Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1916-01-24. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 69. Jahrgang Nr. 17, 1916-01-24. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert. Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen. Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes 'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/) der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)" ──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────── Kurier für Niederbayern Jahrgang 69 Nummer 021 24. Januar 1916 ────────── Montenegros Waffenstreckung im Gange. Erfolgreiche Mmrnstirengnng im Westen. — Russische Teilangrtsfe in Galizien und Wol­ hynien abgewiesen. — Die montenegrinischen Häfen Antidari und Dnleigno von den Oesterreichern besetzt. — Freilaffung der gefangenen Konsuln f Montenegros Waffenstreckung im Gange. Kampfhandlungen die Unterwerfung des Lan­ des hinauszögern sollten. Hat Nikita aber bewußt mit Hinterlist und Tücke gehandelt,, so hat er damit auch das Anrecht puf die Großmut unsrer Verbündeten verwirkt. AM des deutschen HWtWttiers. WTB. Beirlin, 22. Januar, mittags. (Großes Hauptquartier.) Westlicher Kriegsschauplatz. Südöstlich von Ipern zerstörten wir durch eine Mine die feindlichen Gräben in einer Breite von 70 Metern. Unsere Stellungen zwischen der Mosel und den Vogesen, sowie eine Anzahl von Ort­ schaften hinter unserer Front wurden vom Feinde ergebnislos beschossen. Seitlicher Kriegsschauplatz. Bei Smorgon und vor Dünaburg Artilleriekämpfe. ; Balkaukrtegsscharchlatz. , Nichts Neues. Oberste Heeresleitung. WTB/ Berlin, 23. Januar, mittags. (Großes Hauptquartter.) Westlicher Kriegsschauplatz. Bei Neuville, nördlich Arras, bemächtig­ ten sich unsre Truppen nach einer erfolgreichen Minensprengung der vordersten feindlichen Stellungen in einer Breite von 250 Metern. Wir machten 71 Franzosen zu Gefangenen. In den Argonnen besetzten wir nach kur­ zem Handgranatenkampf ein feindliches Gra­ benstück. i Militärische Anlagen östlich von Belsort Wurden mit Bomben belegt. Seitlicher Kriegsschauplatz. und Balkan-Kriegssch«uiplatz. Die Lage ist unverändert. ji). Oberste Heeresleitung- Bericht des deutschen Hauptquartiers. Kampfhandlungen die Unterwerfung des Lan­ des hinauszögern sollten. Hat Nikita aber bewußt mit Hinterlist und Tücke gehandelt,, so hat er damit auch das Anrecht puf die Großmut unsrer Verbündeten verwirkt. AM des deutschen HWtWttiers. WTB. Beirlin, 22. Januar, mittags. (Großes Hauptquartier.) Westlicher Kriegsschauplatz. Südöstlich von Ipern zerstörten wir durch eine Mine die feindlichen Gräben in einer Breite von 70 Metern. Unsere Stellungen zwischen der Mosel und den Vogesen, sowie eine Anzahl von Ort­ schaften hinter unserer Front wurden vom Feinde ergebnislos beschossen. Seitlicher Kriegsschauplatz. Bei Smorgon und vor Dünaburg Artilleriekämpfe. ; Balkaukrtegsscharchlatz. , Nichts Neues. Oberste Heeresleitung. WTB/ Berlin, 23. Januar, mittags. (Großes Hauptquartter.) Westlicher Kriegsschauplatz. Bei Neuville, nördlich Arras, bemächtig­ ten sich unsre Truppen nach einer erfolgreichen Minensprengung der vordersten feindlichen Stellungen in einer Breite von 250 Metern. Wir machten 71 Franzosen zu Gefangenen. In den Argonnen besetzten wir nach kur­ zem Handgranatenkampf ein feindliches Gra­ benstück. i Militärische Anlagen östlich von Belsort Wurden mit Bomben belegt. Seitlicher Kriegsschauplatz. und Balkan-Kriegssch«uiplatz. Die Lage ist unverändert. ji). Oberste Heeresleitung- Westlicher Kriegsschauplatz. Oestlicher Kriegsschauplatz. Westlicher Kriegsschauplatz. Kampfhandlungen die Unterwerfung des Lan­ des hinauszögern sollten. Hat Nikita aber bewußt mit Hinterlist und Tücke gehandelt,, so hat er damit auch das Anrecht puf die Großmut unsrer Verbündeten verwirkt. AM des deutschen HWtWttiers. WTB. Beirlin, 22. Januar, mittags. (Großes Hauptquartier.) Westlicher Kriegsschauplatz. Südöstlich von Ipern zerstörten wir durch eine Mine die feindlichen Gräben in einer Breite von 70 Metern. Unsere Stellungen zwischen der Mosel und den Vogesen, sowie eine Anzahl von Ort­ schaften hinter unserer Front wurden vom Feinde ergebnislos beschossen. Seitlicher Kriegsschauplatz. Bei Smorgon und vor Dünaburg Artilleriekämpfe. ; Balkaukrtegsscharchlatz. , Nichts Neues. Oberste Heeresleitung. WTB/ Berlin, 23. Januar, mittags. (Großes Hauptquartter.) Westlicher Kriegsschauplatz. Bei Neuville, nördlich Arras, bemächtig­ ten sich unsre Truppen nach einer erfolgreichen Minensprengung der vordersten feindlichen Stellungen in einer Breite von 250 Metern. Wir machten 71 Franzosen zu Gefangenen. In den Argonnen besetzten wir nach kur­ zem Handgranatenkampf ein feindliches Gra­ benstück. i Militärische Anlagen östlich von Belsort Wurden mit Bomben belegt. Seitlicher Kriegsschauplatz. und Balkan-Kriegssch«uiplatz. Die Lage ist unverändert. ji). Oberste Heeresleitung- Oestlicher Kriegsschauplatz. Der österr.-uug. Heeresbericht. Der östm.-aug. Heeresbericht. WTB. Wien, den 22. Januar. — Amtlich wird gemeldet: Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Waffenstreckung des montenegrinischen | Heeres, die die Vorbedingung für weitere Friedensverihandlungen bildet, ist int Gange. Die österreichisch-ungarischen Truppen tra­ ten zu diesem Zweck, jede Feindseligkeit un­ terlassend, den Vormarsch in das Innere des Landes an. Die montenegrinischen Soldaten haben, wo sie mit unseren Abteilungen zusam­ mentreffen, die Waffen abzugeben und können, wenn dies ohne Widerstand geschieht, in ihren Heimatorten unter angemessener Aufsicht ih­ rer Beschäftigung nachgelhen. Wer Widerstand leistet, wird gewaltsam entwaffnet und kriegs­ gefangen abgeführt. Eine solche durch! militärische Gründe so­ wie durch die Eigenart des Landes und seiner Bevölkerung bedingte Lösung wird am rasche­ sten dem seit langen Jahren vom Krieg heim­ gesuchten Montenegro den Frieden wiederzu­ geben vermögen. Das montenegrinische Ober-Kommando wurde in diesem Sinne unterrichtet. s Russischer Kriegsschauplatz. Gestern fanden an der ganzen Nordost­ front Geschützkämpse statt. Bei Berestiany in Wolhynien wiesen unsere Truppen russische Streiskommandos ab. Heute in der Frühe begann der Feind wie­ der mit feinen Angriffen gegen Teile unserer beIarabischen Front. Wir schlugen ihn zürück. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Tätigkeit der italienischen Artillerie war gestern an mehreren Abschnitten der kü­ stenländischen und der Dolomitenfront lebhaf­ ter als in den letzten Tagen. ' Auch Riva wurde wieder aus schweren Geschützen beschossen. Der stellvertretende Ches des Generalstabes r v. H o e s e r, Feldmarschalleutnant. WTB. Wien, 23. Januar. Mittags, — Amtlich! wird verlautbart: Russischer Kriegsschauplatz. Auf der Höhe von Tolzok nördlich von Bojan am Pruth sprengten wir vorgestern abends einen russischen Graben durch Minen in | die Luft. Von der 300 Mann starken Besät- Im Westen zerstörten die Unsern durch Minen feindliche Gräben bei Ipern und Neu­ ville. 