<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<?xml-model href="http://www.tei-c.org/release/xml/tei/custom/schema/relaxng/tei_all.rng" type="application/xml" schematypens="http://relaxng.org/ns/structure/1.0"?>
<?xml-model href="http://www.tei-c.org/release/xml/tei/custom/schema/relaxng/tei_all.rng" type="application/xml" schematypens="http://purl.oclc.org/dsdl/schematron"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">
  <teiHeader>
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1915-06-07"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
      </titleStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
        <availability>
          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
        </availability>
      </publicationStmt>
      <sourceDesc>
        <bibl>
          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">68. Jahrgang Nr. 152</biblScope>
          <date when="1915-06-07">1915-06-07</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
        </bibl>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
    <encodingDesc>
      <editorialDecl>
        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
        <segmentation>
          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
        </segmentation>
        <correction status="low" method="silent">
          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
        </correction>
      </editorialDecl>
      <projectDesc>
        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
        </p>
      </projectDesc>
    </encodingDesc>
  </teiHeader>
  <text>
    <body>
      <pb n="1"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Bericht des deutschen Hauptquartiers. dur chden Konflikt mit dem Heiligen Stühle, durch, die Meutereien und Desertionen, für die selbst der Raubzug von Mailand nur dürftigen Trost bilden konnte, durch das Versagen Ru­ mäniens und Griechenlands. "Sofortiger Ein­ bruch in Triest, Ueberschwemmung der Ge­ biete bis Klagenfurt, unaufhaltsames Vorrükken bis nach, Wien und Budäpest", das sollte, wie ein Vertrauter Cadornas im Januar rühmte, den Kern der Strategie des italieni­ schen Führers bilden — jetzt bleibt es der einzige Trost, daß die deutschen Soldaten in Belgien, als sie das Krähen des italienischen Hahnes vernahmen, vor Angst und Schreck irr­ sinnig wurden. Und auch dieser Trost muß den armen Carbonaris genommen werden: Unsre Soldaten jubelten ein dreifaches Hurra hin­ aus, als sie erfuhren, daß sie nun auch falsch« Italiener-Schädel spalten dürfen. Die rumänische Sphinx hüllt sich noch immer in Schweigen. Hier, wie in Italien, ist es die wohl ebenfalls gut bezahlte Gasse, die für die Entente wirkt. Es scheint sich aber in Rumänien kein Salandra zu finden, der seines Volkes Ehre durchs einen gemeinen Vertragsbruchs beschmutzen möchte. Und Ru­ mänien steht seit 32 Jahren im festen schrift­ lichen Vertragsverhältnis zu Oesterreich-Un­ garn und Deutschland, ja der Vertrag läuft noch mehrere Jahre. Was Rumänien an uns kettet, sind die gleichen Interessen im Osten, der Kampf gegen die russische Vorherrschaft. Nicht Siebenbürgen oder die Bukowina, son­ dern Beßarabien und die Mündung des Dnjestr müssen das Ziel rumänischer Politik sein. Und es scheint auch!, daß die Besonnenheit König Ferdinand die Oberhand behalten wird, wobei der Fall von Przemysl und die Niederlage der Russen in Galizien auch, ihre Wirkung nicht verfehlen wird. Bericht des deutschen WwtmtiM. WTB. Berlin, 5. Juni. Mittags. — (Großes Hauptquartier.) Wchlicher KrieManOS. Um die Reste der Zuckerfabrik bei Sou-</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="2"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Seite 2. chez wird weiter gesamtst. Zur Zeit ist sie wieder im Besitze der Franzosen. Tie feindlichen Angriffe bei Neuville wur­ den abgewiesen. Ter Flughafen Dommartemont bei Nan­ cy wurde mit Bomben belegt. Oestlicher KriWschMplatz. Im Anschluß an die gestern bei Rawdsjanh und Sawdhniki abgeschlagenen russischen Angriffe stießen unsre Truppen vor, warfen den 'Gegner, der den Brückenkopf Sawdhniki räumte und machten 1970 Gefangene. Weiter nördlich fanden in Gegend Popeljany für uns erfolgreiche Reiterkämpfe statt. Südöstlicher Kriegrschmplatz. Oestlich Jaroslau ist die Lage unverän­ dert. 1 Oestlich Przemhsl befinden sich die Trup­ pen des Generals von der Marwitz im Ver­ ein mit österreichisch-ungarischen Kräften im Vorgehen in Richtung Mosziska. Tie Armee des Generals v. Linsingen hat den Feind aus Kalusz und Zurawno (am Dnjester) zurückgeworfen. Oberste Heeresleitung. WTB. Berlin, 6. Juni. Mittags. — (Großes Hauptquartier.) Westlicher Kriegsschauplatz. Angriffe gegen unsre Stellung am Ostabhänge der Lorettohöhe wurden unter schwe­ ren Verlusten für den Feind abgeschlagen Nur um wenige vorspringende Grabenstücke wird noch gekämpft. Die Reste der Zuckerfabrik bei Souchez sind noch immer im Besitze der Franzosen. Im Dorfe Neuville gingen zwei Häuser­ gruppen verloren. Feindliche Minensprengungen in der Ehampagne blieben, ohne jede Wirkung. Wir belegten gestern die Festung Calais und den Flughafen St. Clement bei Luneville mit Bomben. Oestlicher Kriegsschauplatz. Unsre Offensive in Gegend Sawdhniki, der sich! die nördlich! und südlich stehenden Truppen anschlossen, gewann nach Osten weiter Bo­ den. Die Zahl der Gefangenen erhöhte sich aus 3659. Weiter südlich von Ugranh wurde der An­ griff einer russischen Division abgewiesen. Südlich des Njemen trieben deutsche Trup­ pen feindliche Abteilungen auf die Linie Sapiezyszki—Willi zurück. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Deutsche und österreichisch-ungarische Trup­ pen haben östlich, von Przemhsl den Feind bis in die Gegend nordöstlich und südöstlich von Mosziska zurückgeworfen. Die Armee des Generals v. Linsingen hat den feindlichen Brückenkopf bei Zurawno gestürmt und ist im Begriffe, den Dnjestrübergang bei diesem Orte zu erkämpfen. Auch weiter südlich schreitet die Verfol­ gung vorwärts und brachte uns bisher 10 900 Gefangene, 6 Geschütze und 14 Maschinengewehre. Oberste Heeresleitung.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Seite 2. chez wird weiter gesamtst. Zur Zeit ist sie wieder im Besitze der Franzosen. Tie feindlichen Angriffe bei Neuville wur­ den abgewiesen. Ter Flughafen Dommartemont bei Nan­ cy wurde mit Bomben belegt. Oestlicher KriWschMplatz. Im Anschluß an die gestern bei Rawdsjanh und Sawdhniki abgeschlagenen russischen Angriffe stießen unsre Truppen vor, warfen den 'Gegner, der den Brückenkopf Sawdhniki räumte und machten 1970 Gefangene. Weiter nördlich fanden in Gegend Popeljany für uns erfolgreiche Reiterkämpfe statt. Südöstlicher Kriegrschmplatz. Oestlich Jaroslau ist die Lage unverän­ dert. 1 Oestlich Przemhsl befinden sich die Trup­ pen des Generals von der Marwitz im Ver­ ein mit österreichisch-ungarischen Kräften im Vorgehen in Richtung Mosziska. Tie Armee des Generals v. Linsingen hat den Feind aus Kalusz und Zurawno (am Dnjester) zurückgeworfen. Oberste Heeresleitung. WTB. Berlin, 6. Juni. Mittags. — (Großes Hauptquartier.) Westlicher Kriegsschauplatz. Angriffe gegen unsre Stellung am Ostabhänge der Lorettohöhe wurden unter schwe­ ren Verlusten für den Feind abgeschlagen Nur um wenige vorspringende Grabenstücke wird noch gekämpft. Die Reste der Zuckerfabrik bei Souchez sind noch immer im Besitze der Franzosen. Im Dorfe Neuville gingen zwei Häuser­ gruppen verloren. Feindliche Minensprengungen in der Ehampagne blieben, ohne jede Wirkung. Wir belegten gestern die Festung Calais und den Flughafen St. Clement bei Luneville mit Bomben. Oestlicher Kriegsschauplatz. Unsre Offensive in Gegend Sawdhniki, der sich! die nördlich! und südlich stehenden Truppen anschlossen, gewann nach Osten weiter Bo­ den. Die Zahl der Gefangenen erhöhte sich aus 3659. Weiter südlich von Ugranh wurde der An­ griff einer russischen Division abgewiesen. Südlich des Njemen trieben deutsche Trup­ pen feindliche Abteilungen auf die Linie Sapiezyszki—Willi zurück. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Deutsche und österreichisch-ungarische Trup­ pen haben östlich, von Przemhsl den Feind bis in die Gegend nordöstlich und südöstlich von Mosziska zurückgeworfen. Die Armee des Generals v. Linsingen hat den feindlichen Brückenkopf bei Zurawno gestürmt und ist im Begriffe, den Dnjestrübergang bei diesem Orte zu erkämpfen. Auch weiter südlich schreitet die Verfol­ gung vorwärts und brachte uns bisher 10 900 Gefangene, 6 Geschütze und 14 Maschinengewehre. Oberste Heeresleitung. Seite 2. chez wird weiter gesamtst. Zur Zeit ist sie wieder im Besitze der Franzosen. Tie feindlichen Angriffe bei Neuville wur­ den abgewiesen. Ter Flughafen Dommartemont bei Nan­ cy wurde mit Bomben belegt. Oestlicher KriWschMplatz. Im Anschluß an die gestern bei Rawdsjanh und Sawdhniki abgeschlagenen russischen Angriffe stießen unsre Truppen vor, warfen den 'Gegner, der den Brückenkopf Sawdhniki räumte und machten 1970 Gefangene. Weiter nördlich fanden in Gegend Popeljany für uns erfolgreiche Reiterkämpfe statt. Südöstlicher Kriegrschmplatz. Oestlich Jaroslau ist die Lage unverän­ dert. 1 Oestlich Przemhsl befinden sich die Trup­ pen des Generals von der Marwitz im Ver­ ein mit österreichisch-ungarischen Kräften im Vorgehen in Richtung Mosziska. Tie Armee des Generals v. Linsingen hat den Feind aus Kalusz und Zurawno (am Dnjester) zurückgeworfen. Oberste Heeresleitung. WTB. Berlin, 6. Juni. Mittags. — (Großes Hauptquartier.) Westlicher Kriegsschauplatz. Angriffe gegen unsre Stellung am Ostabhänge der Lorettohöhe wurden unter schwe­ ren Verlusten für den Feind abgeschlagen Nur um wenige vorspringende Grabenstücke wird noch gekämpft. Die Reste der Zuckerfabrik bei Souchez sind noch immer im Besitze der Franzosen. Im Dorfe Neuville gingen zwei Häuser­ gruppen verloren. Feindliche Minensprengungen in der Ehampagne blieben, ohne jede Wirkung. Wir belegten gestern die Festung Calais und den Flughafen St. Clement bei Luneville mit Bomben. Oestlicher Kriegsschauplatz. Unsre Offensive in Gegend Sawdhniki, der sich! die nördlich! und südlich stehenden Truppen anschlossen, gewann nach Osten weiter Bo­ den. Die Zahl der Gefangenen erhöhte sich aus 3659. Weiter südlich von Ugranh wurde der An­ griff einer russischen Division abgewiesen. Südlich des Njemen trieben deutsche Trup­ pen feindliche Abteilungen auf die Linie Sapiezyszki—Willi zurück. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Deutsche und österreichisch-ungarische Trup­ pen haben östlich, von Przemhsl den Feind bis in die Gegend nordöstlich und südöstlich von Mosziska zurückgeworfen. Die Armee des Generals v. Linsingen hat den feindlichen Brückenkopf bei Zurawno gestürmt und ist im Begriffe, den Dnjestrübergang bei diesem Orte zu erkämpfen. Auch weiter südlich schreitet die Verfol­ gung vorwärts und brachte uns bisher 10 900 Gefangene, 6 Geschütze und 14 Maschinengewehre. Oberste Heeresleitung.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Seite 2. chez wird weiter gesamtst. Zur Zeit ist sie wieder im Besitze der Franzosen. Tie feindlichen Angriffe bei Neuville wur­ den abgewiesen. Ter Flughafen Dommartemont bei Nan­ cy wurde mit Bomben belegt. Oestlicher KriWschMplatz. Im Anschluß an die gestern bei Rawdsjanh und Sawdhniki abgeschlagenen russischen Angriffe stießen unsre Truppen vor, warfen den 'Gegner, der den Brückenkopf Sawdhniki räumte und machten 1970 Gefangene. Weiter nördlich fanden in Gegend Popeljany für uns erfolgreiche Reiterkämpfe statt. Südöstlicher Kriegrschmplatz. Oestlich Jaroslau ist die Lage unverän­ dert. 1 Oestlich Przemhsl befinden sich die Trup­ pen des Generals von der Marwitz im Ver­ ein mit österreichisch-ungarischen Kräften im Vorgehen in Richtung Mosziska. Tie Armee des Generals v. Linsingen hat den Feind aus Kalusz und Zurawno (am Dnjester) zurückgeworfen. Oberste Heeresleitung. WTB. Berlin, 6. Juni. Mittags. — (Großes Hauptquartier.) Westlicher Kriegsschauplatz. Angriffe gegen unsre Stellung am Ostabhänge der Lorettohöhe wurden unter schwe­ ren Verlusten für den Feind abgeschlagen Nur um wenige vorspringende Grabenstücke wird noch gekämpft. Die Reste der Zuckerfabrik bei Souchez sind noch immer im Besitze der Franzosen. Im Dorfe Neuville gingen zwei Häuser­ gruppen verloren. Feindliche Minensprengungen in der Ehampagne blieben, ohne jede Wirkung. Wir belegten gestern die Festung Calais und den Flughafen St. Clement bei Luneville mit Bomben. Oestlicher Kriegsschauplatz. Unsre Offensive in Gegend Sawdhniki, der sich! die nördlich! und südlich stehenden Truppen anschlossen, gewann nach Osten weiter Bo­ den. Die Zahl der Gefangenen erhöhte sich aus 3659. Weiter südlich von Ugranh wurde der An­ griff einer russischen Division abgewiesen. Südlich des Njemen trieben deutsche Trup­ pen feindliche Abteilungen auf die Linie Sapiezyszki—Willi zurück. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Deutsche und österreichisch-ungarische Trup­ pen haben östlich, von Przemhsl den Feind bis in die Gegend nordöstlich und südöstlich von Mosziska zurückgeworfen. Die Armee des Generals v. Linsingen hat den feindlichen Brückenkopf bei Zurawno gestürmt und ist im Begriffe, den Dnjestrübergang bei diesem Orte zu erkämpfen. Auch weiter südlich schreitet die Verfol­ gung vorwärts und brachte uns bisher 10 900 Gefangene, 6 Geschütze und 14 Maschinengewehre. Oberste Heeresleitung. Oestlicher Kriegsschauplatz.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Südöstlicher Kriegsschauplatz. Seite 2. chez wird weiter gesamtst. Zur Zeit ist sie wieder im Besitze der Franzosen. Tie feindlichen Angriffe bei Neuville wur­ den abgewiesen. Ter Flughafen Dommartemont bei Nan­ cy wurde mit Bomben belegt. Oestlicher KriWschMplatz. Im Anschluß an die gestern bei Rawdsjanh und Sawdhniki abgeschlagenen russischen Angriffe stießen unsre Truppen vor, warfen den 'Gegner, der den Brückenkopf Sawdhniki räumte und machten 1970 Gefangene. Weiter nördlich fanden in Gegend Popeljany für uns erfolgreiche Reiterkämpfe statt. Südöstlicher Kriegrschmplatz. Oestlich Jaroslau ist die Lage unverän­ dert. 1 Oestlich Przemhsl befinden sich die Trup­ pen des Generals von der Marwitz im Ver­ ein mit österreichisch-ungarischen Kräften im Vorgehen in Richtung Mosziska. Tie Armee des Generals v. Linsingen hat den Feind aus Kalusz und Zurawno (am Dnjester) zurückgeworfen. Oberste Heeresleitung. WTB. Berlin, 6. Juni. Mittags. — (Großes Hauptquartier.) Westlicher Kriegsschauplatz. Angriffe gegen unsre Stellung am Ostabhänge der Lorettohöhe wurden unter schwe­ ren Verlusten für den Feind abgeschlagen Nur um wenige vorspringende Grabenstücke wird noch gekämpft. Die Reste der Zuckerfabrik bei Souchez sind noch immer im Besitze der Franzosen. Im Dorfe Neuville gingen zwei Häuser­ gruppen verloren. Feindliche Minensprengungen in der Ehampagne blieben, ohne jede Wirkung. Wir belegten gestern die Festung Calais und den Flughafen St. Clement bei Luneville mit Bomben. Oestlicher Kriegsschauplatz. Unsre Offensive in Gegend Sawdhniki, der sich! die nördlich! und südlich stehenden Truppen anschlossen, gewann nach Osten weiter Bo­ den. Die Zahl der Gefangenen erhöhte sich aus 3659. Weiter südlich von Ugranh wurde der An­ griff einer russischen Division abgewiesen. Südlich des Njemen trieben deutsche Trup­ pen feindliche Abteilungen auf die Linie Sapiezyszki—Willi zurück. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Deutsche und österreichisch-ungarische Trup­ pen haben östlich, von Przemhsl den Feind bis in die Gegend nordöstlich und südöstlich von Mosziska zurückgeworfen. Die Armee des Generals v. Linsingen hat den feindlichen Brückenkopf bei Zurawno gestürmt und ist im Begriffe, den Dnjestrübergang bei diesem Orte zu erkämpfen. Auch weiter südlich schreitet die Verfol­ gung vorwärts und brachte uns bisher 10 900 Gefangene, 6 Geschütze und 14 Maschinengewehre. Oberste Heeresleitung.</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="3"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>liefern können. In Sebastopol ist Brontnot eingetreten. Mn russischer Offizier als "Liebhaber" deut­ scher Klaviere. ' Von einem Berliner Klavierfabrikanten wird der D. Ztg. folgende Feldhostkarte zur Verfügung gestellt: A. . . ., 7. März. Wir find hier im Hause eines russischen Kosakenhauptmanns einquartiert. Daselbst be­ findet sich ein aus Deutschland gestohlenes Klavier von Ihnen aus der Fabrik Gebr. N. Es trägt die Nr. 3482, und am Gehäuse ist unter dem Teckel eingebrannt die Nr. 12 386. Haben Sie die Güte, uns postwendend mit­ zuteilen, wem Sie in Deutschland dieses Kla­ vier verkauft haben. Vielleicht haben wir Ge­ legenheit, dem Eigentümer wieder zu seinem Rechte zu verhelfen. Hochachtungsvoll M! " So weit die Karte. Tie Firma hat sofort festgestellt, daß die Klaviernummer einem Ober­ förster Schl, in Ostpreußen geliefert hatte. Aus dessen Hause ist also das Klavier im Gewichte von 6 bis 7 Zentnern, dessen Transport Sach­ kenntnis voraussetzt, und nur mit Mühe und Sorgfalt bewirkt werden kann, gestohlen und 100 Kilometer (in der Luftlinie) über die rus­ sische Grenze verbracht worden. Ter Dieb ober zumindest der Hehler aber ist ein russischer Offizier, vermutliche lediglich aus Kunstbegei­ sterung! Was sind wir Deutschen dagegen doch für "Barbaren".