Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1915-09-01. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 68. Jahrgang Nr. 237, 1915-09-01. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls w» Hindenburg. Der Kampf um den Brückenkopf südlich von Friedrichsstadt ist noch iM Gange. Oestlich des Njemen dringen unsere Trup­ pen 'gegen die von Grodno nckch Wilna füh­ rende Eisenbahn vor. Sie mächten 2600 Gefangene. Auf der Westfront der Festung Grodno Wurde die Gegend von Nowi-Dwor und Kus­ nica erreicht. Bei Grodek gab der Feind vor unsereins Angriff feine Stellungen am! Ostrande des Forstes von Bialystok auf. Heeresgruppe des Generalfeldrnärschalls Prinz Leopold von Bayern. Der Uebergang über den oberen NareW ist stellenweise bereits erkämpft. Der rechte Flügel der Heeresgruppe ist iM Vorgehen auf Kursana. Heeresgruppe des GeneralfeldmarschaNS von Mackensen. Die Verfolgung erreichte den Wuchawiecabschnitt. Feindliche Nachhuten wurden geworfen. 3700 Gefangene fielen in unsere Hände. , Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Verfolgung der nördlich von Brzezanh durchgebrochenen deutschen und österrei­ chisch-ungarischen Truppen wurde an der Stripa stellenweise durch' einen Gegenstoß star­ ker russischer Kräfte aufgehalten. Oberste Heeresleitung. ────────── WTB. Wien, 31. August. Mittags. — tlmtlidj wird gemeldet: Rnssischer Kriegsschauplatz. Der nördlich! und nordöstlich von Surf an­ getroffene Gegner wurde gestern unter hef­ tigen Kämpfen nach Süden zurückgeworfen. Er ließ 12 Offiziere und über 1500 Mann, sowie 5 Maschinengewehre, 5 Lokomotiven, 2 Eisenbahnzüge und viel Kriegsmaterial in un­ serer Hand. Auch bei Swinjuchh, Gorochow, Raziechow und Turze zwangen unsre Truppen die Rus­ sen, den Rückzug fortzusetzen. Mit gewohnter Tapferkeit erstürmten im Raume südlich von Raziechow die Regimenter der Budapester Heeresdivision eine stark ver­ schanzte Linie. An der Strhpa wird ulm! die Uebergänge gekämpft, wobei die Russen unsre Ver­ folgung an einzelnen Stellen durch heftige Gegenstöße aufhalten. Am Dnjestr und an der beßarabischen Grenze nichts Neues. Unsre nördlich Kobrin kämpfenden Streitkräfte drangen bis Pruszanh am oberen Muchawiec vor. Italienischer Kriegsschauplatz. Auch gestern fanden an der Südwestfront keine Kämpfe von Belang statt. Zwei feind­ liche Vorstöße bei San Martina, dann je ein Angriff auf den Südteil des Tolmeiner Brükkenkopfes und auf unsre Flitschtalstellung wür­ den abgewiesen. Ter stellvertretende Chef des Generalstabes r v. H o e f e r, Feldmarschalleutnant. Dem Frieden entgegen: Der Londoner "Econvmist" weist an lei­ tender Stelle bei der Besprechung von Greys Brief darauf hin, daß in der City der Ein­ druck vorherrsche, daß Friedensverhandlungen nicht mehr sehr weit entfernt erscheinen. ("Frkft Ztg." (Z.) Geld oder Friede! Die "Köln. Ztg." schreibt zu den russischen Drohungen, die man in der letzten Zeit aus iMancher Aeußerung hat heraushören können, "entweder Geld und strategische Hilfe oder ich, schließe Sonderfrieden", man dürfe gespannt sein, wie England die Neigung Rußlands zur Schließung eines Sonderfriedens beantworten wird. Geld und Waffenhilfe gewähren, ist leichter gesagt als getan. Mit oder ohne Geld ist Rußland an das Abkowwen, das den Frie­ densschluß nur bei allseitiger Zustimmung gestattet, gar nicht mehr gebunden, weil England die Voraussetzungen, unter denen die Verpflich tung ausdrücklich oder stillschweigend nur ab­ geschlossen werden konnte, durch! seine noch neuerdings von dew neutralen Berichterstat­ ter der "Times" bezeugte Gleichgültigkeit gegenüber dem Kriege nicht erfüllt hat. (Z.) Deutschland und Amerika. Berlin, 31. August. Die "Tägl. Rundschau" meldet aus dem Haag: Nach einer ReuterMeldung ist der Berichterstatter der "Associated Preß" in Washington der Ansicht, Graf Bernstorff erwarte, bald Vollmachten zu erhalten, um den Gedankenaustausch mit Staatssekretär Landsing über die Aufsetzung einer befreidigenden deutschen Note eröffnen zu können. (Z.) Friedensfrage und Unterseebootskrieg. Amsterdam, 31. August. "Newyork Sun" meint, Deutschlands entgegenkommende Haltung in der Frage des U-Bootskrieges hänge zusammen mit der Friedensfrage. Die Vereinigten Staaten möchten ebenfalls entgegen­ kommen, denn die Position Wilsons als Ver- Bericht unserer Verbündeten. mittlers sei bedeutend gestärkt, wenn die Mei­ nungsverschiedenheit zwischen Deutschland und Amerika über die U-Bootsfrage gelöst sei. An­ derseits könnten die Vereinigten Staaten einen Beweis ihrer vollkommenen Neutralität geben, wenn sie Mit aller Kraft gegen die Blockade der Verbündeten aufträten. Japans Munitionshilfe. Berlin, 31. August. Nach einem Tele­ gramm der "B. Z." aus Christiania meldet "Aftenposten" aus Tokio: Die französische Re­ gierung hat sich Mt der Frage beschäftigt, in welcher Weise Rußland durch Munitionsliefe­ rungen unterstützt werden kann. Ministerprä­ sident Graf OkuMa xeiste in Begleitung des Kriegsministers und des russischen Botschafters nach Muko, UM mit dem Kaiser zu konferieren. Der Kaiser hat die Vorschläge genehmigt. (Z.) Ein englischer Vorschlag von Japan abgelehnt. Berlin, 31. August. Japan hat nctd* einer Depesche der Newhorker Staatszeitung aus Tokio Großbritannien "benachrichtigt, daß es unmöglich auf dessen Verlangen, den Handel Mit Bürgern feindlicher Nationen im fernen Osten zu verbieten, eingehen könne. Groß­ britannien hatte vor kurzem eine Verfügung erlassen, Wonach den Engländern der Handel Mit deutschen und österr.-ungar. Staatsange­ hörigen in China, Siam und Persien verboten sein sollte. Tie japanische Regierung, von der Großbritannien eine ähnliche Maßregel er­ wartet hatte, zog führende Geschäftsleute zu Rate und beschloß daraufhin, daß es sich der Bewegung nicht anschließen könne und zwar hauptsächlich aus dem Grunde, daß Japans Ge­ setze den Vollzug einer derartigen Maßregel nicht gestatten. (Z.) ────────── Zur politische» Lage in Frankreich. Paris, 31. August. Die "HuManite" erklärt, dadurch, daß der sozialistische Antrag auf Abhaltung einer geheimen Sitzung von den Kammerausschüssen für Heer und Budget abgelehnt «wurde, werde die Frage, ob weitere Aufklärungen seitens der Regierung nötig sei­ en, nicht gelöst. Die KomMissionsbeschlüsse Würden in öffentlicher Sitzung bekämpft wer­ den. Tie KaMmer müsse darüber entscheiden? Es trete Knjmer mehr zchtage, daß 'jetzt die Hauptaufgabe für Frankreich die sei, die Ur­ sachen und Gründe aller Fehler und aller Trödeleien aufzusuchen und zu beseitigen. IM Grunde wüßten dies die Regierung und das Parlament ganz genau; sie sollten sich vorbe­ reiten, das Problem zu lösen. Die Angst vor der Wahrheit in Frankreich. Berlin, 31. August. Tie "Deutsche Ta­ geszeitung" Meldet aus Rotterdam: Seit der Einnahme von Nowo-Georgiewsk, von der die Pariser Presse allerdings nicht die Zahl der gewachten Gefangenen und der durch die Teut­ schen erbeuteten Kanonen veröffentlichen durf­ te, ist es den ftanzösischen Zeitungen verboten . Worden, auch nur das Geringste aus diesen Berichten des deutschen Hauptquartiers über die Kriegsoperationen iM Osten zu bringen. Die ausländischen Zeitungen dürfen nicht zuM Verkauf ausgelegt werden; sie verfallen