahr- und gangbar als bisher. Auch! erhielten die Straßen, welche (wie in fast al= len türkischen Provinzstädten) ohne nähere Be­ zeichnung waren, Benennungen. Da gab es wenigstens während der Zeit, wo oben auf dem Kastell die Flaggen der Staaten wehten, die Detachements nach Skutari entsendet hotten, eine Rue Breslau, eine Rue Goeben, eine Rue Kiek, eine Rue Stratzburg, eine Rue Dresden, eine Inch affe (Sackgasse) Moltke — vielleicht eine ironische Anspielung daraus, daß Moltke die Franzosen bei Sedan in eine Sack­ gasse gelockt — und andere deutsche Bezeich­ nungen mehr. Die Oesterreicher aber hatten namentlich! die Gastwirtschaften mit heimütlichen Namen versehen. So gab es ein "Gast­ haus zur luftigen Wienerin", ein anderes "Zur lustigen Witwe", und alle diese Wirtschaften wurden von ihnen fleißig besucht, bis die Mprdtat von Serajewo dem behaglichen Le­ ben in Skutari ein Ende machte. . . Wenn übrigens behauptet wird, daß die nach! Alba­ nien geflüchteten serbischen Truppen über Sku­ tari nach! Griechenland, speziell nach Salo­ niki überführt werden sollen, so dürften sich!, so schreibt uns ein Mitarbeiter, dem doch ernsthafte Hinderniffe entgegenstellen. Zwar ist von Skutari aus der Hafen von San Giovanni di Medua nur unschwer zu erreichen, aber dieser Hasen liegt unweit der Opevationsbafts der österreichischen Flotte, der Bocche di Cattaro, und die Unterseebootsgesahr für die etwaigen Transportschiffe wäre bei We- dua doch eine sehr große. Auch vor Durazzo, das übrigens auch! keinen guten Ha­ fen besitzt, ist diese Gefahr noch! vorhanden. Man könnte daher daran denken, daß die Ser­ ben aus dem Landwege, Albanien von Nor­ den nach! Süden durchschreitend, nach! Grie­ chenland zu kommen wachten würden. Allein, alle die hier in Frage kommenden Wege sinh außerordentlich schlecht, machen zum Teil große Bogen und sind für das Mitführen von Ge­ schützen und Train nahezu gänzlich unbrauch­ bar. Auch wäre mit der Feindseligkeit der Bevölkerung zu rechnen, deren Gebiet die serbffchen Truppen zu überschreiten hätten, (kz.) ────────── Verdächtigung der Schweiz. Infolge der fortwährenden Behauptungen der französi­ schen Presse, daß Deutschland und OesterreichUngarn von der Schweiz aus verproviantiert würden, ist laut Mitteilung der französischen Handelskammer in Genf die Geistesverfassung in Frankreich! soweit gekommen, daß dort die­ jenigen, die nach! der Schweiz Waren aussühiren vielfach! als Landesverräter angesehen wer­ den, während sie Frankreich!, wie die Handels­ kammer feststellt, in Wirklichkeit einen Dienst erwiesen. Aus diesem Grunde ist die sranzösische Ausfuhr nach der Schweiz gering und alle Anstrengungen , die Franzosen zu beleh­ ren, daß gegen die Wiederausfuhr von aus Frankreich! stammenden Waren nach DeutschlaieD und Oesterreich! Garantien bestehlen, siNd nicht im Stande, ihre Befürchtungen zu zerf­ streuen. (Z.) Glückliches Koburg. Im "Koburger Ta­ geblatt" befindet sich! folgende Anzeige: "Ich komme jede Woche totfit frischen Eiern und guter Landbutter nach; Koburg und tausche diese gegen alte Briefmarken ein. Zuschriften unter "Markenliebhaber" an die Expedition dieses Blattes." — Das Butterproblem ist also gelöst. Tages-Uebersicht. ────────── Bayerische