Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1915-09-15. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 68. Jahrgang Nr. 251, 1915-09-15. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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Feindliche Flieger haben wieder einmal über offene Städte und zwar auf Trier, Mörchingen, Chateau-Salins und Donaueschingen BoMben abgeworfen. Bei Donaueschingen wurde sogar ein Personenzug m|it .Maschinen­ gewehrfeuer aus einewl Flugzeug beschossen und hierbei Mehrere Personen getötet odep verletzt. Eines der Flugzeuge wurde herab­ geschossen. Bemerkenswert an dieser Aktion ist vor allem die große Entfernung von ihrer Basis, welche die Flugzeuge bei diesem Fluge zurückgelegt haben. Für ihre Taten wird die Vergeltung wohl alsbald folgen. IM Osten setzte bei den Armeen Hindenburgs zwischen Düna und Wilija eine kraft­ volle Verfolgung der geschlagenen Russen e|in, 'wobest 5200 Russen von den Unsern gefangen und zahlreiches Material erbeutet wurden. Auch! weiter südlich wird die Verfolgung fortge­ setzt und nähern sich unsre Truppen bereits dem' Scharababschnitt. Unsre Flugzeuge be­ iwarfen den Bahnhof von Lida Mt Bomben. Die Heeresgruppe des Prinzen Leopold setzt anschließend hieran ebenfälls in kraft­ voller Verfolgung den Russen nach, wobei die sich entgegenstellenden feindlichen Nachhuten geworfen wurden. Auch bei der Heeresgruppe Mackensens konnte der Feind die Verfolgung nicht anfhalten, als deren Erfolg einige Hundert Russen als Gefangene eingebracht wurden. Aus Südostgalizien liegen keine beson­ deren Meldungen vor. Die Russen scheinen Mt dem Angriffe auf die neuen (Stellungen der Unsern zu zögern, was wohl hauptsächlich auf die Ereignisse in ihren beiden Flanken in Wolhynien und an der Derechmjündung zurückzuführen ist. Die österr.-ungar. Truppen haben die Russen bei Dubno und im Stubielabschnitt unter großen Verlusten für den Feind gewor­ fen. Einen erfolgreichen Luftangriff unter­ nahmen 6 unsrer Wasserflugzeuge aus dem Rigaischen Meerbusen und DünamÜnde, wo­ bei Hafenanlagen, Docks und feindliche «Schiffe Nit Erfolg mit Bomben beworfen wurden. Der letzte Luftangriff auf Southend hat so recht ins schwarze getroffen. Es war das zwanzigstemal, daß unsre Luftschiffe über Eng­ land erschienen. Wenn auch anfangs die eng­ lischen Zeitungen über die angeblich! geringen Schäden spöttelten, die durch unsre Luftschiffe verursacht wurden. Allmähliche wurde es stille und die täglichen Angriffe der letzten Tage haben Schrecken und Panik unter der Bevölke­ rung Londons und der Ostküste Englands ver­ ursacht, der vor allem in einem' Stuvmie auf die Versicherungsgesellschaften zuM Aus­ druck kam. Alles will gegen «Lnftschifffchaden versichert werden. Ob aber die Gesellschaften Mit diesem blühenden Geschäfte besonders zuftieden sind, ist eine andre Frage. An der italienischen Grenze haben sich nur kleinere Gefechte und Artilleriekämpfe ab­ gespielt. » An den Dardanellen herrscht zur Zeit die Ruhe vor deM Sturm. Der herannahende Winter zwingt die Verbündeten, in kürzester Frist noch einMal ihr Glück zu versuchen, wenn sie nicht die Forcierung der Dardanellen über­ haupt ausgeben wollen. Die in den letzten Tagen vorgenoMmenen größeren Truppenver­ schiebungen und die Ankunft weiterer Verstär­ kungen deuten dahin, daß in den nächsten Tagen noch ein allgemeiner Angriff auf Gal­ lipoli versucht werden soll. Der Balkanknoten wird intimer verwirrter. Und das haben die deutschen Siege im Osten geMacht. Die haben den Panslavisten, Russophilen und anderen enteutefteundlichen Ele­ menten aus deM Balkan gründlich das Konzept verdorben. Nun ist auch die letzte Hoffnung die Man auf die Uebernahme des Kommandos über die russische Wehrmacht durch den Zaren setzte, zuschanden geworden. Auch der Papst­ zar kann das Verhängnis nicht mehr auf­ halten. "Seine Truppen sind auf der gan­ zen Linie von der Düna bis Wolhynien intf weiteren Rückzug und zwar nicht in einem! selbstgewollten, sondern in einem! ihnen von deM deutschen Siegerwillen aufgezwungenen. Nur in Südostgakizien konnten die Russen einen vorübergehenden Erfolg erzielen. Aber auch aM Balkan weiß man ganz genau, daß auf einen solchen Scheinerfolg keine Staats­ aktionen zu bauen sind. Und so herrscht den große Verwirrung auf deM Balkan. Selbst der geschmeidige Kreter Venizelos weiß picht recht, was er beginnen soll und so hat auch! er sich 3ums Warten entschieden. Alles wartet aus das erlösende Wort und dieses wird und Miß von Bulgarien komjmvn. Me lange dies Auf der Verfolgung in Kurland. Ein französischer Fliegerangriff in Sü-westdentschlan». — Deutsche Flieger über der Bucht von Riga. - Die Verfolgung »es Feindes von der Düna vis Wolhynien. — Die Russen vei Dnvno zurückgeworfen. — Der "Aravic"-Zwischei>fall. — Nene Angriffsoorvereitungen »er Alliierten auf Gallipoli. noch dauern wird, weiß wohl nur König Fer-> dinand und sein Minister Radoslckwowow, die zur Zeit die wichtigsten Persönlichkeiten aM Balkan sind, bei denen noch eipmial, trotz der nahezu völligen Aussichtslosigkeit die Vertre­ ter der Entente ihr Glück versuchen und sie Mt Sirenentönen