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      <titleStmt>
        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1915-08-30"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">68. Jahrgang Nr. 235</biblScope>
          <date when="1915-08-30">1915-08-30</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
        </p>
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          <p>Die russische Front in Galizien durchbrochen. Deutsche Erfolge in Kurland. — Berfolgungslämpfe »oii Kolon» bis Kolvel. — Die russische Stellung iu Galizien in 250 Kilometer Länge geworfen und durchbrochen, 10 000 Russe» gefangen. — Italienische Angriffe abgewiesen. — Ein englischer Truppentransportdampfer vernichtet. — Ratlosigkeit in Rußland. — Brfferung der deutsch-amerikanischen Beziehungen. Im! Westen wurde ein französischer Hand­ granatenangriff am Lingekopf abgewiesen. Auf der ganzen Front herrschten lebhafte Flieger­ und Artillerietätigkeit. Int Osten haben die Armeen Hindenburgs die Russen in Kurland und östlich von Kowno geworfen und 2000 Russen gefangen. Süd­ östlich von Kowno wurden die Russen gleich­ falls geworfen und verfolgt. Das Waldge­ lände bei Augustowo ist durchschritten. Weiter südlich dauert die Verfolgung der Russen an. Die Armeen des Prinzen Leopold blei­ ben den fliehenden Russen auf den Fersen. Die Armeen Mackensens drängten die Rus­ sen bis in die Linie Poddubno—Tewli—Kabrie. Die Russen griffen hier wieder, wie schon früher, zu dem verabscheuungswürdigew Mittel die unschuldige "Zivilbevölkerung — auch Frauen und Kinder — vor sich her zu treiben, umj dadurch ihre Stellungen zu maskieren, was Mehrere derselben das Leben kostete. Des­ halb kämpfen die Russen aber doch für die Zivilisation. Auch auf dem südöstlichen Kriegsschau­ platz geht es jetzt wieder vorwärts. In schnel­ lem Ansturm haben deutsche und österr.-ungar. Truppen unter d«M Kommando des Grafen Bothlmier die russischen Linien an der ZlotaLipa erstürmt und die Russen hinter die Linie PoMorzany—Koniuchh—Kozowa zurückgewor­ fen. Die österr.-ungar. Truppen haben zwi­ schen Gologory und Brzezanh die russischen Stellungen in einer Ausdehnung von 250 Ki­ lometern genommen. 10 000 Russen blieben in ihren Händen. , I | | An der italienischen Grenze wurden Meh­ rere italienische Angriffe abgewiesen. Ein deutsches Unterseeboot hat bei den Scillhinseln ein englisches Truppentransportschiff versenkt, wobei nach, englischer Quelle 1000 Kanadier ulMs Leben gekommen sind, während weitere 1000 gerettet werden konn­ ten. Die Türken trieben die feindlichen Lan­ dungstruppen bei Anaforta und Kiritshepe unter schweren Verlusten für den Feind zurück. Der Heilige Krieg hat ,in Tripolis 34 000 Senussi unter die grüne Fahne des Propheten gerufen, die bereits die Hauptstadt Tripolis, das letzte feste Bollwerk Her Italiener, aus afrikanischem Boden anzugreifen beginnen, i Die deutsch-amerikanischen Beziehungen, die nach Meinung der anglophilen Presse vor dom Abbruch des diplomatischen Verkehrs stan­ den, haben eine Entspannung erfahren, die voraussichtlich zu einer gütlichen Lösung füh­ ren wird, zum Aerger der Kriegshetzer jen­ seits des großen Teiches.</p>
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          <p>ftdrrt Abscheu erfüllen muß., haben die Rus­ sen zur Maskierung ihrer Stellungen Tausende von Einwohnern, -ihre eigenen Landsleute —darunter viele Frauen und Kinder — un­ serem! Angriff entgegengetrieben. Ungewollt hat unser Feuer unter ihnen Einige Opfer ge­ fordert. i Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Verbündeten haben den geschlagenen Feind über die Linie Pomorzanh—Koniuchy— Kozo!wa und hinter den Korpiec-Abschnitt zu­ rückgeworfen. Oberste Heeresleitung.</p>
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          <p>deres Ergebnis erzielt, als wenn Deutschland eine halbe Milliarde ausgibt. Schließlich aber beschleunigen die amerikanischen Lieferungen nur den finanziellen Zusammenbruch der Alliierten, ohne diesen zum Siege zu verhel­ fen. I</p>
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          <p>Beschießung von Eompicgne. Genf, 28. August. Noch weit wirksa­ mer als die anfangs August gegen Compiegne gerichtete, war die gestrige Beschießung, die insgesamt eine Stunde dauerre und in sämt­ lichen Teilen der Stadt Verheerungen anrich­ tete, die schwersten in dem vorzugsweise Militräzwecken dienenden Bahnhofviertel. Die Flie­ ger stellten sieben Hauptbrandstätten fest. Die Deutschen haben aus einer den Franzosen voll­ kommen unbekannten Entfernung siebenSchüsse abgegeben, die lauter Volltreffer waren. Das Bombardement erfolgte, als sich gerade die städtischen Diener anschickten, Vivianis KaMMerrede öffentlich anzuschlagen. Im amtlichen Bericht werden nur Tote und Verwundete des Zivilstandes erwähnt, während anderweitig be­ stimmt versichert wird, daß das Kasernement Mit zahlreichen Militärpersonen der Beschieß­ ung zum Opfer fiel . Der Eindruck des Bom«bardements in Paris ist sehr stark, namentliche in den Kreisen der Kammer-Opposition gegen Millerand. Vom westlichen Kriegsschauplatz.</p>
