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        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1915-03-10"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">68. Jahrgang Nr. 55</biblScope>
          <date when="1915-03-10">1915-03-10</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
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          <p>und sie tat es mit solcher Sicherheit und Grazie, daß er sie immer wieder voll stiller Bewunderung beobachten mußte. "Unser Zug geht erst um 12 Uhr; es bleibt uns also noch genügend Zeit übrig, uns in Berlin ein wenig umzuschauen. Hast Tu irgend einen Wunsch — ich meine, ob Tu viel­ leicht irgend etwas Besonderes sehen möchtest — dann, bitte, sage es doch! Tu weißt, daß Seine Wünsche für mich Befehle sind," fügte er hinzu, mit einem Blick auf seine Uhr. "Ich habe keinen Wunsch — mir ist alles gleich, was Sie beschließen," lautete ihre nach sichtlichem Kampfe gegebene Erwiderung. "Sie — ?" fragte er erstaunt. "Zu dem "Tu" wirst Du Dich doch wohl wieder ent­ schließen müssen, wenn Du uns nicht Miß­ deutungen aussetzen willst." Sie zerbröckelte anscheinend mit dem größ­ ten Gleichmut einen Zwieback, konnte es aber doch nicht hindern, daß eine leichte Röte ihr Gesicht überflutete. Tann stand sie auf, trat an das geöffnete Fenster und sah, jedoch ohne Verständnis für das, was sich ihren Blicken darbot, die Linden entlang. "Ich muß noch einmal auf unser gestriges Gespräch zurückkommen, Feodora," sagte Graf Kurt, neben sie tretend. "Es hilft nichts, wenn wir uns gegen das nun einmal über feucfte ihn diese Frage, und mit ungewöhn­ licher Hast und in immer wachsender Besorg­ nis beendigte er seinen Anzug. Dann klopfte er, von einer geheimen, un­ erklärlichen Angst gefoltert, bei Feodora an, Aber zu seiner großen Beruhigung trat sie &gt;ihm bereits in vollständiger Toilette entgegen. Er atmete erleichtert auf, als er sie er­ blickte. Ja, feine Ueberraschung war so groß Und freudig, daß er ihr mit aufleuchtendem Blick die Hand hinstreckte und sich mit warmer Teilnahme nach ihrem Ergehen erkundigte Ihre Antwort dämpfte seine Freude; sie klang sehr kühl, und nicht eine Miene des schönen Gesichtes verzog sich, während sie sprach. Auch vermied sie es fast mit Ostenta­ tion, seine ihr zum Gruß dargebotene Hand fou bemerken. Unmutig preßte er die Lippen zusammen, dann ging er, um aus den Knopf der elektri­ schen Klingel zu drücken und dem eintretenden Diener zu sagen, ihnen das Frühstück hier im Salon zu servieren. "Es ist Dir doch recht?" fragte er. Ihr "Bitte" klang wieder sehr kühl, und bald dar­ auf faßen sie sich gegenüber an dem zierlich gedeckten Tische. Fast mechanisch, weil sie es von Hause her so gewohnt war, waltete Feo­ dora auch hier ihres Amtes als Hausfrau, uns verhängte Geschick auflehnen. Wir sind und bleiben vorläufig aufeinander angewiesen; das hast Du Dir sicherlich schon selber klar gemacht." Er hielt inne und sah mit prüfendes Blick in ihr schönes, starres Antlitz. "Sieh/ ich verspreche Dir noch einmal," fuhr er dann fort, als sie keine Miene machte, ihm zu ant? Worten, "Dir in keiner Weise zu nahe zu treten und nie zu vergessen, was ich Dir zu verdanken habe. Aber nun gib auch Tu der Vernunft Gehör und mache uns das Leben nicht noch schwerer, als es ohnehin für uns schon ist. Wenn Tu mich nicht als Gatten betrachten willst und kannst, so sieh in mir den Bruder, den Freund, dem Du einen gro­ ßen Liebesdienst erwiesen hast und der Dich dafür in treuer Dankbarkeit behüten und be­ schützen will, so lange — Du es ihm gestattest.' — Es tut mir leid, daß ich nicht offen zu Dir war, Dir meine traurige Lage verschwieg, aber ich will mir die erdenklichste Mühe geben, wieder gutzumachen, was ich verbrochen habej nur mache es mir nicht zu schwer. Das Ge­ fühl einer tiefen Demütigung, wie ich es noch nie im Leben empfunden habe, drückt mich fast zu Boden Sag, willst Du mir vertrauen und versuchen, bei mir auszuharren?" — _ (Fortsetzung folgt.)</p>
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          <p>Der Krieg. wurden die Verbündeten bei allen Angriffen zurückgeschlagen. Am persischen Golf brach­ ten die Türken den englischen Truppen, die sie angriffen, eine schwere Niederlage bei, die den Türken 500 Gefangene, 200 Pferde und eine Menge Kriegsmaterial erbrachte. Zur italienischen Frage äußert sich Graf Reventlov, indem er auf die jüngsten Aus­ lassungen des "Carriere bellet Sera" hinweist, der von einer aufrichtigen Verständigung mit Deutschland auch in Bezug auf die Verwirk­ lichung der nationalen Bestrebungen Italiens gegenüber Oesterreich' hinweist und betonte, es sei das erste Mal, daß seit Kriegsbeginn in solch, zuversichtlichem freundschaftlichen Tone und in dieser Verbindung von Temtschland, Italien und Oesterreich-Ungarn gesprochen wird. Damit sei die Bahn für fremndschaftliche Auseinandersetzungen zwischen Italien und Oesterreich' gebrochen. Er bespricht weiter die TreNtinofrage, der seit Jahrzehnten die nationalen Leidenschaften Italiens gegolten ha­ ben, die aber von den zwar italienisch, spre^ chenden Bewohnern des Trentino durchaus nicht geteilt werden., Es sind dies ja fast ausschließlich Weinbauern, die ein Anschluß an Italien wirtschaftlich erheblich schädigen würde. Immerhin, kommt er