Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1915-07-12. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 68. Jahrgang Nr. 186, 1915-07-12. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert. Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen. Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes 'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/) der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)" ──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────── Kurier für Niederbayern Jahrgang 68 Nummer 186 12. Juli 1915 ────────── Französische Vorstöße abgewiesen. Französische Borftötze abgewiesen. Schwere Verluste »er Engländer und Franzosen m der Westfront. — Der Kriegsrat «nfercr Feinde in Calais. — Vergeblicher russischer Vorstoß bei Offowieee. — Ehrenvolle Uevergave «userer Schutztruppe in Dentsch-Siidweftasrtta. - Der Bierbervand und die «alkanstaate». — Eine Balkankonferenz. — Glänzende Ernte in Ungarn. Westlicher Mgrschmpliltz. ────────── Im Westen war die Gefechtstätigkeit am Freitag nur gering, dagegen am Samstag wie­ der lebhafter. Südlich von Ypern wollten die Engländer unsre Stellung am Kanal stürmen, wurden aber unter schweren Verlusten für sie ab­ geschlagen. Bei Souchez—Ablain tobt zur Zeit eien Kampf. Ein französischer Angriff bei Ban de Sapt erstickte in unsrem Artillerie-) feuer. Auch, bei Albert wurde ein französischer Angriff abgewiesen. Bei Beausejour—Ferme wogte der Kamps um einen französischen Gra­ ben hin und her bis er zuletzt in unsrem !B>e-j sitze blieb. Bei Aillh—Apremont blieben feind­ liche Angriffe erfolglos. Im Priesterwalde konnten wir unsre Stellung verbessern, und den Gewinn behaupten. Zwischen Maas und Mosel betrug die Beute vom 4. bis 10. Juli 1798 Gefangene, darunter 21 Offiziere. 3 Ge­ schütze, 12 Maschinengewehre und 18 Minen­ werfer. Bei Leintrey wurden feindliche Vor­ stöße abgewiesen und ebenso ein französischer Angriff bei Söndernach, südwestlich von Mün­ ster. zurückgeschlagen. Unsre Flieger haben die Bahnanlagen von Gerardmer mit Erfolg angegriffen. Die Rücksichtslosigkeit, mit der die Fran­ zosen ihre eignen Ortschaften hinter unsrer Front beschießen, hat wieder 10 Einwohnern von Libien das Leben gekostet, während 30 verwundet wurden. Im Osten hat f-tdj, nicht viel ereignet. Nur bei Offowieee versuchten die Russen einen Vor­ stoß. der aber von den Unsern abgewiesen wurde. In Galizien versuchen die Russen noch immer die Front der Verbündeten durchs hef­ tige Vorstöße, zu denen sie immer neue Trup­ pen heranführen, zu durchbrechen. AUe Ver­ suche scheiterten an dem energischen Wider­ stand unsrer österreichisch-ungarischen Trup­ pen. Die Unsern können ruhig warten, bis die russische Angriffskrast völlig gebrochen ist, um den Vormarsch! auf Lublin—Cholm fort­ zusetzen, der die Unsern von Tarnogora aus bereits dicht an Krasnostaw herangeführt hat, wo vorgestern für uns günstige Gefechte statffanden. Auf dem italienischen Kriegsschauplätze wurde ein Angriff der Welschen bei Sdraussina abgewiesen. An der Tiroler Front am Kreuzbergsattel wurde ein italienischer Vor­ stoß zum Stehen gebracht. Am Col di Sana zwangen die österreichisch-ungarische Artillerie JHtttti hie braven Tiroler .Standschützen mehrere italienische Bataillone, die dort angriffen, zur Umkehr. Die Türken haben im Kaukasus die Ka­ vallerie des linken russischen Flügels gewor­ fen und ihr schwere Verluste zugefügt. Auch an den Dardanellen erzielten die Türken meh­ rere Erfolge, wenn auch größere Angriffe dort nicht zu verzeichnen waren. Am persischen Goff wurde das Führerboot eines englischen Motorbootsgeschwaders, das von Bassorah in den Euphrat gefahren war, durch- das türkische Artilleriefeuer schwer beschädigt. Im Suezkanal ist nach- dem türkischen Ge­ neralstäbsbericht ein großes Schiff gesunken, sodaß der Verkehr durch, den Kanal eingestellt werden mutzte. Zwischen Bulgarien und der Türkei soll bereits ein grundsätzliches Uebereinkommen über die schwebenden Fragen erzielt worden sein. Das Liebeswerben um die Neutralen setzt wieder in verstärktem Maße ein. Vor allem sind es Bulgarien und Rumänien, um deren Intervention sich, die Ententepolitiker mit Hoch­ druck bemühen. Herve stellt mit einem gerade­ zu bettelnden Jammertone fest, daß Frankreich die Hiffe Bulgariens zur Einnahme Konstan­ tinopels braucht, Womit es Frankreich sehr eilig habe, weil sein Volk Trost brauche, damit es seine Leiden geduldig ertrage. In Ru­ mänien suchen die Vierverbandsdiplomaten und ihre Clique die in letzter Zeit erfolgte offen­ sichtliche Hinneigung der rumänischen Politik zu den Zentralmächten durch, das Geschrei der Gasse zu terrorisieren. Einsichtige Männer Rumäniens dagegen bezeichnen ein Eingrei­ fen Rumäniens für den Vierverband als hel­ len Wahnsinn. Rumänien hat auch! seine fürheren Ausfuhrverbote für Getreide und Pe­ troleum aufgegeben, doch- beharrt es noch im­ mer auf seinem Verbot der Waffen- und Mu-' nitionsdurchfuhr. Jetzt kommt die Meldung, daß demnächst die Herrscher der Balkanstaaten in Athen zusammenkommen sollen. Von die­ ser Unterredung dürfte die Haltung dieser Staaten stavk beeinflußt werden. VerW der deutsche« HiUlMMietS. WTB. Berlin, 10. Juli. Mittags. — (Große» Hauptquartier.) _ _ , . ────────── Bericht des derutschen Hauptquartiers. italienische Bataillone, die dort angriffen, zur Umkehr. Die Türken haben im Kaukasus die Ka­ vallerie des linken russischen Flügels gewor­ fen und ihr schwere Verluste zugefügt. Auch an den Dardanellen erzielten die Türken meh­ rere Erfolge, wenn auch größere Angriffe dort nicht zu verzeichnen waren. Am persischen Goff wurde das Führerboot eines englischen Motorbootsgeschwaders, das von Bassorah in den Euphrat gefahren war, durch- das türkische Artilleriefeuer schwer beschädigt. Im Suezkanal ist nach- dem türkischen Ge­ neralstäbsbericht ein großes Schiff gesunken, sodaß der Verkehr durch, den Kanal eingestellt werden mutzte. Zwischen Bulgarien und der Türkei soll bereits ein grundsätzliches Uebereinkommen über die schwebenden Fragen erzielt worden sein. Das Liebeswerben um die Neutralen setzt wieder in verstärktem Maße ein. Vor allem sind es Bulgarien und Rumänien, um deren Intervention sich, die Ententepolitiker mit Hoch­ druck bemühen. Herve stellt mit einem gerade­ zu bettelnden Jammertone fest, daß Frankreich die Hiffe Bulgariens zur Einnahme Konstan­ tinopels braucht, Womit es Frankreich sehr eilig habe, weil sein Volk Trost brauche, damit es seine Leiden geduldig ertrage. In Ru­ mänien suchen die Vierverbandsdiplomaten und ihre Clique die in letzter Zeit erfolgte offen­ sichtliche Hinneigung der rumänischen Politik zu den Zentralmächten durch, das Geschrei der Gasse zu terrorisieren. Einsichtige Männer Rumäniens dagegen bezeichnen ein Eingrei­ fen Rumäniens für den Vierverband als hel­ len Wahnsinn. Rumänien hat auch! seine fürheren Ausfuhrverbote für Getreide und Pe­ troleum aufgegeben, doch- beharrt es noch im­ mer auf seinem Verbot der Waffen- und Mu-' nitionsdurchfuhr. Jetzt kommt die Meldung, daß demnächst die Herrscher der Balkanstaaten in Athen zusammenkommen sollen. Von die­ ser Unterredung dürfte die Haltung dieser Staaten stavk beeinflußt werden. VerW der deutsche« HiUlMMietS. WTB. Berlin, 10. Juli. Mittags. — (Große» Hauptquartier.) _ _ , . ────────── Westlicher Kriegsschauplatz. Tagsüber war die Gefechtstätigkeit auf der ganzen Front gering. Drei ftanzösische Angriffe bei Launois (am Südhange der Höhe 631 bei Ban de Sapt). scheiterten bereits in unserem Artilleriefeuer. Nachts wurde in der Champagne nord­ westlich- von Beausejour—Ferme ein vorsprin­ gender ftanzösischer Graben gestürmt. Oestlich anschließend unternahmen wir einige erfolgreiche Sprengungen. Zwischen Ailly und Apremont fanden ver­ einzelte Nahkämpfe statt. Im Priesterwalde verbesserten wir durch einen Vorstoß unsere neuen Stellungen. Seit dem 4. Juli sind in den Kämpfen zwischen Maas und Mosel 1798 Gefangene ' (darunter 21 Offiziere) gemacht, drei Ge­ schütze, 12 Maschinengewehre und 18 Minen­ werfer erbeutet worden. Bei Leintreh östlich, von Luneville wur­ den nächtliche Vorstöße des Feindes gegen un­ sere Vorposten abgewiesen. Oestliihtt KrikgsslhWlgtz. Bei Ossowiec wurde ein feindlicher An­ griff zurückgeschlagen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Lage der deutschen Truppen ist un­ verändert. Oberste Heeresleitung. WTB. Berlin, 11. Juli. Mittags. — (Großes Hauptquartier.) Westlicher Kriegsschauplatz. Nördlich, von Ypern wiederholten die Eng­ länder gestern ihren Versuch! vom 6. Juli, sich in den Besitz unsrer Stellung am Kanal zu setzen. Der Angriff scheiterte unter erheblichen Verlusten für den Feind. t Hart an der Straße Souch,ez—Ablain ver­ suchten die Franzosen gestern einen Angriff, her auf einen Vorstoß von deutscher Seite traf. Der Kampf ist noch, nicht abgeschossen. Dem französischen Feuer fielen