in ihr Lager ziehen wol­ len. Aber gebranntes Kind scheut das Feuer und König Ferdinand kennt seine PaPpenheiMv zu genau. Der ,>Arabic"-FaIl, der einige Spannung zwischen Deutschland und Amerika geschaffen hat, scheint nun seiner Lösung entgegen zu gehen. Tie angebliche Torpedierung des"Hesperian" bewahrheitet sich nach! deuffchen Be­ richten nicht. Das Schiff dürfte vielmehr auf . eine Mine gelaufen sein. ────────── Bericht des deutschen Hauptquartiers. WTB. B e r I i n, 14. September. Wittags. (Großes Hauptquartier.) Westlich« Kriegsschauplatz. Unter teilweise .sehr lebhafter Tätigkeit der Artillerie verlief der Tag sonst ohne we-. sentliche Ereignisse. ' Ein schwacher französischer Vorstoß gegen das Schleusenhaus von Sapigneul (nordwest­ lich von Reims) "wurde zurückgeschlagen. Auf Trier, Wörchingen, Chateau-Salines und Donaueschingen wurden von feindlichen. Fliegern BoMben geworfen. Bei Donaueschin­ gen wurde ein Personenzug Mt Maschinen-, gewehrfeuer beschossen. Es sind einige Perso­ nen getötet oder verletzt. Aus dem über Trier erschienenen Geschwa­ der wurde ein Flugzeug bei Bomfflfcringen (süd­ westlich von Fentsch) heruntergeschossen. , | Schlich« Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfelbmarschalls | von Hindenbnrg. Auf der Front zwischen der Düna und der Wilija nordwestlich von Wilna sind wir unter Kämpfen iM weiteren Vorgehen. fS0 wurden 5200 Gefangene gemächt, 1 Geschütz, 17 Munitionswagen, 13 Maschinengewehre und viel Bagage erbeutet. ────────── Auch östlich von Olita machte unser An­ griff Fortschritte. Int Njernenbogen nordöstlich von Grodno gelangte hie Verfolgung bis halbwegs Kida. Weiter südlich nähern wir uns deMSchara-Abschnitt. Der Bahnhof von Lida würde nachts mit Bomben beworfen. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern. Die Verfolgung gegen die Schara blieb im! Fluß. Feindliche Nachhuten 'würben geworfen. Heeresgruppe des GeneralfeldmarschallS von Mackensen. Auch hier konnte der Feind die Verfolgung nicht aufhalten. Einig? hundert Gefangene wurden eingebracht. ────────── Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Lage bei .bett deutschen Truppen ist unverändert. Oberste Heeresleitung. ────────── Bericht unserer Verbündeten. WTB. Wien, 14. September. Mittags. Uwitkich wird gemeldet: Russischer Kriegsschauplatz. Die Lage in Ostgalizien ist unverändert. Der Feind griff heute früh unsre Strhpa-Front an, wurde aber abgewiesen. Auch in Wol­ hynien sind die Russen unter Heranführung neuer Truppen an zahlreichen Stellen zuM Angriff übergegangen. Während bei NowoAleksinic die Kämpfe noch andauern, wurde der Feind bei Dubno und int! Stubiel-Abschnitt überall unter großen Verlusten zurückgeworfen. Unsre in Litauen kämpfenden Streitkräfte überschritten in der Verfolgung des Gegners südlich von SloniM die Gridna-Niederung. Italienischer Kriegsschauplatz. Nach den erfolglosen italienischen An­ griffen der letzten Tage trat gestern in den grö­ ßeren Kämpfen bei Flitsch und Tolmein eine Pause ein. Bei Plava vertrieb ein Jeuerüberfakl unsrer Artillerie den Feind aus eineM mehrere Kilometer breiten Frontstück. Er er­ litt große Verluste. An der Tiroler Front wurden Angriffsversuche schwächerer feindlicher Abteilungen gegen unsre Stellungen bei der Grenzbrücke iw Popenatale, südlich Schluder­ bach, und iw Tonale-Gebiete abgewiesen. Im großen und ganzen herrscht an der Südwestfront Ruhe. Ter stellvertretende Chef des Generalstabesr v. H o e s e r, Feldmarschalleutnant. _ I Einstellung der Kohlegcinffihr nach Schweden. Kopenhagens 14. Sept. Die Malmöer Zeitung "Snellposten" erfährt aus gut un- I ' -^errichteter Quelle, daß England die Kohlen­ pinfuhr nach Schweden vollständig eingestellt hat. (8.) Ter englische Treudruch. Ge n f, 14. Sept. Unter Hinweis auf den Morgigen 33. Jahrestag der Vergewal­ tigung Aegyptens durch. England richtet in seiner Eigenschaft als Präsident des jungägyptischen Komitees in Europa Dr. MohaMMed Fahrnh einen offenen Brief an Asquith. Darin zählt er alle Täuschungen auf, Mt denen feit Gladstone alle englischen Staats­ männer das ägyptische Volk hinters Licht ge­ führt haben. "Während sich Großbritanien als Anwalt der angeblich- verletzten Staatsverträge in Europa aufspielte", sagt er, "vernichtete es skruppellos den von ihm in der Ange­ legenheit Aegyptens unterzeichneten Vertrag und wurde seinen feierlichen Versprechungen untreu. Niemals hat das ägyptische Volk den offenen Bruch des Londoner Vertrages ver­ gessen. (Z.) ────────── Vom östlichen Kriegsschauplatz. Ter neue russische Wind. Die "Wiener Montagsztg." Meldet über Stockholm aus Petersburg: Dem Du'Mablock sind bis Donnerstag abends 315 Abgeordnete von 439 Dumaabgeordneten beigetreten. Der neue Block fordert die sofortige Verkündung der kaiserlichen Amnestie, die Aufhebung der Ausnahmegesetze und die Uniwandlung der Re­ gierung in ein der Dump verantwortliches Ministerium'. ────────── Der Krieg mit Italien. Nachlassen der italienischen Angriffe. Innsbruck, 14. Sept. Offiziere, die von TolMein und vom Doberdo-Plateau ka­ men, erklärten, daß die vehementen italieni­ schen Artillerieangriffe etwas nachgelassen