Nachrichten. Tödlich, verunglückt ist der jugendliche Knecht Jakob Eisenschmied in Bernstorf bei Freising am sog. Allershauser-Berg beiEberspoint. Er geriet unter das schwere Führwerk und erlitt erhebliche Verletzungen an beiden Beinen. Nach. seiner Verbringung ins Kran­ kenhaus mußte der Junge sterben. Bon einem Pferd erschlagen wurde beim Einspannen eines Rennschlittens der ledige Dienstknecht Joseph! Brutscher in Altusried bei Kempten. Jugendliche Lebensretter. Vorige Woche vergnügten sicht auf dem Eise des Mühlkanals in Babenhausen eine Anzahl Kinder. Plötz­ lich! brach ein fünfjähriger Knabe im Eise ein. Ein siebenjähriges Mädchen und dessen gleichalttige Freundin hatten die Geistesgegenwart, dem Knaben zuzurufen, er möge sich! festhal­ ten, worauf die zwei Mädchen herizueilten und den Knaben aus dem Wasser zogen. ────────── Niederbayerische Nachrichten. Loitzendors (Ndb.) 7. Dezember. (Gestor­ ben) ist Herr Hauptlehrer Georg Datzmann im Alter von 54 Jahren. Nenkkiychjen hl. Bl., 5. Dezember. (Ochsen­ schmuggel.) Der K. Grenzwachmannschast in Rittsteig gelang es gestern nachts, Schmugg­ lern zwei schöne Ochsen, die über die Grenzenach Böhmen geschwärzt werden sollten, ab­ zunehmen. Die Schmuggler sind entkopsmkn. Die Ochsen wurden in die Kontumazstallung nach Furth i. W. verbracht. . ────────── Schuldienst. Die zweite Volksschullehrerstelle in Neukivchen hl. Bl., K. Mstriktsschulinspektion Neukivchen hl. Bl., kommt ab 1. Januar 1916 zur Erledigung. Endtermin für Bewerbungen 5. Januar 1916. Staatseisenbahnverwaltung. In den dau­ ernden Ruhestand versetzt wurde unter An­ erkennung seiner Dienstleistung ab 1. Dezem­ ber 1915 Eisenbahnsekretär Joh. Grub er in Simbach> am Inn. — Versetzt in etatsmäßiger Weise wurden auf Ansuchen: Turmwärter Pe­ ter Sagstetter von Passau Hbf. nach- Platt­ ling, Schaffner Josef Ranstl von München! Hbf. nach> Passau Hbf., Johann Kellerer von Selb Stadt nach! Birnbach, — Berufen wur­ den in etatsmäßiger Weise: Eisenbahnsekretär Franz Xaver Jslinger von Straßkirchen nach Plattling, Weichensteller Josef Weichinger von Neumarkt (Rott) nach! Plattling. ────────── Lokales. Laudrhut, 9 Dezember. —* Die Bierpreiserhöhung. Amt­ lich wird mitgeteilt: Am 6. Dezember fand in München eine Besprechung der drei stellv. Ge­ neralkommandos Mt Vertretern der daher. Krauindustrie über die Bierpreiserhöhung statt. Die Generalkommandos stellten sich! hierbei auf Grund der Verhandlungen im Staatsministerium des Aeußern fodmi 22. No­ vember auf den Standpunkt, daß von der von Brauern erstrebten Bierpreisershöhung von ,6 Mark nicht die Rede sein könne, daß sie je­ doch! einer Bierpreiserhöhung — aber nur für/ die Dauer der gegenwärtigen außerordentlichen Verhältnisse — nicht entgegentreten würden, wenn dabei folgenden Bedingungen und Ge­ sichtspunkten Rechnung getragen wirds; In München darf der Bierpreis für Braunbier. einschließlich des Flaschenbieres nur um 2 Mark für den Hektoliter und 2 Pfennig für den Liter erhöht werden? für die sogen. Luxusbiere (hel­ les Bier, Sommerbier, Märzenbier und die Starkbiere) darf der Bierpreis um 4 Mark für den Hektoliter und 4 Pfg. für den Liter erhöht werden. Diese letzteren Biere dürfen jedoch nicht in größerem Umfange