in den letzten Tagen 40 Einwohner von Lievin zulmi Opfer, von denen 10 getötet wurden. , , ; ────────── Tagsüber war die Gefechtstätigkeit auf der ganzen Front gering. Drei ftanzösische Angriffe bei Launois (am Südhange der Höhe 631 bei Ban de Sapt). scheiterten bereits in unserem Artilleriefeuer. Nachts wurde in der Champagne nord­ westlich- von Beausejour—Ferme ein vorsprin­ gender ftanzösischer Graben gestürmt. Oestlich anschließend unternahmen wir einige erfolgreiche Sprengungen. Zwischen Ailly und Apremont fanden ver­ einzelte Nahkämpfe statt. Im Priesterwalde verbesserten wir durch einen Vorstoß unsere neuen Stellungen. Seit dem 4. Juli sind in den Kämpfen zwischen Maas und Mosel 1798 Gefangene ' (darunter 21 Offiziere) gemacht, drei Ge­ schütze, 12 Maschinengewehre und 18 Minen­ werfer erbeutet worden. Bei Leintreh östlich, von Luneville wur­ den nächtliche Vorstöße des Feindes gegen un­ sere Vorposten abgewiesen. Oestliihtt KrikgsslhWlgtz. Bei Ossowiec wurde ein feindlicher An­ griff zurückgeschlagen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Lage der deutschen Truppen ist un­ verändert. Oberste Heeresleitung. WTB. Berlin, 11. Juli. Mittags. — (Großes Hauptquartier.) Westlicher Kriegsschauplatz. Nördlich, von Ypern wiederholten die Eng­ länder gestern ihren Versuch! vom 6. Juli, sich in den Besitz unsrer Stellung am Kanal zu setzen. Der Angriff scheiterte unter erheblichen Verlusten für den Feind. t Hart an der Straße Souch,ez—Ablain ver­ suchten die Franzosen gestern einen Angriff, her auf einen Vorstoß von deutscher Seite traf. Der Kampf ist noch, nicht abgeschossen. Dem französischen Feuer fielen in den letzten Tagen 40 Einwohner von Lievin zulmi Opfer, von denen 10 getötet wurden. , , ; Oestlicher Kriegsschauplatz. ────────── Tagsüber war die Gefechtstätigkeit auf der ganzen Front gering. Drei ftanzösische Angriffe bei Launois (am Südhange der Höhe 631 bei Ban de Sapt). scheiterten bereits in unserem Artilleriefeuer. Nachts wurde in der Champagne nord­ westlich- von Beausejour—Ferme ein vorsprin­ gender ftanzösischer Graben gestürmt. Oestlich anschließend unternahmen wir einige erfolgreiche Sprengungen. Zwischen Ailly und Apremont fanden ver­ einzelte Nahkämpfe statt. Im Priesterwalde verbesserten wir durch einen Vorstoß unsere neuen Stellungen. Seit dem 4. Juli sind in den Kämpfen zwischen Maas und Mosel 1798 Gefangene ' (darunter 21 Offiziere) gemacht, drei Ge­ schütze, 12 Maschinengewehre und 18 Minen­ werfer erbeutet worden. Bei Leintreh östlich, von Luneville wur­ den nächtliche Vorstöße des Feindes gegen un­ sere Vorposten abgewiesen. Oestliihtt KrikgsslhWlgtz. Bei Ossowiec wurde ein feindlicher An­ griff zurückgeschlagen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Lage der deutschen Truppen ist un­ verändert. Oberste Heeresleitung. WTB. Berlin, 11. Juli. Mittags. — (Großes Hauptquartier.) Westlicher Kriegsschauplatz. Nördlich, von Ypern wiederholten die Eng­ länder gestern ihren Versuch! vom 6. Juli, sich in den Besitz unsrer Stellung am Kanal zu setzen. Der Angriff scheiterte unter erheblichen Verlusten für den Feind. t Hart an der Straße Souch,ez—Ablain ver­ suchten die Franzosen gestern einen Angriff, her auf einen Vorstoß von deutscher Seite traf. Der Kampf ist noch, nicht abgeschossen. Dem französischen Feuer fielen in den letzten Tagen 40 Einwohner von Lievin zulmi Opfer, von denen 10 getötet wurden. , , ; Südöstlicher Kriegsschauplatz. ────────── Ein vereinzelter französischer Vorstoß bei Fricourt, östlich! von Albert, wurde leicht ab­ gewiesen. Der gestern nachts nordwestlich von Beausejour-Ferme dem Feinde entrissene Gra­ ben ging am frühen Morgen wieder verloren, wurde heute jedoch! erneut gestürmt und gegen 5 Angriffe behauptet. Zwischen Aillh und Apremont erfolglose französische Handgranatenangriffe. Im Priesterwalde brach unter starken Ver­ lusten für den Feind ein durch Heftiges Artilleriefeuer vorbereiteter Angriff dicht vor un­ serer neuen Stellung zusammen. Ein Angriff auf die deutsche Stellung östlich und südöstlich von Sondernach, südwest­ lich von Münster > wurde zurückgeschlagen. Unsre Flieger griffen die Bahnanlagen von Gerardmer an. Schlich« KriegsschWliitz. Die Lage ist unverändert. Südöstlicher Kriegsschauplatz. In den letzten Tagen fanden wieder in der Gegend südlich tion Krasnostow örtliche Gefechte statt. Sie verliefen für uns überall günstig. Sonst hat sich bei den deutschen Trup­ pen nichts ereignet. Oberste Heeresleitung. Die Kämpfe der Oesterreich«. WTB. Wien, 10. Zuli. Amtlich wird gemeldet: Russischer Kriegsschauplatz. Die Situation ist im großen unverändert. Nördlich Krasnik erneuerten die Russen noch­ mals erfolglos ihre Angriffe. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Ruhe an der küstenländischen Front hielt im allgemeinen an. Ein feindlicher An­ griffsversuch bei Sdraussina wurde abgewie­ sen. Im Kärntner Grenzgebiete hat sich nichts ereignet. An der Tiroler Front wurde ein italieni­ scher Angriff auf unsere Stellungen nordöst­ lich des Kreuzbergsattels zum Stehen ge­ bracht. Gegen den Col di Sana gingen vorgestern nachmittags mehrere feindliche Bataillone vor. Das Feuer eines .unserer Forts zwang sie zur Umkehr. Gestern vormittags versuchte ein Bataillon einen neuen Angriff; erst aus die kleinsten Entfernungen beschossen, hatte es große Verluste und mußte gleichfalls zurück. Die braven Standschützen betätigen im schwie­ rigsten Hochgebirge ihre Unternehmungslust in erfolgreichen Kämpfen. Ter stellvertretende Chef des Generalstabesr v. H o e f e r, Feldmarschalleutnant. WTB. Wien, 11. Juli. Mittags. — Amtlich wird gemeldet: Die Lage auf allen Kriegsschauplätzen ist unverändert. Ter stellvertretende Chef des Generalstabes: v. H o e f e r, Feldmarschalleutnant. ────────── Ein vereinzelter französischer Vorstoß bei Fricourt, östlich! von Albert, wurde leicht ab­ gewiesen. Der gestern nachts nordwestlich von Beausejour-Ferme dem Feinde entrissene Gra­ ben ging am frühen Morgen wieder verloren, wurde heute jedoch! erneut gestürmt und gegen 5 Angriffe behauptet. Zwischen Aillh und Apremont erfolglose französische Handgranatenangriffe. Im Priesterwalde brach unter starken Ver­ lusten für den Feind ein durch Heftiges Artilleriefeuer vorbereiteter Angriff dicht vor un­ serer neuen Stellung zusammen. Ein Angriff auf die deutsche Stellung östlich und südöstlich von Sondernach, südwest­ lich von Münster > wurde zurückgeschlagen. Unsre Flieger griffen die Bahnanlagen von Gerardmer an. Schlich« KriegsschWliitz. Die Lage ist unverändert. Südöstlicher Kriegsschauplatz. In den letzten Tagen fanden wieder in der Gegend südlich tion Krasnostow örtliche Gefechte statt. Sie verliefen für uns überall günstig. Sonst hat sich bei den deutschen Trup­ pen nichts ereignet. Oberste Heeresleitung. Die Kämpfe der Oesterreich«. WTB. Wien, 10. Zuli. Amtlich wird gemeldet: Russischer Kriegsschauplatz. Die Situation ist im großen unverändert. Nördlich Krasnik erneuerten die Russen noch­ mals erfolglos ihre Angriffe. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Ruhe an der küstenländischen Front hielt im allgemeinen an. Ein feindlicher An­ griffsversuch bei Sdraussina wurde abgewie­ sen. Im Kärntner Grenzgebiete hat sich nichts ereignet. An der Tiroler Front wurde ein italieni­ scher Angriff auf unsere Stellungen nordöst­ lich des Kreuzbergsattels zum Stehen ge­ bracht. Gegen den Col di Sana gingen vorgestern nachmittags mehrere feindliche Bataillone vor. Das Feuer eines .unserer Forts zwang sie zur Umkehr. Gestern vormittags versuchte ein Bataillon einen neuen Angriff; erst aus die kleinsten Entfernungen beschossen, hatte es große Verluste und mußte gleichfalls zurück. Die braven Standschützen betätigen im schwie­ rigsten Hochgebirge ihre Unternehmungslust in erfolgreichen Kämpfen. Ter stellvertretende Chef des Generalstabesr v. H o e f e r, Feldmarschalleutnant. WTB. Wien, 11. Juli. Mittags. — Amtlich wird gemeldet: Die Lage auf allen Kriegsschauplätzen ist unverändert. Ter stellvertretende Chef des Generalstabes: v. H o e f e r, Feldmarschalleutnant. Oestlicher Kriegsschauplatz. ────────── Ein vereinzelter französischer Vorstoß bei Fricourt, östlich! von Albert, wurde leicht ab­ gewiesen. Der gestern nachts nordwestlich von Beausejour-Ferme dem Feinde entrissene Gra­ ben ging am frühen Morgen wieder verloren, wurde heute jedoch! erneut gestürmt und gegen 5 Angriffe behauptet. Zwischen Aillh und Apremont erfolglose französische Handgranatenangriffe. Im Priesterwalde brach unter starken Ver­ lusten für den Feind ein durch Heftiges Artilleriefeuer vorbereiteter Angriff dicht vor un­ serer neuen Stellung zusammen. Ein Angriff auf die deutsche Stellung östlich und südöstlich von Sondernach, südwest­ lich von Münster > wurde zurückgeschlagen. Unsre Flieger griffen die Bahnanlagen von Gerardmer an. Schlich« KriegsschWliitz. Die Lage ist unverändert. Südöstlicher Kriegsschauplatz. In den letzten Tagen fanden wieder in der Gegend südlich tion Krasnostow örtliche Gefechte statt. Sie verliefen für uns überall günstig. Sonst hat sich bei den deutschen Trup­ pen nichts ereignet. Oberste Heeresleitung. Die Kämpfe der Oesterreich«. WTB. Wien, 10. Zuli. Amtlich wird gemeldet: Russischer Kriegsschauplatz. Die Situation ist im großen unverändert. Nördlich Krasnik erneuerten die Russen noch­ mals erfolglos ihre Angriffe. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Ruhe an der küstenländischen Front hielt im allgemeinen an. Ein feindlicher An­ griffsversuch bei Sdraussina wurde abgewie­ sen. Im Kärntner Grenzgebiete hat sich nichts ereignet. An der Tiroler Front wurde ein italieni­ scher Angriff auf unsere Stellungen nordöst­ lich des Kreuzbergsattels zum Stehen ge­ bracht. Gegen den Col di Sana gingen vorgestern nachmittags mehrere feindliche Bataillone vor. Das Feuer eines .unserer Forts zwang sie zur Umkehr. Gestern vormittags versuchte ein Bataillon einen neuen Angriff; erst aus die kleinsten Entfernungen beschossen, hatte es große Verluste und mußte gleichfalls zurück. Die braven Standschützen betätigen im schwie­ rigsten Hochgebirge ihre Unternehmungslust in erfolgreichen Kämpfen. Ter stellvertretende Chef des Generalstabesr v. H o e f e r, Feldmarschalleutnant. WTB. Wien, 11. Juli. Mittags. — Amtlich wird gemeldet: Die Lage auf allen Kriegsschauplätzen ist unverändert. Ter stellvertretende Chef des Generalstabes: v. H o e f e r, Feldmarschalleutnant. Südöstlicher Kriegsschauplatz. ────────── Die Kämpfe der Oesterreicher. Ein vereinzelter französischer Vorstoß bei Fricourt, östlich! von Albert, wurde leicht ab­ gewiesen. Der gestern nachts nordwestlich von Beausejour-Ferme dem Feinde entrissene Gra­ ben ging am frühen Morgen wieder verloren, wurde heute jedoch! erneut gestürmt und gegen 5 Angriffe behauptet. Zwischen Aillh und Apremont erfolglose französische Handgranatenangriffe. Im Priesterwalde brach unter starken Ver­ lusten für den Feind ein durch Heftiges Artilleriefeuer vorbereiteter Angriff dicht vor un­ serer neuen Stellung zusammen. Ein Angriff auf die deutsche Stellung östlich und südöstlich von Sondernach, südwest­ lich von Münster > wurde zurückgeschlagen. Unsre Flieger griffen die Bahnanlagen von Gerardmer an. Schlich« KriegsschWliitz. Die Lage ist unverändert. Südöstlicher Kriegsschauplatz. In den letzten Tagen fanden wieder in der Gegend südlich tion Krasnostow örtliche Gefechte statt. Sie verliefen für uns überall günstig. Sonst hat sich bei den deutschen Trup­ pen nichts ereignet. Oberste Heeresleitung. Die Kämpfe der Oesterreich«. WTB. Wien, 10. Zuli. Amtlich wird gemeldet: Russischer Kriegsschauplatz. Die Situation ist im großen unverändert. Nördlich Krasnik erneuerten die Russen noch­ mals erfolglos ihre Angriffe. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Ruhe an der küstenländischen Front hielt im allgemeinen an. Ein feindlicher An­ griffsversuch bei Sdraussina wurde abgewie­ sen. Im Kärntner Grenzgebiete hat sich nichts ereignet. An der Tiroler Front wurde ein italieni­ scher Angriff auf unsere Stellungen nordöst­ lich des Kreuzbergsattels zum Stehen ge­ bracht. Gegen den Col di Sana gingen vorgestern nachmittags mehrere feindliche Bataillone vor. Das Feuer eines .unserer Forts zwang sie zur Umkehr. Gestern vormittags versuchte ein Bataillon einen neuen Angriff; erst aus die kleinsten Entfernungen beschossen, hatte es große Verluste und mußte gleichfalls zurück. Die braven Standschützen betätigen im schwie­ rigsten Hochgebirge ihre Unternehmungslust in erfolgreichen Kämpfen. Ter stellvertretende Chef des Generalstabesr v. H o e f e r, Feldmarschalleutnant. WTB. Wien, 11. Juli. Mittags. — Amtlich wird gemeldet: Die Lage auf allen Kriegsschauplätzen ist unverändert. Ter stellvertretende Chef des Generalstabes: v. H o e f e r, Feldmarschalleutnant. ────────── Freigabe dänischer Schiffe. Kopenhagen, 11. Juni. Die dänischen Dampfer "Omsk" und "Kasan", die bei Kriegs­ ausbruch in Libau lagen und seitdem dort eingeschlossen waren, sind jetzt von den Deut­ schen freigegeben worden. Dem bon einem deutschen Kriegsschiff aufgebrachten und nach! Cuxhaven geführten dänischen Dampfer Kiew wurde die Weiterreise nach! London gestattet, nachdem ein geringer Teil der Ladung zu­ rückbehalten worden ist. (Z.) Annäherung zwischen Japan und Deutsch­ land? Die japanische Zeitung "Jamate", die of­ fen für ein russisch-japanisches Bündnis ein­ tritt, äußert, daß nach! dem Kriege eine An­ näherung zwischen Japan und Deutschland nicht ausgeschlossen sei. ────────── Vom westlichen Kriegsschauplatz. Born westlichen Kriegsschauplatz. Ter Kriegsrat der Verbündeten in Calais. Haag, 11. Juli. Nach Londoner Meldun­ gen beschloß der Kriegsrat der Verbündeten in Calais eine erhebliche Verstärkung der Front in Flandern und in den Argonnen uud zwar wegen der Meldungen, Deutschland werde am Ende des Monats 900 000 Mann frische Trup­ pen an die Westfront werfen, um einen Angriff gegen Calais und Verdun zu forcieren. Den «Vorsitz im Kriegsrat führte Joffre. — Auf eine Einladung Frenchs besuchten Asquith und Kitchener die Front, wo sie von Dienstag bis Freitag früh blieben. (Z.) ────────── Vom östlichen Kriegsschauplatz. Born östliche» Kriegsschauplatz. Tie Schlacht bei Krasnik. Nach den vorliegenden Meldungen aus dem k. und k. Kriegspressequartier dauern die schweren Kämpfe in der Schlacht bei Krasnik an. Eine Entscheidung in diesem hin und her wogenden Ringen ist noch nicht gefallen. An den übrigen Teilen der Front keine Ereig­ nisse von Bedeutung. (Z.) Die russische Verteidigung. Genf, 10. Juli. Lyoner Blätter behaup­ ten, daß der russische Entschluß zur Offensive zwischen der Weichsel und dem Bug in einem jüngst stattgehabten Kriegsrat gefaßt wurde. ! Der Zar war selbst anwesend und verlangte, »daßprußersterMiderstand geleistet werde. Die am Dnjestr stehenden Streitkräfte sollen vor­ läufig dort verbleiben, um Bessarabien zu schü­ tzen. Zwischen Krasnik und Lublin müsse ein entscheidender Schlag fallen. Verliert die rus­ sische Armee, dann soll die Festungslinie War­ schau— Brest—Litowsk—Rowno gehalten wer­ den. Die Fachzeitschrift "Guerre Mondiale" be­ spricht die Möglichkeit eines ernsthaften russi­ schen Widerstandes in der Frontlinie WeichselBug. Bisher erstreckte sich auf dieser Front die russische Gegenoffensive allerdings nur etwa auf ein Sechstel des Raumes. In Ab­ wägung der beiderseitigen Vor- und Nachteile wird ausgeführt, daß der Großfürst bereits zwei Monate Zeit gehabt hat, diese neue Stel­ lung aufs gründlichste zum Widerstand vor­ zubereiten und aus ihr eine neue strategische Basis zu schaffen, während demgegenüber die Verbündeten die Sicherung durch einen schütz­ enden Flußlauf entbehren. Jedenfalls sek, so meint das Blatt, eine große Aktion in Vorbe­ reitung, die unter .Umständen zur Entschei­ dung führen dürfte, und die wahrscheinlich die einzige Hoffnung des Großfürsten dar­ stelle, dem völligen Niederbruch zu entgehen. (Z.) Die innere Lage Rußlands. Petersburg, 11. Juli. "Rjetsch "stellt fest, daß Warschau nunmehr von der Zivil­ bevölkerung und den Regierungsorganen ge­ räumt sei. Russische Offiziere wegen Feigheit vor dem Feinde erschossen. Eine Privatmeldung aus Riga besagt, daß dort am 16. Juni russischen Datums 8 Offiziere darunter ein Major und drei Unteroffiziere, in einer Kriegssitzung, die nur zwei Stunden währte, zum Tode durchs Erschießen verurteilt wurden. Das Urteil wurde sofort vollstreckt. Die Offiziere und Unteroffiziere waren der Feigheit vor dem Feind beschuldigt und an­ scheinend ihres Vergehens überführt worden. ────────── 9« Krieg mit Aalie». Die italienische Sozialdemokratie und der Krieg . I Bern, 11. Juli. Nuovo Giornale in Florenz meldet, daß die dortige sozialdemo­ kratische Parteileitung die Kriegsfreiwilligen aus der Partei ausgeschlossen habe, weil die freiwillige Meldung zum Kriegsdienst gegen die Grundsätze der Partei verstoße. n . Die internierten Schiffe. Der "Corriere della Sera" gibt die Zahl der in italienischen Häfen befindlichen deut­ schen und österreichisch-ungarischen Handels­ schiffe auf über 60 an. (Z.) • Italienischer Flaggenmißhrauch. Die italienische Regierung befahl infolge des Vorstoßes der österreichischen Marine in der Adria den auslausenden italienischenHandelsschiffen Yen Gebrauch der neutralen Flag­ gen. (Z.) Der Krieg mit Italien. ────────── Der Krieg zur See. 9er Krieg zur See. Torpedierte Schiffe. Lloyds meldet aus Peterhead: Der rus­ sische Dampfer "Anna" (2000 Tonnen) von Archangelsk nach Hüll unterwegs, wurde durch' ein deutsche Unterseeboot angegriffen. Die Be­ satzung wurde in Peterhead gelandet. Das Schiff treibt noch und bildet eine Gefahr für die Schiffahrt. Reuter meldet: Das russische Schiff "Ma­ rion Lightbodh", mit Gerste