ha! den. (Z.) Tie österreichischen Verstärkungen. Lugano, 14. Sept. Der Situations­ bericht des Corr. della Sera stellt nach! deM Bericht des Generals Cadorna neue starke Verteidigungsanlagen und bedeutende Verstär­ kungen der Oesterreicher fest. Das Blatt schreibt vres zwa rzunächst deM italienischen Vordringen zu, daß die Oesterreicher zur Er­ richtung einer $netten Befestigungslinie zwinge unterläßt es aber nicht hinzuzufügen, daß diese angeblichen Verteidigungsanlagen .auch! Vorbereitungen der Oesterreicher zu einer Of­ fensive im Karstgebiet sein könnten. (Z.) üjejine Erweiterung des italienischen Krieges? London, 14. Sept. Nach einer Mel­ dung des Korrespondenten der "StaMpa" wird das Gerücht wonach Joffre bei seinem letzten Besuch an der italienischen Front ein Zusamj-, Menarbeiten der französischen und 'italieni­ schen Truppen Plante, als unrichtig bezeichnet. Die Aktion pes italienischen Heeres wird ssch allein aus das bisherige Gebiet beschränken. ────────── Luftangriffe auf den Rigaischen Meer­ busen. WTB. Berlin, 14. September. Amtlich Wird gemeldet: AM 12. September haben deutsche Was­ serflugzeuge einen Angriff auf russische See­ streitkräfte inf'Rigaischen Meerbusen und auf Riga—DünaMünde gemacht. Eines der Flugzeuge sichtete vor ''der 'Bucht ein 'feindliches Flugzeugmutterschiff und belegte es Mit Erfolg mit Bomben. Brandwirkung wurde beobachtet. Ein anderes Flugzeug griff einen Zer­ störer Mit BoMben an und erzielte einen Erfolg. I Ein drittes entdeckte in der Arensburger Bucht ein Flugzeugmutterschiff und brächte ihw zwei Treffer bei. Dem vierten Flugzeug, das bei Zerel einen Kampf mit zwei russischen Flugzeugen zu bestehen hatte, gelang e§, an einen Zer­ störe xcheranzukomjmen und aus ihn eisten Treffer zu erzielen. Das fünfte traf zwei feindliche getauchte Unterseeboote vor Windau und bewarf sie Mt 2 Bomben. Der Erfolg konnte nicht festgestellt werden. Das letzte Flugzeug erzielte auf die zuM Torpedobootsbau für die russische Marine bestiMstte Mülheimerwerst in Dünamünde 6 Treffer in den Werkstätten und auf den Heelingen. Die Werft geriet in Brand. Eines der Flugzeuge bemerkte im Riga­ ischen Meerbusen ein russisches Segelschiff, welches versenkt wurde, nachdeMdie Mannschaft gerettet war. Der Chef des Admiralstabes der Marine. Der Luftkrieg. ────────── Der Krieg zur See. Der Unterseekrieg. UMuiden, 14. Sept. Die Besatzung des holländischen Dampfers Pomona" sah amj Sonntag früh halb 8 Uhr, drei Meilen vomf Leuchtschiff Kentisch-Knock einen englischen Dampfer von ungefähr 5000 Tonnen, der un­ terging. Er trug die Abzeichen des belgischen Hilfskomitees. Die ungefähr 100 Mann starke Besatzung stieg gn Bord einiger Fischdampfer, die in der Nähe fischten. Christiania, 14. Sept. Ein vor der hiesigen Küste operierendes deutsches Unter­ seeboot brachte den Dampfer "Randolf Han­ sen," von Arandal nach England mit Planten unterwegs auf. Weiter verbrannte das Unter­ seeboot den Mit Grubenhölzern beladenen Scho­ ner "Wansbeck" aus Liliesand. Tie Mannschaft, bestehend aus vrer Mann, wurde amf "Ran­ dulf Hansen" aufgenommen und später auf ein Segelschiff übergeführt, das die Mann­ schaft nach Skienfjord Mitnahm. "Randulf Hansen" soll als Prrse nach Deutschland ge­ bracht sein. In den Grund gebohrt. Christiania, 14. Sept. Der Motorschoner "Biender", der aM Sonnabend mit Grubenholz nach England abging, wurde, deM Morgenbladet zufolge, gestern früh von einem! deutschen Unterseeboot in der Nähe von Oxoe in den Grund geschossen. Die Besatzung!wurde gerettet. (Grubenholz .ist Bannware. Die R.) In ein Unterseeboot-Fangnetz geraten. Berlin, 14. Sept. Nach betn! "Berl. Lok.-Anz." Meldet ein französischer Tauchbootskömsmandant, daß ein französisches Untersee­ boot vor einigen Tagen in ein UnterseebootsFangnetz an der belgischen Küste geraten sei. Die Mannschaft konnte sich retten. Torpediert. Athen, 14. .Sept. Der französische Dam­ pfer "Indiana", ,der an der Küste von Makrh, gegenüber Kastetlorhzo, .türkische GendarMen festgenommen und ein Benzinlager aufgehoben hatte, wurde auf der Fahrt nach Mudros von einem deutschen .Unterseeboot torpediert und versenkt. 13 .französische Matrosen und ein Grieche aus Kastetlorhzo ertranken, die übri­ gen wurden gerettet und flüchteten vor dem deutschen Unterseeboots .das. sie bis in den Hafen der Insel verfolgte, nach Rhodos. ────────── Englands Willkür. Aus Athen trafen in Begleitung eines Ministerbeamten die Beamten der englischen Gesandtschaft in Saloniki ein, uw 1 den Tran­ sitverkehr im Zollamt Saloniki zu überwa­ chen. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Durchfuhr von Bannware aus ^Saloniki nach den mit dem Vierverbande im Kriegszustände befindlichen Ländern zu verhindern. Der englische Eingriff in die innere Verwaltung Griechenlands rief in Saloniki starken Unwil­ len hervor. (Z.) ────────── Der türkische Bericht. Konstantinopel, 14. Sept. Das Hauptquartier Meldet von der Dardanellen­ front: Bei Anaforta nafj'ml unsere Artillerie ein feindliches Regiment in der Umgebung von Karakoltepe nnd das feindliche Lager beim Salzsee wirksam unter Feuer, ebenso feindliche KoMpagnien, die bei Seddil-Bahr in Gruppen vorgingen, und zerstreute diese Truppen. Un­ ser Feuer vertrieb einen feindlichen Kreuzer und Torpedoboote, die sich einzeln betn! Ge-stade nähern wollten. Sonst nichts von Be­ deutung. . » Bier englische Brigadegenerale heimgeschickt. Zuverlässig erfährt die "Franks. Ztg.", daß infolge .der Mißlungenen, mit großen Ver­ lusten itnf Zeiträume vom 6. bis 26. August unternommenen englischen .Versuche aM Nordftügel der Halbinsel Gallipoli. einen Durch­ bruch zu erzwingen, vier englische Brigade­ generale 'ihrer Stellung enthoben wurden. (Z.) Englische Scheinerfolge. Konstantinopel, 14. Sept. Die Eng­ länder hatten kürzlich behanptet, daß eines ihrer Unterseeboote iM MarmaraMjeer den tür­ kischen Zerstörer "Jarhissar" versenkt- habe. Die Nachricht ist frei erfunden. "Jarhissar", einer der schnellsten türkischen Zerstörer, der für den Aufklärungsdienst schon wiederholt wert­ volle Dienste leistete, ist noch unbeschädigt. (Z.) Englische Barbarei. K o nsta ntin op el, 14. September. Ter in Bagdad erscheinende "Sadai JslaM" meldet: 60 Mohammedanische Offiziere der ägyptischen Armee, die bisher gegen die 'Türkei kämpf­ ten, sollen erklärt haben, daß sie nicht gegen Glaubensbrüoer streiten können und baten um ihre Entlassung. Dieser Schritt wurde als Meuterei aufgefaßt. Die Offiziere wurden er­ schossen. Dieselbe Zeitung berichtet über meh­ rere krasse Fälle von Verletzung der Genfer Konvention seitens der Engländer in der Schlacht bei Berdsichesie, sowie über die Ermor­ dung audf der weiblichen Einwohner vonHor- Die Türkei im Kriege. | hiwlar, die dafür bestraft wurden, daß sie sich gegen die Plünderung "oes Eigentums durch englische Truppen gewehrt hatten. (Z.) ────────── nur — von unsren strategischen Erwägungen abhängen und daß, er beliebig weit bis zur Erschöpfung und Vernichtung geführt werden kann. Das haben — wenn es noch zu beweisen nötig mar — die schweren und stets erfolg­ reichen Kämpfe auch bei der 12. Armee in den letzten 10 Tagen Bewiesen. Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter. ────────── lag achtlos herabgeglitten ein seidenes Tuch, das sie tzms die Schulter zu tragen pflegte. Aber aus dem Nebenzimmer, Frau Helenes Boudoir, erklang ihre und Dolfs StimMe. Diese beiden Zimjmter Waren nur durch eine Portierre getrennt und Man konnte deutlich jedes Wort der Unterhaltung von Mutter und Sohn verstehen, obiwohl sie beide nicht laut sprachen. ' "Also ich bitte dich, Mamla, verschone du Mich wenigstens mit diesen törichten Moralpredigten. Davon genieße ich genug. Der "Alte" ertränkt Mich bald darin und jeder Atemzug Meiner tugendhaften Frau Gemahlin ist eben­ falls ein Protest gegen Meine Lebensführung. Wenn du Mir also nichts Weiter zu sagen hast, brauchtest «du Mich nicht aus WeinelW Mittags­ schläfchen zu Wecken und hierher in dein Al­ lerheiligstes «zu schleifen," sagte Dolf soeben. Nita «wollte, als sie das hörte, schnell Wieder hinausgehen; aber Bernhard Falkner hielt sie Mt einem düster funkelnden Blick zurück Und ließ ihren ArM nicht aus deM seinen. Dabei piaiS)te er ihr gebieterisch ein Zeichen, zu schweigen. » So standen sie nun beide nebeneinander und wurden Zeugen der folgenden Unterhal­ tung zwischen Vater und Sohn. . , . I "Bleib doch nur, Dolf," bat Frau He­ lene dringend, "du mußt mich anhören, ich sehe dich jetzt .so selten, daß ich diese Ge­ legenheit benutzen Muß. Ich rate dir dringend, Wenigstens jetzt, bis zu Ritas Geburtstag, vor­ sichtiger zu sein. Bedenke doch, Wenn du ihr Vermögen in den Händen hast, dann kannst du tun und lassen, Was du Willst. Rita ist ja in .Geldsachen so unerfahren, daß du von ihr keine Einwendungen zu fürchten hast. Aber dein Vater geht Mit einer Mene herum, die Mich fürchten läßt, daß er dir einen Streich spielen Wird, Wenn du jetzt nicht ernstlich, ein­ lenkst und den Soliden spielst. Ich habe lei­ der gar keinen Einfluß Mehr auf ihn. Sei doch vernünftig, diese paar Monate Wirst du dich, doch« .einmal bezwingen können. Stelle dich besser zu Rita. Es kann doch« nicht schwer sein, für dich,, ihr die Illusion vorzuspiegeln,, daß du .sie trotz allem liebst, du hast doch Macht über die Frauen. Glaubst du, «Mir ist es leicht geworden, betneM) Vater eine leiden­ schaftliche Liebe vorzutäuschen? Ich habe, ihn so Wenig geliebt, Wie du Rita liebst, aber ich« Wollte aus Not und AvMut heraus, und Was Man ernstlich will, das geht auch«. Bist du Ritas Wieder sicher, dann Wirft du auch dei­ nen Vater .wieder herumkriegen. Ich bitte dich«, verdirb dir nicht selbst alles, halte dich« ein­ mal ein paar .Monate in der Gewalt, sonst hast du dann das Nachsehen und bleibst iMMer abhängig und auf deinen Anteil an Ri­ tas Zinsen angewiesen." Dolf Ließ einen unwilligen Ton aus. "Verdammte Schinderei! Daß du auch gar nichts Mehr über den "Alten" vermagst, ge­ rade jetzt, wo rch mal deine Hilfe brauche. Wozu habe ich denn Meine kostbare Freiheit aufge­ geben und Mich an dieses prüde Gänschen gefesselt, «wenn ich, nicht einMlal ihr Vermö­ gen ,in die Finger bekoMsmen soll. UM ihr hübsches Lärvchen War es Mir 'wahrlich nicht zu tun — davon kann ich haben, so viel