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        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1915-07-30"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">68. Jahrgang Nr. 204</biblScope>
          <date when="1915-07-30">1915-07-30</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
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          <p>Weitere Fortschritte im Osten.</p>
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          <p>Im Westen wurden feindliche Angriffe bei Souchez abgewiesen. Bei Givenchh und in den Argonnen hatten unsre Minensprengungen Erfolg, seindl. Sprengungen in der Champagne blieben erfolglos. &gt; Ihr Osten besetzten unsre Truppen nordöst­ lich Suwalki einen Teil der feindlichen Stel­ lung und machten hierbei 2910 Gefangene. Russische Vorstöße südlich des Narew schei­ terten unter schweren Verlusten des Feindes. Vor Nowogeorgiewsk nahm eine halbe Kom­ pagnie der Unsern bei einem Ueberfall 128 Russen gefangen. Bei Gora-Kalwarha wurde ein russischer Angriff abgeschlagen. Die österreichisch-ungarischen Truppen ha­ ben an der Grenze der Bukowina und Beß? arabiens eine feindliche Stellung überrascht und genommen, wobei die Russen 170 Tote hatten. Bei KaMionka—StruMilowa fielen den Oester­ reichern 8 Offiziere und 500 Russen in die Hände. An der italienischen Grenze haben nun die Italiener die SturMstellungen geräumt und sind auf ihre ursprünglichen Stellungen zu­ rückgewichen. Kleine Vorstöße der Italiener bei Sdraussina und Vermegliano wurden ab­ gewiesen. An der Tiroler Grenze wurde ein italienisches Bataillon bei Marce zurückgewor­ fen und iM Gebiete der Tofana eine Kom­ pagnie zerstreut. Die italienischen Verluste in den zwei Monaten .des Feldzuges an 'Toten, Verwun­ deten und Vermißten werden von den Ita­ lienern auf ,180 000 Mann geschätzt. Unsre Unterseeboote arbeiten mit Hoch­ druck. Vor allem aber räumten sie in den letzten Tagen ganz gewaltig unter den Fi­ scherbooten auf, die unter dem Deckmantel des Fischens als bewaffnete Patrouillenboote der englischen Flotte tätig sind. Auf Serbien übt gegenwärtig der "Be­ schützer aller Slawen", Rußland, einen star­ ken Druck aus, um Serbien zum' Nachgeben in derimazedönischen Frage zu bewegen. Aber Serbien mag nicht, alle Unterhändler, die der Zar aNer Reußen bisher nach, Risch entsandte, Mußten wieder unverrichteter Dinge nach Pe­ tersburg zurückkehren. ^ An den Dardanellen beschossen die Tür­ ken feindliche Kanonenboote, worauf diese sich entfernten. . Im Kaukasus versetzten die Türken den Russen eine empfindliche Schlappe, wobei 300 Artillerieerfolge und Minensprengungen im Westen. — Erfolgreicher Vorstoß bei Suwalli: 3OOO Gefangene. — Russische Angriffe am Rarew gescheitert. — Vor Warschau. — Die italienischen Gesamtverluste 180 000 Mann. — Türkische Erfolge im Kaukasus. — Unsere Unterseeboote an der Arbeit. Gefangene in den Händen der Türken blieben. \ Zudem gerieten die Russen noch mit ihren eigenen Verstärkungen in Kampf, wobei sie sich! gegenseitig Verluste beibrachten und au­ ßerdem noch, von türkischer Artillerie beschossen wurden. Ueber die amerikanische Note hat sich eine rege Diskussion entfaltet und es wird hin und her erwogen, was Deutschland antworten soll. Andre sagen gar: "Keine Antwort ist auchj eine Antwort!" Wenn man nun aller­ dings der Meinung sein kann, daß die nicht mehr anders als übelwollend zu bezeichuende Note Wilsons, welchle das elementarste und unbestreitbarste Recht Deutschlands sich! zu weh­ ren in Frage stellt, eine Antwort nicht wert ist, so muß doch gesagt, werden, daß dies den, fa­ mosen "neutralen" Präsidenten Amerikas nur in dem Wahne bestatten würde, daß er im Rechte ist. Daß er dies aber nicht ist, Muß ihm von uns wieder bewiesen werden. Aller­ dings pressiert es vorläufig nichlt. Nachdem die amerikanische Regierung "zur Abwehr be­ waffnete Dampfer", natürlich englische oder französische landen läßt und zugibt, daß ame­ rikanische Bürger auf ihnen über den großen Teich/ gondeln, kann sich ja vielleicht noch, ein weiterer Lusitianiafall Ihinzugesellen. Vor­ ausgesetzt, daß der Rauhreiter a. D. Expräsisident, ExtrustbekämPfer usw., Rposevelt mit seinem großen Maul nicht inzwischen alle Deut­ schen verspeist hat.</p>
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          <p>Bericht des deutschen Hauptquartiers. WTB. Berlin, ,29. Juli. Mittags. (Großes Hauptquartier.) Westlicher KriegsschniM. In Flandern schoß unsere Artillerie einen auf dem Furneskanal liegenden Prahm in den Grund, auf dem ein schweres Schiffsgeschütz eingebaut war. \ Westlich, von Souchez wurde ein franzö­ sischer Angriff abgewiesen. Bei Givenchi, in den Argonnen und Bei Vauquois sprengten wir Mt Erfolg Minen. Französische Sprengungen in der Champagne verliefen ergebnislos. , , , Micher KritgrschmM. Nördlich, des Njemen ist die Lage unver­ ändert. . Nordöstlich von Suwalki beiderseits der nach, Olita führenden Bahn besetzten unsere Truppen einen Teil der feindlichen Stellun­ gen. Sie machten 2910 Gefangene t und erbeuteten 2 Maschinengewehre. Gestern und in der Nacht auf heute wie­ derholten die Russen ihre Angriffe gegen un­ sere Front südlich! des Narew- und südlich Nasiels'k. Alle Vorstöße scheiterten unter schwe­ ren feindlichen Verlusten. Westlich, von Nowogeorgiewsk auf dem Südufer der Weichsel nahm eine halbe deutsche Kompagnie bei einem 1 Ueberfall 128 Russen gefangen. In der Gegend von Gora-Kalwarha ver­ suchten die .Russen in der Nacht doch 27. auf 28. Juli nach, Westen vorzudringen. Sie wur­ den gestern angegriffen und zurückgeworfen. Südöstlicher StiegsfWoS. Die Lage bei den deutschen Truppen ist im allgemeinen unverändert.</p>