71 Franzosen wurden gefangen. In den Argonnen wurde nach Handgranatenkampf ein feindliches Grabenstück besetzt. Militärische Anlagen von Belfort wurden mit Bomben be­ legt. : Aus dem Osten und von den deutschen Balkantruppen liegen keine besonderen Nach­ richten vor. In Galizien sprengten unsre Verbünde­ ten einen feindlichen Graben, wobei die Be­ satzung fast völlig umkam. Bei Uscieczkolst und Tubno griffen die Russen an, wurden aber mit schweren Verlusten zurückgeworfen. An der italienischen Front kam es nur zu Geschützkämpsen und einem schwächlichen An­ griff der Italiener bei Flitsch. Mit Montenegro haben bereits 1500 Ser­ ben die Waffen gestreckt. Tie Adriahäsen Antivari und Dulcigno wurden von den österr.ungar. Truppen besetzt. Aus Montenegro kam gestern eine Sen­ sationsmeldung über Rom, in welcher ange­ kündigt wurde, daß König Nikita in Brindistz angekommen sei und nach Lyon Weiterreise, Wohin ihm bereits die Königin vorausgeeilt ist. Zugleich wird gemeldet, daß die Ein­ leitung der Verhandlungen mit OesterreichUngarn nur ein Manöver gewesen sei, um den österreichischen Vormarsch! um 8 Tage aufzu­ halten. Der amtliche Bericht unsrer Verbün­ deten konstatiert aber ausdrücklich, daß die Ent­ waffnung des montenegrinischen Heeres im Gange sei. Dazu haben die österr.-ungar. Truppen den Vormarsch in das Innere des Landes angetreten, wo sie die Entwaffnung vornehmen. Tie Meldung aus Rom ist daher wenig glaubwürdig, umsomehr als die gimt' Teil bereits erfolgte Entwaffnung und der Verlust nahezu der gesamten Artillerie das montenegrinische Heer zu einem Widerstände ohnedies nicht mehr befähigt. Wenn aber tat­ sächlich! einzelne Gruppen weiteren Kampf im Bandenkrieg versuchen sollen, so werden die Oesterreicher wohl ohne Zögern mit der gan­ zen Strenge des Kriegsrechtes diese Bewegung zu unterdrücken wissen. Sollte aber wirklich König Nikita außer Landes gegangen sein, so dürften die Folgen dieses unüberlegten (oder gezwungenen?) Schrittes er selbst und seine Familie zu tragen haben. So oder so! Mon­ tenegro ist erledigt, selbst wenn noch einige Kampfhandlungen die Unterwerfung des Lan­ des hinauszögern sollten. Hat Nikita aber bewußt mit Hinterlist und Tücke gehandelt,, so hat er damit auch das Anrecht puf die Großmut unsrer Verbündeten verwirkt. AM des deutschen HWtWttiers. WTB. Beirlin, 22. Januar, mittags. (Großes Hauptquartier.) Westlicher Kriegsschauplatz. Südöstlich von Ipern zerstörten wir durch eine Mine die feindlichen Gräben in einer Breite von 70 Metern. Unsere Stellungen zwischen der Mosel und den Vogesen, sowie eine Anzahl von Ort­ schaften hinter unserer Front wurden vom Feinde ergebnislos beschossen. Seitlicher Kriegsschauplatz. Bei Smorgon und vor Dünaburg Artilleriekämpfe. ; Balkaukrtegsscharchlatz. , Nichts Neues. Oberste Heeresleitung. WTB/ Berlin, 23. Januar, mittags. (Großes Hauptquartter.) Westlicher Kriegsschauplatz. Bei Neuville, nördlich Arras, bemächtig­ ten sich unsre Truppen nach einer erfolgreichen Minensprengung der vordersten feindlichen Stellungen in einer Breite von 250 Metern. Wir machten 71 Franzosen zu Gefangenen. In den Argonnen besetzten wir nach kur­ zem Handgranatenkampf ein feindliches Gra­ benstück. i Militärische Anlagen östlich von Belsort Wurden mit Bomben belegt. Seitlicher Kriegsschauplatz. und Balkan-Kriegssch«uiplatz. Die Lage ist unverändert. ji). Oberste Heeresleitung- Kampfhandlungen die Unterwerfung des Lan­ des hinauszögern sollten. Hat Nikita aber bewußt mit Hinterlist und Tücke gehandelt,, so hat er damit auch das Anrecht puf die Großmut unsrer Verbündeten verwirkt. AM des deutschen HWtWttiers. WTB. Beirlin, 22. Januar, mittags. (Großes Hauptquartier.) Westlicher Kriegsschauplatz. Südöstlich von Ipern zerstörten wir durch eine Mine die feindlichen Gräben in einer Breite von 70 Metern. Unsere Stellungen zwischen der Mosel und den Vogesen, sowie eine Anzahl von Ort­ schaften hinter unserer Front wurden vom Feinde ergebnislos beschossen. Seitlicher Kriegsschauplatz. Bei Smorgon und vor Dünaburg Artilleriekämpfe. ; Balkaukrtegsscharchlatz. , Nichts Neues. Oberste Heeresleitung. WTB/ Berlin, 23. Januar, mittags. (Großes Hauptquartter.) Westlicher Kriegsschauplatz. Bei Neuville, nördlich Arras, bemächtig­ ten sich unsre Truppen nach einer erfolgreichen Minensprengung der vordersten feindlichen Stellungen in einer Breite von 250 Metern. Wir machten 71 Franzosen zu Gefangenen. In den Argonnen besetzten wir nach kur­ zem Handgranatenkampf ein feindliches Gra­ benstück. i Militärische Anlagen östlich von Belsort Wurden mit Bomben belegt. Seitlicher Kriegsschauplatz. und Balkan-Kriegssch«uiplatz. Die Lage ist unverändert. ji). Oberste Heeresleitung- Kampfhandlungen die Unterwerfung des Lan­ des hinauszögern sollten. Hat Nikita aber bewußt mit Hinterlist und Tücke gehandelt,, so hat er damit auch das Anrecht puf die Großmut unsrer Verbündeten verwirkt. AM des deutschen HWtWttiers. WTB. Beirlin, 22. Januar, mittags. (Großes Hauptquartier.) Westlicher Kriegsschauplatz. Südöstlich von Ipern zerstörten wir durch eine Mine die feindlichen Gräben in einer Breite von 70 Metern. Unsere Stellungen zwischen der Mosel und den Vogesen, sowie eine Anzahl von Ort­ schaften hinter unserer Front wurden vom Feinde ergebnislos beschossen. Seitlicher Kriegsschauplatz. Bei Smorgon und vor Dünaburg Artilleriekämpfe. ; Balkaukrtegsscharchlatz. , Nichts Neues. Oberste Heeresleitung. WTB/ Berlin, 23. Januar, mittags. (Großes Hauptquartter.) Westlicher Kriegsschauplatz. Bei Neuville, nördlich Arras, bemächtig­ ten sich unsre Truppen nach einer erfolgreichen Minensprengung der vordersten feindlichen Stellungen in einer Breite von 250 Metern. Wir machten 71 Franzosen zu Gefangenen. In den Argonnen besetzten wir nach kur­ zem Handgranatenkampf ein feindliches Gra­ benstück. i Militärische Anlagen östlich von Belsort Wurden mit Bomben belegt. Seitlicher Kriegsschauplatz. und Balkan-Kriegssch«uiplatz. Die Lage ist unverändert. ji). Oberste Heeresleitung- ────────── zung konnten nur einige Leute lebend geborgen Werden. Zn öA Nacht von gestern auf heute ver­ trieben unsre Truppen den Feind aus einer seiner Verschanzungen. Nordwestlich von Uscieczkolst ist eine von uns eingerichtete Brückenschanze seit längerer Zeit das Kampfziel zahlreicher russischer An­ griffe. Fast jeden Tag kommt es zu Nählämpfen. Tie braven Verteidiger halten allen Anstürmen stand. Südlich von Dubno griff der Feind heute früh nach starker Artillerievorbereitung un­ sere Stellungen an. Er wurde mit schweren Verlusten zurückgeschlagen. Italienischer Kriegsschauplatz. Am Tolmeiner Brückenkopf, im Westlichen Abschnitt des Karnischen Kammes und an ein­ zelnen Teilen der Tiroler Front fanden Ge­ schützkämpfe statt. Im Raume von Flitsch wurde ein Angriff einer schwächeren feindlichen Abteilung am Romboühang abgewiesen. Einer unsrer Flieger warf auf Magazine der Italiener in Borgo Bomben ab. Südöstlicher Kriegsschauplatz: Tie Waffonstrecknng