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      <titleStmt>
        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1915-02-22"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">68. Jahrgang Nr. 41</biblScope>
          <date when="1915-02-22">1915-02-22</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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      <editorialDecl>
        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
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          <p>Am Samstag nachmittags wurde berichtet: Bericht des deutschen Hauptquartiers. vor allem die Hauptsache, daß Rumänien keine Lust zeigt, sich zu Rußlands Vasallen ge­ brauchen zu lassen. In Japan Wächst die kriegerische Stim­ mung an. Tie Kriegsvorbereitungen werden mit Hochdruck betrieben. Japan läßt sich, wie es scheint, durch nichts davon abhalten, feitt Ziel, die Hegemonie über China und die ost­ asiatischen Gewässer, unter allen Umständen zu erreichen. , Am Samstag nachmittags wurde berichtet: Bericht des deutschen WqiMrtiers. WTB. Berlin, 20. Februar. Mittags. (Großes Hauptquartier.) Westlicher KrieMiuM. Zn der Champagne nördlich Perthes und nördl. lesMenilles griffen gestern die Franzo­ sen mit starken Kräften an. Alle Versuche des Gegners, unsre Linie zu durchbrechen, scheiterten. An einigen kleinen Stellen gelang es ihnen, in unsere vordersten Gräben einzudrin­ gen. Tort wird noch gekämpft. Fm übrigen wurde der Gegner unter schweren Verlusten zurückgeworfen. Auch nördlich Verdun wurde ein fran­ zösischer Angriff abgeschlagen. x Bei Combres machten die Franzosen nach! heftiger Artillerievorbereitung erneute Vor­ stöße. Ter Kampf ist noch im Gange. In den Vogesen nahmen wir die feind­ liche Haupfftellung auf den Höhen östlich Sul­ zern in einer Breite von 2 Kilometern, sowie den Retchsackerkops westlich Münster, im Sturm. Um die Höhen nördlich Mühlbach wird noch gekämpft. Metzeral und Sondernach wurden nach Kämpfen von uns besetzt. Sestücher Kriegsschauplatz. In der Gegend nordwestliche Grodno uttd nördlich Suchawola ist keine wesentliche Aen­ derung eingetreten. 0 Südöstlich.Kolno ist der Feind in die Vor­ stellung von Lomza zurückgeworfen. Südlich Mhszyniec und nordöstlich! Praß­ nhsz und östlich Racionz fanden Kämpfe von örtlicher Bedeutung statt. Südlich der Weichsel nichts Neues. Oberste Heeresleitung.</p>
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          <p>Vom östlichen Kriegsschauplatz. Tie "vergrabene" Rcgimcntstasse. Bon dem rätselhaften Verschwinden ,einer russischen Regimentskasse mit 60 000 Rubel weiß der Korrespondent der "Daily News" zu berichten. Die Kasse soll, da sie nicht mehr zu retten war, in der Nähe der Grenze vergrabSn worden sein, jedoch sind die Zahlmeister und die beteiligten Soldaten auf der Flucht gefallen oder gefangen genommen worden. (Z.)</p>
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          <p>Der Krieg. wurden, konnten die Oesterreicher wieder 750 Mann an Gefangenen machen. Tie Türken haben einen Angriff einer englisch-französischen Flottenabteilung auf die Tardanellenforts energisch abgewiesen und dem Feinde schweren Schaden zugefügt. Der 18. Februar hat bereits drei Opfer gefordert, die bis jetzt bekannt geworden find. Ein englisches Militärtransportschiff mit 2000 Mann Truppen, ferner der englische Damp­ fer "Cambanc" und der französische Damp­ fer "Tinorah" wurden torpediert. Pur der letztere konnte schwer beschädigt den rettenden Hafen erreichen. "Cambanc" wurde in der iri­ schen See in den Grund gebohrt, der Mp litärtransport im Kanal. Tie Emgländer wer­ den also auch hieraus ersehen, dcrß.unsre Un­ terseeboote tatsächlich überall um ihre Insel zu finden find. Sie haben auch hier versucht, ihr bis jetzt wirksames Mittel, das Geld zur Abwehr anzuwenden. Sie haben, weil sie sich selbst nicht zu helfen wußten, Prämien auf die Köpfe unsrer Tapferen unsrer Untersee­ boote ausgesetzt. So wie man früher vielleicht Prämien auf den Kopf eines Räubers aus­ setzte. Nun, von den Engländern ist man ja die Art der "modernen Kriegführung" gewöhnt. Sie, die Verfechter des Völkerrechtes, dieKämfer für das Recht haben ja auch in Kamerun wie unzweifelhaft festgestellt ist, einen Preis von 50 Schilling auf d ett Kopf jedes deut­ schen gesetzt und die Eingeborenen hierdurch zu Mord und Todschlag angereizt. Und .Ver­ treter dieser Nation laufen bei uns noch frei herum und beschweren sich über "polizeiliche Schikanen", weil sie sich jeden Tag bei der Po­ lizei anmelden müssen. Italien gibt dem Dreiverband wieder Rät­ sel zu lösen auf. Noch in .den letzten Tagen verkündete die Ententepresse freudestrahlend, daß der Beginn der Tagung der italienischen Kammer d er Zeitpunkt des Eintrittes Italiens in den Kampf sein werde. Alle möglichen Kronzeugen wurden hierfür aufgerufen. Tie Erklärung Salandras war ein kalter Wasser­ strahl auf die heißeu Wünsche der Entente­ brüder und schon zeigt sich der Kampf, der sich bei Berührung von Feuer und Wasser bildet und lädt sich in gistgeschwollenen .Ar­ tikeln auf Italien ab. Trotz allem hält Ita­ lien an feiner Neutralität fest, das ist wenig­ stens für jetzt festgestellt und damit wollen wir uns vorläufig genügen lassen. Rumänien, auf.das Rußland so fest gebaut hatte, wendet sich, anscheinend von Rußland ab und.die russische Presse konstatiert bereits in elegischem Tone, es bestehe kein Zweifel mehr, daß Rumänien sich den "Feinden Ruß­ lands" zugesellt habe. Auch hier ist für uns vor allem die Hauptsache, daß Rumänien keine Lust zeigt, sich zu Rußlands Vasallen ge­ brauchen zu lassen. In Japan Wächst die kriegerische Stim­ mung an. Tie Kriegsvorbereitungen werden mit Hochdruck betrieben. Japan läßt sich, wie es scheint, durch nichts davon abhalten, feitt Ziel, die Hegemonie über China und die ost­ asiatischen Gewässer, unter allen Umständen zu erreichen. Aus dem Westen meldet der Bericht un­ seres Generalstabes am Samstag von neuen Angriffen der Franzosen in der Champagne, die jedoch sämtlich scheiterten und dem Gegner schwere Verluste brachten. Auch nördlich Ver­ dun wurde ein französischer Angriff abge­ schlagen. Bei Combres waren noch Kämpfe im Gange. In den Vogesen konnten den Fran­ zosen zwei Kilometer ihrer HaUptstellung öst­ lich Sulzern abgenommen werden, ebenso der