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          <p>Sonst ist die Lage an der Nordostsront unverändert. Italienischer Kriegsschauplatz. An der küstenländischen Front unternahfaten die Italiener nur am Plateaurande bei Sdraussina und bei Vermegliano erfolglose Vorstöße. Im Vorfelde des Brückenkopfes von Görz räumte der Gegner seine Sturmstellungen und ging in jene Linie .zurück, die er vor iw Schlacht inrte hatte. An der Kärntner Grenze Artilleriekämpf und Geplänkel. Im Tiroler Grenzgebiet wurde ein feindliches Bataillon bei Marce im Etsch­ tal zurückgeworfen, eine italienische Kompag­ nie im (gebiete der Tofana zersprengt. Ter stellvertretende Chef des Generalstabes: v. H o e f e r, Feldmarschalleutnant. Ein Neutraler über Deutschland. Der bekannte schwedische Nationalökonom Professor Heckscher erklärte in einer Unter­ redung, daß er nach seinen Reisen in Deutsch­ land, Frankreich und England und der Schweiz den Eindruck gewonnen habe, daß Deutsch­ land in wirtschaftlicher wie finanzieller Hin­ sicht am besten dastehe. (Z.) Häkeleien der Biekderdändler. Wien, 29. Juli. Die Politische Korre­ spondenz meldet: In Paris und London Murrt Man, weil Italien Mn seiner Mitwirkung an den Dardanellen zögert und in Petersburg herrscht Entrüstung über die Mitschuld Ita­ liens am Mißgeschick des Russenheeres in Po­ len. Der russische Botschafter in Rvm, Giers, soll Sonnino wiederholt über die schlweren Nachteile, welche für Rußland aus dem Schei­ tern der Jsonzo-Aktion erwachsen, herbe Worte gesagt haben. Anderseits ist man in RoM durch die Unfähigkeit der Russen, in Polen standzuhalten, schwer enttäuscht. Salandra sucht diesem Eindruck durch eingehende und strenge Weisungen an die Presse vorzubeugen, wonach- die russischen Niederlagen äls "stra­ tegischer Rückzug" dargestellt werden müssen und wobei empfohlen wird, zu volkstümlicher Erläuterung den russischen Rückzug von 1812 heranzuziehen. Diese Aufklärung ist jedoch! nicht geeignet, verständige Leser zu überzeugen. Die amerikanische "Neutralität". Der Berliner "Lok.-Anz." meldet aus Genf: Durch ein Versehen des Hauptredäkteurs gelangten die dem "Petit Parisien" von feinem 1 Washingtoner Berichterstatter telegraphierten Auszüge aus erstklassigen, die Wilsonsche Note auf das schärfste kritisierenden amerikanischen Preßorganen ohne jeden Kommentar in das genannte Pariser Blatt. In der KamMerkommission für das Ausw. Amt wurden diese Ar­ tikel, die darin gipfeln, daß Wilson die Wah­ rung der englischen Interessen als obersten Regierungsgrundsatz verkündet 'habe, eifrig erörtert. Delcafse war über das dem "Petit Parisien" widerfahrene Versehen besonders er­ regt, weil dieses Blatt als ein erstes Regier­ ungsorgan gilt. (Z.)</p>
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          <p>Vom östlichen Kriegsschauplatz. Die Kümpfe in Polen. Der Berliner "Lok.-Anz." meldet aus Rot­ terdam: Der "Times" wird aus Petersburg berichtet: Bei den Kämpfen zwischen Weich­ sel und Bug kann Man den Kriegsschauplatz in zwei Teile trennen. Der deutsche linke Flügel zwischen Weichsel und Wieprz nahm eine Defensivstellung an, während der rechte Flügel der Armee Mackensen, der von einem großen Teil der österreichischen Arimee unter­ stützt wird, den russischen linken Flügel bei Grubeschow zu umfassen versucht. (Z.) Die tapferen Steirer. Wie Grazer Blätter melden, hat ein steiri­ sches LandstuvMbataillon, am Bug kämpfend, 132 TapferkeitsMedaillen an einem 'Tage er­ halten. 'Steirer haben den verzweifelten Stö- ßen der Russen vier Tage lang gegen eine ! sechsfache Uebermachr nicht nur standgehalten, I sondern diese schließlich auch- noch, auf das i andere Ufer gedrängt. (Z.) i Reval bereitet sich auf den Einzug der I Teutschen vor. I Einem Revaler Telegramm zufolge wurI de auf Verfügung des SeefestungskomMandan! ten ein Aufruf zu freiwilliger Gestellung von ] 10 000 Männern und 300 Fuhrwerken erlas| sen, um Reval von der Landseite her in Vere teidigungszustand zu setzen. Ein feindlicher' I Einfall sei zwar unwahrscheinlich, aber immerj hin sollen genügende Vorbereitungen getros| fen werden, um dem Feind, wenn er kommen I sollte, einen würdigen Empfang zu bereiten. | Die Anmeldungen sind freiwillig, sollten sich aber nicht genügend Freiwillige melden, so Müßte eine Zwangsaushebung stattfinden. Der Taglohn ist auf 2—5 Rubel angesetzt. Nicht der Verdienst möge die Leute locken, sondern die Vaterlandsliebe solle sie dazu veranlassen. &lt;Z.) Das Chaos in Rußland. Die Räumung sämtlicher russischen Grenz­ bezirke bis zu den Rokitnosümpfen wird durch zahlreiche amtliche Erlasse bestätigt und gleich­ zeitig völlige Kopflosigkeit bewiesen. Der Gouverneur von Podolien gibt bekannt, daß augenblicklich die Bevölkerung höchst beunru­ higt sei wegen der Annäherung des Feindes. Infolgedessen seien die Erntebestände schwer gefährdet. Jeder Feldarbeiter müsse die Ernte I einfahren und nicht alles hinwerfen. Der Aus: siedelungstermin werde rechtzeitig bekannt ge­ geben werden. Der Hauptkommandierende der Südwestfront befahl in den Bezirken Proskurow, Kamenez, Podolsk und zwischen dem un­ teren Dnjestr und Pruth sofort das Kostn auszudreschen und sämtliche Vorräte und Vieh­ bestände dem Fiskus gegen Requisttionsscheine auszuhändigen. Da die Bauern sich vielfach weigern, werden Strafen angedroht. De» "Warsz. Dnjenik" bringt ein Dementi des Ge­ neralgouverneurs von Warschau, daß bei der Räumung Warschaus das Elektrizitätswerk ge­ sprengt uind die Wasserleitung zerstört werde. Der Vorsitzende des Reichsrates ist zurückge­ treten. Sein Nachfolger wird der Präsident des Romauowkomitees Kulomsin Ruskija. (Z.) Reue russische Anleihe. Laut Mitteilung der "Franks. Ztg." aus Petersburg, benachrichtigte der Finanzminister die FrnanzkoMmission der Reichsduma von der Absicht der Ausgabe einer 1200 Millionen Rubel betragenden Staatsanleihe. /Z.) Vor der Einberufung ver Duma. Die Dumadeputierten versammeln sich all­ mählich. Sie bringen Stimmungsberichte aus ihren Wahlkreisen mit. — Der Finanzminister 1 Bark hat sich die offene Feindschaft der So­ zialdemokraten und der Arbeiterpartei zuge­ zogen, indem er die Vertreter sämtlicher Fraklionen mit alleiniger Ausnahme dieser beiden Parteien zu einer Konferenz einlud. Ein Teil der Deputierten weilt noch- in Peters­ burg, wo der russische Städtetag nach anfäng­ lichen Schwierigkeiten, die ihm von der Re­ gierung in den Weg gelegt wurden, sich/ Mit Teuerungsfragen beschäftigen konnte. — Die Kadettenpartei hat beschlossen, die Schaffung eines besonderen Ministeriums für Kriegsbe­ darf zu verlangen. Die Progressistenpartei faß­ te eine Resolution, in der sie die Minister­ ernennungen der letzten Zeit nur als Personalnicht aber als Programmwechsel betrachtet und daher ihre bisherige Parteitaftik den Regie­ rung gegenüber beibehält. Die Oftobristen be­ schlossen, daß die neue innere Kriegsanleihe im Gegensatz zur jüngsten nur nach erhaltener Zustimmung durch, die Duma aufgelegt werden dürfe. .</p>
