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        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1915-07-02"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">68. Jahrgang Nr. 176</biblScope>
          <date when="1915-07-02">1915-07-02</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
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          <p>WTB. Wien, 1. Juli. Mittags. — Amtlich wird verlautbart: Russischer Kriegsschauplatz. In Ostgalizien dauern die Kämpfe an der Gnila-Lipa und im Raume östlich Lemberg fort. Unsre Truppen sind an mehreren Stel­ len auf die Höhen östlich der Gnila-Lipa vor­ gedrungen und in die feindlichen Stellungen eingebrochen. Ebenso gelang es den verbün­ deten Truppen, abwärts Rohatyn nach, er­ bittertem Kampfe das Ostufer zu gewinnen. Am Dnjestr herrscht volle Ruhe. Im Quellengebiet des Wieprz wurde Zamosz besetzt. Die Höhen nördlich der Tanewnieberung wurden in ihrer ganzen Ausdeh­ nung in Besitz genommen. Westlich&gt; der Weichsel folgten unsre Trup­ pen dem weichenden Gegner bis vor Tarlvw. Die Gesamtbeute der unter öster­ reichisch-ungarischem Oberkommando im Nordosten kampfenden verbündeten Truppen per Juni betragt: 521 Offiziere. 194000 Wattn, 93 Geschütze, 364 Maschinengewehre, 78 Munitionswagen, 100 Detdbahnwagen etc. Italienischer Kriegsschauplatz. Der gestern nachmittags von mehreren feindlichen Infanteriedivisionen erneuerte all­ gemeine Angriff gegen unsre Stellungen am Rande des Plateaus von Doberdo wurde über­ all unter schweren Verlusten der Italiener ab­ Die Kämpfe der Oesterreicher. geschlagen. Der Haupfftoß des Feindes rich­ tete sich gegen die Front Sagrada—-Monte Cosich (nordöstlich Monfalcone). Bei Selz und Vermegliano drangen die Italiener in unsre vordersten Gräben ein. Ein Gegenangriff un­ serer tapferen Infanterie warf jedoch den Feind wieder in das Tal zurück. Die Hänge des Monte Cosi sind mit italienischen Leichen be­ deckt. Ein abends angesetzter Vorstoß gegen die Höhen östlich Monfaleone, ein Angriff nord­ östlich! Sagrado und mehrere kleinere Vorstöße gegen den Görzer Brückenkopf brachen gleich­ falls zusammen. Nach dieser Niederlage des Feindes trat Ruhe ein. In gehobener Stimmung sind un­ sere unerschütterlichen Truppen im festen Be­ sitz aller ihrer Stellungen zu neuem Kampfe bereit. Im nördlichen Jsonzo-Abschnitt und an der Kärntner Grenze hält das Geschützfeuer an. Ter stellvertretende Chef des Generalstabes: v. H o e f e r, Feldmarsch alleutnant.</p>
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          <p>Beurteilung Ser Kriegslage in Frankreich. Der französische General La Croix veröf­ fentlicht im "Temps" eine lange Studie über "Offensive durch. Manöver". Er glaubt, daß die russischen Soldaten den deutschen gleichewertig seien, aber die Führung der Deutschen verfolge genial erdachte Ziele, wodurch die Erfolge erklärlich seien. Doch bleibt La Croix guter Hoffnung, selbst wenn die Russen den Kontakt mit dem Feinde zur Rückwärtskonzentrierung abbrechen, das heißt also auf deutsch, fließen —, denn die russische Front sei bisher inmkt geblieben.' La Croix lobt Cadorna, der methodisch, ohne rasche Siege vor­ gehe. Die Besetzung des Monte Nero sei mu­ stergültig. Frankreich möge Cadorna vertrauen. Er sei Wohl ein Cunctator, aber ein tüch­ tiger Führer. (Z.) Ein neuer Feind. Dem "Matin" zufolge sind in Paris 100 eingeborene Kaledpnier vom Stamme der Nianlis angekommen. Dieser neue Feind wird zunächst nach Lyon und von dort an die Front gebracht werden. In den Ruinen von Arras. Ein französischer Berichterstatter schildert im "Temps" die Eindrücke einer Reise, die ihn in den Mittelpunkt der heißumstrittenenKampfzone von Arras führte: "Auf dem Wege nach Arras mußten wir wegen der vielen Privatund Militärwagen unsren Schritt verlangsa­ men. Bald haben wir aber die gesperrte Zone hinter uns, und es ist uns nun vergönnt, ein seltenes Schauspiel mitanzusehen. Wir woh­ nen einem Luftkampf bei: eine Taube verfolgt einen französischen Flieger, der in weiße Schrapnellwolken gehüllt, einen eigenartigen Anblick gewährt. Die Bäuerinnen buddeln während dessen in größter Seelenruhe weiter ihre Rüben aus. In einiger Entfernung er­ blickt man die Türme von Mont—Saint—Elvi, die durch lange Risse zerfetzt und durchlöchert sind, aber noch aufrecht stehen. Nicht weit davon sieht man die schlanke Silhouette des Dorfkirchturms. Man hört ganz deutlich den Vom westlichen Kriegsschauplatz. Kanonendonner und das Kleirgewehrfeuer. Schwarzer Rauch steigt über Neuville—Saint— Vaast, Ecurie, Thelus, Chanteclair, wo der Kamps tobt, auf. Der Angriff und der Ge­ genstoß sind bei diesem Artilleriekamps, der unaufhörlich seit 8 Monaren anhält, gleich leb­ haft, aber noch nie zuvor war er so heftig. Wir überschreiten das Tor Randon, ganz er­ füllt von dem schmerzlichen Gedanken an die Ruinen, die sich nun unsern Augen darbieten werden. Die Ruinen haben sich denn auch durch die andauernde Beschießung von Tag zu Tag vermehrt. Da sind die Ueberbleibsel des Rathauses, das einzig in seiner Art mit sei­ nem Wartturm auf alle Bewohner von Arras seine Anziehungskraft ausübt.</p>
