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      <titleStmt>
        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1916-10-12"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">69. Jahrgang Nr. 278</biblScope>
          <date when="1916-10-12">1916-10-12</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
        </p>
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          <p>Fortdauer der italienischen Offensive.</p>
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          <p>Die Schlacht au der Somme. — Erhöhte Feuertätigkeit im Maasgebiet. — Die 2. rumänische Armee wird verfolgt. — Rege Tätigkeit österr.-ung. Seeflugzeug-Geschwader. { Ihr Westen lam es an der Somtnefxont zu zahlreichen Teilangriffen unserer Gegner, die jedoch nur südwestlich von Sailly in unsere Linien einzudringen vermochten. An allen anderen Stellen wurden sie durch Feuer oder int Nahkamps abgeschlagen. Südlich der Som-me gingen die Unsern vor dem starken sranzösi- 1 schen Drucke aus den bei Vermandovillers vor­ springenden Punkt unserer Stellung in eine neue vorbereitete Stellung zurück, die die Front verkürzt. ; Unsere Flieger haben 8 feindliche Flug­ zeuge abgeschossen. Bei Reims machte eine unserer Erkundungsabieilungen einen gelun­ genen Vorstoß, der sie bis in den dritten fran­ zösischen Graben führte. Bei Fleury wurde ein französischer Vorstoß abgeschlagen. r In Siebenbürgen leistet der Feind int Warostale noch zähen Widerstand. Im Goergenytale und bei Parajd wich er erneut zurück. Bei Csik-Szereda und im Alttale wurde er geworfen. Die geschlagene 2. rumänische Ar­ mee wird weiter verfolgt. In der Dobrudscha bombardierten unsere Flugzeuge mit Erfolg Truppenverkehr in Cvnstantza, ' r * r ' In Mazedonien wurden feindliche An­ griffe abgewiesen. : 1 An der italienischen Front dauert die neue Offensive der Italiener unvermindert an. Von St. Peter bis zum Meere stießen sie vor, gelangten aber nur an wenigen Stellen bis in die Gräben der Verteidiger, aus denen sie durch Gegenstoß schnell wieder vertrieben wurden. Oesterreichisch-ungarischp Seeflugzeu­ ge bombardierten militärische Anlagen hinter der italienischen Front. ■■ Eine lebhafte Preßfehde hat sich in Ame­ rika über die Tätigkeit unserer U-Boote an der amerikanischen Küste entsponnen. Die fabelhaftesten Gerüchte wurden verbreitet. Vor allem aber zeigte sich an der Börse die Wir­ kung unserer U-Bootsangriffe in einem be­ deutenden Sinken, der Werte der Kriegsbedarf­ industrie. Offiziell hat Amerika.zu dem Krewzerkrieg der U-Boote noch nicht Stellung ge* | nommen. Es heißt sogar, Wilson will dies überhaupt nicht tun. Anderseits soll sogar Amerika die englische Zumutung, ihre Häsen für U-Boote zu sperren, ablehnend beantwort ten. , i: i</p>
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          <p>Besitz gebliebene Grabenstücke wird noch ge­ kämpft. 1400 Gefangene blieben in den Hän­ den unserer Truppen. Die Kampstätigkeit an der Fleimstalfront hat Nachgelassen. Die Italiener haben hier in den letzten Kämpfen nichts erreicht. Das Ge­ fecht am Pasubio ist noch nWt abgeschlos­ sen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. E'tr stellvertretende Chef des Generalstabes' Ho es er, Feldmarschalleutnant. Ereignisse zur See. Am 10. ds. abends hat eines unserer See­ slugzeuggeschwader die militärischen Objekte von Monfalcone und Vtaranzano erfolgreich mit Bomben belegt. In der Nacht vom 10. zum 11. ds. griff ein Seeflugzeuggeschwader die Hafenanlagen, Hangars und die Batte­ rien von Blora sowie 'die dort befindlichen feindlichen Schiffe mit bestem Erfolge an. Starke noch lange sichtbare Brande in der Stadt und der Brand eines Oeltanks wurde beobachtet. Alle Flugzeuge sind von diesen Unternehmungen trotz heftigsten Abwehr­ feuers unversehrt 'nach ihren Basisstationen zurückgekehrt. Flottenkommando.</p>