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          <p>Der Krieg mit Italien. Zur Jsonzoschlacht. Der Sonderberichterstatter der "Köln. Ztg." wurde vorgestern im Bereich, der Südarmee vom General Borokvic empfangen, der sich sehr zuversichtlich über den gegenwärtigen Stand der Operationen an der Jsonzofront aussprach-. Der General lud den Korresponi deuten ein, bie äußerste Frontlinie aufzusuI chen und aus eigenster Ueberzeugung die wun| derbare Zuversicht und das Selbstvertrauen | sowie die Leistungsfähigkeit der österreichischen | Boibaten festzustellen. Der General erklärte: . Die zweite Jsonzoschlacht, die seit 9 Tagen $ beiderseitig unter Aufwendung aller Kräfte I tobt, steht für uns günstig; nach sieben KriegsI Wochen befindet sich der angreifende Feind noch, wo er den Aufmarsch begann. (Z.) Die italienischen Verluste. Zürich, 29. Juli. Das "St. Gallener I Tageblatt" meldet: Der Domherr der Kathe­ drale in Lugano, der Mit dem Mailänder Kle­ rus in Beziehungen stehe, habe von zuverläs­ siger Seite die Nachricht erhalten, daß die italienischen Gesamtverluste in den zwei Mo­ naten des Feldzuges an Toten, Verwundeten und Vermißten 180 000 Mann betragen. (Z.) (Die GesaMtverluste dürften jedoch die ange­ gebene Zahl bedeutend überschreiten. D. R.) Ter Rückzug der Italiener in Tripolis. Die Italiener haben nun bie sämtlichen Kasernen an der Grenze von Tunis geräüMt. Die Besatzung von Nabur, die abziehen wollte, ist von Rebellen angegriffen worden und konn| te nur mühsam Beibat in ütunis erreichen. Nachdem Sinaun und Nabut aufgegeben wur­ den, Mußte auch die bekannte Oase Ghadamps geräumt werden. Auf einen Befehl von RoM wird die Besatzung gleichfalls auf das Gebiet von Tunis zurückgezogen. Hier sind starke fran­ zösische Kräfte zum! Schutze der Italiener vor den verfolgenden Aufständischen bereitgestellt. Voraussichtlich werden die Italiener von Tu­ nis auf dem Seeweg nach, Tripolitanien zu­ rückzukehren. Italien erhebt Ansprüche auf die kleinasia­ tische Küste. In Wiener politischen Kreisen wird an­ genommen, daß die italienische Regierung be­ absichtige, das Gebiet im Hafen von Adalin an der kleinasiatischen Küste zu besetzen. Die neue italienische Preßhetze gegen die Türkiei wird als ein Vorspiel zu dieser Aktion be­ zeichnet. (Z.)</p>
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          <p>Der Luftkrieg. Teutsche Fliegertätigkcit. Als Ursache des kürzlich in Besancon aus­ gebrochenen großen Schadenfeuers, dem' 30 Eisenbahnwagen Mit gepreßtem Heu zum Opfer fielen, wird offiziell angegeben, ein Korporal habe das Feuer durch unvorsichtiges Hantieren beim Anzünden seiner Pfeife verursacht. Man glaubt jedoch, annehmen zu dürfen, daß das Feuer durch eine deutsche Fliegerbombe ent­ standen ist, denn die Belforter Forts meldeten für den gleichen Tag das Eintreffen deutscher Flieger, die von den Belforter Forts aus be­ schossen wurden und darauf das Weite suchen Mußten. (Z.)</p>
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          <p>Aus den Kolonien. Englische Matrosen in Marokko gefangen. Im Unterhause sagte Lord Robert Cecil auf eine Frage, ein Unterleutnant unb 10 Matrosen zweier bewaffneter Handelsschiffe feien am 13. Mai ton Marokkanern gefangen genommen worden und befinden sich noch in deren Gewalt. Es fei nicht ratsam, das gefor­ derte Lösegeld zu zahlen, und nicht angängig, über die zu ergreifenden Schritte Mitteilun­ gen zu mächen.</p>
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          <p>Balkanska Pospa veröffentlicht an leitender Stelle einen bemerkenswerten Artikel, indpm erklärt wird, daß für Bulgarien der Moment gekommen sei, um aus seiner Neutralität her­ auszutreten, die für die politische Schlußab­ rechnung der Mächte ein wertvoller Faktor zu werden drohe. Das Blatt betont, daß eine der Hauptbedingungen für bie Beibehaltung der Neutralität, die russische Gefähr, durch das siegreiche Vorgehen der Zentralmächte be­ seitigt sei. Nunmehr sei es die große Ausgabe für Zentraleuropa, die Türkei stark zu er­ halten und die wichtige Dardanellensperre, die den Munitionsmangel Rußlands zur Folge hat, zu stützen. Zu diesem' Zweck müßten der Türkei die nötigen Munitionstransporte zu­ geführt werden. Zwei Wege stehen hierzu zur Verfügung, durch Serbien und durch Rumä­ nien. Rumänien könne in jedem Augenblick bereit sein, sein Land für diese Munitions­ transporte zu öffnen, die dann auf das si­ cherste nach der Türkei gelangen. (Z.) Bulgarien gegen einen Balkanbund. Der Militärische Fachmann der "Kambana" in Sofia tritt den russophtlen Bemühungen, einen neuen Bakkänbund ins Leben zu rufen, auf das schärfste entgegen. Bulgarien könne an eine neue Konstellation nicht benfen, bie nur ein neues starkes Serbien zur Folge ha­ ben würde. Bulgarien wünscht aber nichts weniger als eine Kräftigung Serbiens und 'könne den Moment nicht abwarten, uM mit Serbien abzurechnen. Tie griechischen KaMmerschrvicrigkciten. Die griech«ische Regierung veröffentlicht ein offizielles Comhmnique, in dem erklärt wird, daß die Gerüchte über Verhandlungen | mit den Venizelisten zwecks Bildung eines Kvalitionskäbinetts «mit Venizelos an der Spitze, unbegründet seien. Gleichzeitig betont dasCoMMunique, daß das Kabinett Gunaris im Amte verbleiben werde, solange er das Vertrauen des Herrschers genieße. Am Balkan. Bulgarien tritt aus seiner Neutralität heraus? Die angesehene bulgarische Tageszeitung</p>
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          <p>tionswagen und zahlreiche Waffen. Auf der Flucht geriet der Feind mit dem rechten Flügel -infolge eines Irrtums in einen Kampf mit seinen herbeikommenden Verstärkungen. Unsre Artillerie beschoß, ihn und brachte ihm weitere beträchtliche Verluste bei. Er floh in Unord­ nung. An der Dardanellenfront fand am 27. Juli auf beiden Seiten zeitweilig Geschütz­ sund Gewehrfeuer statt. Am 26. Juli wollten einige feindliche Torpedoboote die Küstenge­ biete am Kerebesdere und unsren linken Flügel bei ©ebb il Bahr beschießen. Unsre Arrillerie traf ein Torpedoboot, worauf die an­ deren das Feuer einstellten und sich entfernten. Auf den übrigen Fronten nichts von Be­ deutung. Ter Mnnitionsmängel der Russen an der Kaukasussront. Ein den Türken in die Hände gefallener russischer Armeebefehl an die KaükasusarMee weist darauf hin, daß der Mangel an Waffen, Munition und Proviant die größte Sparsam­ keit im Verbrauch nötig mache. Besonders seien Kanonen unersetzlich. (Z.)</p>
