Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1916-01-26. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 69. Jahrgang Nr. 19, 1916-01-26. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert. Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen. Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes 'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/) der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)" ──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────── Kurier für Niederbayern Jahrgang 69 Nummer 023 26. Januar 1916 ────────── 'foie Freiheit der Meere geht, jetzt und für alle 'Zeiten. Wird die Union auch diesem neuen Vorstoß Englands gegenüber sich damit begnü gen, Proteste zu Protokoll zu geben? Wer den die Neutralen sich endlich der englischen Anmaßung, der britischen Seeräubertaktik ge genüber 'gu kräftiger Abwehr zusammenschlie ßen? Oder wollen sie geduldig stillhalten, wenn England weiter aus ihrer Haut Riemen schneidet, wenn es die Deutschland angedroh ten Daumenschrauben ihnen anlegt? Wird man auch jetzt noch vergeblich! aus die Losung warten: Neutrale an die Front! Bericht der deutschen HWtWMiers. WTD. Berlin, 23. Januar. Mittags: (Großes Hauptquartier.) Westlicher KriegrWaM. In Flandern nahm unsere Artillerie die englisches Stellungen unter kräftiges Feuer. Patrouillen, die an einzelnen Stellen in die stark zerschossenen Gräben des Feindes ein drangen, stellten große Berlnste bei ihm fest, machten einige Gefangene und erbeuteten 4 Minenwerfer. Der Templerturm und die Kathedrale von Nieuport, die dem Feinde gute Beobachtungs stellungen boten, wurden umgelegt. Oestlich von Neuville griffen unsere Trup pen im Anschluß an erfolgreiche Sprengungen Teile der vordersten französischen Grfiben an, erbeuteten drei Maschinengewehre und mach ten über 10» Gefangene. Mehrfach angesetzte feindliche Gegenan griffe gegen die genommenen Stellungen ka men über klägliche Anfänge nicht hinaus. Nur einzelne beherzte Leute verließen ihren Gra ben. Sie wurden niedergeschossen. Deutsche Flugzeuggeschwader griffen die militärischen Anlagen von Nancy und den dor tigen Flughafen, sowie die Fabriken von Bac carat an. Ein französischer Doppeldecker fiel bei St. Benoit, nordwestlich von Dhiaucourt, mit sei nen Insassen unversehrt in unsere Hand. Schlichet KriegsschmM. Russische Vorstöße wurden an verschie denen Stellen leicht abgewiesen. Balkankriegsfchanp latz. Nichts Neues. Oberste Heeresleitung. ────────── Bericht des deutschen Hauptquartiers. 'foie Freiheit der Meere geht, jetzt und für alle 'Zeiten. Wird die Union auch diesem neuen Vorstoß Englands gegenüber sich damit begnü gen, Proteste zu Protokoll zu geben? Wer den die Neutralen sich endlich der englischen Anmaßung, der britischen Seeräubertaktik ge genüber 'gu kräftiger Abwehr zusammenschlie ßen? Oder wollen sie geduldig stillhalten, wenn England weiter aus ihrer Haut Riemen schneidet, wenn es die Deutschland angedroh ten Daumenschrauben ihnen anlegt? Wird man auch jetzt noch vergeblich! aus die Losung warten: Neutrale an die Front! Bericht der deutschen HWtWMiers. WTD. Berlin, 23. Januar. Mittags: (Großes Hauptquartier.) Westlicher KriegrWaM. In Flandern nahm unsere Artillerie die englisches Stellungen unter kräftiges Feuer. Patrouillen, die an einzelnen Stellen in die stark zerschossenen Gräben des Feindes ein drangen, stellten große Berlnste bei ihm fest, machten einige Gefangene und erbeuteten 4 Minenwerfer. Der Templerturm und die Kathedrale von Nieuport, die dem Feinde gute