po­ lizeilicher Beschlagnahme. Es wurden verschie­ dene Maßnahmen ergriffen, damit die Franzofen nur das erfahren, was ihre Regierung zur Veröffentlichung für gut hält. Daher wurden auch die russischen Schlachtberichte der letzten Tagen einer französischen Bearbeitung unterzogen, die keine Beurteilung der gegenwärtigen Lage im OSten gestattet. (Z.) Vom westlichen Kriegsschauplatz. ────────── Vom östlichen Kriegsschauplatz. Der Russenschaden in Ostpreußen. Berlin, 31. August. Zur Studienfahrt durch Ostpreußen erfährt die "Berliner Morgenpost", daß festgestellt wurde, die Russen hätten 24 Städte, beinahe 600 Dörfer, ungefähr 300 Güter und über 30 000 Gebäude zerstört. , > Eine Schlacht bei Wilna. Berlin, 31. August. Meldungen aus Kopenhagen zufolge, wird die Bedrohung Wil­ nas intimer größer. Verschiedentlich wird eine große Schlacht bei Wilna angekündigt. Widerspenstige Warschauer Geschäftsleute. Krakau, 30.. August. Die "Krakauer Zeitung" veröffentlicht folgenden Erlaß des Gouverneurs v. Etzendorf: "Es gelangt zu Mei­ ner Kenntnis, daß Warschauer Industrielle, namentlich Bankiers, mit deutschen Untertanen keine Geschäfte abschließen wollen, angeblich aus dem Grunde, weil die letzteren eben Ange­ hörige des Teutschen Reiches sind. In jedeM derartigen Falle werde ich sofort die betreffen­ den Unternehmen schließen lassen und die Be­ sitzer sogleich! in ein deutsches Konzentrations­ lager abschieben lassen." Der Gouverneur hat gleichzeitig folgende Verordnung veröffentlicht: I Alle von der russischen Regierung erlassenen I Verbote der Zahlung an deutsche, österreichischungarische und türkische Untertanen werden aufgehoben. Wer sich auf diese Verbote beruft und die VerpfUchtungen gegen die genannten Untertanen nicht erfüllt, wird Mit Strafe bis zu fünf Jahren Gefängnis belegt. Außerordentlicher russischer Kronrat. Haag, 31. August. Wie aus Petersburg gemeldet wird, findet am Donnerstag in Zars­ koje Selo ein außerordentlicher Kronrat statt, bei deM der Zar den Vorsitz führen wird. (Z.) Bestrafte Offiziere. Petersburg, 31. August.. "Rjetsch" Meldet aus Wladiwostok: Das Kriegsgericht ver­ urteilte den Kommandanten des von der "Em* den" bei Penang in Hinterindien versenkten ' Kreuzers ,,'ScheMtschug" wegen Nachlässigkeit im Dienste zu 3 Jahren, den ersten Offizier zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis und zuM Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Das Fluch tlingselend in Rußland. Die "Tägl. Rundschau" meldet aus deM Haag: Aus Petersburg wird deM "Daily Chronicle" berichtet, daß in Petersburg und Mos­ kau die Lebensmittelpreise seit vier Wochen eine Verteuerung uM 40 Prozent erfahre« haben. Dieser Umstand ist auf den gewaltigen Andrang der nach Millionen zählenden Flüch^tIwtge zurückzuführen, die jedoch weiter in das Innere Rußlands befördert werden sollen. Die Anzahl der ankommenden Polen wird auf mehr als 1 250 000 geschätzt. Viele Flüchtlinge kla­ gen darüber, daß sie 'keinerlei Gepäck mitnehmen dürfen. — Die in Kristiania erscheinende Zeitung " Morgenbladet" meldet aus Peters­ burg: Die Zahl der in Petersburg eingetrof­ fenen und aus militärische Anordnung hin eingeschriebenen Flüchtlinge aus den OstseegouverneMents hat am Mittwoch das sechste Hunderttausend überschritten. (Z.) ────────── de nach der Versenkung des "Amalfi" der Ad­ miral Garelli als DepartementskomMandant tobn Venedig abgesetzt. In der Schweiz eingetrosfene Venezianer versichern, daß Garelli vor ettoa drei Wochen in Venedig Selbstmtord beging, totes von der Regierung streng geheim gehalten wird. Bevorstehender Streik in Italien. C h i a s s o, 31. August. Eine allgemeine Versammlung der Eisengießer in Mailand be­ auftragte eine Kommission mit der Erklärung des Generalstreiks, falls ihre Forderungen nicht genehmigt to erben sollten oder die politischen Behörden sich in den Streik mischen sollten. ────────── Der Krieg mit England. Ter Zeppelin-Angriff anf die Londoner City. London, ,31. August. Aus einem! von der englischen Admiralität toerösientlichten Briefe des Ersten Lords der Admiralität, Balfour, geht hervor, daß bei dem Zeppelin-An­ griff aus London 89 Personen getötet und 220 verwundet wurden. Milderung der englischen Blockade? Amsterdam, 31. August. Reuter mel­ det aus Washington: Der englische Botschaf­ ter teilte deM amerikanischen Staatsdeparte­ ment mit, daß England die Durchfuhr ge­ wisser Waren aus Deutschland und Oester­ reich-Ungarn nach Amerika durch das Blokkadegebiet zugestehen tolürde. Tie allgemeine Wehrpflicht in England. Rotterdam, 31. August. Die liberale englische Wochenschrift "Nation" sagt: Dev Feldzug für die allgemeine Wehrpflicht in Eng­ land sei schon so gut wie gefallen. Die Ar­ beiter seien dagegen. Das stehe jetzt außer Zweifel. Verschiedene Vertreter großer Fachvereine hätten sich dahin unzweifelhaft ge­ äußert. (Z.) Tie Streitigkeiten im englischen Kohlenbergbau beigelegt. London, 31. August. (Reuters Die Streitigkeiten im Kohlenrevier von Südwales sind beigelegt. Ten Arbeitern würden gewisse Zugeständnisse gemacht, die der Präsident des Handelsamtes bisher nicht in den Schiedsspruch aufnehmen wollte. ────────── Aktionen haben nirgendwo stattgefunden. Oesterreichisch-ungarische Flugzeuge erschienen wiederholt'über Belgrad, unternahmen erfolg­ reiche Aufklärungsflüge nach, Serbien und be­ legten serbische Festungen und militärische An­ lagen Mit Bomben. Auch von in serbischen Diensten stehenden französischen Aviatikern wurden über unsere Linie Erkundungsflüge unternommen. An der montenegrinischen Front sind bei Bilek und Grahova kleinere Angriffe erfolgt, die Mühelos abgewiesen wur­ den. (Z.) Di>e diplomatische Krise auf dem Balkan. Der Berliner "Lok.-Anz." meldet aus Rotterdam: Die "Times" berichtet, daß die diplomatische Krise auf dem Balkan ihren Gipfelpunkt erreicht habe. Die ZentralMächte beMühten sich eifrig, die Uneinigkeit zwischen den Balkanstaaten zu vergrößern, namentlich zwischen Bulgarien und seinen Nachbarstaa­ ten. Sie drängten Bulgarien zu'M Kriege ge­ gen seine Nachbarn, während die BierverbandsMächte den Frieden erhalten wollten (I). Die Möglichkeit, daß es Venizelos gelinge, einen Vergleich zu finden, sei nicht ausgeschlossen, aber er habe seinen Weg Mit Vorsicht zu suchen. Venizelos ziehe direkte Unterhandlungen zwi­ schen 'den drei Nachbarstaaten untereinander vor. Aber die endgültige Regelung Müsse von den Vierverbandsmächten getroffen werden. (Z.) Zur Politik der Balkaustaatc,,. Die "Voss. Ztg." meldet aus Sofia: Die Bedingung, die der Vievverband den Bul­ garen für seine Mazedonischen Zusagen stellte, bestand in der Uebernahme der Verpflichtung, den Krieg an die Türkei zu erklären. Durch den Abschluß der jüngsten Vereinbarung mit der Türkei haben König und Regierung von Bulgarien kundgegeben, daß sie diese Bedin­ gung ablehnen. Die ZentralMächte und die Türkei verlangten von Bulgarien als Gegen­ leistung für die Abtretung eines Teiles von Türkisch-Thrazien eine Erweiterung der bis­ herigen wohlwollenden Neutralität. Worin diese Erweiterung der freundlichen Haltung Bulgariens bestehen soll, bleibt gegenwärtig besser verschwiegen. Das wird sich, später her­ ausstellen, sobald die Ereignisse an der