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          <p>!mit einer gewissen Genugtuung, daß. er dies Anerbieten zurückweisen konnte, trotzdem er bon Gerds Entgegenkommen angenehm über­ rasch! war. Er wollte das nur nicht zeigen, da man ihm glaubhaft gemacht hatte, daß Gerd ihm int Herzen feindlich gegenüberstehe. So sagte er noch! iMmer kalt und unge­ rührt: "Ich brauche dein Geld nicht, du wirst es ausgezahlt bekochmen. Du willst mein Haus berlassen — .daran kann ich! dich nicht mehr hindern. Das Für und Wider ist ja zwischen uns bereits erwogen worden. Ich wäre al­ lerdings wegen der Auszahlung deines Ka­ pitals in eine sehr peinliche Lage gekomchen, wenn mir nicht Ersatz dafür angeboten worden wäre. Aber selbst wenn Mj, diesen Ersatz nicht gefunden hätte, so hätte ich dich doch nicht bitten Mögen, dein Vermögen in meinem Ge­ schäft zu belassen." Gerd wurde einen Schein blasser. "So wenig gelte ich dir?" . Sein Vater machte eine abwehrende Be­ wegung. , "Laß das. Unser Verhältnis zueinander ist nun einmal nicht so, wie es sonst zwischen Vater und Sohn üblich! ist". "Ist das meine Schuld, Vater?" rief Gerd .schmerzlich. , , , Sein Vater fuhr sich über die Stirn. Et­ was in Gerds Ton rüttelte an feinem 1 Herzen. Aber er verhärtete es absichtlich. Helenes Ein­ flüsterungen wirkten zu mächtig in ihm nach. "Deine Schuld? Nun — vielleicht nicht, ich will es nicht untersuchen. Laß uns nicht von Dingen reden, die nicht mehr zu än­ dern sind. Ich, weiß, du strebst mir allen Sinnen aus deinem Vaterhaus hinaus und hast nichts Mehr mit uns gemein. Du wirst auch wohl fleiwillig nichr dahin zurückkehren." Gerds Gesicht rötete sich jäh. Die kal­ ten Worte des Vaters zeigten ihm wieder ein­ mal zur Genüge, wie sehr ihn die Stiefmut­ ter aus deM Herzen des Vaters verdrängt hatte. Er wußte nicht, daß sich trotz dieser kalten Worte das Herz des Vaters schmerzlich zusammenzog bei dem Gedanken daran, daß er sich, bald für immer von Gerd trennen dnüßre. Ganz hatten Helenes Einflüsterun­ gen doch nicht vermocht, die Stimme des Blu­ tes in ihM zu erftitfett. Aber Gerd wußte das nicht, und der Groll auf die Stiefmutter trieb ihM jäh und ungestüm das Blut in den Kopf. "Nicht — so lange ich meine Stiefmutter im Vaterhause finde!" rief er im ungestümen Groll. Des Vaterrs Gesicht verstnsterte sich und seine Augen blitzten zornig. 1 j | J | JjJ Lj "Schweig! Kein Wort gegen meine Frau!" ries er. scharf und zurechtweisend. Gerd lächelte bitter. "Nein — kein Wort mehr über sie. Nur eins laß dir in dieser Stunde sagen, Vater — vielleicht ist es mir nicht gegönnt, noch einmal ungestört mit dir zu sprechen. Wenn das Leben sich mehr und mehr trennend zwi­ schen uns schieben sollte — sodaß wir uns vielleicht kaum noch die Hände reichen kön­ nen — vergiß nicht, daß ich dich, lieb habe, trotz alledem, was zwischen uns stand und stehen wird. Ich habe nie vergessen und wer- . de rite vergessen, daß du mein Vater bist. — Das wollte ich, dir sagen." Gerd hatte in tiefer Erregung gesprochen und atmete nun aus. Ein warmes überquellendes Gefühl wollte aus dem Herzen des Vaters emporsteigen. Aber er zwang es nieder wie eine Schwäche und blieb nach außen kalt und unbewegt. "Du hast es mir w»nig genug gezeigr, daß du mich liebst. Du härtest dir an dei­ nem Bruder Dolf ein Beispiel nehmen sol­ len. Er liebt Mich wahrhaft, wie ein Sohn seinen Vater lieben soll, und er zeigt es Mir täglich! Mit großer Zärtlichkeit. Du hast es mich nie fühlen Lassen." fcJil Ul Ufei M4 isfj uü LlJ</p>
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          <p>daß sie erfahren haben, Graf Haeseler sei ihnen gegenüber bei den deutschen Truppen in den Argonnen. Und mit einer fast abergläubischen Furcht zittern sie vor dem "Tiger von Metz", wie der Frldmarschall noch heute schaudernd im französischen Herre genannt wird. W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter.</p>
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          <p>Ein Jahr Weltkrieg. Ein volles Jahr liegt nun zurück, seitdem Deutschland sich entschloß, an der Seite seines Bundesgenossen den imltrter übermütiger sich jgeberdenden Feinden in West und Ost mit ge­ panzerten Faust und kraftvoller Entschlossen­ heit entgegenzutreten. Fast glaubt man es nicht, daß seit dem Ende unsrer alten Welt ein volles Jahr verflossen ist. Wer hätte dasmals geglaubt, daß wir heute noch im Kriege stehen würden, volle 12 Monate später. Und diese 12 Monate umschließen mehr für uns olle, als Wissen und Fühlen unsres früheren Lebens, umschließen einen Aufschwung der See­ le, einen jubelnden Glauben gn uns unter Blut und Schmerzen, ein rauhes Erproben unsrer selbst an Lücken, die der Kriegstod in unsrer Mähe ritz. An der Newa-, an der Seine-, und am Themse-Strand hatte man sich's so schön aus­ gemalt, wie die russische "Dampfwalze" von Ostpreußen her in Deutschland alles zermal­ mten, wie die Franzosen von Westen her mit furchtbarem Elan alles über den Hausen ren­ nen sollten. Die Staatsmänner des Dreiver­ bandes waren auch, vorher nicht müßig ge­ wesen; sie hatten sich zum mindesten der wohl­ wollenden Neutralität des banditenfrohen Ita­ liens, das schon immer im Dreibund eine Ex­ tratour begehrte, versichert, hatten verdäch­ tige Abkommen, die immer im Dunklen bleiben sollten, die aber Deutschland so anmaßend war vor aller Welt zu enthüllen, Mit dem "neutralen" Belgien getroffen, der russische Rubel und der englische ©oberem rollten in den Balkänstaaten um die Wette. Der schlitz­ äugige gelbe Japs war auch eingefangen und stellte, sich ins Fäustchen lachend, Zukunfts­ wechsel aus, die er bei gelegener Zeit seinen jetzigen Freunden präsentieren wird und für die er.znm Teil schon die Deckung vorsieht. Die führenden Herren des Dreiverbandes hat­ ten — das muß man ihnen zugestehen — trefflich vorgesorgt; sie hatten sogar Italien, das freilich in derlei Dingen ein wenig Uebung hat, zum beispiellosen Treubruch verleitet. Und doch hatten sie sich verrechnet. Sie hatten Mit einer dem Verfall geewihten Habsburgi­ schen Monarchie gerechnet, der der beginnende Krieg vollends