von Chile nach Liverpool unterwegs, wurde von einem deut­ schen Unterseeboot 60 Meilen von der Küste von Cork entfernt beschossen und versenkt. Versenkte Dampfer. London, 11. Juli. Der Dampfer "Ellesnore", von Buriana nach Manchester unter­ wegs, ist (angeblich ohne Warnung) bei Corn­ wall torpediert worden. Ein Mann der Be­ satzung wurde durch eine Granate getötet. Die andern wurden in Milfordhaven gelandet. Der norwegische Dampfer "Noordas" aus Bergen wurde bei Peterhead von einem deut­ schen Unterseeboot torpediert. Die gesamte Be­ satzung wurde gerettet. (Selbstverständlich hatte das Schiff Bannware an Bord. D. Red.) ────────── welche bte Unton ihnen anwerft, interniert. Die Reservisten aller Rangstufen müssen die Waffen abliefern, das Paroleformular aus­ füllen und können nachher wieder in ihre Wohnorte zurückkehren, um ihren gewohnten Beruf nachzugehen. Die Offiziere dürfen die Pferde behalten, die Polizeitruppen werden wie aktives Militär behandelt. Die bürger­ lichen Behörden können nach ihren Wohnorten zurückkehren, nachdem sie die Paroleerklärung unterzeichnet haben, können aber, ohne ihr Amt auszuüben, Gehaltsansprüche an die Union stellen. Alles Kriegsmaterial wird an die Union abgeliefert. Im Paroleformular verpflichtet sich der Unterzeichnende, die Feind­ seligkeiten während des gegenwärtigen Krie­ ges nicht wieder aufzunehmen. (Damit hat Reu­ ter selbst seine früheren Meldungen von einer bedingungslosen Uebergabe unsrer Truppen de­ mentiert.) ────────── Am Alka«. Die Bearbeitung Bulgariens. Der Berl. Lokalanz ..meldet aus Wien: Der "Birschewja Wjedomosti" zufolge konnte der Vierverband die von Bulgarien verlang­ ten wirklichen Garantien für seine Versprech­ ungen nicht bieten. (Z.) Bulgarien und die Türkei. Die Wiener Mittagsztg. meldet aus Sofia: Die mit der Türkei geführten diplomatischen Verhandlungen nehmen einen günstigen Ver­ lauf. Nach> amtlicher.Mitteilung hat der nach! Konstantinopel entsandte Vertreter.Bulgariens ein grundsätzliches Uebereinkommen beider Mächte abgeschlossen. (Z.) . ' 1 ! Ein Telegramm der "Köln. Ztg." versi­ chert, die Türkei ist im Grundsatz zu Abtretun­ gen im Interesse einer guten Nachbarschaft bereit; den einzigen Streitpunkt bildet die Um­ grenzung des Gebietes von Adrianopel, das der Türkei verbleibt. Die Türkei wünscht den südlichen Vorort Karagatsch einzubeziehen, was Bulgarien wegen der dadurch bewirkten Unter­ brechung der geraden Bahnverbindung nach Neubulgarien unerwünscht ist. (Z.) Englische Brutalitäten gegen Griechen. Der Berl. Lokalanz. meldet aus Konstan­ tinopel: Griechischerseits wird die Aufmerksam­ keit auf das Verhalten der englisch-französi­ schen Truppen auf den ägäischen Inseln ge­ lenkt, wo s'IE> die Engländer wie Barbaren betragen . Sie stehlen* und plündern in Ge­ schäften und Privathäufern, entehren Frauen und behandeln die türkischen Gefangenen, wo­ runter sich eine Anzahl osmanischer Griechen befindet, unmenschlich. Die Gefangenen wer­ den ununterbrochen stundenlang mit Bajonett und Peitsche zur schwersten Arbeit getrieben, vor den Augen der Offiziere, sogar von fran- Am Balkan. zösrschen Offizieren selbst zu Tode geprügelt, wenn sie unter ihrer Last zusammenbrechend, sich nicht mehr ausraffen können. Vergeltungs­ maßregeln an englisch-französischen Gefange­ nen sind in Aussicht genommen, falls die Engländer das Los der türkischen Gefangenen auf Tenedos und Embros nicht erleichtern. (30 Ter italienische Mißbrauch der griechischen Flagge. Die griechische Regierung erwartet einen eingehenden Bericht aus Korfu über die An­ gelegenheit des mit griechischer Flagge betrof­ fenen italienischen Kriegsfahrzeuges, um dann mit aller Tatkraft gegen den Mißbrauch der griechischen Flagge durch Italien zu prote­ stieren. Die Regierung hat vorläufig in Rom erklären lassen, daß der Fall mit der Frei­ gabe des Schiffes für sie nicht erledigt sei. (Z.) ────────── türkisches Korps, bestehend aus mehreren tau­ send Mann, begleitet von freiwilligen Ara­ bern griff bei dem Orte Jureds das dortige englische Kamelreiterkorps an, dem 250Mann Infanterie und Artillerie beigegeben waren. Trotzdem die Engländer aus Aden Verstärkun­ gen erhielten, konnten sie sich infolge einer Flankenbewegung der Türken nicht mehr halten und zogen sich aus dem brennenden Jureds auf eine zweite Linie bei Dirnasr zurück. Aber auch hier vermochten sie sich infolge Wasser­ mangels und fortgesetzter, hartnäckiger An­ griffe der Türken nicht zu halten und die starke englische Streitmacht mußte sich aufAden zurückziehen. Das Hinterland befindet sich voll­ kommen in türkischem Besitz. (Z.) Ter Heilige Krieg. Etwa 20000 Mann der Stämme Mesapotamiens versammelten sich in der Sradt Kutol-Amara am linken Ufer des Tigris, südöstlich von Bagdad, und am gegenüberliegendenUfer und wandten sich an den Oberlommandierenden der ottomanischen Truppen, um an dem Tschihak teilzunehmen. Ihrem Ansuchen wurde willfahren .(Z.) ────────── innig an ihr — das Herz geht einem auf, wenn man sie nur anficht!" "Wenn du Kinder so lieb hast," sagte er laut, "willst du dir Bubi dann nicht einmal ansehen kommen?" "Gern! Ich wäre ja glückselig, wenn ihr mir erlaubtet, mich mit meinem kleinen Nef­ fen anzufreunden! Aber — wird es deiner Frau auch recht sein?" "Gerda? Natürlich! Warum denn nicht?" Ein Schatten lag über Alfreds Stirn, ein ge­ quälter Ausdruck in seinem Blick. "Uebrigens ist meine Frau sehr selten zu Hause," setzte er befangen hinzu, "sie wird dich nicht stören bei Bubi." Alle drei schwiegen. Es war, als sei in das vom Nachglanz der untergegangenen Sonne noch goldig erhellte Gemach plötzlich! ein kalter düsterer Schatten gefallen. Aus Alfreds Stimme hatte, bei den letz­ ten Worten so viel unbewußte Bitterkeit gektungen, daß Gisbert und Lolo nicht im Zwei­ fel darüber sein konnten, wie es um sein häus-, liches Glück stand. Er blickte starr auf die blühenden Blumen am Fenster und zog wehmütige Vergleiche. Sie waren so arm, diese beiden da — nicht einmal eine Magd konnten sie sich halten, sogar die Sorge war ihnen nicht fern geblie­ Bleiben. Aber wenn ihr erlaubt, komme ich bald wieder, und dann bleibe ich länger." Eine kurze Pause entstand. "Nach Tribusweiler fährst du?" sagte Gis­ bert endlich, und ein wehmütiger Schimmer glitt über sein eben noch! fröhliches Gesicht. "Da willst du Wohl nach Rodenbach?" "Nein. Ich habe Geschäfte in Tribusweiler und werde mir kaum Zeit nehmen, nach Ro­ denbach zu fahren. Ich möchte sobald als möglich wieder zurück sein, denn mein Junge ist krank." ",£)! Wirklich? Doch nichts Ernstes^ hof­ fentlich," Solo war ganz Teilnahme und Äufwerksamkeit. Ter Schwager mußte alles haar­ genau erzählen, und sie konnte nicht müde werden, immer wieder von Bubi zu hören. "Wie süß muß er sein! Ich habe Kinder so schrecklich gern! Vielleicht ist es ein Glück, daß wir keine haben, denn ich fürchte, der arme Gisbert würde fidj, dann vernachlässigt fiitjlen, da ich mich zu sehr damit beschäftigen würde." Sie sagte das mit reizender Schelmerei, aber in ihren Augen lag doch ein Schimmer leichter Melancholie. "Welch eine Mutter würde sie sein!" dachte Alfred. "Wie ist alles so warm und ben, und kein noch so bescheidenes Band schlang sich von ihnen zu all den tausend Genüssen dieser lebenslustigen Großstadt — und doch, wie waren 'sie reich und glücklich gegen ihn, dem das Schicksal an äußerem Guten so viel gegeben hatte! Ein Schauer überlief ihn, wenn er an den Auftritt vom vergangenen Abend dachte. Würde es ihm denn wirklich gelingen, all das zu vergessen und Gerda doch noch zur Umkehr zu bringen? Würde ihrer beider Zukunft nicht trotz seines guten Willens in einer traurigen Wüste enden, wo zwei Menschen stöhnend das Joch der Gemeinsamkeit weiter schleppten, bloß weil es keinen Ausweg mehr gab? Es wäre schrecklich! Tausendfach schreck­ lich um des Kindes willen, das in einer so lieblosen Umgebung gar nicht gedeihen könnte. Kinder brauchen Licht und Liebe. Er erhob sich hastig. Ihm war, als presse ein finsteres Schicksal ihm die Kehle zusammen, als müsse er ersticken, wenn er noch länger dar­ über nachdenke. — "Ich muß nun gehen," sagte er mit An­ strengung, "sonst versäume ich am Ende noch den Zug." L., r , uJ (Fortsetzung solgt.) i ‘ , J ────────── Kaum an einer Stelle in Deutschland werden Ahorn und Linde eine solche Höhe erreichen, wie hier in diesem Gutspark. Es ist fruchtbarster, kalkreicher Boden, der schwere Ernte tragen könnte, wenn an Stelle des La­ tifundienbesitzers, der sein Geld in Monaco und Paris ausgibt, ein gründlicher Arbeiter wäre. Die Waldtäler erinnern an Thüringen, die schweren Tannen stehen über einer leuch­ tend grünen, selbst jetzt noch saftigen Weide-j fläche, die für den Viehbestand der hier ope­ rierenden Truppen ausgenützt wird. Denn auch dies Stü ckLand, in dem sich die Operationen abspielen, wird verwaltet. Wie etwas weiter hinter der Front die