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          <p>Der Krieg mit Italien. Tie erste erbeutete italienische Fahne. Innsbruck, 28. August. Die erste ita­ lienische Regimentsfahne, die von den österr.ungarischen Truppen bei den letzten heißen Kämpfen in Südtirol erbeutet wurde, kam gestern früh, von einem Zugführer getragen, hier an. Sie wurde sofort güM LandesverteidigungskoMmando getragen. 'Für die Er­ oberung der ersten italienischen Fahne sind be­ kanntlich von Zivilpersonen naMhafte Preise ausgesetzt gewesen. (Z.)</p>
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          <p>Der Krieg zur See. Ein englischer Transport versenkt. Tie Frkfr. Ztg .m&gt;eldct: Das Amsteroamer "Badcrland" berschtet: Reisende des Tampsers "Ryndaim", der dieser Tage aus Newyork zurirckkas«, teilen mit, daß am 15. August aus der Höhe der Seilly-Jnfeln ein englisches Transportschiff mit kanadischen Truppen tor­ pediert worden ist. Bon den 2000 Mann an Bor» sollen ungefähr 1000 gerettet morden sein. (Z.)</p>
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          <p>Der Krieg mit England. Englische UnMenschilschkeit gegen bayerische Kriegsgefangene. Die "Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Ein aus England als Austauschgefan­ gener zurückgekehrter deutscher Offizier, der Oberstleutnant v. N., hat über seine Erlebnisse während der Kriegsgefangenschaft unter Eid folgendes ausgesagt: Ich hörte in per Ge­ fangenschaft von deutschen Offizieren, daß die Engländer in dem falschen Glauben, bte baye­ rischen Truppen Machten keinen Engländer zum Gefangenen, an kriegsgefangenen Bayern ihr Mütchen gekühlt hätten. So sollen sie in der Gegend von St. OMer kriegsgefangene deutsche Soldaten gefragt haben, wer Bayer 'sei; die Bayern, die sich meldeten, wurden | abgeführt und 'Man hörte nichts mehr von ihnen. Daß diese Erzählungen über meuch­ lerische Evmvrdung von Kriegsgefangenen kein Truppenklatsch sind, beiweist folgendes Erleb­ nis: Ich hörte persönlich! von einelml deutschen Offizier, «Mit dem ich in per Gefangenschaft zusammen war, daß ein englischer Offizier ihm kinen englischen Soldaten, welcher die Gefangenen zu bewachen hatte, mit v einer Handb'ewegung bezeichnet und sich dann stmgDdreht hatte, worauf der englische Soldat (mit dtzm Bajonett nach, ihm gestochen hat. Tier deutsche Offizier entging nur dadurch deM Todie, daß er sich zur Seite drehte, Wodurch] der Stich abgelenkt wurde und ,ihM nur quer von der Schulter zur Brust ging, und daß er sich tot stellte. Der Vorfall hat sich, iMMärz bei Neuvchapelle zugetragen — ich sah selber den Stich tml Mantel und aus der Brust des Offiziers. — DeM Offizier, der diese Aussagen .Machte, wurden, als er verwundet lag und wehrlos war, über 500 Mark in Gold und sämtliche Wertsachen von englischen Sanitäts­ soldaten geraubt. Kautschuk als Bannware? ' Ter Korrespondent des Amsterdamer "Telegraaf" berichtet aus London, die britische Regierung beabsichtige, in kurzer Zeit auch! Kautschuk aus die Liste der Konterbande zu stellen.</p>
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          <p>Aus den Kolonien. Kämpfe in Ostafrika. Reuter Meldet amtlich aus Nairobi vom 20. Juli über ein Gefecht bei Mbuhuni am 14, Juli: Die Aufllärungstruppen von Maktau i warfen den 2000 Mann starken Feind unter schweren Verlusten zurück. Die Tätigkeit sei­ ner Vorposten Macht sijch an der Ugandabahn und iM Bezirke am Tsavo wieder bemerkbar; eine neue Unternehmung gegen die Bahn ist Möglich. Eine feindliche Patrouille wurde aM 18. Juli bei ZiMa (Simba?) zerstreut. Die hier genannten Orte liegen inBritischLstafrika. Unsere Schutztruppe steht also in Feindesland.</p>
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          <p>Zur Haltung Bulgarijens. Der "Petit Parisien" veröffentlicht ein TelegraMm seines Korrespondenten, nach wel­ chem innerhalb 10—15 Tagen bedeutende mi­ litärische Bewegungen vorgehen dürften. Tie Baltanstaaten unter sich. Die Voss. Ztg. Meldet aus tBofia: Die Beziehungen der Balkanstaaten untereinander sind durch die Ueberreichung der Viervevbandsnote nicht verändert worden. Der grie­ chische Ministerwechsel ist weit weniger auf Rechnung der Note zu setzen als auf die par­ lamentarischen Verhältnisse. Ob der Vierverband davon einen Vorteil haben wird, ist zweifelhaft. 1 Wohl aber kann Griechenland «einigen Nutzen daraus ziehen, weil per Vierverband gegen Venizelos nicht mit so schar­ fen Drohungen auftreten kann, wie gegen Gunaris. Von der rumänischen Sphinx wird er­ wartet, daß sie in ben ersten Septejmlbertagen ohne weitere Scheu ihre Krallen zeigen wird. Gewisse Anzeichen sprechen dafür, daß Ru­ mänien im Aufträge des Vierverbandes Vor­ bereitungen trifft, NM die Bulgaren in Schach zu halten, wenn diese in Verfolgung ihrer nationalen Politik sich gegen Serbien wenden werden. (Z) Am Balkan.</p>