</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="4"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>sage Ihnen, idj. dulde das nicht länger —", er stampfte plötzlich mit dem Fuße auf. "Ge­ gen die jungen Herrschaften hier sind Sie mürrisch und widerwillig —" "Wer sagt das? Ich tue meine Pflicht—" "Ja, aber wie! Schon oft genug haben sich, die junge Frau von Trotzenstein und auch mein Neffe über Sie beklagt!" "So? Sie haben sich über mich beklagt?" sagte Wieselchen in eigentümlichem Tone. "Wirklich! h^klagt? Das wundert mich!" "Es ist gar nichts zum Wundern dabei! Und jetzt, wo ich. Ihnen hinter die Schliche gekommen bin, ist mir die Sache ganz erklär­ lich. Sie verkennen Ihre Stellung hier, Mam­ sell! Sie nehmen sich unberechtigter Weise heraus, Partei zu ergreifen. Ten jungen Leuten sind Sie aufsässig, weil Sie mit Dem da —" Rodenbach wies zornig auf den Brief, "unter einer Decke stecken, vielleicht gar am liebsten seine Bettelprinzessin auf Rodenbach! sähen!" Wieselchen richtete sich noch straffer auf und ihr Häubchen hüpfte förmlich, auf und nieder. "Ob das gerade ein großes Unglück wäre," sagte sie vühig, "wissen Sie gar nicht, denn Sie haben sie ja nicht einmal kennen lernen wollen. Ich, kenne sie auch nicht, aber die — anderen kenne ich.. Darum sage ichs ganz offen: ob das ein Unglück wäre, ist noch lange nicht bombensicher! Wenn Sie aber glauben, Herr Baron, daß unsereiner, weil er hier das Brot ißt, überhaupt keine eigene Meinung haben darf, so muß ich Ihnen antworten; Sie können es ja ändern!" "Mamsell Blümke!" "Jawohl! Tenn ich, die Mamsell Blüm­ ke, habe eine eigene Meinung und lasse sie mir nicht nehmen! Seit meinem sechzehnten Jähr — das sind jetzt volle neununddreißig Jahre — diene ich auf Rodenbach!, und ich denke, umsonst habe Mj. mein Brot nicht ge­ gessen. Leicht Wirdes mir zwar nicht werden, mich zu verändern auf meine alten Tage — aber was zu viel ist, ist zu viel!" [ ■ &lt;BU brach, in Tränen aus. In diesem Augenblick ging die Tür aus, und Sybille trat ein. Sie mutzte die letzten Worte Wieselchens wohl gehört haben, denn sie warf ihr einen beschwörenden Blick zu und deutete nach der Tür. Rodenbach! war ans Fenster getreten, pfiff einen Marsch, und trommelte auf den Scheiben wütend den Takt dazu. Wieselchen raffte stumm ihren Brief vom Tisch! und verschwand. , i i . _ (Fortsetzung folgt.) .j , , ( j, Leute unter meinem Dache, die heimlich ab­ trünnig find." ' Wieselchen wurde feuerrot, erwiderte aber keine Silbe. Nur das saubere, schwarze Spitzenhäubchen auf dem glatten Scheitel bebte leise. "Ta haben Sie Ihren Brief," fuhr Ro­ denbach fort, und ich. wünsche, daß Sie ihn in meiner Gegenwart öffnen und mir sagen, was darin ficht." ■ Jetzt kam Leben in Wieselchen. "Herr Baron, dazu haben Sie kein Recht," sagte sie, sich aus ihrer geknickten Haltung straff aufrichtend. "Meine Briefe sind mein persönliches Eigentum!" "So, so. Es scheint, daß, Sie also doch schon ungefähr wissen, worum es sich! dreht. Vielleicht will man Geld von Ihnen haben? Oder Sie sollen die Vermittlerin spielen? Aber "Herr Baron, das glauben Sie ja selber nicht," unterbrach sie ihn entrüstet. "Nicht, daß ich, nicht alles für Herrn Gisbert tun möchte, was in meiner Macht steht. Aber der ist viel zu stolz, als daß er in einem Hause um Geld oder Liebe betteln würde, wo man ihn — so behandelt hat!" "Na, das wird ja immer schöner! Sie entpuppen sich! allerliebst, Mamsell! Und ich!</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Der Krieg zur See. Irr Krieg zur See. Ein russifchier Kreuzer versenkt. WTB. Berlin, 5. Juni. Am 4. Juni hat ein deutsches Unterseeboot einen russischen Minenkreuzer der "Amur"-Klasse bei BaltischPort versenkt. Der stellvertr. Chef des Admiralstabes: gez. Behncke. 2 feindliche Dampfer versenkt. Rotterdam, 6. Juni. Die Agence Havas meldet: Der Damlpfer "Penfeld" aus Brest ist gestern mittags von einem Unterseeboot im Aermelkanal versenkt worden. Die Besatzung wurde gerettet. Der 3340 Tonnen große Damlpfer "Jona" der Wilson-Linie wurde bei der Insel Fair tor­ pediert; die Besatzung der "Jona" in Stärke von 53 Mann wurde in Kirkwall gelandet; 4 Mann von der "Jona" find durch Artillerie­ feuer verwundet worden. (Z.) 10 Fischidarnpser versenkt. London , 6 .Juni. (Reuter.) — Der Schleppnetzdampfer "Enamah" und "Strath- barn" sind am 3. bzw. 4. Juni in der Nordsee torpediert worden, wobei die Besatzungen ge­ rettet wurden. Bei den Orkney-Inseln sind gestern noch drei Schleppnetzdampfer torpediert worden; die Besatzungen wurden gerettet. Nach einer andern Meldung sind noch zwei Fischerfahrzeuge bei Lowez und ein Schleppdampfer bei den Orkney-Inseln von Unterseebooten ver­ senkt worden. 3tm ft erb am, 6. Juni. Die "Nieuwe Rotterdamsche Courant bringt einen Bericht des "Daily Chronicle" aus Milford: Ohne vorher­ gegangene Warnung sind zwei Walliser Fischdampfer durch ein deutsches Unterseeboot in den Grund gebohrt worden. Von der 10 Mann starken Besatzung des einen Schiffes wurden 6 durch Granaten des Unterseebootes getötet. Ter Fortgang des Unterseekrieges. London, 5. Juni. Reuter meldet: Der Damlpfer "Intim" wurde bei Kap Lizard tor­ pediert und versenkt. Die Besatzung von 40 Mann ist gerettet. Der schwedische Dampfer "Lappland", nach Middlesborough unterwegs, ist 55 Meilen von Peterherd gesunken. Die Besatzung, 19 Mann und vier Frauen, wurde in Petebhead gelan­ det. Rotterdam, 5. Juni. Wie englische Blätter melden, versenkte ein deutsches U-Boot den belgischen Fischdampfer "Delta" am Mitt­ woch nachmittags unweit der Scilly-Jnseln. Die Bemannung von elf Personen wurde in St. Mary gelandet. Lloyds melden, daß der norwegische Dam­ pfer "Cubano" aus Tonsberg von einem UBoot unweit Gallonhead bei den Hebriden torpediert worden und untergegangen sei. Die Besatzung fei gerettet worden. (Z.) Lissabon, 5. Juni. (Agence Havas.) Nach&gt; Blättermeldungen beschoß der Postdam­ pfer "Domarara" auf der Fahrt von Liver­ pool nach Lissabon das Periskop eines Un­ terseebootes, das ihn verfolgte. Das Unter­ seeboot verschwand sofort. (Die Franzosen, Engländer und Amerikaner brauchen sich nach diesem Vorfall wie nach früheren ähnlichen nicht zu wmndern, wenn unsere U-Boote feind­ liche Handelsschiffe ohne vorherige Warnung versenken. Red.) Ein englischer kleiner Kreuzer gesunken. Hamburg, 5. Juni. Bei Blieland an der holländischen Küste find nach einer Mel­ dung drei Rettungsgürtel und Korkwesten mit der Aufschrift "H. M. S. Patrvl" angetrieben worden. Man muß annehmen, daß dieses Schiff verloren gegangen ist. Es handelt sich offenbar um die Reste des kleinen englischen Kreuzers "Patrol" (3000 Tonnen), einesSchwesterschiffes des kleinen Kreuzers "Pathfinder", I der am 5. Dezember 1944 in der Nordsee I durch "U 21" torpediert wurde. Es ist schon früher einmal gerüchtweise der Untergang die­ ses Kriegsschiffes berichtet worden. (Z.) Die Geschütze der "Lusitania". Amsterdam, 5. Juni. "Daily News" erfahren aus Washington, daß Graf Bernstorff dem Staatssekretär Brhan die beschworenen Aussagen von vier deutschen Reservisten vor­ legte. Diese haben die "Lusitania" vor ihrer Abreise besucht und Geschütze vorgefunden, die während der Untersuchung im Newyorker Ha­ fen durch den Zolleinnehmer Malome versteckt gehalten worden waren. (Z.)</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Der Krieg mit England. Ein englisch,es Eingeständnis. Ter englische Minister Lloyd George Hielt gestern laut Reuter in Manchester eine Rede vor den Arbeitgebern und Arbeitnehmern der Maschinenindustrie. Er sagte u. a.: Ter große deutsche Erfolg in Galizien ist.einzig und allein der großen Ueberlegenheit der deutschen Stahlindustrie zuzuschreiben. (Z.) Englisch,er Geldverlust infolge des "Lusitania"Unterganges. ' Englische Versicherungsgesellschaften ha­ ben laut Korrespondenz Piper bisher 100 000 Pfund Sterling für 350 beim Untergang der "Lusitania" verloren gegangenen Leben aus­ gezahlt. Englischer Schiffsverkehr. Nach Bekanntmachungen der Cunard-Linte t y Journal de Geneve" vom 1. Juni wird die "Mauretania", das Schwesterschiff der "Lu­ sitania", am 26. Juni ihre Ausreise von Li­ verpool nach Newhork antreten. Der Krieg mit England.</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="5"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Die Türkei im Kriege. Me Türkei iw Kriege. Der türkische Berich,t. Konstantinopel, 5. Juni. Der Ge­ neralstab teilt mit: An der Dardanellenfront im Gebiete von Seddul Bahr greift der Feind, gestützt auf Verstärkungen, die er in den letzten Tagen erhalten hat, heftig an. Er wurde durch un­ sere Gegenangriffe zurückgetrieben. Bis jetzt haben wir fünf Maschinengewehre erbeutet. Der Kampf dauert heute abend als sehr gün­ stig für uns fort. Unsere Küstenbatterien auf der anatolischen Küste beschießen mit Erfolg, sobald der Augenblick günstig ist, die Angxiffs» fofomten unb Artillerie des Feindes, ebenso wie seine Schiffe, wenn sie sich zeigen. Eine Granate traf den "Bruix". Bei Ari Burnu keine bedeutende Aktion. Am 30. Mai hat ein deutsches Untersee­ boot ein feindliches Schiff nähe den StratoInseln südlich von Lemnos torpediert und versenkt. Von welchem Typ das versenkte Schiff ist, konnte nicht festgestellt werden. In der Nacht vom 3. auf 4. Juni ging ein französischer Minensucher zwischen den In­ seln Keuston und Hekim vor Smyrna durch eine Etzplosion unter. Seine Trümmer wur­ den an die Küste von Smyrna geworfen. Auf den übrigen Fronten nichts von Be­ deutung. Türkische Erfolge an -er Tardancllenfront. Konstantin opel, 6. Juni. Das tür­ kische Große Hauptquartier teilt mit: "An der Dardanellenfront hat die sehr heftige Schlacht im Abschnitt von Sedd il Bahr, die am 4. Juni mittags mit einem feindlichen Angriff begonnen und sich auf der ganzen Front ent­ wickelt hatte, nach fast zweitägiger Dauer durch energische Gegenangriffe unsres rechten Flü­ gels heute morgens zu einem Erfolg für uns geführt. Der Feind wurde in Unordnung in seine ftüheren Stellungen zurückgetrieben, nachdem er sehr schwere Verluste erlitten hatte. Wir erbeuteten von gestern bis heute morgens 17 Maschinengewehre, eine große Menge von Waffen und Kriegsmaterial. Nachdem ein Ver­ such des Feindes, unsren linken Flügel anzu­ greifen, zurückgewiesen worden war, warf er - sich mit allen Kräften auf unsren rechten Flü­ gel, mußte sich, aber vor unsren Gegenangriffen heute stüh zurückziehen, außerstande, seinen verzweifelten Vorstoß fortzusetzen. Bei Ari Burun unternähmt der Feind in der Nacht vom 5. bis 6. Juni einen verzwei­ felten Angriff gegen unsren rechten Flügel, wobei er Handgranaten gebrauchte. Der An­ griff wurde gleichfalls mit Verlusten für den Feind abgewiesen. — An andren Fronten nichts von Bedeutung." Die deutschen Unterseeboote in Konstantinopcl. Aus Konstantinopel wird der Frkfr, Ztg. gemeldet: Ein Teil der gegen das Mittelmeer entsandten Flottille von deutschen Untersee­ booten traf gestern früh am Bosporus ein. Die deutschen Boote paradierten vor dem kai­ serlichen Palaste in Dolma Bagdsche. Das Publikum brachte den Unterseebooten, die in kurzer Zeit vor den Dardanellen so groß? artige Taten vollbracht haben, herzliche Kund­ gebungen dar. (Z.)