zu dem Schlusses könnte Oesterreich, bei einem Ausgleich der Gegensätze mit Italien und einer Gegenleistung dieses Landes, die vermutlich auf dem Balkan liegen würde, zu einer Verständigung mit Ita­ lien kommen. Die Bahn hierzu scheint ge­ wiesen zu sein. Tatsache sei, daß unsre Feinde in ihren Hoffnungen auf einen demnächstigen Bruch Italiens mit Oesterreich getäuscht worden find. Aus Italien kommt die Nachricht, daß die Unterhandlungen zwischen Oesterreich und Ita­ lien bereits sehr vorgeschritten seien. In Griechenland hat der vom König be­ rufene Gunaris das neue Kabinett gebildet, das vom König genehmigt wurde. Ter Ex­ minister Venizelos soll sich in seine Heimat Kreta zurückziehen wollen. In der Entente­ presse in London und Paris zeigt sich größte Bestürzung über die unerwartete Haltung Griechenlands. Die Presse hatte ja schon sie­ gessicher das Eingreifen Griechenlands zugun­ sten der Entente verkündet und nun sind alle Hoffnungen zuschanden geworden. Die Ver­ bündeten müssen sich, allein die Köpfe an den Dardanellen einrennen. Das ist England al­ lerdings nicht gewohnt, es schadet aber nichts, wenn es auch, einmal das eigne Fell zu Markte' tragen muß. i Gestern nachmittags wurde berichtet: Vom Westen werden neue Kampfe auf der Lorettohöhe bei Arras gemeldet, bei de­ nen die Unsern den Franzosen neuerdings Ter­ rain abgewannen, 6 Offiziere und 250 Mann zu Gefangenen machen konnten. In der Cham­ pagne Parkern die Kämpfe bei Souain und Le Mesnil fort, doch hat es den Anschein,, als ob die Offensivkraft des Feindes, dessen Vorstöße wohl den deutschen Truck auf Ver­ dun mildern sollten, allmählich bedeutend an Kraft verlieren. In den Vogesen dauern die durch Nebel und Schnee erschwerten Kämpfe ebenfalls noch an. Daraus ergibt sich, daß auf beiden Seiten mit großer Zähigkeit ge­ kämpft wird und jeder Fußbreit Boden in dem waldigen Berggelände mit aller Kraft verteidigt wird. Immerhin dürfte es auch, hier nicht mehr allzulange dauern, bis die Franzosen den letzten Streifen deutschen Bo­ dens, den sie noch- besetzt halten, verlassen müssen und über die Grenze zurückgeworfen werden. &gt; Im Osten scheint unser Sieg bei Rawa, dev uns bereits 5000 Gefangene erbracht hat, die ganze Front in Bewegung gebracht zu haben, wie es noch&gt; immer russische Gewohnheit war. Sie beantworten ja stets Angriffe mit Gegen­ angriffen, gleichgültig, wie groß auch die Opfer sein mögen. Und sie sind anscheinend nicht klein gewesen, denn unser gestriger Generalistabsbericht konnte uns bort einem unter schwe­ ren Verlusten für den Feind gescheiterten rus­ sischen Angriff östlich und südlich von Augu°stowo, von 800 Gefangenen nach. einem miß­ lungenen Angriff bei Lomcza, 3000 Gefange­ nen bei Praßnicz und neuen 1750 Gefangenen bei Rawa und Nowemiasto Meldung bringen. Nordwestlich von Ostrolenka wird noch weiter gekäinpft. Unsre Unterseeboote sind wacker an der Arbeit. Täglich mehren sich die Nachrichten ihrer Erfolge. Auch heute liegen wieder Nach­ richten von vier verlorenen feindlichen Schif­ fen vor, von denen eines im Angesichte dev englischen Küste versenkt wurde. Tie Oesterreicher haben südlich Lupuszno russische Angriffe abgewiesen; im Raume von Gorlice ihren Vorstoß weiter durchgeführt und die Zahl der russischen Gefangenen erhöht. In den Karpathen wurden russische Angriffs unter schweren Verlusten für den Feind zurück­ geworfen und 600 Russen gefangen. Tie Verteidigung der Dardanellen wird von den Türken tapfer durchgeführt. Trotz des bereits 14 Tage dauernden Bombardements haben die Verbündeten noch keinen Er­ folg zu erzielen vermocht, während bereits 6 ihrer Schiffe kampfunfähig aus der Gefechts­ linie ausscheiden mußten. Auch vor Smyrna</p>
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          <p>Bericht des deutschen Hauptquartiers. WTB. Berlin, 9. März, mittags. —« (Großes Hauptquartier.)</p>
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          <p>Westlicher Kriegsschauplatz. Auf der Lorettohöhe entrissen unsre Trup­ pen den Franzosen zwei weitere Gräben, mach­ ten 6 Ossizicrjc und 250 Mann zu Gcfanqpuc« und eroberten zwei Maschinen­ gewehre «nd 2 kleinere Geschütze. In der Champagne sind die Kämpfe bei Souain noch nicht zum Abschluß gekommen. . Nordöstlich, von Le Mesnil wurde der zum Vorbrechen bereite Gegner durch unser Feuer am Angriff verhindert. In den Vogesen erschwerten Nebel und Schnee die Gefechtstätigkeit. Die Kämpfe westlich von Münster und nördlich von Sennheim dauern noch an.</p>
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          <p>Heute früh wurde telephonisch gemeldet</p>
