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        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1915-02-17"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">68. Jahrgang Nr. 38</biblScope>
          <date when="1915-02-17">1915-02-17</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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      <editorialDecl>
        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
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          <p>Pause fort. "Es führt die Gedanken zurück in ferne, ferne Zeiten^ die man längst dem Ge­ dächtnis entschwunden glaubte, und laßt Per­ sonen und mit denselben verknüpfte Begeben­ heiten, an die man jahrelang nicht mehr Zeit gehabt hatte zu denken, wieder lebenswarm und in alter Frische in unserer Erinnerung erwachen. Noch nie z. B. lebte das Andenken an die Seit meinet Kindheit und ersten Zugend so deutlich in meiner Seele, wie jetzt in den Tagen des Alters. Und heute — als ich am Fenster stand und in den lachenden Maien»norgen hinaussah, da war es mir, als wäre ich noch einmal jung geworden, als erlebte ich noch einmal jene schöne, unvergeßliche Stunde, in der ich! Deinem Vater die Hand zum Lebensbunde reichte." .Ihre Stimme hatte einen weicherh weh­ mütigen Klang angenommen, und ihre Augen erstrahlten in feuchtem Glanze. "Und dann," fuhr sie fort, "zur Wirklich­ keit erivacht, sah ich hinauf in die leuchtende, blaue Unendlichkeit und fragte mich, ob mein guter Zelter dort oben im Himmelslicht wohl auch noch die Erinnerung an jene schöne Zeit unseres gemeinsamen Erdenwallens bewahrt . hätte, ob er wohl heme herniedersähe auf. mich,, »und. wie lange ich ^noch, ausharren müßte,, ehe es ßinS vergönnt sein wird, dort oben in jenen lichten Höhen ein fröhliches Wiedersehen zu feiern." "Aber Muttchen —-!" rief der Justizrat vorwurfsvoll. "Ja, ja — mein Sohn, das ist doch einmal so im Laufe der Welt. Wer ( em so hohes Alter erreicht hat wie ich — 74 Jahre — dem steht es wohl an, sich nach der himmlischen Heimat zu sehnen." I "Großmütterchen —!" mahnte nun auch Feodora mit leisem Vorwurf. "Wie kannst Tu nur so reden? — Weißt Du denn nicht, daß Onkel Richard und ich Dich noch lange nicht entbehren, Dich gar nicht missen können! — Und wenn Tu das nicht weißt, der gute Großvater weiß es gewiß; er wird unser Für­ sprecher sein, daß Gottes Güte Dich uns noch recht lange erhält!" 1 "Tu liebes Kind! — Ach ja, ich bleibe auch noch gern bei euch — möchte ja noch so gern Dich glücklich sehen, Dir noch so gern —" Sie vollendete den angefangenen Satz nicht, aber ihre Hand fuhr liebkosend über Feodoras Wange, über ihr goldschimmerndes Haar, und ihre Blicke ruhten sinnend auf dem Antlitz der Enkelin. Tann lachte sie schelmisch. »Ich' glaube, Deine Gegenwart ist es, Du Herzensftnd, die es mir alten Frau angetan hat, so daß mich wieder und immer wieder von neuem im späten Alter wunderselige Träu- me aus der Jugendzeit umspinnen. Ach, Rein­ stein — mein liebes, altes Reinstein!" seufzte sie leise. "O, Mutter — da fällt mir etwas ein!" rief der Justizrat. "Ich habe heute in Rein­ stein zu tun. Tas Wetter ist herrlich für eine Spazierfahrt — willst Tu mich mit Fee be­ gleiten?" Ein sonniges Lächeln verschönte das welke Antlitz der Greisin. "Gern, mein Sohn, wenn Tu uns mit­ nehmen willst. Wir besuchen dann, während Tu im Schloß zu tun hast, Pastor Walters und die Gräber unserer Lieben, nicht wahr/ Fee?" "Tas ist ein herrlicher Gedanke, Onkel Richard!" jubelte diese. "Und ich freue mich besonders Deinetwegen, Großmütterchen, daß Tu heute an diesem schönen Gedenktage, Dein liebes, trauliches Pfarrhaus wiedersehen sollst." Frau Marlitz nickte ihr lächelnd zu. Tann ergriff sie den Maiglöckchenstrauß und sagte: "Ter soll mit uns gehen, Fee — den wollen wir dem Großpapa und Deinem Müt­ terlein als Gruß bringen! Maiglöckchendüste empfingen uns, als wir heute vor 53 Jahren als glückliches junges Paar in das Reinsteiner Pfarrhaus unsern Einzug hielten," fügte sie dann leise wie in stiller Andacht hinzu. t (Fortsetzung folgt.* . x</p>
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          <p>Der Krieg. Aus dem Westen kam nur die kurze Nach­ richt, daß, die Engländer versuchten, den von unsern Truppen bei St. Eloy ihnen abgenom­ menen Schützengraben wieder zurückzugewin­ nen. Sie wurden mit blutigen Köpfen abge­ wiesen. Im Osten geht es rüstig vorwärts. Der Bericht betont ausdrücklich, daß die Verfol­ gungskämpfe fltt unb jenseits der ostpreußischen Grenze einen sehr günstigen Verlauf nehmen. Tie Fassung dieses Berichtes zeigt, daß unsre Truppen dort in den bisherigen Erfolgen un­ unterbrochen neue anfügen können. Rasche Fortschritte machen auch die Ope­ rationen in Polen nördlich der Weichsel. Vor Tagen .noch- in Sierpe, sind unsre Truppen jetzt bereits in Bjelsk und Plozk und somit bis nn die Weichsel vorgestoßen. Hierbei sie­ len