den Garaus mächen würde. Siehe da, wie ein klüftiges Stahlbad wirkte auf unseren langjährigen Bundesgenossen die­ ses blutige Ringen; seine Völker, die sich, sonst arg befehdeten, schlossen sich enger zusammen und selbst in den unerlösten Gebieten Südti­ rols und Istriens 'kann man jetzt an den Fin­ gern der Hand die zählen, die eine Erlösung 'durch Italien herbeisehnen. In Deutschland sollte der Parteihader, die. innere Zerklüf­ tung dem von Preußen gewaltsam gezüchteten "Militarismus" den Todesstoß versetzen. Aber in dem Deutschland, das vom' ersten Tage der Mobilmachung an bewies, daß es militärisch auf der Hvhe war zu Wasser und zu Lande, nnd in dem mit der militärischen die wirt­ schaftliche Rüstung Hand in Hand gegangen ist, fühlten sich von Stunde zu Stunde Volk und Staat immer mehr eins. Im Schützen­ graben lagen des Kaisers Söhne und der schlichte Arbeiter nebeneinander, int' Kugel­ regen stürmten Träger altadeliger Namen, In­ haber hoher akademischer Würden neben ein­ fach enBürgern, Bauern und Handwerkern ge­ gen feindliche Festungen. IM "Lande des Mi­ litarismus" find, wo es gilt, die geliebte Heijmatserde gegen eine Welt von Feinden zu ver­ teidigen, alle Rang- und Standesunterschiede geschwunden; wir sind ein Volk in Waffen, aber auch ein einig Volk von Brüdern. Ja, eine Welt von Feinden ist gegen uns aufgestanden^ bereits elf Nationen sind in Kampf getreten und von diesen stehen nur OesterreiGUngarn und die Türkei an der Seite Deutschlands, Die Hälfte der gesamten Bevölkerung der Erde und drei Fünftel bet Bodenfläche befinden sich gegenwärtig iM Kriegszustand!: allein in Europa mehr als 400 Millionen Menschen, die rund drei Mil­ lionen Quadratmeilen bewohnen; weniger als 60 Millionen genießen den Friedenszustand. Ueberblickt intern die ganze Erde, so sind auf ihr 30 Millionen Quadratmvilen und beinahe eine Milliarde Menschen in den Krieg verwikkelt; der weitaus größte Teil dieser Gesamt­ summe muß den Allierten zugerechnet wer­ den. In Europa allein haben sie sechsmal so viel Land und zweimal so viel Menschen wie die Zentralmächte und die Türkei. Aber schon längst führen die Zentralmächte den Krieg nicht mehr als Perteidigungs-, son­ dern als Angriffskrieg. Die russischen Scha­ ren, die einst wie mongolische Horden Ostpreu­ ßen überfluteten, suchen vergeblich an den Ufern der Weichsel, des Bug, des Narew Stütz­ punkte. Die "Dampfwalze" hat versagt und die "Dreschmaschine", die an ihre Stelle ge­ treten ist, mußte ebenfalls in Ostpreußen und Galizien außer Betrieb gesetzt werden. JMmer enger schließt sich der Ring der Verbündeten um die Weichselfestungen. Des russischen Dra­ mas letzter Akt scheint begonnen zu haben. Nicht das Vorhandensein eines unerschöpflichen Reservoirs von Truppen — von denen annä- | hernd zwei Millionen in Deutschland und £ OesterreichMngarn bereits Aufenthalt genom­ men haben — allein vermag den Sieg zu ver­ bürgen; es gehören dazu vor allem auch mora­ lische Eigenschaften: der Wille zuM Sieg, das unerschütterliche Bewußtsein der gerechten Sache, Disziplin und Organisation und nicht zuletzt "Erzbereitschast", die die Franzosen vor Jahresfrist von ihren westlichen Verbündeten so dringend verlangten. Aber diese Bereit­ schaft hat gefehlt. Betrübt schickt man von London und Paris nach dem Osten, wo die zurückweichenden Russen in ihre eigenen Städte und Dörfer die Brandfackeln schleu­ dern. "Die Entscheidung des Weltkrieges fällt im Osten", so klagt man an der Seine Strand, wo man das baldige Andrängen der deutschen Massen gegen die französischen Stellungen be­ fürchtet. Trotz der ungezählten Hekatomben, trotz des Aufgebots der 17jährigen Franzosen halten die Deutschen Nordfrankreich, diesen Lebensnerv der Industrie der gallischen Republik unerschüttertlich besetzt, ist Albert von Belgien ein König ohne Land. Vergebens sendet Engalnd neue Trupen nach Flandern und Wilson, der stille Bundesgenpsse Albions, sendet Noten nach Deutschland. Der Unterseebootkrieg geht weiter, von den Kriegsschif­ fen des ,Meerbeherrfchenden" Britanmens be­ kommt man ebensowenig etwas zu verspüren wie von der Offensive Joffres. Die Vorschuß­ lorbeeren des Generals Cadorna find verwelkt und man verlangt in Italien nicht minder wie in Frankreich nach Verlustlisten. Der "kranke" jj Türke ist an den Dardanellen nicht minder | lebhaft wie in Kleinasien, und England späht eifrig nach- neuen Bundesgenossen aus. Grie­ chenland und Bulgarien scheinen endgültig ab­ gesagt zu haben. Ob Rumänien sich zu dem er­ matteten und Mißtrauisch gewordenen Ser­ bien gesellen wird, wer verjmäg es zu sa­ gen? Aber wie es auch kom'men mag, wir halten Schulter an Schulter Mit unsrem wah­ ren Bundesgenossen für jede Dauer des Krie­ ges aus und halten durch. Jener Spruch, den schon Ulrich v. Hutten einen sehr alten nennt, komMt zu neuen Ehren: "Wer iM Krieg will Unheil hau, Der fange mit den Teutschen an."</p>
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          <p>Tages-Uebersicht. Ein Antrag auf Höchstpreise für Mehl. Der deutsche Landwirtschaftsrat hat dem' Berl. "Lok.-Anz." zufolge beim Bundesrat bean­ tragt, daß nicht nur Höchstpreise für Brot­ getreide, sondern auch Höchstpreise für Mehl sobald wie möglich, allgemein festgesetzt wer­ den und daß dabei die Spannung zwischen beiden so niedrig bemessen wird, daß die Ver­ braucher so billige Brot- und Mehlpreise gej nießen können, wie sie in normaler Weise das heißt zu Friedenszeiten, 'ben Höchstpreisen für Brotgetreide entsprechen. (Z.)</p>
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          <p>Bayerische Nachrichten. Tie Gassenschenten wurden in Nürnberg von den Wirten vielfach aufgehoben. Nunmehr hat das stellvertretende Generalkommando des 3. Armeekorps angeordnet, daß die Gassenschenken so lange offen zu bleiben haben, als in den Wirtschaften Bier verabreicht wird. Lotterie. Dem Zentralkomitee des Bayerischen Landeshilfsvereins vom Roten Kreuz in München, Finkenftraße 3/1, wurde zugunsten der bayerischen Sanitätskolonnen und des Rettungsdienstes die Ver­ anstaltung einer Lotterie mit 180000 Losen zu je 1,10 Mk. und 5 700 Gewinnen im Gesamtbetrags yon 60 000 Mk. für das ganze Königreich genehmigt. Besitzweichsel. Die bekannte Geflügelzucht­ anstalt und Entenfarm Fürstenfeld-Zellhof ging Mit der Villa und sämtlichem Grundbesitz käuf­ lich von Herrn AnselMi an Herrn E. Jrschlinger aus München über. Die Vermittlung er­ folgte durch das JmMobilienbüro Eds, Brchberger in München. Tal 12.</p>