ich Mll, ohne Ehefesseln. Ich Muß das Geld ha­ ben und Mutz hier heraus. Papa mit seineM blödsinnigen Pflichteifer, verlangt tausender­ lei, das wfrr bvtal gegen den "Strich geht, ich Will endlich seiner Bevormundung los und ledig fein. Wozu soll ich eiwig auf dem- Kon­ torsessel sitzen? Dazu habe ich Mir doch nicht eine Millionärin gekapert. Ree — so haben Wir nicht gewettet. Der alte Herr ist kindisch geworden auf seine alten Tage. Was er nicht alles verlangt — lächerlich. Ich, tue nicht (Meljr mit. Sobald ich freie Hand habe, siedle ich ganz nach« Berlin oder Paris über, damit (Man endlich nach« seinem Gusto leben kann, ks Ul Ul Li Wortsetzung kotzt.) _ l i J ────────── den bei den Reichsbankstellen und -Nebenstellen entgegengenommen, too auch alle er­ forderlichen ForMulare zun Verfügung ste­ hen, — und auf die entgegenkommendste Darlehensgewührung durch die K. Staats­ bank gegen Verpfändung von Wertpapieren. Nach alldem! ergeht die dringende Auf­ forderung zu fleißiger Zeichnung aus die Kriegsanleihe, wodurch der Zeichner ebenso seine vaterländische Gesinnung und eine Mit­ hilfe zur Niederringung unserer Feinde be­ tätigt wie sich eine ausgezeichnete Verzinsung seines Vermögens sichert. ────────── Tages-Uebersicht. Der Jahrestag von Angerburg. Am 10. September, deM Jahrestage des großen Hinvenburg-Sieges bei Angerburg und der Be­ freiung der Stadt aus Russengewalt, feierte Angerburg ein großes Danksest. An Generaljfeldmarschall v. Hindenburg wurde ein TelegraMM abgeschickt. Schon nach- einer Stunde kaM, wie die Voss. Ztg. berichtet, aus dem Hauptquartier folgende Antwort: "Sr. Hoch­ würden Superintendent Braun. Euer HochWürden sowie den heute dort zur Feier des Jahrestages der Befreiung Angerburgs von feindlicher Besetzung Versammelten danke ich herzlich für das freundliche Meingedenken und Kür die Nachricht, daß heute ein HindenburgiStandbild enthüllt werden soll. Möge der Stadt Angerburg nach endgültigem Sieg, der uns mit Gottes Hilf« getost hist, ferneres Blü­ hen und Gedeihen beschieden sein. Den Ver­ wundeten wünsche ich recht baldige Wieder­ herstellung. FeldMarschall to. Hindenburg. "(Z.) Deutsch land und der amerikanische Banmwoll-Erport. Der "Köln. Ztg." wird aus Ham­ burg zu der Meldung aus Washington, daß Deutschland äls Käufer von Baumwolle zu hohen Preisen aus amerikanischen Märkten er­ schienen sei, von ihreM Korrespondenten fol­ gendes berichtet: Die in Bremsen gegründete BauMwoll-Jjmportgesellschaft 1915, G. M. b. H., hat am 31. August duvch> Funkspruch grö­ ßere Kaufaufträge in BauMwolle nach Newhork gegeben. Nicht der angebliche Preis, Wohl aber die Tatsache der Aufträge 'wurde in der Oeffentlichkeit bekannt und sofort zu spekula­ tiven Preissteigerungen benützt. Baumwolle, die Mitte August 9einv. Cents notiert hatte, stieg zuerst auf 10 Cents und erreichte später sogar 10,40 Cents. Die Bremer BauMwoll«KmportM esellschaft ist noch ohne Nachricht, ob ihr Angebot angenommen worden ist, oder nicht. Postsendungen, der zur militärischen Ju­ genderziehung angemeldeten Vereine usw. ge­ nießen auch dann Portofreiheit, wenn sie auf der Vorderseite außer dem Vevmerk "Heeres­ sache" mit einem Abdrucke des Dienstsiegels des 'Vorstandes einer höheren Unterrichtsan­ ftalt versehen sind. • Tise Ausfuhr von Sauerkohl, von gespi­ tzenen GeMüsen, getrockneten Schneidebohnen und Spargelbohnen aus den Niederlanden wurde ab 11. Septen^er verboten. ────────── Tjer Reichskanzler in München. Beim Durchschreiten der Trinkstube im Hosbräuhause wurde der Reichskanzler vorgestern nachts von dem zahlreich anwesenden Publikum lebhaft begrüßt. Begeisterte Hochrufe auf den Kaiser und König Ludwig wechselten Mit dem Gesang vaterländischer Lieder. Ein alter StaMMgast des Hofbräuhauses brachte in kurzen, Mar­ kigen Worten ein Hoch auf den Reichskanzler gus, in das die Anwesenden begeistert ein­ stimmten. Spontan eriwioerte der Reichst kanzler Mit folgenden Worten: In unsren schö­ nen, vaterländischen Liedern haben Sie eben gesungen und ausgesprochen, was uns allen das Herz heiß Macht und bÄvegt: die Liebe zu nnsreM Vaterlande. . Und das bedeutet heutzutage, daß unsre Gedanken zu unsren feldgrauen Kamjeraden draußen gehen, die für uns aus der Wacht stehen, die dafür gesorgt Bayerische Nachrichten. . haben, daß der Feind bis aus kleine, ganz l belanglose Teilchen nicht in unser Land ge­ kommen ist. Daß 16 ei uns im Lande Friede herrscht, das haben wir unsren Kamvraden draußen zu verdanken. Sie haben vorhin ge­ sagt und das hat mich besonders berührt — es war ein alter ßtamfmfocft des HofbräuHauses —: die Münchner sind nicht dieschlech’ testen Deutschen. Was die Bayern geleistet haben da draußen in Kurland wie in den Vogesen, amj Hartmannsweilerkopf, ckM Reichs­ ackerkops, in Galizien und unter betn 1 Kron­ prinzen von Bayern dort bei Lille und Arras, das ist so fest in das Büch der Weltgeschichte geschrieben, daß es kein Mensch! wieder aus­ löschen kann. Hier in Ihrem schönen Bayern, das beherrscht wird von einem! König, der tief mit Ihnen allen fühlt, welchem Stande und welcher Schattierung er auch angehören Möge — in Ihrem Bayern schlägt