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          <p>Rückgang der Anbauflächen in Rußland. Die russische Regierung erklärte in einer amtlichen Mitteilung, wonach sich während des Kriegsjahres die Anbauflächen in Rußland um ein Fünftel des bisherigen Umfanges verrin­ gerten. In einzelnen Gouvernements verrin­ gerte sich sogar die Anbaufläche um 4 Fünftel. Großfürst Nikolajewitsch und Rasputin. Wien, 30. Juni. Ueber den Einfluß des russischen Mohammed wird von angeblich gut unterrichteter Seite berichtet: Es ist bekannt, welchen Einfluß Raspuiin am Zarenhofe ge­ nießt. Dabei ist Rasputin ein eifriger An­ hänger des Friedens und hat selbst beim Zaren nichts unversucht gelassen, diesen zum Frie­ den zu bewegen. Nikolaus II. wagt nun nicht, gegen Rasputin etwas Ernsteres zu unterneh­ men, weil diesex ihpr prophezeite, daß ein ge­ waltsames Schicksal, welches ihn — Rasputin — treffe, die Vernichtung der Dynastie Roma­ now nach sich ziehen würde. Der Zar hat ihm sogar erlaubt, das Einverständnis des Groß­ fürsten Nikolajewitsch vorausgesetzt, diesen im Hauptquartier zu besuchen, und dort zu versu­ chen, den Großfürsten zur Friedensidee zu be­ kehren. Nikolajewitsch aber, der wenig Ach­ tung vor Rasputin zu haben scheint, erwiderte (angeblich!) auf dessen telegraphische Anffage, ob er zu ihm ins Hauptquartier kommen kön­ ne, mit folgender vielsagenden Depesche: Ins Hauptquartier kommen, gehenkt werden! Ni­ kolai Nikolajewitsch. (Z.) Das Geschichtchen liest sich soweit ganz hübsch. Vom östlichen Kriegsschauplatz. Die russischen Offiziersverluste. Durch die letzte veröffentlichte Offiziers­ verlustliste, die bis zum 8. Juni reicht, ist die Ziffer 100 000 überschritten worden. Das Bild hat sich nicht geändert: neben einer außer­ ordentliche hohen Zahl von Fähnrichen fallen überraschend viele Obersten und Generale. Verlorene russisch«; Fahnen. Wie Ruskij Invalid" mitteilt, haben neun russische Infanterie-Regimenter ihre Fahnen auf dep Schlachtfeldern verloren. Zwar be­ hauptet das Blatt, daß keine einzige Regi­ mentsfahne vom Feinde im eigentlichen Sinne erobert worden sei, sondern, daß der Feind sie unter hohen Leichenbergen gefunden habe, doch es muß zugeben, daß sie sich tatsächlich! in Feindeshand befinden. 14 Infanterie-Re­ gimenter besitzen heute nur noch Teile vom Fahnentuch. Auch einige Kavallerie-Regimen­ ter haben ihre Ehrenzeichen eingebüßt. (Z.) Erregung in Petersburg. Das Deutsche Volksblatt meldet über Stock­ holm aus Petersburg: In Petersburg dauern die Zusammenrottungen der über die galizischen Niederlagen erregten Volismassen fort. Der Newski-Prospekt in Petersburg ist seit Tagen völlig abgesperrt. Ernstere Gerüchte kursieren von einer neuerlichen Niederlage in den Ostseeprovinzen. Auch das 3. Garde-Re­ giment ist wieder in Petersburg eingetroffen.</p>
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          <p>Zweite Nummer im 3. Quartal! " Wir weisen darauf hin, daß der "Kurier für - Mederbayern" jetzt «och bestellt werden kann.</p>
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          <p>den verspricht? Stelle die Wechsel nur ruhig aus, während ich in Wien bin, das andere überlasse mir. Und nun leb wohl, Lieber. Ich muß mich um Bubi umsehen." Sie trennten sich lächelnd. Keinem von beiden kam die ungeheuere Gewissenlosigkeit zum Bewußtsein, die darin lag, daß sie ihr Kind als Hilfsmittel für ihre gewagten Ma­ chenschaften benutzen wollten. Bei der Oberflächlichkeit und Eilzugsgeschwindigkeit, mit der sie beide durchs Leben flatterten, konnte kein Eindruck sich vertiefen — nicht einmal ihre Elternschaft. Das einzige, was klar und tief trt ihre Seelen eingegraben stand, waren die Worte "Genuß" und "eigener Vorteil". Alles andere war verwischt, nebelhaft. Trotzdem hielt sich Gerda für eine gute Mutter und war über­ zeugt, daß sie und Alfred ihr Kind genau so liebten wie andere Eltern, wenn sie sich auch nicht um jede Kinderstubenkleinigkeit beküm­ merten. Mama harte zwar neulich behauptet: die wahre Liebe zu seinen Kindern erwächst erst aus den tausend kleinen Sorgen und Handreichungen, die sie einem auferlegen in schlaflosen Nächten und völliger Selbstverges­ senheit. Aber das war eben wieder einmal Mamas gefühlvolle Uebertreibung. Wer brachte denn heutzutage noch "schlaflose" Nächte zu und be­ treute seine Kinder selbst, wenn er das Geld hatte, sich Leute zu halten? Bubi war im Garten, wo ihn Wieselchen warm angezogen in der Herbstsonne spazieren fuhr. Tante Sybille ging nebenher und plau­ derte mit dem kleinen Mann, der jauchzend nach den bunten ^Fransen ihres Schals haschte, den er ihr vom Kopfe zu ziehen versuchte. Nebenbei sprachen beide Frauen in halb­ lauten Bemerkungen über die "brennende Frage" der letzten Wochen: Wird Gerda uns das Kind hier lassen oder es mit nach- Wien nehmen? "Dort ginge er einfach zugrunde," behaup­ tete Wieselchen, "jetzt, wo er sich so gut erholt hat. Ganz dick ist er schon geworden — sehen Sie nur die Grübchen in seinen Patsch­ händchen." "Da sie bis jetzt noch kein Wort gesagt hat, hoffe ich das Beste," tröstete Sybille sich selbst. "Sie spracht auch immer nur von vier Zim^ mern. Davon sollte eines Schlaf-, das andere Speisezimmer und die beiden andern Em­ pfangszimmer sein. Von einem Kinderzim­ mer war mit keinem Wort die Rede. Also —" Bubi war plötzlich verstummt. Er hatte seine Mama gesehen, deren Anblick ihn immer einschüchterte, weil sie ihm so fremd war wie er im Grunde ihr. Heute aber war Gerda offenbar von un­ gewohnter Zärtlichkeit für Bubi erfüllt. Sie nahm ihn aus dem Sitzwägelchen, küßte ihn und sprach fortwährend in der herzlichsten Weise auf ihn ein. "Mama fährt jetzt gleich fort," sagte sie, "und wird Bubi ein schönes Hotto-Pferdchen mitbringen und eine Peitsche und einen Helm, wie Papa ihn hat! Und dann wird Mama wiederkommen und Bubi holen. Bubi wird Eisenbahn fahren — ja — magst du, Bubi?" Der Kleine sah verständnislos in das Ge­ sicht seiner Mutter. Sybille und Wieselchen aber tauschten einen erschreckten Blick. Gerda fuhr anscheinend harmlos fort: "Dann wird Bubi in einer großen Stadt woh­ nen, wo es viele Häuser und noch viel mehr Menschen gibt und viele, viele schöne Sachen. Das wird lustig sein, gelt, Bubi?" "Du — du willst Bubi von Rodenbach fortnehmen?" stammelte Sybille ganz blaß. Gerda blickte verwundert auf. "Aber natürlich, Tantchen. Wir werden uns doch von unserem Liebling nicht trennen! Du denkst doch nicht, daß wir unser einziges Kind hier lassen könnten?" !8ortfetzKng folfltj £_ _ _ ■ , j.</p>
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          <p>Die Kriegslage in Kamerun. Dr. Paul Rohrbach hat von einem bekann­ ten Kameruner Kaufmann einen Bericht über die Kriegslage in Kamerun erhalten, den er der "Deutschen Post- und Asrika-Korr." zur Verfügung stellt . Ter Bericht lautet: "Die Franzosen haben weitere 5000 Mann (Senegalesen) in Duala gelandet und wollen nun mit größter Energie das Innere der Ko­ lonie erobern. Während der Engländer sich darauf beschränkt, die Küstenorte und den Nor­ den zum Teil besetzt zu halten, bleibt es den Franzosen überlassen, das Innere der Kolonie zu erobern. Kribi ist vom Feinde geräumt und wieder von den Deutschen besetzt worden; bei seinem Abzüge nach Duala zerstörte der Feind noch viele Werte an der Südküste, die Orte Longji und Plantation wurden vollständig nie­ dergebrannt, die Einrichtungsgegenstände, Wa­ ren, Vorräte usw. mitgenommen. Kampo wird noch vom Feinde besetzt gehalten. Aus der Reede von Kampo liegen noch einige feindliche Schiffe, da dem Feinde daran liegt, die Grenzy nach dem neutralen angrenzenden spanischen Guineagebiet zu sperren. Im Süden drangen die Franzosen mit 1000 Mann bis Ojem vor und nahmen die Station Ojem, die unsere Truppe vorderUebermacht räumen mußte. Inzwischen haben wir aber wieder eine größere Truppenmacht (4 Kompagnien) vor Ojem zusammengezogen, uw die Franzosen wieder zurückzudrängen. Im Osten haben wir die Franzosen bis hinter den Kadei (bei Baturi) zurückgetrieben, unter gro­ ßen Verlusten für den Feind. Im Südosten drängen die Franzosen mit großer Uebermacht , von Molundu und Jucaduma aus vor. Der l Etaposten wurde am 15. Januar von den Fran­ zosen genommen. Lomie ist noch in deutschen Händen, doch wurden bei Ngoida und Bumba den Franzosen einige größere Gefechte gelie­ fert. Akoafim wurde Anfang April noch von uns gehalten, doch war es gefährdet. Adea ist in den Händen der Franzosen . Unsere Trup­ pen stehen dicht vor Edea, um einen etwaigen Vormarsch der Franzosen zurückzuwerfen. Garua und Kusseri sind noch in deutschen Händen. Im Norden haben wir Dscharg wiederbesetzt, auch Bare und den Ausstieg an der Nordbahn bei Bare. Bamenda ist in unsern Händen,Ossi­ dinge in denen der Engländer, doch haben unI sere Truppen eine befestigte Stellung vorOssidinge besetzt. Die Lage ist im allgemeinen sehr l günstig für uns; die Kolonie kann sich noch länger halten und es wird den Feinden nicht so I leicht werden, das Innere zu erobern." (Z.) Aus den Kolonien.</p>
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          <p>Am Balkan. M VMM. Montenegros Ansprüche an Albanien. Die montenegrinische Spezialkommission traf in Petersburg ein, um die Wünsche Mon­ tenegros bezüglich Albaniens, insbesondere Skutaris vorzutragen. Es heißt auch, Mon­ tenegro rufe den Schiedsspruch Rußlands we­ gen der Differenzen in der albanischen Frage Zwischen Montenegro und Serbien an. Die Spezialkommission wurde von Ssasanow emp­ fangen. Bulgarien und die Türkei. Die "Köln. Ztg." meldet aus Sofia: An Maßgebender Stelle verstärkt sich die Annah­ me, daß Bulgarien und die Türkei in der Grenzfrage sich einigen werden. Außer dem rechten Maritzufer wünscht Bulgarien eine Linie, welche Adrianopel bei der Türkei läßt und südlich von Kirkilisse in östlicher Richtung !bis zum Meer geht. (Z.) Veränderung im griechischen Kabinett? Das Blatt "Patrie" kündigt nach der "Agence Havas" den Rücktritt des griechischen Ministers des Aeußern Zokraphos an. Gunaris werde an seiner Stelle das Portefeuille übernehmen. Nur das Befinden des Königs habe bis jetzt den Rücktritt von Zokraphos verhindert. (Z.)</p>