Beobachtungs stellungen boten, wurden umgelegt. Oestlich von Neuville griffen unsere Trup pen im Anschluß an erfolgreiche Sprengungen Teile der vordersten französischen Grfiben an, erbeuteten drei Maschinengewehre und mach ten über 10» Gefangene. Mehrfach angesetzte feindliche Gegenan griffe gegen die genommenen Stellungen ka men über klägliche Anfänge nicht hinaus. Nur einzelne beherzte Leute verließen ihren Gra ben. Sie wurden niedergeschossen. Deutsche Flugzeuggeschwader griffen die militärischen Anlagen von Nancy und den dor tigen Flughafen, sowie die Fabriken von Bac carat an. Ein französischer Doppeldecker fiel bei St. Benoit, nordwestlich von Dhiaucourt, mit sei nen Insassen unversehrt in unsere Hand. Schlichet KriegsschmM. Russische Vorstöße wurden an verschie denen Stellen leicht abgewiesen. Balkankriegsfchanp latz. Nichts Neues. Oberste Heeresleitung. ────────── Westlicher Kriegsschauplatz. 'foie Freiheit der Meere geht, jetzt und für alle 'Zeiten. Wird die Union auch diesem neuen Vorstoß Englands gegenüber sich damit begnü gen, Proteste zu Protokoll zu geben? Wer den die Neutralen sich endlich der englischen Anmaßung, der britischen Seeräubertaktik ge genüber 'gu kräftiger Abwehr zusammenschlie ßen? Oder wollen sie geduldig stillhalten, wenn England weiter aus ihrer Haut Riemen schneidet, wenn es die Deutschland angedroh ten Daumenschrauben ihnen anlegt? Wird man auch jetzt noch vergeblich! aus die Losung warten: Neutrale an die Front! Bericht der deutschen HWtWMiers. WTD. Berlin, 23. Januar. Mittags: (Großes Hauptquartier.) Westlicher KriegrWaM. In Flandern nahm unsere Artillerie die englisches Stellungen unter kräftiges Feuer. Patrouillen, die an einzelnen Stellen in die stark zerschossenen Gräben des Feindes ein drangen, stellten große Berlnste bei ihm fest, machten einige Gefangene und erbeuteten 4 Minenwerfer. Der Templerturm und die Kathedrale von Nieuport, die dem Feinde gute Beobachtungs stellungen boten, wurden umgelegt. Oestlich von Neuville griffen unsere Trup pen im Anschluß an erfolgreiche Sprengungen Teile der vordersten französischen Grfiben an, erbeuteten drei Maschinengewehre und mach ten über 10» Gefangene. Mehrfach angesetzte feindliche Gegenan griffe gegen die genommenen Stellungen ka men über klägliche Anfänge nicht hinaus. Nur einzelne beherzte Leute verließen ihren Gra ben. Sie wurden niedergeschossen. Deutsche Flugzeuggeschwader griffen die militärischen Anlagen von Nancy und den dor tigen Flughafen, sowie die Fabriken von Bac carat an. Ein französischer Doppeldecker fiel bei St. Benoit, nordwestlich von Dhiaucourt, mit sei nen Insassen unversehrt in unsere Hand. Schlichet KriegsschmM. Russische Vorstöße wurden an verschie denen Stellen leicht abgewiesen. Balkankriegsfchanp latz. Nichts Neues. Oberste Heeresleitung. ────────── Oestlicher Kriegsschauplatz. 'foie Freiheit der Meere geht, jetzt und für alle 'Zeiten. Wird die Union auch diesem neuen Vorstoß Englands gegenüber sich damit begnü gen, Proteste zu Protokoll zu geben? Wer den die Neutralen sich endlich der englischen Anmaßung, der britischen Seeräubertaktik ge genüber 'gu kräftiger Abwehr zusammenschlie ßen? Oder wollen sie geduldig stillhalten, wenn England weiter aus ihrer Haut Riemen schneidet, wenn es die Deutschland angedroh ten Daumenschrauben ihnen anlegt? Wird man auch jetzt noch vergeblich! aus die Losung warten: Neutrale an die Front! Bericht der deutschen HWtWMiers. WTD. Berlin, 23. Januar. Mittags: (Großes Hauptquartier.) Westlicher KriegrWaM. In Flandern nahm