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          <p>In bie Isar gestürzt und ertrunken ist in München der 12 jährige Ausgeherssohn Peter Schmölz. 6000 Briefmarken stahl ein Bäckerlehrling in Augsburg seinem Meister und verkaufte dieselben. Der Dieb und seine Helfer sind nun angezeigt. Bon der Transmission erfaßt wurde in Bamberg der 13 jährige Sohn des SchreinerMeisters Koch, der deM Sohn des Brauereibe­ sitzers bei der Abnahme von Trebern behilf­ lich- war. Koch wurde tödlich verletzt ins Kran­ kenhaus verbracht. Jugendliche Kirchendiebe wurden in Zweibrücken erwischt, -als sie den Opferstock der Pfarrkirche entleerten. Es waren drei neun- und zehnjährige Burschen.' Verbranntes Kind. In Ludwlgrhafen kam der 7 jährige Karl Eichmann einem brennenden Spirttusapparat zu nahe. Seine Kleider fingen euet . Das Kind erlitt derartige Verbrennungen, daß es nach seiner Verbringung ins Krankenhaus starb. 45,000 Kronen im Friedhof ausgegraben. Auf dem Frankfurter Hauptfriedhof wurden aus einem versteck 45000 Kronen in osterreichtsch-unga- rischen, russischen und deutschen Banknoten ausge­ graben. Das Geld bildet einen Teil einer großen Summe, die ein österreichischer Beamter kürzlich unterschlagen hat. Die österreichische Polizeibehörde hatte das Versteck ermittelt und die Frankfurter Kriminalbehörde mit den weiteren Ermittlungen be­ traut. Allerlei.</p>
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          <p>Niederbayerische Nachrichten. Abensberg, 29. Juli. (Tod infolge Unfall.) Der Stadtpfarrer Horst in Abensberg (Rdb.) stürzteso unglücklich von seinem Fahrrad, daß er infolge der erlittenen Verletzungen, zu de­ nen sich noch eine Lungenentzündung gesellte, starb. Zwiesel, 29. Juli. (Todesfall.) Der 81 Jahre alte Privatier Emil Ponholzer von hier,, ein für sein Alter außerordentlich rüstiger und gesunder Mann, verstarb plötzlich, am Herz£ schlage. Mit Ponholzer schied für hier der letzte Vertreter einer alten Welt, von der.sich die junge Generation nichts Mchr träumen lassen kann. Er ist der letzte Vertreten der FuhrMannszunft, die in voreisenbahnlicher Zeit die Frachten vermittelte. Mit seinem Mit vier Pferden bespannten Planwagen fuhr Ponholzer die Erzeugnisse unsrer Glasindustrie hinaus in die Welt zu den Abnehmern, nahm dort wieder Frachten nach andren Plätzen und blieb oft viele Monate lang aus. Von Wien bis Frankfurt, von Venedig bis Ha-Mburg, von Augsburg bis Lodz und von Warschau bis Köln hatte Ponholzer jeden Straßenkilometer abgefahren und war in allen FuhrMannsherbergen ein gern gesehener Gast.</p>
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          <p>Lokales. Landshut, 30 Juli. —*ZuLeutnanten ohne Patent wurden befördert die Fähnriche Georg Lindemann und Karl Vogel des 2. Schw. Reiter-Regts., der Vizefeldwebel Franz Heigl (Passau) des LandWehr-Jns.-Regts. Nr. 2, der Vizewachtmeister Joh. LehMkühl (München) des 2. Schweren Reiter-Regimlents und die Vizefeldwebel Wil­ helm Schraud (Aschaffenburg) und Max Sie­ ger (I München) des Landwehr-Jnf.-Regts. Nr. 2. -—* Den Heldentod für das Vater­ land starb der Fähnrich Josef Schließhahn des 16. Jns.-Regts., Sohn des Herrn Post­ verwalters Schli^Wahn hier. Der junge Held, der bereits mit dem Eisernen Kreuz ausgezeich» net war, stand unmittelbar vor seiner Ernen­ nung zum Offizier. , —* Das Au strittsgesuch des Herrn M.-R. Gstettenbauer, das mit Erreichung des zu Ehrenämtern verpflichtenden Alters be­ gründet war, wurde gestern im Gemeindekollegium bekannt gegeben und genehmigt. Eine Debatte über diesen Gegenstand wurde jedochvom Vorsitzenden des Kollegiümjs in der öffent­ lichen Sitzung nicht zugelassen. —* Vom Finanzausschuß des Ge­ nwindekollegiums sind zwei Herren (Wittmann und Däuser) im Heeresdienste, Becher und WicklMayr, letzterer durch- Berufung in den Magistrat, scheiden aus. Es wurden daher vier Herren, vorläufig auf Kriegsdauer, neuge­ wählt und zwar die KollegiuMsMitglieder Dr. Ehrnthaller, Braun, Eder und Haberstroh. —* Das Bankguthaben der Stadt ist, wie der 2. Vorsitzende des Kollegiums Herr G.-B. FahrMbacher gestern aus Grund der Spezialübersichten über die Kassabücher für den Monat Juni bekanntgab, erschöpft. Die Stadt steht sogar gegenwärtig mit 86188 Mk. 92 Pfg. in der Schuld der K. Filialbank. Die Ursachen hierfür sind in der Auszahlung der Familienunterstützung, die jetzt bereits '36 159 Mk. beträgt, und der anderen in Kriegs­ zeiten zu leistenden Ausgaben Mit 74 504 Mk. unter dem Titel Mobilmachung, 1225 Mk. Quartierleistung und 19180Mk. Ersatztruppen­ leistungen, für welche die Stadt eine Rück­ vergütung vom Reiche noch nicht erhalten hat, zu suchen. In der nächsten Zeit wird aller­ dings der Eingang der Umlagen die Finanzen der Stadt wieder ausgleichen, doch ist nicht ausgeschlossen, daß die Stadt auch später wie­ der den Kredit der Bank in Anspruch neh­ men muß. —* Zur Versteigerung gelangte tut' Notariate II hier das Anwesen der Maurers­ eheleute Martin und Anna Haller in Altdorf Nr. 98. Als Meistbietender erhielt Herr Vieh­ händler DamsMer in Altdorf mit 4420 plt den Zuschlag. —* Sein hundertjähriges Stiftungsfest konnte heuer das 2. Schwere ReiterRegiment feiern. Aus diesem Anlaß haben die beiden stöbt. Kollegien an das Regiment ein Glück­ wunschschreiben gerichtet, in welchem auch dem Be­ dauern Ausdruck gegeben wird, daß es der Stadt nicht gegönnt sei, das Fest mit den tapferen Reitern gemeinsam zu begehen. Die besten Wünsche der Stadt begleiten das Regiment auf seinem Sieges­ zuge, das ruhmbedeckt wieder in seine alte Garnisons­ stadt zurückkehren mög--. Der Kommandeur des Regiment, Major Frhr. v. Eyb dankte für die Glück­ wünsche in Namen des Osfizierskorps und des Re­ giments, indem er bedauerte, daß es ihm nicht ge­ gönnt fei, die Jahrhundertfeier in seiner alten Garni­ sonsstadt im Kreise der Bürger zu feiern. Er knüpfte die Hoffnung daran daß die Angehörigen des Regiments und die Bürger ihrer lieben GarnifonSstadt ein nach­ trägliches Fest zur Jahrhundertfeier vereinen möge. —* Konkurs der Gewerbebank. Der Antrag auf Eröffnung des Konkurses über die Ge­ werbebank Landshut wurde heute