</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Bayerische Nachrichten. Bayerische Nachrichten. Ausschluß -er Italiener von daher. Hoch­ schulen. Tie von der bayerischen Unterrichts­ verwaltung anläßlich des gegenwärtigen Krie­ ges erlassenen Vorschriften über den Ausschluß feindlicher Ausländer vom Besuche der baye­ rischen Hochschulen, sind nunmehr auf ita­ lienische Staatsangehörige erstreckt worden. Der Bayer. Landwirtschaftsrat hielt am Freitag seine 4. Vollversammlung, in der Vor­ schläge für Höchstpreise für milchwirtschaftliche Erzeugnisse gemacht wurden. Ueber Höchst­ preise für Schlachtvieh und Fleisch referierte Landesökonomierat Kabbel, worauf folgender Antrag Annähme fand: "Der BaherischeLandwirtschaftsrat erkennt an, daß die derzeitigen hohen Vieh- und Fleischpreise mit Rücksicht auf die Ernährung der Bevölkerung bedauerlich sind, und daß es im Hinblick auf die Zukunft der Landwirtschaft nicht in ihrem Interesse erscheint, wenn die Fleischpreise ins uner­ schwingliche steigen. Er hält es daher für wün­ schenswert, daß ein weiteres Steigen der Preise möglichst hinangehalten wird, glaubt aber, daß eine Festsetzung von Höchstpreisen für ° lebendes Vieh und für Fleische unmöglich, ist, da unüberwindliche Schwierigkeiten insbeson­ dere auch der Durchführung der Beschlagnahme entgegenstehen, welche als Ergänzung des Sy­ stems der Höchstpreise unentbehrlich' wäre. Die Verschiedenheit der Qualität sowohl im Werte des Viehs als in Bewertung der Füischteile ist so groß, daß der Weg der Begrenzung der Preise nach oben durch Höchstpreise ausgeschlos­ sen erscheint. — Es ist im Gegenteil anzunehtiten, daß der Mangel an Vieh aufDen Märkten durch diese Festsetzung noch größer werden würde. — Die Regierung könnte durch Unter­ stützung der Schweinezucht und Viehntast über­ haupt helfen, indem sie Kleie und Futtermehl durch' geringere Ausmahlung etwa ayj 70 Pro­ zent unb namentlich' Kartoffel in genügender Menge zu auskömmlichen Preisen zur Ver­ fügung stellt und dann eventuell für die Fest­ setzung von Gewichtsgrenzen (ca. 120 Pfd.) bei den Schlachtungen von Schweinen sorgt. Bezüglich' des Viehhandels könnte bestimmt werden, daß durch Ausstellung von distrikts­ polizeilichen Gewerbescheinen und eventl.Kontrollbüchern eine Einschränkung der Vieh­ händler und der Armeelieferanten und ihrer unberechtigten Gewinne herbeigeführt wird." An die Militärbehörde soll die Bitte um mög­ lichst gvoße Beurlaubung der Führer von Dreschmaschinen bei Beginn der Ernte gerich­ tet werden, um eine schnelle Zuführung der neuen Ernte an den Konsum zu gewährlei­ sten. Die Ackerbauschulen sollen bei Beginn der Ernte geschlossen werden. Herr Dr. Sturm referierte noch über die Futtermittelverteilung. Die 25. Generalversammlung des baye­ rischen Kanalvereins hat gestern in Fürth be­ gonnen. Vormittags 10 Uhr 15 Min. kam König Ludwig in Fürth an, üm an derTagung teilzunehmen. Nach der Begrüßung erfolgte die Fahrt zum Rathause. Durch Gas vergiftet hat sich' in Mün­ chen die 27jährige Frau Anna Schmidt mit ihrem fünf Jahre alten Töchterchen.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Niederbayerische Nachrichten. RiÄerbamische Nachrichten. Lalling, 5. Juni. (Ein rüstiger Alter.) Ter Oekonom Ferdinand Süß. bei Ranzing läßt gegenwärtig auf seinem herrlich' gelegenen An­ wesen einen Neubau ersteren. Bei der gestern erfolgten Aufftellung des Dachstuhles hielt der 82jährige Zimmermann Josef Straßer von Dösing, der noch immer mit seinem Sohne rüstig mitarbeitet, frei auf dem Firste sichend, eine Anrede mit Trinkfpruch, auf den Bauherrn. Ties mag wo anders auch Brauch' sein, aber von einem 82Jährigen dürfte es selten aus­ geführt werden. Deggendorf, 5. Juni. (Ertrunken.) Vor­ gestern nachmittags ist der 18jährige Dienstknecht Michael Kopp, bedienstet bei Oekonom Steinbauer in Himmelreich', welcher sich in einem Weiher badete, ertrunken. Rufet, 4. Juni. (Brand.) Um Mitternacht ist gestern bei dem Bauern Eder hier ein Brand ausgebrochen, dem in kurzer Zeit das gesamte Anwesen zum Opfer fiel. Das Rindvich konnte mit knäpper Not noch' ausgebracht werden; vier Schweine und die Hühner ver­ brannten. i Eisenstein, 5. Juni. (Eisern Kreuz-Tisch.) Vor einigen Tagen fand im Arberseehaus die feierliche Nagelung des künstlerischen Eisernen Kreuz-Tisches mit der Widmung "Für Bayerns tapfere Söhne von treuen Bundesbrüdern" statt, der von Oesterreichern gestiftet wurde und dessen Erträgnisse der bayerischen Kriegs­ und Jnvalidenfürsorge zufließen sollen. Tie Nagelung zeitigte schon an den ersten Tagen ein glänzendes Ergebnis, doch' harren noch' Hunderte von Nägeln der Stifter, deren Na­ men In einem Eisernen Kreuz-Büch verewigt werden. Passau, 5. Juni. (In die Donau gesprun­ gen.) Mittwoch abends sprang ein Soldat, anscheinend lebensmüde, an der Eggendobler Tonauseite in den Strom und war in Gefahr zu ertrinken. Ter in der Nähe weilende Ge­ freite Michael Fuhrmann von hier sprang dem Ertrinkenden zu Hilfe und rettete thu. Bei dieser Tat der Nächstenliebe wurde aber der Gefreite von dem Ertrinkenden so heftig mit dem Messer bearbeitet, daß ihm die Pulsader am linken Arm durchschnitten wurde. Ter ins Wasser gesprungene Soldat verletzte sich nur leicht. Nachdem Fuhrmann einen Notverband erhalten hatte, wurden beide in das hiesige Lazarett gebracht. Ter Gestochene ist Feldzugsteilnehmer und mit dem Eisernen Kreuze ausgezeichnet.</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="6"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Lokales. —* Ein K ellerbrand entstand am Samstag in einem Hause der Altstadt, wurde jedoch im Keime erstickt. —* Die Lehrlingsarbeitenausst e l l u n g des GewerbevereinS Landshut wurde gestern im Gewerbehaufe abgehalten. Hiezu hatte sich Herr Regierungspräsident v. Pracher mit dem Gewerbereferenten der k. Regierung, Herrn Ober­ regierungsrat Fruhmann, Vertreter der städt. Kolle­ gien und eine große Schar von Interessenten ein« Ausstellung schöner, von Fleiß und Eifer zeugender Arbeiten besichtigten. Herr Professor Hofmann be­ grüßte die Erschienenen, vor allem den Herrn KreiSchef und wies auf den erziehlichen Wert der Aus­ stellung hin, die heuer mit Arbeiten von 45 Lehr­ lingen von 33 Meistern beschickt sei. Von diesen Arbeiten seien von den Preisrichtern 6 die Note vorzüglich, 18 die Note 1, 3 die Note 1—2, 16 die Note 2 und 12 die Note 2—3 zuerkannt worden. Vor allem sei es der Unterstützung aus der Wittels golbenen Boden hat. Es folgte fodann eine Besich tigung der Arbeiten und die Verteilung der Preise und Diplome an dis Aussteller durch den Herrn | Regierungspräsidenten, worauf Herr Proffesior Hof- . mann die Feier mit einem begeistert aufgenommenen | Hoch auf Sr. Majestät König Ludwig IU. schloß! ; —* Die Grund- und Haus st euer für das 1. Semester 1915 gelangt zur Einzahlung. Näheres int Inserat in der heutigen Nummer. —* Pferdeversteigerung. Der land­ wirtschaftliche Kreisausschuß von Niederbah­ ern versteigert morgen Dienstag den 8. Juni nachmittags 1 Uhr auf dem Viehmarktplatz! 