unsere Artillerie die englisches Stellungen unter kräftiges Feuer. Patrouillen, die an einzelnen Stellen in die stark zerschossenen Gräben des Feindes ein drangen, stellten große Berlnste bei ihm fest, machten einige Gefangene und erbeuteten 4 Minenwerfer. Der Templerturm und die Kathedrale von Nieuport, die dem Feinde gute Beobachtungs stellungen boten, wurden umgelegt. Oestlich von Neuville griffen unsere Trup pen im Anschluß an erfolgreiche Sprengungen Teile der vordersten französischen Grfiben an, erbeuteten drei Maschinengewehre und mach ten über 10» Gefangene. Mehrfach angesetzte feindliche Gegenan griffe gegen die genommenen Stellungen ka men über klägliche Anfänge nicht hinaus. Nur einzelne beherzte Leute verließen ihren Gra ben. Sie wurden niedergeschossen. Deutsche Flugzeuggeschwader griffen die militärischen Anlagen von Nancy und den dor tigen Flughafen, sowie die Fabriken von Bac carat an. Ein französischer Doppeldecker fiel bei St. Benoit, nordwestlich von Dhiaucourt, mit sei nen Insassen unversehrt in unsere Hand. Schlichet KriegsschmM. Russische Vorstöße wurden an verschie denen Stellen leicht abgewiesen. Balkankriegsfchanp latz. Nichts Neues. Oberste Heeresleitung. ────────── Der oesterr.-ung. Heeresbericht. Ire öftere.-»»g. Heeresbericht. WTB. Wien, 25. Januar, mittags. — Amtlich wird gemeldet: Russischer Kriegsschauplatz. Gestern standen wieder verschiedene Teile unsrer Nordostfront unter russischem Geschützfeuer. An vielen Stellen war die Aufklärungs tätigkeit des Feindes sehr lebhaft. Italienischer Kriegsschauplatz. An der Tiroler Front beschoß die feind liche Artillerie die Ortschaften Creto (Judicarien) und Caldonazzo (Suganatal). Am Görzer Brückenkopf sind bei Oslavija wieder Kämpfe im Gange. £ Gestern abends war die Tätigkeit der itaI lienischen Artillerie an der küstenländischen | Front sichtlich lebhafter. I Südöstlicher Kriegsschauplatz. I Tie Entwaffnung des montenegrinischen I Heeres geht nach wie vor glatt vonstatten. Ueberall, wo unsre Truppen hinkommen, lie fern die montenegrinischen Bataillone unter dem Kommando ihrer Offiziere ohne Zögern ihre Waffen ab. Zahlreiche Abteilungen aus Gegenden, die noch nicht von uns besetzt sind, haben bei unsren Vorposten ihre Bereitwil ligkeit zur Waffenstreckung angemeldet. In Skutari erbeuteten wir 12 Geschütze, 501 Gewehre und 2 Maschinengewehre. Alle aus feindlichem Lager stammenden Nachrichten über neue Kämpfe in Montenegro sind frei erfunden. Daß der König sein Land und sein Heer verlassen hat, bestätigt sich. In wessen Händen derzeit die tatsächliche Re gierungsgewalt ist, läßt sich noch nicht mit Bestimmtheit feststellen, ist aber für das mili tärische Ergebnis des montenegrinischen Feld zuges völlig bedeutungslos. Ter stellvertretende Chef des GeneralstabeSt v. H o e f e r, Feldmarschalleutnant. ────────── Tie englische Blockade und Skandinavien. Die "Franks. Ztg." meldet aus Amster dam: Der "Nieuwe Rotterdamsche Courant" meldet aus London: Die "Times" und andere Blätter beginnen wiederum aufs neue ihren Feldzug zur Herbeiführung einer effektiven Blockade, über die am nächsten Mittwoch- im Unterhaus gesprochen werden soll. Tele gramme aus Skandinavien warnen jedoch vor übereiltem Handeln. In Stockholm wird die angekündigte Aenderung der englischen Blokkade aufs ^lebhafteste besprochen: die Stim mung scheimt dort immer bitterer und besorg ter zu werden. Die Industrie leide unter dem Mangel an Rbhstoffen. Die Regierung scheint zu der Ansicht gekommen zu sein, daß das einzige Mittel, um