ihnen auch 1000 Russen als Gefangene in die Hände. Wieder einmal muß sich die deutsche Hee­ resverwaltung gegen die Auslandslügen weh­ ren, die von "unermeßlichen Verlusten der Teutschen b. Bolimwv anfangs Febr. zu berich­ ten wußten. Es wird hierzu konstatiert, daß unsre Verluste im Verhältnis zu dem erziel­ ten Erfolge nur geringe waren. Ueber den Sieg an den masurischen Seen hat die Oberste Heeresleitung ,nun einen zu­ sammenfassenden Bericht herausgegeben, der uns die freudige Kunde bringt, daß in den Ge­ fechten an der ostpreußifchen ,Grenze die 10, russische Armee vollständig vernichtet wurde. Ueber 50 000 Gefangene, 40 Geschütze, 60 Ma­ schinengewehre und unübersehbares Kriegsma­ terial sind in die Hände unsrer tapferen Trup­ pen gefallen. Tie Heeresleitung spricht den jungen Verbänden, die dort ihre Feuertaufe erhielten, für die bewiesene Tapferkeit volle Anerkennung aus. Unter unsres Hindenburgs Leitung haben sich Generaloberst b. Eichhorn und General v. Below diesmal den Sieges­ lorbeer gepflückt. | Ter 18. Februar ist vor der Türe und immer nervöser werden die Herren English-' men. Trotz ihres anfänglichen Geschreis von einem deutschen "Bluff" wissen sie doch, daß deutschen Worten die Taten zu folgen Pflegen. Aber England will sich wehren! Richt mit fairen Waffen, o nein! Mit der Preisgabe feiner Flagge und seiner Herrscher­ stellung auf dem Meere. Tie Katze verkriecht sich vor betn "Ratten" Churchills. Es will seine Kaufsahrer armieren und sie zu Frank­ tireuren zur See machen. Selbst die Schutz­ zeichen fremder Schiffe will es nachmachen, und die Planken seiner Schiffe mit den Farben der Neutralen bemalen. Damit sind den Letz­ teren die einzig noch! verbleibenden Schutz­ mittel genommen. Tie kurzsichtigen Englän­ der bedenken nicht, daß sie sich dadurch selbst die letzte Möglichkeit nehmen, neutrale Zu­ fuhren zu erhalten. Bei dem einsetzenden Kampfe bis aufs Messer wird kaum viel Fe­ derlesens gemacht werden. Tie Neutralen sind gewarnt, ein ganz bestimmtes Gebiet zu be­ fahren. Tun sie es dennoch, so tun sie es auf eigne Gefahr. Wir haben eine alte Rech­ nung mit England zu begleichen. Wir haben Strömte von Blut zu rächen, die in den von engsischer Habgier angezettelten Kriegen der letzten Jahrhunderte geflossen sind, und nicht nur deuffches Blut. Wir wollen die Welt von ihrem Vampyr befreien. Und darum drauf mit allen zu Gebote stehenden Kriegsmitteln, mögen auch. Englands Kanonenllieferanten Ze­ ter und Mordio schreien. Temtschlands Ge­ schichte soll nicht durch fremde Profitjäger be­ stimmt werden. Tie Oesterreicher haben mehrere Angriffe der Russen in den ^Karpathen zurückgewiesen und hierbei 400 Gefangene gemacht. In der Bukowina hat das Gros -der österreichischen Armee bereits die Serethlinie überschritten und den Pruth erreicht. . Es wird sich daher' wohl nur noch um Tage handeln, bis die Bu­ kowina völlig vom Feinde gesäubert ist. . Gestern nachmittags wurde berichtet:</p>
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          <p>siNärschen ,unb Gefechten gegen einen zähen Gegner sind über alles Lob erhaben. Ter Generalfeldmarschall v. Hindenburg leitete die Operationen, die von Generaloberst v. Eichhorn und General der Infanterie dj Below in glänzender Weise durchgeführt wur­ den, .in alter Meisterschaft. Oberste Heeresleitung.</p>
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          <p>Die Kämpfe der Oesterreicher. Auszeichnung der Vemannung der "Aycsha" Tem bisherigen Kommandanten S. M. S "Ayesha", Kapitänleutnant von Mücke, wurde das Eiserne Kreuz 1. Klasse und der ganzen Besatzung des Schiffes das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Schlichtes Heldentum. Jem Obermatrosen Johann Schlüsener aus Tüsseldors wurde vom Kaiser das EiserneKreuz persönlich überreicht, weil er ein Torpedo­ boot dadurch rettete, daß er die Rohrleitung vom Oelbehälter, die abgerissen war/ fest­ hielt, wobei er sich die Hände so verbrühte, daß er ins Lazarett aufgenommen werden mußte. (SO Ein feindliches Flugzeug über Köln. Aus Kristiania wird der "Voss. Ztg.?' berichtet: ’ Von London wird gemeldet: Ein Flugzeug, wahrscheinlich ein belgisches, sei ge­ stern über Köln geflogen, um ein deutsches Militärlager zu bombardieren, es sei aber von den Tomtürmen aus stark beschossen worden und habe fliehen müssen. (SO WTB. Wien, 16. Februar, mittags. — Amtlich wird gemeldet: Tie allgemeine Situation in Russisch-Po­ len und Westgalizien ist unverändert. Es fan­ den nur Kavalleriekämpfe statt. An der Karpathenfront wird heftig ge­ kämpft. Mehrere Tag- und Nachtangriffe der Russen gegen die Stellungen der Verbündeten wurden unter großen Verlusten des Feindes, der hierbei 400 Gefangene verlor, zurückgeschlagen. Tie Aktionen in der Bukowina verlau­ fen günstig. Wir haben die Serethlinie über­ schritten und die Russen unter fortwährenden Gefechten gegen den Pruth zurückgedrängt. Südlich Kolomea, wo sich größere Kämpfe ent­ wickelten, machten wir gestern über 500 Gefangene. Der stellvertretende Chef des Generalstabes v. H ö f e r. Feldmarschalleutnant.</p>