Verwaltungsarbeit der Etappe einsetzt, so sorgt hier unmittelbar bei ) der Linie ein besonderer Verwaltungsoffizier, 1 daß nichts vorkommt. Er sorgt auch für die Bevölkerung und es gilt als Regel, daß wer arbeitet, auch seine Ernährung sicher gestellt bekommt. Ein außerordentlich gesunder, ein deutscher Grundsatz der Bevölkerung gegen­ über. Die jungen Polinnen suchen Walderd­ beeren, ganze Körbe voll sah ich an das La­ zarett abliefern, es wird ordentlich und ent­ sprechend gezahlt. Die Verwundeten sind mit diesen schönen Sommersachen — Erdbeeren und Krebsen — auch recht zufrieden. Sie liegen in einer Kirche, die von außen den Anschein erweckt, als sei sie eine Ruine. Der Haupt-! raum ist aber völlig erhalten und wunder­ voll kühl. Nur Stroh fehlt, an seiner Stelle hat man Wacholderreisig nehmen müssen, jetzt wird Heu da sein. Es wag ja sonst an die­ sem Ort weniger still und kühl und erho­ lungsmäßig ausgesehen haben, aber kamerad­ schaftlich wird es immer so gewesen sein, wie jetzt, da jede Erdbeere beinahe säuberlich ab­ gezählt wird, damit alle das Gleiche erhalten. Wirklich, wenn man das weidende Vieh sieht und die Kolonnenpferde, die sich auf der Weide erholen, muß man auf den aller­ tiefsten Frieden denken, aber noch friedlicher wird das aussehen, wenn man bemerkt, daß hier eine Rennbahn abgesteckt ist und in den nächsten Tagen ein richtiges Rennen geritten werden soll. Es sind an 50 Pferde gemeldet worden. Eben saust ein junger Offizier in vollem Galopp in den Auslauf. Man reitet sich für den Renntag ein — es ist Ruhe an der Dubissa. Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter. ────────── Tsges-MerW. Ein Sohn Deleasses in Spandau. Wie ausländische Blätter zu berichten wissen, soll sich unter den sechs französischen Offizieren, die auf Veranlassung der deutschen Regierung nach Spandau gebracht wuxden, weil die fran­ zösischen Behörden den deutscherseits eingeleg­ ten Protest gegen die schlechte Behandlung der Teilnehmer der Patrouille dos Leutnants v. Schierstedt unbeachtet ließen, auch ein Sohn des Ministers Delcasse befinden. Der 100 Jahre alte Peter Osole 'in Lau, sraun in Tirol, der bei Kriegsausbruch nach i Oberösterreich evakuiert werden mußte, ist dort gestorben. Osole dürfte der älteste Mann Ti­ rols gewesen sein. Die Rekordernte in Ungarn. Sämtliche Blätter besprechen die im amtlichen Saaten­ standsbericht angekündigte Rekordernte Von45,9 * 1 Millionen Meterzentner Weizen gegen 28,64 Millionen des Vorjahres und erklären, der > y Erntesegen mache den Aushungerungsplan des 1 Feindes zu Schanden. Der Unterschied gegen - die vorjährige Lage liege nicht allein in der größeren Menge der Brotfrucht, sondern darin, daß man infolge der Erfahrungen im Kriegs­ jahre gelernt habe, den Verbrauch angemes, jener zu regeln. Frieöerrsöemonstratione« schwedischer Frauen. Der schwedische Minister des Aeußern empfing eine Abordnung schwedischer Frauen, die die Anregung zu den am 27. Juni in allen Teilen Schwedens abgehaltenen Friedensversammlungen ge­ geben hatten. An diesen insgesamt 343 Versammlungen haben über 91,000 Frauen teilgenommen. Die Tages-Uebersicht. Abordnung überreichte die in den Versammlungen gefaßten Resolutionen. Der Minister vepprach, sie der Regierung vorzulegen. Bayerische Mchrichtm. Die Regierungspräsidenten Bayerns hat­ ten sich am Samstag in München zusammenge­ funden, um unter dem Vorsitze des Mnisters Frhrn. v. Soden Mer Maßnahmen zur Le­ bensmittelversorgung zu beraten. Zum 'Rektor magnisicus der technischen Hochschule in München wurde für die Studien­ jahre 1915—17 Professor Dr. Karl Lintner gewählt. Eine juristische Notprüfung findet am 19. Oktober an der Universität München statt. Lehrerschaft und Krieg. Der Weltkrieg hat auch in die bayerische Lehrerschaft schmerzliche Lucken gerissen. Bis Ende Juni find gefallen oder ihren Wunden erlegen 417 Lehrer und 35 Semina­ risten. Vermißt werden 37, in Gefangenschaft gerieten 25 Lehrer. An Auszeichnungen erhielten 14 Lehrer das Eiserne Kreuz 1. Klasse, 576 das Eiserne Kreuz 2. Klaffe, 98 den Mtlttärverdienstorden 4. Kl. mit Schwertern, 2 die Goldene, 5 die Silberne Tapferkeitsmedatüe, 1 das Mtlitärverdtenstkreuz 1. Kl. mtt Krone und Schwertern, 57 das Mtlitärverdienstkreuz 2. Kl. mit Krone und Schwertern, 10 dak Militärverdtenstkreuz 2. Kl. mit Schwertern, 9 dar Mtlitärverdienstkreuz 3. Kl. mtt Schwerlern, 6 das Militär­ verdienstkreuz 2. Kl. mit Krone; 5 Lehrer wurden mit außerbayertschen Orden ausgezeichnet. Lebensmittelversorgung. Aus Würzburg wird gemeldet: Das stellvertretende Generalkommando des 2. Armeekorps gibt bekannt: Für den Bereich des 2. bayerischen Armeekorps wird der gewerbs­ mäßige An- und Verkauf von Eiern, Butter und Rindsschmalz ohne besondere Genehmigung der Distrikrspolizetbehörde, tn deren Bezirk das Gewerbe ausgeübt wiro, verboten. Abgebrannt ist gestern früh das ganze Tonwerk Geisenbrunn bei Gilching. Sämtli­ ches Inventar wurde vernichtet. Ein Brand bracht am Samstag nachmittags in der Scheune des Oekonomen und Krämers Haugg in Langenneufnach (Schwaben) aus und vernichtete mehrere Anwesen, auf die Feuer übersprang. Wieder eingefangen wurde in Ringen bei Kempten der aus Untrasried entwichene fran­ zösische Kriegsgefangene Thouvenin, der am 7. Juli mit einem Kameraden Maituu entflo­ hen ist. Maitun ertrank beim Durchschwimmen der Iller. * , Der Felspostmarder in Frauenilcidern. Unter sonderbaren Umständen wurde der nun verhaftete Postbote Kästl in Spalt als Feld­ postmarder entlarvt. An einem Abend fanden Spaziergänger hinter der Stadtmühle in Spalt ────────── Bayerische Nachrichten. Frauensperson auf sie zu mit den Worten: "Lassen Sie doch meine Sachen stehen!", nahm den Sack zu sich und entfernte sich eiligst. Es stellte sich nun heraus, daß die verklei­ dete Frauensperson der Postbote Kästl war, in dessen Behausung später noch massenhaft Gegenstände von Feldpostsendungen gesunden wurden. ' Abordnung überreichte die in den Versammlungen gefaßten Resolutionen. Der Minister vepprach, sie der Regierung vorzulegen. Bayerische Mchrichtm. Die Regierungspräsidenten Bayerns hat­ ten sich am Samstag in München zusammenge­ funden, um unter dem Vorsitze des Mnisters Frhrn. v. Soden Mer Maßnahmen zur Le­ bensmittelversorgung zu beraten. Zum 'Rektor magnisicus der technischen Hochschule in München wurde für die Studien­ jahre 1915—17 Professor Dr. Karl Lintner gewählt. Eine juristische Notprüfung findet am 19. Oktober an der Universität München statt. Lehrerschaft und Krieg. Der Weltkrieg hat auch in die bayerische Lehrerschaft schmerzliche Lucken gerissen. Bis Ende Juni find gefallen oder ihren Wunden erlegen 417 Lehrer und 35 Semina­ risten. Vermißt werden 37, in Gefangenschaft gerieten 25 Lehrer. An Auszeichnungen erhielten 14 Lehrer das Eiserne Kreuz 1. Klasse, 576 das Eiserne Kreuz 2. Klaffe, 98 den Mtlttärverdienstorden 4. Kl. mit Schwertern, 2 die Goldene, 5 die Silberne Tapferkeitsmedatüe, 1 das Mtlitärverdtenstkreuz 1. Kl. mtt Krone und Schwertern, 57 das Mtlitärverdienstkreuz 2. Kl. mit Krone und Schwertern, 10 dak Militärverdtenstkreuz 2. Kl. mit Schwertern, 9 dar Mtlitärverdienstkreuz 3. Kl. mtt Schwerlern, 6 das Militär­ verdienstkreuz 2. Kl. mit Krone; 5 Lehrer wurden mit außerbayertschen Orden ausgezeichnet. Lebensmittelversorgung. Aus Würzburg wird gemeldet: Das stellvertretende Generalkommando des 2. Armeekorps gibt bekannt: Für den Bereich des 2. bayerischen Armeekorps wird der gewerbs­ mäßige An- und Verkauf von Eiern, Butter und Rindsschmalz ohne besondere Genehmigung der Distrikrspolizetbehörde, tn deren Bezirk das Gewerbe ausgeübt wiro, verboten. Abgebrannt ist gestern früh das ganze Tonwerk Geisenbrunn bei Gilching. Sämtli­ ches Inventar wurde vernichtet. Ein Brand bracht am Samstag nachmittags in der Scheune des Oekonomen und Krämers Haugg in Langenneufnach (Schwaben) aus und vernichtete mehrere Anwesen, auf die Feuer übersprang. Wieder eingefangen wurde in Ringen bei Kempten der aus Untrasried entwichene fran­ zösische Kriegsgefangene Thouvenin, der am 7. Juli mit einem Kameraden Maituu entflo­ hen ist. Maitun ertrank beim Durchschwimmen der Iller. * , Der Felspostmarder in Frauenilcidern. Unter sonderbaren Umständen wurde der nun verhaftete Postbote Kästl in Spalt als Feld­ postmarder entlarvt. An einem Abend fanden Spaziergänger hinter der Stadtmühle in Spalt Laudshut, 12, Juli. —* Das Eiserne Kreuz wurde verlie­ hen: vom Landw.-Jnf.-Rgt. Nr. 2: den Un_ " . . m , , .. ., r .. ... . teroffizieren der Landw. Herm. Burger,Heinr. erneu Sack und ein Paket, die mit Feldpost^ f Einmüller, Ignaz Springer und Joses Bauer, schachteln gefüllt waren. Dabei kam eine | bem Infanteristen Oskar Bück, dem Landwehr- ────────── Sicherstellung der Getreideernte, Das stellvertr. Generalkommando 1. A.