Donaufront weit genug fortgeschritten sein werben. Zu jenem Zeitpunkt wird es sich noch zuneigen Haben, wie Bulgarien auf seine Mazedonische Rechnung zu koMmen gedenkt. Denn selbst­ verständlich hat Bulgarien auf Mazedonien nicht verzichtet. Auf die Versprechungen des Vierverbandes und «Serbiens, oder auf "Han­ delsgeschäfte", wie Radoslawow sich ausdrück­ te: legt Bulgarien keinen Wert. Da män das in Risch weiß, ist es wahrscheinlich, daß sich Serbien in seiner Antwvrt auf die letzte Vier­ verbandsnote ziemlich entgegenkommend zei­ gen wird, schon uM sich selbst als den guten Am Balkan. M Balkan. Bon der serbischen Front. Wien, 31. August. Rach Agramär Mel­ dungen fanden in der letzten Zeit an der serbi­ schen Front Artillerieduelle statt. Größere und Bulgarien als den schliMmen Balkanbru­ der hinzustellen. Für Griechenland und das Glückskind Venizelos bringt es diese Lage mit sich, daß der Druck des Bierverbandes auf Grie­ chenland notwendigerweise aufhört. Denn da Bulgarien für einen Krieg gegen die Türkei nicht zu haben ist, hätte die Abtretung griechischen Gebiets an Bulgarien keinen Sinn. Von Rumänien gewärtigt man eine andauernd miß­ günstige Haltung gegen die Zentralmächte tote auch gegen Bulgarien. (Z.) Serbien und Griechenland in Albanien. Wien, 31. August. In deM Bestreben, eine Spannung Mit Griechenland zu vermei­ den, gab die serbische Regierung den Befehl, daß alle Orte in Albanien, die in die grie­ chische Interessensphäre fallen, von den ser­ bischen Truppen geräumt werden sollen. (Z.) Tie StimMmtg in Rumänien. Die "Deutsche Tageszeitung" Meldet aus Genf: Der Abgesandte Tavernier berichtet iM "Tömps", daß die jetzige Stimmung intl rumä­ nischen Volk dermaßen ruhig sei, daß sie einen schneidenden Gegensatz zu der einstigen Auf­ regung bilde. Filipescu klagt bitterlich!, daß Rumänien den günstigen Augenbsick zuM An-, schluß an den Vierverband verpaßt habe, als' näMlich die Russen in den Karpathen standen. Auch, jetzt sei eine rumänische Neutralität mög­ lich, aber ihre Aus mbe riesig er 1 " jert. Trotzbbm müsse Rumänien auf Seite l :s Vierver­ bandes mithelfen. Take Joneseu bejammert ebenfalls das fatale Zögern seines Landes. Früher wäre noch Bulgarien Mitgegangen. Jetzt aber sei Rumänien ganz allein. Tapernier versuchte auch die Meinung der Regier­ ung einzuholen. Er versichert, daß der Haupt­ grund der rumänischen Neutralität der Muni­ tionsMangel des Landes wäre, dem abzuhelfen der Vierverband zögerte. Jetzt sei das offi­ zielle Rumänien frei von jeglichem Verspre­ chen, weil kein amtlicher Vertrag mit einem Lande bestehe. (?) General Bonnal erblickt in der neuen Offensive an der Zlota-Lipa die Absicht der ZentralMächte, jegliche Möglich­ keit einer Verbindung zwischen Rumänien und den russischen Heeren zu vereiteln. Jeden­ falls "würden letztere baldig die Dnjestr-Front aufgeben Müssen. "SßariS Midi" schreibt, es wäre besser, daß der^Vierverband endlich auf die eigene Kraft vertraute, anstatt Balkanhilfe zu erwarten. Dies seien bereits jetzt verlorene Illusionen. Besonderes Aufsehen erregt eine römische Depesche des "Temps", wonach dem­ nächst das italienische Kabinett die endgültige Annexion des Dodekanes amtlich verkündigen wolle. Dies begrabe endgültig die Hoffnung aus die Hilfe Griechenlands. (Z.) ────────── seines Sohnes, ist er auch machtlos ihnen ge- < genüber. Das habe ich ja an Mir selbst er- j fahren müssen. Und deshalb ist mir zumute, i als sei ich mit der armen Juanita im Inner- ] sten verwandt. Ich hatte imimet das Ge- I fühl, als hätte ,ich ein liebes, kleines Schwe- j sterchen in den Händen meiner Stiefmutter $ zurücklassen müssen. Ihr Vater hatte sie in $ das Hans meines Vaters gesandt, damit meine ! Mutter sie erziehen und behüten sollte. Mir j ist oft gewesen, als hätte.ich- es nicht zulassen I dürfen, daß sie statt dessen meiner Stiefmutter j ausgeliefert würde." ! "Aber Gerd, damit quäle dich nicht. Du j bist noch immer ein Grübler. Was hättest du ] denn tun sollen, Um es zu verhindern?" | Gerd seufzte. "Ja, freilich, ich hätte es nicht ändern können. Aber das eine steht fest bei Mir, ich muß in diesen Tagen meines Hierseins mit dar alten Tina sprechen. Sie Muß mir sa­ gen, wie altes steht." "Nun, das wird sich, wohl ermöglichen lasss». SfctMß ist mit in den Haushalt des jun­ gen Paares übergesiedelt." "O — das ist gut — das beruhigt fcnliiä? schon etwas. So ist Juanita bad) nicht ganz I verlassen. Was Meinst btt, wie ich Tina eine "Die alte, treue Seele! Sie hat sich das so leicht und einfach gedacht in ihrer Ein­ falt. Was hättest du aber tun sollen, selbst wenn du diesen Brief sofort bekommen hät­ test und nicht aM Ende der Welt gewesen wärst? Dolf ist ein äußerst bestrickender, schö­ ner Mensch-, man ist ganz frappiert, selbst wenn man ihm nur flüchtig begegnet.«»Es wird ihm leicht genug geworden sein, das arme junge Ding zu betören, und so lange sie nicht bittere Erfahrungen an ihm gemacht hat, hättm wohl auch die bestgenOinten Mahnungen nicht geholfen." Gerd nickte. "Das- habe ich Mir auch gesagt. Selvsk wenn ich in der Näh» gewesen wäre, hätte ich sie schwerlich! hindern können, Dolfs Frau zu werden. Ich bin zu der kleinen Juanita efa ganz Fremder geworden, sie wird sich meiner kaum noch erinnern. Aber trotzdem —' ich habe ein. so unbehagliches Gefühl in Mir, wenn ich an das arme fange Wesen denke — als hätte ich etwas versäumt. Wer weiß, wie Man fie tzn dieser Heirat gebracht hat. Meine Stief­ mutter hat da wvM sicher die Hand KnSPiehs gehabt, und Jtzranita ist ihr ja Wider chöllig preisgegeben worden. In Meinem Vater hat sie auch keinen xekyten Schutz. So lange er blind ist über den Charakter seiner Frau und Nachricht zukommen lassen kann, daß ich sie sprechen will?" "Willst du nicht einfach! einen Besuch, irrt Hause deines Bruders Machen?" "Nein — aus keinen Fall — ich könnte nicht zu ihM gehen, ohne zugleich- meinem Vater einen Besuch abzustatten. Und ich! habe kein Verlangen, meiner ^Stiefmutter zu be­ gegnen, und mich- unter ihren Augen von Meinem Vater als verlorenen Sohn empfangen zu lassen. Aber Tina MUß -ich- sprechen, ich miuß Gewißheit haben über das Los der junge» "Du wirst aber kaum etwas daran ändern können." "Wahrscheinlich nicht, aber sie soll wenig­ stens durch Tina erfahren, daß sie in Mir einen treuen, ergebenen Freund hat, wenn sie einMäk einen solchen brauchen sollte. Das ist für ein vereinsamtes .Gemüt ein Trost. Sie scheint sehr sensitiv veranlagt zu sein, das haste ich- aus Tinas gelegentlichen Berichte» gelesen, wenn sich die gute Alte auch etwas unbeholfen Mit der Jeder ausdrückt. Also — wteißt btt Mir einen Ra(, wie ich Tina sstpschen tonn?" ßf L| ! I u.; (Fortsetzung folgt.) J\ [ j : ────────── Tie Kämpfe bei Anaforta. K o nsta nti n op el, 81. August. Tie Ta­ pferkeit und Selbstverleugnung der türkischen Truppen an den Dardanellen, die dem Feinde unaufhörlich neue schwere Niederlagen berei­ ten, bürgt dafür, daß der Feint» die Täler von Anasorta nicht wird halten können. Nach er­ gänzenden Meldungen von den Tardanelleu Werden die feindlichen Verluste in den Kämpfen der letzten drei Tage, Verwundete Miteingerechnet, auf 20000 geschäht. Die Gefangenen er­ klären, da die Verluste diese Zahl überschreibei Anasorta hatte der Feind es insbesondere auf die Höhe Kodza-Schttemtendagh, welche die Stellungen am türkischen rechten Flügel be­ herrscht, abgesehen. Nach! fruchtlosen Kämst fen der ersten 8 Tage gewährte der Feind seinen Truppen eine Ruhepause. Er begann seine Angriffe wieder am 26. des., erlitt jedoch neuerdings eine schwere Niederlage. Die Verluste der Franzosen. Berlin, 31. August. Der Genfer Berichterstatter des "Lok.