der Montenegriner nimmt ihren Fortgang. An zahlreichen Punk­ ten des Landes wurden die Waffen niederge­ legt. An der Nordostfront von Montenegro, er­ gaben sich in den letzten Tagen über ISO» Serben. Tie Adria-Häfen Antivari und Duteigno Wurden von unsren Truppen besetzt. Der stellvertretende Chef des Generalstabesr v. H o e f e r, Feld marschalleutnant. ────────── Amerika und Tentschtand. Wien, 22. Januar. Die "Neue Freie Presse" meldet: In amerikanischen Kreisen Wiens ist man der Ansicht, daß sich die Be­ ziehungen der Bereinigten Staaten zu Deutsch­ land immer günstiger gestalten und daß sich der Verkvhr der beiden Staaten auf dem Fuße ausgezeichneter Freundschaft vollzieht. Es scheint, daß das Bestreben der Vereinigten Staaten gegenwärtig darauf gerichtet ist, Eng­ land zu veranlassen, sich hinsichtlich. der Blokkade innerhalb der anerkannten völkerrechtli­ chen Grenzen zu halten. Tie Mission des Obersten House ist eminent friedlicher Natur und von dem Bestreben geleitet, eine bessere Verständigung Zwischen den Regierungen an­ zubahnen. Tatsächlich, haben die Beziehungen der Mittelmächte zu Amerika eine befriedigen­ dere Gestaltung angenommen. Was insbesonders die Beziehungen Oesterreich-Ungarns zu Amerika betrifft, so ist zu betonen, daß zwi­ schen beiden Staaten gegenwärtig keine Streit­ frage schwebt und daß ihre Beziehungen den Charakter normaler Freundschaft angenommen haben. (Wir wollen hoffen, haß dieser rosen­ rote Optimismus nicht verblassen muß.) Amerika ohne Post aus Tentschlant». Seit me>hr als einem Monat sind hier Postsendungen aus Deutschland, besonders Briefe, Zeitungen und Zeitschriften, wie der "B. Z." gedrahtet wird, wicht mehr einge­ troffen, svdaß man annehmen kann, daß die deutsche Post von Anfang Dezember den ame­ rikanischen Empfängern nicht nwhr in die Hän­ de gelangt sind. Wahrscheinlich! haben englische Schiffe die Postbeutel für Amerika geräubert. ────────── Ansicht, die fünfprozentige Anleihe habe einen hübschen Ertrag gehabt, aber man dürfe Wohl sagen, daß Frankreich nicht sein Aeutzerstes getan habe, nicht einmal so viel, wie sei­ nem alten Rufe als Weltbankier entspreche. In der Erkenntnis, daß der Krieg lange dau­ ern werde, Wtten sich vermutlich viele Kapi­ talisten gesagt, daß diese Anleihe nicht die letzte sei und daß man ebenso patriotisch handle, wenn man noch warte. So erklären Wir uns die Zurückhaltung nicht aus Pessimis­ mus, sondern aus 'der Absicht, das Teld für den letzten Ansturm aufzubewähren. Am westlichen Kriegsschauplatz. Am westliches KriegrWsM Tie vorsichtigen Anleihezeichner in Frankreich. Die "Bataille" vom 14. Januar ist der ────────── Der Krieg mit Italien. Ier Krieg mit Asliev. Tie "mutige" Flotte. Berlin, 23. Januar. Tie "Tägl. Rund­ schau" meldet aus Wien: T.er' Berichterstatter des "Neuen Wiener Tagblattes" meldet die in­ teressante Tatsache, daß während der Kämpfe um den Lovzen ein italienisches Geschwader von zwei Kreuzern und zwei Torpedobooten in einer Entfernung von 30 Kilometern auf­ tauchte, sich jedoch ohne einzugreifen wieder entfernte. ────────── Russen dauern fort. Nach Bagdader Berichten kämpfen 6000 berittene Krieger aus Karmandschah Mischen Sengur und Essad Arbad gegen die Russen . Der Sohn des Bachtiarenhauptes Amir Mufachan ist mit 1000 Reitern nach Devlet abgegangen. Von größter Wichtigkeit ist die Nachricht, daß Nisam Saltane Mit 10000 Kriegern nach Nitavent gezogen ist. Es be­ stätigt sich auch, daß er den Russen und EngImtbmt in aller Form den Krieg erklärt hat. Konstantinopel, 22. Jan. Wie die Agentur Milli von der persischen Grenze er­ fährt, besetzte die türkische Vorhut mit Un­ terstützung der muselmanischen Krieger am 6. Januar Marhamstabad. Ter Feind, der Ver­ luste an Toten und Verwundeten erlitten !hatte, flüchtete nach Marssha . Er zieht sich auch aus Seldos (?) zurück. Tie letzten türkischen Siege bei Aserbeidschan machten auf die Stämme einen großen Eindruck. Zahlreiche Krieger schließen sich täglich den türkischen Truppen an. Ter erste Gefangenentransport wurde nach Mossul geleitet. Die vom Feinde im Stiche ge­ lassene Munition wird unter den Stämmen verteilt. ────────── Der Krieg mit England. die Washingtoner Regierung habe die Zahlen . über die enorm erhöhte amerikanische Aus| führ nach Holland und Skandinavien, die der - Washingtoner Vertreter der "Mornin g Post" mitteilen konnte und die in England solchen Aufruhr machten, absichtlich, durchsickern las­ sen, um der amerikanischen öffentlichen Mei­ nung die geplante Blockadeverschärsung plau­ sibler zu machen. Im englischen Unterhaus besprach Asquith die Munitionsherstellung in England und meinte am Schlüsse, er bebaute, sagen zu müssen, daß das, was bisher erreicht Wurde, hinter den Erfordernissen des jetzt Not, wendigen zurückbleibe. | Englands "Freiheiten". j Haag, 2i. Jan. Gestern entschied das höchste englische Gericht, daß das Reichsver­ teidigungsgesetz, die Habeas-corpus-Akte, seit i Jahrhunderten der Stolz Englands, suspen;! hiert und jeder Engländer heute ohne ein vorangegangenes gerichtliches Verführen ein­ gesperrt und gefangen gehalten werden kann. Die liberale Presse nimmt diese verblüffende Entscheidung vhne ein Wort der Kommentie­ rung hin. (Z.) Ser Krieg mit Eaglaid. Flugzeug-Angriff auf Sie englische Osttüstc. London, 23. Januar. (Reuter.) Das Pretzbureau teilt mit: Unter Benutzung des hellen Mondscheines tont heute nachts 1 Uhr ein feindliches Flugzeug an unsre Osiküste und warf schnell hintereinander 9 Bomben ab und kehrte seewärts zurück. Kein militärischer ober) maritimer Schaden Wurde angerichtet, aber Privateigentum erlitt einigen Schaden; eine Brandbombe verursachte ein Feuer, das um 2 Uhr gelöscht wurde. Zwei Zivilisten sind getötet, zwei Männer, eine Frau und drei Kinder leicht verwundet. Tie Neutralen und der englische Blockadeplan. Haag, 23. Januar. Ter Washingtoner "Times"-Vertreter warnt die Wähler, die Asquittz, nachdem er ihnen durch ein Nachgeben in der Wehrzwangsache ihre wichtigste Waffe entrang, nun durch die Parole: "Wir füttern Deutschland" zu Gunsten einer Kombination Carson-Lloyd-George stürzen 'wollen. Sie solsen durch ihren Uebereifer keinen Konflikt mit Washington heraufbeschwören. Eine Krise in den Beziehungen Englands zu Amerika sei im Gange. Wir hören, daß von europäischen neu­ tralen Regierungen England bedeutet wurde, daß sie die Verschärfung der Blockade, wie sie von den englischen Unentwegten gefordert Wird, mit einem Verbot der Ausfuhr gewis­ ser Artikel, besonders von Lebensmitteln, die England von ihnen braucht, beantworten würde. In parlamentarischen Kreisen verlautet, ────────── Aus den Kolonien. Aus dt« Kolonien. Tic Kämpfe in Kamerun. Paris, 23. Januar. Das "Journal" be­ richtet aus London: "Zwischen Madrid, London und Paris hat ein Meinungsaustausch über die Entwaffnung und Internierung deutscher Sol­ daten stattgefunden, welche sich nach! Spanisch* Guinea geflüchtet haben; der Regierung in i Madrid ist mitgeteilt worden, daß die fran­ zösisch-englischen Truppen den Feind auf spa­ nisches Gebiet Verfölgen würden, falls die spa­ nischen Behörden: nicht über genügende Hilfs­ mittel verfügten, um der spanischen Neutra­ lität Beachtung gu verschaffen. Besprechungen hierüber sollen zwischen dem französischen Ge­ neralgouverneur von Aequatorial-Afrika und einem Vertreter von Spanisch-Guinea einge­ leitet sein." Wirtschaftlicher Boykott gegen Teutsche in Australien. "Morning Post" vom 17. Januar bringt ein Reutertelegramm aus Melbourne, wonach der australische Premierminister Hughes auf einem Bankett der Metallbörse nochmals be­ tonte, im jetzigen Kriege handele es sich nicht nur um die nationale, sondern auch um die kommerzielle Vorherrschaft. Er habe dahep alle in Australien eingetragenen GesellschafI ten angewiesen, innerhalb von drei Monaten | ihre deutschen Aktionäre, ob naturalisiert oder I nicht, in den Listen zu löschen. ────────── Tages-Uebersicht. Tsger-WerM. Ter Gesetzentwurf über Sie Kapitalisier­ ung Ser Kriegsrenten, der ursprünglich schon während der Januartagung im Reichstag ein­ gebracht werden sollte, konnte bis dahin von den beteiligten Ressorts nicht fertiggestellt wer­ den. Er wird aber jedenfalls dem Reichstag während seiner nächsten, Mitte März begin­ nenden Tagung vorgelegt werden. Ter Ent­ wurf will es bekanntlich ermöglichen, daß an Stelle der Kriegsbeschädigtenrente eine ein­ malige Abfindung Durch ein Kapital gewährt werden kann. In dieser Frage steckt naturge­ mäß eine ganze Reihe von Schwierigkeiten, die eine eingehende Prüfung notwendig ma­ chen. Unsere Bestände an Brotgetreide. In der Sitzung des verstärkten Haushaltsaus­ schusses des preußischen AbgeordneteUhauses machte der Präsident der Reichsgetreidestelle Dr. Michaelis nähere Mitteilungen über die Bestandsaufnahme der Brotgetreidevorräte am 16. November des Vorjahres und das mut­ maßliche Ergebnis ihrer Nachprüfung. Es ist schon jetzt der Beweis als erbracht anzusehen, daß in Verbindung mit den vom Bundesrat beschlossenen Einschränkungsmaßnähmen des Konsums und der Verfütterung die erfordert lichen Bestände bis zur neuen Ernte und darü­ ber hinaus gesichert sind. Sei., oerständlich muß mit aller Energie der $efav: von Ver­ fütterung am wirksamsten durch beschleunigtes Ausdreschen und Abliefern der Ueberschußbestände an die Reichsgetreidestelle und die Kom­ munalverbände vorgebeugt und bei den Kon­ sumenten die Ueberzeugung wieder zum vollen Leben erweckt werden, daß wir sparen und in jeder Weise haushalten müssen. Holländische Kühe für Teutschtand. Der holländische Ackerbauminister hat gestattet, daß älle Kühe aus dem UeberschWemMungsgebiet in Rordhtolland so schnell als möglich kebend tobet geschlachtet nach! Deutschland ausgeführt Werden. Der Erlös daraus soll den Biehbejsitzern zugute kommen. Zwei bekannte Fir­ men werden mit der Ausfuhr betraut werden. Die Untersuchung der Kühe ist unterdessen be­ gonnen Worden. TW ByrWertung der Sicbenbürger Erdgasquellen. Im ungarischen Abgeordnetenhau­ se begannen die Beratungen des Vertrages der ungarischen Regierung mit der Deutschen Bank in Berlin über die Verwertung 'der Er!dgasquellen in Siebenbürgen. Die Verhand­ lungen werden mehrere Tage in Anspruch neh­ men, Weil zählreiche Abgeordnete der Gegen­ partei gegen die Abtretung eines so wich­ tigen Monopols an eine auswärtige Gesell­ schaft Stellung nehmen wollen und die Ver­ wertung des Erdgases durch den ungarischen Staat selbst fordern. ────────── Schwadron im Quartier liegt, würde iidfji zu Ihnen sagen: Spülen Wir uns heute unsren Kummer hinunter, bis Wir von Gott und der Welt 24 Stunden nichts mehr wissen! — Aber nicht mal das Vergnügen kann man sich lei­ sten! — Adjüs, Adalbert Tankersbach, dort drüben an der Straße steihen die Blottstedter Füchse, der Kutscher braucht Sie nicht zu sehen!" Ohne Gruß stampfte Wussow« durch das Heidekraut. Adalbert hielt wohl eine Viertelstunde auf seinem Platz. Das Wagenrollen da drüben wär längst verhallt. Dann ritt er heimwärts und schüttelte den Kopf. Ein Hexenkessel wär's um den sie herumsaßen! Langsam eilte das Automobil dähin, golddunstig schien die Sonne vom Hinimel, über den Tümpeln und Grabenrändern lagen leichte blaue Schleier. Wenn die sich, ver­ dichteten, durch die Wälder zogen, auf den Wiesen brauten, dann war der Herbst ins Land gekommen und der Hirsch trat in die Brunst. Die Zeit kam, in der die Jägerherzen weit Werden. Joachim Blottstedts empfängliches Auge sah all die Schönheit, mit der sich die Na­ tur vor dem Absterben zu schmücken anfing, Für ihn, den Sproß eines Weidgerechten Ge­ schlechtes, wurde es nun Zeit, die Heimat zu verlassen. Immer schon wär ihm das bitter schwer gefallen. Aber jetzt saß ja fein Weib Mn zur Seite, an das er absichtlich kein Wort seit der Abfährt von Süderlohe gerichtet hatte, es mußte da vieles auf sie einstürmen! . . . Nein, wozu die Gedanken weiter ausspinnen? Das tat nur weh! Lieber ihr hinweghelfen Über die nächsten Stunden. 7 Er wendete sich ihr zu und griff nach ihrer Hand. Sie fuhr zusammen. "Tu Gute!" Ganz leise Ihätte er es gesagt. Da lag such schon wieder ein Lächeln um ihren Mund, ihre Gestalt straffte sich auf. "Ueberschätz mich nicht, Joachim!" Ein herzlicher Händedruck begleitete ihre Worte, der gab ihm Mut. "Das dürfen Wir beide nicht, liebe Grete! Gern brächte ich allein die Opfer, aber Sie lehnte sich an ihn. "Was redest du da? Ich hab' dir nicht nur heut' am Altar Treue geschworen, ich hab' dich auch wirk­ lich lieb, — das vergiß nicht!" Sie hätte es gut gemeint, aber ihre Worte taten ihm bitter weh. Er zog ihre Hand an seine Lippe«. —- ■ ** (Fortsetzung folgt.) ihm von Zeit zu Zeit mechanisch leise von Iben Lippen. Ein Schuß hallte durch die Wälder, das Pferd schreckte zusammen, machte einen Satz. Da erwachten die Lebensgeister des jungen Offiziers wieder. Wo war er denn eigentlich? Wahrscheinlich schon auf Blottstedter Grund und Boden. Wer hatte heute hier zu schie­ ßen? Den Mann wallte er sich genauer anselhen. . . Wars ein Wilddieb, der ihn her­ unterschoß — um so besser, wenn er nur gut traf! . . . Tort führte ein Weg durch die Ktefernschonung — richtig, nun wußte er, wo er Mr. An der lag eine Waldwiese und — da drüben mußte die Landstraße sein. "Nanu?" Wussow riefs, als Adalbert um die Waldecke ritt. "Sie sinds? Ich dachte . Bitter lachte der Rittmeister aus. "Den­ ken wir beiden Sünder heute lieber nicht! Es springt doch nichts Gescheites dabei heraus! ( . . Pudle auf dreißig Schritte! Grobe Sau noch dazu! — Wenn ich das einem erzähle, der mich als Weidmann kennt, glaubt ers ein­ fach nicht! . . . Und wenn ich nicht jetzt schleu­ nigst losfahren müßte nach Zollbrück, um den lettzen Zug nach Bütow zu erwischen, wo meine ────────── Bayerische Nachrichten. Bayerische Nachrichten. Zum Militär-Max Jofeph-Orsensritter ist der Oberstleutnant Anton Staubwässer, Batail­ lonskommandeur im 4. Jnf.-Regt. ernannt wor­ den. ────────── Allerlei. Allerlei. 