Reichsackerkopf westlich Münster, der irrt Sturm genommen wurde. Metzeral und Sandernach wurden besetzt. Gestern wurde berichtet, daß ein feindliches Schiff an der Küste gestrandet äst und feindliche Torpedoboote tim» der Be­ schießung Reißaus nahmen. Bei Apern wur­ den zwei feindliche Schützengräben genommen, ßtt der Champagne dauern die Kämpfe noch an. Bei Combres wurden neue Angriffe ab­ geschlagen und 2 Offiziere und 125 .Mann ge­ fangen. In d ett Vogesen konnten unsre Trup!pen den Angriff vorwärts tragen und neue Erfolge erringen, indem sie südlich Sulzern starke Terraingewinne dem Gegner abrangen. Im Osten wurde der Feind von Kolno in die Vorstellung der Festung Lomza zurückge­ worfen. Auch bei Mhszyniec und Praßnhsz fanden Kämpfe statt. Ter Rückzug der Russen ist also auf der ganzen ostpreußischen und nordpolnischen Linie erfolgt. Im Gouverne­ ment Suwalki stehen unsre Truppen vor der Festung Grodno, in Nordpolen unweit des Festungsbereiches von Ossowiec und Lomza, und auch weiter im Süden rücken die deutschen Truppen gegen die übrigen Narew-Festungen vor. Nur von Myszhniec, Praßnhsz und Raciewz werden ttod), Kämpfe von örtlicher Be­ deutung gemeldet. Es scheint, daß hier noch kleine russische Abteilungen dem deutschen Vor­ marsch sich entgegengestellt haben. Lange wer­ den sie ihn allerdings nicht aufzuhalten per­ mögen. Tie Oesterreicher drängen auf ihrem, rech­ ten Flügel den Russen scharf nach. Durch die Besetzurch von Kolomea und Czernowitz ist der ganze Pruthabschnitt in ihren Besitz ge­ langt. Tie Russen haben anscheinend alle ver­ fügbaren Verstärkungen auf dieser Front her­ beigeholt, mit denen die Kämpfe noch bei Nadworna andauerten. Tie Russen wurden aber auchi hier bereits auf Stanislau zurückgedrängt. In den Karpathen wird noch überall gekämpft. Um die von den Oesterreichern bei Tarnow und am Tunajec eroberten Stellungen wurde erbittert gekämpft, die Russen aber zurück­ geschlagen. In den Kämpfen in ben Karpathen, in denen mehrere .russische Angriffe unter schwe­ ren Verlusten .des Gegners zurückgeschlagen</p>
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          <p>Zn der Champagne nördlich Perthes und nördl. lesMenilles griffen gestern die Franzo­ sen mit starken Kräften an. Alle Versuche des Gegners, unsre Linie zu durchbrechen, scheiterten. An einigen kleinen Stellen gelang es ihnen, in unsere vordersten Gräben einzudrin­ gen. Tort wird noch gekämpft. Fm übrigen wurde der Gegner unter schweren Verlusten zurückgeworfen. Auch nördlich Verdun wurde ein fran­ zösischer Angriff abgeschlagen. x Bei Combres machten die Franzosen nach! heftiger Artillerievorbereitung erneute Vor­ stöße. Ter Kampf ist noch im Gange. In den Vogesen nahmen wir die feind­ liche Haupfftellung auf den Höhen östlich Sul­ zern in einer Breite von 2 Kilometern, sowie den Retchsackerkops westlich Münster, im Sturm. Um die Höhen nördlich Mühlbach wird noch gekämpft. Metzeral und Sondernach wurden nach Kämpfen von uns besetzt. Westlicher Kriegsschauplatz.</p>
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          <p>In der Gegend nordwestliche Grodno uttd nördlich Suchawola ist keine wesentliche Aen­ derung eingetreten. 0 Südöstlich.Kolno ist der Feind in die Vor­ stellung von Lomza zurückgeworfen. Südlich Mhszyniec und nordöstlich! Praß­ nhsz und östlich Racionz fanden Kämpfe von örtlicher Bedeutung statt. Südlich der Weichsel nichts Neues. Oberste Heeresleitung. Oestlicher Kriegsschauplatz.</p>
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          <p>Gestern nachmittags wurde berichtet: WTB. Berlin, 21 .Februar. Mittags. (Großes Hauptguartier.) Westlicher Kriegsschauplatz. Bei Nieuport lief ein feindliches Schiff anscheinend Minensuchschiff auf eine Mine und sank. Feindliche Torpedoboote verschwanden,als sie beschossen wurden. An der Straße Gheluvel -Ipern, sowie am Kanal südlich Ipern nahmen wir je einen feindlichen Schützengraben. Einige Gefangene wurden gemacht. In der Champagne herrschte gestern nach den schweren Kämpfen der vergangenen Tage verhältnismäßig Ruhe. Bei Combres wurden drei mit starken Kräften und großer Hartnäckigkeit geführte französische Angriffe unter schweren feindli­ chen Verlusten abgeschlagen. Wir machten 2 Offiziere und 125 Franzosen zu Gefangenen. In den Vogesen schritten unsere Angriffe weiter vorwärts. In der Gegend südöstlich Sulzern nahmen wir Hohrodberg, die Höhe bei Horod und die Gehöfte Bretzel und Widen (Tal).</p>
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          <p>Oestlicher Kriegsschauplatz. Auch gestern ist in der Gegend nordwest­ lich Grodno noch keine wesentliche Aenderung eingetreten. Nördlich Ossowiece, südöstlich Kolno und auf der Front zwischen Praßnhsz und Weichsel, östlich Plock nehmen die Kämpfe ihren Fort­ gang. : In Polen südlich der Weichsel nichts I neues. Oberste Heeresleitung.</p>
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          <p>Gestern früh wurde berichtet Unsere Unterseeboote an der Arbeit. Ein englischer Truppentransport im englischen Kanal versenkt. Hamburg, 20. Febr. Tie "Hambur- 1 "ger Nachr." melden aus Stockholm: I Ein englischer Militärtransport von 2000 I Mann ist nritsamt dem Transportdampfer im J Englischen Kanal versenkt worden. I "Göteborgs Astonbl.", das diese Meldung I erhielt, verbürgt sich für die Zuverlässigkeit I der Quelle. I</p>
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          <p>Noch ein englischer Dampfer torpediert. Liverpool, 20. Februar. Ter Dampfer I ,Cambanc", der sich auf der Fahrt von I Cardiff nach Liverpool befand, wurde auf der I Höhe der Insel Anglesey von einem deutschen I Unterseeboot ohne Warnung torpediert. 3 I Mann der Besatzung wurden durch'die Erplo- I fioit getötet, zwei Mann die über Bord spran- I gen, ertranken. Die übrige Besatzung wurde j gerettet. " 1</p>
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          <p>Die Kämpfe der Oesterreicher. WTB Wien, 2). Febr. Amtlich wird | unterm 20. Februar mittags gemeldet: In Russisch-Polen hielt auch gestern verstärktes Geschützfeuer an. Um die von uns eroberten russischen Vorstellungen im Raume südlich Tarnow und am Tunajec entwickelten sich. hef­ tigere Kämpfe. Tie Gegenangriffe des Feindes wurden mehrmals blutig zurückgeschlagen. An der Karpathenfront ist die allgemeine Situation bis in der Gegend Whskow unver­ ändert. Es wird nahezu überall gekämpft. In Südgalizien konnte der Feind die starken Stellungen nördlich Nadworna nicht behaupten. Ten letzten entscheidenden Angrif­ fen ausweichend, zog er in der Richtung auf Stanislau ab, verfolgt von unserer Kavalle­ rie. Der stellvertretende Chef des Generalstabes v. Höf er. Feldmarschalleutnant.</p>