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          <p>gen Anlaß gegeben, da sie sich durch Unbot­ mäßigkeiten und unverschämtes Auftreten aus­ zeichnen. Tie Gefangenen sind in Gruppen eingeteilt, die meist unter dem Befehl pines französischen Korporals stehen. Vor dem Dort­ munder Kriegsgericht hatten sich am Donners­ tag die englischen Kriegsgefangenen Friedrich Jennings und Williams Wootts, der erstere unter der Anklage, seine Vorgesetzten, einen sianzösischen Unteroffizier, mit der Faust ins Gesicht geschlagen zu haben, weil dieser ihm morgens nach zweimaliger vergeblicher Auf­ forderung, aufzustehen, kurzerhand die Bett­ decke weggezogen hatte Letzterer wegen Unge­ horsams im Felde vor versammelter Mann­ schaft Er war einem Befehl nicht nachgekom­ men zind hatte schließlich den in Frage kowmenden französischen Korporal mit groben Schimpfworten belegt. Das Kriegsgericht, das bei Verneinung mildernder Umstände, gegen Jennings auf Todesstrafe hätte erkennen müs­ sen, nahm mildernde Umstände an und ver­ urteilte ihn nur zu anderthalb Jahren Ge­ fängnis, der Anklagevertreter hatte 6 Jahre Gefängnis beantragt Wootts kam mit 15 Mo­ naten Gefängnis davon. Die Kämpfe der Oesterreicher. WTB Wien, 9 März Mittags. — Amtlich wird gemeldet: An der Front nördlich der Weichsel hielt der lebhafte Geschützkampf auch gestern am Südftch Lupufzno wurden Angriffe der Rus­ sen mühelos abgewiesen. Ter in dem Raume von Gorlice durch­ geführte Vorstoß brachte uojch weitere lstefangcnc ein. Tie gewonnenen Stellungen wurden trotz mehrfacher Versuche, sie wieder zurückzuer­ obern, behauptet. Ununterbrochen wiederholen sich au der starpatbcufrout feindliche Angriffe, die je nach der Entwick­ lungsmöglichkeit bald mit starken, bald nrit untergeordneten .straften durchgeführt werden So wurden auch gestern wieder an mehreren Stellen heftige Angriffe der Russen, die bis an unsre Verhaue herangekommen waren, unter schweren Verlusten des Gegners zurück­ geschlagen. Weitere 600 Man n des Feindes blieben bei diesen stänrpfen als Gefangene in unsern Händen Tie seit den letzten Tagen in den Kar­ pathen wieder vorherrschenden ungünstigen Witterungsverhältnisse fordern von den in dieser Gefechtsfront verwendeten Armeekörpern ganz außergewöhnliche Leistungen In stän­ digem Kontakte mit dem Gegner sind die Trup­ pen oft Tag und Nacht im Kampfe vielfach gezwungen, auch bei strenger Kälte und hohem Schnee Angriffsbewegungen auszuführen oder in der Verteidigung den Angriffen meist über­ legener feindlicher stampfe stand zuhalten. Dem Verhalten unsrer braven Truppen, sowie jedem Einzelnen, der an diesen Kämpfen Anteil hat, gebührt uneingeschränktes Lob. Ter Stellvertreter des Chefs des Generalstabes v .Höfer, Feldmarschalleutnant. Schweden und die russische Gefahr. Während die schwedische Oeffentlichkeit bis­ her in peinlicher Auslegung der Neutralitäts­ pflichten jede noch so akademische Erörterung über die Möglichkeit einer Teilnahme Schwe­ dens am Krieg vermied, läßt sich in der letz­ ten Zeit aus den politischen Auffätzen der hie­ sigen Zeitungen und Zeitschriften ein weit ent­ schiedenerer Unterton heraushören. Das Thema der russischen Gefahr wird jetzt ungescheut in der angesehenen "Nha Sverige" sowie in einer Serie mit "amicus patriae" gezeich­ neten Artikeln des "Aftonbladet" als bren­ nend bezeichnet. Großes Aufsehen erregt eine von dem deutschen Verfasser Schiff-Trost hier herausgegebene Broschüre, betitelt "Der nor­ dische Knoten", die, auf den gordischen Kno­ ten anspielend, Schweden das Schwert als ein­ zige Rettung vor der von Osten drohenden Gefahr empfiehlt. Tie überaus warme Auf­ nahme dieser deutschen Streitschrift in der schwedischen Presse muß als.bedeutsames Zei­ chen des erwachten schwedischen Verständnisses für die Notwendigkeit eines größeren Heraustretens aus der ftüheren Passivität gebucht werden. "Aftonbladet" bringt im Wortlaut das Kapitel, das die Steigerung der russischen Ge­ fahr für Schweden durch den Weltkrieg dar­ legt und in den Schlußworten den jetzt mög­ lichen, kurzen, erlösenden Krieg fordert. "Nha Dagligt Allehanda" schreibt in einem der Bro­ schüre gewidmetem Artikel, der deutsche Warnungsrus sei den Schweden ein Ansporn, selbst nachzudenken, (nt.) Verurteilte widerspenstige Kriegsgefangene. Tie im Sennelager untergebrachten Eng­ länder haben schon mehrfach zu ernsten Kla­</p>
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          <p>Vom westlichen Kriegsschauplatz. T ie Belgier i« Khaki. Ter Spezialkorrespondent des "Daily Chronicle" in Nordstankreich telegraphiert sei­ nem Blatte, daß die belgische Armee in kurzer Zeit neue Khaki-Uniformen erhalten soll Tie Belgier waren bisher mit allen möglichen Uniformen versehen, da die Militärverwal­ tung nicht über genügend Stoffvorräte ver­ fügte, um die Leute einheitlich kleiden zu kön­ nen und die Armee bedeutend größer war, als man in Friedenszeiten voraussah Tie zuletzt Eingekleideten trugen das neue Blau der ftanzösifchen Armee, das jedoch den Anforderungen gleichfalls nicht zu entsprechen schien "Welch« Äöntimng . . .!" Ter Kriegsberichterstatter der »,Newyorker Staortszeitung", Artur G. .Albrecht, gibt, wie wir der "Köln. Ztg." entnehmen, in einer Skizze aus dem «jetzt von Deutschland verwal­ teten Belgien folgendes «kleines Zwiegespräche wieder: Namur, Belgien, am Morgen im Tezember 1914. — «Ich stand gestern abends im Foyer unsres Gasthofes und wartete auf einen Kol­ legen. Ta sprach der "Ober" mich an: "Monsieur sind Amerikaner?" "Jawohl." "Monsieur, verzeihen, wenn ich vorlaut bin. Aber ich möchte mir erlauben, Monsieur den Rat zu geben, nicht laut Englisch auf der ! Straße zu sprechen, das könnte Ihnen übel be­ kommen." "Wieso? Tie deutschen Soldaten wissen, daß es in Deutschland noch eine Menge Ame­ rikaner gibt und —". "Pardon, Monsieur, das wissen aber die Belgier nicht Und wenn sie Sie für einen Engländer halten, dann schlagen sie Sie tot."</p>