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          <p>Der bulgarische Bericht. Sofia, 10. Okt. Amtl. Bericht: MazedonischS Front: Zwischen dem Prespasee und dem Cerna lebhafte Artillerietätigkeit. An der Front des Cernaknies schlugen wir alle Angriffe des Feindes durch unsere Artillerie­ feuer und stellenweise durch Gegenangriffe ab. Im Moglenicatale schwaches Artilleriefeuer. Auf beiden Seiten des Wardar Rühe. Am Fuße der Belosica schwaches Artilleriefeuer. An der Strumafront Patrouillengefechte. An der ägäischen Küste lebhaftes Kreuzen der feindlichen Flotte. Längs der Donau und in der Dobrudscha Ruhe. An der Küste des Schwarzen Meeres beschossen 'fünf russische Kriegsschiffe den Hafen von Jniedo, auch die Höhen um Totlodjakoej wurde von der feindl. Flotte beschossen.</p>
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          <p>Der Krieg mit Italien. Der Besitzt» der 8. Jsonzo-Schlacht. Berlin, 10. Oktober. Der in das öfter® reichisch-ungarifchje Hauptquartier entsandte Berichterstatter der "Tägl. Rundschau", No­ wak , meldet: Die italienische Artillerievorbe­ reitung gegen die Karsthochfläche dauert nun­ mehr schon seit so vielen Tagen an und steigert sich täglich in so heftigem Maste, dast sie den Begriff einer artilleristischen Vorbereitung längst überschritten hat. Sie stellt bereits eine Schlacht für sich und zwar eine neue Art von Schlacht dar. Die Artillerievorbereitung wuchs zur Artillerieschlaichlt. Seit Morgen­ grauen hämmern und heulen auch heute wie­ der, wie fast seit einer Woche schon, die italie­ nischen Batterien aus unsere Stellungen nie­ der. Das Feuer wird in den Vormittagsstun­ den verstärkt, um dann gegen die Mittags­ stunden zum Trommelfeuer zu steigen. Der Kommandant eines ganz engen Abschnittes von 1.5 Kilometer hat soeben erst gemeldet, Last, seine Leute vom Morgengrauen des 8. Oktober bis 1 Uhr Mittag 15 000 Granaten über sich ergehen tieften. Gleich darauf mel­ dete ein Kompagnieführer, dast seine Kompag­ nie in zwei Stunden von 2000 Geschossen überschüttet wurde. Wenn man überhaupt die Umrisse der im allgemeinen planlos arbeiten­ den italienischen Feuerleitung doch irgendwo feststellen will, so kann man sagen, dast sie jetzt immer gröstere Frontteile unter starkes Feuer setzen und insbesondere Heine Abschnitte mit Geschossen direkt überschwemmen °lästt. Das hervorstechendste Merkmal der 8. Jsonzoschlacht ist vorläufig das, dast unsere Artillerie bisher jeden Versuch eines Jnfanterievorgehens schon im Keime ersticken konnte. Gröstere italieni­ sche Jnfanterieabteilungen sind bisher nir­ gends hinter ihren Deckungen hervorgekom­ men. In einzelnen Frontabschnitten sind klei­ nere Gruppen vereinzelt zum Angriff ausge­ schwärmt, aber die Wachsamkeit unserer Ar­ tillerie zwang sie, sich in ihre Gräben zurück­ zuziehen, ohne dast sie überhaupt einen Sturm beginnen konnten. (SO</p>
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          <p>Der Luftkrieg. Luftangriff auf Lörrach. , Frankfurt a. M., 11. DU. Die "Frks. Ztg." meldet aus Basel: Wie die "Basler Nach­ richten" mitteilen, h!at ein feindlicher Flieger gestern abend um halb 12 Uhr Lörrach über­ flogen und vier Bomben in der Nähe des Bahnhofes und auf den Hebelplatz abgewor­ fen. Drei Personen, die sich auf der Strafte befanden, wurden getötet: ein Medizinalrat, ein Hausknecht und ein Mädchen. Wie das Blatt weiter aus dem Grenzort Riehen meldet, wurde nachts halb 12. Uhr ein Flieger beobach­ tet, der in nordsüdlicher Richtung über die Stadt Basel flog; er wurde von der Schweizer Grenzwache beschossen. Es handelt sich! offen­ bar um den feindlichen Flieger, der nach dem Angriff auf Lörrach über schweizerisches Ge­ biet zurückflog. ISO</p>