diejenigen Stoffe zu eckhal ten, die die Industrie nötig hat, in einer Er weiterung des Austausches von Ausfuhrerzeug nissen bestehe. Hierin sei auch die Ursache des jetzt erlassenen Ausfuhrverbotes für Papierl masse (Holzstoff) zu suchen. Hierdurch, will man die Stellung der Regierung stärken und für neue Nnteckhandlungen eine Grundlage schaffen. In Norwegen sei man ebenfalls stark verärgert über die Verhinderung der Einfuhir von Rbhstoffen für die inländische Industrie, trotzdem nur sehr wenig von Norwegen nach Deutschland durchsickere. Auch! $it Dänemark! herrscht große Unzufriedenheit und man er wartet eine allgemeine Entrüstung, wenn die Blockade noch weiter verschärft wird. (Z.) Tos Gelbgesicht. Stockholm, 25. Januar. "Rjetsch"gibt ein in Petersburg umlaufendes Gerücht wie der, Japan habe mit England ein geheimes Abkommen geschlossen, wonach Japan, falls Rußland einen Sonderfrieden mit den Mittel mächten abschließe, Rußland in der Mand schurei angreifen soll. (Z.) ────────── Vom östlichen Kriegsschauplatz. Beat östliche» KriegrschWlq. Tie Schlacht in Südostgalizien — ein russischer Armeebefehl. Die Schlacht bei Toporoutz ist seit drei Tagen abgeflaut, jedoch noch! nicht beendet.. Am Freitag und Samstag nahm der Feind seine Angriffstätigkeit wieder auf, indem er gleichzeitig neue Verstärkungen heranzog. Die feindlichen Verluste während der jüngsten Kämpfe sind weit größer, als bisher angenom men wurde.. Verläßlichen Angaben zufolge ist die Jekaterinoslawer Division ganz vernichtet. Unter den Gefangenen von dieser Division be finden sich auch- Turkmenen, die erzählen, daß ! sie als die ersten überall in den Sturm ge| trieben worden seien. I Ein in unsere Hände gefallener ArmeeI befehl Iwanows besagt: "Unser erhabener I Herrscher, der Zar Nikolaus, befiehlt, daß wir $ am Jordanfeste (19. Januar neuen Stils) Czer| nowitz erobern sollen. Wir müssen dem Be fühl gehorchen. Jedem Soldaten, dem es ge lingt, dieses Ziel zu erreichen, ist gestattet, in Czernowitz zwei Tage zu plündern. Ueberdies eckhält jeder Soldat der ersten in Czecknowitz einmarschierenden Abteilung 50 Rubel Ge schenk." (Daß die russischen Offiziere Diebe und Plünderer unter sich haben, ist schon be kannt gewesen.) ! > Rußlands Blutschuld. Budapest, 25. Jan. Az Eft berichtet aus Sofia: In dem in Risch aufgefundenen Archiv des serbischen Kronprinzen Alexanders befinden sich §toei Briefe und ein Telegramm die der russische Zar an ihn als den Regenten Serbiens richtete. Beide Briefe und dasTelegramm enthalten die strenge Weisung, daß der Kronprinz sich allen Befehlen Rußland zu unterwerfen habe, wenn er haben wolle, daß Serbien seine Ideale erreiche. Ter erste Brief I verbietet dem Kronprinzen, die serbischen Vers schwörergesellschaft Narodna Odbrana aufzu lösen und das Ultimatum Oesterreichs anzuneh men, da Rußland Serbien Wafsenlhilfe leisten werde. Im zweiten Briefe zählt der Zar die Erfolge auf, die Serbien erzielen könne, wenn es Rußlands Weisungen befolge. Ter Zar fordert schließlich Serbien zum Kampfe bis zum letzten Blutstropfen aus. Diese Schrift stücke wurden in einer Reisetasche gefunden. Man wollte sie wahrscheinlich vernichten, wur de aber bei der überstürzten Flucht darjan 1 gehindert. (Z.) I Gegen den deutschen Grundbesitz. I Kopenhagen, 25. Januar. Tie rusI fische Regierung hat den stellvertretenden Juj stizrninister Werovkin zum Vorsitzenden einer I Kommission ernannt, die die Privilegien -Wc I altdeutschen Großgrundbesitzer in den Balti| scheu Provinzen aufheben soll. Tie KommisI fion hat einen provisorischen Gesetzentwurf fer1 tiggestellt, der bereits jetzt vor der Genehg migung des Gesetzes durch die Duma in Kraft j tritt. 