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          <p>Unsre Artillerie traf wiederholr feind­ liche Kreuzer und Transportschiffe bei Art Burun. Aus dem rechten Flügel fand in der Nacht vom 26. zum 27. ds. wiederholt Bom­ benwerfen statt. Unsre Artillerie beschädigte ein feindliches Transportschiff und einen Schlepper. Bei Sedd il Bahr das gewöhnliche Artillerie- und Jnfanteriefeuer. Bon den übrigen Kriegsschauplätzen nichts von Bedeutung.</p>
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          <p>"Na, Meinetwegen, ich bin milde gestimmt zur Feier deiner Ankunft." "Nun, lege aber nur erst einmal ab, lie­ ber Gerd, und Mache es dir bequem", sagte Frau Gertrud, ihn stolz und wohlgefällig be­ trachtend. "Das will ich tun, liebe Tqnte." "Wo ist denn dein Gepäck? Dieser Hand­ koffer ist doch hoffentlich, nicht alles?" "Doch, ich kann ja nur drei Tage blei­ ben, Tante Gertrud." "Drei Tage nur? Das gilt nicht," prote­ stierte Lotst. "Nein, wirklich, Lotti hat recht, das gilt nicht. Nach, langen Jahren habe ich dich end­ lich einmäl wieder und da willst du nur drei Tage bleiben," sagte Frau Gertrud porwurfsvoll. I Albert Horst legte seine Hand auf ihren !ArM. "Gib dir keine Mühe, Gertrud, er bleibt nicht länger, am Samstag hat er tu K. . . schon wieder einen Vortrag zu halten. Man zerreißt ihn fast. Und wenn er nicht Mit Mir wegen allerlei Verlagsangelegenheiten ver­ handeln Müßte, wäre er vielleicht Überhaupt nicht gekommen." , "Das ist Verleumdung, Tante Gertrud, das glaubst du nicht? Ich hatte so ehrliche große Sehnsucht nach, euch. Aber Meine Zeit ist jetzt knapp bemessen. Nur mit Mühe konnte ich mir drei Tage für euch, reservieren." Frau Gertrud seufzte. "Dann müssen wir uns Wohl bescheiden. Aber nun komM, ich will dich, auch, aus dein ZiMmer führen, damit du es dir behaglich' Machen kannst. Du wirst in den letzten Jah­ ren wenig Behaglichkeit gehabt haben." Damit führte sie ihn hinaus. Als sie draußen allein waren, sagte Gerd bittend: "Liebe Tante, ich möchte dich gerne mal ein Stündchen ganz für Mich .allein haben. Es ist da manches, was mir am Herzen liegt, und Was ich, nur Mt dir, meiner alten, lieben Vertrauten, besprechen möchte. Kannst du es wohl einrichten?" "Gewiß, Gerd, gleich nach Tisch,. Da geht Albert hinter in sein Kontor und Lotst werde -ich, entfernen." i "Ich danke dir, liebste, beste Tante." Sie lächelte ihn liebevoll an pnd öff­ nete die Tür zu seinen ZiMnern. "So, Gerd — da bist du zu Haus. Ich hatte gehofft, Dich ein wenig länger für Mich! zu haben und habe dir sogar ein Molliges Arbeitswinkelchen zurecht gemacht, wo du un­ gestört hättest arbeiten können." " Er trat ein und blickte erfreut in den behaglich, stimmungsvollen Raum. .Mit einem 1 tiefen AteMzuge reichte er ihr die Hand. "Wahrlich, — hier weht HeiMätluft in die­ sem Raum — da möchte ich wohl 'm!al eine Weile festsetzen. Ich behalte es Mir für später vor, liebe TanteGertrnd, wenn ich MeineVortragstournee beendet haben werde. Dann krie­ che ich Mal bei dir ein, am warmen Ofen. Jetzt geht es leider nicht." "Dann also später, Gerd, ich freue Mich schon darauf," antwortete Frau Gertrud und zog, ihM zunickend, die Tür hinter sich zu. Sie begab sich nach der Küche, um sich zu versichern, daß das Festmahl pünktlich be­ reit sein würde. Albert Horst war inzwischen Mt seinem Töchterchen allein geblieben. Lotst schwärMe in den höchsten Tönen von ihrem schneidigen, interessanten Vetter. "Was soll denn Dr. Bruckner dazu sa­ gen, Lotst, daß du Mt .fliegenden Fahnen zu Gerd übergehst?" fragte der Vater neckend. Lottis Gesicht rötete sich jäh, ober sie heuchelte kolossalen Gleichmut. , , . . i (Fortsetzung folgt.) J 1 L i i</p>
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          <p>Gegen den Lebensjnlsittclwucher. Wie ver­ lautet, ist Man in treffen "der Reichsleitung Mit einer neuen Bundesratsverordnung zur Teuerung beschäftigt, über deren Inhalt frei­ lich noch keine Mitteilung gemacht • werden kann, da die Regierungen der einzelnen Bun­ desstaaten noch nicht Stellung dazu genommen haben. Doch kann soviel gesagt werden, daß die in Aussicht genommenen Maßnahmen ge­ gen den Lebens,mittekwücher sehr weit gehen dürsten. (30 Ter Verkehr mit Brotgetreide. Mach der Bundesratsverordnung über den Verkehr Mit Brotgetreide setzt die Reichsgetreidestellc für jeden Kommunalverband die von ihm abzulie­ fernde BrotgetreideMenge fest, bei selbstwirtschaftenden Kommunalverbänden außerdem noch den Bedarfsanteil. Außerhalb dieser bei­ den für bestimmte Zwecke festgelegten Mengen kann es kein Brotgetreide in chneM Kommu­ nalverband geben, denn sobald in seinem' Be­ zirke z. B. durch Wehrerdrusch von derErnteschätzung nicht erfaßte BrotgetreideMöngen vor­ handen sind, Müssen sie der Reichsgetreidest-elle zur Verfügung gestellt werden. Darnach hat ein KomMunalverband überhaupt keine Möglichkeit, Brotgetreide zur Verfütterung ob. zur Verschrotung für Viehfutter freizugeben. Er würde sonst entweder seinen Bedarfsanteil zu ungunsten seiner Bevölkerung beeinträch­ tigen öder seiner Lieferung'spflicht an die Reichsgetreidestelle nicht genügen können. Eine einzige Ausnahme ergibt sich für Hinterkorn, worüber die Reichsgetreidestelle besondercVorfchriften