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          <p>Bier englische Schiffe verloren. Amsterdam, 9. März. Tie britische Ad­ miralität gibt bekannt, daß der Dampfer "Bengrove" mit einer Ladung Kohlen am Sonntag auf der Höhe von Jlfracombe am südwestlichen Eingang des Bristolkanals untergegangen ist, wahrscheinlich infolge eines von einem Un­ terseeboot abgeschossenen Torpedos. Berlin, 10. März. Der "Berl. Lok.«Anz." berichtet: Ter von einem deutschen Un­ terseeboot torpedierte englische Dampfer "Bengrove" sank vor den Augen von Tausenden von Zuschauern. Das Vorderschiff hob sich aus dem Wasser und man bemerfte große Tampfwolken. Kohlen und Wasser wurden 60 Meter hoch in die Luft geschleudert. Ter englische Fischdampfer "Bernisia" aus Grimsby mit 9 Mann Besatzung wird amtlich für verloren erklärt. (Z ) Ter "Nieuwe Rotterdamsche Courant" be­ richtet: An der holländischen Küste ist eine Flasche angespült worden, die den Bericht ent­ hält, daß der englische Dampfer "Ariosto" von der Wilsonlinie Ende Februar bei Donegal an der irischen Küste torpediert worden ist. (Z.) Rotterdam, 10. März. Bei Dover lies am 7. ds der im Charter der englischen Ad­ miralität mit Kohlen von New Castle nach Gibraltar bestimmte Dampfer "Beethoven" der Reeder Tennesog in Sunderland auf eine Mine oder wurde torpediert Ter Dampfer sank, die Mannschaft wurde bis auf zwei gerettet. Der Unterseebootsund Minenkrieg.</p>
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          <p>England und die Neutralen. Der Seekrieg. Tie "Voss. Ztg " berichtet aus Stockholm: Ter schwedische Dampfer "Axel Johnsohn" wurde von einem englischen Kriegsschiff auf der Fahrt nach Gothenburg angehalten und nach Kirkwall geleitet. Englische Beschlagnahme in einet« bulga­ rischen .Haßen. "Tassir i Efikar" meldet, englische Kriegs­ schiffe Hätten in Tedeagatsch 300 000 Blech­ eimer Petroleum beschlagnahmt, die der Stan­ dard Oil Compagny gehören. Der hiesige amerikanische Botschafter hätte sofort seine Re­ gierung benachrichtigt, die in London Ein­ spruch erhoben und die sofortige Herausgabe der beschlagnahmten Ware verlangt hätte. (Z )</p>
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          <p>Warschau bedrohten. Männer und Frauen be­ wachten die Eisenbahn Tag und Nacht und waren zum Teil mit alten Hinterladegewehren bewaffnet; sie sollen auch eine Anzahl Aufklarer gefangen genommen haben Paltjenvirsolgnngcn in Rußland. "Nutzlose Slowo" meldet aus Wesenberg: Die Kinder des Pastors Pallon wurden für Ge­ spräche /n deutscher Sprache auf Befehl des Gouverneurs mit '200 Rubel, der Rechtsanwalt von Petzoldt und Baron von Mahdel für das­ selbe Vergehen mit je 300 fftubel bestraft/ In Riga wurden Unterhandlungen in deutscher Sprache an 10 Personen mit je 25 Rubel ge­ ahndet.</p>
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          <p>Die Türkei im Kriege. ordnung nach seinem südlich Bender und Nassrie festgemachten Schiffen. Unter den To­ ten befinden sich ein englischer Major und vier andre Offiziere Wir erbeuteten zusam­ men mit allem Zugehör Munition, drei Ka­ nonen, 500 Gewehre, 200 Pferde, eine große Menge Sanitätsmaterial Unsre Verluste sind unbedeutend. ('Bettete Nachrichten siehe "Letzte Posten".) 2&gt;cr Kamps um die Dardanellen. Mailand, 9. März. "La Sera" meldet aus Athen: "Bei der Aktion in den Dary danellen sind bisher 6 Schiffe als kampfunfähig aus der Angriffsfront ausgeschieden." (Z.) Köln, 9. März. Tie "Köln. Ztg." be­ richtet aus Zürich: In Marseille und Toulon wird italienischen Meldungen zufolge eifrig au den Vorbereitungen weiterer Transporte nach den Dardanellen eifrig gearbeitet. Ein russisches Urteil über die türkischen Trup­ pen. Dem "Rjetsch" meldet ein Berichterstatter: In den Kaukasuskämpfen zeigen die Tür­ ken eine überraschende Hartnäckigkeit und einen todesverachtenden Mut. Tie Türken werden auch unterstützt durch die topographische Lage, die sie vorzüglich ausnützen Besonders vor­ züglich schlagen sich die KonstatitinopelerTruppen. Ter Berichterstatter erzählt von einer kleinen Abteilung türkischer Truppen, die vor einer erdrückenden russischen Uebermacht wedere flüchtete, noch sich ergab, sondern bis zum letzten Augenblick im Bajonettkampf stand­ hielt und schließlich niedergemacht wurde, ob­ wohl sie Gelegenheit gehabt hätte, die Stel­ lung zu räumen. Englische Niederlage am persische» Golf. Ter türkische Generalftab meldet: Als die Engländer versuchten, längs des Flusses Karun im Irak vorzugehen, erlitten sie eine neue Niederlage. Drei Bataillone englischer In­ fanterie mit zwei Schnellfeuergeschützen, zwei Berggeschützen, einer Maschinengewehrabtei­ lung und einer Eskadron versuchten am 3., ÜIMrä unsre Stellungen in der Gegend von Ahvas anzugreifen. Nachdem unsre Truppen und Freiwillige einen Gegenangriff unternom­ men hatten und der Feind 400 Tote und Verwundete verloren und eine Anzahl von Gefangenen in unsern Händen zurückgelassen Hatte, floh er durch ,ben Karunfluß in Un­</p>