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          <p>Alliierten erhobene Beschwerde, die in einem Memoral schon int August gemacht wurde, ge­ geben wird. Es ist gern iß, daß Deutschland von diesem Memoral Kenntnis erhalten hat und es ist möglich, daß U 53 über den Atlant gesandt worden ist, um die von Amerika ein­ genommene Haltung zu prüfen. (Z.) Amerika und die N-Boatsnote Englands. Washington, 10. Okt. (Reuter.) DerRat des Staatsdepartements Polt hat mitgekeilk, daß die Vereinigten Staaten das Verlangen des Vierverbandes ablehnen werden, daß die Neutralen die Benutzung ihrer Häfen allen Unterseebooten, ob Handelsschiffen oderKriegsschisfen, verweigern sollten. Wilson in Verlegenheit. Rotterdam, 11. Oktober. "Daily News" wird aus Newyork gekabelt, die Lage des Präsidenten sei die schwierigste seit Be­ ginn seiner Präsidentschaft. Wenn er ent­ schiedene Maßnahmen treffe, würden die Re­ publikaner ihm vorwerfen, daß es nicht so weit gekommen wäre, und würden sagen, 'wenn er es früher getan hätte, dann wäre die Würde der Vereinigten Staaten gewahrt geblieben. Wenn er aber nichts tue) als eine neue Note zu verfassen, würde er die Stimmen Tausender von Amerikanern, welche für den Frieden ar­ beiten, nicht aber einen Frieden um einen sehr hohen Preis erkaufen wollen, verlieren. (Z.) Ein heikles Element. London, 10. Oktober. Reuter zufolge wird dem "Daily Telegraph" aus Washington telegraphiert, in das Verhältnis Deutschlands zu den Vereinigten Staaten sei durch die Tor­ pedierungen in nächster Nähe der amerikani­ schen Küste ein neues heikles Element gekom­ men, da sich die britischen Kreuzer auf drin­ gendes Ersuchen der Vereinigten Staaten von den Schiffahrtswegen in der Nähe der ameri­ kanischen Gewässer zurückzogen. Der "Ti­ mes" wird aus Newyork gemeldet, daß das "U-Boot 53" in Newport eine vollständige Liste (?) der ein- und ausfahrenden Dampfer erhalten habe und daraus fsofort an die Arbeit gegangen sei. Tie d eutschen U-Boote in Amerika. Genf, 11. Okt. Die Bestürzung in der. Pariser Presse über die Unterseeboote an der anrerrkanischen Küste ist säst so groß wie die Erbitterung. Aber trotz allem enthalten die Newhorker Depeschen keine Angaben, daß die deiUschen Unterseeboote den Seerechtsbestimiramgen zuwider gehandelt hätten. Es scheint, sich zu bestätigen, daß die Unterseeboote sich in keinem amerikanischen Hasen verproviantiert JjfcBen. (Z.) Lugano, 11. Okt. Tie Nachrichten über die Tätigkeit der Unterseeboote an der ame­ rikanischen Küste haben in Italien die größte und nicht eben erfreuliche UeberraWung her­ vorgerufen. &lt;Z.) Rotterdam, 11. Oktober. Nach priva­ ten Meldungen aus Newyork soll aus den ein­ zusenden Berichten hervorgehen, daß an den Operationen 5 Unterseeboote beteiligt sein müssen. Die Bemannung des versenkten Dam­ pfers "Cansas", die in Boston eintraf, erklärt daß das U-Boot, welches ihr Schiff anhielt, nicht U53 war. Die amerikanischen Torpedojäger dürfen die Nummern der operierenden U-Boote nicht bekanntgeben, weil es der Neu­ tralität zuwider sein würde. Soweit bekannt, wurden 220 Personen, darunter 32 Frauen und 10 Kinder, von den vernichteten Schiffen in den Hafen gebracht. (Z.) Haag, 11. Oktober. In den Vereinigten Staaten sind bereits die wildesten Gerüchte über die deutschen U-Boote im Umlauf. Nach Ansicht amerikanischer Seeoffiziere müssen