hergestellt werden als bisher, damit auf jeden Fall das althergebrachte Braunbier in der derzeitigen Menge zur Verfügung steht. Weitere Voraus­ setzung für die Bierpreiserh'öhung in München ist, daß der Gehalt des Bieres an Stammwürze aus keinen Fall unter 10 Prozent beträgt. Im übrigen Bayern darf der Bierpreis allge­ mein um! 4 Mark für den Hektoliter und, 4 Pfg. für den Liter erhöht werden; Voraussetzung ist hier überall ein Mindestgeihalt an Stamm­ würze von 9 Prozent. In Gegenden, in denen der Ausschankpreis für den Liter bisher 24 Pfg. oder weniger betragen hät, wird einer Bierpreiserhöhung von 6 Mark für den Hek­ toliter und 6 Pfg. für den Liter nicht entgegen­ getreten werden, soferne der Stammwürzege­ halt aus mindestens 9 Prozent erhöht wird. Voraussetzung für die Bierpreiserhöhung in ganz Bayern, die am 15. Dezember beabfich tigt ist, ist ferner, daß der Preis für ein ViertehLiter - nicht mehr als einen Pfennig über die Hälfte des Preises für einen halben Liter hinausgeht, daß jede Herabsetzung der derzeitig üblichen Maßeinheiten unterbleibt, und daß ordnungsgemäß eingeschenkt wird. Tie Bierpreiserhöhung gilt seltstverständlich nur für die Dauer der gegvlwärtigen außer­ ordentlichen Verhältnisse. Der Bierpreis für das Feldheer wird nicht erhöht. So sehr es zu bedauern ist, daß die obwaltenden Umstände eine Erhöung des Bierpreises als unvermeid­ lich erscheinen lassen, so darf dabei doch nicht übersehen werden, daß dafür, insbesondere hin­ sichtlich des Stammwürzegehaltes des Bieres, Sicherheiten gegeben sind, die unter den ge­ genwärtigen Verhältnissen nicht unterschätzt werden dürfen. Mit Befriedigung wird fest­ gestellt werden, daß die Brauereien von einer Erhöhung des Bierpreises für unsre Truppen im Felde von vornherein abgesehen haben. — Zu diesem Kapitel ist noch! zu berichtigen, daß es bei unsrem Bericht über die Behand­ lung der Bierpreissrage im Magistrat hei­ ßen mutz, daß in Passau vom 1. Januar an Helles Bier mit mindestens 10 Prozent Stamjmkwürze 32 Pfg. und dunkles Bier mit minde- j stens 9 Prozent 30 Pfg. pro Liter kostet. Bai jj der Erklärung des Herrn M.-R. Koller mutz J es statt jetzigen Bierpreiserhöhung heißen: bei I den "bisherigen Bierpreiserhöhungen am ,1. j Mai und 1. Juli". (Nach! einer Erklärung j des Gastwirtevereins haben die Gastwirte an der jetzigen Bierpreiserhöhung keinen Anteil. D.Red.) Gemüsehöchstpreise. Auf Grund einer Verordnung des Bundesrates wird über die Regelung der Preise für Gemüse, Zwiebeln und Sauerkraut bestimmt, daß im! Großhandel für 50 Kilogramm frei nächste Verladestelle einschließlich der Verpackung folgende Preise nicht überschritten werden dürfen: Für Weiß­ kohl (Weißkraut) 2.50 Mark, für Rotkohl (Blaukohl und Wirsingkohl (Savoyerkohl) 4.50 Mk., Grünkohl (Braun- oder Krauskohl) 3 Mark, für Kohlrüben (Steckrüben, Wracken) 2.50 Mk., für Mohrrüben (Rote und gelbe Speisemöhren, auch, gelbe Rüben genannt) 5 Mark, Zwiebeln 6 Mark, Sauerkraut (Sauerkoh'l) 12 Mark. Insoweit für Gemüse, Zwiebeln und Sauer­ kraut Höchstpreise im Kleinhändel festgesetzt werden, dürfen sie folgende Sätze für das Pfund beste Ware nicht überschreiten: Für Weißkohl 5 Pfg., für Rotkohl 7, für Wirsing­ kohl und Grünkohl 6, für Kohlrüben 