-Anz." meldet: Der französische Ministerrat befaßte sich mit dem wenig befriedigenden Monatsergebnis der Aktion an den Dardanellen, wo die französischen Mutterlands- und Kolonialtruppen ungewöhnlich hohe Verluste erlitten, ohne daß in einem der drei Sektoren Fortschritte zu verzeichnen wären. Als absolut verunglückte Idee erwies sich die seinerzeit von der französischen Fach kritik entschieden widerratene Wahl von Anaforta zum Stützpunkt. Nach den sehr traurigen Erfahrungen dieser letzten Augustwochen Anaforta einfach zu räumten, wäre logisch-, aber der General Hamilton zögert einzugestehen, daß die vielen Zehntausende Kanadier, Neuseeländer usw. dort für nichts geopfert wurden. VoM französischen Befehlshaber an den Dardanellen, General Serrail, ist bisher kein Sonderbericht in Paris eingetroffen. Auch die in sein Hauptquartier entsandten Par­ lamentarier geben kein Lebenszeichen. (Z.) Reibungen Mischen den englischen uns fran­ zösischen Truppen. Wien, 31. August. Nach Meldungen aus Saloniki soll sich die Spannung zwischen den englischen und französischen an der Dardanellensront kämpfenden Truppen beständig ver­ schärfen und zu unausgesetzten Reibungen füh­ ren. Die gegenseitige Gereiztheit werde durch jeden militärischen Mißerfolg in den Kämpfen gegen die Türkei verschärft. Ter italienischp-tnrkischr Krieg. Wien, 31. August. Nach einer Meldung der "Politischen Korrespondenz" aus Konstantinopel sind in den türkischen Gewässern zwischen Abdalia und Mersina (an den kleinasiati- Die Türkei im Kriege. scheu Küste) italienische Kriegsschiffe erschie­ nen. Kitchener geht an die TarSanellen? Basel, 31. August. In der Londoner City erhalt sich beharrlich das Gerücht, daß, Kitchener persönlich das Oberkommando über die Armee gegen die Türket übernehmen werde. (Z.) Eurer Paschn zur Lage. Wien, 31. August. Ter türkische KriegsMinister Enver Pascha äußerte zum Bericht­ erstatter des "Az Est": Das Eingreifen Italiens in die Kämpfe der Verbündeten wird nicht viel bedeuten. Wir werden jett die tripolitanische Ohrfeige zurückgeben. Italien hat mit seiner Beteiligung auch erreicht, daß Tripolis für Italien unhaltbar sein wird. Ich weiß, daß die dortigen Kämpfe für die Italiener sehr verlustreich sind, denn das Volk haßt die Italiener. Wenn wir dort den Heiligen Krieg offiziell verkünden, werden die Senussi die Italiener vor sich hefegen. Ich weiß davon, daß die Italiener in Kleinasien landen wollen. Wir sind darauf vorbereitet und erwarten mit Vertrauen alle wieteren Entwicklungen. Auf Gallipoli ist es dem Feinde nicht an einer einzigen Stelle gelungen, vorzudringen. DIe Flotte ist untätig. Auch die Forcierung der Wasserstraßen ist unterlassen worden. An der kaukasischen Front verteidigen wir uns auch mit Erfolg. Terrainschwierigleiten erklären es, daß wir uns aus die Defen­ sive beschränken. Tie Engländer dringen vom Persischen Golf gegen Bagdad vor. Es stellt sich aber heraus, daß wir uns dort gerade so verteidigen wie anderswo. Am Yemen kämpfen unsere braven Truppen mit solchem Erfolge, daß sie den Feind zurückgeschlagen haben und auch- Aden bedrohen. Unser Verhältnis zu Bulgarien ist ein unverändert freundschaft­ liches und auch die Erörterung der griechischen Frage ist ganz, normaler Natur. (Z.) ────────── worden. Bei 1800 Mark Einkommen (unterste Grenze) sind 4,05 Mark, bei 2400 Marl Einkommen 5,15 Mark, bei 4000 Mark 23,162 Mark, bei 6300 Mark 67,50 Mark, bei 10 000 Mark 159,20 Mark usw. zu bezahlen. Für Kriegsteilnehmter sind Ermäßigungen vorge­ sehen. Unfall des Ministers Briand. Das Pari­ ser "Journal" Meldet: Briand trug bei einem Zusammenstoß seines Automobils mit einem anderen auf der Pont de Marly Quetschwun­ den davon. daß sie den Feind zurückgeschlagen haben und auch- Aden bedrohen. Unser Verhältnis zu Bulgarien ist ein unverändert freundschaft­ liches und auch die Erörterung der griechischen Frage ist ganz, normaler Natur. (Z.) Tager-MerM Tie dritte Kriegsanleihe. Die "Voss. Ztg." erfährt, daß die Zeichner auf die dritte Kriegsanleihe vom 30. September an die ihnen zugeteilten Beträge voll bezahlen können. Sie sind verpflichtet, 30 Prozent bis spätestens 18. Oktober zu zahlen. TkMtserrthebmrg eines Bürgermeisters. Der Bürgermeister von Altenburg, Kell, ist nach einer Meldung der Berliner "Volkszeitung" plötzlich seines Amtes enthoben worden. Es wurde gegen ihn ein Disziplinarverfahren ein­ geleitet, das jetzt zu seiner Amisenthevung ge­ führt hat. Näheres ist noch nicht bekannt. (Z.) Eine Steuer für Junggesellen und Jung- Tie dritte Kriegsanleihe. Die "Voss. Ztg." erfährt, daß die Zeichner auf die dritte Kriegsanleihe vom 30. September an die ihnen zugeteilten Beträge voll bezahlen können. Sie sind verpflichtet, 30 Prozent bis spätestens 18. Oktober zu zahlen. TkMtserrthebmrg eines Bürgermeisters. Der Bürgermeister von Altenburg, Kell, ist nach einer Meldung der Berliner "Volkszeitung" plötzlich seines Amtes enthoben worden. Es wurde gegen ihn ein Disziplinarverfahren ein­ geleitet, das jetzt zu seiner Amisenthevung ge­ führt hat. Näheres ist noch nicht bekannt. (Z.) Eine Steuer für Junggesellen und Jungfrauen, beginnend mit dem vollendeten 30. Lebensjahre, ist in Oschatz i. Sa. eingeführt ────────── omb eine größere Anzahl von Käufern mit de'm Nahrungsmittel zu versehen. Neuerdings Werden i^te Butterverkäuferinnen von einzel­ nen Hausfrauen schon vor betn) Weichbild der Stabt erwartet, wogegen ebenfalls polizeiliche Maßnahmen vorgesehen sind. Bemerkenswert ist, daß unter bett Butterverkäufern sich auch eine Anzahl Händler befinden, die ebenfalls zu 1,50 Mark das Pfund verkaufen, die Butter also jedenfalls noch unter diesem Preis auf dem Lande aufkaufen. Die Berechtigung des amtlichen Höchstpreises in diesem Bezirk ist damit nachgewiesen. Milchversorgung durch die Stadt. Da die Mtlchhändler in Augsburg mit einer weiteren Erhöhung der Milchpretse drohten — der Liter kostet jetzt 24 Pfennig — hat die Stadt Augsburg mit einer auswärtigen Genossenschaft einen Vertrag abgeschlossen, wonach diese täglich etwa 5—6000 Liter Milch zum Preise von 22 Pfennig für den Liter liefert und durch ihr eigenes Personal in Augsburg ausschenken läßt. Die Stadt stellt die Lokale, vorläufig acht, umsonst zur Verfügung. Verhaftete Wilderer. Der Genosie des vor kurzem festgenommenen Wilderers Joseph Kamm von Mintraching konnte in der Person des ledigen TaglöhnerS Vitus Heindl von Steinweg durch die Gendarmerie Stadtamhof dingfest gemacht werden. Heindl und Kamm haben in der Gegend von Mintraching und Köfering die Jagd ganz ungeniert betrieben. Wegen Dienstentlaufens bestraft. Der Dienftknecht Joseph Gleixner von Nitlenau hat ohne Rechtfertigungsgrund den Dienst bei dem Müller Kolb in Windischbachmühle verlassen und sich dadurch