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          <p>Wird still; wenn man über ein Schlachtfeld geht, ganz still, wie als Kind bei einem Ge­ witter. Und plötzlich fällt einem ein, du hast Dem und jenem da neulich ein hartes Wort gesagt, das war nicht nötig, gar nicht nötig, Arnd da hättest du besser fein können und da bescheidener. Man fühlt eine ungeheure Ver­ pflichtung; gut zu sein, mit allen Kräften gut zu sein, denn diese alle da, noch mit rotem Schein auf den Wangen^ sind gestorben, da­ mit die, die leben, in einem freien und heilig arbeitenden Deutschland leben können. Die IVerpflichtung, die ein solch stilles Feld auf­ erlegt, ist so unsagbar groß, daß man kaum! vermeint, sie tragen zu können. Die strafd Gott, die je diese Saat auf den Herligen Fel­ dern vergessen; die strafe Gott, wie er Eng­ land strafe. Von Markarce nach Serskilas werden es drei Kilometer sein. Ter Weg ist an ein paar Stellen in tiefen Schnee eingeschnitten, sodaß ein schmaler Hohlweg entsteht. Ter Weg ist von Gefallenen gesperrt gewesen, und die Ar­ tillerie mußte durch. . . Nach Serskilas wird das Leichenfeld lich­ ter. Aus der kurzen Strecke Landweg nach Dolnias ist die Schlacht nicht gegangen. Meine deinen Pferdchen stolperten bedenklich vorlvärts, sie hatten mit den großen Ostpreußen des Wagens, in dem Generalstabshauptmann H. saß, bisher tapfer Schritt gehalten. Ter Hauptmann knüpfte Verbindungen mit der Einwohnerschaft des langgestreckten Torfes Dol­ nias an. Er bekam auf seine halb polnisch/ halb russische Frage eine — englische Antwort. Der Bauer war jahrelang in Texas gewesen. Aber Quartier hatte er kein ausreichendes. Wir requirierten schnell sechs frische "eggs" ftmb zogen zu einem Hause, in dem ein "gofpoda", ein Herr wohnen sollte. Tie Häffte des strohgedeckten Hauses war eingestürzt, das Tach sah noch ein Stückchen über die Trümmer. Immerhin war der Rest noch größer als bei den andern Katen das Ganze. Es gab ein grö­ ßeres dreisenstriges Zimmer mit einem mäch­ tigen Ofen, daneben ein kleineres und dieKüche. Wir ließen in den großen Raum Stroh bringen und an einer Längswand ausbreiten. Es war genug Platz dazu, denn die Einrichtung be­ stand aus einer breiten Holzbank, einem Tisch — am Fenster vier Stühlen, mehreren Heiligenbildern, einem Bilde des Zaren, und einer bemerkenswert guten Uhr. Tie Leute hatten kaum ein Gefühl dafür; welche Ent­ scheidung sich in ihrer Nähe abgespielt hatte. Sie sahen mit ängstlichen und neugierigen Au­ gen auf unsre Hantierungen und hatten den Mund voll tausend kleiner Wünsche und Bit­ ten. Dabei wäret? sie willig und dienstbe­ flissen. Als Beleuchtung gab es einen lan­ gen, hellbrennenden Kienfpahn. So wie vor 500 und 1000 Jahren läuft hier das Leben weiter. Was ist die Welt? Wo ist die Welt? Was ist Rußland? Was Deutschland? Hier ist die ganze Einsamkeit, die ganze Melancholie der polnischen Landschaft liegt über Tors und Hügel und Ackerfeld. Am Abend gehe ich durch die Dorfftraße. Nicht einmal Rauch kräuselt mehr aus den Häusern. Ter Himmel ist ein goldenes blitzen­ des Tuch. Es ist beinahe Vollmond. Alle Tinge werfen schwere, tiefblaue Schatten auf den wieder leicht zusammengefrorenen Schnee. Tie hohe schlanke Silhouette eines Ziehbrun­ nens hebt sich von dem Feld. Daneben steht ein schweres, plumpes Kreuz, die Gestalt des Gekreuzigten glänzt silbrig unter dem zermorschteu Holzdach. Tie Sterne flirren, die Kälte wächst. Man hört jeden Laut. In der Ferne ein leichtes Grollen. Die schweren Ka­ nonen von Grodno .grüßen das Heldenseldl von Makarce. Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter.</p>
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          <p>Tages-Übersicht. Fälschuvgen bei der Getreideausnahme, i Wie der Landrat des Kreises Stade laut "Köln. Ztg." bekannt macht, haben Untersu­ chungen, die 'bei den Getreideinhabern vor­ genommen worden sind, zum Ergebnis geführt^ daß in 30 von hundert Fällen falsche An­ gaben gemacht worden sind. Tie nicht ange­ gebenen Getreideoorräte werden ohne Entschä­ digung eingezogen, außerdem sind Strafver­ fahren anhängig gemacht. Auch hier sind die höchsten Strafen zu verhängen. Es ist Verrat ant Vaterlande, sich jetzt nicht lunterzuordnen und seine eignen In­ teressen voranzustellen. Heraus mit den Na­ men der Betrüger. Ein neuer Postwagenbrand. Unlängst ist wieder ein mit Postsendungen beladener Eisen­ bahnpostwagen offenbar infolge Selbstentzün­ dung einer Sendung zwischen den an der Ost­ bahn gelegenen Stationen Rehselde und Strausberg in Brand geraten. Ter Wagen war in Bromberg mit 600 Paketen und 80 Briessäcken, enthaltend Feldpostpaketchen, die zum Teil für die Feldpostsammelstellen in Cöln—Deutz, Metz, Srraßburg, Trier und Ber­ lin bestimmt waren, beladen worden. Ein Teil der Ladung ist verbrannt, ein andrer Teil hat beim Löschen des Feuers durch daAi Wasser gelitten: nur wenige Sendungen sinh unversehrt geblieben. In dem Brandschutt haben sich an verschiedenen Stellen Reste von Streichholzschachteln, sowie die Hülse einer WU litärpatrone vorgefunden. Ter Mißbrauch, feuergefährliche Sachen in Postsendungen zu verschicken, hat auch in diesem Falle den Brand verursacht. Von amtlicher Seite ist mit Rück­ sicht aus die wiederholt vorgekommenen Selbst­ entzündungen von Postsendungen und die da­ durch hervorgerufenen umfangreichen Brände vor der Versendung feuergefährlicher Gegen­ stände durch die Post dringend gewarnt wor­ den. Diese Warnung kann nicht ernstlich genug wiederholt werden. Zu den feuergefährlichen l Gegenständen gehören auch Reib- und Streich-- I Hölzer und Zündhölzchen jeder Art einschl.. der