1 Tie Einberufung der Duma. Kopenhagen, 25. Januar. Tie Duma soll Petersburger Meldungen zufolge Mitte Februar einberufen werden. Die liberale rus sische Presse bringt der Meldung jedoch- ziem lichen Unglauben entgegen. ────────── Nachrichten von Hungerrevolten und Kund gebungen gegen den Krieg sind zahlreich und enthalten Wohl einen wahren Kern; allein es wäre doch unklug, daran zu große Erwartun gen auf eine politische Umwälzung zu knüpfen. Daß im Heere die Lage nicht als rosig betrach tet wird, ist gewiß. Man berichtet aud> zu verlässig, daß sehr viele italienische Fahnen flüchtige über die schweizerische Grenze göhen und dort aus ihren bitteren Gefühlen über die verfehlte Kriegspolitik der jetzigen politi schen Machthaber kein Hehl machen. Auch in wirtschaftlicher Hinsicht breitet sich die Not in einem Matze aus, das Wohl geeignet ist, den politischen Führern des Landes Besorgnis einzuflößen. Daß die bitteren Gefühle gegen England, dem man vorwirft, daß es sich an der Not seiner Verbündeten bereichert, im Wachsen begriffen sind, ersieht man täglich aus zornigen Aeußerungen italienischer Blät ter. (Z.) ────────── Im Balkan. M Mat Tie Stärke -es serbischen sHeeres. ,Konstantinopel, 25. Januar. Von unterrichteter Seite geben die vorliegenden Nachrichten über die Stärke des nach Albanien flüchteten und vorläufig in Sicherheit gebrach ten serbischen Heeres zu, daß diese rund 100 OOO Mann mit 3500 Offizieren beträgt, 50 000 Mann sind noch mit Gewehren versehen. Sie sollen weiter über 170 Maschinengewehre ver fügen, während die Artillerie fast völlig ver loren gegangen ist. Ein großer Teil dieser Kräfte ist, wie gemeldet, bereits nach Salo niki transportiert worden.. Tie mazedonischen Freiwilligen. Sofia, 25. Januar. Die "Balkanska Poschta meldet, die Zahl der Freiwilligen aus Mazedonien ist so groß, daß das Kriegsmini sterium viele zurückweisen müsse. Aus Jstip allein meldeten sich 1500. Essad Paschas Umtriebe. Genf, 25. Januar. Le Journal meldet, daß die Kriegserklärung Essad Paschas an Oesterreich-Ungarn noch unbestätigt ist. (Z.) ────────── Die Türkei im Kriege. Me TMei ie Kriege. Ter türkische Bericht. Konstantinopel, 24. Januar. Das Hauptquartier teilt mit: > An der Jrakfront dauern die Stellungskämpse bei Kut el Amara fort. Englische Streitkräfte, die aus der Richtung Jman Alygarbi kamen, griffen am 21. Januar unter dem Schutze von Flußkanonenbooten unsre Stellungen bei Menlahie, etwa 35 Kilometer östlich von Kut el Amara, aus beiden Sei- , ten des Tigris an. Tie Schlacht dauerte sechs ] Stunden. Alle Angriffe des Feindes wurden durch unsre Gegenangriffe zurückgeworfen und der Feind einige Kilometer nach Osten zurück getrieben. Auf dem Schlachtfelde zählten wir un gefähr > fiOIHt tote Engländer. Wir nähmen einen feindlichen .Hauptmann und einige Soldaten gefangen. Unsre Verluste sind verhältnismäßig gering. Ein Waffenstillstand von einem Tage, um den der feindliche Oberbefehlshaber, General Ahmler, ersuchte, um seine Toten zu begra ben, wurde von uns bewilligt. Gefangene erklärten auf unsre Fragen, daß die Engländer außer den Verflusten, die sie in dieser Schlacht erlitten haben, noch weitere 3000 Tote und Berwurrdete in den vorhergehenden Kämpfen bei Scheik Said verloren haben. Infolge unsres Angriffes auf eine andre englische Kolonne, die westlich von Korna aus der Richtung Muntefik vorzugehen versuchte, wurde