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          <p>Heute früh wurde telefonisch gemeldet: Die Kämpfe der Oesterreicher. WTB. Wien, 21. Februar, mittags. — Amtlich wird gemeldet: Tie Situation in Polen und Westgalizien ist im allgemeinen unverändert. Ter gestrige Tag verlief ruhiger. In den Kämpfen an der Karpathenfront von Tukla bis Whszkow wur­ den wieder mehrere russische Angriffe unter schweren Verlusten des Gegners zurückgeschla­ gen, der hierbei auch 750 Mann an Gefangenen verlor. Tie Dperationen südlich von Dnjestr schrei­ ten weiter fort. In der Bukowina herrscht Ruhe. Ter stellvertretende Chef des Generafftabes: v&gt;Höfer, Feldmarschalleutnant.</p>
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          <p>Englische Gemeinheit. Köln, 21. Februar. Nach einer Mel­ dung der "Köln. Ztg." erklärte der Kapitän eines holländischen Schiffes in Rotterdam, die britische Regierung habe ihm 100 000 Pfund anbiete nlaffen, falls er fein Schiff versenke und sodannnach Rotterdam melde, das Schiff sei durch x ein deutsches Unterseeboot gesunken. Tie Schirffspräwien. An der Rotterdamer Börse stiegen die Ge­ fahrsprämien von Schiffen von und nach Eng­ land in den letzten Tagen bedeutend, für neut­ rale Schiffe um mindestens 50 Prozent und für englische Schiffe um mindestens 100 Pro­ zent und mehr. (Z.) Briese zwischen den Stiefelsohlen. In Fvlkestone wurde der Italiener Pas­ cal Santoro zu zwei Pfund Sterling Geld­ strafe verurteilt, weil er Briefe zwischen den Sohlen seiner Stiefel einzuschmuggeln ver­ suchte. Ter Angeklagte sagte aus, die Briefe seien für eine englische Firma. Er habe sie vor den Teutschen verborgen, als er Brüssel verließ. Teutschland und Amerika. Tie "Franks. Ztg." erfährt aus London: Ter Korrespondent des "Daily Telegraph" in Washington teilt mit, daß nach einer Konferenz zwischen dem , deutschen Botschafter Grafen Bernstorf und dem Minister Bryan und nach einer Konferenz zwischen Wilson und Bryan es sich gezeigt habe, daß Deutschland den ge­ heimen Befehl gegeben habe, kein amerika­ nisches Kauffahrteischiff in der bezeichneten Kriegszone anzugreifen. Tie Stimmung im Weißen Hause ist daher sehr verändert; die Unruhe macht einem Optimismus Platz. (Z.)</p>
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          <p>Vom westlichen Kriegsschauplatz. Tie Kämlpfe im Westen. Aus dem Haag meldet die "Tgl. Rdsch.": Gegen die englischen Stellungen bei La Bässee wurden am vergangenen Mpntag von den deut­ schen Truppen heftige Angriffe unternommen. Unter einem Hagel oon Geschossen stürmte die deutsche .Infanterie und drang in die engli­ schen Laufgräben ein. Es kam zu einem furcht­ baren Kampfe mit blanker Waffe. Die Eng­ länder konnten, obwohl,sie sich mit großem Mute wehrten, dem deutschen Ansturm nicht standhalten und verloren eine große Anzahl von Schützengräben. Ihre Verluste sollen sehr groß gewesen sein. (Z.) Tlie belgischen Flüchtlinge. Paris, 21. Febr. Tas "Journal" er­ fährt durch das belgische Ministerium des In­ nern in Le Havre, daß sich 200 000 belgische Flüchtlinge in Frankreich, 300 000 in Holland und 750 000 in England aufhalten. In der letzten Zeit kehrte eine größere Anzahl Bel­ gier in die Heimat zurück. Wieder ein Teutscher bau den Franzosen erschaffe«. Berlin, 20. Februar. Einem Briefe eines in Madrid angestellten jungen Teut­ schen an einen Berliner Bekannten entnimmt die "Voss. Ztg." folgende Mitteilung: Sie werden sich. gewiß des jungen Pfleiderer er­ innern, der in Madrid bei Mercedes ange­ stellt war. Dieser brave junge Mensch wollte sich seinem Vaterlande zur Verfügung stel­ len und suchte mit einigen andern jungen Teutschen über Italien nach Deuffchland zu kommen; sie wurden aber von den Franzosen abgefangen und nach. Korsika gebracht. Von dort wollten fünf junge Teutsche, darunter Pfleiderer, entfliehen. Sie wurden alle ab­ gefaßt und das Kriegsgericht traf die Ent­ scheidung: Ter Anstifter des Fluchtplanes soll erschossen werden. Ta keiner den andern ver­ riet wurde gelost und das Todeslos fiel auf Pfleiderer. Ter tapfere junge Mann ließ sich, ohne ein Wort zu sagen, erschießen und starb so den Heldentod für sein Vaterland, ohne im Kriege gewesen zu sein. (Z.) Tie gefangenen Tuktos. Dem "Temps" zufolge überwies die Lucien de Reinach-Stiftung dem Ministerium des Aeußern 200 000 Frs. für die in Teutschland gefangenen Kolonialfoldaten.</p>
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          <p>Der Unterseebootskrieg. Ein französischer Tampfer.von einem UBoot torpediert. Paris, 20. Februar. Ten Blättern wird aus Treppe berichtet: Ein .deuffches Unter­ seeboot hat am Donnerstag ohne vorherige Benachrichtigung 16 Meilen vor Treppe den französischen Dampfer "Dinorah", der von Le Havre nach Dünkirchen fuhr torpediert. Das Schiff habe ein Leck erlitten, aber den Hafen von Treppe erreichen können. &lt;Z.) TW Minenfeld in der Nordsee. Tem "Rotterdamschen Courant" zufolge, ist das gestern abends in Rotterdam eingetrof­ fene Schiff "Arh Scheffer" in der Nordsee vie­ len Minen begegnet.</p>