33V1 Geldstrafe wegen Getreioefütteruug. Das Landgericht in Leipzig verurteilte den Gutsbesitzer Alfons Oehmiger in Badewitz bei Oschatz der bei der Getreidebstandaufnahme einen Teil seines Getreidebestandes verschwie­ gen und ihn dann an die Pferde verfüttert chatte, zu 3300 Mark Geldstrafe oder 220 Ta­ gen Gefängnis. Ein Dienstknecht Oechmigens wurde wegen Beihilfe zu 30 Mark Geldstrafe verurteilt. Großbrand. In der Stadt Molde bei Aale­ sund in Norwegen brach ein Brand aus, der sich mit großer Schnelligkeit verbreitete und den größten Teil der Stadt in Asche legte,. Tie Hälfte der Einwohnerschaft von Molde ist obdachlos. Der Schaden beträgt fast drei Millionen Kronen. ────────── Niederbayerische Nachrichten Niederbayerische Nachrichten Reisbach» 21. Januar. (Kriegszeichen.) Tie hiesige Marktgemeindeverwaltung hat die Nagelung eines "Eisernen Kreuzes" beschlossen. Der Erlös wird der Kriegsfürsorge zugewen­ det. Haardorf bei Osterhofen, 22. Januar. (Le­ bensrettung.) Ter Großökonom Haus Pirkl hat den 14jährigen Tienstbuben Xaver Mader dadurch vom Tode des Ertrinkens gerettet, daß er in den tiefen Haardorfer Bach sprang und nach mehrmaligem vergeblichen Untertauchen im tiefen Wasser den bereits bewußtlosen un­ tergegangenen Knaben mit großer Anstrengung ans Land brachte. Für diese entschlossene mutvolle und menschenfreundliche Tat wurde dem Großökonom Pirkl die Anerkennung der K. Regierung von Niederbayern ausgesprochen. ────────── Niederbayerifches Schwurgericht. Straubing, 21. Jan). 6. Fall. Anklage gegen den ledigen Ar­ menhäusler Ferdinand Gierl von Kollnburg, 45 Jahre alt, wegen Sittlich keitsverbrechens. Die Oefsentlichkeit war während der Verhand­ lung ausgeschlossen. Gierl hatte eine geistes­ kranke Frauensperson mißbraucht. Urteil: 10 Monate Gefängnis. 7. Fall. Anklage gegen den led. Gast­ wirtssohn Anton Krottenthaler von Kapfham, 18 Jahre alt, wegen Notzucht. Auch hier war Uftrier für Riederbatzer». die Oefsentlichkeit der Verhandlung beschränkt. 1 Das Urteil lautete auf eine Gefängnisstrafe I von 1 Jahr 6 Monate, worauf 3 Wochen der Untersuchungshaft in Anrechnung kommen; der Haftbefehl wurde aufgehoben. Straubing, 22. Jan. Der 19jährige led. Dienstknecht Johann Fleischmann von Jrschenbach ist eine geistig minderwertige Person, doch zurechnungsfähig. Er war schon auf ver­ schiedenen Dienstplätzen, wo man anfangs mit seinen Arbeiten zufrieden war, doch es dauerte nicht lange, bis er sich faul und frech zeigte, so daß man schließlich froh war, wieder los­ zuwerden. Zuletzt, am 6. September v. Jrs, war er bis Lichtmeß von dem GutsbesitzerDheodor Hiendlmaher in Mitterast gedungen, wel­ cher auch mit ihm die erstere» Zeit zufrieden war. Nicht lange dauerte es aber, da stellte sich die Faulheit des Fleischmann wieder ein. Er wurde öfters zurecht gewiesen, woraus ei­ kündigte. Hiendlmaher ließ ihn aber nicht fort. Fleischmann faßte aber nun den Plan, den Sta­ del des Hiendlmaherschen Anwesens in Brand zu setzen, um aus dem Dienste zu komlnckni. Am 3. November abends gegen 6 Uhr zün­ dete er das Weizenstroh im Stadel an. Das Feuer verbreitete sich so rasch, daß derStadel mit allen darin aufbÄvährten großen Vorräten und Maschinen in kurzer Zeit ein Raub der Flammen wurde. Der Schaden betrug mehr als 15 000 Mark, wovon nur 10 000 Mark hurch Versicherung gedeckt sind, Nach vom Brandplatze weg, wurde Fleischmann, als der Brandlegung dringend verdächtig, in Haft ge­ nommen, worauf er auch alsbald ein Geständ­ nis ablegte, das er heute wiederholte. Er wurde unter Annähme mildender Umstände zur Gefängnisstrafe von vier Jahren verurteilt, fttiobon 3 Monate der Untersuchungshaft an­ gerechnet werden. ────────── Dienstesnachrichten. MeilsteMchrichtt«. Postberwaltung. Vom 1. Februar 1916 an wird der Postverwalter Josef Schuster in Passau auf sein Ansuchen in gleicher Dienstes­ eigenschaft in etatsmäßiger Weise nach Kemp­ ten versetzt. Schuldienst Tie Volksschullehrer-, Mes­ ner- und Organistenstelle in Arbing, K. Di­ striktsschulinspektion Osterhofen in Ramsdorf, kommt ab 1. Februar lf. Js. zur Erledigung: Endtermin für Bewerbungen: 16. Februar 1916. ────────── 16. Jnf.-Rgts., Zum Rittmeister Herr Ober­ leutnant Wilhelm Weber des 2. Schwer Rei­ ter Rgts. ' ' —* Das 70. Geburtsfest feierte vor kurzem in München Herr Kunstmaler und K. Professor Theoder Spieß. Der Jubilar ist Ider einzige noch lebende Künstler, der an der Ausschmückung unsres Rathausprunksaales mit­ gewirkt hat. Der Magistrat entbot daher dem Künstler zu seinem Jubeltage die herzlichsten Glückwünsche, die in dem Wunsche gipfelten, dem 'Künstler mögen noch viele Jahre künst­ lerischen Schaffens gegönnt sein. Hier herüberführt wurde die Leiche des auf dem Felde der Ehre gefallenen Fähn­ richs des 1. Bat. 16. Jnft-Regts, Herrn Josef Schlieshahn hier. Tie Leiche des Verblichenen Helden, die gestern mittags hier eintraf, wird morgen Dienstag vormittags im städt. Friedhofe Zur letzten Ruhe bestattet. —* Nagelung von Kriegswahrzei­ chen. An vielen Orten wurden bereits Kriegs­ wahrzeichen aufgestellt, deren Nagelung Er­ trägnisse für die Kriegsfürsorge erbringt. Auch hier wurde diese Frage schon längere Zeit im Magistrate beraten. Nunmehr hat der Ma­ gistrat in seiner letzten Sitzung ein Projekt nach dem Entwürfe des Herrn Architekt und Magistratsrat Förstl genehmrigt. Ter Entwurf sieht die Nagelung von Wahrzeichen an dem mittleren Portale des Rathauses unter dem Balkon vor. Der künstlerische Schmuck des Portales ist in vier Felder 1 geteilt, in denen der bayerische Löwe, das bayerische Rauten­ wappen angebracht und zwei mit Zieraten ver­ sehen sind. Diese Felder sollen der Nage­ lung unterzogen werden. Das Erträgnis wird der Kriegsfürsorge zufließen. Tie Angelegen­ heit wird noch das Gemeindekollegium beschäf-. tigen. —* Im Kriege 1870/71 führte nach Er­ krankung des Kommandeurs, Herrn Oberstleut­ nant Reschreiter, Herr Major Wöhr das 4. Jäger-Bataillon, das damals hier garnisonierte, in Kampf und Sieg und nach Beendi­ gung des Krieges wieder in unsre Stadt zu­ rück. Was an Herrn Major Wöhr, der Ehren­ bürger der Stadt Landshut War, sterblich ge­ wesen, ruht im hiesigen Friedhofe. In die­ sen Tagen nun würde das Grab mit vielen anderen verfallen sein und der Neubenutzung zur Verfügung steihen. Der Magistrat hat aber in seiner letzten Sitzung auf Anregung des Herrn Magistratsrats Kohlndorfer beschlossen, das Grab auf eine weitere Periode (30 Jähre) zu belassen und auf Kosten der Friedhofkasse in würdiger Weise zu erhalten. —* Als Kommunalreserve waren im Jahre 1913 21393 Mark, vorgesehen. Nach der nun vorliegenden Rechnung sind bei 40 Mark Einnahmen und 12050 Mark Ausgaben tatsächlich nur 12010 Mark Mehrausgaben ent­ standen, so daß noch 9383 Mark unverbraucht geblieben sind. —* Vergiftet hat isich am Samstag eine vor längerer Zeit hier zugezogene Beamtensfrau. Sie wurde in das städt. Krankenhaus verbracht, ,wo sie alsbald starb. Das Motiv soll Furcht vor Strafe gewesen sein. —* Ein Liebe sgabenmarder wurde vor einigen Wochen in der hiesigen Ersatz­ eskadron