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          <p>Die Türkei im Kriege. Ter Angriff auf die Meerengen. Die "Köln. Ztg." meldet aus Sofia: Nach­ richten aus Italien behaupten, daß Teile der Flotte und angeblich 40 000 Mann des Land­ heeres im Begriffe seien, nach den Dardanellen abzugehen, um sich! an dem Angriff der Ver­ bündeten zu beteiligen. Hier wird dadurch der Eindruck erweckt, daß die Dinge für die Verbündeten dort schlecht stehen. (Z.)</p>
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          <p>König Ludwig ist von seiner Reise an die Ostfront nach Wien zurückgekehrt. Bei sei­ nem Besuche Kaiser Wilhelms bat dieser den König unter warmer Anerkennung der Lei­ stungen der bayerischen Truppen den Rang eines preußischen Generalfeldmarschalls anzu­ nehmen, was der König hocherfreut über die Ehrung zusagte. Bayerische Nachrichten.</p>
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          <p>stuft auf den Gesundheitszustand bei der Brotbereitung ein Zusatz von 20 bis 30 Teilen j Frischkartoffeln verwendet. Die Kommunal- | verbände haben es in der Hand, durch ent- | sprechende Einrichtung der Mehlzuteilung an | die Bäcker diese Verwendung von Frifchkar- ! toffeln zu fördern. Ein weiteres Mittel, um « den Verbrauch an Kartoffeln zu steigern, ist die Herabsetzung der in einzelnen Orten noch unverhältnismäßig hohen Kartoffelpreise. Bei dem großen Kartoffelvorrat, über den nament­ lich die Reichsstelle für Kartoffelversorgung verfügt, sind die Preise, die auf den städtischen Märkten gegenwärtig vielfach verlangt wer­ den, nicht gerechtfertigt. Ihre Herabminde­ rung ist besonders mit Rücksicht aus die min­ derbemittelten Bevölkerungskreise dringend veranlaßt. Sie wirck entweder im Wege der Festsetzung von Höchstpreisen anzustreben" sein oder, wo solche nach den früheren Anordnun­ gen nicht schon festgesetzt sind, durch Beschaf­ fung und Verkauf von Kartoffeln durch die Gemeinden und Kommunalverbände. Im letz­ teren Falle wird empfohlen, wegen des Be­ zuges von Kartoffeln mit der Reichsstelle für Kartoffelversorgung ins Benehmen zu treten. Mit Rücksicht auf die gegenwärtige Witterung ist jedoch dabei, namentlich bei einem längeren Transport, hinsichtlich der Sicherstellung der Beschaffenheit der zu liefernden Kartoffeln be­ sondere Vorsicht anzuwenden. Hoffentlich fol­ gen dieser begrüßenswerten Anregung der K. Staatsregierung auch recht bald weitere energi­ sche Maßnahmen. —* Obst-- und Waldbeerern'te. Die Staatsregierung hat folgenden Erlaß heraus­ gegeben: "Von ganz besonderer Bedeutung ist im laufenden Jahre die Obst- und Waldbeer-ernte, da die hierbei gewonnenen Früchte als wertvolle Ergänzung der Fleisch- und Getreide­ nährmittel dienen können. Ueberdies bildet der Erlös aus Waldbeer in den verschiedenen Teilen des Landes für die geringer bemittelte Bevölkerung eine namhafte Einnahmequelle zur Bestreitung des Lebensunterhaltes. Es liegt demnach viel daran, daß die Obst- und besonders die Waldbeerernte reichlich und gut eingebracht wird. Hierbei können Kinder schät­ zenswerte Dienste leisten, besonders wenn sie von älteren und erfahrenen Personen ange­ leitet und beaufsichtigt werden. An die ver­ schiedenen Organe der Schulverwaltung er­ geht daher die Aufforderung, namentlich aus die Bedeutung einer guten Waldbeerernte hinzuweisen und deren Einbringung mit Rat und Tat zu fördern. Um die Heranziehung auch von schulpflichtigen Kindern zur Mithilfe bei der Obst- und Waldbeerernte zu ermöglichen, werden die Lokal- und Bezirksschulinspektoren ermächtigt, im Bedarfsfälle Schulbefreiungen in gleicher Weise zu gewähren, wie solche für die Heu- und Getreideernte in der Ministerial­ entschließung vom 29. Mai lfd. Jrs. MBl. S. 118 zugelassen sind. Von dieser Ermächftigung kann auch in den gewerblichen und in den Berufssortbildungsschulen Gebrauch ge­ macht werden.</p>