5, für Mohrrüben 8, für Zwiebeln 15 und für Sauer­ kraut 16 Pfg. Diese Bestimmungen treten mit dem 13. Dezemher in Kraft. —* Von der Gewerbeban k. Bei dem am letzten Dienstag stattgefundenen Prüfüngsterrnin im Konkurse der Gewerbebank kam/ es zu mehrfachen Protesten, als sich heraus­ stellte, daß Mitglieder, welche einen Geschäfts­ anteil erworben hatten, sich, plötzlich im Be­ sitze von zwei oder drei Geschäftsanteilen sähen. Da große finanzielle Nachteile damit verbunden sind, protestierten die Betroffenes auf das lebhafteste. Ob hierbei ein neuer Betrug des früheren Bankleiters vorliegt, wird die eingeleitete Untersuchung ergeben. —* Zur Versteigerung gelangten vor kurzem im Notariate II hier die beiden Anwes'en des früheren Gewerbebankdirektors Be­ cher, Zweibrückenstraße 653 und Achdorf 65einhalb. Das Meistgebot legte die Stadt­ gemeinde Landshut mit 48 010 Mark A/m/ letzten Dienstag wurde nun der Stadtgemeinde der Zuschlag für beide Anwesen erteilt. —* Für die 16er wurden am Dienstag 72 Kolli Weihnachtsliebesgaben, darunter eine größere Anzahl Kisten vom Magistrat und von der Kreissammelstelle des Roten Kreuzes als Geschenk versandt; außerdem ging mit die­ ser Sendung ein großes Quantum Bier von beit hiesigen Brauereien an dieses Regiment ins Feld ab. * : Weihnachtsliebesgaben für das 2. Refserve-Jnfanterie-Regiment sönne*« bis Sams­ tag bei der Sammelstelle des Herrn Kaufmann MÄhldorfer abgegeben werden. ' An das Landsturm-JnfanterieBcutaillon Landshut ging am Dienstag ein e Sendung Bier ab. —* Der gestrige erste Postkarten­ tag dürfte ein gutes sinanzielles Ergebnis erbracht haben. Die von schönen Händen mit Grazie dargebrachten Karten fanden überall willige Käufer, die gerne und freudig ihr* Scherflein für den guten Zweck der. Veran­ staltung brachten. —* D i e L i e b e sg oben, die von Mitglie­ dern der Landshuter Liedertafel gespendet wur­ den und am nächsten SonNtag bei dem WohPtätigkeitskonzerte im Rathausprunksaale zur Verteilung an die hiesigen Verwundeten ge­ langen, sind sehr reichhaltig. Die Gaben kön­ nen gegenwärtig im Rathaussaale besichtigt werden. ' 1 —* Die Bayerische Staatszeitung schreibt in einem Generalbericht über die bayer. Landratsverhandlung vom niederbayerischen Landrat: "Ein Zuschuß für die militärischeJugenderziehung wurde abgelehnt, da die Be­ willigung nur den Städten zugute käme. Auf dem Lande fehle nicht nur das nötige Ausbil­ dungspersonal, sondern es bestände die Gefahr!, daß der Landwirtschaft Arbeitskräfte entzogen würden. Das ist nicht richtig. Wähl wurden die angeführten Gründe zum Teil vorgebracht, doch, der Ausschußantrag auf Ablehnung der Regierungsforderung mit 2000 Mark mit 12:12 Stimmen durch, den Stichentscheid des Herrn Landratspräsidenten abgelehnt und hierauf die Regierungsforderung mit allen gegen eine Stimme genelhiMgt. ────────── Letzte Posten. Griechenlands Verhalten. Nach, der Bukarester "Minerva" soll der König von Griechenland und der griechische Generalstab beschlossen haben, folgende Erklä­ rung bekannt zu geben. Auf griechisches Gebiet flüchtende serbische Truppen werden entwaffnet. Das englisch»-französische Oberkommando in Saloniki wird ersucht, zurückgeworfene, Truppen mit der gesamten Ausrüstung