erläßt. Anträge einzelner Besitzer an die KoMmunalverbände, ihnen nicht mahl­ fähiges Brotgetreide zur Verfütterung freizu­ geben, sind also zwecklos, da der KomMunal­ verband ihnen nicht entsprechen darf. (WTB.) AnsWichnung einer Krankenschwester. Das "Berliner Tageblatt" meldet aus Karlsruhe: Prinz August Wilhelm verlieh im Auftrag des Kaisers persönlich der Karlsruher Kranken­ schwester Lilli FeldMüller, der Leiterin der 'Verwundetenpflege in St. Quentin, die Rote Kreuz-Medaille 3. und 2. Klasse wegen ihres hervorragend tapferen Verhaltens während eines Fliegerangriffes auf den Bahnhof von St. Quentin. (Z.) Tages-Uebersicht. A»ts Der ReiHsSuiM. Ter Petersburger "Rjetsch" berichtet ausführlich über die Sitzung der TuMä vom 21. .August. Nach diesem Bericht erhob der Kadettenführer Maklakow Vorwürfe gegen die Kriegszensur und führte aus: "Wir durchleben die fürchterlichsten Augenblicke der russischen Geschichte. Tie Er­ eignisse an der Front bedrücken unsere Gedan­ ken, ungeachtet dessen wird auch jetzt noch die Politik Der Verheimlichung, der Lüge und des Betrugs weitergeführt. (Ter Redner wurde hier vom Vorsitzenden unterbrochen.) Die Wahrheit ist notwendig, weil das Volk sonst imwer weiter dunkle Gerüchte nährt und einer Panikstimmung verfällt. Wir müssen ganz of­ fen 'bekennen, daß die Katastrophe, die jetzt hereinbricht, nur dadurch ausgeglichen wer­ den kann, daß die jetzige Regierung abdankt." Maklakow verlangte die Sicherung der bür­ gerlichen Freiheit. Eine Anfrage hierüber wurde nicht zugelassen ,da die Verhandlungen der Kommission über diesen Gegenstand noch in der Schwebe waren. Ter Arbeiterführer Chaustow begründete eine Interpellation über die Ereignisse in Kostroma, wo am 18. Juli die Polizei ohne irgend eine Veranlassung auf streikende Arbeiter schoß, 12 Mann tötete und 45 verwundete. Ter Streik sei überall mit elementarer Wucht ausgebrochen, da die öko­ nomische Lage der Arbeiterschaft infolge der Teuerung unhaltbar geworden sei. DieStreiks würden durch Polizeimaßnahmen unterdrückt. Dazu käme noch, daß der erste Marineminister wahrheitswidrig in der Duma erklärt habe, daß die Streiks durch' deutsches Geld orga­ nisiert worden seien. Zu gleicher . Zeit be­ zeichne der Aufruf des Generals Rußki jeden Streik als Landesverrat. Tie Anfrage wurde einflimwig von der Duma angenommen. So­ gar der Redner der Nationalisten, Tobrinski schloß sich der Interpellation an und ver­ langte eine sofortige Antwort der Regierung und die eventuelle Bestrafung der Schuldigen. Er forderte zum Schluß unter großem Beifall die Regierung auf, sich endlich einmal aufzu­ raffen. Cholera-Epidemie in Petersburg. Aus Stockholm wird gemeldet: Ueber die Cholera­ epidemie in Petersburg verhandelte die Siadtduma. Innerhalb zweier Tage wurden in Krankenhäusern eingeliefert 273 leichtere und 200 schwere Fälle . Die StadtduMa bewilligte die in einer außerordentlichen Vorlage be­ antragten 180000 Rubel zur Seuchenbekäm­ pfung. (80 Jnawschßtai Kaiser von China? Die Lon­ doner "Times" erfahren aus Peking: "In der letzten Zeit wurde eine Werbetätigkeit zur Wiederherstellung der Monarchischen RegierungsforM! "betrieben, um zu erforschen, wie sich das Land zur Ausrufung Juanschikais züM Kaiser stellen würde, und um das Volk auf seine Thronbesteigung vorzubereiten. Ju­ anschikai selbst ist gegen den Plan. Er soll er­ klärt haben, wenn kurzsichtige Menschen ihn nötigten, eine derartige Politik zu verfolgen, wäre er gezwungen, in die Fremde zu gehen. Es war noch nicht genügend Zeit, die Haltung der Provinzen Kennen ■ §u lernen; aber der Besuch des größten Teiles der Militärischen Befehlshaber in Peking, der kürzlich statt­ fand, kann dahin ausgelegt werden, daß man sich der Unterstützung der Armee versichere hat. Einige Provinzen werden sich wahr­ scheinlich gegen die Monarchie aussprechen. Aber es ist unwahrscheinlich, daß eine solche UMwälzung auf ernstlichen Widerstand stoßen würde. (WTB.)</p>
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          <p>Bayerische Nachrichten. Bei Reparaturarbeiten auf dem Dach der Hammerschmiede der Maxhütte bei Traunstein stürzte der Zimmermann Oberauer etwa 20 Meter tief ab und blieb tot. Er hinterläßt eine Witwe mit 10 Kindern. Vom Zug getötet. Zwischen den Stationen Hersbruck und Henfenfeld wurde die 16 jährige Kontoristin Anna Bauer aus Nürnberg von einem Personenzug überfahren und getötet. Kindsmorö. Eine bei einem Bauern in Kaltenneuses b. Neustadt a. A. bedienstete Magd tötete ihr neugeborenes Kind und versteckte dis Leiche im Heu. Die Kindsmöcderin wurde verhaftet.</p>
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          <p>Fchmiftcndrama. Ter Berliner "Lok.-Anz." berichtet: Ein erschütternder Vorgang ereignete sich in Friedenau bei Berlin. Tie 26jährige KausMannsfrau Anna Baus warf ihren zweijährigen Sohn aus deM Fenster der im zweiten Stock gelegenen Wohnung auf den Hof und sprang dann selber nach, nachdem sie vorher ihren Mann, den 28jährigen Kauf­ mann Heinrich Baus mit HaMm,erschlagen schwer verletzt hatte. Das -Kind ist tot. Der Grund der schrecklichen Tat ist das unglückliche Eheverhältnis, das in letzter Zeit wiederholt zu Mißhandlungen der Frau seitens des Man­ nes geführt hatte. Allerlei.</p>