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          <p>Tic Italiener in Albanien. Nach Meldungen aus Valona legen die Italiener auf der Insel Saseno bedeutende Befestigungen an, die durchaus keinen pro­ visorischen Charakter tragen. Außer Straßenund Küstenbatterien wurden auch unterirdische Forts hergestellt. (Z.) Die Plünderer von Mailand. Chiasso, 1. Juli. Vor dem Gericht in Mailand begannen die Prozesse gegen die we­ gen Plünderung der deutschen Geschäftslokale und Wohnungen verhafteten Personen. Meh­ rere Angeklagte entschuldigten ihren Raub da­ mit, daß sie die Sachen als herrenlos aufge­ lesen hätten und übrigens das Plündern unter den Augen der Obrigkeit vor sich gegangen sei. Die Carabinieri hätten dabei gestanden, ohne einzuschreiten, und auch die Kavallerie sei vor­ geritten, ohne sich um die Plünderer zu küm­ mern. Die Angeklagten wurden zu je vier Monaten und 20 Tagen Gefängnis verurteilt. Letzte Posten. Die englischen Verluste an den Dardanellen. London, 2. Juli». Meuter.) Im Unter­ hause erklärte Asquith, daß die Verluste der britischen Streitkräfte bei den Dardanellen zur See und zu Lande bis zum 31. Mai betrugen: Offiziere tot 496, verwundet 1134 und ver­ mißt 92, Mannschaften tot 6927, verwundet 23 572 und vermißt 6475.</p>
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          <p>Literarisches. Der Flieger, Roman von Rudolf Hans Bartsch. (Verlag Ullstein u. Co., Berlin und Wien, Preis 1 Mark.) Das neue Werk des österreichischen Hauptmanns Rudolf Hans Bartsch hat den gewalti­ gen Odem des Krieges. Ein ungarischer Fliegerleutnant landet mit seiner von Kugeln zerfetzten Maschine im nordserbischen Karst, entgeht seinen Ver­ folgern, haust droben wie ein zu steter Abwehr bereiteS Raubtier, wagt sich dann zu menschlichen Sied­ lungen hinunter und flieht, ein tollkühner Abenteurer, nach einem letzten Handstreich über die^serbische Grerzr. Diese Krtegsep.sode ist der eigentliche Stoff von Bartsch? Roman; aber sein begnadetes Dichter­ tum vertieft ihn zu Stimmungen voll sehnsuchts­ voller Wehmut und ursprünglicher Kraft. In leiden­ schaftlicher Zwiesprache mit der ewigen Natur singt er bas Lieb von der Einhüt alles erschaffenden Lebens. Wilder Jubel üderkllngt das dunkle Gefühl der Todernähe, und Worte, in denen der eherne Rhythmus unserer Zeit ist. verherrlichen das freie, zum Aeußersten entschlossene Mannestum. Der Gespensterkrieg, mit Beiträgen von Gustav Meyrink, Karl Hans Strobl, Kurt Münzer, A. M. Frey und einer Einführung von Herbert Eulenderg, sowie vier Vollbildern von Alfred Kubin. "Die Lese", Verlag, G. m. b. H., Preis 1.50 Mark. Zu den ehernen Tatsachen, die der Belicht aus dem Hauptquartier Tag für Tag dem aufhorchenden Lande übermittelt, geben direkte Briefe unserer Liebe» von der Front eine wertvolle Er­ gänzung. Die Schilderung der Gefahren, die sie da draußen zu bestehen habe«, taffen unseren Puls schneller schlagen, und gar häufig hören wir von wunderbarer Errettung aus gefährlicher Lage, von Entrinnen aus unmittelbarer Todesgefahr. Da horchen wir wohl auf, und unsere Phantasie ver­ folgt den Faden merkwürdiger und unheimlicher Ge­ schehnisse, die dieser gewaltige Krieg mit sich bringt. In dem vorliegenden Buche aber hat das Unheim­ liche, das Visionäre, das Gespenstische des Krieges seine künstlerische Gestaltung gefunden. Prof. Dr. GustavJaegersMonatSb l a t t (Verlag von W. Kohlhammer, Stuttgart, jährlich 3 Mark). 1915 Nr. 5. Die Nummer be­ ginnt mit einem "Wort an Amerika" von Prof. Dr. Gustav Jaeger. Es folgt ein Aufsatz über die gegenwärtig aktuelle "Schuh- und Lederfrage",, die Gustav JaegerS Standpunkt in der Sache eingehend beleuchtet u. a.</p>
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          <p>Sonnino, die sich. im eigenen Eisen fingen und nun hilflos zusehen muffen, wie andre Leute ihre Wurst verspeisen. — Italien hat recht frühzeitig einen Vorgeschmack seiner Zu­ kunft erhalten. Denn das dürfte diesem Volke doch klar sein, daß es, auch wenn der Drei­ verband ihm formell recht gibt, seine Ansprüche auf Albanien doch nur in einem blutigen Krie­ ge mit den neuen Herren durchsetzen könnte, zu denen sich zweifellos mindestens auch Grie­ chenland gesellen würde, zumal da schon jetzt Italiens Auftreten gegen die Jnselgriechen in dem Volke des Königs Konstantin recht bit­ teren Groll erweckt. Früher freilich! konnte Italiens militärische Macht Respekt erwecken, jetzt aber setzt sie weder Serbien und Monte­ negro noch Griechenland in Schrecken, sinte­ mal man dort an die Siege des Herrn Cadorna ebensowenig glaubt, wie anderswo; früher stand auch! ehrfurchtgebietend hinter Ita­ lien die verbündete Macht Deutschlands und Oesterreichs-Ungarn und hielt die Kleinen und Großen im Zaum. Das ist nun anders gewor­ den. Und wer kann wissen, was noch im Schoße der Zeiten ruht, wenn jetzt Serben und Montenegriner sich in breiter Front an das Meer setzen und so das Slaventum an der Adria steht, für Italien eine ewige, furcht­ bare Drohung! Auch diese Gefahr konnte Vik­ tor Emanuels Volk nur beschwören, wenn es an unsrer Seite blieb, die wir den natürlichen Wall gegen das slawische Vordringen bilden. Und Valona? Dort sitzen freilich heute noch die Italiener in schmalem Erbe. Aber wie lange noch? Wenn Herr Cadorna im gleichen Stile weiter siegt, wie bisher, wenn also die neuen Freunde den militärischen Unwert Ita­ liens erkennen, dann werden sie kaum einen Finger rühren, falls Griechenland die Hände ausstreckt nadfji dem lecker bereiteten Mahle, zumal wenn Herr Venizelos an die Argo­ nautenfahrt nach! den Dardanellen auch Hellas' Söhne und Trieren setzt. — Für Deutschland und Oesterreich-Ungarns Politik liegen jetzt starke Trümpfe im Spiel. Es wird sich darum handeln, ob sie aufgenommen und entschlossen ausgespielt werden. Allerdings braucht auch das politische, nicht nur das militärische Feld­ lager seinen Hindenburg."</p>