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          <p>müsse auf olle möglichen Versuche Englands gefaßt sein. &gt; Es werde darauf hinarbeiten, Deutschland bei dieser Kriegführung in einen Konflikt mit neutralen Mächten zu verwickeln. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß England selbst vor dem äußersten Mittel nicht zurück­ schrecken wird tunb — da es ja in der Kunst der falschen Flaggenführung so bewandert ist — einem seiner Unterseeboote eine deutsche. Fahne aufzupflanzen und einem neutralenHandelsschiff einen Torpedo in den Bauch jagen werde, um dann diö Verantwortung auf Deutschland zu schieben. Daß es sich dabei um mehr als eine bloße Vermutung handelt, ergibt sich aus einer Zuschrift, die der "Voss. Ztg." von einem Leser zugeht. Dieser schreibt, daß er während seines Aufenthaltes in Holland vor einigen Tagen ein Gespräch zweier hollän­ discher Schiffer mitangehört habe, die sich dar­ über unterhielten: daß nach Berichten eng­ lischer Seeleute man in England schon dafür sorgen würde, daß der deutsche Unterseeboots­ krieg bgld zu einem deutsch-amerikanischen Zwi­ schenfall führe. Tie englische Admiralität werde das erste beste amerikanische Schiff durch ein englisches Unterseeboot angreifen und zum Sinken bringen lassen. Tann sollten die Deut­ schen erst einmal nachweisen, Paß das kein deutsches Unterseeboot gewesen sei. Man wird sich auch an diese Unterhaltung erinnern müs­ sen, wenn der Fall eintreten sollte. Wir wer­ den dann gerade von den Amerikanern, wenn sie sich, mit einer Beschwerde an Deutschland wenden, verlangen müssen,, daß sie den Nach­ weis erbringen, daß die Tat durch ein deut­ sches Unterseeboot begangen wurde. Ta Ame­ rika den letzten deutschen Vermittlungsvor­ schlag - wie zu erwarten war — nicht an­ genommen hat, wird seine Handelsmarine auch die Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen müs­ sen, wenn sie sich freiwillig in Gefahr begibt. Tie Fuder walten vom Militärdienst nichts wissen. Tie Times melden aus Kalkutta: Die Handelskammer von Bengalen hat der Regie­ rung eine Denkschrift übergeben, in der eine Untersuchung über den freiwilligen Militär­ dienst in Indien verlangt wird. In Kalkutta ist weder die Anzahl noch die Ausbildung der Freiwilligen zufriedenstellend. Tie Kammer spricht sich für die aUgemeine Dienstpflicht aus. Tie Handelskammer von Burma ver­ langt Dienstpflicht für alle Europäer zwischen 17 und 30 Jahren.</p>
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          <p>Der Krieg zwischen OesterreichUngarn, Serbien und Monenegro. k Französische Offiziere im serbischen .Heer. "Corriere della Sera" meldet, daß sich, im serbischen Heere jetzt zahlreiche französische Ar­ tillerieoffiziere befinden. Einige Forts seien mit schweren französischen Geschützen versehen, die auf dem Wege über Saloniki eintrafen.</p>
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          <p>Die Türkei im Kriege. Tie turne Beschießung der Dardanellen. Das türkische Hauptquartier meldet noch über den Angriff der englisch-französischen Flotte aus die Dardanellen: 8 Panzerschiffe bombardierten sieben Stunden larg die Außen­ sorts der 'Dardanellen! ohne daß diese zum Schweigen gebracht wurden. Tie Feinde feuer­ ten 600 Schüsse mit großkalibrigen und 15Zentimeter-Geschützen ab. Drei feindliche Pan­ zer wurden beschädigt, davon das Admiral­ schiff schwer. Auf türkischer Seite gab es 1 Toten und einen Leichtverletzten.</p>
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          <p>winzige Mensch Schippe für Schippe aus der zerwühlten Erde hinausgestoßen hat. Unfrei toie der Blich der sich im engen Kreise an den Berghäufungen bort taubem Kohlenkalk und an dichten Zäunen von rußschwitzenden Ichloten fängt, so ist unfrei das Volk,; wel­ ches Hier erwuchs. Es gibt eine Kohlenzeich­ nung pon Konstantin' Meunier, in der in we­ nigen Strichen dieses Erdenteiles Geist und Seele ganz aufgefangen zu sein scheint. "Feier­ abend im Boraindorfe". Stumpf und vom überlangen , Tagewerke jeder Empfindungssähigkeit beraubt, stieren vier, fünf ältere Männer, in einem Mauerwinkel auf dem Pfla­ ster hockend, auf die Dorfftraße, wo ein paar untergefaßte jüngere Leute mit müde geschlepp­ ten Körpern wandeln. Kaum vdrmag man zu erkennen, was Männer und Frauen sind. Denn sie tragen beide dasselbe männliche Ar­ beitsgewand, auch die von der Schulbank in die dumpfe Nacht der Stollen hinabgestoßenen Mädchen. Sie kennen kein jungfräuliches Fest­ gewand und keinen frohen Sonntagsstaat, des­ sen doch des Weibes Gemüt zum Erblühen bedarf, wie die Mutter Erde des Frühlings. Aber hier ward unter ätzenden Kohlenschwa­ den, der die Fenster der niedren Hütten blind schlägt, t unb die Knospen von den kümmernden Bäumen beizt, selbst der Erde ihr Frühling fremd. Mitten im perspektivischen Punkte von Meuniers Bild, sodaß er jeden Blick gewalt­ sam .auf sich saugt, tyrannisch und drohend ein ferner rauchender Schlot, dieser Men­ schen steinerner, fühlloser, Pagodenhafter Be­ herrscher, auf den sich scheu des Kindes erster bewußter Blick richtet und dem es willenlos bis zum Totenbette verschrieben bleibt. Nein, es liegt keine Wahrheit darin, wenn man die Not eines niedrigen Lebenszwanges, der Pas Dasein nie sehr wertvoll entsinken ließ, .mit der wertbwußten Aufopferung des freien Mannes vergleicht, des Soldaten, der über Pie Grenzen seiner und der Seinen Exi­ stenz dem Vaterlande dient. Ob sie das Wohl zu begreifen vermögen, die Leute im schwar­ zen Borinage, jetzig wo sie die deutschen Sol­ daten Jennen gelernt haben? Als Feinde waren sie eingerückt, damals, als ,in Westbelgien die französischen Heere, standen. Bei Charleroi wurde die Schlacht geschlagen, welche nach General Joffres schwer­ wiegender, aber etwas verspäteter Meinung die Franzosen hätten gewinnen müssen, die aber in Wirklichkeit die Franzosen aus Belgien beinahe gairz hinaussegte. Die erregten Ein­ wohner begingen den Wahnsinn, sich am'Kam­ pfe zu beteiligen, und schossen aus den Häu­ sern auf die deutschen Truppen. Ausgebrannte Straßenreihen zeugen vom Vollzüge des ver­ dienten schweren Strafgerichts. Tie Deutschen aber ließen sich nicht aufhalten. . Wie eine lleberschwemmung brausten ihre Armeen über das .Land hinweg. In immer noch unfaß- barem Staunen berichten die Einwohner da­ von, die das mitangesehen haben. Es war betäubend, .niemand konnte das niederpressende Wunder dieser Heerfahrt eines reisigen Vol­ kes begreifen, welches auszog, den frevelhaften Ueberfall auf sein friedliches Vaterland ab­ zuweisen und in welchem der letzte Troßsoldat den Rachezorn der ganzen Nation ,im Busen trug. Und dann, als man wieder zu sich kam, standen alle Räder still, und alle Hoch­ öfen waren kalt. Der Krieg hatte Feierschicht geboten im ganzen Kohlenlande westlich der Sambre. Seit Völkergedenken war es immer nur der Krieg, der hier Feiertag gemacht hat,, aber .Feiertag heißt hier Hungertag. Und in diesem Gebiete ist, als dem einzigen im ganzen okkupierten Lande, der Hunger den Einwohnern .auch wirkliche fühlbar geworden, ohne daß es möglich, war, rasch, genug ein­ zugreifen. Aber dann hat die deutsche Mi­ litärverwaltung auch! hier die Angehörigen des feindlichen