84 Stück' Pferde. —* Des Wetters Gunst war gestern dem sogen. Antlaßsonntag beschieden. Die Bewohi- j ner unsrer Stadt waren daher in den Nach­ mittagsstunden in stattlicher Schar ausgeflo­ gen. Auch die Badeanstalten hatten gestern Hochbetrieb. —* Das stellv. Generalkommando macht wiederholt aus die Höchstpreise imWollhandel aufmerksam, deren Nichteinhaltung eine Laudshut, 7. Juni. —* Den Heldentod für das Vaterlan d starb der Kriegsfreiwillige im 2. Schwe­ ren Reiter-Regiment Herr Max Hintermeier, der älteste Sohn des Herrn Apothekenbesitzers Hintermaier hier. —* Im Felde haben neun Mitglieder des hiesigen Männerturnvereins, die in einem Re­ giment sind, einen Zweigverein ihres Vereins gegründet. Die wackeren Krieger haben damit ihrer Anhänglichkeit an ihren Verein ein be­ redtes Zeugnis gegeben. —* Eine Besichtigung des als Seu­ chenlazarett umgebauten Armenhauses nahm am Samstag das.Magistratskollegium vor. —* Die Fronleichnamsvrozessi« otteit fanden gestern in St. Ntkola und St. Jodok, begünstigt von schönstem Wetter unter zahlreicher Beteiligung statt. —* Ein russischer Pope kam am Samstag mit militärischer Bedeckung auf der Fahrt von Puchheim nach Grafenwöhr hier durch, um im 60,1180, s-s.»,0,0,188« «In« ®ott«blo,ft für 61« j ® elt » en6e " sind 2275,14 Mark zu gefangenen Russen abzuhalten- j gefunden, welche die reichhaltige, gut arrangierte . kannte Regimenter, besonders aber die kleinen, erst im Kriege gebildeten Formationen (Tele graphen-TetachementK, Ballonabwehrgeschütze und dergleichen) sowie jene Leute, die keine liebenden Angehörigen in der Heimat haben, werden vergeffsen u. gehen leer aus, wil dem Roten Kreuz zu wenig Naturalgaben zugehen und seine Mittel für wichtigere Zwecke gerade nur ausreichen. Der Wunsch der Spender, | mit ihren Gaben auch in persönliche Bezieh. . t ung zum Empfänger zu treten, ist gewiß bacher Landesstiftung zu danken, daß alljährlich diese; menschlich begreiflich. Er entspringt der inAuSstellung mit Prämierung der besten Arbeiten ab- s neuen Befriedigung, die wir empfinden, wenn gehalten werden könne. Der k. Regierung galt daher un § eine gute Tat gelungen ist. Aber man tue auch der Dank des Vereins für die Zuwendung aus [ das Eine und lasse nicht das Andere. Sicherdieser Stiftung. Herr Regierungspräsident v. Pracher \ lich ist es viel weitherziger unter Verzicht auf betonte das segensreiche Wirken des Gewerbevereins ; jeden persönlichen Tank die Verteiln"und glaubte, daß die Einrichtung der Lehrlingsar- &gt; Gabein denjenigen zu überlasse" bettenausstelluug sehr nützlich sei. Sie sei sicher sehr j wirklichen Bedarf der T""" fördernd für das ganze gewerbliche Leben und I besten übersehen kw" wirke aneifernd auf die Jugend, sich dem Gewerbe delegierten s " zuzuwenden. Unsere ernste Zeit fordere ernste Arbeit. &gt; Roten Rur tüchtige Leute können wir brauchen und besonders » das Handwerk braucht besonders tüchtige Leute. 8 Er forderte bie Lehrlinge auf, fo tüchtig weiter zu ? arbeiten, wie bisher, dann werde auch für sie das j alte Wort wahr werden, daß das Handwerk einen —* Liebesgaben gehen bei den Sammelstelle'n des Roten Kreuzes nur mehr verschwin­ dend wenig ein, seit die Paketpost nach dem Kriegsschauplatz eingerichtet wurde. Auch wer­ den der allgemeinen Sammlung sehr viele Lie­ besgaben dadurch entzogen, daß mit Vorliebe von privater Seite für bestimmte Truppen­ teile gesammelt wird, was dem Roten Kreuz aus triftigen Gründen nicht gestattet ist. So werden die im Frieden bestehenden Truppen meist überreich bedacht. Andre, weniger beFront den in .v, die dem Roten Kreuz t . Liebesgaben aus ihren Sammelt gleichmäßig und dem wirklichen Bedürfnisse entsprechend verteilen. Spendet also den Sammelstellen des Roten Kreuzes Liebesgaben, damit wirklich alle Krieger von Zeit zu Zeit sich der Liebesbeweise aus der Heimat erfreuen können. strenge Bestrafung und Schließung der betref­ fenden Geschäfte nach sich ziehen könne. —* Feldpo st verkehr. Nach Mitteilung des österreichisch-ungarischen Kriegsministeri ums werden die aus Deutschland kommenden Pakete an Angehörige usw. der österreichischen Feldarmee nunmehr jederzeit nach dem Felde weiterbefördert. Die Versendungsbedingungen bleiben unverändert. —* Wochenbericht der Kreissammelstelle vom Roten Kreuz. Im Mo­ nat Mai und in der ersten Juniwoche sind eingegangen: 1051 Hemden, 323 Beinkleider, 682 Paar Socken, 229 Handtücher, 392 Ta­ schentücher, 5 Tücher, 160 Bettücher, 15 Kopf­ kissen, 33 Jacken, 192 Bezüge, 4 Decken, 17 Tischtücher, 25 Pulswärmer, 47 Fußlappen, 51 Pfund Wurstwaren, 17 Pfund Schokolade, 10 Pfund Keks, 60 Pfund und 62 Dosen Ein­ gemachtes, 2900 Zigarren, 3000 Zigaretten, 26 Pfund Tabak, 40 Flaschen Wein undFruchtsast, 11 Inlett, 21 Tuben kondensierter Milch', 49 Paar Hosenträger. — Von diesen Spenden treffen auf die Sammlung der Weißen Wochen Woche im Kreise Niederbahern: 1020 Hemden, Hemden, 281 Beinkleider, 371 Paar Socken, 166 Handtücher, 38 Taschentücher, 179 Bet­ tücher, 37 Servietten, 9 Paar Pulswärmer, 29 Paar Fußlappen, 286 Bezüge und 18 Dek60,1180, s-s.»,0,0,188« «In« ®ott«blo,ft für 61« j ® elt » en6e " sind 2275,14 Mark zu gefangenen Russen abzuhalten- j gefunden, welche die reichhaltige, gut arrangierte . kannte Regimenter, besonders aber die kleinen, erst im Kriege gebildeten Formationen (Tele graphen-TetachementK, Ballonabwehrgeschütze und dergleichen) sowie jene Leute, die keine liebenden Angehörigen in der Heimat haben, werden vergeffsen u. gehen leer aus, wil dem Roten Kreuz zu wenig Naturalgaben zugehen und seine Mittel für wichtigere Zwecke gerade nur ausreichen. Der Wunsch der Spender, | mit ihren Gaben auch in persönliche Bezieh. . t ung zum Empfänger zu treten, ist gewiß bacher Landesstiftung zu danken, daß alljährlich diese; menschlich begreiflich. Er entspringt der inAuSstellung mit Prämierung der besten Arbeiten ab- s neuen Befriedigung, die wir empfinden, wenn gehalten werden könne. Der k. Regierung galt daher un § eine gute Tat gelungen ist. Aber man tue auch der Dank des Vereins für die Zuwendung aus [ das Eine und lasse nicht das Andere. Sicherdieser Stiftung. Herr Regierungspräsident v. Pracher \ lich ist es viel weitherziger unter Verzicht auf betonte das segensreiche Wirken des Gewerbevereins ; jeden persönlichen Tank die Verteiln"und glaubte, daß die Einrichtung der Lehrlingsar- &gt; Gabein denjenigen zu überlasse" bettenausstelluug sehr nützlich sei. Sie sei sicher sehr j wirklichen Bedarf der T""" fördernd für das ganze gewerbliche Leben und I besten übersehen kw" wirke aneifernd auf die Jugend, sich dem Gewerbe delegierten s " zuzuwenden. Unsere ernste Zeit fordere ernste Arbeit. &gt; Roten Rur tüchtige Leute können wir brauchen und besonders » das Handwerk braucht besonders tüchtige Leute. 8 Er forderte bie Lehrlinge auf, fo tüchtig weiter zu ? arbeiten, wie bisher, dann werde auch für sie das j alte Wort wahr werden, daß das Handwerk einen</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Handel und Verkehr. Kandel unb Verkehr. München, 5. Juni. (Vieh mar kt.) Bericht vom 31. Mai bis 5. Juni. Preise per 50 Kilo Lebendgewicht: Ochsen: 1. Qualität 74—77, österr. 00—00, Holland. 00—00, 2. Qual. 70—73, österr. 00—00, holl. 00—00, 3. Qual. 66—69, österr. 00—00, holl. 00—00, 4. Qual. 62—65, österr. 00 — 00, schweb. 00—00, 5. Qual. 55—60, schweb. 00—CO. Bullen: 1. Qual. 60—63, 2. Qual. 55—59,3. Qual. 50—54; Kühen. Kalbinnen: 1. Dual. 62—72, 2. Qual. 58—65, 3. Qual. 53—57, 4. Qual. 46—52, 5. Qual. 36—45; gering genährtes Jungvieh: 33—49; Kälber: feinste 78—82, mittlere 72—77, geringe 60—71; Schafe: Stallmastschafe, Mastlämmer und jünger« Masthammel 00—00, ältere Masthammel 00—00, mäßig genährte Hammel —, gering. Lämmer 00—00; Schweine: Fettschmeine über 150 Klgr. 103—120, vollfleischige von 120 bis 150 Klgr. 98—120, von 100 bis 120 Klgr. 98—120, von 80 bis 100 Klgr. 98—120, dto. unter 80 Klgr. 92—120, Sauen 105 bis 116, Bratenschweine 115—118 Mk. Preise per 50 Klgr. Schlachtgewicht: Bullen 2. Qual. 00—00, 8. Qual. 00—00, Kälber: feinste 95—98, mittlere 90—94, geringe 80—89; Schafe: Mast­ lämmer und jüngere Masthammel 81—88, älter» Masthammel 00—00, mäßig genährte Hammel und Schafe 00—00; geringere Lämmer und Schafs 66 - 80. Schweine: Fettschweine über 150 Klgr. 00-00, vollfleischige von 120—150 Klgr. 122—135, von 100 bis 120 Klgr. 135—140,von 80 bis 100 Klgr. 130—150, unter 80 Klgr. 105—140,Sauen 00- 00, Bratenschweine 133—138Mk. — G es a m t zufuhr: 196° ' steh, aus betn Auslande —, und zwar mutter — aus Schweden und — aus - Bullen (darunter — aus Oesterreich), 'unter —aus Dänemark und — aus — Jungrinder (— aus Oesterreich), _ ujoenbe und 335 tote Kälber, 2508 lebende und 1536 tote Schweine, 9 lebende und 326 tote Schafe und Ziegen, 5 lebende und 100 tote Lämmer, Spanferkel und Kitze. Nach Auswärts wurden — Stück Großvieh und — Schweine. Marktverlauf: Großvieh: Trotz steigender Preise und verringerter Qualität gefchäftlich gut; Kälber: Gegen Ende der Woche abflauend, besonders für geringe Qualitäten (Wurstverbot); Schweines: Gegen Ende der Woche abflauend, trotz geringer Zufuhr sehr hohe Preist; Schafe: Leicht anziehend.</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="1"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Französischer Angriff auf die Lorettohöhe avgewiejen. — Unsere Flieger und Luftschiffe an der englischen und französischen Küste. — Graste Erfolge unserer Unterseeboote. — Der Vormarsch in den russischen Oftseeprovinzen. — Ein rusfischer Kreuzer versenkt. — Der Brückenkopf vei Zurawno am Dnjestr erstürmt. — Tie Beute von Przemysl. — Die Beute von Strij: 11000 Gefangene. — Italienische Heldentaten. Im Vormarsche aus Lemberg.