-K. hat zur Sicherstellung der Getreideernte fol­ genden Erlaß an die Distriktsverwaltungsbe­ hörden hinausgegebenr "Die Einbringung der Getreideernte liegt in erster Hirne im Interesse der Allgemeinheit. Ich bestimme daher aus Grund des Art. 4 Ziffer 2 des Kriegszustandsgesetzes: 1. Die in eine Gemeinde beurlaubten Mannschaften haben für die Gesamtheit der Grundbesitzer einer Gemeinde und nicht nur für einzelne die Erntearbeiten auszuführen. • 2. Die Gemeindeverwaltung bestimmt da­ her die Verteilung der Arbeiten auf die Ernteurlauber — erusch l. der nach Namen Beur­ laubten. — Sie wacht darüber, daß die Ar­ beiten auch! ausgeführt werden und ist ver­ antwortlich!, daß die Ernte sämtlicher Grundbe­ sitzer eingebracht wird. 3. Die Gemeindeverwaltung ist verant­ wortlich, daß nur so viele Mannschaften in die Gemeinde beurlaubt werden, und beur­ laubt bleiben, als durchaus nötig für die Ein­ bringung der Ernte sind. Ueberzählige Ernte­ urlauber oder solche, welche den ihnen auf­ erlegten Verpflichtungen nicht nachkommen, sind sofort telegraphisch! dem zuständigen Trup­ penteil bekannt zu geben. 4. Handlungen oder Unterlassungen,welche dem Zwecke dieser Anordnung zuwiderlaufen, werden mit Gefängnis bis zu einem Jahre be­ straft. 5. Die Gemeindeverwaltung ist berechtigt, die ihr auferlegten Verpflichtungen auf min­ destens drei ihrer Mitglieder zu übertragen. 6. Ueber etwäige Streitigkeiten entschei­ det die Distriktsverwaltungsbehörde endgiltig. München, 9. Juli 1915. Der kommandierende General: v. d. Tann. Riederbayerische Rachrichtea. Rohr, 10. Juli. (Blitzschlag.) In dem nahegelegenen Bauernhof des OekonomenHirsch in Gaisberg schlug der Blitz bei dem borgest* rigen Gewitter in den Stadel und äscherte ihn voUständig ein. Deggendorf, 9. Juli. (Wegen Dienstentlausens) wurde ein 18jähriger Dienstknecht von der hiesigen Strafkammer zu 4 Wochen Ge­ fängnis verurteilt. Deggendorf, 10. Juli. (Wegen NotzuchtsVersuchs), verübt an einer geistesbeschränkten Gütlerstochter wurde ein Dienstknecht von Alt­ holz verhaftet. Passan, 10. Juli. (Durch! eine Spiritus­ explosion getötet.) Eine Frau Loibl, deren Mann im Felde steht, benützte einen Spiritus­ apparat, der explodierte, wobei die Wohnung in Brand geriet. Bei den Löschversuchen zog sich die Frau so schwere Brandwunden zu, daß sie gestorben ist. Sie hinterläßt drei kleine Kinder. Passau, 10. Juli. (Ueberfahren und ge­ tötet) wurde gestern zwischen Seestetten und Schalding vom Schnellzug D 160 das 4jähr. Mädchen des Unterhändlers Feicht von Einöd. ────────── lonnte man statt des Tedeums das Ave Maria von Gounod (weihevoll vorgetragen von Frau Verwalter Lehner und Herrn Sekretär Teiler) hören, während am 2. Sonntag das "Altniederländische Dankgebet" von Kremser für gemischten Chor, Orgel und Orchester einen überwältigenden Eindruck hinterließ. —* Ein Auge verloren. Vor kurzem hatte der 15 jährige Dienstbube Matthias Heilmeter In Untergangkofen eine alte Patronenhülse mit Pulver geladen und sie zur Explosion gebracht die Hülse zersprang und ein Teil der Ladung flog dem jungen Burschen ins Gesicht. Ein Auge wurde hiebei derart verletzt, daß es auslief und daher verloren ist. Der Verunglückte wurde in die hiesige Augenklinik ver­ bracht. —* An Gemeindeumlagen sind hier nach! der Uebersicht über den Stand der Spe­ zialkassenbücher 417 338,18 Mark des Jahres 1914 jetzt eingegangen. Der Rest mit ca. 17 000 Mark soll jetzt energisch! beigetrieben werden. —* Gegen die Lebensmittelteuerung. In der letzten Magistratssitzung wies Herr Rechtsrat Ambros darauf hin, daß eine Regierungsentschließung der K. Regierung von Riederbahern in Aussicht stehe bezüglich der Höchstpreise von Vieh und Fleisch, des Ver­ kaufes von Eiern und soweit notwendig auch für andre Produkte, Milch! usw. Die Höchst­ preise sollen für den ganzen Regierungsbe­ zirk Geltung haben. Außerdem wird sich die städtische Lebensmittelkommission am nächsten Mittwoch«, nach Abschluß der Brotmarkenver­ teilung,mit den hiesigen Lebenmittelpreisen be­ schäftigen. —* Eine Kr iegszulage erhalten nach Magistratsbeschluß, der vom Gemeindekolle­ gium gebilligt wurde, die städtischen Arbeiter und zwar wöchentlich 1 Mark für jedes 'Kino unter 15 Jahren oder sonstige nichterwerbs-sähige Familienmitglied. Die Kosten werden aus der Kommunalreserve gedeckte —* Die Fachschule für Maschinenbau und Elektrotechnik hatte nach der Rechnung pro 1914 in diesem Jahre in der Betriebs­ rechnung 37 295 Mark Einnahmen und Aus­ gaben aufzuweisen. Der Vermögensausweis läßt 119 546,90 Mark Vermögen ersehen. Die Stadt leistete 19 366,25 Mark, der Staat 10523 Mark Zuschuß. —* Zu den Baulinienveränderun­ gen konstatierte Herr M.-R. Gerstenecker in der letzten Magistratssitzung, daß Wohl in kei­ ner Stadt so viel Einsprüche bei Baulinien­ instruktionen und -änderungen erfolgen, wie in Landshut. Die Leute wollen keinen Grund abtreten und jeder sucht seinen ganzen Grund zu erhalten. Wenn es überall so ginge, würde nirgends eine Baulinie zustande kommen. —* Der Schm e e soll in den Wintermona­ ten in der Seligenthaler- und Zweibrücken­ straße abgeschwemmt werden. Das städtische Kanalbauamt hat nun ein Projekt ausgear­ beitet. Rach> demselben soll dem Kanal in der Seligenthalerstraße Wasser der Pfettrachaus dem offenen Graben hinter dem Friedhofe St. Nikolä zugeführt werden. Die Umbauarbeiten an dem Kanal erfordern rund 800 Mark, die vom Magistrat genehmigt wurden. Vom Rondell bis zur Nikolaapotheke befindet sich aUerdings kein Abfuhrschacht und müßte daher der Schnee dieser Strecke an einem die­ ser beiden Schächte in den Kanal geworfen und weggeschwemmt werden. In der Zwei­ brückenstraße ist ein Abschwemmen nicht mög­ lich, da der Zulaufkanal in der Fischergasse für entsprechende Wasserzufuhr zu eng ist. —* Der gestrige Sonntag brachte uns wieder herrliches Sommerwetter, nachdem am Samstag mehrmals leichte Regengüsse einige Erfrischung der Temperatur herbeigeführt hat­ ten. Bei dem herrlichen Sonnenschein zogen gestern große Scharen hinaus ins Freie, vor allem in die Waldungen der Umgebung, wo die Ausflügler emsig dem Beerenpflücken ob­ lagen. Abends kehrten sie alle voll bepackt mit den Schätzen des Waldes wieder hierher zurück. —* Das 2. Hauptfest der Marianischen Männerkongregation wurde gestern in der Jesuitenttrche mit Festgottesdienst und General­ kommunion abgehalten. Nachmittags fand ein Konvent und anschließend hieran Prozession nach- Loretto statt, an der sich zahlreiche Mit­ glieder beteiligten. Nach- einer gesungenen Litanei und der Rückkehr nach der Jesuiten­ kirche fand die Feier ihren Abschluß. —* Im Kinderhort fand gestern eine patriotische Feier statt mit Musik- und Gesangsaufführungen, wie deklamatorischen Vorträgen. Reizende Bilder boten die Reigen der Knaben und Mädchen, die gut einstudiert, exakt und sicher von den kleinen Hortbesuchern zur Vorführung kamen. Eine Theater­ aufführung "die Kaiser GeburtStagswurst" bot den Mitwirkenden Gelegenheit, ihre Talente voll zu entfalten und den Zuschauern eine Quelle reinen Ergötzens. Bewundernswertes bietet auch die ver­ anstaltete Ausstellung von Handarbeiten, die einen Einblick gewährt in die mannigfaltige Tätigkeit der Lehrerinnen des Hortes. Die Ausstellung bietet sowohl an Reichhaltigkeit, wie an vollendet ausge­ führten Arbeiten aus allen Gebieten der Handfertig­ keit reizvolle Abwechslung und eine ungeahnte Fülle i des Sehenswerten. Bayerische Ehrevtafel. Im Nachtgefechte int B.-Walde nächst E. war vom 4. auf 5. September ein Leutnant der 10.. Kompagnie 2. Res.-Jnf.-Regts. schcher verwundet worden. Als man bei der rück­ wärtigen Unterstützung davon Kenntnis er­ hielt, begab sich! der soeben mit einer Meldung zurückkehrende Reserve-Unteroffizier Franz Mandlinger, Brauer aus Badanhausen, B.-A. Eichstätt, aus freien Stücken.sofort wieder in die vordere Linie, um seinen Zugführer zu bergen, kam aber gerade dazu, wie ihn zwei Leute einige Schritte wett auf dem Boden fort­ schleiften, weshalb er entrüstet ausrief: "Das ist doch ein Offizier, den tragen wir zurück." Kaum war dieses Wort gesprochen, so brach der eine Mann von 'einem Geschosse getroffen, tot zusammen. Gleichwohl legte Mandlinger ohne Verzug selbst Hand an, erhielt aber ebenso rasch einen Schuß in die Hüfte, sodaß er seine Absicht aufgeben mutzte. (Silberne Medaille.) Bei dem am 23. Oktober nachmittags 5 Uhr, von stärkeren Kräften auf M.-B. bei A. unternommenen Sturm errangen sich 4 Re­ servisten der 9. Kompagnie Res.-Jnf.-Regts. Nr. 3, Johann Seitz, Müller aus Oberroth, BA. Jllertissen, Josef Schuster, Bauer aus Mussenhausen, BA. Mindelheim, Johann Jehle und Ludwig Stetter, beide landwirtschaftliche Arbeiter aus Beuren, BA. Neuulm, die Sil­ berne Medaille. Mit großer Schneid war ihr Zug gegen einen Schützengraben vorgegan­ gen und hatte die Besatzung der rechten Hälfte zur Waffenstreckung gezwungen, während der andere Teil noch heftigen Widerstand leistete. Um ihren Zugführer geschart, gelangten Jehle, Schuster und Stetter bis auf etwa 10 Meter an den Feind heran, krochen in einen Gra­ nattrichter und schossen jeden auftauchenden Franzosen nieder, indes sich der rechts rück­ wärts gebliebene Reservitz Seitz in den Gra­ ben schlich und dadurch seinen Gefährten das Nachkommen ermöglichte. ■ In den langwierigen Kämpfen um eine Vorstadt von A. hatte sich! am 17. Dezember die 5. Kompagnie Res.