Landes mit Brot versorgt, und hat begonnen, ihnen die Arbeitsstätten wieder zu öffnen. Ta die belgische Industrie kaum einen Jnlandsmarkt hat, sondern ganz we­ sentliche auf den Export angewiesen ist, so bietet ihre Wiederbelebung Schwierigkeiten, die hier im engen Rahmen gar nicht geschildert werden können. Es ist ein gewaltiges Werk Deutscher Or­ ganisationsbegabung, welches hier in unzäh­ ligen Schreibstuben geleistet wird, still, aber sichtbarlich. Tenn von den Aktenstößen der Schreibtische geht es wie ein belebender BlutstroM durch das Netz der .erkalteten Lebens­ adern, des Jndustriereviers. Der ohnmächtig gewordene Riese beginnt seine Glieder zu rekken, und es könnte fast scheinen^ als ob der Tag sich nähere^ wo alles wieder seinen alten Gang gehen wird, im Borinage und im Centre. Aber es wird picht mehr das alte Leben sein. Ueberall in den Betrieben arbeiten deut­ sche Aufseher, Werkmeister und Vorarbeiter,' und von ihnen haben die Borains, viele wohl . zum erstenmale, von der deutschen Sozial­ gesetzgebung, von Kinderschutz und Altersfürsobge vernommen, wie von lauter Märchen. Und ehe sie das vielleicht noch recht fassen koünten, hatte die deutsche Generalverwaltung in Brüssel bereits den ersten.Schritt zur Eitvführung einer Sozialgesetzgebung in Belgien unternommen. Daß die deutschen Eroberer mit solchen Gaben in das Feindesland Einziehen würden, das hat keiner von den Verblendeten ahnen können, die aus den niedergebranntem Franktireurhäusern geschossen haben. Des Hennegaus reiche und alte Geschichte ist wie von .Schlackenmassen verschüttet, wie mit dickem Ruß übertüncht. Der Abraum der gewaltigen Werfftätten dieser WalloNenprovinz hat alles zugedeckt, die Denkmäler gro­ ßer Vorzeit, wie die Narben vieler Kriege. Es ist, als ob die Bewohner an nichts den-' ken .sollten, als an die Gegenwart und ihre Arbeit. Fast wohltätig legt sich, der schwarze Rauch auf die grausamen neuen Gedenkstätten dieses Krieges, daß.sie zeitentrückt aussehen, wie ein längst -verklungener, böser Traum. Tie Natur des Landes will es selbst so, daß der Borain nur an seine Arbeit und an die Gegenwart denkt. Es ist ein merkwürdiges Volk; kaum beginnen die Betriebe wieder zu gehen, so beklagen sich die Zeitungen schon darüber, daß die deutsche Verwaltung die. Wiedereröffnung des großen Zirkus in Char­ leroi nicht gestattet. So sehr hat man hier das Empfinden für die Gebote der Kriegszeit, das Bewußtsein der Gegenwart des Krieges schon verloren. So wenig hat diese "Solda­ ten der Arbeit", wie sie die belgischen Dichter schmeichelnd nannten, ihr hartes Dasein er­ zogen. Teutsche werden es sein, die den Bo­ rains lehren, daß es eine andere Arbeit gibt, als er bisher kannte, eine freie, befteiende Arbeit. W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter.</p>
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          <p>Tages-Uebersicht. T«r Reichskanzler o. Bethmann-Hollweg ist gestern wieder in Berlin eingetroffen. Erzbischof von Litowski von Gnesen-Pofen ist am Samstag .abends 7 Uhr gestorben. Eine ernste Mahnung an die Arbeiter­ schaft. Ter kommandiernde General des 7. Armeekorps in Münster, Frhr. von Pahl, ver­ öffentlichte folgenden Erlaß: "Tie Bezirks­ kommandos werden angewiesen, die sofortige Einstellung eines jeden Arbeiters in die Trüppe zu veranlassen, der bei einer für das Heer ober die Marine arbeitenden Fabrik, Zeche, Gewerkschaft usw. die Arbeit niederlegt, oder seine Entlassung veranlaßt, um bei einer an­ deren .Firma Arbeit zu nehmen. Bedauerlicher­ weise scheinen nicht alle Arbeiter sich bewußt zu sein, wie viel von der Arbeitsleistung jedes einzelnen abhängt und wie sehr das .Vater­ land geschädigt wird, wenn Verzögerungen in der Fertigstellung der Aufträge durch. Arbeits­ niederlegung und Arbeitsstellenwechsel ein­ treten. Um den gewaltigen Anforderungen genügen zu können, die die Heeresverwaltung an die Leistungen der Industrie, der Bergbauverwaltpng und anderer Betriebe stellen muß, ist die strenge Durchführung der oben­ erwähnten Maßnahme erforderlich. Ich bringe dies zur allgemeinen Kenntnis, mit dem be­ sonderen Hinweis darauf, daß die Zurückstel­ lung vom Heeresdienst sich nur auf einen be­ stimmten Betrieb bezieht und bei jedem Ar­ beitswechsel außer Kraft tritt. Ich erwarte von der deutschen patriotischen Gesinnung der Arbeiterschaft, daß jeder dazu beitragen wird, Klagen in dieser Beziehung nicht mehr auf­ kommen zu lassen."</p>
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          <p>Ministerbegcgnungen. Ter österreichische Minister des Aeußern von Bnrian begab sich j vorgestern in Begleitung des Legationsrates I Grafen Hohos an den Sitz des Armeeoberkom- j mandos. Tort traf gestern früh auch der deut- j Reichskanzler von Beth,mann-Hollweg ein,, um ] den Besuch zu erwidern,, den von Bnrian kürz- j lich im deutschen Haupitquartier abstattete. j Eine ganze Kompmgnic als Taufpate. Bei einem Unteroffizier' deir Landwehr eines aus Braunschweigern und Hannoveranern zusam­ mengesetzten Reserve-Jnfanterie-Regiments lief die Nachricht von der Geburt zweier Knaben ein. Um ihrer Freude über das Ereignis in der Familie des Kameraden Ausdruck zu geben, bot sich dem glücklichen Vater die 10. Kom­ pagnie als Taufpate an. Nach Rücksprache mit der Mutter wurde auch vom Konsistorium die Erlaubnis dazu erteilt. Im Kirchenbuche der Heimatsgemeinde des Vaters sind daraufhin nach dem "B. T.,", alle 193 Angehörigen pn Kompagnie unter genauer Angabe des Na­ mens, des Berufes,, der militärischen Stel­ lung und des Wohnortes als Taufpaten ein­ getragen worden. Ein französischer Ballon gefunden? Aus Trier wird gemeldet: Zn dem Torfe Allenbach im Hochwald fand man eine Ballonhülle mit der Aufschrift "Verdun". Ter Korb, das Netz und die Instrumente fehlten. Whs tosten Kriegsgefangene. Tie mei­ sten Kriegsgefangenen weist zur Zeit das Land Oberösterreich, aus. So befinden sich dort in Salzburg allein rund 80000 kriegsgefangene Russen. Nachdem in Oesterreich ein solcher Gefangener die gleiche Löhnung und Verpfle­ gung wie ein Soldat erhält, sind die Kostens welche dem Staate erwachsen, ganz bedeutende. Jeder Gefangene erhält täglich 16 Heller Löh­ nung und es werden 63 Heller Verpflegung» für ihn ausgegeben. Somit beziehen diese» Kriegsgefangenen täglich 12 800 Kronen Löh4 