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          <p>BogesentämIPfe. Bafel, 16. Februar. Sonntag morgens entbrannte ein heftiger Kampf auf der Höhe des Lungenfeldkopfes zwischen dem Großen und Kleinen Belchen. Hier versuchten die franzö­ sischen Truppen einen Vorstoß gegen Bühl und Gebweiler. Bei Lautenbach, Zell und Linthul ist es zu einem Nahkampf gekommen, bei dem .sich die Franzosen gegen die Orte Nieder- und Obersengern und Remspach zu­ rückgezogen. Tie beiden letzteren Orte wur­ den von den Deutschen nach hartnäckigem Kampf besetzt. Tas lange und beschwerliche Gefechten war sehr verlustreich. Ein Trupp von etwa 50 gefangenen Alpenjägern wurde über Mülhausen nach Müllheim gebracht. (SO Belgischer Kriegskredit. Berlin, 15. Februar. Ter "Neuen Snrcher Seitung" zufolge eröffnet die Bank von England der belgischen Regierung einen wei­ teren Kredit von 250 Millionen Franken, so- Vom westlichen Kriegsschauplatz. daß die Schuld Belgiens an England auf 600 Millionen Franken steigt. Falsche Gerüchte über Ostende. Aus Amsterdam wird dem "Berl. LokalAnz." gemeldet: Aus Ostende berichtet der "Telegraaf": Tie Meldung, daß in Ostende Hungersnot herrsche und daß die Stadt nur noch 5000 Einwohner habe, die sich in den Kellern verborgen halten, ist unwahr. Tie Be­ völkerung Ostendes ist von 45000 auf 20000 herabgemindert, aber die Lebensmittelversor­ gung ist ausreichend und wird von Brügge und Gent herbeigeführt. Eine große S«hl Verwundeter hat die öffentlichen Gebäude, Ho­ tels und Villen am Strand geräumt; dort ist nur noch Militär. In der Stadt Ostende wer­ den alle Lichter um 7 Uhr ,abends gelöscht und der Straßenverkehr ist verboten. Ab und zu wirft ein Flieger Bomben auf die Stadt, es wurde aber bisher kein nennenswerter Scha­ den angerichtet. Es ist auch unwahr, daß die Eisenbahnstation abgebrannt ist. (SO</p>
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          <p>und eine Großhandelsgesellschaft geworden, die sich' sehen hassen kann. Sie beherrscht in einem großen, hochentwickelten Teile Frankreichs Han­ del und Wandel. Sie bringt die brachliegen­ den Fabriken in Gang, verwendet die Roh­ materialien und verschafft der Bevölkerung Verdicnstmöglichkeiten. Ich habe einige ihrer Betriebe besichtigt, so z. B. die im Großen und mit den besten Werkzeugmaschinen der Gegenwart — die ihr französischer Eigentümer zwar zu diesem Zwecke nicht ausgestellt hat - betriebene Herstellung von Schützenschutzschilden. Ich kann Interes­ senten die Versicherung geben, daß das Mu­ sterlager recht reichhaltig und daß die Firma bestrebt ist, sich den letzten Neuerungen des Festungs- und Stellungskrieges vielseitig an­ zupassen. Sogar ein eigner Schießplatz ist vor­ handen, um das Material und die Verbesserun­ gen auszuprobieren. Kurz, wenn hier ein Krupp ganz im Kleinen enfftehen würde, — von den übrigen Fabrikationszweigen des Kom­ pagniebetriebes erzählte ich. nichts —, so würde es ihm gn Aufträgen nicht fehlen. Jeden Tag werden hier und in einigen der anderen, über ein weites Gebiet verstreuten Anlagen der Kompagnie neue Arbeiter eingestellt. Die Löhne, welche durchs die Kompagnie bezahlt werden, wie diese ihre Geschäfte überhaupt ganz auf eigne Rechnung betreibt, sind nicht hoch; begreiflicherweise. 30 Pfennige die Stun­ de erhält der eingeborene Zivilarbeiter, aber in einem Lande, wo alles sonst tot, und bracht liegen würde, betrachten die Einwohner diese Verdienstgelegenheit als hochwillkommen. Das Angebot an Kräften übersteigt trotz der Viel­ seitigkeit der Kompagnie-"Filialen" weit die Nachfrage. Ueberall aber, in allen Betrieben, sind deutsche Soldaten die Leiter und Auf­ seher und zugleich und vor allem die Vor­ arbeiter. Mancher von ihnen ist zu Hause selbst Fabrikdirektor oder eines Handelsherrn Sohn. Mancher andre, der hier mit einer gewissen Selbstherrlichkeit und Verantwortlich­ keit einen Zweigbetrieb regiert, steht sonst zu Hause als schlichter Arbeiter an der Dreh-' bank oder der Bohrmaschine. Und immer auf's neue macht man die erhebende Bemerkung, draußen in der Front wie hier in der mitten zwischen Krieg und Heimat stehenden Etap­ penarbeit, was für ein Prachtvolles, unschätz­ bares Menschenmaterial wir Deutschen haben, wieviel angeborenes Organisationstalent und wieviel Führergeist in uns drinnen steckt und was für ein ungeheurer Unterschied zwischen dem deuffchen und dem französischen Industrie­ arbeiter besteht. Das merken die Unsrigen auch selbst. Einer, der aus seiner politischen Zugehörigkeit kein Hehl »nachte, sagte mir, als wir, ohne in die burgfriedenstörende Nähe po­ litischer Einzelheiten zu geraten, über man­ ches sprachen, was der Krieg wohl endgültig ändern werde: "Mit einem darf uns deutschen Arbeitern niemand mehr kommen: mit der französischen "Kulturüberleqenheit". Dazu haben zuviele von uns den französischen Treck und die französische Dummheit aus der Nähe kennen lernen." Durch die eifrige Instandsetzung ruhender Werke, wie sie hier von einer einzigen Kom­ pagnie betrieben wird, werden nebenbei, ohne daß dies die Absicht einer kriegführenden Par­ tei zu sein braucht, auch viele unersetzliche Vermögenswerte erhalten. Tie Maschinen, die in Gang kommen, rosten nicht. Und vor allem wird unglaublich viel Rohstoff unmittelbar für die Kriegsführung mobil gemacht. Ta lagen z. B. an einem Orte dicke Kabeldrähte tonnen­ weise, für die jetzt kein Absatz ist. Tie wer­ den dünn gezogen und zu Stacheldraht um­ gewandelt. 