der Feind zum Rückzug gezwungen, wo bei er lWO Tote zurückließ. Wir erbeuteten eine Anzahl Ka mele und 100 Zelte. Sonst nichts von Wichtigkeit. Tie Sorge um Kut-el-Amara. Haag, 25.Januar. Tie 'heutigen Lon doner Blätter verraten, daß ganz 'England für die in Kut-el-Amara (Irak) eingeschlof-, sene Besatzung zittert. Sie suchen das Pu blikum mit der Versicherung zu trösten, derf russische Vorstoß in Armenien, den sie als riesigen Sieg ausmalen, (joBe den Zweck, den türkischen Truck auf Kut-el-Amara zzu vermin dern. ────────── Der Krieg mit England. Der Stiel mit EnHimd. Tie englische Wehrpflicht. Lpndon, 25. Januar. Das Unterhaus nähm mit 338 gegen 36 Stimtsten das Wehrpflichtgefetz in dritter Lesung an. , ' f Tie «ngeuttgeudcn Wirkungen des Dienstpflich tgcsehes. Haag, 25. Januar. Oberstleutnant Repington erklärt in den "Times": Wegen der vielen Konzessionen, mit denen die Regierung das Wehrzwanggesetz dem Publikum annehm barer zu machen suchte, werde das Gesetz die 1 nötige Zahl Rekruten nicht liefern. Tie ersten 5 aus Grund des Gesetzes eingestellten Rekruten , würden auch bestenfalls erst zu Anfang Oktober für die Front verfügbar werden. Asquith zeige auch Maßregeln an, die eine geringere Ein schätzung der gelernten Arbeiter im Gefolge haben und in Arbeiterkreisen deswegen große Erbitterung erregen. Vom Clhde und aus Newcastle werden stürmische Protestversammlungen gemeldet. (Z.) i, ' ────────── durch der amerikanische Handel mitbetroffen würde. (Z.) ────────── Trotzdem machte er des öfteren noch Schulden. Tie Zeugenaussagen ergaben, daß Baumeister, der ein sehr lüderliches Leben führte, ein jäh zorniger, gewaltiger und roher Mensch und Frauenzimmern gegenüber sehr zudringlich war. Er zeigte auch in der Verhandlung ein sehr freches Benehmen. Mehrere Strafen wegen Hausfriedensbruch und Körperverletzung, hatte er noch nicht verbüßt. Ende Januar oder anfangs Februar kam Baumeister nach Straubing, too er sich schließlich im Gasthaus zum Regensburgerhof einmietete. Am Sonn tag den 9. Mai vor. Jrs. trat die Kellnerin Theres Fraundorfer, ein hübsches, lebenslu stiges Mädchen in diesem Gasthause ein. Bau meister machte sich sogleich. an das nicht allzu spröde Mädchen heran. In der Nacht vom 12. zum 13. Mai will er die Frauendorfer heimbegleitet haben, wobei sie ihm ihreGunst geschenkt habe. Am 13. Mai nachts ging das Mädchen wieder von ihrem Tienstplatze nach Hause. Baumeister folgte ihr, worauf beide auf das linke Tonauufer gegangen sind. Auf dem Rückwege gerieten sie nach der Aussage Baumeisters in einen Wortwechsel. Das Mäd chen -habe ihn beschimpft. Schließlich habe er ihr gedroht, er werfe sie in die Donau, sie habe darauf erwidert, das könne er ihretwegen tun, und nun !habe er sie auch sogleich, in seiner Aufregung über das Brückengeländer' in die Donau gestürzt. Er wisse aber gar nicht, wie er dazu gekommen sei. Seine da malige Aufregung müsse daran Schuld getra gen 'haben. An jenem Tage habe er 25—28 Glas Bier getrunken und jedenfalls habe er unter dem Einflüsse der Trunkenheit und sei nes Jähzornes die Tat vollbracht. Als er wieder zu sich gekommen sei, habe er um Hilfe gerufen. Ohrenzeugen bekunden, daß man ei nen Wurf in die Donau hörte, daß eineFrauenstimme jämmerlich um Hilfe schrie, aber dann allmählich verstummte. Ter Angeklagte ging nach vollbrachter Tat in sein Quartier im Re gensburgerhof zurück, reinigte seine beschmutz ten Kleider und Stiefel und legte sich zu Bette. Mittags wurde er festgenommen. Nach sei ner Verhaftung leugnete er zunächst alles