nung, kosten 50 400 Kronen an Verpflegung sohin in Summa täglich 63 200 Kronen. Da­ bei sind aber die Verwaltungskosten und die&gt; Verwaltungskosten und die der Bewachung nicht mit eingerechnet. Tic italienischjc Kanunersitznuq. Die ita­ lienische Regierung lehnte es mit Entschieden­ heit ab, in der Kammer die auswärtige Po­ litik Italiens zur Sprache zu bringen, ^te italienische Kammersitznng hat in^Paris große Enttäuschung hervorgerufen. Abkühlung für die Hitzköpfe in Italien. Aus Mailand wird dem "Bert. Lokal-Anz.!" gemeldet: Tie Mailänder "Jtalia" erzählt fol­ gende Episode, die sich während der gestrigen Kundgebungen in Rom zugetragen hat: Eine Gruppe Interventionisten bemerkte unter dem Publikltm Gioletti und einer näherte sich dem Exministerpräsidenten und rief ihm laut zu: Es lebe der Krieg! Giolitti antwortete darauf mit der größten Gelassenheit: Armet Tumnikopf! Ter Kriegsbegeisterte machte sich un­ ter dem . Hohngelächter der Umstehenden so schnell wie möglich aus dem Staube. (Z.) Bulgarisch-griechische Reibungen? Dem Blatte "Turan" wird aus Sofia gemeldet, daß die bulgarische Regierung einen Protest gegen die Zusammenziehung griechischer Truppen an der bulgarischen Grenze überreicht und eine teilweise Mobilisierung (?) angekündigt hat, 1 wenn nicht bis Sonntag Abhilfe erfolgt sei. Ferner wird gemeldet, daß Bulgarien nicht mehr lange neutral bleibe, sondern sich nach, Mazedonien wenden werde. (Z.) Zur Lage in Rumänien. Aus Wien mel­ det die "Voss. Ztgf": In Bukarester politi­ schen Kreisen spricht man seit einigen Tagen von der Möglichkeit, eines Kabinetts CarpBratianu-Marghiloman. Carp hat in einer Ansprache geantwortet: Ich und meine Partei­ freunde treten in jede Regierung ein, die den Krieg gegen Rußland beschließt. Ich stehe auf dem Standpunkt, daß ich mit meinen 70 Jahren zu einem Altweiberbund mich nicht hergeben kann. (Z.) Tie Petersburger "Nowoje Wremja" be­ spricht den Stimmungsumschwung in Rumämänien zugunsten der Zentralmächte in einem ausführlichen Artikel und schreibt zum Schluß: "Uns bleibt nichts weiter übrig, als diese be­ dauerliche Tatsache zu konstatieren und Ru­ mänien von nun an zu unseren Feinden zu zählen. Japan und China. Aus Mailand meldet die "Tgl. Rdsch.": "Corriere bellet Sera" mel­ det aus Pekings die japanischen Staatsange­ hörigen verlassen in aller Eile Peking und China. In Schantung haben die Jäpaner mit dem Bau zweier strategischer Bahnen begon­ nen, ohne die chinesischen Behörden um eine Konzession ersucht zu haben. Aus Soeul und Port Arthur sind infolge der Kriegsvorberei­ tungen aUe Ausländer durch! die japanischen Behörden ausgewiesen, worden. (Z.) Japans Kriegsvorbercitungen. Ter Lon­ doner "Daily Chronicle" meldet: Japan trifft große militärische Vorbereitungen. Tie Wers­ ten arbeiten mit Hochdruck an der Fertipistellung der Kriegsschiffe. In den südchinesi­ schen Gewässern haben die Japaner 20000 Mann auf 16 Kreuzern eingeschifft. Etwa 70 Kriegsschiffe kreuzen beständig an der chi­ nesischen Küste. Drei Jahrgänge alter Mann­ schaften wurden mobilisiert. Für Korea ist der Belagerungszustand verhängt worden.</p>
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          <p>Bayerische Nachrichten. RefchstagSabgcordnetcr Tr. Trendel-Re­ gensburg, hat sich, obgleich! nicht militärpflich­ tig, freiwillig dem Reichsmarineamt zur Ver­ fügung gestellt und wurde als Kriegsfreiwil­ liger zur Dienstleistung einberufen. 1 Tas stellvertretende Generalkommando 1. Armeekorps gibt bekannt: Tie mit der bis­ herigen Art der Zuführung warmer Unter­ kleidung aus Den verschiedensten Quel­ len der privaten Wohltätigkeit ge­ machten Erfahrungen gehen dahin, daß mit dem kostbaren Material vielfach wenig haus­ hälterisch und zweckmäßig verfahren worden ist. Um eine gleichmäßige Verteilung herbei­ zuführen und um die Vorräte überhaupt zu schonen, werden künftig die an die Ersatztrup­ penteile zur Ablieferung kommenden Liebes­ gaben an Wollsachen nicht mehr einzelnen Per­ sonen oder bestimmten Truppenteilen zuge­ führt, sondern bei einer für den Korpsbereich zu bildenden Sammelstelle vereinigt werden, von der aus die Versorgung der mobilen Trüppen nach Bedarf erfolgen wird. Das Publikum wird ersucht, Liebesgaben an Wollsachen nicht mehr für einzelne Personen oder bestimmte Truppenteile, sondern allgemein für die Trup­ pen zu spenden, und der Sammelstelle zuzu­ führen. Tie .Sammelstelle wird noch bekannt gegeben werden. BelehrungskurS über BolkSernährung. Mit Rücksicht auf die dringende Notwendigkeit, einer kriegsgemäßen Lebenshaltung aller Schichten der Bevölkerung erscheint eine nach­ drückliche Aufklärung durch besondere Vor­ träge im Lande sehr geboten. Um die erfor­ derliche Einheitlichkeit für diese Vorträge zu sichern, die in den nächsten Wochen in den verschiedensten Orten Bayerns abgehalten wer­ den, veranstaltet der Bayer. Landesausschutz zur Fürsorgetätigkeit für die Angehörigen der Kriegsteilnehmer im Einvernehmen mit der K. Staatsregierung einen besonderen Beleh­ rungskurs für Vortragende:' Dieser Kursus fin­ det in München am 4. und 5.f März statt. Tie Vortväge haben zum Gegenstand die Er­ nährung des Menschen, den tatsächlichen Le­ bensmittelvorrat, die Art und Weise, wie diese Vorräte jetzt haushälterisch zu verwenden sind, und die besondere Aufgabe, welche hierbei der Frau im Haushalt zukommt. Im Anschluß an diese in der Universität stattfindenden Vor­ träge erfolgen nachmittags praktische Vorfüh­ rungen über die zeitgemäße Kriegsküche. In­ teressenten für diesen Kurs werden ersucht, sich an den Landesausschuß, München, Ler­ chenfeldstraße 1, zu wenden. Zur Sicherstellung von Fleischlvorraten für die Sommermonate hat der Stadtmägistrat Bamberg mit der freien Fleischerinnung ein Uebereinkommen getroffen. Hienachl verpflich­ tet sich die freie Fleischerinnung, für die Stadtgemeinde 600 Ztr. Tauerfleisch (Rauchund Pökelfleisch) zu beschaffen und bereit zu stellen. Mt der Beschaffung und Sicherstel­ lung muß sofort begonnen werden. Der ganze Vorrat muß längstens binnen 10 Wochen auf­ bewahrungsfertig bereit gestellt sein. Ter Vor­ rat ist zur Versorgung der ärmeren Bevölke­ rung bestimmt.</p>