das deutsche Herz! In Gedanken an unsre feldgrauen Ka­ meraden und an Ihr schönes Baherland wol­ len wir rüstn: Ihr vielgeliebter König, die bayerische Armee, unsre deutschen Soldaten, sie leben hoch! Sie sollen siegen und uns den Frieden bringen! Hurra! — Reicher Beifall dankte deMKanzler für seine zündenden Worte. — Kurz nach! Mitternacht verließ der Reichs­ kanzler die gastliche Stätte und kehrte in die Residenz zurück. Zn Ehren des Resrhskanzlersf von Beth!M^nn-HolKMg gab der preußische Gesandte, Botschafter Frhr. v. Schön gestern Mittags 1 Uhr iM Regina - Palast-Hotel in München ein Essen, zu deM die sämtlichen bayerischen Staatsminister, sowie die Herren der preußi­ schen Gesandtschaft geladen waren. Nachmit­ tags unternahm der Reichskanzler einen Aus­ flug auf den Starnbergersee. Abends war der Kanzler zur Abendtafel der 'K. Familie im Wittelbacher Palais geladen. 'Nach! der Tafel verabschiedete er sich und verlieh Mit dem Schnellzug uM 10 Uhr 10 Mn. München. SchnlSenstand der kreisunmittelbare» Städte Bayerns. Rach den neuesten amtlichen Bekanntmachungen war der Schuldenstand der 44 unmittelbaren Städte Bayerns nachstehender: München 314297 241 Mk. (526 Mk. Kopfvelastung); Nürn­ berg 134174 753 Mk. (402 Mk.); Augsburg 44 IU 443 Mk. (358 Mk.); Würzburg 26 926 129 Mk. (318 Mk.) ; Fürth 14 568 742 Mk. (218 Mk.) Regensburg 21050 240 Mk. (400 Mk. 10 Pfg. Kopfvelastung); Bamberg 15 286 561 Mk. (318 Mk.); Hof 6932445 Mk. (168 Mk.); Bayreuth 7 616 836 Mk. (220 Mk.); Aschaffenburg 6 950 514 Mk. (232 M!.); Amberg 3 669 100 Mk. (145 Mk.); Landshnt 6 398926 Mk. (254 Mk.); Erlangen 7 212 211 Mk. (289 Mk.); Ingolstadt 3189 070 Mk. (134 Mk.); Schwetnfurt 6173 232 Mk. (278 Mk.); Straubing 4 209 977 Mk. (191 Mk.); Kempten 4 610 623 Mk. (219 Mk.); Pafsau 7 674 637 Mk. (365 Mk.); Ansbach 3 892 251 m. (199 Mk.); Landau (Pf) 5 410 000 Mk. (304 Mk.); Rojenheim 4981028 Mk. (311 Mk.); Freising 1525 089 Mk. (102 Mk.); N«u-Ulm 3 515 529 Mk. (283 Mk); Memmingen 2 487 200 Mk. (201 Mk); Schwabach 2 575 719 Mk. (230 Mk); Kulmbach 1905 917 Mk (177); Forchheim 1 170 166 Mk. (127 Mk); Kttzingen 1962 690 Mt. (215 Mk); Kaufbeuren 939 894 Mk. (103 Mk); Neuburg a D. 777 354 Mk. (85 Mk); Nördlingen 1 108 784 Mk. (127 Mk); Rothenburg a. T. 1 594765 Mk. (185 Mk); Eichstätt 1 154 472 Mk. (143 Mk.); Traunstein 1655 605 Mk. (215 Mk); Deggendorf 1193172 Mk. (159 Mk.); Landsbeig 1 787 819 Mk. (245 Mk); Weißendurg t. B. 1283 458 Mk. (178 Mk); Lindau 2043 234 Mk. (308 Mk.); Neumarkt 1014 327 Mk. (159 Mk); Btlltngen 1 557 700 Mk (247 Mk); Bad Ktsfingen 3071687 Mk. (526 Ml.); Günzbmg 886 758 Mk. (172 Mk); DtnkelSbühl 1451411 Mk. (302 Mk.) und Donauwörth 507 117 Mk. (110 Mk. Kopfbe­ lastung.) Avg. Lutz verunglückt. Am Montag nach­ mittags fuhr der ihn Oettingen wohnende Landtagsabgeordnete Lutz (Bauernbund) mit deM von Polsingen nach Oettingen kommenden Postwagen hierher. AIs der Wagen vor den Schranken hielt, scheuten die Pferde -vor dem vorbeifahrenden Zuge, und Landtagsabgeord­ neter Lutz, der agrs dem Bocke saß, fiel so un­ glücklich vom Wagen, daß sein xechter Ober­ arm brach und ein Achselgelenk ausgerenkt wurde. Außerdem wurde Herr Lutz im Ge­ sichte leicht verletzt. Dche Brotration wird in München bei der kleinen Karte aus 14, bei der großen auf 18 Pfund erhöht. Befitztvechsel. Einer der schönsten und größ­ ten Herrschaftssitze am Starnbergersee und zwar jener der Frau Prinzessin von Ratibor ging durch Vermittlung der Firma Lorenz Thoma u. Co. in München an Herrn Direktor Paul Metz aus Frank­ furt käuflich über. ────────── Allerlei. Allerlei. ────────── Trtstbach>es zusamjmenbrach. ,unb die Kinder in das Wasser stürmten. Durch Mut und an­ erkennenswerte Geistesgegenwart gelang es dem braven Mädel, ,die Gespielinnen bentf hoch­ gehenden Wasser zu entreißen. ────────── Dienstesnachrichten. Schuldienst. Die Volksschullehrer-, Mesnerund Organtstenstelle in Furth, K. Distriktsschulinspektion Lanbshut II in Gündlkofen, kommt ab 1. Noo. 1915 zur Erledigung. Endtermin für Bewerbungen 28. Sept. 1915. Die Volsschullehrer-, Mesner- und Organistenstelle in Walsing, K. Dtstrtktsschultnspektion Vtlrhofe II tn Vilshofen, kommt ab 1. Oktb. 1915 zur Erledigung. Endtermin für Bewerbungen 28. Sept. 1915. Die Volksschullehrer-, Mesner- und Organtstenstelle tn Rimbach, K. Distrittsschultnspektton Dingolfing II in Hofdorf, kommt ab 1. Oktb. 1915 zur Erledigung. Endtermin für Bewerbungen 28. Sept. 1915. ────────── ffernung asler Journalisten von der ArgonnenIfront. Tie Verluste, die die Franzosen in den letzten Kämpfen innert Argonnen erlitten, imerben als die stärksten aller bisherigen Argonnenkämlpse bezeichnet und mindestens aus 38 000 Mann beziffert. (Z.) Französischse Ansuchten über die russische Lage. Paris, 15. Sept. Der "Tenchs" ist in der Beurteilung der Militärischen Lage Ruß­ lands sehr skeptischl gesinnt. IM Norden seien die Russen zum imeiteren Rückzug gezwungen ünd auf dem südöstlichen Kriegsschauplätze drohe der Vormarsch der Verbündeten die Rus­ sen zur Räumiung Rownos zu zwingen. Daher sei auch der Ausgang der Schlacht gM Sereth von untergeordneter Bedeutung. Man wird in einigen Tagen wissen, ob die russische Offen­ sive, die zu so großen Hoffnungen berechtigte, fortgesetzt werden kann. Eine Schlecht frei Tarnopol. K. 