40 Kilometer Stacheldraht sind die Tagesleistung und das Fabrikat findet bei den Fronttruppen dank der guten Verbindungs­ gelegenheiten leichten Absatz. Eine "Speziali­ tät" waren die Schützengräbenöfen besonderer rauchloser Bauart. Hoffentlich werden wir iher nicht mehr länge bedürfen. Eine andre "Spe­ zialität" sind die "Gulaschkanonen", d. h. die Feldküchen, von denen das Kompagnieversand­ haus dank dem Zusammenarbeiten mehrerer seiner Betriebe täglich drei Stück abnahme­ fähig machen kann, und zwar zu dem erstaun­ lich billigen Preise von etwa 200 Mark, d. h. noch nicht dem zehnten Teil des Normal­ preises. Stuf der Schiffsbaüwerft sah ich, neben der nJstandsetzung von Luxusmotorbooten, die für allerlei Kriegszwecke dienen werden, eine sehr eigenartige Arbeit. Eine Anzahl von den bekannten "Zigeunerwagen", wie sie die fah­ renden Leute als wandelnde Wohnungen be­ nutzen, wurden für Heereszwecke eingerichtet. An Teilen der Front, wo nach wochenlangem Artillerieduell meilenweit kein Stein mehr auf dem andern steht, mag solch ein Wohnwagen in der sauberen und gemütlichen Herrichtung durch das Kompagnieversandhaus selbst einem höheren Stabe manchmal so anheimelnd erschei­ nen, wie bei uns zu Hause dem Kindern, die diesen wandernden Jährmarktshäusern sehn­ süchtig nachblicken, als ob hinter den kleinen Vorhängen in den grüngestrichenen Bretter­ kästen die Romantik wohne. Solches Empfin­ den hat man nun hier weniger. Aber ein­ zelne der Wagen bergen etwas köstlich Prak­ tisches, nämlich eine fahrbare Badestube. Aus einem leichtheizbaren Waschküchenofen, der in eine Ecke eingebaut ist, fließt das heiße Wasser in die vertieft in den Boden eingelassene weiße Emailwanne. Nur wer die Kriegssehn­ sucht nach einem warmen Bade kennt, kann ahnen, mit welcher Freude diese Wagen bei den Fronttruppen empfangen werden. Auf diese Erfindung kann das Kompagniewaren­ haus ein Patent nehmen. Ich kann die Ein­ richtung nur empfehlen. Wie überhaupt die ganze Firma. Aber dessen bedarf sie nicht. Sie versendet ihre Prospekte an die Fronttruppen, an die Etap­ penkommandanturen, an die Armee-Oberkom­ mandos usw usw., und dann hagelt es Bestel­ lungen. "Senden Sie uns sofort 5 Kilometer Schützengrabeneinrichtung mit allem Komfort und Zubehör." Steht sofort zum Versand be­ reit. Und dabei ist das eigentlich alles nur Nebenbetrieb. In der Hauptsache hat die Kom­ pagnie ganz andre Aufgaben zu erfüllen, und sie tut es. Sie liefert uns die 5 Kilometer Schützengrabenbedarf auf Abruf, wie sie auf Abruf die tapferen Männer liefert, die mit Sappen oder mit Drahtschere und Handgra­ naten gegen den feindlichen Schützengraben vorgehen. Und wer aus dem Kampfe zurückkehrt, der nimmt vielleicht Die Ueberzeugung mit nach Hause, daß auch die Arbeit daheim in Werkstatt und Fabrik Vaterlandsdienst ist, der deutsche Kulturpioniere erzieht. W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter.</p>
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          <p>50000 Mann an Toten und Verwundeten gu beziffern. (3-) Budapest, 16. Febr. "Pesti Hirlap" Meldet aus Bistritz: Tie russischen Gefangenen aus .den letzten Kämpfen in der Bukowina stammen in der Mehrzahl aus dem 136. und “287. russischen Infanterieregiment. Viele von ihnen sind deutsche Bauern aus dem Dongediet. (Z.) 2er russische Ministerpräsident seines Postens enthoben. Berlin, 16. Febr. Nach Mailänder Te­ legrammen werden wichtige Aenderungen im russischen Kabinett in Aussicht gestellt. Ter Ministerpräsident Goremhkin sei vom Zaren feines Postens enthoben worden und für sei­ nen Platz der Ackerbauminister Criwoschein ausersehen. Tie russischen Sozialdemokraten gegen den Krieg. Petersburg, 16. Februar. Ter Sozi­ aldemokrat Mankow wurde von der Partei aus­ geschlossen, weil er für den Krieg stimmte. Steckbrief gegen einen Neffen Tolstois. Tie Prager "Narodni Lisch" meldet aus s'Mlowitz, daß gegen den aus dem österreichi­ schen Gefangenenlager dort entwichenen russi­ schen Einjährig-Freiwilligen Grafen Michael Tolstoi ein Steckbrief erlassen wurde, in welät-ent es heißt, daß der Flüchtige im Jahre 1892 in Nikolskaja geboren wurde. Der Flüch­ tige spricht russische, französisch und deutsch. Tolstoi ist ein Neffe des berühmten russischen Momanziers Grafen Leo Tolschi. (Z.)</p>