-Jnf.-Regts. Nr. 1 in den vorderen Häuserzeilen eingenistet; Unter­ offizier der Reserve Rupert Lettner, land­ wirtschaftlicher Arbeiter aus Ristseucht, BA. Berchtesgaden war mit zwei Gruppen wei­ ter vorgeschoben, ein schwächerer Posten sollte Verbindung halten. Unter dem einen fran­ zösischen Vorstoß einleitenden heftigen Artil­ leriefeuer hatten sich jedoch die Mannschaften beider Posten so stark auseinander gezogen, daß bei dem Unteroffizier schließlich nur mehr ein Mann verblieb. Gleichwohl eröffneten die beiden Leute beim Beginn des Sturmes ein so überaus heftiges Feuer, daß der Feind in höchster Ueberraschung aufiechit stehen blieb und etwa 30 Mann einbüßte. Erst als sich« Patrvnenmangel einstellte, wich Seltner auf den Zwischenposten und mit diesem vereint ununterbrochen weiterfeuernd, auf die Kom­ pagnie zurück. (Goldene Medaille.) Kr. A. Letzte Posten. Das ist der Sieg! I Wien, 11. Juli. Die "Reichspost" ver1 äffentlicht eine Unterredung ihres Korrespon­ ────────── Bayerische Ehrentafel. nach- Loretto statt, an der sich zahlreiche Mit­ glieder beteiligten. Nach- einer gesungenen Litanei und der Rückkehr nach der Jesuiten­ kirche fand die Feier ihren Abschluß. —* Im Kinderhort fand gestern eine patriotische Feier statt mit Musik- und Gesangsaufführungen, wie deklamatorischen Vorträgen. Reizende Bilder boten die Reigen der Knaben und Mädchen, die gut einstudiert, exakt und sicher von den kleinen Hortbesuchern zur Vorführung kamen. Eine Theater­ aufführung "die Kaiser GeburtStagswurst" bot den Mitwirkenden Gelegenheit, ihre Talente voll zu entfalten und den Zuschauern eine Quelle reinen Ergötzens. Bewundernswertes bietet auch die ver­ anstaltete Ausstellung von Handarbeiten, die einen Einblick gewährt in die mannigfaltige Tätigkeit der Lehrerinnen des Hortes. Die Ausstellung bietet sowohl an Reichhaltigkeit, wie an vollendet ausge­ führten Arbeiten aus allen Gebieten der Handfertig­ keit reizvolle Abwechslung und eine ungeahnte Fülle i des Sehenswerten. Bayerische Ehrevtafel. Im Nachtgefechte int B.-Walde nächst E. war vom 4. auf 5. September ein Leutnant der 10.. Kompagnie 2. Res.-Jnf.-Regts. schcher verwundet worden. Als man bei der rück­ wärtigen Unterstützung davon Kenntnis er­ hielt, begab sich! der soeben mit einer Meldung zurückkehrende Reserve-Unteroffizier Franz Mandlinger, Brauer aus Badanhausen, B.-A. Eichstätt, aus freien Stücken.sofort wieder in die vordere Linie, um seinen Zugführer zu bergen, kam aber gerade dazu, wie ihn zwei Leute einige Schritte wett auf dem Boden fort­ schleiften, weshalb er entrüstet ausrief: "Das ist doch ein Offizier, den tragen wir zurück." Kaum war dieses Wort gesprochen, so brach der eine Mann von 'einem Geschosse getroffen, tot zusammen. Gleichwohl legte Mandlinger ohne Verzug selbst Hand an, erhielt aber ebenso rasch einen Schuß in die Hüfte, sodaß er seine Absicht aufgeben mutzte. (Silberne Medaille.) Bei dem am 23. Oktober nachmittags 5 Uhr, von stärkeren Kräften auf M.-B. bei A. unternommenen Sturm errangen sich 4 Re­ servisten der 9. Kompagnie Res.-Jnf.-Regts. Nr. 3, Johann Seitz, Müller aus Oberroth, BA. Jllertissen, Josef Schuster, Bauer aus Mussenhausen, BA. Mindelheim, Johann Jehle und Ludwig Stetter, beide landwirtschaftliche Arbeiter aus Beuren, BA. Neuulm, die Sil­ berne Medaille. Mit großer Schneid war ihr Zug gegen einen Schützengraben vorgegan­ gen und hatte die Besatzung der rechten Hälfte zur Waffenstreckung gezwungen, während der andere Teil noch heftigen Widerstand leistete. Um ihren Zugführer geschart, gelangten Jehle, Schuster und Stetter bis auf etwa 10 Meter an den Feind heran, krochen in einen Gra­ nattrichter und schossen jeden auftauchenden Franzosen nieder, indes sich der rechts rück­ wärts gebliebene Reservitz Seitz in den Gra­ ben schlich und dadurch seinen Gefährten das Nachkommen ermöglichte. ■ In den langwierigen Kämpfen um eine Vorstadt von A. hatte sich! am 17. Dezember die 5. Kompagnie Res.-Jnf.-Regts. Nr. 1 in den vorderen Häuserzeilen eingenistet; Unter­ offizier der Reserve Rupert Lettner, land­ wirtschaftlicher Arbeiter aus Ristseucht, BA. Berchtesgaden war mit zwei Gruppen wei­ ter vorgeschoben, ein schwächerer Posten sollte Verbindung halten. Unter dem einen fran­ zösischen Vorstoß einleitenden heftigen Artil­ leriefeuer hatten sich jedoch die Mannschaften beider Posten so stark auseinander gezogen, daß bei dem Unteroffizier schließlich nur mehr ein Mann verblieb. Gleichwohl eröffneten die beiden Leute beim Beginn des Sturmes ein so überaus heftiges Feuer, daß der Feind in höchster Ueberraschung aufiechit stehen blieb und etwa 30 Mann einbüßte. Erst als sich« Patrvnenmangel einstellte, wich Seltner auf den Zwischenposten und mit diesem vereint ununterbrochen weiterfeuernd, auf die Kom­ pagnie zurück. (Goldene Medaille.) Kr. A. Letzte Posten. Das ist der Sieg! I Wien, 11. Juli. Die "Reichspost" ver1 äffentlicht eine Unterredung ihres Korrespon­ ────────── nach- Loretto statt, an der sich zahlreiche Mit­ glieder beteiligten. Nach- einer gesungenen Litanei und der Rückkehr nach der Jesuiten­ kirche fand die Feier ihren Abschluß. —* Im Kinderhort fand gestern eine patriotische Feier statt mit Musik- und Gesangsaufführungen, wie deklamatorischen Vorträgen. Reizende Bilder boten die Reigen der Knaben und Mädchen, die gut einstudiert, exakt und sicher von den kleinen Hortbesuchern zur Vorführung kamen. Eine Theater­ aufführung "die Kaiser GeburtStagswurst" bot den Mitwirkenden Gelegenheit, ihre Talente voll zu entfalten und den Zuschauern eine Quelle reinen Ergötzens. Bewundernswertes bietet auch die ver­ anstaltete Ausstellung von Handarbeiten, die einen Einblick gewährt in die mannigfaltige Tätigkeit der Lehrerinnen des Hortes. Die Ausstellung bietet sowohl an Reichhaltigkeit, wie an vollendet ausge­ führten Arbeiten aus allen Gebieten der Handfertig­ keit reizvolle Abwechslung und eine ungeahnte Fülle i des Sehenswerten. Bayerische Ehrevtafel. Im Nachtgefechte int B.-Walde nächst E. war vom 4. auf 5. September ein Leutnant der 10.. Kompagnie 2. Res.-Jnf.-Regts. schcher verwundet worden. Als man bei der rück­ wärtigen Unterstützung davon Kenntnis er­ hielt, begab sich! der soeben mit einer Meldung zurückkehrende Reserve-Unteroffizier Franz Mandlinger, Brauer aus Badanhausen, B.-A. Eichstätt, aus freien Stücken.sofort wieder in die vordere Linie, um seinen Zugführer zu bergen, kam aber gerade dazu, wie ihn zwei Leute einige Schritte wett auf dem Boden fort­ schleiften, weshalb er entrüstet ausrief: "Das ist doch ein Offizier, den tragen wir zurück." Kaum war dieses Wort gesprochen, so brach der eine Mann von 'einem Geschosse getroffen, tot zusammen. Gleichwohl legte Mandlinger ohne Verzug selbst Hand an, erhielt aber ebenso rasch einen Schuß in die Hüfte, sodaß er seine Absicht aufgeben mutzte. (Silberne Medaille.) Bei dem am 23. Oktober nachmittags 5 Uhr, von stärkeren Kräften auf M.-B. bei A. unternommenen Sturm errangen sich 4 Re­ servisten der 9. Kompagnie Res.-Jnf.-Regts. Nr. 3, Johann Seitz, Müller aus Oberroth, BA. Jllertissen, Josef Schuster, Bauer aus Mussenhausen, BA. Mindelheim, Johann Jehle und Ludwig Stetter, beide landwirtschaftliche Arbeiter aus Beuren, BA. Neuulm, die Sil­ berne Medaille. Mit großer Schneid war ihr Zug gegen einen Schützengraben vorgegan­ gen und hatte die Besatzung der rechten Hälfte zur Waffenstreckung gezwungen, während der andere Teil noch heftigen Widerstand leistete. Um ihren Zugführer geschart, gelangten Jehle, Schuster und Stetter bis auf etwa 10 Meter an den Feind heran, krochen in einen Gra­ nattrichter und schossen jeden auftauchenden Franzosen nieder, indes sich der rechts rück­ wärts gebliebene Reservitz Seitz in den Gra­ ben schlich und dadurch seinen Gefährten das Nachkommen ermöglichte. ■ In den langwierigen Kämpfen um eine Vorstadt von A. hatte sich! am 17. Dezember die 5. Kompagnie Res.-Jnf.