gegen die Vorschriften des stelle. Generalkommandos des 3. Armeekorps verfehlt. Der Knecht erhielt wegen Vergehens wider das Kriegszustandsgesetz 4 Wochen Gefängnis. Gebührend bestrafter Erpresser. In zwei Briefen drohte der Agent Valentin Söder in Würz­ burg einem Herrn mit einer für ihn ungünstigen Zeugenaussage, falls er ihm nicht 2000 Mk. übersende. Die Briefe wurden der Staatsanwaltschaft übergeben und statt 2000 Mk. erhielt Süden ein Jahr Ge­ fängnis und drei Jahre Ehrverlust. ────────── Allerlei. Tie eigne Mutter eingesperrt. Die Gen­ darmerie in Strobl bei Salzburg erhielt Kennt­ nis, daß die Bauerseheleute Johann und Maria Brandstätter die eigne.MUtter de» Frau, die 61 jährige Katharina Kogler, in ein ZimMer einsperrten, Mißhandelten und ihr nur not­ dürftig Nahrung gaben, wäs sich bet einer Untersuchung auch bestätigte. Die alte Frau entkam eines Tages aus der Gefangenschaft und flüchtete in den ©ijlroemeftaH, wurde aber von ihrem Schwiegersohn in ihr Zimmer zu­ rückgebracht, worauf er das Fenster mit einem Brett vernagelte. Als der GendarM das Zim­ mer der alten Frau betrat, rief sie: "Gott fei Dank, jetzt komMt mein Schutzengel, der mich errettet!" Anzeige ist erstattet. ────────── Lands Hut, 31. August. —* Das Eiserne Kreuz erhielt der LandwehrMann im 2. Res.-Jns>Regt. Josef Plattner, Söldner von Haselfurth 6. L. —'* Auf dem Felde der Ehre gefallen ist der Soldat des 2. Res.-Jns.--Regts. Michael Selmaier, Gastwirtssohn von Reichersdorf b. L. —* Ihren 70. Geburtstag feierte ge­ stern die Chorftau des Ziflerzienferinnenklosters Seligenthal M. Edmunde Löw, die seit vicklen Jahren iims Schuldienst hier tätig ist. Die Jubilarin trägt fast 50 Jahre das Ordens kleid. —* Ueber führt wurde gestern in die HeiMat die Leiche des in der Isar hier ange­ schwemmten Kaufmannssohnes Anton Mendl von München. —* Ein frühzeitiger Herbst scheint uns heuer befchieden. Vor allem ist es die Pflanzen­ welt, die uns daran mahnt, daß der Sommer bald seinen Abschied nehmen will. Das frühe Gelbwerden und Absterben der Blätter, das vorzeitige Reifen der Früchte unserer Bäume und Sträucher in Wald und Feld deutet auf einen nahen Herbst hin. Hoffen wir aber, daß wir doch noch im September und Oktober eine Reihe warmer, herrlicher Tage haben werden. —* Herstellung neuer OrtStelephonnetze. Am 26. August wurde in Schopp ein stattliches Ortstelephonnetz dem Betriebe über­ geben und an die Umfchaltstelle Kaiserslautern ange­ schlossen. Die staatliche. öffentliche Telephonstelle Schopp und die gemeindlichen öffentlichen Telephonstellen Geiselberg und Krickenbach gehöre» zum Orts­ bereich des neuen Netzes. —* Keine Ansichtskarten an deutsche Gefangene im Ausland! Immer noch werden von Deutschland aus, namentlich an deutsche Lokales. Kriegsgefangene, Internierte in Frankreich, England, Rußland Postkarten mit Abbildungen von Städten, Denkmälern, Heerführern abgesandt. Die Absender machen sich unnötige Mühe, die Adressaten erhalten diese Karten nicht, sie dürfen nicht befördert werden. Nach einer Verfügung des Reichskanzlers vom August d. I. ist "die Aus- und Durchfuhr von Postkarten mit Abbildungen von Städten, Stadtteilen, Ort­ schaften, Landschaften, besonders hervorragenden Bau­ lichkeiten, Denkmälern Deutschlands, OesterreichUngarns, Belgiens, der Türkei und der von den verbündeten deutschen, österreichisch ungarischen und türkischen Heeren besetzten feindlichen Gebiete und von Heerführern und sonstigen Angehörigen der verbün­ deten Heere verboten. Wer also an seine Ange­ hörigen im Ausland schreibt, der benutze nur ge­ wöhnliche Postkarten oder schreibe kurze Briefe. Selbstverständlich dürfen Nachrichten über den Krieg ebenfalls nicht ins Ausland geschickt werden. 1 I I I I I Zeichnet die dritte Kriegsanleihe. Abermals ergeht an das gesamte deutsche Volk die 'Aufforderung: Schafft die Mittel herbei, deren das Vaterland zur weiteren Kriegführung notwendig bedarf! Seit mehr als Jahresfrist steht Deutschland einer Welt von Feinden gegenüber, dieihm' an Zahl weit überlegen sind und sich seine Vernichtung zuM Ziel gesetzt haben. Gewaltige Waffentaten un­ seres Heeres und unsrer Flotte, großartige wirtschaftliche Leistungen kennzeichnen das ab­ gelaufene Kriegsjahr und geben Gckwähr für einen günstigen Ausgang des Weltkrieges, den in Deutschland niemand gewünscht hat, aus dessen Entfesselung aber die Politik unsrer heutigen Gegner seit Jahren zielbewußt hin­ gearbeitet hat. Aber noch liegt Schweres vor uns, noch gilt es, alles einzusetzen, weil alles auf dem Spiele steht. Täglich und stündlich wagen unsre Brüder und Söhne draußen ttttl Felde ihr Leben im! Kampfe für das Vater­ land. Jetzt sollen die Daheimigeblisbenien neue Geldmittel herbeischaffen, damit unsre Helden draußen -mit den zum Leben und Kämpfen not­ wendigen Dingen ausgestattet werden können. Ehrensache ist es für jeden, beut! Vaterlande in der großen, über die Zukunft des deutschen Volkes entscheidenden Zeit Mit allen Kräften zu dienen und zu helfen. Und wer betttl Stufe Folge leistet und die Kriegsanleihe zeichnet, bringt nicht einmal ein Opfer, sondern wahrt zugleich sein eignes Interesse, ,inbe!m! er Wert­ papiere von hervorragender Sicherheit und glänzender Verzinsung erwirbt. Darum zeich­ net die Kriegsanleihe! Zeichnet selbst und helft die Gleichgültigen aufrütteln! Auf jede, auch f die kleinste Zeichnung kommt es an. Jeder muß • nach seinem besten Können und Vermögen da| zu beitragen, daß das große Werk gelingt. Bon den beiden ersten Kriegsanleihen hat Man mit Recht gesagt, daß sie gewonnene Schluchten bedeuten. Auch das Ergebnis dev laut heutiger Bekanntmachung des Reichsbank-Direktoriums Mr Zeichnung ausgelegten dritten Kriegsan­ leihe MUß sich wieder zu einem 1 großen entschei­ denden Siege gestalten. ────────── faul waren und daß viele es gewußt haben (Zuruf: Sehr richtig!), da dürfe man nur die Korrespondenz nachlesen. Auch, eine Eingabe an den Magistrat beweise dies, der jetzt auch gar nichts Wissen will, in der die Gewerbe­ bank durchblicken läßt, wenn ihr uns nicht helft, so mju ß der Konkurs kommen. Das sage viel. Man Müsse doch, Wenn man die Inter­ essen der Bürger zu Wahren habe,. einer sol­ chen Sache wehr Gewicht beilegen. Die Revi­ sionsberichte des Herrn Verbandsrevisors Stahl sind eigentlich, wenn Wan sie mit kaltem Blute durchlieft, eine sehr starke Beschuldigung der maßgebenden Organe. Er (Bühl) würde gar nicht anstehen, zu sagen, schon ein halbes Jahr, nachdem die Gewerbebank gegründet war, da war sie schon kaput. Dies zeige auch ein Brief des Vorstandes einer andren Gewerbebank Niederbaherns, der klipp und klar sagt, die Landshuter Gewerbebank habe über ihre Verhältnisse hinaus gewirtschaftet, sie sei li­ quid und höre aw besten gleich, wieder auf. Er habe, bei der Revision auch nicht geahnt, daß solche Resultate zutage komwen. Er habe vielwehr den Karren wieder flott machen wol­ len, damit die neugewählte Vorstandschaft wie­ der weiter fahren könne. Allein bei diese'M Riesendefizit sei dies nicht möglich' gewsen. Jetzt müsse die Sache in Ruhe und Frieden und langsam erledigt werden. Die Konkursordnung schreibe keinen TerMin vor und wenn die Zah­ lungen nach und nach! zu erfolgen haben, dann