'K. K r i e g s p r e s s eq u a r t i e r, 15. Sept. Tie Kämlpfe am Sereth sind nach bie vor von großer Heftigkeit. Die Russen haben sich in der Idee, hier durch Teilerfolge das Bild der GesaMtlage zu verbessern, förmlich verbissen und opfern zu diesem Zwecke imfmjer neue Menschenmassen hin. (Z.) Erfolg eknes österr.-nngar. Unterseebootes. Berlin, 15. Sept. Wie die "Voss. Ztg." aus Wien erfährt, hat ein österr.-ungar. Un-, terseeboot unter dem Komlmändo des Schiffs­ leutnants Ritter b. Trap^v vor einigen Tagen in der Adria einen großen britischen TransportdaMpfer versenkt. An freu Tardanellen. Berlin, 15. Sept. Der "Berl. Lok.Anz." schreibt: Die an den Dardanellen ein­ getretene Ruhe hat nichts Erstaunliches. Das Herannahen des Winters lasse den Verbün­ deten nur noch eine kurze Spanne Zeit, noch einmal ihr Glück an den türkischen Linien zu versuchen. Man erbartet daher noch in dieser Woche einen allgemeinen Angriff, zu dem seit Tagen die Vorbereitungen iM Gange sind. Ausweisung eines englischen Handelsspions aus Schweden. Stockhokch, 15. Sept. Ein Engländer, der Sprachlehrer Roß, welcher längere Zeit begen Handelsspionage in Malmö beobachtet borden war, ist jetzt aus Schweden ausgewiesen borden. Tjer "Arafric"-Fall. WTB. Washington, 15. Sept. (Durch Funkspruch unsres Privatkorrespondenten.) Die Associated Preß cheldet: Botschafter Graf Bernstorfs und Staatssekretär Lansing hatte eine halbstündige Besprechung über die durch! den Untergang der "Arabic" geschaffenen Lage. jMan glaubt allgemein, daß, ehe die Vereinig­ ten Staaten in forchelle Verhandlungen ein­ treten, es noiwendig sein werde, daß Deutsch­ land seine Versicherung, mit Angriffen von Unterseebootenaus Passagierschiffe aufzuhören/ bestätigt. ────────── Westlicher Kriegsschauplatz. Unter teilweise .sehr lebhafter Tätigkeit der Artillerie verlief der Tag sonst ohne we-. sentliche Ereignisse. ' Ein schwacher französischer Vorstoß gegen das Schleusenhaus von Sapigneul (nordwest­ lich von Reims) "wurde zurückgeschlagen. Auf Trier, Wörchingen, Chateau-Salines und Donaueschingen wurden von feindlichen. Fliegern BoMben geworfen. Bei Donaueschin­ gen wurde ein Personenzug Mt Maschinen-, gewehrfeuer beschossen. Es sind einige Perso­ nen getötet oder verletzt. Aus dem über Trier erschienenen Geschwa­ der wurde ein Flugzeug bei Bomfflfcringen (süd­ westlich von Fentsch) heruntergeschossen. , | ────────── Lokales. Laudshut, 15 September. —* Musterung der Untauglichen. Zu der neuerlichen Musterung der Untauglichen haben sich alle unausgebildeten und ausgebildeten Mannschaften zu melden, die zwischen dem 15. Dezember 1869 und den 31. Dezember 1895 geboren sind und bei Aushebungen (Generalmusterung) in Friedens­ zeiten oder bei den Kriegs- und Landsturmgeschäften während des Krieges als dauernd untaug­ lich (ausgemustert) erklärt wurden Die unausgebildelen Mannschaften haben sich bet dem Militär­ bureau des Magistrats, die ausgebildeten beim Bezlrkskommando zu melden. —* Eine Vlehzwifchenzählung fin­ det «uns 1. Oktober 1915 statt. Sie ist eine kriegswirtschaftliche Maßnahme von besonderer Bedeutung und daher Mt größter Sorgfalt durchzuführen. Die erforderlichen Einleitun­ gen sind ungesäuM zu treffen. Die Durchs sührung der Erhebung obliegt den Gemeinde­ behörden, in Landshut be,m| Stadtimagistrat. Sie erfolgt Mttels Haushaltungslisten, auf welchen die Haushaltungsvorstände zu bestä­ tigen haben, daß ihre Angaben nach bestem Wissen und Gewissen gemacht sind. —* Die Goldrüstung der Reichs­ bank betr. Zur siegreichen Durchhaltung des uns frevelhaft aufgedrungenen Krieges ist auch die Stärkung unserer finanziellen Wehrkraft erforderlich, welche in erster Reihe miterzielt wird durch die Stärkung des Goldbestandes unserer Reichsbank, da letztere nach dem Bankgesetz in der Lage ist, den dreifachen Betrag ihres Goldbe­ standes in Note» auszugeben; das Papiergeld ist in der Hand des Einzelnen soviel wert wie Gold. Es ist also eine hervorragend vaterländische Pflicht für jedermann, das in seinen Händen befindliche Gold­ geld restlos, auch wenn es sich nur um ein einzelnes 10 Mk. Stück handelt, ungesäumt zum Umtausch bei Banken oder staatlichen und sonstigen öffentlichen Kaffen zu bringe«, — Bringt das Gold zur Reichsb anki —* VolSfchulen. An der Knabenschule St. Rtkola, die während des Krieges Halbtagesunterrtcht tn der Klosterschule Seligenthal erhält, sind 691 Knaben eingeschrieben worden, an der Mädchen­ schule Seligenthal 682 Mädchen. —* In französischer Gefangen- : s ch a f t. Der feit längerer Zeit vermißte Sohn des ' Herrn Korbwarenfabrikanten Banzer, Herr Vtzefeld- j webel Banzer, der sich bereits das Eiserne Kreuz . und das Bayer. Militär-Verdtenstkreuz mit Krone und Schwertern verdient hat, ist nach einer Mit­ teilung, die jetzt an feine Eltern gelangte, tn franzö­ sische Gefangenschaft geraten. —* Während einer Verhandlung am Landgerichte wurde gestern eine Angeklagte, die sich wegen Dienstentlausens zu verantworten hatte, plötzlich