sofort einzuschiffen. Die griechische Regierung ersucht die Zen­ tralmächte, bei der Verfolgung des Feindes die griechische Grenze nicht zu überschreiten, weil Griechenland die Grantie übernommen habe, daß die englischi-französischen Truppen aus Griechenland entfernt würden. Hinter der französischen Front in Mazedonien. Budapest, 8. Dezember. "A Vilag" mel­ det aus Saloniki: Griechische Flüchtlinge aus Serbien berichten von der Bildung griechi­ scher Banden hinter der englisch-französischen Front. Die Banden bereiten den Franzosen überall empfindliche Verluste. Ter Rückzug der Ententetruppen ans Saloniki. Sofia, 8. Dezember. Nach der Aufgabe, des Vardar-Ceruabogens, zu der die Entente­ truppen durch, die drohende Umfassung des linken Flügels gezwungen wurden, befindet sich der größte Teil der englisch-französischen Expeditionstruppen bereits wieder auf grie­ chischem Gebiet. Negotin (am Vardar) und Kavardar (zwischen Vardar und Cerna) sind von den Bulgaren schon am 6. Dezember be­ setzt wyrden. Sd. Berlin, 9. Dezember. Dem "Berl.Tagebl." wird aus Sofia gemeldet: Die Fort­ dauer des Rückzuges der Franzosen und Eng­ länder im Gebiete zwischen der Cerna Reka und dem Vardar verstärkt den Eindruck, daß diese beschlossen haben, ihre Truppen unter Vermeidung von Kämpfen mit beim! nachdrükkenden Feind auf griechisches Gebiet zurück­ zuziehen. Siegreiche Kämpfe Ser Türken am Renten. Konstantinopel, 7. Dezember. Das Kriegspressequartier veröffentlicht einen Be­ richt über die für. die Türken siegreichen Käm­ pfe, die von Juli bis Oktober zwischen Lahadi und Aden (am Eingang vom Stillen Ozean in das Rote Meer) stattgefunden haben. Die Türken rückten in der Nähe des Isthmus auf Aden und die Ortschaft Schoch Othman vor. ────────── Literarisches. Gartenlaube - Kalender 1916. Zum zweitenmale in ernster KriegAzeit erscheint in neuer Auflage der "Gartenlaube-Kalender" für das Jahr 1916 (Verlag von Ernst Keils Nach­ folger, August Scherl, G. m. b. HI) Leipzig, Preis 1 Mark). Auch! dieser Jahrgang erzählt von hartem Ringen und von den schönen Er­ folgen unserer Volkssöhne in Waffen. Eine große Anzahl interessanter Aufnahmen von den Kriegsschauplätzen ist außerdem über das ganze Buch, verstreut. Hans Grimm, der fein­ sinnige Afrika-Novellist, hat eine Erzählung "Das Vorlooper Meisje" beigesteuert, zu der Prof. Hugo Ungewitter sechs Zeichnungen ge­ liefert hät. Technik, Kunst und Wissenschaft sind ebenfalls ausgiebig behandelt worden. Unter den vier Kunstbeilagen befinden sich die Bilder des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg und des Generalfeldmarschalls v. Ma­ ckensen. Das Kalendarium ist von Ilse SchützeSchur neu gezeühnet. ────────── Inserate. ────────── Bekanntmachung. Betreff: Viehmärkte in Landshut. Wegen Ausbreitung der Maul- und Klauenseuche Int Stadtbezirke wird die Abhaltung der JOT gter&ermätr&fe bis auf Weiteres derbste«. Die HT Kleirwiehmarkte (Kälber- und Schweinemärkte) an Freitage» werden bis auf Weiteres im städtischen Schlachthose abgehalten. Die Zufuhr hat mittelst Pferdegespann zu erfolgen. Eine Ausfuhr der zu Markt gebrachten Tiere aus dem Schlachthofe darf nicht mehr stattfinden. Ursprungszeugnisse sind notwendig. Landshut den 7. Dezember 1915.