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          <p>Bericht des deutschen Hauptquartiers. WTB. Berlin, 1. Juli. Mittags. — (Großes Hauptquartier.) Westlicher Kriegsschauplatz. Nördlich von Arras nehmen die Kämpfe um die Gräben unter andauernden Artillerie­ gefechten einen für uns günstigen Fortgang. In der Champagne südöstlich von Reims griffen die Franzosen erfolglos an. Auf den Maashöhen und in den Vogesen fanden nur lebhafte Artilleriekämpfe statt. Feindliche Flieger warfen Bomben auf Zeebrügge und Brügge, ohne militärischen Schaden anzurichten.Schlich« Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Die Iumbeute betragt: 2 Dahnen, 25 695 Gefangene, darunter 121 Offiziere, 7 Geschütze, 6 Mineniverfer, 52 Maschinengewehre, tz 1 Dlugzeng, außerdem zahlreiches Ma! teriat. Südöstlicher Kriegsschauplatz. In erbitterten Kämpfen haben die Trup­ pen des Generals von Linsingen gestern die russischen Stellungen östlich der Gnila-Lipa zwischen Kunieze und Luezhnee und nördlich von Rohatyn gestürmt. 3 Offiziere, 2328 Mann wurden gefangen und fünf Maschinengewehre erbeutet. Auch östlich von Lemberg sind österreichF ungarische Truppen in die feindliche Stellung eingedrungen. Die Armeen des Generalfeldmarschalls v. Mackensen sind im weiteren Vordringen zwi­ schen Bug und Weichsel. Auch westlich der Weichsel weichen die Rus­ sen teilweise nach hartnäckigen Kämpfen. Die verbündeten Truppen drängen bei­ derseits der Kamienna nach. Die Gesamtbeute vom Juni der unter Beseht des Generats von Knfingen, des Generalfeldmarschalls von Mackensen und des Generats Moyrfch Kampfenden verbündeten Truppen be­ tragt : 409 Offiziere. 140650 Wattn, 80 Geschütze, 268 Maschinengewehre. Oberste Heeresleitung.</p>
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          <p>Vorträge gegen die Waffenausfuhr aus den Vereinigten Staaten abhalten.</p>
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          <p>Italiener die schwere Artillerie konzentriert, die von früh bis spät abends ununterbrochen auf die Front schoß und hauptsächlich das Fort Hensel unter ihr Feuer nahm. Aber die italienischen Anstrengungen waren vergebens. 15 Tage widerstand das Fort prachtvoll und todesmutig, obwohl die Besatzung ein Höllenfeuer auszuhalten hatte. Die Italiener schossen mit 28 Zentimeter-Granaten ununter­ brochen. Es wurden in einer Nachl an 1000 Granaten abgefeuert und — charakteristisch für die italienische Artillerie - keine traf. Tie 28 Zentimeter-Mörser sind das größte Kaliber der Italiener. Italienische Albernheiten. Tie Kriegsstimmung der Italiener scheint merklich abzuflauen, sonst müßte die italienische Presse nicht zu verzweifelten Mitteln greifen, um den kriegerischen Geist aufzufrischen. "Po­ polo d'Jtalia", der zu den ersten Kriegshetzern gehört und den direkten Marsch nach Wien und Berlin prophezeite, führt fetzt aus, daß der Krieg lange währen werde, und das italie­ nische Volk sich schon jetzt auf einen langen Widerstand (!) vorbereiten müsse. Denn nur jenes Volk, das die meiste Widerstandskraft be­ sitze, werde siegen. Dasselbe Blatt stellt fest, Deutschland und Oesterreich lägen im Sterben. Die letzten Teilerfolge an dieser und jener Front seien das Aeußerste, was die Zentral­ mächte noch erreichen könnten. Alle ihreHilssquellen versiegen. Leute, die aus Deutschland kommen, berichten, daß Soldatenmangel herr­ sche. Der Mangel an Truppen sei so groß, daß man sogar Blinde (?) einziehe. Munition sei gar nicht mehr vorhanden. Ebenso haben die Deutschen keine Reserven an Waffen, ein einziges Gewehr treffe auf vier Mann. Die Lebensmittel seien vollständig ausgegangen. Brot gäbe es überhaupt nicht mehr, nur gefro­ renes Schweinefleisch sei noch da. Die nächste Ernte werde höchstens für vier Monate rei­ chen, und Italien habe alle Wege der Verpro­ viantierung von Deutschland abgeschlossen. Tie Bevölkerung gehe an Erschöpfung zugrunde. Tie Kranken seien nicht mehr zu zählen. Da­ gegen find wir Italiener in der Blüte unferer Kraft. Aus der ganzen Welt erhalten wir Zufuhr. (Z.) Italienische Durn-Durn-Geschasse. Nach einer Meldung des Budapester "Az Ujsag" ergaben sich nus der ärztlichen Unter­ suchung österreichischer Verwundeter viele An­ zeichen dafür, daß die Italiener Dum-Dunp' Geschosse verwenden. Italien bereitet sich aus den Winterseldzug vor. Nach&gt; Meldungen aus Rom trifft der ita­ lienische Generalstab Vorbereitungen für einen Winterfeldzug.</p>
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          <p>gelandet. (WTB.r Sie hatte also Konterbande an Bord.)</p>