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          <p>Hausen. Bei Gwmpertshofen scheute ihr Ge­ spann. Ganz besonders schwer wurde hier­ her jedoch ihre Begleiterin Frau Marie ^Straißer Betroffen, denn diese sprang vom Fuhr&gt;werk und erlitt einen Schädelbruch. Auch das iPserd wurde schwer verletzt. Deggendorf, 28. August. (Schweren Ver­ lust) erleidet der Bauer Unverdorben von Saulorn. Vor acht Tagen ersteigert er in iSrraubing mit Hintansetzung aller Garantie eine Stute um! 1800 Mark. Dieselbe ist ihm nach einigen Tagen verendet. &lt; Freyung, 28. August. (Schwammerlsel tenheit.) Von einem! hiesigen Schwämmerlsucher ist ein Stock von sechs kerngesunden, prächtig ausgewachsenen Steinpilzen gesun­ den worden. Zwei oder drei zusamMengewachsene Schwawmerl fand man schon öfters, aber ein Stock von sechs Stück gehört Wohl zu den größten Seltenheiten. Wcgscheid, 28. August. (Großer Stor­ ch enzug.) In letzter Zeit wurden bereits meh­ rere Züge von Störchen beobachtet. Ueber den Hansberg und St. Veit wurde ein großer Zug Ivon co. 200 Störchen beobachtet. Ter VolksMund sagt, daß bei baldigen Storchzügen ein isrüher Winter in Aussicht sein soll.</p>
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          <p>Laudshut, 30 August. —* Z u seinem! 80. Geburtstag ent= boten die städt. Kollegien deM Benesiziaten bei St. Jodok Herrn sreiresig. Pfarrer Reßl, einem! Bruder des früheren Herrn M.-R. Reßl, die besten Glückwünsche. Herr Benesiziat.Reßl gab aus diesem! Anlasse eine Spende von 100 Mark für wohltätige Zwecke, die bent Orts­ komitee zur Unterstützung von Angehörigen der Feldzugsteilnehmer überwiesen wurde. Der Magistrat sprach in seiner letzten Sitzung dem! edlen Spender den Dank des MagistratskollegiuMs aus. —^Beanstandungen hatte das Gemein­ dekollegium' erhoben wegen Ueberschreitungcn Des Etats mit 2750 Mark in der Rechnung für "Straßen, Brücken, Wege und Stege". IM Magistrat bemerkte in der letzten Sitzung Herr M.-R. Gerstenecker hiezu, daß das StadtbauaMt in Zukunft bei Erkennung der unzurei­ chenden Höhe der Mittel sofort um! Nachge­ nehmigung solcher nachsuchen soll. Es sei ja Möglich, daß die vorhandenen Mittel nicht zu­ reichen, besonders wenn die Straßen i'M Win­ ter nicht gefrieren und daher erhöhter Pflege bedürfen, allein es lasse sich die Mittelbefchassung stets aus dem ordentlichen Wege er­ möglichen. Nachdem der Herr Oberbürger­ meister noch konstatiert hatte, daß die Rech­ nung noch aus das Jahr 1913 zurückgehe, für welches die verschärften Kassenvorschristen noch keine Giltigkeit hatten, schloß sich der Magi­ strat dem Revisionsvermerk des Kollegiums jan, wonach vor Verausgabung der Gelder stets die Genehmigung derselben durch beide Kolle­ gien nachgesucht werden Müsse. —* Das Asyl St. Jodok eine öffent­ liche Stiftung. Der Erbauer des Asyls St. Jodok, Herr Rentier FilserMahr, hat, um das Fortbestehen des von ihm gegründeten In­ stituts auch nach! seinem Tode zu sichern, diese in eine öffentliche Anstalt umgewandelt als Stiftung mit dem Namen "Asyl pnd Jnvalidenhaus"' Diese Stiftung hat nunmehr die Allerhöchste Genehmigung gesunden. Ihr Zweck äst, ehemaligen armen Dienstboten u. a. gegen Mäßige Vergütung oder ganz kostenlos Wart und Pflege zukommen zu lassen. Herr FilserMehr überweist der Stiftung als Eigentum die hon ihm erbauten Anwesen an der unteren Fpeyung iM Werte von 450 000 Mark, das vorhandene Inventar und Wertpapiere iM Werte von 75 000 Mark. Das Protektorat über die Stiftung hat der jeweilige'Erzbischof von München-Freisung, von deM zur Verwaltung der Stiftung ein geistlicher Präses bestellt wer­ den soll. Die Oberaussicht über die Stiftung soll einem Stistungsrat obliegen, dem die je­ weiligen Herren Stadtpsarrer von Jodok und Martin, ersterer als Vorsitzender und zwei weitere, je auf die Dauer von zwei Jahren Lokales. zu wählende weltliche Mitglieder angehören sollen, letztere nach Wunsch des Stifters aus , einem! Vertreter der Kirchenvepwaltung St. ' Jodok und einem' Vertreter der Gemeindeveri tretung bestehend. Der Stistungsrat soll auch | die Ueberwachung der Verwaltung und die I Entscheidung über Ausnahme und Entlassung ] von Pfleglingen und das Genehmigungsrecht I für Ausgaben über 300 Mark haben. Für die ! Zeit seines Lebens oder bis zu seine!M sreiwilli! gen Rücktritt behält sich Herr JilserMähr die | Leitung der Anstalt bevor. Sollte die Anstalt I ihren Zweck nicht mehr erfüllen können, so | solle der Erzbischof von München-Freising das I Vermögen der Stiftung einem ähnlichen wohl­ tätigen Zwecke zuführen können. Der Magi­ strat sprachen seiner letzten Sitzung deM Stif­ ter den Dank und die Anerkennung des Magi­ stratskollegiums aus. —* D i e DaMpss euer spritze wurde einer gründlichen Reparatur unterzogen. Es wurde der Kessel erneuert mit einem Kosten­ aufwand Won 2800 Mark, die von beiden städt. Kollegien genehmigt waren. Hiedurch aber war auch eine