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          <p>Serbien nnd der albanische Aufstand. Mailand, 16. Februar. Dem "Secolo" wird aus Nisch gemeldet: Hier trifft die Nach­ richt ein, die Albaner seien bei Prizrend in Serbien eingedrungen. Tie Oefsentlichkeit fragt aufgeregt: Wann werden die albanischen An­ griffe aufhören, die sich gerade in der Zeit wiederholen, da sich Serbien im schwierigen Kampfe gegen andre Feinde befindet?. (Z.) Der Krieg zwischen OesterreichUngarn, Serbien und Montenegro.</p>
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          <p>Eine Ansprache des SnltanS. Konstantinopel, 17. Februar. Ge­ stern nachmittags fand im Palast Dolmabagdfche in Anwesenheit des Kriegsministers, der Marschälle v. d. Goltz und Liman, des Ge­ nerals Bronsart p. Schellendorf und andrer hoher Offiziere die Uebergabe der Fahnen statt, Die Türkei im Kriege. die der Sultan drei Regimentern gespendet hat. Ter Sultan erschien auf der Freitreppe des Palastes, empfing die Regimentskomman­ deure und übergab ihnen die Fahnen, wobei er sagte: "Ich gebe diese Fahne in Ihre tap­ feren Hände und bitte Gott, daß ,es Ihnen vergönnt sein möge, sie unsern Vätern gleich! über den Schauplätzen Ihrer Siege wehen zu lassen. Soldaten! Meine Kinder! Gottes Bei­ stand sei mit Euch, der Geist des Propheten führe Euch!" Tic Kämpfe am Suezkanal. Konstantinopel, 15. Februar. Aus sicherer Quelle verlautet, daß der Kommandant des englischen Kreuzers "Hardrnge" seinen Ver­ letzungen erlegen sei, die er in dem Kampfe am 9. Februar erlitt, in dessen Verlauf der Kreuzer durch ein osmanisches Geschütz derart beschädigt wurde, daß er gefechtsunsähig wurde. Die Kämpfe am Schalt et Arab. Konstantinopel, 15. Februar. (Nichtamtl.) Tie Agence Milli erfährt aus Bagdad: Porgestern fand zwischen den Vorposten des linken türkischen Flügels und englischer Infan­ terie und Kavallerie ein Zusammenstoß statt. Tie englischen Truppen zogen sich unter Zu­ rücklassung von 17 Toten auf dem Kampf­ plätze zurück. Auch den Truppen des rechten türkischen Flügels gelang es, trotz des feindli­ chen Geschütz- und Maschinengewehrfeuers bis an den Tattelwald bei Korna heranzukommen. Ter Feind ist vollständig demoralisiert. Die Türken hatten nur fünf verwundete Soldaten. Bei anderen Angriffen gelang es den Türken, die kleine Festung Pirindi zu besetzen. Tabei fielen ihnen 500 Kamele als Beute in die Hände.</p>
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          <p>bewilligt und damit den Aufruhr im eignen Lande entfacht, was vielleicht ein von den Japanern beabsichtigter Nebenzweck ist, um besser "helfen" zu können. Uns kann dieser unbeabsichtigte Erfolg englischer Politik jeden­ falls nicht unlieb sein. Mit ihm schwindet der Gedanke der japanischen Hilfe, der in den Völkern der Entente noch immer falsche Hoff­ nungen genährt hat. Tie Forderungen Japans an China. Berlin, 15. Februar. Aus dem Haag wird der "Tgl. Rdsch." gemeldet: Wie hollän­ dische Bankierkreise aus London erfahren, soll die englische Regierung über 50 Kabel­ depeschen von den bedeutendsten englischen Fir­ men Ostasiens und selbst Indiens erhalten ha­ ben, in denen die englische Regierung brin* genb ersucht wird, alles aufzubieten, um die japanischen Forderungen an Ehina und den damit wachsenden japanischen Einfluß einzu­ dämmen, da große politische Verwicklungen, namentlich aber erhebliche Schädigungen dev englischen Wirtschaftsinteressen bevorstehen. Durch Schanghaier Handelsfirmen wird be­ kannt, daß ganz Südchina, ja selbst Französisch-Jndochina, mit japanischen Spionen über­ zogen werde. Es laufen wilde Gerüchte über Japans Absichten herum. In Australien habe das japanische Verlangen eine ungeheure Auf­ regung hervorgerufen. (Z.)</p>
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          <p>Tages-Uebersicht. Höchstpreise für Kartoffel. Ter Bundes­ rat hat in seiner gestrigen Sitzung ,bie Höchst­ preise für den Zentner Speisekartoffel um 1,75 Mark erhöht. Bei dem Mangel an Fut­ termittel und dem verhältnismässige niedrigen Preise der Speisekartoffel bestand Gefahr, daß der Vorrat an Speisekartoffeln in großem Um­ fange für Futter verwendet würde. Es kommt aber vornehmlich, darauf an, daß in den näch­ sten Monaten Speisekarroffel für die menschliche Ernährung vorhanden sind. In derselben Ver­ ordnung find schon jetzt Höchstpreise für in­ ländische Frühkartoffel, die in der Zeit vom il. Mai bis 15. August 1915 geerntet wer­ den, auf 10 Mark festgesetzt. Damit soll für die (Gärtner und fleinen Landwirte in der Nähe der Städte der Anreiz geschaffen wer­ den, möglichst viel Frühkartoffel zu bauen, die in den Monaten Juni und Juli für die Volksernährung zur Verfügung stehen. (Amtl.) Beschränkung per MalzverwcnVnng. Ter Bundesrat hat am Montag eine Verordnung beschlossen, die vom 1. März 1915 ab eine Einschränkung der Malzverwendung in den Bierbrauereien bringt. Im Einzelnen be­ stimmt die Verordnung, daß die Bierbrauerei­ en vom 1. März 1915 an nur noch 60 Hundert­ teile des im gleichen Zeitraum der Jahre 1912 Und 1913 durchschnittlich verwendeten Malzes verbrauchen dürfen, Brauereien unter 40Togpelzentner Quartalsverbrauch. 