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          <p>Ter Bundesrat nahm am Donnerstag an: einen Antrag betreffend Anwendung der Ver­ tragszollsätze auf belgisches Obst; den Entwurf einer Bekanntmachung betreffend die Bestim­ mungen zur Ausführung des Gesetzes über den Verkehr mit Butter, Käse, Schmalz und deren Ersatzmitteln und den Entwurf einer Bekanntmachung über gewerbliche Schutzrechte feindlicher Staatsangehöriger. Tas Silberne Kriegsverdienstkreuz für eine Köchin. Außergewöhnlichen Mut und bei­ spiellose Tapferkeit bekundete die Schiffsköchin Anna Temus des Dampfers "Traisen" von der Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft. Der Dam­ pfer war als Lazarettschiff eingerichtet und wurde von den Serben ständig heftig beschossen. Die Schiffsköchin achtete indessen keiner Ge­ fahr, sondern tat ihre Pflicht, als selbst Kugeln sie am Kochherd umflogen. Kaiser Franz Josef verlieh ihr jetzt in Anerkennung ihres wakkeren Verhaltens das Silberne Verdienstkreuz am Bande der Tapferkeitsmedaille. Tas Abenteuer eines Kriegsfreiwilligen in Berlin. Als in den ersten Augusttagen des vergangenen Jahres tausende und aber tau­ fende von jungen Leuten in Heller Begeisterung nach Berlin kamen, um sich hier bei den Gar­ deregimentern als Kriegsfreiwillige einstellen zu lassen, kam auch von diesem Gedanken be­ seelt der Sohn eines auswärtigen Bankiers, der 18jährige Heinrich L. nach Berlin. Der junge Mann hatte von seinem Vater die Er­ laubnis erhalten, sich als Freiwilliger melden Au dürfen und war sofort mit dem nächsten D-Zuge hierher geeilt, nachdem ihm der Vater neben Glück- und Segenswünschen seine Brief­ tasche mit 30 funkelnagelneuen Hundertmark­ scheinen gefüllt hatte. Hier kaufte sich L. so­ fort die nötige soldatische Ausrüstung, ein "Blauer" ging für Zigarren auf, die er an die ins Feld ziehenden Soldaten verteilte. Da die Tages-Uebersicht. Militärbehörde dem Andrang von Freiwilligen nicht gewachsen war, die Kasernen bis unter Dach gefüllt waren, selbst Schulen und Turn­ hallen mit Freiwilligen besetzt waren, mußte der junge Kriegsbegeisterte das Schicksal vieler andrer teilen und sich irgendwo einen Un­ terschlupf suchen. Er geriet zu seinem Un­ glück nach einer kleinen patriotischen Feier im "Pschorr" in die Zimmerstraße, wo sich ihm, der des ungewohnt schweren "Stoffs" voll, bald eines der dort nächtlicherweile spa­ zierengehenden Dämchen in den Arm hängte und ihn in eins der dort häufigen "Pensio­ nate" verschleppte. Als L. am nächsten Mor­ gen mit wüstem Kopfe erwachte, erinnerte ihn nur die Tatsache, daß seine Brieftasche mit 25 blauen Scheinen verschwunden war, an das Erlebnis am Abend. Die Kriminalpolizei er­ mittelte die diebische Schöne in der Person der 21jährigen Emma Hermann, die sich nunmehr wegen Diebstahls vor dem Schöffengericht Ber­ lin zu verantworten hatte. Der Staatsanwalt beantragte 6 Monate Gefängnis, während Rechtsanwalt Dr. Coßmann um eine mildere Strafe bat, da die Angeklagte bisher unbe­ straft sei, der Geschädigte auch einen gewissen Ausgleich des Schadens in der Form einer hocheleganten Schlafzimmereinrichtung erhal­ ten habe, welche sich die Angeklagte für das gestohlene Geld gekauft hatte. — Das Gericht berücksichtigte auch diese Milderungsgründe und erkannte nur auf 2 Monate Gefängnis.</p>
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          <p>Niederbayerische Nachrichten. Teisbach, 1. Juli? (Ehrlicher Finder.) Weil es noch ehrliche Leute auf der Welt gibt, erhielt ein Bauer aus Massendorf, der auf dem Heimweg von Teisbach 500 Mark ver­ loren hatte, sein Geld wieder zurück. Der ehr­ liche Finder war ein armer, alter Stören­ schneider. Es wurde ihm der gesetzliche Fin­ derlohn von 17 Mark ausgehändigt.</p>
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          <p>Handel und Verkehr. Landshut, 2. Jul?. (Viktualienmarkt.) Der heutige Viktualienmarkt war mäßig bestellt. 10—00 Stück Eier erhielt man um 1 fDlail, bas Pfund Rindschmalz kostete im Großverkauf 1,45 bis 1,50 Mk., im Kleinverkauf 1,55 bis 1,60 Mk., Landbutter 1,50—1,60 Mk., Molkereibutter 1,80 bis; 0,00 Mk., Schweinefett 1,40-1,50 Mk., junge Hühner 1,20—1,80 Mk., alte Suppenhennen 2,20 bis 3,20 Mk., Hahnen 2,00-3,50 Mk., Gänse lebend 3,80—4,80 Mk., Gänse geputzt 6,00 bis 7,20 Mk., Enten lebend 3,00-3,50 Mk, Enten geputzt 3,00—3,60 Mk., junge Tauben per Stück 50—60 dl. Kern- und Beerenobst: Kirschen per Psd. 20 bis 40 dl., Weichsel 30—35 dl., Am ereilen 25—30 dl., Johannisbeeren per Liter 25—30 d!., Schwarzbeeren 25—30 dl., Himbeeren 30—40 dl., Erdbeeren per kleines Teller 15—20 dl. In de» übrigen Artikeln des Wochenmarktes wenig vorhanden und sind der Vorwoche gegenüber Pretrveränderungen nicht einge­ treten.</p>
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          <p>Städtische Schwimmschule. 2. Juli 1915. Luft . . 16 Grad R. Wasser . 14 Grad R.</p>
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          <p>Druck u. Verlag I. F. Rietfch, Landshut. Berantwortk. Redakteur F. X. Wagner, LandshM.</p>