im Geschäftsverkehr als "Wachskerzchen" ' bezeichneten Wachsstreichzünder; sie dürfen un­ ter keinen Umständen mit der Post versandt werden. Durch die Zuwiderhandlung gegen dieses Verbot werden in erster Linie unsre im Felde stehenden Truppen geschädigt, weih Sendungen mit leicht entzündlichen Gegeyständen eine ständige Gefahr für die übrigen mit Sehnsucht erwarteten Feldpostsendungen bil- i den. Außerdem hat jeder, der dem Verbot zu- I widerhandelt, — vorbehaltlich der Bestrafung ' nach den Gesetzen — für den entstehenden Scha­ den zu haften. Deuevungsunruhen in Sizilien. In den sizilianischen Provinzen Caltannitzetta und Girgetti werden Volksunruhen befürchtet, da mehrere Schweflgruben wegen Kohlenmangels die Arbeit einstellten. (Z.) Teuerung in Spanien. Das "Berl. Tgbl." meldet aus Gens: Tie Bevölkerung von Spa­ nien veranstaltete Kundgebungen gegen die Lebensmittelteuerung, bei denen es zu Zu­ sammenstößen mit der Zivilgarde kam, wobei viele Personen getötet oder verletzt wurden.</p>
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          <p>lenfürforgefonbs 55 000 Mark zuzuweisen und 356 696,33 Mark (gegen 345 853,12 Mark im Vorjahre) auf neue Rechnung vorzutragen. Tie außerordentliche Reserve soll unter Heranzie­ hung des bisherigen Reservefonds 3 mit 350 000 Mark auf 1000 000 Mark erhöht wer­ den.</p>
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          <p>Niederbayerische Nachrichten. Reis-akch, 8. März. (Das arge Regen­ wetter) und die dadurch verursachte SchneeLffchmelze brachte uns im Vilstale wieder ein bedeutendes Hochwasser, sodaß vorgestern das ganze Tal weit überflutet und zum Teil die Straßen unter Wasser gesetzt sind. Aus diesem Grunde mußte ein Teil der Kinder frühzieif tiger aus der Schule entlassen werden, daß sie noch rechtzeitig nach Hause kommen konnten. Das Postauto konnte den Kurs von Gerzxn abwärts wegen Ueberflutung der Straßen nicht mehr fortsetzen. Hier reicht das Wasser in die Aeußere Marktstraße. Armistorf, 8. März. (Hochwasser.) Durch den anhaltenden Regen hatten wir am ver­ gangenen Freitag Hochwasser bekommen, das jedoch bis heute schon wieder fast ganz zurüchgegangen ist. Avwstorf, 8. März. (Entwendet) wurden gestern aus der Ladenkasse der Schneiderscheir Handlung 37 Mark, welche heute morgen von dem Täter, einem 17 jährigen Tienstknecht, als er von der Gendarmerie vernommen wurde, wieder ausgehändigt wurden.</p>
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          <p>üblich, ein Verdienst des Spielleiters Herrn Seitz-Felix. Ter Beifall des gutbesetzten Hau-, ses galt unvergleichlich mehr der Darstellung als dem Stücke. Störend wirkte die Pausen-, verwechflung, die der Theaterzettel hervorrief, Grm/ Stadttheater« "Sturmidyll", zeitgemäßes Lustspiel in 3 Akten von Fritz Grünbaum und Wilhelm Sterk, Legierung von Lust-, Schauspiel und Komödie, behandelt eine Kriegsepisode des tapferen k. k. Oberleutnants Hubert Reßner, der über die Liede einer schönen Frau hinweg seinem Va­ terlande unschätzbare Dienste erweist. Der li­ terarische Wert dieses Elaborates sinkt durch die offensichtliche Sensationsabsicht der Auto­ ren, wodurch dem Stücke eine kurze Lebens­ dauer beschieden sein dürfte. Tie Exposition umfaßt den 1. Akt mit unnützen Tialoglängen, der 2. Akt versucht und erreicht auch manch­ mal eine gewisse Spannung ins Auditorium zu tragen, während der dritte Aufzug ent­ gegen der alten Lustspieltheorie des "Siech­ kriegen" über den Haufen wirst und den Aus­ gang dem Geschmacke oder der Phantasie des | verehrl. Publikums überläßt. Tie äußerst flotte ! Darstellung der Novität verdient alle An­ erkennung. Einen feschen österreichischen Ober­ leutnant Sherlok Holms in Uniform, wußte Herr Seitz-Felix mit viel liebenswürdiger Bonhomie und famosem Akzent auf die Bühne zu stellen. Eine würdige- Partnerin erwuchs j dem vielseitigen Darsteller in Frl. Weinber­ ger als Gräfin Kasimira, deren Wesen und Erscheinung den Wagemut des Helden gerechtisertigt erscheinen ließ. Regen Anteil an dem Tarstellungserfolge hatten noch der in Maske und Spiel gleich treffliche Jude Leiser in sei­ nen köstlichen Gemora-Gleichnissen des Herrn Willi Goebel, der sich anerkennenswerterweise jeder Uebertreibung fernhielt und der treust herzige Kriegsfreiwillige Berger des Herrn Sandow. In kleineren Rollen seien auch noch genannt Herrn Pfaudlers russischer Major, eine körperlich anstrengende Aufgabe und gn der Spitze der in das stille Schloß Staromiasta geflüchteten Backfische der russischen Aristo­ kratie die Damen Birlinger und .Parkmeisterj Auch die szenische Ausgestaltung verriet dies­ mal größere Sorgfalt als sonst bei Gastspielen aus München zu Gaste haben mit dem ersten Charakter- und Gesangskomiker des k. Theaters am Gärtnerplatz, Herrn Josef Ludl. Es geht das brillante Wiener Volksstück "Familie Schiemek" von Gustav Kadelburg in Szene, worin Herr Ludl die köstliche Rolle des "Zabobiel" spielt, eine Figur, die dem komischen Exterieur Ludls so großartig liegt, daß Stürme von Heiterkeit fortgesetzt den Zuschauerraum erfüllen. Direktor Hans d'Haibe, der selbst ein äußerst tüchtiger Komiker und ganz her­ vorragender Regisseur sein soll, leitet die Aus­ führung, die ganz neu einstudiert wird. Im Laufe der Woche werden sowohl die Bilder Ludls wie auch des gangen mitwirkenden En­ sembles zur Besichtigung hier ausgestellt. — Als Nachmittagsvorstellung geht das reizende Kindermärchen mit Gesang "Rotkäppchen und der böse Wolf" in Szene, das gerade in der letzten Zeit in München pst gegeben wurde und bei den Kindern,ungeheure Heiterkeit er- , regte. ]</p>