70 Hundertteile. Nichtverbrauchte Malzmengen dürfen über­ tragen werden. An inländischem Malz darf an Bierbrauereien nur eine nach dem Maß­ stab der gesetzlichen Einschränkung geminderte Menge geliefert werden. Für eine Ueberschreitung der zuKssigen Malzmengen sind hohe Gefängnis- oder Geldstrafen vorgesehen. — Die Verordnung tritt sofort in Kraft. Getysipeverheimlichung. Aus der nichtbayerischen Rhön wird berichtet: In einem meiningenschen Torfe hatte ein Bauer den ganzen Backofen mit gefüllten Getreidesäcken vollgesteckt. Es wurde entdeckt, und der Bauer Muhte sämtliche Säcke herqusholen. In einem andern Torfe hatte ein Schlauberger den Heu­ haufen unterhöhlt und mit gefüllten Getreide­ säcken ausgestopft. Ties war, obgleich es ganz geheim ausgeführt war, vom eignen Sohne durch eine unbedachte Aeußerung verraten worden. — In einem Orte des Kreises Hünseld wurde ein Schwein geschlachtet, in des­ sen Magen sich, trotz täglich wiederholter Mah­ nung, kein Brotgetreide zu verfüttern, nicht weniger als 22 Pfund Roggen befanden. Tas Tier war nach, Lebendgewicht gekauft und sollte nach Handelsabschluh nüchtern gewogen wer­ den. Mitlioucunnterfchlagung In Paris wird der Flugzeugfabrikant Tuperdussin, der im August 1913 wegen Betrugs und Unterschlag­ ung verhaftet wurde, sich in der nächsten Schwurgerichtssitzung vor den Pariser Geschwo­ renen zu verantworten haben. Tie Anklage lautet auf Unterschlagung von 28 Millionen Franken und Urkundenfälschung. Päpiermangcl in Warschau. "Glos Narodu" meldet auf Grund von Mitteilungen aus Warschau, daß dort in vielen Bedarfsartikeln großer Mangel besteht und daß es insbesonders an Zeitungspapier fehlt, so daß sogar das größte Warschauer Blatt, der "Kurjer Warszawski", auf farbigem Annoncenpapier gedruckt werden muß. (Z.)</p>
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          <p>Bayerische Nachrichten. König Ludwig an seine Truppe»! München, 16. Februar, König Ludwig von Bayern hat folgenden Tagesbefehl an seine Truppen erlassen: "Von Meinem Besuche bei den Truppen, bei dem Ich den größten Teil Meiner Armee gesehen habe, zurückgekehrt, drängt es Mich, Meiner braven Armee Meinen Tank zu sagen für ihre hervorragenden Leistungen und Meine Anerkennung für die vortreffliche Verfassung in der Ich, sie gefunden habe. Ich bin von hoher Beftiedigung erfüllt über das Lob und die Achtung, die der Bayer. Armee von allen Seiten gezollt wird, Ich. bin stolz aus den ausgezeichneten Ruf, den sie sich in diesem Kriege neuerdings erworben hat. Mit Vertrauen blicke Ich in die Zukunft in der festen Zuversicht, daß Meine Armee in treuer Pflichterfüllung ausharrt, bis ein glücklicher und dauernder Friede für unser Va­ terland erkämpft sein wird. jMünchen, 15. Februar 1915. Ludwig." Regelung des Mehl- und Brotoerbranches. Gestern fand in München eine Versammlung bayerischer Städtevertreter in dieser Angele­ genheit statt. Es wurde Zufuhr von Roggen nach, Bayern verlangt, die Kartoffelvorräte sollen beschlagnahmt und erhoben, die Mehl­ vorräte enteignet und Mehlverteilungsstellen errichtet werden. Ferner soll ein amtlicher Uebernahmepreis festgesetzt und amtliche Klein­ handelspreise für den Mehl- und Brotverkauf festgestellt werden. Für Kuchen soll kein Back­ verbot, doch eine Beschränkung des Mehlgehal­ tes bestimmt werden. Tie Regelung des Brotund Mehlverbrauchs bei Privaten soll durch Ausgabe von Brotkarten erfolgen. Tie Her­ stellung von Kriegsbrot (Weizenbrot nur in einfach, geformten Laibchen) mit bestimmtem Gewicht soll angeordnet werden. Qpferwilligleit der Arbeiter. In den Artilleriewerfftätten in München wurden ab 1. August bis jetzt 22 000 Mark durch die Ar­ beiter in wöchentlichen Beiträgen von 50 Pfg. und 1 Mark gesammelt, die an den städtischen Wohlfahrtsausschuß abgeliefert wurden. Unter vom Kriegszustand. Tie Bayerische Landeszeitung in Würzburg hat vor ein paar Tagen das verspätete Eintreffen des militä­ rischen Tagesberichts aus dem Großen Haupt­ quartier kritisiert. Nun ist durch Perfügung des stellvertretenden Generalkommandos des 2. Armeekorps das Erscheinen der nächsten drei Nummern des genannten Blattes auf Grund des Paragraph 4 Abs. 2 des Kriegszu­ standsgesetzes verboten worden.</p>