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          <p>Das Schuljahr 1915/16 beginnt Donnerstilg 16. September 1915« An diesem Tage haben sich die bisherigen Schüler unter Vorlage ihres letzten Jahreszeuguiffes, ferner die neuausgenommenen um 9 Uhr zur Einschreibung und zum Unterricht einzufinden. Die Anmeldung zur Aufnahme in die 1. Klasse hat für diejenigen Knaben, die vor den Ferien geprüft werden sollen, Mittwoch de« 7. Juli von 8—11 Uhr zu erfolgen. Die Prüfung wird am 7. und 8« Juli abgehalten. Das Ergebnis der Prüfung wird Samstag de» 11. J«li nachmittags 5 Uhr in der Turnhalle bekantgegeben. Auswärtigen Prüflingen wird es schriftlich mitgeteilt. Jene Knaben welche erst «ach den Ferien geprüft werden sollen, sind Montag 13. September von 8—10 Uhr anzumelden. Für diese findet die Prüfung am 13» und 14. September statt. Knaben, die im Juli die Prüfung nicht bestanden haben dürfen diese im September nicht nrtmachen. Es wird ersucht jene Schüler, die erst im September die Prüfung ab­ legen wollen, ;etzt schon schriftlich oder mündlich anzumelden. Bei der Anmeldung sind Geburts- und Impfschein sowie das letzte Schulzeugnis vor­ zulegen. Wer in die I. Klasse eintreten will, muß das 9. Lebensjahr vollendet, darf jedoch das 12. nicht überschritten haben; Dispensen können gewährt werden. Die Aufnahme erfolgt durchweg auf eine Probezeit von 8 Wochen. Die Prüfung umfaßt den Lehrstoff der 3. VolkSschulklaffe und erstreckt sich auf Religion-lehre, deutsche Sprache, (Rechtschreibung, Sprachlehre, einfache Nacherzählung) und Rechnen (Zahlenraum l—100). Verlangt wird die Kenntnis der lateinischen Druckschrift; einige Uebung in der Handhabung der Lateinschrift ist wünschenswert, wird jedoch nicht gefordert. Neuanmeldungen für die Klaffen 2—6 haben am 14. September vormittag? zu erfolgen, wobei außer Geburts- und Impfschein die sämtlichen früheren Studienzeugnisse gegebenenfalls Bescheinigungen über genossenen Privatunterricht, beizubringen sind. Zur Wahl der Wohnungen und Kosthäuser für auswärtige Schüler muß die vor« herige Genehmigung des Rektorats erholt werden. K. Real- und Handelsschule Landshut. LandShnt, 28. Juni 1915. Der K. Rektor: Dr. Horchler.</p>
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          <p>Im Wege der Zwangsvollstreckung wird der unterfertigte k. Notar als ernannter Bersteigerungsbeamter das nachbeschriebene zur Zeit der Eintragung des VersteigerungsVermerks im Grundbuch auf den Namen des Werkmeisters Anton Fröscht eingetrageneAnwesen Hans Rr. 24 an der RegeaÄmgerftrake in eaadshat am Mittwoch de« 18. August 1915 nachmittags &gt;3 Uhr an der Amtostelle des k. Notariats Landshnt n obere Altstadt 20/o in LandShnt öffentlich versteigern. Der Eintrag des Berstcigeruugsvcrmerks im Grundbuch erfolgte am 15. April 1915. Es ergeht hiemit die Rnffordernug, Rechte, soweit sie zur Zeit der Eintragung deS Bersteigerungsvermerks aus dem Grundbuch nicht ersichtlich waren, spätestens im Bersteigerungstermine vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten anzumelden und wenn der Gläubiger widerspricht, glaubhaft zu machen, widrigenfalls die Rechte bei der Feststellung des geringsten Gebotes nicht berücksichtigt und bei der Verteilung des Versteig, rungserlöfes dem Anspruch des Gläubigers und den übrigen Rechten nachgesetzt werden. Wer ein der Versteigerung entgegenstehendes Recht hat, wird aufgefordert, vor der Erteilung des Zuschlags die Aufhebung oder einstweilige Einstellung des Verfahren- herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der Versteigerungserlös an die Stelle des versteigerten Gegenstandes tritt. Das der Versteigerung unterstellte Besitztum liegt in der Steuergemeinde Laudshu ist eingetragen im Grundbuch des k. Amtsgerichts Landshut für Landshut weißes SSicrte-. Band 22 Blatt 2508 Seite 7 und besteht aus: Pl.-Nr. 918'/, Wohnhaus und Hosraum zu 0,112 ha Landshut, den 1. Mai 1916. 1525 glotarmt Lcrrröshttl II. Terminsbestimmung. Justizrat Schrnid, K. Notar.</p>
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          <p>Der Krieg mit England. "Mase in Germany". Die Berliner "Morgenpost" veröffentlicht Abbildungen englischer Drahtverhaue, aus de­ nen sich die interessante Tatsache ergibt, daß der Draht hierzu aus — Deutschland bezogen worden ist. Der Draht trägt deutlich den Ver­ merk: "Made in Germany". (Z.) Ein englischer Stimmet. Briefliche Meldungen der "Morningpost" aus Tokio besagen: Als hier die Torpedierung der "Lusitania" bekannt wurde, stürzte sich ein angesehenes Mitglied der englischen Ko­ lonie in Kobe auf das im dortigen Fremdewklub hängende Bild des Deutschen Kaisers und beschädigte es. Das Bild hatte einen Wert von 40000 Mark und war dem Klub von einem deutschen Mitglied geschenkt worden. Eng­ lische und amerikanische Klubmitglieder sahen dem Vorgang gleichmütig zu.</p>
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