Vormittag bei dem k. Amtsgerichte Landshut gestellt. —* Teuerungszulagen hat der Magi­ strat, wie bereits berichtet für die städtischen Arbeiter genehmigt und zwar pro Mann nnd Woche 1 Mark und für jedes Kind 30 Pfennig. Der Gemeinde­ bevollmächtigte Fellerer (Soztald.) hatte hiezu einen Antrag gestellt auf Gewährung.von 30 Pfennig pro Mann und Tag. Dieser Antrag wurde vom Magi­ strat durch die bereits gewählten Zulagen als erledigt betrachtet, wovon das Gemeindekollegium in seiner gestrigen Sitzung Kenntniß nahm. G. B. Fellerer rügte hiebet, daß bet der Zuteilung der vom Magi­ strat zuerkannten Teuerungszulagen Ausnahmen ge­ macht werden, obwohl doch die Lebensmittel für alle gleich teuer geworden feien. —* Ueber Gasverteuerung will der Gemeindebevollmächtigte Fellerer vor einer Woche einen Antrag an den ersten Vorfitzenden des Gemeinde­ kollegiums gerichtet haben, in welchem darauf hin­ gewiesen wird, daß von der stöbt. Gasanstalt für Gas in bett Sommermonaten die Wintergaspreise verrechnet werden, ohne daß hievon das Gemeinde­ kollegium feine Zustimmung gegeben habe, wie dies noch dem Statut der Gasanstalt notwendig gewesen wäre. Der erste Vorfftzende Herr K. R. v. Zabuesnlg erklärte, einen solchen Antrag nicht erhalten zu haben, so daß über denselben auch nicht verhandelt werden konnte. —* Die PensionSanstaltderStadt L a n d s h u t weist in ihrer Rechnung für das Jahr 1913 in der Betriebsrechnung 36 517 04 Mk. Ein­ nahmen und 33 31008 Mk. Ausgaben, somit 3 206 96 Mk. Mehreinnahmen auf. Die Vermögens­ rechnung gleicht sich mit 11 800 Mk. ab. Das Ver­ mögen der Anstalt beträgt 297 543.60 Mk. Für den Zweck wurden verausgabt 33 262 80 Mk. (763.96 Mk. Mehrausgabe). Die Zahl der Pensio­ nisten betrug im Berichtsjahre 49. ~*Sur3nbuftriegetoinnung schiweb­ ten seit längerer Zeit Verhandlungen mit der Firma Glas und Lohr wegen event. Verle­ gung der Fabrik dieser Firma von Dingolfing nach Landshut. In Verbindung hiermit steht die Errichtung eines Industriegleises, das nach Verhandlungen mit der Eisenbahndireftion, einschließlich einer Viehausladerampe bei dem städt. Sckflachthof auf 75 500 Mk. Einstellungs­ kosten kommen würde, wozu noch! jährliche 7 Prozent Abnützungsgebühr für Schwellen und Schienen zu bezahlen wären. Die Firma Glas und Lohr teilte nun mit, daß die Verlegung der Fabrik jetzt nicht in Frage komjMen könne, infolge Mangels an Arbeitskräften u. a. Diese Frage tnliiiffe daher auf normtote Zeiten zurück­ gestellt werden. Das Gemeindekollegium! nahm gestern hiervon Kenntnis, stellte jedoch das Verlangen, der Magistrat möge die Kostenvor­ anschläge und Pläne für die ganze Angelegen­ heit dem Gemeindekollegium in Vorlage brin­ gen, damit das Kollegium genauen Einblick in die Lage gewinne. v —* Ein Flieger überquerte heute früh halb 8 Illhr unsre Stadt auf dem' Wege von München hierher und landete auf bdm! kleinen Exerzierplatz. —*.Einen guten Fang imtochte gestern unsre Kriminalpolizei. Sie verhaftete den le­ digen Schleifer Matthias Mäher von Gries­ kirchen (Oesterreich.). Mäher hatte vor län­ gerer Zeit in Oesterreich 1600 Kronen gestohlen und war damit nach Bayern geflohen. Er wurde in Breitenberg im; daher. Wald festge­ nommen. Das Geld wurde ihm abgenommen und er selbst nach! Oesterreich überstellt und int Gefängnis in Aigen interniert. Mayer brach! aber aus und entkam, woraus er sich wieder in der Welt unter falschem' Namen herumtrieb. Er wurde in Freyung v. W&lt; unter dom Namen Ed. Riede verhaftet, flüchptete aber alsbald wieder. Bei einem 1 späteren Transport von Rohrbach nach Mühldorf sprang Mayer aus dem Zuge und entkam wieder, bis er gestern hier mit einem anderen Burschen festgenommen wurde. Mayer ist österreichischer Deserteur und wird wegen einer Reihe von Straftaten verfolgt, darunter auch, wegen eines Raubmordversuches. Ob sein mitverhafteter Genosse ebenfalls schuldig, muß erst die einge­ leitete Untersuchung ergeben. —* 2000 Mk. unterschlagen. Der Kaufmann Felix Großmann von München, An­ gestellter eines Landshuter Kunstmühlenbesitzers, hatte, wie die "M. N. N." schreibt, am Montacq bei einem Getreidehändler an der Da­ chauerstraße in München 2000 Mk. einkassiert, die er dem Postscheckkonto seines Arbeitsgebers überweisen sollte. Ta das Geld nicht ein­ traf, fuhr der Mühlenbesitzer am Mittwoch! nachmittags nach München; er erfuhr hier, daß am Postscheckamt nichts eingezahlt worden war. Die Nachfrage in der Wohnung Groß­ manns ergab, daß dieser am Montag nachmit­ tags die schuldige Miete bezahlte und darauf verschwand. Der Deftaudant ist 20 Jahre alt, 1,68 bis 1,70 Meter groß, schlank; hat läng­ liches, blasses Gesicht, Schuurrbartanflug, dun­ kelblonde Haare und spricht mit leiser Stimme.</p>
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          <p>Zulukaffern an der Front. Berlin, 30. Juli. Nach! der "Boss. Ztg." tomlmt aus Schevenningen die Nachricht, daß zur Verstärkung des englischen Heeres 10000 Zuluneger an der Merfront eingetroffen sind. Eine neue Rote Amerikas. Berlin, 30. Juli. Nach einer Meldung des "Berl. Tagebl." aus Washington bereitet Staatssekretär Lansingen eine neue Note an Deutschland vor, die einen Schadenersatz für die Versenkung des amerikanischen Dampfers "Leelanow" fordert. , Ueberfall durch einen Panzerzug. Berlin, 30. Juli. Wiener Blätter berichten von einem gelungenen Panzerzugüberfall auf das italienische Lager von Moffat Dem Zuge gelang es in einer finsteren Nacht, an das Zeltlager heran zu kommen, auf das ein heftiges Maschinengewehrfeuer eröffnet wurde. In dem durch Brandbomben in Brand gefetzten Lager brach eine wahnsinnige Panik aus. Die Fliehenden wurden reihenweise niederge­ mäht. Der Zug kehrte unbeschädigt nach Görz zurück. Der Unterseekrieg. Berlin, 30. Juli. Die dänischen Blät­ ter stellen für hie letzten Tage eine Rekordtätig­ keit der deutschen Unterseeboote fest. Seit Samstag seien nicht weniger als 22 englische Schiffe versenkt worden. Aber auch viele skan­ dinavische Schiffe hätten sie versenkt, was den skandinavischen Handel mit Bannware emp­ findlich störe. Grimsby, 30. Juli. Der Fischdampfer "Devey" wurde von einem deutschen Unter­ seeboot in der Nordsee verseükt. Man glaubt, daß die Besatzung von 9 Mann ertrunken ist. Letzte Posten.</p>