brauchten sich die Genossen nicht zu sehr ein­ zuschränken. Der Fall sei auch eine ernste Lehre. Es werde oft im Leben gesagt, man lerne am besten mit dem Geldbeutel. Vielleicht sei dies auch bei den Landshutern 'der Fall, die ein sehr gutes GeMüt haben, jeder Arbeit gern aus dew Wege gehen — er Meine, so weit die Ehrenpflichten bei solchen Stellen (Aufsichtsräte) in Betracht koMMen — und Leute, die schön sprechen können, sehr rasch viel zu viel Vertrauen schenken. Aus diesen Vorgängen werde sich vielleicht in der Weise eine Besserung ergeben, daß in Zukunft bei ähnlichen Organisationen und auch sonst, auf Mehr Genauigkeit und Pflichttreue gesehen wird und dann sei viel gewonnen. Das Amt eines Revisors sei schwer. Wenn bei Revi­ sionsbesprechungen Vorstand und Auffichtsrat um den Revisor Herumsitzen und beim Verlesen der Schuldner schweigen, dann müsse doch der Revisor annehmen, daß die ortskundign Her­ ren nichts dagegen einzuwenden haben. Nach dem Genossenschaftsgesetz sei es Pflicht, einen entstandenen Verlust durch Abschreibung iw gleichen Geschäftsjahr zu decken. Der Ver­ lust bei der Gewerbebank sei aber so groß ge­ wesen, daß schon vor 5—6 Jahren, wenn die Abschreibungen erfolgt wären, die Geschäfts­ anteile gar nicht ausgereicht hätten, üM die Verluste zu decken. Die besser Zahlungsfähigen haben sich in der Zwischenzeit gedeckt. Jetzt stehen noch die Gutgläubigen da und sollen alle Opfer bringen. Dies sei auch der Hauptgrund gewesen, daß er von Anfang an gegen die Auffrischung der Geschäftsanteile protestiert habe. Nicht weil sie nicht gesetzlich gewesen wäre, sondern weil er es für ein Unrecht angesehen habe, daß Man jetzt die, welche noch da seien, für die Sünden, die schon jahre­ lang begangen worden seien, büßen lassen wolle. Nun kowsme er zu der Erklärung, die voM Magistrat in den Zeitungen veröffentlicht | worden ist über Herrn Joß. Man habe die- ; sem in der Zeitung zugerufen, "du Attentäter, du böser, du Wagst es jetzt, die heilige 'Ge­ schäftsführung der Städt. Sparkasse anzugrei­ fen, und du bist auch ein Uebeltäter, von deM dort Wechsel eingelaufen sind." Ec (Bühl) habe einem angesehenen Magistratsmitglied gesagt: "Das war eine große Dumwheit". Bei der Ge­ werbebank habe hier ein eigenartiges Geschästsgebahren geherrscht. Wer ein Geld ha­ ben wollte, Mußte ein Akzept abgeben und dieses Akzept wurde wieder von/der Gewerbe­ bank benützt, UM Geld herbeizuschaffen. Der Akzeptant aber könne nicht wissen, wohin sein Akzept gewundert sei. Wenn aber der Ge­ schäftsmann seine Wechsel bezahle, liege doch kein Grund vor, ihm die Sache vorzuwerfen. Diese Sache sei auch! eine sehr starke Verlet­ zung des Geheimnisses, das über deM Verkehr einer Kasse ruhen soll. Die BeaMten der . Sparkasse hätten gar nicht das Recht, die Na­ men dieser Leute bekannt zu geben, von denen | sie einMal Wechsel in Händen hatten. Wenn ! ihnen der Wechsel seinerzeit nicht genügt hätte, s wären sie berechtigt gewesen, denselben zu­ rückzuweisen, doch jetzt stehe ihnen nicht das Recht zu, die Leute bloßzustellen. Er wisse sehr wohl, daß die Städt. Sparkasse so ein kleines "Rühr Mich nicht an" bilden soll, allein es werde den 'Maßgebenden Persönlichkeiten nicht gelingen, hier jede Schuld abzuwälzen. Eine städtische Sparkasse habe die Verpflich;tung, die Spargroschen der Bevölkerung der Stadt aufzunehmen, sicher und gut anzulegen, und ihr HauptaugeUMerk darauf zu verwenden, daß von den sauer, ersparten Geldern, 'die der stabt. Sparkasse eingeliefert werden, nichts verloren geht. Dieses Gefühl habe jeder Stadt­ bürger, wenn er sein Geld in die Sparkasse hineintrage. Und da könne der wohllöb­ liche Magistrat sagen, er habe gar keine Ahnung von dem Geschäftsverkehr mit der Sparkasse. Es sei ein starkes Stück, der Bevöl­ kerung zuzumuten, dies zu glauben. Als er (Bühl) diese Erklärung gelesen habe, seien ihm fast die Knöpfe an der Hose abgesprungen. I Es sei doch heiligste Pflicht der oberen Ver­ waltung, gerade diese Kasse besonders iM Auge zu behalten und absolut nicht zu dulden, daß dort von Unterorganen Geschäfte gemacht wer­ den, welche die Sicherheit der Kasse bedrohen. Aber der Magistrat weiß nichts! Im Jahre 1912 sei der Tanz angegangen. Da habe offenbar die Gewerbebank ein In­ stitut gebraucht, das sehr glaubensselig war, und sich über gewisse Vorgänge nicht zu sehr aufregte. In diesem ersten Jahre war der Umsatz der Sparkasse mit der Gewerbebank folgender: Die Sparkasse bucht als an die Gewerbebank abgeführt 185 895 Mk. Die Ge­ werbebank will empfangen haben 186 997,95 ; Mk. IM Jahre 1913 bucht die Sparkasse als abgegeben 515 679.77 Mark, die Gewerbebank : als empfangen 532 566.27 Mark. Da seien als Pfand Wechsel dabei, die wohl keiner der Anwesenden der Versammlung, wenn sie in einem Hausflur liegen würden, auflesen würde. Im Jahre 1914 bucht die Sparkasse als abge­ geben 5im Jahre 1915 stimmt die Summe, weil ! sie von uns (den Revisoren) eingetragen wurde, i überein Mit 20 782.95 Mark. Diese Buchungen die sitz der Magistrar zu Gemüte führen möge, beweisen, daß es an einem Platze nicht stimM6v könne. Dazu komwe, daß bei der Spar­ kasse Dutzende von Einträgen Mit enormen i Beträgen vorhanden seien, bei denen jede Na| Mensangabe fehle. Es heiße z. B. nur "für Wechsel >37 000 Mark ausbezahlt". Es stehe aber nicht dort, wer das Geld erhalten habe. So etwas solle bei einem Sparkasseniustitut ausgeschlossen sein. Der Magistrat würde da­ her viel besser tun, ehe er' in die Zeitungen Erklärungen 'gibt, in der Sparkasse Ordnung zu schaffen und dafür zu sorgen, daß man Mit Ruhe in Zukunft sagen könne, so etwas sei nicht Mehr möglich-. Bei jedem Kaufmann lösen sich die Posten einer Zusammenstellung in Soll und Haben auf. Das sei hier nicht der Fall. Es sei bedauerlich, daß die Gewerbebank so weit gekommen ist. Noch, bedauerlicher aber sei es, daß ein Institut wie die Sparkasse hier Mitgeholfen hat. Wenn dieses zu Becher gesagt hätte, erst bringe deine Sache in Ord­ nung, damit wir sehen können, ob wir dir Unterstützung zu leihen imstande sind, 'wäre der Zusammenbruch der Gewerbebank schon vor 5—6 Jahren erfolgt und Mindestens 170 000 Mark sauer verdientes Geld erspart geblieben. (Fortsetzung folgt.) ────────── Letzte Posten. Eine neue serbische Offensive? Paris, 1. Sept. "Echo de Paris" meldet aus Saloniki: Wie von zuständiger Seite ver] lautet, erhält Serbien seit 2 Monaten über - Saloniki große Mengen Munition, Flugzeuge, ! Panzerautomobile und pharmazeutische Arti- fei. Die serb. ArMee bereitet sich aus eine ener­ gische Aktion vor, um die österr.-ungar. Armee zu zwingen, Truppen von der russischen Front .. abzuziehen. ────────── I Druck u. Verlag I. F. Rietsch, Landshut. Der« I antwort!. Redakteur F. X. Wagner, Landshut. ────────── Inserate. ────────── 5% Deutsche Reichsanleihe. (Dritte Kriegsanleihe.) Zur Bestreitung der durch den Krieg erwachsenen Ausgaben werden weitere 5°/ 0 Schuldverschreibung-»! des Reichs hiermit zur öffentlichen Zeichnung aufgelegt. Die Schuldverschreibungen find seitens des Reichs bis zum 1. Oktober 1924 nicht kündbar; bis dahin . kaun also auch ihr Zinsfuß nicht herabgesetzt werden. Die Inhaber können jedoch darüber wie über jedes andere Werth »Pier jederzeit (durch Verkauf, Verpfändung usw.) verfügen. Bedingungen. 