Erweiterung der Kupserrohre und Armaturen notwendig, auch, wurde die Spritze in ihren übrigen Teilen eingchend re­ pariert, wodurch Mehrkosten im Betrage von 750 Mark entstanden sind. Der Magistrat be­ schloß in seiner letzten Sitzung, diese Mehr­ kosten aus deM Fond für Feuerlöschgeräte mit 4067 Mark zu decken, aus be'ntl auch die früher bewilligten 2800 Mark entnommen worden waren. —* Die Baulinie an der Stetthaimerstraße und südlichen Bahnslutmülde gelangte in der letzten Magistratssitzung Wieder zur De­ batte. Der Magistrat schlug eine Straßen­ breite von 10 Metern vor, die Eisenbahndirek­ tion verlangte 15 Meter Breite. Die Regier­ ung glaubte aus Anruf, daß diese 15 Meter von der Flutmüldenkrone aus zu nehmen seien, so daß nach Abzug von 3 Metern bahneigenen Grundes nur noch 12 Meter verbleiben und schlug vor, in dieser Weise die Baulinie zu regeln. Der Magistrat erblickt aber selbst in der Mehrverbreiterung von .2 Metern eine schwere Schädigung der dortigen Anwesen und blieb aus seinem! ftüheren Beschlusse bestehen, da dieser einschließlich des Bahngrundes ohne­ hin eine Straßenbreite von 13 Metern ergibt. Der Bauausschuß des Magistrates regte an, salls die Angelegenheit von der k. Regierung keine Anerkennung in diesem Sinwe finde, die Entscheidung des k. MinisteriüMs anzuru­ fen. Der Magistrat beschloß, in diesem Sinne an die k. Regierung zu berichten. —* AM Vieh Marktplatz sollen weitere Reihengeländer zur Aufftellung gelangen und zwar bei den bereits bestehenden und außer­ dem ein bewegliches Reihengeländer entlang der StadtMauer. Die Gesamtkosten betragen 300 Mark, die aus etatsmäßigen Mitteln be­ stritten werden sollen. Der BartlMämarkt war» Mit 1100 Stück Großvieh betrieben, für welche die bestehende Anlage ausreichte. Da aber er­ fahrungsgemäß d ie Fastenviehmärkte noch' stär­ ker betrieben werden, soll vorsorglich die Neu­ anlage geschaffen werden. —* Tot ausgesunden. Vorgestern früh wurde in seiner Wohnung in der Neustadt der frühere 84 Jahre alte Hausierer Dengler tot in seinem! Bette aufgefunden. Ein Schlaganfall hatte seinem Leben ein Ende gemacht. —* Werkt ätigerOpsersinn hatte beim! Glückshasen des Ortskomitees zur Unterstüt­ zung der Angehörigen von FeldzugsteilnehMern zahlreiche Losabnehmer zugeführt. Ge­ stern nachmittags waren .dank der unermüd­ lichen Tätigkeit der Herrn und DaMen des Komitees und der opferwilligen Kebesreudigkeit der Bewohner unsrer Stadt und der an­ deren Dultbesucher sämtliche jöofe ausverkauft und konnte der Glückshasen bereits vorzeitig seine Pforten schließen. Das finanzielle Re­ sultat ist noch, nicht endgültig festgestellt. —* Der Gkückshafen des Gewerbever­ eins, der während der Dult iM Gewerbehaus errichtet war, hatte zahlreiche Losabnchmer ge­ funden. Ein hiesiger Rechtsanwalt war ge­ stern der Gewinner des Haupttreffers. —* Die Bartlmädult ist gestern zu Ende gegangen. Der letzte Tag brachte noch einen lebhaften Besuch und den ganzen Tag über durch­ flutete eine dichte Menschenmenge die Dultrethen der Neustadt und am Heuwagplatz. Selbst der einkgemale einsetzende Regen brachte hierin keine Aenderung und die Fieranten machten daher zum Abschluß der Dult nach etn zufriedenstellendes Geschäft. —* Handtäschchen undGeldbörsen kamen gestern in mehreren Fällen Dultbesucherinnen abhanden, Ob diese von den Besitzerinnen verloren wurden, oder ob es sich um das Werk von Taschen­ dieben handelt, konnte noch nicht aufgeklärt werden. Jedenfalls haben sich Finder der verlorenen Geld­ beträge nicht gemeldet. —* Angeschwemmt wurde gestern Nach­ mittag in der Isar bei der Ländtoranlage die bereits stark verweste Leiche eines ca. 12 Jahre alten Knabens. Die Leiche wurde geborgen. Es dürste sich ver­ mutlich um den am 27. Juli in der Isar ertrunkenen 12 Jahre alten Hilfsarbeiterssohnes Peter Schmelz von München handeln. —* Etnmietschwindeleien und Zech­ prellereien verübte hier und an anderen Orten der Friseurgehilse Joseph Fischer von Mitterdorf bet Roding. Der Schwindler, auf den schon seit einiger Zeit gefahndet wurde, konnte gestern hier festgenommen werden. —* Liberaler Verein Landshut. Heute Montag abends im Sterngarten (Seligenthalerstraße) Kegelabend und Besprechung. —* Der Kreisverband des Bayer. Handwerker- und Gewerbebundes für Niederbahern hält äM Sonntag den 5. September 1915 nachmittags 1 Uhr im Volkertsaale zu Deggendorf eine außerordent­ liche Generalversammlung ab. Aus der Tages­ ordnung stehen folgende Punkte: 1. Geldbe­ schaffung für das Handwerk, 2. Heereslieser­ ungen durch das Handwerk, Lieserungsverbän­ de und Genossenschaften. Für beide Punkte Referent Herr Reichstagsabgeordneter Irl. 3. Besprechung zu HandwerkskaMmerwahlens —* Geldverkehr. Vom 1. Sept. 1915 ab beträgt das Umrechnungsverhältnts für Post­ anweisungen nach Oesterreich Ungarn mit Liechtenstein und Bosnien Herzogowtna 100 Kronen (74 Mark 60 Pfg.) —* Zum Prtoatverkehr ist auch der Ort Trient wieder zugelasien, jedoch nur für Pakete, die an Geschäftsleute gerichtet sind. Schriftliche Mitteilungen in den Paketen und auf den Paket­ karten sind verboten.</p>