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          <p>Städtische Schwimmschule. 30. Juli 1915. Luft . . 20 Grad C. Wasser . 18 Grad C.</p>
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          <p>Handel und Verkehr. Laudshut, 30. Juli. (Viktualienmarkt.) Der heutige Viktualienmarkt war gut bestellt. 10—11 Stück Eier erhielt man um 1 Mark, das Pfund Rtndschmalz kostete im Großverkauf 1,50 bis ' 0,00 Mk., im Kleinverkauf 1,60 bis 0,00 Mk., Landbutter 1,50—1,60 Mk., Molkretbutter 1,80 bis 0,00 Mk., Schweinefett 1,40—1,50 Mk., junge Hühner und alte Suppenhennen 1,50—3,00 Mk-, Hahnen 1,80—2,50 Mk., Gänse lebend 0,00 bis 0.00 Mk.. Gänse geputzt 5,50 bl? 6.70 Mk., Enten lebend 0,00—0,00 Mk, Enten geputzt 3,50 bis 4,50 Mk., junge Tauben per Stück 55—65 dl. Fische: Forellen per Pfd. 3.00 Mk., Hechte 1,30 Mark, Karpfen 1,10 Mark, Schleie und Rutten 1,00 Mark, Aitel, Barben, Nerfling, Frauenfisch und Brachsen 60 dl., Blaufelchen — Mark, Weißfische 30 dl. Wildbret: Rehziemer 1,40 Mark, Rehschlegel 1,30 Mark, Rehbug 90 dl., Etnmachwtldbret 75 dl., Wild­ enten — Mark, Halbenten — dl. Frühobst: Aepfel per Pfund 30—50 dl., Birnen 25—40 dl., Kirschen und Amerellen 40 dl., Stachelbeeren 30 dl., Him­ beeren 30 dl., Schwarzbeeren 30 dl. per Liter, Reineklauden 30—40 Stück 10 dl. Gemüse : Gurken 10—40 dl., Kopfsalat 5—10 dl, Kohlraben 5 bis 10 dl., Wirsing 10—30 dl., Bohnen 30-35 dl., Frühkartoffeln per 20 Liter 3 Mark, per Pfund 10—15 dl., eßbare Schwämme per kleines Teller 30—80 dl. In den übrigen Artikeln find Preis­ veränderungen nicht eingetreten.</p>
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          <p>neh«me, wohl so ziemlich aufgegeben. Das Land, . von der übrigen Welt abgeschnitten, kann für i feinen eigenen Finanzbedarf bequem aus die Notenpresse zurückgreifen. Silberne Kugeln sind für Deutschland ein unnötiger Luxus. Bleierne dienen besser seinem Zweck und so­ lange man in Deutschland genug von dieser Sorte und genügend Kartoffelbrot für . die Soldaten hat, können sie den Kampf bis ins Unendliche forffetzen, soweit die wirtschaftliche Seite in Betracht kommt. Wie Deutschlands wirtschaftliche Lage nach« dem Krieg aussehen wird, wenn die Schranken wieder entfernt wen­ den, ist eine andere Frage und kann hier nicht erörtert werden. Der logische Schluß aus die­ sen Ueberlegungen ist der, daß wir besser daran täten, Deutschland zu erlauben, alles einzu­ führen, was es braucht — was zwar absurd ' klingt, aber nicht ist. Deutschland, das mit einer fch«nellen Entscheidung rechnete, würde unzweifelhaft sehr beträchtliche Güter zur Ein­ fuhr erworben haben, wenn es dazu in der Lage gewesen wäre. Es hätte kein Kartoffel­ brot gebacken und nicht das Rohmaterial für die Munition int Lande selbst zusammengesucht. Deutschland hätte bei ungehinderter Einfuhr aus weit luxuriöserem! Fuß gelebt als es jetzt der Fall ist. Aber wie wir selber es merken: Importe müssen bezahlt werden und Exporte werden jetzt nich«t hinreichend vorgenommen. Was sich daraus ergibt, nennt man wirtschaft­ lichen Druck. Hier liegt ein fesselndes Pro­ blem. Da aber gegenwärtig so viele Faktoren an dem Ausgang des Krieges mitwirken kön­ nen, zögert män, eine bestimmte Entscheidung vorzuschlagen. Jedenfalls sieht es so aus, als ob unsere Blockadepolitik eher eine Quelle der Stärke ist als eine Schwächung des Feindes bewirkt. Zu diesem schreiben bemerkt der "Economist", daß die Argumente des Einsen| ders die Aufmerksamkeit der verantwortlichen englischen Stellen verdienen. (Z.) Haupt noch keinen einzigen deutschen Soldaten erblickt Hatten. Der Offizier stellte also den phantasiereichen Bäcker zur Rede, worauf die­ ser antwortete: "Es ist allerdings wahr, daß ich noch nicht im Feuer gewesen bin. Aber wenn alle Frauen in meiner Heimatstadt über den Krieg sprechen und die Heldentaten ihrer Männer berichten, kann ich doch! nicht ;mei= ner Frau zumuten, daß sie allein nichts zu sagen weiß." Tie verfehlte englische Blockaoepolitit. Das Berliner "Tageblatt" meldet aus London: In dein! angesehenen englischen Fach­ blatt "Eeonomist" findet sich eine interessante Zuschrift, die die Redaktion lmft einer nicht weniger interessanten Bemerkung begleitet. Sie lautet im 1 wesentlichen folgendermaßen: Das offen eingeräumte Ziel unserer Blockade­ politik ist, einen wirtschaftlichem Druck auf Deutschland auszuüben und wir alle sind die ganze Zeit hindurch voller «Erwartung gewe­ sen, um Anzeichen füfcijpie erhoffte Erschöpfung Deutschlands zu erblicken. Dabei vergaßen wir in unserem' Eifer, daß keine Geldbörse ohne Boden ist — auch, Unsere eigene nicht — und daß wir bei Fortsetzung «unserer Extravaganzen und verschwenderischen Methode selber kopf­ über in den Bankerott hineinstürzen. Ungeadtjitet der stolzen Aussprüche unserer Staats­ männer über unsere finanzielle -Stärke, ihrer Anspielung auf silberne Kugeln,'chsw. erschien es denk Schireiber dieser ZeileniMmer als eine offene Frage, wer den wirtschaftlichen Druck wohl zuerst zu fühlen haben werde — wir oder bet Feind, ob mit anderen Worten unsere Blockadepolitik nicht gerade den Zweck, den wir damit im! Auge Haben, vereitelt. Wenn intan seinen Nachbar finanziell zum Krüppel Mächen will, wird män ihn doch nicht zwin­ gen, ökonomisch zu wirtschaften, während man sich selber in einen Rausch von Aufwand stürzt. Das aber ist die praktische Wirkung unserer Politik gegen Deutschland. Wir haben dieses Land gezwungen, alle seine Denker zu Mobili­ sieren, uM Wittel und Wege zu finden, sich ausrecht zu erhalten und aus wenig viel zu Mächen. Wir haben dem Deutschen Reich, ge­ holfen, sein Gold im Hause zu behalten, anstatt es in die Fremde zu senden. Wir haben es von der Sorge Befreit, darüber nachdenken zu müs­ sen, wie Importe bezahlt werden sollen, in­ dem wir es lehrten, ohne Importe fertig zu werden. Wir haben döM Deutschen Reich Vor­ wände verschafft, den Unterseebootskrieg auf Nichtkämpfer auszudehnen. Wir haben aller­ hand gereizte Kritik von seiten Neutraler gegen uns selber wachgerufen, an deren guter Mei­ nung uns doch« recht viel gelegen sein muß. Wirklich, Deuffchland kann uns dankbar sein. Die Vorstellung, daß Deutschland durch Hun­ ger unterworfen werden, oder daß es auch nur ernstlich, an der Herstellung von Kriegs­ bedarf gehindert werden kann, ist, wie ich an-</p>
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