festgenommen. Tie Untersuchung hat nun dem Verhafteten mehrere Fälle der Un­ terschlagung von Feldpostpaketen nachgewiesen. —' r Für das Rote Kreuz würde uns von der Stammtlschgesellschaft Berger der Be­ trag von sieben Mark übergeben, den wir sei­ ner Bestimmung zugeführt haben. — f Im Gewer behaus sind gegenwärtig eine Reihe von Oelgemälden des Malermeisters Herrn Friedrich Müller ausgestellt. —* Lachenden Sonnensch ein brachte uns der gestrige Sonntag. Dazu herrschte früh­ lingswarme Temperatur, die alles hinauslockte zu einem Spaziergang im.Freien. Besonders unser Hofgarten war gestern sehr belebt, wenn auch zumeist von Passanten, die über die Wege unstes Stadtparkes den Gaststätten in Berg zueilten. > —* Die Reihengelünd er am Vtehmarktplatze sind noch nicht in dem vollen. früher vorgeschriebenen Umfange hergestellt. Tie K. Regierung verlangte daher in einer Entschließung die Herstellung der noch nicht fertigen Geländer. Ein Gutachten des städt. Bezirkstierarztes in dieser Angelegenheit be­ tont aber, daß infolge der starken Abnahme von Schlachtvieh in unsrer Gegend durch die großen "Ankäufe auswärtiger Händler, meist für norddeutsche Konservenfabriken, der Zütrieb zu unsrem Markte ohnedies nur gering sei. In der letzten Magistratssitzung Wies Herr Rechtsrat Ambros darauf hin, daß die Re­ gierung nun Verfügungen gegen diesen Auf­ kauf erlassen habe. (Zuruf: Wenn die Kuh aus dem Stall ist, . . .) Ta auch der Han­ del mit Nutzvieh sehr gering ist, Horden ohne­ dies die vorhandenen Geländer weitaus nicht gebraucht. Ter Magistrat beschloß daher, es solle an die K. Regierung ein Gesuch gerichtet werden, die Herstellung weiterer Reihengelän­ der als nicht vordringlich verschieben zu dür­ fen. Hierdurch könnte auch der Etat 1916, der ohnedies mit äußerster Sparsamkeit auf­ gestellt werden müsse, entlastet werden. Ehrenabend Th. Humpert. Vor etwa 500 Feldgrauen, Verwundeten und Feldzugsteilnehmern, wurde am Samstag nach­ mittags im Theater die für Dienstag den 25. ds. festgesetzte Bortragsfolge zu Gehör ge­ bracht. Die überaus starke Teilnahme und der stürmische Beifall zeugen ebenso von der künstlerischen Höhe der Darbietungen, wie von dem Verständnis unserer wackeren Krieger für Wahre und edle Kunst. Frau Kammersänger Klöpfer hatte in letzter Stunde die große Lie­ benswürdigkeit, zur Bereicherung des Pro­ gramms ihre Mitwirkung zuzusagen. Es sei auch noch darauf hingewiesen, daß, wenn auch alle Sitzplätze längst ausverkauft sind, auch die vorhandenen in akkustischer Beziehung zum Teil recht guten Stehplätze zur Verfügung ste­ hen, und daß (alle diejenigen, die sich entschlie­ ßen können, Die verhältnismäßig kurze Zeit des Konzertes stehend zu verbringen, einen vollen Erfolg für dieses Opfer in den erlesenen Genüssen des Abends finden wer­ den. Außerdem tragen sie hiedurch gleich­ falls zu dem eigentlichen Zwecke des Abends, der Ehrung des Sängers bei. Nach Schluß des Konzertes findet eine gesellige Zusam­ menkunft im Kaiserhof statt, zu der die Teilüehmer des Abends höflichst eigeladen sind. —* Die Münchener Kammeroper, wie die unter Leitung von Fr. Henneberg be­ reits mehrmals hier zu Gast gewesene Ver­ einigung nunnwhr heißt, wird am Freitag, den 4. Februar in Landshut gastieren mit der Oper "Maurer und Schlosser", die in München bereits mit gutem Erfolge aufge­ führt Worden war. Der Stadtmagistrat hat die Ueberlassung des Stadttheaters an "Fst. Henneberg genehmigt. —’ Der Postpaketverkehr mit Griech e n l a n d ist laut amtlicher Mitteilung bis auf weiteres eingestellt worden. ────────── 3. Sitzung der Stadtmugistrats Landshut 3. Sitzung der Stadtmugistratr LuudÄtut vom 22. Januar 1916. Vorsitzender: Herr Rechtsrat Ambros. Zum Sebastianiamt, das ant 1 Sonntag den 23. Januar stattfindet, hat Herr Expositus Weber die städt. Kollegien eingela­ den. Wird zur Kenntnis genommen. Die Steuersassionsaufnahme wurde Heuer durch das Lehrpersonal unte^ Leitung des Herrn Oberlehrers Geiger vorge­ nommen und hiedurch dem Stadtmagistrat eine Wertvolle Hilfe geleistet. Hiefür gebühre, T$ie Herr Rechtsrat Ambros betonte, allen beteilig­ ten Herren der vollste Dank der Stadt und die öffentliche Anerkennung, die ihnen der Ma­ gistrat auch gerne zum Ausdruck bringe. Die Rechnung des Fonds zur Pflaster­ ung der Ländgasse schließt mit 20.05 Mark in Einnahmen und Ausgaben in seiner Be­ triebsrechnung ab. Das Vermögen beträgt 645 Mark. ────────── Letzte Posten. König Nikita landesflüchtig. j Sd. Rom, 24. Januar. ("Agenzia Stefani".) Ter König von Montenegro und Prinz Peter sind in Rom eingetroffen. Sie wurden l vom König, dem montenegrinischen General- ^ konsul und dem Präfekten empfangen. König " Nikita und Prinz Peter begaben sich eben- 1 falls nach Lyon. | Putnik tot? t B u kar e st, 24. Januar. Wie die Blät- | ter melden, ist der Wojwode Putnik, der frühere I Generalstabsches der serbischen Armee, der mit f der serbischen Regierung in Korfu eintraf, ge­ storben. Tie serbische Gesandtschaft in Bu- 1 karest erklärte, hierüber noch keine Nachsicht 1 erhalten zu haben. (Z.) -Gesunkenes Schiff. London, 22. Januar. Lloyds meldet: Ter englische Dampfer "Tromaton" wurde zum Sinken gebracht. Tie Mannschaft wurde ge­ rettet. ────────── Vermichtes. Bo« Skutari nach Turazzo. Ter serbische Sonderberichterstatter des Journal, Barby hat im Kielwasser des ser­ bischen Flüchtlingsstromes seinen Marsch- nach der 25 Kilometer entfernten Küste des Aldriatischen Meeres fortgesetzt und berichtet darüber in Wetterführung seines interessanten Tage­ buchs. Wenn diese Vorgänge auch schon einige Wochen zurückliegen, was angesichts der schmie­ rigen Verkehrsv erhältnisse erklärlich ist, so hat Barbhs Schilderung doch auch- jetzt noch An­ spruch auf Interesse, zumal dem Wege von Sku­ tari nach Durazzo sehen werden. Barby schreibt "Ich verließ Skutari zu Pferde in der Albsicht, Wenn möglich Turazzo zu erreichen. Die Stra­ ße von Skutari nach Alessio, läuft zwischen dem Landungsplätze des Skutarisees und dem Fuß des alten Kastells dahin, das sich hoch oben auf dem Gipfel eines Felsgrates erhebt. Ueberall herrschte Unordnung und Verwirrung und ich mußte mir mit Gemalt einen Weg durch die Menge der Flüchtlinge erzwingen, die wie ich Skutari verlassen wollten . Endlich war ich auf der Straße allein, den Gendarmen, den mir das Stabsquartier als Eskorte bis nach Durazzo mitgegeben hat, zur Seite. Mein er­ ster Reisetag verlief ohne Zwischenfall, abge­ sehen von ein paar Flintenschüsse, die die mit der Sicherheitspolizei vertrauten "Askers" Essad Paschas aus reinem Uebermut crbfeuerten. Gegen Abend überschreite ich den Drin auf der großen Holzbrücke, die nahe seiner Mündung geschlagen ist. Am nächsten Tage aber an der Stelle, wo ein paar Kilometer hinter der kleinen Stadt Alissio der Weg sich im Morast verirrt, überfiel uns ein echter und rechter Wirbelstürm. Die Windstöße folgten unaufhörlich aufeinander und steigerten sich, angeblasen von der vom Meere herüberwe­ henden Brise, zu einem Orkan, der mich an die Wirbelstürme erinnerte, die ich am Sene­ gal und M Sudan erlebt habe . Niemals in meinem Leben habe ich ein ähnliches Unwetter wieder erlebt. Der Regen goß in Strömen, und die unaufhörlich über den Himmel zucken­ den Blitze tauchten den Horizont in ein Feuer­ meer; länger als zwei Stunden suchten wir mitten im Wirbelsturm längs des Ufers des Matiflusses ratlos nach einem Mittel, das uns ermöglichte, den durch die Regengüsse hoch angeschwollenen, in mächtigen Wirbeln dcahinbrausenden Strom zu überqueren. 