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          <p>31. Sitzung des Stadtmagistrats Landshut vom 28. August 1915. Vorsitzender: Oberbürgermeister Hofrai M arschal l Der Etat der Berufsfortbildungsschule würde genehmigt. Dankschreiben werden zur Kenntnis genommen, i ©in Baugesuch des Ursulinenklosters (Einbau von Fenstern) wird erinnerungslos genehmigt. Rollbahngleis wollte Herr OekonoM Josef WiMmer in Eugenbach von der Stadt käuflich erwerben. Dem Gesuche konnte nicht stattgegeben werden, nachdem das Rollbahn­ gleis für das Stadtbauamt nicht entbehrlich ist. Auch eine leihweise Ueberlassung vann nicht in Aussicht gestellt werden. Die Genehmigung zur pachtweisen Ausübung der Wirtschaft "ZuM Bayer. Hos" erhält die Wirtschaftspächterin Frau Maria Biedersberger, Staatsgebühr 24 Mark, Be­ schlußgebühr 15 Mark, und für die WittMannsche Kellerschenke am Gries (Schusterwirt) die Wirtschaftspächterin Frau Maria Maier aus Vilsbiburg, Staatsgebühr 22 Mark, Beschluß­ gebühr 15 Mark. Verehelich ungszeugnis würde aus­ gestellt an Franz Xaver Metzger.von hier Mit Luise Emma Cortesie, Zollbeamtenstochter aus der Schweiz; Oskar Küffner, K. Oberleutnant im 8. WürtteMb. Jnf^-Regt. Nr. 126, zur Zeit in Traunstein Mit Frl. plga Hedwig Jakuff von HaMburg. Ins Hl. Geistspital wird aufgenom­ men der pensionierte Schutzmann Sebastian Greiner von hier. Eine zweite Flaggen stanze hatte die Leitung der Präparandenschule erbeten. Der Magistrat hatte die Kosten mit 115 Mark genehmigt, das Gemeindekollegium aber ab­ gelehnt. Herr Kommissär M.-R. Hintermaier betont, daß eine zweite Flaggenstange notwen­ dig sei, da im Winter nicht die beiden Fahnen von den SchulziMmern ausgehängt werden kön­ nen. Auch könne ein Staatsgebäude nicht mit der Reichsflagge allein beflaggen. Die An­ gelegenheit wird der EtatskomMission für den nächsten Etat überwiesen.</p>
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          <p>Die deutsch-amerikanischen Beziehungen. Paris, 29. August. Die Blätter Melden aus Washington, daß in den deutsch-amerik« kanischen Beziehungen, die sich! infolge des "Arabic"-Zwischenfalles zugespitzt hätten, eine Entspannung eingetreten sei, sodaß sehr wahr­ scheinlich eine gütliche Lösung in den aller­ nächsten Tagen erfolgen cherde. Die Presse, die Mit allen Mitteln ver­ sucht hatte, den "Arabic"-Zwischenfall aufzu­ bauschen und die peutsch-aMerikanische Span­ nung durch Hetzereien zu verschärfen, verbirgt ihre Enttäuschung darüber nicht, daß auch in diesem Falle von einem Abbruche der diplo­ matischen Beziehungen keine Rede sein kann. Der Unterseekrieg. Amsterdam, 30. August. Das belgische Fischerboot "H. L." aus Hehst, das seit Mai in dem holländischen Fischerdorf Zierikzee Auf­ enthalt genommen hatte; wurde nordöstlich von [ Ostende, als es sich beim Fischfang über hollän! disches Seegebiet hinauswagte, von eineM deut­ schen Unterseeboot aufgebracht. Sieben Mann der Besatzung würden gefangen genomsmen. Die "Times" melden aus London: Der bel­ gische Dampfer "Behle" ist von einem deut­ schen Unterseeboot versenkt worden. Der niederländische Handelsminister wies die Handels- und Fischerschiffe an, die Neu­ tralitätsabzeichen zu vergrößern, Weil sie nach einer Mitteilung der deutschen Regierung aus großer Entfernung nicht sichtbar seien. (Z.) Der Heilige Krieg. Rom, 30. August. Nach den lttzten Berichten aus Tripolis sind die Streit tröste der Senussi Stämme auf etwa 34,000 Mann verstärkt worden. "Daily Telegraph" meldet aus Rom, der Auf­ stand in Tripolis nehme immer ernsteren Charakter an. Einige Araberstämme seien vor den Mauern von Tripolis erschienen, bisher konnten jedoch die Angriffe der arabischen Reiterei abgeschlagen werden Letzte Posten. Das Eiserne Kreuz aM weiß-schwarzen Bande wurde dem' Prä­ sidenten des preußischen Abgeordnetenhauses Grafen von Schwerin-Löwenfeld verliehen. Gilbert Muß zurück. Paris, 29. August. (Agence Havas). Auf Befehl der Regierung ist der Flieger Gil­ bert aM Samstag nach der Schweiz zurückge­ kehrt. Vertreibung der Italiener vom Stilfser Joch Innsbruck, 30. August. Die letzten Kämpfe am Stilfserjoch haben, wie die "Neuen Tiroler Stimmen" berichten, zur vollständigen Vertreibung der Italiener vom Joch geführt, so daß heute der ganze Paß in unsren Besitz übergegangen ist. Unsre Truppen haben die Italiener vom! Stilfserjoch verjagt, ihnen auch den Scorluzzoberg abgenomMen, der die Paß? höhen beherrscht. Damit ist die Dreisprachen­ spitze, welche bisher die Grenze zwischen Ti­ rol, der Schweiz und Italien bildete, zur Zwei­ sprachenspitze geworden. Bulgarien rüstet. Berlin, 30. August. Nach dem! "Berh Lok.-Anz." erfährt die "Tribuna" aus Athen, daß Bulgarien den Hafen Warna aM Schwar­ zen Meere Mit schweren Kanonen versehen hat.</p>