1. Zeichnungsstelle ist die Reichsbank. Zeichnungen werden von Sonnabend, den 4. September an bis Mittwoch, den 22. September, mittags 1 Uhr bei betn Kontor der Reichshauptbank für Wertpapiere in Berlin (Postscheckkonto Berlin Nr. 99) und bet allen Zweigaustalten der Reichs­ bank mit Kasieneinrtchtung entgegengenommen. Die Zeichnungen können aber auch durch Vermittlung' der Königlichen Seehanölnng (Preußischen Staatsbank) und der Preußischen Central-Genoffenschaftskaffe in Berlin, der Königliche» Hauptbank in Nürnberg und ihrer Zwelganstalten, sowie sämtlicher deutschen Banken, Bankiers und ihrer Filialen, sämtlicher deutschen öffentliche» Sparkaffe» und ihrer Verbände, jeder deutsche» Lebensverficherungsgesellschast und jeder deutschen Kreditgenoffenschast erfolgen. Auch die Post nimmt Zeichnungen an allen Orten am Schalter entgegen. Auf diese Zeichnungen ist zum 18. Oktober die Vollzahlung zu leisten. 2. Die Anleihe ist in Stücken zu 20000, 10000, 5000, 2000, 1000, 500, 200 und 100 Mark mit Zinsschetnen zahlbar .am 1. April und 1. Oktober jedes Jahres ausgefertigt. Der Zinsenlauf beginnt am 1. April 1916, der erste ZinSschein ist am 1. Oktober 1916 fällig. 3. Der Zeichnungspreis beträgt, wenn Stücke verlangt werden, 99 Mark, wenn Eintragung ln das Reichsschuldbnch mit Sperre bis 15. Oktober 1916 beantragt wird, 98,80 Mark für je 100 Mark Nennwert unter Verrechnung der üblichen Slückzinsen (vergl. Z. 8). 4. Die zugeteilten Stücke werden auf Antrag der Zeichner von dem Kontor der Reichshauptbank für Wertpapiere in Berlin bis zum 1. Oktober 1916 voll­ ständig kostenfrei aufbewahrt und verwaltet. Eine sperre wird durch diese Nirdertegung nicht bedingt, der Zeichner kann sein Depot jederzeit — auch vor Ablauf dieser Frist — zurücknehmen. Die von dem Kontor für Wertpapiere ausgefertigten Depotscheine werden von den Darlehnskasien wie die Wertpapiere selbst bestehen. 5. Zekchnungsscheine sind bei allen Reichsbankanstalten, Bankgeschäften, öffentlichen Sparkasien, Lebensversicherungsgesellschaften und Kreditgenosienschaften zu haben. Die Zeichnungen können aber auch ohne Verwendung von Zetchnungsschetnen brieflich erfolgen. Die Zeichnungsscheine für die Zeichnungen bei der Post werden durch die Postanstalten ausgegeben. 6. Die Zuteilung findet tunlichst bald nach der Zeichnung statt. Ueber die Höhe der Zuteilung entscheidet das Ermeffe» der Zeichnungrstelle. Besondere Wünsche wegen der Stückelung sind in betn dafür vorgesehenen Raum auf der Vorderseite des Zeichnungsfchetnes anzugeben. Werden derartige Wünsche nicht zum Ausdruck gebracht, so wird die Stückelung von den Vermittlungsstellen nach ihrem Ermessen vorgenommen. Späteren Anträgen auf Abänderung der Stückelung kann nicht stattgegeben werden. 7. Die Zeichner können die ihnen zugeteilten Beträge vom 30. September d. I. an jederzeit voll bezahlen. Sie sind verpflichtet: 30°/ 0 des zugeteilten Betrages spätestens am 18. Oktober 1915 20°/, " " " " " 24. November 1915 25°/, " " " 22. Dezember 1915 25°/, " " " * " 22. Januar 1916 zu bezahlen. Frühere Teilzahlungen sind zuläsitg, jedoch nur in runden, durch 100 teilbaren Beträgen des Nennwerts. Auch die Zeichnungen bis z» 1000 Mark brauchen diesmal nicht bis zum ersten Einzahlungstermi» voll bezahlt zu werden. Teilzahlungen sind auch auf sie jederzeit, indes nur in runden durch 100 teilbaren Beträgen des Nennwerts gestattet; doch braucht die Zahlung erst geleistet zu werden, wenn die Summe der fällig gewordenen Teilbeträge wenigstens 100 Mark ergibt. Beispiel: Es müssen also spätestens zahlen: die Zeichner von At 300 JK 100 am 2t. November, jt 100 am 22. Dezember, Al 100 am 22. Januar, die Zeichner von jH 200 jH 100 am 24. November, M 100 am 22. Januar, die Zeichner von 100 JA 100 am 22. Januar. Die Zahlung hat bei derselben Stelle zu erfolgen, bei der die Zeichnung angemeldet worden ist. Die im Laufe befindliche» unverzinslichen Schatzanweisungen des Reichs werden unter Abzug von 5% Diskont vom Zahlungstage, frühestens aber vom 30. September ab, bis zu dem Tage ihrer Fälligkeit in Zahlung genommen. 8. Da der Zinfenlauf der Anleihe erst am 1. April 1916 beginnt, werden auf sämtliche Zahlungen 5'/, Stückzinsen vom Zahlungstage, frühestens aber vom 30. September ab, bis zum 31. März 1916 zu Gunsten des Zeichners verrechnet. für Schuldbuch. Beispiel: Von dem in Z. 3 genannten Kaufpreis gehen demnach ab sür Stücke eintragungen bei Zahlung bis zum 30. September Stückzinsen für ein halbes Jahr ==■ 2 1 /,‘/ 0 , tatsächlich zu zahlender Betrag also nur M 96,50 JA 96,30 " " am 18. Oktober " für 162 Tage = 2,25°/,, " " " " JA 96,75 M 96,55 " " " 24. November " für 126 Tage = 1,75°/,, " " " " ,, ,, JA 97,25 M 97,05 für je 100 M Nennwert. Für jede 18 Tage, um die sich die Einzahlung weiterhin verschiebt, ermäßigt sich der Stück,insbetrag um 25 Pfennig. 9. Zu den Stücken von 1000 Mark und mehr werden aus Antrag vom Reichsbank-Direktorium ausgestellte Zwischenscheine ausgegeben, über deren Um­ tausch in Schuldverschreibungen das Erforderliche später öffentlich bekanntgemacht wird. Die Stücke unter 1000 Mark, zu denen Zwtfchenscheine nicht vor­ gesehen sind, werden mit größtmöglicher Beschleunigung fertiggestellt und voraussichtlich im Januar 1916 ausgegeben werden. Berlin, im August 1915. ^e\<§&&at\&*'Qixe&toxhxxxt. Havenstein. v. Grimm. 1932 ────────── Der türkische Sieg an den Dardanellen. Die Kümpfe an der Düna. — Der Vormarsch anf Wilna. — Grodno von drei Seite» eingeschlossen. — Kritische Lage der fliehende« Russe». — Züher rnsfischer Widerstand in Südostgalizien. — Schwere Verluste der Engländer und Franzosen bei Anaforta auf Gallipoli. — Die Lage am Balkan. Jm> Westen "keine wesentlichen Ereignisse". So oder ähnlich lautet seit einigen Tagen unser amtlicher Bericht und gibt damit eine lehrreiche Würdigung des täglichen wortrei­ chen französischen Generalstabsberichtes, den Herr Joffre dem französischen Volke auftischt. Es dürfte sich aber bei dem jetzigen Zustande nur um' die Ruhe bor dem« Sturm Handeln, denn wie aus verschiedenen Meldun­ gen hervorgeht, häufen die Franzosen und Eng­ länder starke Kräfte und große Mengen Ar­ tillerie und Munition, um noch einen letzten Versuch Zu machen, die deutschen Linien zu durchbrechen. Diese Anschauung vertritt auch der militärische Sachverständige des "Berner Bundes," StegeMänn. Nun, unsre wackeren Truppen, die schon so Sturm der Alliierten unerschütterlich standgehalten haben, werden auch beml kommenden Ansturm der Feinde Zu begegnen wissen. Im Osten kämpfen die Truppen Hindenburgs noch! uM den Brückenkopf bei Friedrichs­ stadt, 20 Kilometer südöstlich von Riga. Die Russen haben hier anscheinend in Erkenutnis der Wichtigkeit des Punktes, starke TruppenMassen angesammelt. Dennoch dürste die Erzwingung des Ueberganges über öte Düna nur noch die Frage einer kurzen Spanne Zeit sein und Mit demselben ist Riga für den Feind unaufhaltbar geworden, da es auch i'M Osten bedroht ist. Weiter südlich drangen die Unsern an die Bahn Grodno—Wilna heran und haben hierdurch Grodno ich Norden über­ flügelt, wobei sie 2600 Russen zu Gefangenen Mächten. Im Westen der Festung haben un­ sere Truppen die Gegend von Nowi-Dwvr und Kusnica, 20 Kilometer vor der Festung, er­ reicht, die somit bereits von drei Seiten einge­ schlossen ist. Bei Grodeck räumte der Feind seine Stellungen. Die ArMeen des Prinzen Leopold haben iM Bialowieskaforste bereits an mehreren Stel­ len den Uebergang über den NareW erkämpft. Der rechte Flügel steht noch- bei Pruzana. Die Armeen Mackensens erreichten in der Verfolgung mit ihrem linken Flügel den Muchawiecaabsch.nitt und machten 3700 Gefangene. Die österr.