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          <p>Wertet Schweres Unwetter an der französischen Westküste. Ter Nordweststurm, der seit zwei Wochen an der Küste der Bretagne herrsch,t^ nimmt an Heftigkeit zu. Sturm und Regen machen die Feldarbeit unmöglich. Tie Küsten­ schiffahrt ist eingestellt. Bei der Insel Batz liefen mehrere Schiffe aus den Klippen aus. Tie Lage der Küstenbevölkerung hat sich! sehr verschlimmert. Gestrandeter Dampfer. Der deutsche Dam­ pfer "Austria" aus Hamburg, mit Baumwolle von Gotenburg nach Bremerhaven unterwegs, ist gestern abends 8 Uhr nördlich Piken ge­ strandet. Tas Schiff hat ein Leck. Bergungs­ dampfer sind zur Stelle. Wertet Schweres Unwetter an der französischen Westküste. Ter Nordweststurm, der seit zwei Wochen an der Küste der Bretagne herrsch,t^ nimmt an Heftigkeit zu. Sturm und Regen machen die Feldarbeit unmöglich. Tie Küsten­ schiffahrt ist eingestellt. Bei der Insel Batz liefen mehrere Schiffe aus den Klippen aus. Tie Lage der Küstenbevölkerung hat sich! sehr verschlimmert. Gestrandeter Dampfer. Der deutsche Dam­ pfer "Austria" aus Hamburg, mit Baumwolle von Gotenburg nach Bremerhaven unterwegs, ist gestern abends 8 Uhr nördlich Piken ge­ strandet. Tas Schiff hat ein Leck. Bergungs­ dampfer sind zur Stelle.</p>
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          <p>des 16. JnfMegts., zum Oberleutnant der Leutnant der Reserve Friedrich Höfling-Lands­ hut der Landwehr-Infanterie 1. Aufgebots! —* Zum Leutant befördert wurde der Fähnrich Dietrich Hübner im 2. Schweren Reiter-Regiment, zum Fähnrich die Fahnen­ junker Hans v. Kirschbaum und Ludwig Mül­ ler des 2. Schweren Reiter-Regts. —* Gesellenprüfungen finden int Prüfungsbezirke Landshut,statt: für,dieGruppe des Bauhandwerks (Bors. Jakob Gstettenbauer, Schäfflermeister) vom 22. März ab; für die Gruppe des Bekleidungshandwerks (Bors. Frz. Röhrl, Schueidermstr.) vom 8. März ab; für der Gruppe des Nahrungsmittelhandwerks &lt;Vs. Josef Bücherl, Bäckermeister) vom £5. März ab : für die Gruppe der vermischten Gewerbe (Vs. Wilh. Haberstroh, Maschinenbauer) vom 29. März. ab. —* Die Fahrpreisermäßigung für Angehörige kranker oder verwundeter oder ver­ storbener deutscher Krieger wird mit sofortiger Gültigkeit und für denselben Geltungsbereich! auch dann gewährt, wenn die zu besuchenden kranken oder verwundeten deutschen Krieger in belgischen Lazaretten liegen, oder wenn die verstorbenen deutschen Krieger in Belgien, beerdigt werden. Tie Weiterfahrt mit der Eisenbahn ab der deutsch-belgischen Grenzsta­ tion wird jedoch nur gestattet, wenn der Rei­ sende im Besitz eines vom stellvertretenden Generalkommando ausgefertigten Geleitscheins ist. Ter Ausweis der Ortspolizeibehörde wird dadurch ncht entbehrlich. Weiblichen Angehö­ rigen wird der Aufenthalt in Belgien nur ausnahmsweise erlaubt. Besuche in Frankreich können zur Zeit noch nicht gestattet werden. —* Einzahlungskurse aus P o stanweisungen. Von jetzt ab gilt als neuer Einzahlungskurs für Postanweisungen nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika 100Tollar gleich 475 Mark. — Neue fFestsetzung im Umrechnungsverhältnis für Postanweisungen: nach Dänemark, Norwegen und Schweden auf 100 Kronen gleich 118 Mark, nach den Nieder­ landen und den niederländischen Kolonien auf 100 Gulden gleich 191 Mark. — Tie Wiener Postsparkasse setzte den Umrechnungskurs bei Zahlungen nach dem deutschen Reich auf 128,50 Kronen für 100 Mark, nach der Schweiz auf 112 Kronen für 100 Francs fest. —* Zum Kapitel "Englische Unverschämtheiten". Der im gegenwärtigen Kriege schon wiederholt von verschiedenen Blät­ tern zitierte Kulturhistoriker I. Scherr, ein scharfer Beobachten und Kenner des englischen Volkes, teilt in seinen "Briefen vom Züricher Berge" eine Landaufenthalts-Episode aus Schönfels ob Zug in seiner bekannten sarka­ stischen, aber das englische Protzenvolk durch­ weg treffenden Charakterisierung mit, die auch für unsern Leserkreis nicht uninteressant sein dürfte, zumal sie in markanten Zügen den Geist zeichnet, der das englische Volk int Um­ gänge mit anderen Nationen, wie im Großen, so im Kleinen beherrscht. Zum Lobe seiner Zufluchtsstätte es war int Monate August 1871 — schickt Scheer voraus, daß Schönfels den Vorzug besitze, daß dortselbst "die englische Krankheit" nur ganz spärliche grassiere und fährt dann wörtlich fort: "Eines Tages langte freilich eine zahlreiche englische KnopfmacherFamilie an, mit einer ganzen Pyramide von Koffern, auf deren Spitze die obligate Padewanne glänzte und verlangte mit dem vollen Knopfmacher-Bewußtsein von Birmingham oder Scheffield, daß die luftkurgästlichen In­ sassen des ersten Stockwerkes des Hauses ohne weiters ausgetrieben werden sollten, damit Sr. Gnaden der Knopflord nebst drei Zentner schweren Woman und Kind und Kegel und Badwanne daselbst sich niederlassen könnten. Nachdem jedoch der "Herr Hauptmann", wel­ cher die Wirtschaft auf Schönfels kommandieirt, seine Verblüffung über diese Offenbarung echt englischer Flegelhaftigkeit verwunden hatte,hieß er die Sippschaft weitergehen. Ter Auftritt war recht ergötzlich, so daß ich dem Knöpseschöpfer und seiner Treizentrigen eigentlich zu Tank verpflichtet bin; allein ich konnte doch nicht ,umhin, auch aus dieser Szene wie­ der wie aus mancher schon anderweitig mit angesehenen die Moral ziehen, daß es mit einem halben oder ganzen Wunder zugegan­ gen sein müsse, wenn sich, ein Shakespeare und Milton, ein Byron und Schelley, ein Lekens und Thakerah in diese Nation verirren konn­ ten, welche häufig -nur aus Rüpeln und Heuch­ lern zusammengesetzt scheint. Es müßte ein Festtag für die Menschheit sein, wenn der britische Hochmut einmal gründlich gedemütigt würde." — Nun wir hoffen, daß dieser Wunsch in dem gegenwärtigen Weltbrande in Erfül­ lung geht und die Welt von englischer Selbst­ sucht, Thranei und Rücksichtslosigkeit endgül­ tig erlöst wird. I. Scheer wird hierüber sicher im Grabe noch seine helle Freude haben. —* Liberaler Verein L. u. U. Heute Montag abends Zusammenkunft im Sterngar­ ten (Seligenthalerstratze).</p>