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          <p>niere und Mannschaften des Res.-Jnf.--Regts, Nr. 10 vor und suchten schließlich das ge­ nomimene Stück mit Sandsäcken auszubauen, die sie sich, aus dem Rücken liegend, der Reihe lang zuschoben. Als bereits mehrere an der Spitze arbeitende Leute durch Kopfschüsse ge­ fallen waren, erbot sich Schrödter unaufge­ fordert zu einem nochmaligen Versuche, kroch vor und schichtete trotz aller Handgranaten und heftigen Feuers eine Sandsacklage auf die andere, bis die Sperre fertig stand. Unter allgemeinem Einverständnis wurde ihm die Goldene Medaille zuerkannt. Wenn sich die Franzosen bekanntlich um die Leichen ihrer vor der Front gefallenen Soldaten wenig küMmern, ist dagegen der deut­ sche Soldat stets eifrigst bestrebt, seinen durch den Heldentod hingerafften Kameraden ein ehrenvolles Grab zu bereiten, und jederlei Ge­ fahr, jede Schwierigkeit wirds überwunden, wenn es einen Toten zu bergen gilt. Einen j Beleg bietet das Verhalten des Feldwebel- j leutnants Boegh, des Unteroffiziers Johann Schnellinger aus Reichenberg, BA. Pfarrkir­ chen, jetzt Metzger in Passau, wie der Infan­ teristen Franz Kühlberger, SchMliedgehilfe in Freyung und Josef EichMeier aus Stadtam­ hof, Postbediensteter in München, sämtlich der 3. Kompagnie Brigade-Ersatz-Bataillons Nr. 2. Am 19. April beauftragt, einen vor der Front liegenden und das Schußfeld beeinträchtigen­ den BauM zu beseitigen, fanden sie, wäh­ rend man des feindlichen Feuers wegen im Liegen den StamM zersägte und kriechend die Abschnitte wegschleppte, unter den Aesten die Leiche eines vor 2 Monaten gefallenen Kafneraden. In zweistündiger, unter fortwäh-^ rendem Feuer stehender Arbeit umwickelten sie den modernden Körper Mit Draht und zogen ihn in die Stellung zurück. Ein von 1 Eichmeier am Abend unternommener Versuch, noch weitere Leichen zu bergen, wurde zwar zurzeit durch das überstarke feindliche Feuer vereitelt, dagegen gelang es, die Lage eini­ ger anderer toter Kameraden festzustellen, die sodann an den nächsten Abenden Tbon Voegh, Schnellinger und EichMeier in stundenlanger, an Mühen und Gefahren reicher Arbeit einge­ bracht wurden. Auch an der Bergung der Leiche eines dem Bataillon nicht zugehörigen Reserveoffiziers beteiligte sich EichMeier aus freien Stücken. Während. Feldwebelleutnant Boegh für sein hochsinniges Verhalten zuM Eisernen Kreuze 1. Klasse vorgeschlagen wur­ de, erhielten Schnellinger, Kühlberger und Eichmeier die Silberne Medaille. Von deM im deutschen Heere nie 'tier=' sagenden Geiste treuester Kameradschaft zeugt auch das Benehmen des Gefteiten der Land­ wehr Ludwig Beck, Tapezierer aus München, der 4. Kompagnie Brigade-Ersatz^Bataillons Nr. 2. Als er am 18. Februar als Freiwil­ liger mit einem Zerstörer-Trupp durch den Ch.-Wald vorging, sah sich die kleine Schar j bald durch üwerMächtiges Feuer aufgehalten und mußte schließlich ihre Absicht aufgeben. Beim Zurückgehen versuchte Beck einen schwer­ verwundeten Soldaten in den Schützengraben heimzuschaffen, konnte dies aber nur dadurch • fertig bringen, daß et? ihn von Baum zu ! Baum zog und mitunter sogar unter stärkstem ’ Jnfanteriefeuer in Sprüngen über offenes Ge- i lande zurücktrug. Das Rettungswerk gelang, \ Beck erhielt als Anerkennung seiner selbst- &gt; losen schneidigen Tat die Goldene Medaille, f</p>
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          <p>Druck u. Verlag I. F. Ri»tsch, Landshut. Ver» antwortl. Redakteur F. X. Wagner, Landshut.</p>
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          <p>fentlichkeit ausgeschaltet werden soll. Man ge- , niert sich nicht, Leute, die Klarheit schaffen I wollen, einzuschüchtern und Mundtot machen Au wollen. Mich! (Schmiedel) hat man in un­ verkennbarer Weise beschuldigt, daß ich- das eigne Nest beschmutze, da ich! gelegentlich der letzten Generalversammlung den Redakteur einer auswärtigen Presse zugezogen habe. Aus diesen Anwurs nehme ich Veranlassung zu er­ klären, daß die volle Kenntnis der Dinge, der Ekel und der Uniwillen über die jahrelange Miß- und Protektionswtrtschast, die Erkennt­ nis der Unfähigkeit des städt. Regiments mich als unabhängigen Mann veranlaßt hatte, hier mit allen mir zu Gebote stehenden Mitteln Wandel zu schassen. Auf Grund des Ma­ terials, das ich, besitze, erkläre ich, daß sich die Ausführungen des Herrn Oberbürgermei­ sters Marschall im Magistrat zur Sachte Spar­ kasse, wie sie Mir aus der Presse bekannt sind, als durchaus unhaltbar darstellen, daß ver­ schiedene Vorgänge darauf hindeuten, daß die Sache verschleppt, beteiligte Personen beein­ flußt und die Oeffentlichkeit Mundtot gemacht toerben soll. Diese Meine Aussagen bin ich bereit, an jeder Stelle zu vertreten. Herr Rechtsanwalt Schüllner, der als Mit­ glied der Bank geladen, aber der Verteidiger Bechers ist, betont, daß er, wenn die Ver­ sammlung dies wünsche, bleibe, aber erkläre, daß er Anschuldigungen seines Mandanten in der Versammlung nicht billige, wenn er sie auch nicht widerspreche. 1 1 Als Herr Schmiedel erklärte, daß ein Wunsch der Versammlung auf ein Verweilen des Herrn Rechtsanwaltes nicht bestehe, feinem! Verbleiben auch kein Hindernis entgegenstehe, da die Versammlung nichts zu verbergen habe, entfernt sich Herr Rechtsanwalt Schüllner. (Fortsetzung folgt.)</p>
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