-ungar. Truppen würfen die Russen gegen die Festung Luck Zurück, wobei ihnen 1500 Russen als Gefangene in die Hände fielen. Auch auf der .anschließenden Front Wurden die Russen weiter Zurückgedrängt. , In Südostgalizien Konnten die Russen durch Einsatz starker Kräfte die deutschen und österr.-ungar. Truppen, die bei Brzezany durch­ gebrochen waren, an der Strypa noch! ein­ mal aufhalten, doch dürfte es nur noch! eine Frage von Togen sein, bis der letzte Russe österreichischen Boden geräumt hat. An der italienischen Grenze hat sich nichts Wesentliches ereignet. In der Türkei herrscht heller Jubel über die Erfolge der türkischen Truppen an den Dardanellen. Die Verluste der Feinde in den letzten drei Tagen werden jetzt auf 20 000 geschätzt. Zwischen den englischen und fran­ zösischen Truppen sollen sich starke Reibungen ergeben haben, was nicht zu verwundern ist. Die gewaltige Niederlage ist da und einer «möchte die Schuld hierfür auf den andern schieben. AM Balkan ist die Lage nioch immer nicht geklärt. Nun soll di« letzte Hoffnung der Entente auf Serbien beruhen. Dieses soll durch reiche Munitionslieferungen gut ausgerüstet eine neue starke Offensive gegen OesterreichUngarn ergreifen. Wenn nicht Bulgarien einen Strich durch! die Rechnung mächt. Die unwürdigste Rolle spielt Rumänien in diesem Kriege. Es Möchte auf beiden Schul­ tern tragen. Doch scheinen sich allmählich die Verhältnisse zu klären. Auch die Presse niMmt jetzt gegen die Vierverbändler Stellung. Vor alleM ist es Take Jonescu, der rührige Agent des Vierverbandes, der in den Blättern eine gründliche Beleuchtung erfährt. "Politique" fweist ihn darauf hin, daß er selbst vor gar nicht langer Zeit erklärt hatte, alle Anstren­ gungen des russischen Reiches richten sich auf Konstantinopel. Das Schicksal hat uns (Bul­ garien) in den Weg gestellt und Rußland wird nur über unsren Körper an das Ziel seiner Entwicklung gelangen können. Zwischen uns und Rußland handelt es sich! ums zweierlei Lebensbedingungen, um die Existenzfrage Ru­ mäniens. Heute ist Take Jonuscu plötzlich andrer Meinung und das Blatt bemerkt hierzu ganz richtig: Was sich hinter den Kulissen gbspielt, ist offenes Geheimnis in den Krei­ sen, in denen die Geschicke des Staates ent­ schieden werden. Verwunderlich! ist es nur, daß män derartig brüchige Existenzen, deren politische Ueberzeugungen sich gewissermaßen nach den Notierungen des Kurszettels für Ru­ bel, Pfund und Franken richten, nicht hindert^ ein ganzes Volk ins Verderben zu führen. ────────── mals für die Nachzucht. Die gehegten Befürch­ tungen haben sich aber nicht erfüllt. Bei der Landgestüts-Preisevertoilung äM 20. und 21. August in Karpfham sind 200 Pferde vorge­ führt worden, von denen 190 prämiiert wur­ den. Es war ein prächtiges Pferdemäterial oml Platze. Arnstorf, 30. Aug. (Beigeordvetenwahl). Bei der hier stattgefundenen Wahl eines Beige­ ordneten für den verstorbenen Herrn Posthaiter Heinrich Baumgartner, wurde Herr Kaufmann Otto Mangold von hier gewählt. Arnstorf, 30. Aug. (Die heurige Grumeternte) fällt sehr gut aus, der zweite Wiesenschnttt ergibt einen sehr guten Ertrag. In den letzten Tagen wurde vieles, schönes und gutes Grumetheu eingebracht. Arnstorf, 30. Aug. (Ein gutes Schwammerl­ jahr) ist das heurige. Täglich werden Körbe voll der schönsten Pilze, Rehlinge, Rotkappen etc. nach Hause gebracht, welche dann das bekannte leckere Gericht geben, auch zum Teil für den Winter ge­ trocknet werden. Metten, 30. Aug. . (Gefangen und befreit.) Der Landwehrmann Wilhelm Fuchs von hier, der die Kämpfe in Ostpreußen mitgemacht, wurde bei Warschau schwer verwundet und geriet in Gefangen­ schaft der Russen, die ihn ausraubten und dann nach Warschau brachten. Dort wurde er von den nachrückenden deutschen Truppen befreit und ist jetzt in einem Lazarett in Berlin. Deggendorf, 31. Aug. (Brand.) Im nahen Simmling zerstörte ein gestern früh Im Ludwig Baumgartner'jchen Anwesen ausgebrochener Brand das alte Wohnhaus, die Gebäude der Rosmarin­ züchterei und den Stadel. Auch die hübsche Kapelle wurde durch Einsturz des Daches zerstört. Eisenstein, 29. August. (Eingefangener Russe.) Letzten Freitag wurde die Gendarmerie auf einen Mann aufmerksam gemacht, der durch sein Benehmen und seine Sprache verdächtig geworden war. Bet seiner Verhaftung stellte es sich heraus, daß er aus dem Brüxer Russenlager entflohen war und sich nach der Schweiz hatte durchschlagen wollen. Passau, 31. August. (Vereitelter Flucht­ versuch Kriegsgefangener.) Vergangene Nacht unternahmen vier auf Oberhaus untergebrachte Kriegsgefangene einen Fluchtversuch-, der aber Mit dech baldigen Festnahme der Entflohenen am Fuße des Oberhauserberges endete. AiederMerMe NMchterl Von der Isar schreibt man uns: Es gibt intimer noch Leute, die nitäpt "alle“ werdest. Kommt da ein Strickwollh-ändler ins Dorf, verkauft in Mehreren Häusern seine Ware Mit dem Bemerken, daß das Wollpaket erst später ^geöffnet werden darf, toetl die Wolle durch chemische Einlagen gegen Insektenfraß gesichert fei. Die Käuferinnen öffneten nach 14 Tagen das Paket und finden im Innern statt Wolle — Wollsasern! .. . . Eine ,Meisebuchhandlung" durch ihren Vertreter unten schwindel­ haften Anpveifungen eine Kriegschrvnik zu Ver­ schleißen und zwar hauptsächlich an Minder­ jährige, Dienstboten und Taglöhner. Die Leutchen kaufen sich imMer nur "einM" Band. Die leichtsinnig abgegebene Unterschrift berech­ tigt die Firma aber zur Nachsendung sämt­ licher Bänd c. Also erst lesen und daun unterschreiben. Uns dom Mottate, 1. Sept. (Ueber eine Million Mark) betrug der Wert der Pferde, die im Vorjahre bei Kriegsausbruch im Bezirk Griesbach guMekauft würden. Wan bangte da­ AiederMerMe NMchterl Von der Isar schreibt man uns: Es gibt intimer noch Leute, die nitäpt "alle“ werdest. Kommt da ein Strickwollh-ändler ins Dorf, verkauft in Mehreren Häusern seine Ware Mit dem Bemerken, daß das Wollpaket erst später ^geöffnet werden darf, toetl die Wolle durch chemische Einlagen gegen Insektenfraß gesichert fei. Die Käuferinnen öffneten nach 14 Tagen das Paket und finden im Innern statt Wolle — Wollsasern! .. . . Eine ,Meisebuchhandlung" durch ihren Vertreter unten schwindel­ haften Anpveifungen eine Kriegschrvnik zu Ver­ schleißen und zwar hauptsächlich an Minder­ jährige, Dienstboten und Taglöhner. Die Leutchen kaufen sich imMer nur "einM" Band. Die leichtsinnig abgegebene Unterschrift berech­ tigt die Firma aber zur Nachsendung sämt­ licher Bänd c. Also erst lesen und daun unterschreiben. Uns dom Mottate, 1. Sept. (Ueber eine Million Mark) betrug der Wert der Pferde, die im Vorjahre bei Kriegsausbruch im Bezirk Griesbach guMekauft würden. Wan bangte da­