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          <p>Niederbayerische Nachrichten. DberfrchmMeriug, 15. Februar. (Schwerer Unfall.) Dahier war der Mesner Eichinger mit dem Fällen von Ulmen W Gries an der Isar beschäftigt. Als der letzte Stamm stürzte, geriet unglücklicherweise die 23 jährige Toch­ ter Sophie unter den stürzenden Baum und wurde schrecklich, zugerichtet. Ein Bein wurde ihr abgeschlagen und die Hirnschale zertrüm­ mert. Kurze Zeit nach dem Unglücksfall,er­ löste sie der Tod von ihren.Schmerzen. Passau, 14. Februar. (Keine Bierpreis­ erhöhung.) Dahier ist von einer Erhöhung des Bierpreises nicht die Rede. 'Passau, 15. Februar. (Reicher Fischfang.) Außer verschiedenen Fischgattungen fingen Fischer in einem Altwasser der Donau auch, 6000 Pfund Weißfische. Tie Hälfte wurde nach, Wien, die andere Hälfte nach dem Russen­ gefangenenlager in Marchtrenk verfrachtet. Passau, 16. Februar. (Von Tobsucht be­ fallen.) Der Pächter des Gasthauses "zur Sai­ lerwöhr", Kchpfhammer, eine in Eisenbahnerkreisen weithin bekannte Persönlichkeit, wurde gestern plötzlich Won Tobsucht befallen. Man schaffte ihn ins Krankenhaus, wo er heute verschied.</p>
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          <p>kurrenzwut in der Nacht vom 15. auf 16. Januar trotz des Verbots Backwaren herstellte, vom König!. Amtsgericht Bamberg zu einer Geldstrafe von 200 Mark kostenfällig ver­ urteilt. — Vielleicht gibt dies auch an andern Orten jenen Bäckern, die sich bisher an die bestehenden Verordnungen nur wenig gehalten haben, zu denken. Auch in unsrer Gegend muhte einem Bäcker sogar mit Schließung sei­ nes Geschäftes gedroht werden, um die Einhal­ tung der Verordnungen zu erzwingen. —* Die Fastnacht ist Heuer vorüberge­ gangen, ohne irgendwie in die Erscheinung getreten zu sein. Ohne jeden Lärm und ohne rauschende Festlichkeiten ist sie an uns vorbei­ gezogen, von manchem wohl nicht einmal be­ merkt, von wenigen vermißt. Wer denkt ,auch hente an derartige Possen und es ist eigent-' lich. schlimm, daß an manchen Orten erst be­ sondere Verbote ergehen muhten. Jetzt ist wahr­ lich keine Zeit für Thiel und Tanz und fidele Allotria. Sie passen nicht in den Ernst unsrer Tage, der nicht genug hervorgehoben werden kann. Was wir einzig und allein feiern wol­ len, das sind die Siege unsrer tapferen Trup­ pen, die uns mit jedem Erfolge dem End­ ziele, dem Frieden immer näher bringen. — 4 Das Kreissammelkomitee für Niederbayern schreibt uns: Das Bayer. Landeskomitee für fteiwillige Krankenpflege im Kriege macht darauf aufmerksam, daß unsre Truppen an der Front jetzt lebhaftes Ver­ langen vor allem nach Bier, Wein/ Spirituo­ sen, Mineralwasser, Essig, Käse, Hartfleisch, Tee, Kakao, Schokolade nur in Pulverform, Rauchwaren, Seifen, Kerzen und Strümpfen haben. Besonders ist Käse sehr erwünscht. Tie opferwilligen Spender des Kreises Niederbayern werden deshalb gebeten, unsren Truppen alsbald recht viele solche Waren zu­ kommen zu lassen. Ganze Waggonladungen wären bei der Abnahmestelle I des K. Bayer. 1. Armeekorps München, Liebigstrahe 25, an­ zumelden, welche die direkte Beförderung an die Truppen unverzüglich besorgen wird. Po st Pakete für die ö st erreich­ ungarische Armee. Während für unsere Feldtruppen im Westen jetzt erfreulicherweise Postpakete bis zu fünf Kilogramm nunmehr allgemein zugelassen sind, bestehen bezüglich des .Postpakete an Angehörige Der österreich­ isch-ungarischen Armee immer noch Unstim­ migkeiten, die für die Absender oftmals große Härten mit sich bringen. Wie von zuverlässiger Seite mitgeteilt wird, darf die Zollbehörde ausfuhrverbotene Waren, wie z. B. Ehwaren, Schokolade, Kakao, Tee, Zigarren, Zigaretten usw., an Angehörige der öftere "=ung. Armee; die in Garnisonen und Lazaretten sind, nicht durchlassen, obwohl die Post derartige Pa­ kete befördern würde. Andererseits darf die Zollbehörde Postpakete bis fünf Kilogramm an im Felde stehende österr.-ung. Heeresangehö­ rige sowie an deutsche Heeresangehörige, die sich bei österr.-ung. Truppen befinden, ohne Ausfuhrbeschränkung auf Grund eines Erlas­ ses des Reichskanzlers vom 23. Januar 1915 zulassen. Solche Pakete für die Feldpost wer­ den aber, wie verlautet, von der Post nicht angenommen; ausnahmsweise vielleicht PfundPakete, aber auch diese nur bei einzelnen Post­ ämter n. Es scheinen demnach über die Ausleg­ ung des Reichskanzler-Erlasses vom 23. Januar 1915 über die Versendung von Feldpostpaketen nach Oesterreich-Ungarn bei den zuständigen Behörden noch Unstimmigkeiten zu herrschen, deren baldige Behebung im Interesse der bra­ ven Soldaten sehr Wünschenswert wäre. • * * Tie Wohltätigkeits-Veranstaltung des Fvaucut irreins vom Roten Kreuz, am Montag im Prunkfaale des Rathauses bot einen beson­ deren Genuß. Wenn schon die Kunst im all­ gemeinen, speziell die Musik eine echte, wahre Trösterin ist, wo Worte fehlen, so ist es ins­ besondere ein Bttveis dafür, daß die Psyche des Teutschen selbst unter den herbsten Opfern ihren Zusammenhang mit der Musik nicht ver­ loren hat, wenn selbst unsere "Feldgrauen" sich in den Dienst der Kunst stellen, um einem der edelsten Institute, "dem Roten Kreuz", Mittel zufließen zu lassen. So haben auch Männer, die schon seit längerer Zeit die Leyer