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          <p>Stadt unter die Herrschaft der Venezianer und wurde dreißig Jahre später von Kaiser Johannes IU. von NIcäa erobert. Später, im Anfang des 14. Jahr­ hunderts, fetzten sich die Catalonier hier fest und hausten nach dem Tode ihres Anführers Roger Flor in wildester Weife in Gallipoli. wo sie ein furcht­ bares Blutbad unter den wehrlosen Bürgern anrich­ teten. So war Galltpollt km Mittelalter ein Zank­ apfel der verschiedensten Mächte, bis schließlich ©ulet man, der türkische Eroberer, hier seine Residenz ansschlug und die Stadt von neuem befestigte. In der Neuzeit ist es den Franzofen im Jahre 1854 gelungen hier zu landen und den Ort einige Zeit besetzt zu halten. Heute ist Gallipoli immer noch der bedeu­ tendste Ort an der Straße der Dardanellen, trotzdem es kaum 30000 Einwohner zählt und ein wichtiger Ausfuhrplatz mit lebhaftem Schiffsverkehr ist. Aus­ gedehnte Bazahre und Magazine geben der Stadt einen ziemlich modernen Anstrich; aber die Straßen sind auch jetzt noch eng, krumm und schlecht gepflastert, und die Häuser sind meist aus Holz gebaut. Galli­ poli ist in Friedenszetten die Hauptstation der tür­ kischen Kriegsflotte und beherbergt als Vorhafen von Konftantinopel eine ganze Reihe von Marineanstalten.</p>
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          <p>Letzte Posten. Tret englische Tampfer torpediert. London, 10. März, mittags 10 Uhr. Die Admiralität meldet: "Der britische Dampfer "Tawgistan" wurde bei Scarborough torpediert. Von der Be­ satzung von 31 Mann wurden 12 gerettet. Ferner wurden die Dampfer "Blackwood" mit einer Besatzung von 17 Mann bei Hä­ sling und "Prinzeß Viktoria" mit einer Be­ satzung von 34 Mann bei Liverpool tor­ pediert. Die Besatzungen der beiden letztgenannten Dampfer wurden gerettet. Tie Torpedierung sämtlicher Dampfer er­ folgte am Dienstag morgens. Tie Haltung Italiens. Mai land, 8. März. Nach einer Mel­ dung der "Stampa" hatten im gestrigen Mi­ nisterrat Salandra, Sonnino und Kriegsmi­ nister Zupelli eine wichtige Unterredung. Heute ging in Rom das Gerücht. Fürst Bülow habe mit Sonino lange konferiert. Rom, 9. März. "Secolo" sieht in der Einigung Salandras und Giolittis eine Ver­ stärkung der neutralistischen Richtung. Tie "Stampa" schreibt: Bei den Abgeordneten habe die Unterredung zwischen den beiden Staatsmännern den Eindruck verstärkt, daß zwischen Oesterreich-Ungarn und Italien unter der Lei­ tung Deutschlands Verhandlungen im Gange seien. Tie Tatsache, daß sich die Consulta auf den Weg von Verhandlungen begeben habe, sei genügend, um die Kriegsgerüchte zu zer­ streuen, die in den letzten Tagen umgingen. Gegemwärtig sei politisch das wichtigste, so sagt das Blatt, daß Giolitti und Salandra sich geeinigt hätten. In GricKrnlanS soll ein Verbot aller Versammlungen für oder gegen den Krieg bestehen. Das nett» chriechischc Kabinett. Athe n, 10. März. (Meldung der Agence Athene.) Gunaris legte gestern nachmittags 4 Uhr dem König die Liste des neuen Kabi­ netts vor. Die Besetzung der Portefeuilles ist folgende: Vorsitz und Krieg Gunaris, Aus­ wärtiges Zogravos. Verkehr Baltadjis, Kultus und öffentlicher Unterricht Vozikis, Finanzen .Protapapadakis, Inneres! Triantafyhlakos,' Volkswirtschaft Autosias, Justiz Tsaldaris, Ma­ rine Stratos. Ter König genehmigte die Liste, Das neue Kabinett wird heute den Eid leisten. Mit einem englischen Unterseeboot stieß bei Sields der norwegische Dampfer "!Galathea" zusammen. Beide Schiffe wurden be­ schädigt. Russische Kriegsschiffe haben an der Südküste des Schwarzen Meeres die Kohlenhäfen Zunguldal, Koslu, Eregli und Alabli mit großer Munitionsverschwendung, aber geringem Erfolge beschossen. Amerika und Jaipau. ,Wutzkoje Slowo" erhält von ihrem Kor­ respondenten aus Tokio folgende Meldung: Aus Washington wird telegraphiert: Mit 93es zug auf die japanisch-chinesischen Verhandlun­ gen hat die Regierung der Vereinigten Staa­ ten in London und in Paris ihre vollstän­ dige Ueberzeugung ausgesprochen, daß ernste Beweise dafür vorhanden sind, daß die Po­ litik der offenen Tür i,n China nicht verletzt wird und dieses Prinzip in Ostasien soll auch in "Zukunft streng gewahrt werden. /</p>