'Endlich ge­ rieten Wir auf unserem Jrrgange in ein elen­ des Albanerdorf und entdeckten auch dort zwei primitive, aus einem Baumstatnlm! ausgehöhlte und zusammengekoppelte Kanoes. Nach lan­ gen Unterhandlungen und nach Darreichung einiger Silbermünzen erklärten sich die Bau­ ern bereit, uns auf das andere Ufer Über­ zusetzen. Mühselig suchten wir weiter unseren Weg im Morast, über überschwemmte Felder und Straßen. Noch einmal mußten wir über einen Fluß, und noch einmal wollte es unser gutes Glück, daß wir zwei zusammengekoppelte Kanoes entdeckten*. Ich selbst verließ mich auf mein Pferd und schwamm hinüber, wobei frei­ lich mein Gepäck und meine Vorräte bei mei­ nem unfreiwilligen Bade nicht wenig litten. Dann tauchte ein an einen Felsen angeklebtes Nest vor unseren Augen auf. Ich und einige Serben, die meine Reisegefährten waren, wa­ ren glücklich, hier gastliche Aufnahme zu fin­ den. Wir erhielten bald darauf den Besuch ei­ niger albanesischer Dorfhonoratioren; unten ih' nett war ein Greis, der uns aus dem Gerippe eines Hühnchens, das unser Wirt für uns hatte braten lassen, die Zukunft weissagte. Anfangs ;etwas schüchtern, wurden die Albaner bald zutraulicher und nahmen mit großem Inter­ esse unsre Sachen und Waffen in Augenschein! Diese Albaner hier in der Ebene sind, wenn sie auch von der Kultur völlig unbeleckt sind, intelligent und fleißig und den Fremden ge­ genüber auch ungleich- zugänglicher als die wilden fremdenseindlichen Bewohner der Ber­ ge. So hatten wir es hier leidlich gut. Man bot uns sogar Tabak an und ließ uns, als wir uns zum Schlafen aus die Decken warfen, ver­ nünftigerweise allein. Während der Nacht hatte der Regen, der eine kurze Zeit nachgelassen hatte, mit früherer Heftigkeit wieder eingesetzt, und wir mußten wahre Wunder verrichten, um die geringen Hügelchen zu überschreiten, deren Lehmboden durch die anhaltende Nässe aufgeweicht war und bei jedem Schritt nach­ gab. Endlich waren wir wieder in der Ebene, wo uns ein wahres Salvenfeuer den Will­ kommengruß bot. Es war ein Posten von wenig vertrauenerweckend aussehenden "Askers", der uns auf diese Weise begrüßte, und dessen Befehlshaber an dem Willkommensgruß die Bitte knüpfte, ihm ein paar serbische Bank­ noten gegen weniger unzuverlässige Münz­ sorten einzutauschen. Wir zogen uns mit einer Handvoll Silberstücke aus dem nicht eben an­ genehmen Handel und wären froh, als wir ein kleines Eichengehölz erreichten, das uns den Blicken dieser wachsamen Hüter des Ge­ setzes und der Ordnung entzog. Je weiter wir kamen, desto ausgesprochener enthüllte sich das Bild einer zum See umgewandelten 'Ebene, deren Wasserspiegel den Weg, Gräben, ja selbst die Ufer vollständig den Blicken entzog. Meine Gefährten und ich stürzten mehr als einmal kopfüber in die Fluten, aus denen wir uns mit Not und Mühe wieder herausarbeiteten. Vom Kopf bis zu den Füßen mit Schlamin' und Schmutz bedeckt, erreichten wir dank un­ serem wegkundigen Führer endlich wieder die gepflasterte Kunststraße, die von Tirana nach Turazzo führt. Wir waren gerettet. Aber) nach Turazzo konnten wir noch nicht gelan­ gen; es war zu spät geworden. So mußten wir anderthalb Wegstunden von Turazzo ent­ fernt, in dem Städtchen Schiak den Tag er­ warten." Wenn der Bottnische Meerbusen zufriert. Den nordischen Häfen bringt dieser in Skandinavien ungemein strenge Winter Eisschwierigkeiten von einem Umfang, wie sie nur selten erlebt Wörden sind. Daß der Bottnische Meerbusen fest, zufriert, ist beispielsweise ein nicht ehen gewöhnliches Ereignis, und daß er 1809 durch Eis geschlossen War, ist besonders in der Erinnerung ^haften geblieben, weil der schwedisch-russische Krieg dadurch stark beein­ flußt wurde. Fest zugefroren war er auch im Jahre 1888, und die Eisdecke gewann da­ mals sogar eine solche Dicke, daß mehrere Mo­ nate lang ein lebhafter Verkehr aus ihr zwi­ schen Schweden und Finnland stattfand. Am 8. Februar 1888 trafen die ersten finnländischen Reisenden über das Eis in Schweden ein und erregten nicht geringes Aufsehen. Es waren finnische Auswanderer, und sie erzähl­ ten, daß mehrere hundert Finnländer den glei­ chen Weg über das Eis des Bottnischen Meer­ busens zu nehmen beabsichtigen, um von da über Gotenburg nach Amerika auszuwandern. Besonders die Stadt Hornösand in Mittelschweden wurde von den Finnländern besucht. Man brauchte zu der Fahrt 10 Tage, voraus­ gesetzt, daß man nicht durch Schneestürme aus­ gehalten oder gar verschüttet wurde. Eine an Abenteuern reiche Fahrt über das Eis des Bottnischen Meerbusens wurde im Jahre 1846 von einem Manne unternommen, der in dringenden Geschäften aus Umea in Schwe­ den nach Finnland reisen mußte. Er fuhr im Schlitten über die westliche Quarkenstraße; im östlichen Teil der Straße war das Eis aber zu dünn, weshalb der Schlitten zurückgesandt Wurde und die Reise zu Fuß fortgesetzt wer­ den mußte. Ueber diese Fußwanderung be­ richtete der Reisende seinerzeit: "Da Wegspu­ ren nicht zu finden waren, so waren wir ge­ nötigt, aufs Geradewohl durch den Schnee zu waten, der uns zumeist bis über die Knie .reichte. Nach einigen Stunden mühseliger Wanderung entdeckten wir, nachdem es Tag geworden war, zu unsrem Staunen und Schrekken eine Menge Eisberge von nicht unbeträcht­ licher Größe und von den abenteuerlichsten Formen. Einige waren mit Schnee bedeckt, andere fast durchsichtig wie Fensterscheiben und sie glitzerten in den Sonnenstrahlen mit wundexbarer Farbenpracht." Der Verkehr mußte damals bis in den Monat Mai hinein den Weg über das Eis nehmen. Am 2. Mai matz das Eis bei Sundsvall noch zwischen 18 und 34 Zoll Dicke. Der «ländische Meerbusen blieb fast drei Monate mit Eis bedeckt, ebenso der Kalmarsund. Die Eisverhältnisse am 'Bottni­ schen Meerbusen erinnern in diesem Winter sehr an die ähnlichen Zustände, wie sie das Jahr 1888 gebracht hatte. ────────── Die vom Bahnhof kommende» Stegen durch­ fahren die nachbenannten Haüestellen: Ueberführg. (Güterbhf.) 0,5 Hauptzollamt 1,5 Weiche Seligenthalerstraße 2,5 Johannisstraße (Schlachth.) 3,5 Bismarckplatz 5,0 Zweibrückenstraße 6,5 Rosengaffe (Neustadt) 8.0 Theaterstraße (Luitpoldbr.) 9.0 Druck «. Verlag I. F. Rietsch, Landshut. Ve» antwort!. Redakteur F. £. Wagner, LandShut. Fahrzeit der elektrischen Straßenbahn. Ab Dreisaltigkeitspla-: Bonn. Nachm. Abends Die vom Dreifaltigleitsplatz kommenden Wage« durchfahre» die nachbenannten Hattestelle«: Theaterstraße (Luitpoldbr.) 