mit dem Schwerte vertauscht haben und beim hiesigen Landwehr-Bataillon eingerückt sind, ihre Mitwirkung zu der Veranstaltung zuge­ sagt. . Tie Vortragsreihe eröffnete Herr Brandl mit Stimmungsbildern auf dem Klavier. In der klaren Verarbeitung der Themen lernten wir einen jungen, begabten Jmprovisationskünstler kennen, der sich auch später als fein­ fühlender, musikalischer Begleiter auszeich nete. Herr Bizefeldwebel Ehrkl überraschte durch das mit großer Bravour vorgetragene Violin­ konzert pon Beriat. Sein warmes Empfin­ dungsvermögen, sein weicher Ton bot speziell in den lyrischen Stellen eine treffliche Leistung. Seine Technik ist ebenso durchgebildet und be­ sitzt Temperament. In dem Intermezzo aus Cavalleria Rusticana von Mascagni erfreute er durch eine gewisse schlichte Größe und ein innerlich gerichtetes Spiel. Ter Künstler fand sehr lebhaften Beifall. Unsere einheimische Pianistin Frl. Zieste be­ gleitete Herrn Ehrkl in ausgezeichneter Weise. In Herrn Wedelich lernten wir einen stimmbegabten Tenor kennen. Tie Arie aus dem Elias und Evangelimann sang er mit großer Innigkeit und hingebendem Bortrag. In den beiden Liedern "Ter Sieger" von Kauer und der "Morgenhymne" von Henschel verband er mit der Wärme der Empfindung auch eine dramatische Gestaltungskraft, die den Texten einen ergreifenden Ausdruck verlieh. Eine angenehme Bereicherung fand das Programm durch das Auftreten von Frl. Joachim aus München. In der Arie und dem Gebet aus Tannhäuser wie in den fol­ genden Liedern von Hugo Wolf konnte die Sängerin ihre treffliche Schulung, ihre weiche/ liebliche Stimme entfalten. Sie erfreute sich eines großen Beifalles. Neben der ernsten Kunst bot Herr Grübet durch seine Zauberkünste eine besondere Ab­ wechslung. Ter Künstler hat in allen großen Städten einen ausgezeichneten Ruf und wußte auch sein Publikum zu ergötzen. Es dankte durch rauschenden Applaus. Während der Veranstaltung ergriff Herr K. Landgerichtsdirektor Oberhofer das Wort, um in warrmer, zu Herzen gehender Rede den Künstlern für die uneigennützige Indienststel­ lung den Tank des Frauenvereins vom Roten Kreuz auszudrücken. Ta *oer Saal dicht besetzt war, dürfte auch das finanzielle Ergebnis des äußerst wohlgelungenen Abends ein ausgezeichnetes sein.</p>
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          <p>Letzte Posten. Tic Kollettivaulcihc des Trciverbanvcs ge­ scheitert. Haag, 16. Februar. Reuter meldet: Tas Projekt einer Kollektivanleihe des Dreiver­ bandes von 15 Milliarden ist endgültig geschei­ tert. Lloyd George teilte mit, daß die Kriegs­ ausgaben der Verbündeten int Jahre 1915 mindestens 40 Milliarden Mark erreichen wür­ den. Der britische Anteil werde etwa unk 100 oder 150 Millionen Pfund größer sein als der von einer der andern Großmächte aus-zugebend^ Betrag. Tie Verbündeten bekämpfen' die gesamte mobilisierte Kraft Teutschlands mit weniger als .einem Tritte! ihrer eigenen Kraft. China und Japan. Genf, 17. Februar. Französische Blät­ ter melden, China sei bereit, wirtschaftliche Zugeständnisse an Japan zu machpn, werde aber die japanischeir Forderungen, die die chi­ nesischen Hoheitsrechte in Frage stellen, ab­ weisen fiZ.) schen befolgt worden. Nach den gemachten Er­ fahrungen sind es nur noch wenige, die aus kleinlichen, wenig Verständnis zeigenden Ur­ sachen ihr Goldgeld immer noch zurückbehalten. Anstatt des Goldgeldes ist jetzt viel mehr Pa­ piergeld im Umlauf als ftüher. Es wird aber mit Bedauern die Wahrnehmung gemacht, daß die als Zahlungsmittel geltenden Papierscheine nach kurzem Umlauf in einem recht unschönen Zustand sind. Tie Zahlenden und Empfänger haben sicherlich Interesse daran, nur tadellos schöne und saubre Scheine in der Hand zü haben. Wie zeitraubend es ist, die oftmals zusammengelegten oder gar zusammengeroll­ ten Scheine zu ordnen und in einen brauch­ baren Zustand zu versetzen, davon können die Beamten mit größerem Schalterverkehr erzäh­ len. Für die Behandlung der Papierscheine kann unser Bundesland Oesterreich und auch Italien, in welchen Ländern das Papiergeld den Tagesverkehr beherrscht, uns als Muster dienen. Tort führt Jedermann, auch der ein­ fache Kutscher ein besonderes Täschchen für Papiergeld mit sich, weshalb auch dort die im Umlauf sichl befindlichen Scheine meistens in tadellosem Zustande sind, da ein mehrfaches Zusammenlegen per Scheine vermieden wird. Nicht bloß aus schönheitlichen und gesunds heitlicheu Gründen, sondern auch aus patrio­ tischem Pflichtgefühl sollte es sich jedermann angelegen fein lassen, bei Behandlung des Papiergeldes eine etwas größere Sorgfalt zu beachten, da es sonst Widerwillen erregt. — Nochmals: Schonet das Papiergeld! (Vgl. In­ serat "Papiergeld!" der Deutschen Leder­ warenindustrie, Berlin in unsrer heutigen Nummer).</p>
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          <p>Inserate.</p>
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