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Im Westen wurde ein Angriff der Fran­ zosen auf die Lorettohöhe unter schweren Ver­ lusten für den Feind abgeschlagen. Die Reste der Zuckerfabrik bei Souchez sind noch im Be­ sitze der Franzosen. In Neuville haben sich, wieder größere Kämpfe entwickelt, bei denen zwei Häusergruppen von der feindlichen Uebermacht erkämpft wurden. Im Osten ergriffen unsre Truppen nach der Niederlage der Russen bei Sawdhniki die Offensive und warfen die Russen weiter zurück. (3650 Gefangene blieben in unsren Händen. Bei Popeljanh fanden für uns erfolgreiche Reiter­ kämpfe statt. Bei Ugrany wurde der Angriff einer russischen Division abgewiesen und süd­ lich des Njemen die Russen zurückgetrieben. In Galizien drängen unsre Truppen den aus Przemysl vertriebenen Russen scharf nach und sind bereits über Mosziska vorgerückt. Auch, die Armee Linsingen hat die Rus­ sen auf Kalucz und Zurawno zurückgewor­ fen und am letzteren Orte den Brückenkopf gestürmt, so daß. nunmehr auch, hier der Dnjestrübergang vollzogen werden kann. Hier­ bei fielen 10 900 Russen, 6 Geschütze und 14 Maschinengewehre in unsre Hände. Die Beute von Przemysl wird vom Ber­ liner Lokalanzeiger nach einer Meldung aus dem k. k. Kriegspressequartier auf 7000 Ge­ fangene, 31 Geschütze und 30 Maschinengewehre angegeben. Auf dem italienischen Kriegsschauplätze wurden italienische Bataillone beimStilfserjoch vertrieben. Im Küstenlande unternahmen vier italienische Bataillone einen Angriff gegen die österreichischen Stellungen bei Tolmain, wur­ den aber blutig abgewiesen. 3 Offiziere und 50 Italiener blieben in den Händen der Oester­ reicher. In den Gefochten am Krn erlitten die Italiener schwere Verluste. 300 feindliche Lei­ chen wurden dort gefunden. Ein Versuch der Italiener, den Jsanzo bei Sagrado zu über­ schreiten, wurde blutig abgewiesen. Bei Tolmini am Jsanzo soll eine größere Schlacht entbrannt sein. Die Italiener sind den Engländern auf ihre Heldentaten neidisch. Wie dort in der Nordsee zwei englische Admirale sich gegen­ seitig ihre Schiffe kaput und lendenlahm schos­ sen, so hat jetzt ein italienisches Luftschiff wohl in Verwochslung der Küsten die italienische bombardiert und die Eisenbahnbrücke bei Rimini stark beschädigt. Die Herren sollten sich! merken: "Blinder Eifer schadet nur!" Unsre Marineluftschiffe haben in derNacht vom Freitag zum. Samstag der englischen Küste einen neuen Besuch abgestattet. Hierbei wurde die Humbermündung und der Hafen von Harwich ausgiebig mit Bomben belegt und eine Eisenbahnstation mit Bomben beworfen. Trotz starken Feuers der Feind« kehrten die Luftschiffe wohlbehalten zurück. Auch, unsre Flieger entfalteten eine rege Tätigkeit und belegten die Flughäfen Dommartemont bei Nancy und St. Clement bei Luneville, wie die Festung Calais. Ein deutsches Unterseeboot versenkte im finnischen Meerbusen einen russischen Minen­ kreuzer. Auch eine Reihe von feindlichen Han­ delsschiffen wurde von unsren wachsamen Un­ terseebooten wieder versenkt. In den Dardanellen griffen die Englän­ der und Franzosen mit neuen Verstärkungen bei Sedd il Bahr die Türken an, wurden aber von diesen vertrieben und verloren 5 Ma­ schinengewehre. Die türkischen Küstenbatterien trafen das englische Schiff "Brüix". Nunmehr bestätigen auch, die Türken die Nachricht, daß ein deutsches Unterseeboot ein feindliches Schiff bei den Stratoinseln torpediert und versenkt hat. Ein französischer Minensucher ging vor Symrna zugrunde. Die Türken meldeten gestern abends, daß es ihnen gelungen ist, den Feind unter schwe­ ren Verlusten für ihn auf seine früheren Stel­ lungen bet Sedd il Bahr zurückzuwerfen. Große Mengen von Kriegsmaterial wurde dem flie­ henden Feinde abgenommen. Auch bei Art Burun wurde ein verzweifelter Angriff der Engländer und ihrer Hilfsvölk?r abgewiesen. In Italien scheint der anfängliche Rausch bereits einer starken Ernüchterung Platz zu machen. Sie wurde eingeleitet schon durch das schnelle und entschlossene Vorgehen der feindlichen Flotte, durch, das Bombardement von Venedig, Rimini und Ancona, durch die­ ses rücksichtslose Bekenntnis zur Schonungs8 losigkeit auch gegen Kathedralen und Dogen­ paläste, sie wurde gesteigert durch das Bild eines erschreckenden Mangels an Organisation, . durch, das Ausbleiben der Kriegsfreiwilligen, dur chden Konflikt mit dem Heiligen Stühle, durch, die Meutereien und Desertionen, für die selbst der Raubzug von Mailand nur dürftigen Trost bilden konnte, durch das Versagen Ru­ mäniens und Griechenlands. "Sofortiger Ein­ bruch in Triest, Ueberschwemmung der Ge­ biete bis Klagenfurt, unaufhaltsames Vorrükken bis nach, Wien und Budäpest", das sollte, wie ein Vertrauter Cadornas im Januar rühmte, den Kern der Strategie des italieni­ schen Führers bilden — jetzt bleibt es der einzige Trost, daß die deutschen Soldaten in Belgien, als sie das Krähen des italienischen Hahnes vernahmen, vor Angst und Schreck irr­ sinnig wurden. Und auch dieser Trost muß den armen Carbonaris genommen werden: Unsre Soldaten jubelten ein dreifaches Hurra hin­ aus, als sie erfuhren, daß sie nun auch falsch« Italiener-Schädel spalten dürfen. Die rumänische Sphinx hüllt sich noch immer in Schweigen. Hier, wie in Italien, ist es die wohl ebenfalls gut bezahlte Gasse, die für die Entente wirkt. Es scheint sich aber in Rumänien kein Salandra zu finden, der seines Volkes Ehre durchs einen gemeinen Vertragsbruchs beschmutzen möchte. Und Ru­ mänien steht seit 32 Jahren im festen schrift­ lichen Vertragsverhältnis zu Oesterreich-Un­ garn und Deutschland, ja der Vertrag läuft noch mehrere Jahre. Was Rumänien an uns kettet, sind die gleichen Interessen im Osten, der Kampf gegen die russische Vorherrschaft. Nicht Siebenbürgen oder die Bukowina, son­ dern Beßarabien und die Mündung des Dnjestr müssen das Ziel rumänischer Politik sein. Und es scheint auch!, daß die Besonnenheit König Ferdinand die Oberhand behalten wird, wobei der Fall von Przemysl und die Niederlage der Russen in Galizien auch, ihre Wirkung nicht verfehlen wird. Bericht des deutschen WwtmtiM. WTB. Berlin, 5. Juni. Mittags. — (Großes Hauptquartier.) Wchlicher KrieManOS. Um die Reste der Zuckerfabrik bei Sou-</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="2"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Oestlicher Kriegsschauplatz. Seite 2. chez wird weiter gesamtst. Zur Zeit ist sie wieder im Besitze der Franzosen. Tie feindlichen Angriffe bei Neuville wur­ den abgewiesen. Ter Flughafen Dommartemont bei Nan­ cy wurde mit Bomben belegt. Oestlicher KriWschMplatz. Im Anschluß an die gestern bei Rawdsjanh und Sawdhniki abgeschlagenen russischen Angriffe stießen unsre Truppen vor, warfen den 'Gegner, der den Brückenkopf Sawdhniki räumte und machten 1970 Gefangene. Weiter nördlich fanden in Gegend Popeljany für uns erfolgreiche Reiterkämpfe statt. Südöstlicher Kriegrschmplatz. Oestlich Jaroslau ist die Lage unverän­ dert. 1 Oestlich Przemhsl befinden sich die Trup­ pen des Generals von der Marwitz im Ver­ ein mit österreichisch-ungarischen Kräften im Vorgehen in Richtung Mosziska. Tie Armee des Generals v. Linsingen hat den Feind aus Kalusz und Zurawno (am Dnjester) zurückgeworfen. Oberste Heeresleitung. WTB. Berlin, 6. Juni. Mittags. — (Großes Hauptquartier.) Westlicher Kriegsschauplatz. Angriffe gegen unsre Stellung am Ostabhänge der Lorettohöhe wurden unter schwe­ ren Verlusten für den Feind abgeschlagen Nur um wenige vorspringende Grabenstücke wird noch gekämpft. Die Reste der Zuckerfabrik bei Souchez sind noch immer im Besitze der Franzosen. Im Dorfe Neuville gingen zwei Häuser­ gruppen verloren. Feindliche Minensprengungen in der Ehampagne blieben, ohne jede Wirkung. Wir belegten gestern die Festung Calais und den Flughafen St. Clement bei Luneville mit Bomben. Oestlicher Kriegsschauplatz. Unsre Offensive in Gegend Sawdhniki, der sich! die nördlich! und südlich stehenden Truppen anschlossen, gewann nach Osten weiter Bo­ den. Die Zahl der Gefangenen erhöhte sich aus 3659. Weiter südlich von Ugranh wurde der An­ griff einer russischen Division abgewiesen. Südlich des Njemen trieben deutsche Trup­ pen feindliche Abteilungen auf die Linie Sapiezyszki—Willi zurück. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Deutsche und österreichisch-ungarische Trup­ pen haben östlich, von Przemhsl den Feind bis in die Gegend nordöstlich und südöstlich von Mosziska zurückgeworfen. Die Armee des Generals v. Linsingen hat den feindlichen Brückenkopf bei Zurawno gestürmt und ist im Begriffe, den Dnjestrübergang bei diesem Orte zu erkämpfen. Auch weiter südlich schreitet die Verfol­ gung vorwärts und brachte uns bisher 10 900 Gefangene, 6 Geschütze und 14 Maschinengewehre. Oberste Heeresleitung.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Westlicher Kriegsschauplatz. Seite 2. chez wird weiter gesamtst. Zur Zeit ist sie wieder im Besitze der Franzosen. Tie feindlichen Angriffe bei Neuville wur­ den abgewiesen. Ter Flughafen Dommartemont bei Nan­ cy wurde mit Bomben belegt. Oestlicher KriWschMplatz. Im Anschluß an die gestern bei Rawdsjanh und Sawdhniki abgeschlagenen russischen Angriffe stießen unsre Truppen vor, warfen den 'Gegner, der den Brückenkopf Sawdhniki räumte und machten 1970 Gefangene. Weiter nördlich fanden in Gegend Popeljany für uns erfolgreiche Reiterkämpfe statt. Südöstlicher Kriegrschmplatz. Oestlich Jaroslau ist die Lage unverän­ dert. 1 Oestlich Przemhsl befinden sich die Trup­ pen des Generals von der Marwitz im Ver­ ein mit österreichisch-ungarischen Kräften im Vorgehen in Richtung Mosziska. Tie Armee des Generals v. Linsingen hat den Feind aus Kalusz und Zurawno (am Dnjester) zurückgeworfen. Oberste Heeresleitung. WTB. Berlin, 6. Juni. Mittags. — (Großes Hauptquartier.) Westlicher Kriegsschauplatz. Angriffe gegen unsre Stellung am Ostabhänge der Lorettohöhe wurden unter schwe­ ren Verlusten für den Feind abgeschlagen Nur um wenige vorspringende Grabenstücke wird noch gekämpft. Die Reste der Zuckerfabrik bei Souchez sind noch immer im Besitze der Franzosen. Im Dorfe Neuville gingen zwei Häuser­ gruppen verloren. Feindliche Minensprengungen in der Ehampagne blieben, ohne jede Wirkung. Wir belegten gestern die Festung Calais und den Flughafen St. Clement bei Luneville mit Bomben. Oestlicher Kriegsschauplatz. Unsre Offensive in Gegend Sawdhniki, der sich! die nördlich! und südlich stehenden Truppen anschlossen, gewann nach Osten weiter Bo­ den. Die Zahl der Gefangenen erhöhte sich aus 3659. Weiter südlich von Ugranh wurde der An­ griff einer russischen Division abgewiesen. Südlich des Njemen trieben deutsche Trup­ pen feindliche Abteilungen auf die Linie Sapiezyszki—Willi zurück. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Deutsche und österreichisch-ungarische Trup­ pen haben östlich, von Przemhsl den Feind bis in die Gegend nordöstlich und südöstlich von Mosziska zurückgeworfen. Die Armee des Generals v. Linsingen hat den feindlichen Brückenkopf bei Zurawno gestürmt und ist im Begriffe, den Dnjestrübergang bei diesem Orte zu erkämpfen. Auch weiter südlich schreitet die Verfol­ gung vorwärts und brachte uns bisher 10 900 Gefangene, 6 Geschütze und 14 Maschinengewehre. Oberste Heeresleitung.</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="3"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Die Kämpfe in Galizien. Sie Kämpfe in Galizien. Ter deutsche Kaiser traf am letzten Freitag beim k. k. Oberkom­ mando des Erzherzogs Friedrich ein, um diesem die herzlichsten Glückwünsche zu seinem Ge­ burtsfeste und zur Einnahme von Przemhsl zu überbringen. Bei der Mittagstafel hob der Kaiser sein Glas, um in markigen Worten die Bedeutung des jüngsten Erfolges der ver­ bündeten Truppen und die Persönlichkeit des siegreichen Feldmarschalls zu feiern. ^3ei der Ankunft und der Abfahrt wurde der Kaiser von der in den Straßen massenhaft versam­ melten Bevölkerung jubelnd begrüßt.</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="4"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Ser Luftkrieg. Luftangriff auf die englische Küste. WTB. Berlin, 5. Juni. In der Nacht dom 4. zum 5. Juni führten unsere Marineluftschiffe Angriffe gegen die befestigte Humbermündung und den Flottenstützpunkt Harwich aus. Die Hafenanlagen von H abwich wur­ den ausgiebig und mit gutem Erfolge mit Bomben belegt. Zahlreiche starke Brände und Explosionen, darunter eine besonders heftige von einem Gasbehälter oder Oeltank herrüh­ rend wurden beobachtet. Ferner wurde eine Eisenbahnstation mit Bomben beworfen. 'Un­ sere Luftschiffe sind heftig durch Land- und Schiffsgeschütze beschossen, aber nicht getroffen worden. Sie sind wohlbehalten zurückge­ kehrt. Der stellvertr. Chef des Admiralstäbes. gez. Behncke. Der Luftkrieg. London, 6. Juni. (Reuter.) Nach einer amtlichen Mitteilung kann erst jetzt die Zahl der Opfer des Luftangriffes auf London dom 30. Mai genau angegeben werden. Es sind ein Mann, eine Frau und vier Kinder ge­ tötet worden. Eine Frau ist aus Schreck ge­ storben. Calais, 5. Juni? (Reuter.) Eine Tau­ be flog um 12 Uhr mittags über Calais und warf Bomben auf die Stadt ab. Eine Person ist getötet worden. Der Materialschaden ist unbedeutend. Der Luftkrieg.</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="5"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>gefangen genommen, ehe sie zu ihren Geweh­ ren greifen konnten. Die Deutschen spreng­ ten dann einen Teil der Brücke, nähmen die Gefangenen eine Strecke weit mit sich' und lie­ ßen sie schließlich ohne Waffen wieder laufen. Der der Brücke zugefügte Schoden wird als nicht beträchtlich bezeichnet. (Z.) Die Leiden -er britischen Truppen in DstAsrika. Aus Kopenhagen wird dem Berl. Lok.Anz. berichtet: Die "Cape Times" bringen den Brief eines Offiziers der britischen OstafrikaArmee über die Kämpfe an der deutschen Grenze. Der Offizier schildert die furchtba­ ren Verhältnisse, unter denen die britischen Truppen zu kämpfen hätten. Jeder zweite Mann habe Malaria und der Rest der Truppen würde durch andere Seuchen verheert. Er schildert dann einen deutschen Angriff auf einen befestigten Platz und schreibt schließ? lich: Wir waren gezwungen, uns zurückzuzie­ hen und warten immer noch auf Verstärkung, die niemals zu kommen scheint. UnsereTruppe Ist dezimiert. Die Deutschen haben drei große Befestigte Lager genommen, bei denen die Mu­ nition ausgegangen war. Er beschreibt dann die Qual des britischen Rückzuges, bei betn 1 sich die Nachhut fortwährend mit den deut­ schen Vorhuten herumschlagen mußte, und kommt zu dem Schluß: Wenn wir nicht schleu­ nigst Artillerietruppen und Maximgewehre, u. diele Maximgewehre, bekommen, sind wir hier verloren.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Tages-Uebersicht. Tager-WerW. Die Budgetkommission des preußischenAbgeordnetenhauses beriet am Samstag über die Ernährungsfrage. Hiebei wurde betont, daß wir noch mit Reserven in das kommende Ernte­ jahr treten, so bei Mehl mit einem Uebrrschutz von fast sieben Millionen Doppelzentnern. Es wurde beantragt, es solle auch' ferner cn dem Prinzip der Höchstpreise und der Beschlag­ nahme von Brotgetreide und Hafer festgehal­ ten werden. Die höheren L^bensmittelpreise seien nicht zu vermeiden gewesen, immerhin seien sie niederer als in England. Zur Be­ hebung der Fleischteuerung bleibe nur die Förderung der Schweinezucht.</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="6"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>in gleicher Tiensteseigenschaft in etatsmäßiger Weise an das Zuchthaus Straubing versetzt worden.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Letzte Posten. Tie Beute von Przemhsl. Berlin, 7. Juni. Aus dem k. und k. Kriegspressequartier meldet der "Berl. Lok.Anz.": Bei betn Falle von Przemhsl sind 7000 Gefangene, 31 Geschütze und 30 Maschinen­ gewehre in die Hände der Verbündeten Trup­ pen gefallen. Tas befreite Gebiet in Galizien. Der Kriegskorrespondent der "Neuen.Fr. Presse" stellt fest, daß der Geländegewinn der Verbündeten in Galizien seit dem 1. Mai 25 000 Quadratkilometer beträgt. (Z.) Große Verluste der Italiener. Berlin, 7. Juni. Aus dem k. und k. Kriegspressequartier berichtet die "Deutsche Ta- I geszeitung": Die Angriffe der Italiener aus I die österreichische Südgrenze hat bisher keinen I Erfolg gehabt und dem Feinde große Verluste gebracht. Besonders int Küstenlande haben die Italiener ihre Angriffe teuer bezahlt. Eine Schlacht am Jsonzo. Zürich, 6. Juni. Rach, italienischen Be­ richten entbrannte bei Tolmini (Tolmein) am Jsonzo ein wuchtiger Kampf, der augenblicklich! noch .fortdauert. Die Italiener mußten große Verstärkungen Heranziehen, um die Lage, die für eine Zeitlang sehr kritisch war, wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Tie englische Stellung bei Krithia geräumt. Athen, 6. Juni. Es wird bestätigt, daß die Engländer, die der türkischen schweren Ar­ tillerie keinen Widerstand leisten konnten, ge­ waltige Verluste an den Dardanellen erleiden; so mußten sie vor dem mörderischen Haubit­ zenfeuer ihre Stellung bei Krithia räumen.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Städtische Sschwimmschule. Städtische SlhmmMe. 7. Juni 1915. Luft . . 22 Grad R. Wasser . 18 Grad R. Die Milchnot ist behöbe«, wenn junge Mutier statt der frischen Milch NestleS- Kindermehl den Säuglingen geben, denn dieses enthält einen hohen Prozentsatz der tadel­ losen und absolut gesunden Alpenkuhmilch. Außerdem auch noch alle andern organischen und anorganischen Bestandteile, die zur krästigen Muskel- und Knochenentwicklung und zum gesunden Gedeihen des Kindes erforderlich sind. Aeußerst nährlräftig und dabei selbst für die zartesten Säuglinge leicht verdaulich, ist die Zubereitung leicht und schnell, denn es genügt etwas Wasser, um eine vollständige Mahlzeit zu erhallen. Probedose kostenfrei durch Nestle Gesellschaft Berlin w 57. 1077 Druck u. Verlag I. F. Rietsch, Landshut. Der« antwort!. Redakteur I. X. Wagner, LandÄtzul.