von Krämpfen befallen und mußte von der herbeigerufenen Santtätskolonne ins städt. Kranken­ haus verbracht werden. Die Verhandlung mußte auf Nachmittag verschoben werden. Als die Ange­ klagte Nachmittags wieder im Gerichtssaal erschien, erkrankte sie neuerdings und mußte wieder ins Krankenhaus zurückverbracht werden. Die Verhand­ lung endete mit ihrer Freisprechung. —* Sie Feier der Ewigen Anbe­ tung fand gestern unter zahlreicher Betei­ ligung von Andächtigen in der Pfarrkirche St. Martin statt. VorMttags vereinigte eine GeneralkoMnnnion die Mitglieder des Ver­ eins der "Ewigen Anbetung. Abends beschloß eine Predigt Mt darauffolgender Prozession ünd Einsetzung des Allerheiligsten die Feier. —* Vorläufiges Weiterb est ehe n d,er Darlehenskassen auch nach Be­ endigung des Krieges. Die Nordd. All­ gemeine Zeitung schreibt: Es ist die Besorgnis geäußert worden, daß die Darlehenskassen des Reiches alsbald nach Beendigung des Krieges aufgelöst werden würden und daß alsdann sich die Notwendigkeit ergeben könnte, die für geschäftliche Unternehmungen * erforderlichen Geldmittel zu hohen Bankzinsen und Pro­ visionen zu bezahlen. Demgegenüber ist zu betonen, daß in Aussicht genommen ist, die Darlehenskassen noch längere Zeit nach Frie­ densschluß in Tätigkeit zu erhalten, gerade um die Ueberführung in die Friedensverhältnisse zu erleichtern. Mithin liegt kein Anlaß vor, Zeichnungen auf Kriegsanleihen jetzt aus dem Grunde zu unterlassen, um Geldmittel für die Zeit nach Beendigung des Krieges für neue Anlag,«werte zu halten. Darlehenskassen und Kriegsanleihe: Anscheinend werden mänche von der Zeichnung auf Kriegsanleihen durch die Besorgnis abgehalten, daß sie nicht in der Lage wären, das etwa bei einer Darlehens^ fasse des Reiches aufgenommene Darlehen rechtzeitig zurückzuzahlen. Demgegenüber Möge wiederholt darauf hingewiesen werden, daß die Darlehenskassen hinsichtlich einer Ver­ längerung des gewährten Darlehens das weit­ herzigste Entgegenkommen betätigen werden. Eine Kündigung zu ungelegener Zeit steht nicht zu befürchten. Die Darlehenskassen werden auch nach Friedensschluß noch geraume Veit fortbestehen, sodaß nieMand zu besorgen braucht, etwa bei Friedensschluß durch die Verpflichtung zur Zurückzahlung des Dar­ lehens in Schmierigkeiten zu geraten. —* Tätigkeitsbericht der KoMmission zur Unterstützung bedürftiger Angehöriger von ins Felld gezogenen Kriegern pro Monat August 1915. Bis 31. August sind dem Komitee an freiwilligen Spenden Rathaus Zimjwer Nr. 2 zur Verfügung gestellt worden: Eingegangen lt. Sammelliste 71 021 Mark, die Ausgaben be­ trugen 54 495,94 Mark, verbleiben 16 525,06 Mark. Wertpapierbestand: 1700 Mark. Die Zahl der bisher zur EMpfangnahM reichs­ gesetzlicher Unterstützung angeMldeten Fälle vetrug: 1397 (bisher 1370), Mehrung 27 Fälle. Eingelwiesen: 1336 (bisher 1311), Mehrung 25 Fälle. Abgewiesen:61 Fälle. Die Pro Monat August an reichsgesetzlicher Unterstüt­ zung ausbezahlten Beträge beziffern die SuM Me von 19 992,40 Mark bei 1336 Fällen. Die Leistungen an freiwilligen Spenden betrugen: 4869 Mark bei 516 Fällen (bisher 496). Die bekannt geiwordenen Unterstützungen der Ar­ beitgeber beziffern die SuMmie von 4500 Mkohne Gehälter für das nicht deM Arbeiter­ stande angehörige Personal. Die von der Stadt an Angehörige städtischer Arbeiter, Weicheins Feld gezogen sind, gewährten Unterstützungen betragen pro Monat August 712 Mark. Nicht eingerechnet sind die den berechtigten EM pfängern ev. noch, zufaUenden Gaben von der freiwilligen Feuerwehr. — Pakete nach Bulgarien und da­ rüber hin au s. AMlich wird bekannt getntacfjt: Die Postverwaltung von Bulgarien be­ klagt sich darüber, daß die Verpackung der für Bulgarien, Griechenland und die Türkei bestimmten Pakete vielfach den zur Zeit be­ stehenden besonders schwierigen und umständ­ lichen Beförderungsverhältnissen nicht ent­ spreche. Da die Pakete oft umtzeladen wer­ den und bisweilen längere Zeit in größeren Stapel lagern Müssen und unter diesen Um­ ständen den Ernwirtüngen von Druck undStoß sowie Witterungseinflüssen in hohem Maße i ausgesetzt sind, ist eine besonders starke und | sorgfältige Verpackung und Verschnürung der ! Sendungen unbedingt erforderlich. Die Post| anstalten sind angewiesen, nicht genügend ver1 packte oder verschnürte Pakete von der An1 nähme auszuschließen. —* Selbstmord, verübte gestern in gei­ stiger Störung die Gattin des. OekonoMen Herrn Johann Zettl i,M benachbarten Alt­ heim .Die Frau hatte in der Nacht ein von einem ihrer Kinder im Schlafzimmer beim Nüsseessen vergessenes 'Messer ergriffen und sich durch einen Stich in den Hals getötet. Der Gatte Mt seiner zahlreichen Familie wird all­ seits bedauert. —* Eine Ausstellung von prächtigen Aquarellgemälden hat unser einheimischer Malkünstler^ Herr Lehrer Scheibenzuber tn einem Schaukasten am Hause des Herrrn Essig- und Ltkörfabrikanten Oberhoser tn der Altstadt veranstaltet. Es sind meister­ haft gelungene Gemälde, die dem Können und der Schaffensfreude des Künstlers volles Lob spenden, Landschaftsbilder, die durch ihren flotten Stil und die prächtige Farbevharmonke den Beschauer ent­ zücken.