1,0 Minuten später Rosengaffe (Neustadt) 2,0 " " Zweibrückenstraße 3,5 * " • Bismarckplatz 5,0 " " Johannisstraße (Schlachth.) 6,5 " " Mittl Seligenthalerstraße 7,5 " Hauptzollamt 8,5 " " Urbersührg. (Güterbhf.). 9,5 " " Ab Bahnhof: Bonn. Nachm. Abends ────────── Am Balkan. daß also die Sachlage unverändert ist und gar keine Anzeichen darauf hindeuten, daß der König die Kapitulation zurücknehmen wolle. Gegenteilige Meldungen aus Ententekreisen 'sind bis jetzt tendenziöse Entstellungen zu deutlichen Zwecken; angeblich beste!ht auf Seite der Entente die Absicht, den König Nikolaus durch Geldopfer zur Zurückziehung der Ka­ pitulation zu bestimmen . Es liegen jedoch, wie gesagt, bisher keine Symptome vor, daß der König, der sich mit seinem jüngsten Söhn Peter noch gestern in Skutari befunden hät, darauf eingehen werde. Aber selbst wenn König Nikolaus wider Erwarten umschwenken sollte, so würde dies an der Sachlage nichts ändern, da das m'ontenegrtnische Heer nicht mehr widerstandsfähig ist, neun Zehntel seiner Artillerie bereits in Händen der österreichisch-ungarischen Truppen find und Zuführ von.Munition und Lebensmit­ teln nach .Montenegro umso weniger möglich! |ift, als auch der Hafen von Antivari bereits in österreichischen Händen ist. Man kann der wei­ teren Entwicklung der Lage mit vollster Ruhe entgegensehen. Montenegrinische Hinterlist? Rom, 23. Januar. (Meldung der "Agenzia Stefani". Ter König von Montenegro und Prinz Peter sind gestern in Brindisi ein­ getroffen. Sie werden die Reise nach Lyon fort­ setzen. Prinz Mirko und drei Mitglieder der Regierung bleiben in Montenegro, auf den ausdrücklichen Wunsch' des Heeres, das den Kampf fortsetzt. Ter montenegrinische Mini­ sterpräsident veröffentlicht dazu eine ausführ­ liche Darlegung, in welcher er behauptet, daß die Waffenstillstandsverlhandlungen mit Oester­ reich-Ungarn einzig und allein darauf abziel­ ten, den Rückzug der montenegrinischen Trup­ pen zu sichern. Es sei sicher, daß der Vor­ marsch der österr,-ungar. Truppen auf diese Weise mindestens um eine Woche aufgehalten worden sei. *Tie montenegrinische Regierung nach! Lyon verlegt. Paris, 22. Januar. Einer Blättermel­ dung zufolge ist der Sitz der montenegrini­ schen Regierung nach Lyon verlegt worden. Anschlag auf einen Balkanzug. Sofia, 22. Januar. (Agence Bulgare.) Am Donnerstag gaben serbische Banditen aus den Balkanzug während der Fahrt zwischen der Station Sitschevo und Sveta-Petka (auf dem jetzt von den bulgarischen Truppen besetz­ ten, früheren serbischen Gebiete) mehrere Schüsse ab. Diese Missetat rief in der Oeffentlichkeit großen Unwillen hervor. Die Presse dringt darauf, daß gegen derartige Banditen ganz besonderes strenge Maßnahmen ergrif­ fen werden. Der Sonderberichterstatter des "Pesteh Lloyd" meldet aus Sofia zu dem Anschlag lauf den Balkanzug: Der Gouverneur von Tfchapratschikoff wär zufällig im Zuge an­ wesend. Er ließ sofort halten und ordnete die nötigen Maßnähmen an. Ter Chef der Militärverwältung, General Kutintschaff, be­ fahl schleunigst schärfste Bewachung der Gleise und leitete eine strenge Untersuchung ein, von deren Ergebnis die Härte der Bestrafung aller? an der Bahnlinie liegenden Ortschaften ab­ hängen wird. , Tie Beschießung der bulgarischen Küste. Köln, 22. Januar. Aus Sofia wird der "Köln. Ztg." gemeldet: Tie gestrige zwecklose wühl einige Höflichkeitsbesuche, aber der Kö­ nig empfing den Großfürsten nicht, sodaß die­ ser abreisen mußte, ohne mit dem König zusammengekomwen zu sein. (Z.) Tie verhafteten Konsul« von Saloniki freigelassen? Rewyork, 22. Januar. (Reuter.) Der Washingtoner Berichterestatter der Associated Preß meldet, daß dank der guten Dienste der Vereinigten Staaten die in Saloniki fest­ genommen und gegenwärtig an Bord eines französischen Kriegsschiffes weilenden Konsuln der Vierbundmächte freigelassen werden sollen. , ; (Z) serbischen Freischülern herrühren. Der kleine I Beschießung von Dedeagatsch und Porto Lagos Rest serbischer Truppen, der noch in Monte- § durch die französisch-englische Flotte wird nur negro stand, scheint sich über Skutari nach! Al- 1 als eine Aeußerung ohnmächtiger Wut darüber bauten zurückgezogen zu haben. f bchvertet, daß auf dem festen Balkanboden die Zu den Ententemeldungen, wonach die I ^ e . n Vierverband eine unFriedensvevhandlungen mit Montenegro abge- I lwnstrge Wendung nehmen. Von den wenigen brachen worden seien, muß nun neuerdings | £. rr ! t j e ^9 en Jütten tu Porto Lagos konnte die betont werden, daß Verhandlungen über den I Beschteßung nicht beantwortet werden,' auch Friedensschluß überhaupt noch nicht begonnen 1 Dedeagatsch schwieg. C3-) haben, sondern daß es sich ausschließlich, um | Mißglückte Mission in Rumänien. Vereinbarungen betreffend die Formen der 1 Ter russische Großfürst Boris, dev beWaffenstreckung handelt. Diesbezüglich kann ; kanntlich in einer besonderen Mission nach' authentisch festgestellt werden, daß König Ri- | Bukarest gekommen ist, hat gar nichts von kolaus die Erklärung, wonach er sich beding- . erreicht, was er in Rumänien angestrebt ungslos ergibt, bisher nicht zurückgezogen hat, 1 i^t. In der russischen Gesandtschaft gab es Tie Unschäslichmachnng Montenegros. Wien, IN2. Jan. Man bezeichnet die Schwierigkeiten, die sich nach. gestern abends eingetrosfenen Meldungen der glatten Durch­ führung der Entwaffnung Montenegros ent­ gegenstellen, als unbedeutend und für die Wei­ tere Entwicklung der Dinge belanglos. Die Schwierigkeiten können, nur von versprengten montenegrinischen Truppenteilen, die der 'Befehl des Königs nicht erreicht hat, oder von serbischen Freischülern herrühren. Der kleine I Beschießung von Dedeagatsch und Porto Lagos Rest serbischer Truppen, der noch in Monte- § durch die französisch-englische Flotte wird nur negro stand, scheint sich über Skutari nach! Al- 1 als eine Aeußerung ohnmächtiger Wut darüber bauten zurückgezogen zu haben. f bchvertet, daß auf dem festen Balkanboden die Zu den Ententemeldungen, wonach die I ^ e . n Vierverband eine unFriedensvevhandlungen mit Montenegro abge- I lwnstrge Wendung nehmen. Von den wenigen brachen worden seien, muß nun neuerdings | £. rr ! t j e ^9 en Jütten tu Porto Lagos konnte die betont werden, daß Verhandlungen über den I Beschteßung nicht beantwortet werden,' auch Friedensschluß überhaupt noch nicht begonnen 1 Dedeagatsch schwieg. C3-) haben, sondern daß es sich ausschließlich, um | Mißglückte Mission in Rumänien. Vereinbarungen betreffend die Formen der 1 Ter russische Großfürst Boris, dev beWaffenstreckung handelt. Diesbezüglich kann ; kanntlich in einer besonderen Mission nach' authentisch festgestellt werden, daß König Ri- | Bukarest gekommen ist, hat gar nichts von kolaus die Erklärung, wonach er sich beding- . erreicht, was er in Rumänien angestrebt ungslos ergibt, bisher nicht zurückgezogen hat, 1 i^t. In der russischen Gesandtschaft gab es ────────── Tage zuvor bei ähnlichem Anlaß rühmlich hervorgetretene Kriegsfreiwillige Schach-tner Wurden für ihre opfermutige Tat mit der Silberne^ Medaille ausgezeichnet.