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          <p>Letzte Posten. "Tally Mail" über die deutschen N-B-ootc. L o n do tt*, 22. Februar. Ter Korrespon­ dent der "Daily Mail" in Kopenhagen meldet, daß die Teutschen zum Legen von Minen an der englischen Küste 120 große Unterseeboote gebaut hätten. 6 Monate lang seien.die deut­ schen Werften hiermit beschäftigt gewesen. Je­ des Unterseeboot sei in Der Lage mehr als 100 Minen mitzunehmen, die auf dem Dache aufgestellt würden, sodaß sie rasch ausgesetzt werden können. Das Gewicht jeder Mine soll mehr als 1200 Pfund betragen. (Z^&gt; Tic Ucvcrlcbrnden des "Blücher". Köln, 22. Februar. Laut Nachrichten von Ueberlebenden des Panzerkreuzers Blücher an rheinische Familien wurden bei Untergang des Schiffes 234 Mann durch englische Tor­ pedoboote aufgefischt. Tie Briefschreiber ver­ sichern, sie seien von den englischen Seeleu­ ten gut aufgenommen worden. Sie befinden sich gegenwärtig in Edinburg. E d i n b u r g, 22. Februar. Gestern wurde hier der Kapitän des Schiffes "Blücher" mit militärischen Ehren bestattet. Ter Sarg ruhte auf einer mit 6 Pferden bespannten Lafette und war mit der deutschen Flagge bedeckt. Das vierte Regiment der Royal Scots feuerte Sa­ lut. Ter deutsche Pastor aus Edinburg hielt die Trauerrede. Bcrlorcne Schifft. Bremen, 22. Februar. Ter amerikanische Tampfer "Faxlyn", der mit Baumwolle von Newyork nach Bremen unterwegs war, ist,wie verlautet, gestern morgens nördlich von Borkum auf eine Mine gelaufen und gesun­ ken. Tie Besatzung die sich in Booten retten konnte, wurde von einem in der Nähe be­ findlichen deutschen Dampfer aufgenommen. London, 22. Februar. Ter Daily Mail" zufolge ist gestern im Sande ein Rettungsboot des spanischen Dampfers "Horocio" aus Bilbao gefunden worden. Es wird' befürchtet, daß das mit Eisenerz nach Westhartlepool bestimmt ge­ wesene Schiff einen Unfall erlitten hat. Ljchiffshävarie. Paris, 21. Febr. (Nichtamtl.) Tie Blät­ ter melden, daß der Tankdampfer "Norwegian" mit einem Leck int Vorderteil in Walmer ein­ gelaufen sei. Tie Beschießung des Tardancllcnforts. K o nsta n t i n op e l, 22. Februar. Ter für das Gebiet der Tardanellen bestellte Be­ richterstatter der "Agence Milli" telegraphiert über das vorgestrige Bombardement der Tardanellenforts: "Eine feindliche Flotte, be­ stehend aus vier englischen und vier frans zösischen Schiffen, eröffnete am 19. Februar um 8 Uhr 2 Min. vormittags in einer Ent­ fernung von 16 Kilometern das Feuer mit Geschützen größten Kalibers. Tie osmanischen Artilleristen erwiderten das Feuer trotz des Kartätschenhatgels nicht, sondern warteten bis der Feind näher kam. Das englisch-französische Geschwader näherte sich der Küste in der Mei­ nung, die Fvrts zum Schweigen gebracht zu haben. In diesem Augenblick erst eröffnete die asmanische Artillerie das Feuer. Von 18 Schüssen, die sie abgab, gingen bloß vier fehl, die übrigen trafen. Das Admiralsschiff erlitt eine schwere Havarie und wurde von Tor­ pedobooten, die es sofort umringten, als sie es in Gefahr sahen, aus der Schlachtlinie ge­ schleppt. Zwei weitere feindliche Schiffe wur­ den außer Gefecht gesetzt und zogen sich.zu­ rück. Nach, einer Vergeudung von 600 Gra­ naten mußte sich die feindliche Flotte, von der drei Einheiten fast vollständig unbrauch­ bar gemacht worden waren, entfernen. Tie von den osmanischen Artilleristen bewiesene Geschicklichkeit und Entschlossenheit ist über jedes Lob erhaben." Das Telegramm schließt mit der Bemerkung: "Tie Dardanellen, deren Verteidigung durch den Mut solcher Löwen gesichert ist, werden von keinem Feinde jemals forciert werden können." Auf einer Schifahrt nrngctvmmcn. Lausanne, 22. Februar. 4 Schifahrer, Bahnangestellte aus Lausanne, wurden bei einem Ausfluge auf den Cal de Russe durch eine Lawine überrascht. Zwei sind dabei umgekonrmen. * Lohnbewegungen in England. 50 000 englische Trambahner, von denen 35 000 organisiert sind, traten in eine Lohn­ bewegung ein; sie wollen eine I5prozentige Lohnerhöhung erhalten. Infolge wiederholter Ablehnung ihrer Forderungen streiken über 20000 Eisenbahner, darunter sämtliche Mecha­ niker auf der London und Southwesternbahn. Ter Streik ist erfolgreich, weil die Mafthinenreparaturen verhindert werden. Tie irischen Eisenbahner setzten eine Lohnbewegung durch.</p>
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          <p>Handel und Verkehr. Landau a. Js., 19. Febr. (1. Fastenviehmarkt.) Zugetrieben 252 Stück Großvieh, — Pferde, 206 Stück Spanferkel. Preise: Ochsen 223 bis 545 JC, Stiere 171 bis 375 JC, Kühe 153 bis 320 JC, Pferde — bis — JC, Span­ ferkel 24 bis 33 JC- Handel lebhaft; der Markt war gut besucht. München, 20. gebt.'j (Viehmarkt.) Bericht vom 14. bis 19. Februar. Preise per 50 Kilo Lebendgewicht: Ochsen: 1. Qualität 57—60, österr. 00-00, Holland. 00—00, 2. Qual. 54—56, öfter. 00—00, holl. 00—00, 3. Qual. 50—53, österr. 00—00, holl. 00—00, 4. Qual. 47—49, ! österr. 00- 00, holl. 00—00, 5. Qual. 43—46, österr. 00—00. Bullen: 1. Qual. 46—49, 2. Qual. 42—45,3. Qual. 35—41; Kühe u. Kalbinnen: 1. Qual. 45—53, 2. Qual 43—48, 3. Qual. 38-42, 4. Qual. 31—37, 5. Qual. 22—30; gering genährtes Jungvieh: 20—34; Kälber: feinste 55—58, mittlere 52—54, geringe 45—51; Schafe: Stallmastschafe, Mastlämmer und jüngere Masthammel 00—00, ältere Masthammel 00—60, mäßig genährte Hammel—, gering. Lämmer 00—06; Schweine: Fettschweine über 150 Klgr. 62—78, vollfleischige von 120 bis 150 Klgr. 62—76, von 100 bis 120 Klgr. 63—76, von 80 bis 100 Klgr. 62—74, dto. unter 80 Klgr. 55—74, Sauen 50 bis 55, Bratenschweine 69—72 Mk. Preise per 50 Klgr. Schlachtgewicht: Bullen 2. Qual. 00—00, 3. Qual. 00—00, Kälber: feinste 65—68, mittlere 62—64, geringe 55—61; Schafe: Mast­ lämmer und jüngere Masthammel 67—72, aller« Masthammel 60—66, mäßig genährte Hammel und Schafe 45—58; geringere Lämmer und Schass 00—00. Schweine: Fettschweine über 150 Klgr. 84—90, vollfleischige von 120—150 Klgr. 78—90, von 100 bis 120 Klgr. 80—90, von 80 bis 100 Klgr. 80—92, unter 80 Klgr. 59—87, Sauen 00—00, Bratenschweines83—86 Mk. — Gesamtzufuhr: 2550 Großvieh, aus dem Auslande —, und zwar — Ochsen (darunter — aus Schweden und — mt8 Oesterreich), — Bullen (darunter — aus Oesterreich), — Kühe (darunter —aus Dänemark und — aus Oesterreich), — Jungrinder (— aus Oesterreich), 2003 lebende und 1853 tote Kälber, 5129 lebende und 6351 tote Schweine, 281 lebende und 546 tote Schafe und Ziegen, 461 lebende und — tot« Lämmer, Spanferkel und Kitze. Nach Auswärts wurden — Stück Großvieh und — Schweine. Marktverlauf: Großvieh ruhig, Kälber, Schweine und Schafe flotte Preise, weiter ansehend.</p>
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