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          <p>Literarisches. Literarisches. Der orit n und die Frauenbewe­ gung in der Türket. Als 1908 der hamtdifche Absolutismus zerbrach und eine strahlende Sonne goldener Freiheit und Volksbeglückung über dem Reich des Halbmonds aufgehen zu sollen schien, atmeten auch die türkischen Frauen auf und glaubten, nur den Schleier abwerfen und sich keck über alle veralteten Sitten und Gebräuche hinwegsetzen zu brauchen, um wieder in den Genuß all der Rechte zu treten, die ihrem Geschlecht in der Zeit großer Vorfahren zustanden. Das erwies sich, wie Dr. Freiherr von Mackay in einem Aufsatz des März« Heftes von VelhagenLKlafingS Monats­ heften betont, als ein verhängnisvoller Irrtum. Denn diese Art von Reform und Kampf für die Frouensache erzeugte nur anspruchsvolle weibliche Naturen, die mit dem Firnis abendländischer Kultur prunkten, ohne deren geistige und ethische Karatgehalte zu verstehen, geschweige denn in sich auszu­ nehmen, und dabei vollständig den Boden des Zu­ sammenhangs mit der Welt, in der sie aufgewachsen, unter den Füßen verloren. "Es gibt," hat mit Recht eine vornehme muslimische Frau gemahnt, "noch immer ein edles, ursprüngliches, feelenrelches Fraucnleben in muhammedanischen Landen, man darf es nur nicht in Peru oder Kairo, in Tunis oder Algier juchen, wo östlicher und westlicher Ein­ fluß sich vermischen und die alten Ueberlieferungen gebrochen sind. Man muß dahin gehen, wohin noch wenig Europäer vorgedrungen sind: dort hat sich die muhammedanische Weiblichkeit nach ihren eigenen Gesetzen bilden können, haben Vererbung und seltsche Urkraft manch herrliche Blüte gezeitigt; dort hat sich Musik und Dichtung von der Mutter auf die Toch­ ter fortgepflanzt, dort hat sich fernes Verständnis für alles Edle und Zarte erhalten, dort ist die Frau glücklich, weil sie nach den religiösen und sittlichen Gesetzen ihres Volkes lebt und stets die Offenbarungen des göttlichen Willens vor Augen hat, die für sie gleichbedeutend mit Vollkommenheit sind." In der Tat: wie die Wiedergeburt der Welt des Islam und des osmanischen Reiches sich nicht durch sklavische und schablonenhafte Nachahmung abendländischer Lebensformen, sondern allein durch Neuaufschließunq und Fruchtbarmachung der Nährquellen, die in Recht, Moral und Weltanschauung der unverfälschten prophe­ tischen Lehre und deren fortschrittlichen Grundgesetzen fließen, vollziehen kann, so ist eine glückliche Entwick­ lung und Förderung der Frauensache nur möglich in der Weise, daß die edelmetallhaltigen Erzgänge früherer Zeiten, deren Schachte wohl in Jahrhunder­ ten der Reaktion verschüttet find, deren Goldblick aber noch immer im verworfenen Gestein hell durch­ leuchtet, wieder aufgeschloffen und aus ihren Schätzen neue Werkzeuge und Geräte eines freien, zu abge­ klärten Idealen aufwärts gerichteten Lebens ge­ schmiedet werden. Daß man zu solcher Erkenntnis sich durchgerungen hat und auf ihren Pfaden wan­ delt, darin liegt das Giückspfand der türkischen Frauenbewegung auf ihrer heutigen neuesten Ent­ wicklungsstufe.</p>
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          <p>Bekanntmachung. Betreff: Die Regelung Ses Verkehrs mit Brot und Mehl. Al 15. März er. lief $rot ml Mehl im Stidtlezirl Lmdshsi nur gegen Algile einer mmSinlimngiftknt mögesielten temetemnrle nerlangt ölet ntgegclen malen. Die Mehl- und BrotzuweisunqSmarken werden jeweils für die Dauer von 30 Tage» ausgegeben. Die Abgabestelle befindet sich im kleine» Rat­ haussaale — Magistratsgebäude I. Stock. — Die Verteilung geschieht In de: Weise, daß die Haushaltungsoorstände mit dem Anfangsbuchstaben A mit H am Sen 11. ZALrH er. diejenigen mit dem Anfangsbuchstaben I mit R am Ireitog, Hsn 12. ZALrz er. und diejenigen mit dem Anfangsbuchstaben S mit Z am &lt;£&gt;ant0tag, den 13. Wlnrz er, je Vormittags von 8—12 Uhr und Nachmittags von 2—6 Uhr die ihnen zu­ stehenden Ausweismarkcn in Empfang nehmen lönnen. Werden letztere nicht von dem Haushaltungsvorstand oder deffeu Ehefrau abgeholt, so hat der zum Empfang Beauftragte eine schriftliche Erklärung über Name, Stand, Wohnung und gegenwärtige« Mehl­ vorrat des HaushaltungSvorstandeS, sowie über die Kostszahl der zum Haushalt gehörigen Personen mitzubringen. Auf den Kopf und Tag ist die gesetzlich zustehende Mehlmenge auf 18 G amra Koch und 182 G amm Brotmehl, zusammen 200 Gramm festge­ setzt; sonach trifft auf einen Monat ungefähr 1 Pfund Koch- und 11 Pfund Brolmedl pro Person. Die Ausweismarken lauten pro Tag und Kostf je auf 200 Gramm Mehl oder 300 Gramm Schwarzbrot oder 6 Stück Weißbrot, doch ist die Einteilung des Bezuges dem Einzelnen überlaffe» Wer für einige Zeit Vorräle an Mehl hat, erhält je nach der Ausrechnung entweder noch keine Marken oder nur eine geringere Anzahl, da erforderlichen Falles auch ein Umtausch von ll&gt;-ehl und Brot unter Vereinbarung mit dem Brotlieferanten stattfinden darf, ebenso! kann das Hausbrotbacken (die sogenannte Bürgerhitze) wie bisher vorgenommen nverden, doch ist auch hiebet der Verbrauch dem zustehenden Mehlquavtum anzupassen. Die bet der Markenabgabe verlangten Auskünfte find wahrheitsgemäß zu erteilen. Wlffentlich oder fahrlässig gemachte falsche Angaben werden gemäß § 44 der Bundesratsoerordnung vom 25. Januar cr. mit einer Geldbuße von 1500 Mk. oder Gefängnis bis zu 6 Monaten bestraft. Landshut, den 9. März 1915. 658 g&gt;t&lt;xdt*n&lt;XQ\ftxat &lt; &amp;&lt;xnd&amp;fy\tt.</p>
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          <p>Bekanntmachung. Unterfertigte Küchenverwaltung kauft größere Mengen: Kartoffel, Mo«-, Weiß- «ad Sanerkraut, Reis, Bruchreis, Gries; 660 Zucker (Brode«), Salz, Kaffee (gebräunt), Kaffeersatz, Limburger- «uv Stangeutäse (Angabe »es Prozeutgehaltes), Margarine, Rauchfleisch, Seefische. Bemusterte Angebote sind alsbald bei unterfertigter Kassenverwaltung (Reiterkaserne Zinimer Nr. 40) einzureichen. Landshut, den 9. März 1915. Die KiilhenveriNltllllg der Gefasgeseillagers.</p>
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