-Regts. Nr. 1 in den vorderen Häuserzeilen eingenistet; Unter­ offizier der Reserve Rupert Lettner, land­ wirtschaftlicher Arbeiter aus Ristseucht, BA. Berchtesgaden war mit zwei Gruppen wei­ ter vorgeschoben, ein schwächerer Posten sollte Verbindung halten. Unter dem einen fran­ zösischen Vorstoß einleitenden heftigen Artil­ leriefeuer hatten sich jedoch die Mannschaften beider Posten so stark auseinander gezogen, daß bei dem Unteroffizier schließlich nur mehr ein Mann verblieb. Gleichwohl eröffneten die beiden Leute beim Beginn des Sturmes ein so überaus heftiges Feuer, daß der Feind in höchster Ueberraschung aufiechit stehen blieb und etwa 30 Mann einbüßte. Erst als sich« Patrvnenmangel einstellte, wich Seltner auf den Zwischenposten und mit diesem vereint ununterbrochen weiterfeuernd, auf die Kom­ pagnie zurück. (Goldene Medaille.) Kr. A. Letzte Posten. Das ist der Sieg! I Wien, 11. Juli. Die "Reichspost" ver1 äffentlicht eine Unterredung ihres Korrespon­ denten in Sofia mit dem Oberkommandieren-! den der bulgarischen Regierung im Balkan­ kriege, General Sawow, welcher erklärte: Die heutige militärische Lage bedeutet für mich keine Ueberraschung. Ich zweifelte nie, daß die Russen und Franzosen sich tgpfer schla­ gen werden. Doch wußte ich ebenso, daß die Armeen Oesterreich-Ungarns und Deutschlands die Ueberlegenheit besitzen. Der Krieg ist ein großes Ringen, wo anfangs bald der eine, bald der andre Gegner scheinbar zu Falle kommt. Endlich aber tritt die bedeutsame Kampfesphase ein, in der der eine Kämpfer die völlige Gewißheit erlangt, daß er derUeberlegene aus bestimmten Gründen und mit be­ stimmten Mitteln ist. In dieser Phase scheint nun der Kampf zu stehen. Sie ist die vor­ letzte, denn die Schlußphase ist jene des End­ gültigen Sieges über die Widersacher. Nicht eine ungeheure Wucht der Masse ist die Be­ dingung des Sieges, nein, der feste WiUe der Vernunft, das Einsetzen der Moral, das Ver­ teilen der Kraft, kürz alles das, was man mit dem Ausdruck "militärische Organisation" zu bezeichnen pflegt. Das ist der Sieg. Keine bulgarischen Indiskretionen., Genf, 12. Juli. Ter bulgarische Ge­ schäftsträger in Paris dementiert in aller Form, daß von der bulgarischen Regierung diplomatische Dokumente über die Vorschläge des Vierverbandes an Bulgarien in Wien und Paris verbreitet würden. Eine Balkankonferenz. Berlin, 12. Juli. Die Tribuna bringt die amtlich noch nicht bestätigte Nachricht, daß die Herrscher Rumäniens und Bulgariens in Tfihen zusammentreffen und König Konstantin einen Besuch abstatten wollen. Die Mini­ ster der drei genannten Staaten würden der Zusammenkunft beiwohnen, wobei sich! auch Serbien vertreten lassen wird. Die Zusammen­ kunft würde bereits stattgefunden haben, falls das Befinden des Königs Konstantin es ge­ stattete. Das Bombenattentat in Sofia. Berlin, 12. Juli. Wie mehrere Mor­ genblätter melden, wurde der 'Haupturheber des Bombenattentats im stöbt. Kasino in Sofia zum Tode, die andern Angeklagten zu Ker­ kerstrafen von 4 bis 20 Jahren verurteilt. Hanotanx über die italienische Hilfe. Paris, 12. Juli. Im Figaro äußert Hanotaux die Meinung, es sei an der Zeit, daß Italien im Orient zu Hilfe komwe, da­ mit man mit Konstantinopel fertig werde. In Frankreich! habe man dieses Ereignis dringend notwendig. Die Affäre Konstantinopels sei von größter Wichtigkeit und jede Minute von entscheidendem Erfolge. Die wankelmütige Haltung der Balkanstaaten allein verzögert den Untergang der Türkei. Für den Vierverband besteht die Notwendigkeit, um die eigenen Opfer zu verringern, so schnell wie möglich zu einem Ende zu kommen. Italien sei bereit und könne zu Hilfe kommen. Warum zögere man da noch? Tie russische Offensive bei Krasnik steht. Berlin, 12. Juli. Aus dem k. k. Kriegs­ pressequartier erfährt das "Berl. Tagebl.", daß die letzte, nördlich Krasnik und der Buggegend angesetzte verzweifelte russische Offensive von den Verbündeten zum Stehen gebracht wor­ den ist. Erst das Geld, dann die Waren. Seattle, 12. Juli. Große Schiffsfrach­ ten mit Kriegsmaterial für Rußland sind von den Fabrikanten zurückgehalten worden, weil es unmöglich war, Bezahlung zu erlangen. Letzte Posten. ────────── ferfel, 1 Schafe, — Lämmer, — Ziegen, — Kitze, 2 Pferde, 4 Kilo Fleisch. Einnahmen: Ein­ genommen wurden an: Schlachlgebühren 5059.20 Mk., Gebühr für eingeführtes Fleisch 9 48 Mk.. Wiege­ gebühr 329.95 Mk., Stallgebühren 11.30 Mk., Futterund Wartegebühren 7.60 Mk , Gebühr für Beseitigung beanstandeter Teile, Eintritt, Transportwagen und außerordentlche Schlachtungen 7.03 Mk., Gebühren für Kühlhaus 7435 Mk., für Eis 430 20 Mk.. für Hackerei 177.25 Mk., für Sterilisator, Garderobe und Bäder 4.10 Mk., für Dünger, Borsten und Fleisch 0.70 Mk., Mieten der Beamten und Be­ diensteten, Restaurationsmiete 277.48 Mk., Rückver­ gütung für Beleuchtung, Beheizung und Brenn­ material 70 80 Mk., Gebühren für außerordentliche Fleischbeschau — Mk., sonstige Einnahmen 5.80 Mark, Summe der Einnahmen 6465.24 Mk. München, 10. Juli. (Vieh mar kt.) Bericht vom 5. bis 10. Juli. Preise per 50 Kilo Lebendgewicht: Ochsen: 1. Qualität 74^-78, österr. 00—00, Holland. 00—00, 2. Qual. 69—73, österr. 00—00, holl. 00—00, 3. Qual. 63—68, österr. 00—00, holl. 00—00, 4. Qual. 57—62, österr. 00 — 00, schweb. 00—00, 5. Qual. 50—56, schweb. 00—CO. Bullen: 1. Qual. 53—58, 2. Qual. 48—52, 3. Qual. 42—47 ;Küheu. Kalbinnen r l.Qual. 60—70, 2. Qual. 58—66, 3. Qual. 50—57, 4. Qual. 41—49, 5. Qual. 31—40; gering genährtes Jungvieh: 31—41; Kälber: feinste 75—78, mittlere 70—74, geringe 60—69; Schafe: Stallmastschafe, Mastlämmer und jüngere Masthammel 00—00, ältere Masthammel 00—00, mäßig genährte Hammel —, gering. Lämmer 00—00; Schweine: Fettschweine über 150 Klgr. 90—102, vollfleischige von 120 bis 150 Klgr. 90—102, von 100 bis 120 Klgr. 93—105, von 80 bis 100 Klgr. 93—105, dto. unter 80 Klgr. 80—105, Sauen 00 bis 000, Bratenfchweine 96—102 Mk. Prei.se per 50 Klgr. Schlachtgewicht: Bullen 2. Qual. 00—00, 3. . Qual. 00—00, Kälber: feinste 86—90, mittlere 80—85, geringe 70—79; Schafe: Mast­ lämmer und jüngere Masthammel 82—88, ältere Mafthammel 00—00, mäßig genährte Hammel und Schafe 00—00; geringere Lämmer und Schafe 66—81. Schweine: Fettschweine über 150 Klgr. 00—00, vollfleischige von 120—150 Klgr. 000—000, von 100 bis 120 Klgr. 124—134,von 80 bis 100 Klgr. 114—135, untet;80 Klgr. 100—132,Sauen 00—00, Bratenfchweine 122—128Mk. — Gesamtzufuhr: 2340 Großvieh, aus dem Auslande —, und zwar — ' Ochsen (darunter — aus Schweden und — aus Oesterreich), — Bullen (darunter — aus Oesterreich), — Kühe (darunter — aus Dänemark und — aus Oesterreich), — Jungrinder (— aus Oesterreich), 4073 lebende und 340 tote Kälber, 2365 lebende und 1622 tote Schweine, 82 lebende und 397 tote Schafe und Ziegen, 27 lebende und — tote Lämmer, Spanferkel und Kitze. Nach Auswärts wurden — Stück Großvieh und — Schweine. Marktverlauf: Großvieh: ohne Aenderung, Kälber und Schweine: eiwas nachgebend; Schafe: ohne Aenderung. Nürnberg, 10. Juli. (Hopfenbericht.) Von dem dteswöchigen Umsatz entfiel über die Hälfte auf geringe Spekulaiionshopsen zu 15—20 Mark. Die andere» hielten sich im Rahmen von 25 bis 40 Mark; ganz ausnahmsweise erzielten einige Ballen Ausstich 50 und 55 Mark. Die in dem letzten Wochenbericht geschilderte Marktlage hat also keinerlei Aenderung erfahren. Die Stimmung ist eine andauernd matte. Wochenzufuhr 50, Wochen­ umsatz 250 Ballen. Preise: geringe 15 bis 20, mittel 2b bis 40, prima 45 bis 60 Mark. ────────── Niederbayerische Nachrichten. beiten auch! ausgeführt werden und ist ver­ antwortlich!, daß die Ernte sämtlicher Grundbe­ sitzer eingebracht wird. 3. Die Gemeindeverwaltung ist verant­ wortlich, daß nur so viele Mannschaften in die Gemeinde beurlaubt werden, und beur­ laubt bleiben, als durchaus nötig für die Ein­ bringung der Ernte sind. Ueberzählige Ernte­ urlauber oder solche, welche den ihnen auf­ erlegten Verpflichtungen nicht nachkommen, sind sofort telegraphisch! dem zuständigen Trup­ penteil bekannt zu geben. 4. Handlungen oder Unterlassungen,welche dem Zwecke dieser Anordnung zuwiderlaufen, werden mit Gefängnis bis zu einem Jahre be­ straft. 5. Die Gemeindeverwaltung ist berechtigt, die ihr auferlegten Verpflichtungen auf min­ destens drei ihrer Mitglieder zu übertragen. 6. Ueber etwäige Streitigkeiten entschei­ det die Distriktsverwaltungsbehörde endgiltig. München, 9. Juli 1915. Der kommandierende General: v. d. Tann. Riederbayerische Rachrichtea. Rohr, 10. Juli. (Blitzschlag.) In dem nahegelegenen Bauernhof des OekonomenHirsch in Gaisberg schlug der Blitz bei dem borgest* rigen Gewitter in den Stadel und äscherte ihn voUständig ein. Deggendorf, 9. Juli. (Wegen Dienstentlausens) wurde ein 18jähriger Dienstknecht von der hiesigen Strafkammer zu 4 Wochen Ge­ fängnis verurteilt. Deggendorf, 10. Juli. (Wegen NotzuchtsVersuchs), verübt an einer geistesbeschränkten Gütlerstochter wurde ein Dienstknecht von Alt­ holz verhaftet. Passan, 10. Juli. (Durch! eine Spiritus­ explosion getötet.) Eine Frau Loibl, deren Mann im Felde steht, benützte einen Spiritus­ apparat, der explodierte, wobei die Wohnung in Brand geriet. Bei den Löschversuchen zog sich die Frau so schwere Brandwunden zu, daß sie gestorben ist. Sie hinterläßt drei kleine Kinder. Passau, 10. Juli. (Ueberfahren und ge­ tötet) wurde gestern zwischen Seestetten und Schalding vom Schnellzug D 160 das 4jähr. Mädchen des Unterhändlers Feicht von Einöd.