die deutschen Unterseeboote an der amerikanischen Küste des Atlantischen Ozeans eine Basis ha­ ben, weil man nicht annehmen kann, daß der­ artige Boote über den Ozean geschickt werden, ohne daß Maßnahmen getroffen wurden, um ihre Torpedos und Heizstosfe zu ergänzen. Nach anderen Gerüchten sollen die Zubehör­ teile von U-Booten in Amerika eingeführt worden sein. (g.) Lugano, 11. Oktober. Laut Depeschen des "Secolo" aus London machen die Fahrten der deutschen U-Boote in Amerika u. England einen tiefen Eindruck. Der ganze Ozeanver­ kehr sei wenigstens für Tage völlig lahmgelegt. Alle atlantischen Häfen wurden gewarnt und fast alle Schiffsabfahrten sind eingestellt. Man fürchtet den Beginn eines neuen und gewalti­ gen U-Boot-Mrieges, wobei die neuen großen U-Boote vom Typ "Deutschland" und "Bre­ men" den Kampf-U-Booten Petroleum und Munition zuführen werden. (Z.) Rotterdam, 11. Oktober. Die Londo­ ner "Westminster Gazette" schreibt: Die Ant­ wort des amerikanischen Staatsdepartements an den englischen Botschaften in Washington, daß Amerika die U-Boote als gewöhnliche Kriegsschiffe betrachte, machit den Eindruck einer Entscheidung, die aus eine von den</p>
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          <p>"Nun, dann kommt es schließlich noch! so weit, daß der rabiate Oberst von Uechteritz Retzbach erhält," sagte Tante Jettchen humor­ voll. Lothar lachte. "Nein, das darf nicht sein. Entweder Anne-Rose, oder ich. Und darüber wird Dok­ tor Hasfner entscheiden." An diesem Abend ging Anne-Rose mit sehr widerstreitenden Empfindungen zu Bett. Sie fühlte sich unglücklich und glücklich zugleich. Unglücklich, weil sie nicht mehr Herrin von Retzbach war, und glücklich, daß sie in Retzbach bleiben durfte. Lothars übermütig zärtliches Wesen beunruhigte sie zudem sehr. Ihr war, als fei er seit Heute Nachmittag ein ganz an­ derer geworden. Und seine Augen hatten einen sv ganz anderen Ausdruck bekommen, einen Ausdruck, der ihr das Blut unruhig durch die Adern trieb. Sie konnte lange nicht einschla­ fen. Immer sah sie sein Gesicht vor sich, rürt dem eigenartigen, glücklichen Ausdruck. Und sie rief sich die ganze Szene in ihirem Arbeitszimmer in das Gedächtnis zurück. Wa­ rn mhatten seine Augen schon in so strahlendes tStoetitie aufgeleuchtet, als sie ihm gesagt hatte, daß sie nicht mehr die reiche Herrin von Retzbach war? Da wußte er doch noch« nicht, daß ihm selbst die Erbschaft zufallen würde. "Ganz unbesorgt, Anne-Rose. Lothar ist eben doch nur der vornehme Charakter, für den wir ihn gehalten haben. Es ist ihm ganz selbstverständlich, daß er uns eine Ent­ schädigung schuldig ist. Und so gut, wie er als er leer ausging, so gut mußt Du jetzt eine solche annehmen. Es wäre sonst für ihn direkt eine Beleidigung. Also laß ruhig alles gehlen und laß Dir dankbar seinen Schutz und seine Hilfe gefallen, wenn das Gericht zu seinen Gunsten entscheidet, woran wohl nach Doktor Haffners Urteil kein Zweifel ist." "Aber wir mißbrauchen doch seine Güte, Tantchen, wir können doch niich!t so viel für shn arbeiten und schassen, als er es für uns getan." "Nun bitt ich Dich, Kind, sei nicht so ängstlich. Retzbach ist groß genug, daß wir Lothar in keiner Weise genieren. And wo so viele Menschen satt werden wie hier, wer­ den wir zwei auch noch satt. Und nützlich machen können wir uns auch genug, daß wir unser 'Brot nicht umsonst essen, wenn es Dich bedrückt, als sein Gast hier zu weilen." fgorffeSung folgt.) Und dann war er so unbeherrscht gewesen, wie sie ihn nie gesehen. Jedenfalls hatte er ihr heute ein Rätsel ausgegeben. Und in den nächsten Wochen gab er ihr noch mehr Rätsel auf. Doktor