</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="3"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Der Stieg mit Italien. Oesterreich,ifche Fliegertätigkeit. Ein österreichisch-ungarischer Flieger warf dem "Giornale d'Jtalia" zufolge über Molfetta auf die Schwefelfabrik sowie das Oelund Petroleumlager Bomben ab. Mölfetta ist Mntbtx für Niederbayern. ein bedeutender Handelshafen bei Bari und zählt etwa 50 000 Einwohner. (Z.) Italienische "Heldentaten". Die Eisenbahubrücke bei Rimini von einem italienischen Luftschiff beschossen. Wien, 6. Juni. Aus dem Kriegspresse­ quartier wird gemeldet: In dem italienischen offiziellen Bericht vom 1. Juni heißt es: "Die Eisenbahndirektion Ancona teilt mit, daß, der am 24. Mai an der Eisenbahnbrücke von Marecchia bei Rimini verursachte Schaden nicht von feindlichen Schiffen, sondern von einem österreichisch-ungarischen Luftschiff angerichtet ist, das sehr deutlich den Namen Citta di Fer­ rara und die italienische Flagge trug. Dem gegenüber wäre vor allem festzu­ stellen, daß unsre Luftschiffe an dieser Aktion nicht beteiligt waren. Wenn die Eisenbahn­ direktion in Ancona die Beschädigung der Eisenbähnbrücke bei Rimini meldet, so muß. tatsächlich eine solche verursacht worden sein, was die ersten Veröffentlichungen verneinten. Da weiter in den bisherigen Mitteilungen von einem ital. Luftschiff berichtet wird, das so­ gar unsre Flotte anzugreifen versuchte, so müßte wenn die Angabe der Eisenbähndirektion in Ancona stimmt, angenommen werden, daß das italienische Luftschift Citta di Ferrara die Kü­ sten verwechselte und die italienische Bahn­ linie selbst bombardierte. Ueber die italienische Flotte wird im Be­ richt vom 2. Juni gemeldet, daß sie verstärkt duvchi englische Schiffe, jene Operation wie­ derholt hat, die im Herbst vorigen Jahres von der französischen Flotte ausgeführt wurde. Wie damals hat auch diesmal das feindliche Geschwader seine Ueberlegeüheit gegenüber einer wehrlosen Signalstation schlagend be­ wiesen. Es hat die Wohnung des armen Leuchtturmwärters durch ungefähr 50 Schuß beschädigt und hierdurch, wie die Veröffent­ lichung lautet, die "bedeutende Wachstation" zerstört. ' Das deutsche und italienische Privateigen­ tum tm Kriege. Der "Berner Bund" teilt folgende Ver­ ständigung zwischen Deutschland und Italien betreffend die Behandlung der beiderseitigen Staatsangehörigen und ihres Eigentums wäh­ rend des Kriegszustandes mit: Den Deut­ schen in Italien und den Italienern in Deutsch­ land wird der Schutz ihrer Person und ihres Eigentums nach Maßgabe der in den beider­ seitigen Staaten bestehenden Gesetze undRechtsgrundsätzen gewährleistet. (Vergleiche Mailand! Red.) Sie dürfen sich weiterhin im Lande frei aufhalten, ausgenommen in den von den zuständigen Behörden bezeichneten Gebieten und Ortschaften, sowie vorbehaltlich! der Be­ schränkung der polizeilichen Maßnahmen, die ihnen gegenüber im Interesse der Staatssi­ cherheit .sowie im Interesse ihrer persönlichen I Sicherheit etwa zur Anwendung gebracht weri den. Sie erhalten ferner die Erlaubnis, das I Land zu verlassen. Ausgenommen sind nur aktive und verabschiedete Offiziere, sowie Per­ sonen, die wegen gemeiner Verbrechen verfolgt oder verurteilt sind. Die Abreisenden haben das Recht, ihr persönliches Eigentum mit sich zu nehmen, soweit die Ausfuhr nicht nach! allgemeinen Bestimmungen verboten ist. Die Deutschen in Italien und die Italiener in Deutschland unterließen auch- weiterhin im Ge­ nusse ihrer Privatrechte sowie in der Befug­ nis, ihr Recht gerichtlich geltend zu machen, keinen anderen Beschränkungen, als die sich dort aufhaltenden Neutralen. Ihr Privatver­ mögen wird daher keiner Art von Sequest­ ration oder Liquidation unterworfen, außer in den durch die bestehenden Gesetze vorgesehe­ nen Fällen . Auchi sollen sie nicht gezwungen sein, ihr Grundeigentum zu veräußern. Pa­ tente oder sonstige Schutzrechte, die Deutschen in Italien und Italienern in Deutschland zu­ stehen, werden niefjt als nichtig erklärt werden. (Z.) Keine italienischen Verlustlisten. Wie das Genfer Journal aus Ghiasso mel­ det, hat die italienische Regierung bekannt gegeben, daß für die italienische Armee und die Flotte während der Kriegsdauer keine Ver­ lustlisten ausgegeben werden. Um das Trentino. "Petit Parisien" schreibt: Wie die Fran­ zosen im Elsaß, mußten auch die Italiener im Trentino die Erfahrung machen, daß es in diesem zum größten Teil von Italienern bewohnten Lande doch Personen gibt, die Ita­ lien verwünschen und auf die italienischen Truppen schießen. (Z.) Kriegsnnlnst italienischer Reservisten. Haag, 6. Juni. Nach der Daily News sind bisher nur 1200 italienische Reservisten von England abgereist. Die Zähl ist sehr ge­ ring im Verhältnis zu der großen Zahl der Italiener, die sich! in England aufhalten. (Z) Ein russischer Offizier über Italiens Nieder­ trächtigkeit. Aus dem österreichischen Kriegspressequar­ tier wird der Korrespondenz Piper gemeldet: Ter russische Fliegeroffizier Kustelanizki, der bei einem Erkundigungsfluge am 26. Mai nordöstlich! Stole zur Landung gezwungen wur­ de, machte bei seiner protokollarischen Ver­ nehmung wörtlich folgende Angabe: TieKriegserklärung Italiens wurde uns sämtliche be­ kanntgegeben. So sehr auch dieses Ereignis von unsrem militärischen und politischen Standpunkte aus mit Freuden begrüßt wer­ den mutz, so nehme ich als Mann von Ehre keinen Anstand zu erklären, daß ich, das Ver­ halten Italiens Oesterreich-Ungarn gegenüber als unmoralisch verdamme, und als schänd­ liche Niederträchtigkeit bezeichnen muß. (Z.) Der Krieg mit Italien.</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="2"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>stantinopel hat im Namen der türkischen Streit­ macht dein in der Front kämpfenden deutschen Waffenbrüdern eine Liebesgabe, bestehend aus 2 400 000t Zigaretten in geschmackvollen Pakkungen mit den Farben der drei verbündeten Heere untb der Widmung: "Ten tapferen Hel­ den, welche für Recht und Unabhängigkeit den großen Kampf führen, in aufrichtiger Bewun­ derung" gesandt, deren Verteilung dem tür­ kischen Generalkonsul Herrn v. Koch- übertragen worden ist. Wie wir erfahren, erhalten u. a. die Kronprinzliche Armee und die Armeen von Hindenburg und von Mackensen größere Me Kämpfe der Oesterreicher. WTB. Wien, 5. Juni. Amtlich wird gemeldet: Oestlich Przemhsl vermochten die Russen bei Medhka nicht stand zu halten. Die Ver­ bündeten dringen kämpfend gegen Mosziska weiter vor. Im Gebiete des untersten San wurden mehrere Vorstöße des Feindes abgewiesen. Verbündete Truppen rückten von Westen her nahe an Kalusz und Zurawno heran. Die Kämpfe am Pruth dauern fort. Der Gegner griff hier an mehreren Stellen kräf­ tig an, wurde aber an den Fluß zurückgewor­ fen. * Im Tiroler und Kärtner Grenzgebiet hat sich gestern nichts wesentliches ereignet. Feindliche Bataillone, die sich im Gebiet des Stilfser Joches gezeigt hatten, wurden , vertrieben. In Judicarien, im Etfchtal, auf den Plateaus Folgaria-Lavarone, und an meh­ reren Punkten der kärntnerischen Grenze wird der Geschützkamps fortgesetzt Im Küstenlande blieben bei einem blutig abgewiesenen Angriff von vier italienischen Bataillonen auf unsere Stellungen nördlich Tolmain drei Offiziere und 50 Mann in un­ seren Händen. Ter stellvertretende Chef des Generalstabes: v. H o e f e r, Feldmarschalleutnant. WTB. Wien, 6. Juni. Mittags. — Amtlich wird gemeldet: Die verbündeten Truppen kamen gestern 1 östlich Przemhsl nahe an Mosziska heran und j erstürmten Starzawa. In Russisch-Polen ist die Lage unverän­ dert. Die, aus dem Raume von Strij ostwärts verfolgenden verbündeten Truppen eroberten den Dnjestrbrückenkopf Zurawno und schlugen den Feind neuerdings nördlich. Kalusz. Am Pruth wird weiter gekämpft. * Im Tiroler und Kärtner Grenzgebiet be­ schränkt sich der Feind auf wirkungsloses Ar­ tilleriefeuer. Er meidet den näheren Bereich unsrer Stellungen. Im Gebiete von LavaroneFolgaria eröffneten nun unserseits schwere Ge­ schütze das Feuer auf die feindlichen Grenz­ forts. An der küstenländischen Front beginnt der Artilleriekampf heftiger zu werden. In den Gefechten am Krn hatten die Italiener er­ hebliche Verluste. Am Südhange des Berges wurden 300 feindliche Leichen gefunden. Auch ein Versuch, des Gegners, bei Sagrado den Jsonza zu überschreiten, wurde blutig abge­ wiesen. Ter stellvertretende Chef des GeneralstabeS! v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant. / ~ Türkische Zigaretten für die deutschen Trupe Pen. Ter Nationalverteidigungsverein zu Kon­ Die Kämpfe der Oesterreicher. Sendungen dieser Zigaretten, die bereits nach den in Frage kommenden Sammelstellen unter­ wegs sind. Ter trauernde "Herald". Es erregt in diplomatischen Kreisen Newhorks Verwunderung, daß auch, die in eng­ lischer Sprache erscheinende Presse der Ver­ einigten Staaten ihre heftigen Angriffe gegen Deutschland eingestellt hat und das deutsche Vorgehlen in den englischen Gewässern nicht mehr zu tadeln scheint. Es besteht keine Hoff­ nung mehr, daß die Vereinigten Staaten einen Bruch, mit Deutschland herbeiführen werden. Geschlagener italienischer Konsul. Berlin, 5. Juni. Der italienische Kon­ sul in Constanza will, wie die "D. Tgsztg." aus Bukarest berichtet, von einem griechischen Reeder auf offener Straße geohrfeigt worden sein. In einem voraufgehenden Gespräch! hatte der Reeder u. a. bemerkt: Italien habe einen Treubruch begangen und jeder anständige Kaufmann werde sich- hüten, mit einem Ita­ liener Geschäfte zu machen, da jeder Italiener unter dem Hinweis auf den begangenenWortbruch seines Königs wortbrüchig werden könne. .— Der Geohrfeigte hat bei dem Tribunal in Constanza gegen den Reeder Klage eingebracht. Ein spanisches Bündnis mit England unmöglich. Im Theater Zarzuela in Madrid hielt der Abgeordnete Basquez Melle, der Führer der deutschfreundlichen Anhänger von Jaime, einen Vortrag über die historischen Beziehun­ gen Spaniens mit England. Der Abgeordnete gelangte dabei zu der Schlußfolgerung, daß ein Bündnis Spaniens mit Frankreich« wohl möglich sei, aber mit England nimmermehr. Nach, dem Vortrag kam es auf der Straße zu lärmenden Kundgebungen.</p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