Hasfner war am nächsten Tage nach Retzbach gekommen untd hatte die beiden Schriftstücke geprüft. Er hielt das neue Te­ stament für unbedingt gülltig. Lothar schien aber der ganzen Angelegen­ heit nicht mehr so große Wichtigkeit beizu­ messen. Das konnte Amne-Rose nicht ver­ stehen. Für Lothar war freilich der Schwerpunkt der Sache schon entschieden^ Er wußte, daß Anne-Rose in ihm den rechtmäßigen Erben sah. Das genügte ihm. Wenn er nun um sie warb, konnte er es freien Herzens tun, ohne in den Verdacht eines Mitgiftjägers zu kommen. Tante Jettchen enthielt sich Anne-Rose ge­ genüber jeder Aeußerung Aber Lothars Ver­ halten. Anne-Rose fragte sie am andern Tage: "Können wir annehmern, Tante Jettchen, was uns Lothar fc großmütig geboten bat?" Die alte Dame hrtte energisch m: yn Kopse genickt.</p>
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          <p>Tages-Übersicht. Tie U-Booissrage iw Reichstag. Der Ael--) testenausschuß des Reichstags trat heute vor der Vollsitzung zusammen, um sich über die letzten Anordnungen für die geschäftliche Be­ handlung der heutigen Tagesordnung schlüs­ sig zu werden. Nachdem gestern der Haupt­ ausschuß beschlossen hatte, dem Hause zu em­ pfehlen, daß die Frage der U-Bootskriegfühj rung nicht berührt werde, wurde die Frage heute int Aeltestenausschuß, noch einmal an­ geschnitten. Die Vertreter der sozialdemokra- tischen Arbeitsgemeinschaft und der Konser­ vativen Erklärten, daß sie sich einer solchen Empfehllung nicht fügen und die Frage in der Vollsitzung ausführlich behandeln werden. Infolgedessen wird sich der Aeltestenaus schuß genötigt scheu, sich, nachdem die erste Rednerreihe im Hause gesprochen haben wird, noch­ mals darüber zu verständigen, ob und in wel­ cher Weise denjenigen Rednern der erstenReihe geantwortet werden soll die entgegen der Empfehlung des Haushaltsausschusses die UBootsfrage berührt haben. Interpellation über die Aartoff.lfrage Wie verlautet, wird im Reichstag morgen eine In­ terpellation wegen der Kartosfelsrage einge­ bracht werden. Diese Interpellation soll be­ reits am Freitag beraten werden.</p>
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          <p>lassen, wenn dieser den Zeitpunkt dafür für gegeben erachte. Abg. Scheidemann meinte: Im Bölkerleben spielt nicht der Krieg die Letzte Rolle, nicht die brutale Gewalt. Strei­ tigkeiten müssen durch internationale Verträge geschlichtet werden. Er schränkte dies aber selbst ein, indem er betonte, daß dann allertdrings Vertragstreue aus beiden Seiten vor­ handen sein müsse. Er gab der Astsicht AusDruck, daß trotz allem Kriegsgeschrei der Geg­ ner vom Frieden gesprochen werden könne. Zur Lebensmittelversorgung betonte er, es Müsse vor allem planmäßig produziert wer­ den. Er polemisierte dann scharf gegen die Kanzlerstürzer, verlangte die Aufhebung der Zensur und des Belagerungszustandes und die Schaffung eines verantwortlichen Reichßministeriums. Abg. Bassermann betonte nach einer Schilderung der militärischen Lage "Wir gehen voller Zuversicht dem Waffengang im .dritten Kriegsjahv entgegen, in dem festen Willen, den Krieg siegreich zu beenden." 9tbg! Dr. Naumann (F. V.) meinte zur Neuorga­ nisierung "Ist der Krieg vorbei, dann kommt die Neuorientierung von selbst". Abg. Graf von Westarp &lt;D. K.) meinte zum U-Boots-) krieg, daß die Einsetzung des uneingeschränkten Unterseebootskrieges unbedingt geboten ist, um gegen England einen baldigen siegreichenFrieden zu erringen. Abg. von Halem (D. Frkt.) meinte gleichfalls: "Die Zeit für die Erledig­ ung der Fragen, wie die innere Entwicklung zu gestalten sei, dürfte erst kommen, wenn -vir siegreich aus diesem Ansturm hervorge­ gangen sein werden." Abg. Haase (Soz. A.) befürwortete unter verschiedenen Zwischenru­ fen die Räumung Belgiens, Wiederherstellung Serbiens, ,sda ein derartiges Volk nicht ver­ schwinden kann" und forderte Abrüstung. Abg. Dr. Davidsohn (Soz.) glaubte, daß die un­ beschränkte Anwendung des U-Bootskrieges den Frieden erschwere. Die Ueberzeugung von der Notwendigkeit von schiedsgerichtliichstn Verein­ barungen zwischen den Völkern wird sich im­ mer mehr Bahn brechen. Hierauf wurde un­ ter Protest des Abg. Haase ,der nochmals sprechen wollte, Schluß der Debatte beantragt und angenommen.</p>
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          <p>Bayerische Nachrichten. sches Ei für die Pfalz auf 20 Pfg., für Un­ tersrauken aus 16 Pfg. und für die übrigen Regierungsbezirke auf ,14 Pfg. festgesetzt wurde. Die Aufkäufer und Großhändler dürfen je eineinhalb Pfennig, der Kleinhändler 1 Pfg. zuschlagen. Für Kalkeier wurde der Höchst­ preis bei Abgabe an den Verbraucher für den Regierungsbezirk der Pfalz aus 23 Pfg., für Unterfmnfen auf 19 Psg. und für die übrigen Regierungsbezirke auf 17 Pfg. fest­ gesetzt. Diese Bekanntmachung tritt sofort in Kraft. Dip Eiervorväte in München und Nürn­ berg, die bei der letzten Zählung ermittelt wurden, werden dort den Haushaltungen ange­ rechnet und die Besitzer für die Dauer ihrer Vorräte vom Eierbezuge ausgeschaltet. Nürn­ berg beantragte auch bei der Staatsregierung, alle Eiervorräte im ganzen Lande zu beschlag­ nahmen und zwar ln und Land. Ein Lehrknrs zur Ausbildung von Turn­ lehrerinnen bei den höheren weiblichen Unterriichtsanstalten beginnt bei der K. Landes­ turnanstalt in München am Montag, den 8. Januar 1917. Die Bewerberinnen müssen das 18. Lebensjahr vollendet und sollen das 30. Lebensjahr nicht überschritten haben. Zulas­ sungsgesuche sind an das Kultusministerium einzureichen und zwar spätestens bis 25. No­ vember 1916. i i . , f Ueber die Ernährungsverhältnisse der Schwerarbeiter fand im Ministerium des Aeußern eine neuerliche Besprechung statt, deren Resultat die Anschauung war, die Werkver­ waltungen sollen mit den Kommunalverbän­ den gemeinschaftlich Lebensmittel für ihre Ar­ beiter beschaffen. Eime Warnung . Es kommen jetzt Suppen­ würfel zum Verkaufe unter dem Namen"Weilers Hühnerbrühe". Nach den amtlichen Un­ tersuchungsanstalt für Nahrungs- und Genuß­ mittel in München find die Würfel nach ver­ schiedenen Richtungen hin zu beanstanden. Von dem Geschmack einer Hühnerbrühe ist keine Spur vorhanden, und auch sonst ist das ganze Produkt von einer Beschaffenheit, daß der ge­ forderte Preis von 5 Psg. für den Würfel viel zu hoch ist. Also verzichte man auf diese "Delikatesse"! Berkehr mit Hülsensrüchten. Das Mini­ sterium des Innern hat im Einverständnisse mit dem Verkehrsministerium folgende An­ ordnung erlassen: 1. Erbsen, Bohnen und Lin­ sen, sowie Ackerbohnen, Sojabohnen, Pelusch­ ken, Lupinen, Wicken und Gemenge von Hülsensrüchten dürfen nur an die Bayer Futter­ mittelverteilung G. m. b. H., Kommanditge­ sellschaft in München oder deren Beauftragte verkauft werden. Jeder Versand dieser Hülsensrüchte mit der Eisenbahn innerhalb Bayerns und nach außerbaherischen Stationen ist nur aus Grund von Beförderungspapieren gestattet, welche mit dem Stempel der Landes­ futtermittelstelle unmittelbar unter der In­ haltsangabe versehen sind. Zuwiderhand­ lungen gegen diese Vorschriften werden mit Gefängnis bis zu 6 Monaten oder mit Geld­ strafe bis zu 15 000 Mark bestraft. Ter Metzhandel wurde durch eine Be­ kanntmachung der Bayer. Lebensmittelstelle da­ hin geregelt ,dah der Grundpreis für ein fri-</p>
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          <p>König Otto †. Gestern nachmittags brachte bereits ein Telegramm die Nachricht von einer schweren Erkrankung König Ottos Es lautete: Mnig Otto von Bayern erkrankt. Die Korrespondenz Hossmann meldet amtlich: Se. Majestät König Otto von Bayern ist gestern unter Magenblutungen erkrankt. Der Zustand ist ernst. , i i i II,, Abends wurde folgender ärztlicher Krank­ heitsbericht ausgegeben: Das Befinden Seiner Majestät des Königs Otto hat sich im Lause des Tages durch Ab­ nahme der Kräfte verschlechtert. Neue Magenblutungen find nicht aufge­ treten, doch gibt die schwache HerztätigkeitAnlaß zu großer Besorgnis. Gez. von Angerer, Bocke, Dr. Körte. — i Gestern nachts brachte folgendes Tele­ gramm die Kunde von dem Ableben des Kö­ nigs: Amtlich wird gemeldet: Se. Majestät Kö­ nig Otto von Bayern ist heute abends 8 Uhr 50 Minuten gestorben. Otto, Wilhelm, Luitpold, Adalbert, Wal­ demar, war am "27. April 1848 in München als zweiter Sohn des Königs Maximilian desZweiten und der Prinzessin Marie von Preußen geboren. Er hing mit schwärmerischer Siebe an seinem älteren Bruder, dem späteren KöI nig Ludwig dem Zweiten. Ms 18jähriger | machte Prinz Otto den Feldzug 1866 mit. | 1870—71 befand er sich im Hauptguartier § Kaiser Wilhelms des Ersten. Als 1872 sich | die Spuren geistiger Störung bemerkbar mach1 ten, wurde Prinz Otto in Ludwigstal, später I in Schleißheim und Nhmphenburg und seit den I 80er Jahren im Schlosse Fürstenried abgeschloffI sen. 1886 folgte Prinz Otto, der Verfassung I gemäß seinem dahingegangenen Bruder, deist | allen Bayernherzen unvergeßlichen KönigLud| wig aus betn Throne. Doch niemals wurde sich König Otto der Würde bewußt und Prinzre­ gent Luitpold lenkte an seiner Stelle die Ge­ schicke Bayerns. Als nach dem Heimgänge seines er­ lauchten Vaters Prinz Ludwig als Regent die Regierung übernahm, trug die Volksvertretung dem Wunsche des Volkes Rechnung, erklärte den Thron infolge der unheilbaren Erkrank­ ung König Ottos für erledigt und übertrug Prinzregent Ludwig die Königswürde, die die­ ser, getragen von der Liebe und dem Ver­ trauen seines Volkes annahm. In Fürstenried aber verlebte der eigent­ liche verfassungsmäßige König, unbewußt sei­ ner Würde ,seine Tage, bis ih!m nun im 59. Jahre seines Lebens der Tod die Erlösung , brachte. | ; , , . I , i ![!._.</p>
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          <p>Niederbayerische Nachrichten. Arnsivrf, 9. Oktober. (Das Ergebnis) der Sammlung für die deutsche Flotte itzt Markte Arnstorf betrug 165 Mark. - Hengersberg, 9. Okt. (Aufgefundene Leiche.) Der Dienstknecht Kajetan Tollmeier von Kleineichberg hat am 3. September sei­ nen 'Dienstplatz in Helming, verlassen und wurde nunmehr als Leiche aufgefunden.DolLmeier war früher geisteskank, verfiel in die­ ses Leiden wieder und hat sich in diesem Zustand selbst ein Leid angetan.</p>
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          <p>angezündet, Beitrüge zum Wiederaufbau, die er auch wirklich reichlich erhält. Die Angaben sind unwahr. Der Schwindler ist 45—50 Jahre alt, mittelgroß und schwächlich. —Q Eine Dinggeldschwindler in machte in der letzten Zeit die Umgebung un­ sicher. Sie Verdi ngt sich bei den Bauern für Lichtmeß, und erhält hierfür meistens 2 Mk. Dinggeld, die sie auch bereits in vielen Fäl­ len 'bekam. Die Schwindlerin ist Ende der zwanziger Jahre, mittelgroß, von dunklem Aussehen, trügt schwarze Kleidung und weißen Hut. —* Zum Besten der Hinterbliebe­ nen des 2. daher. Landw.-Jns.-sRgts. verarg staltet Herr Opernsänger Th. Humpert, der sich bereits vorigen Winter um das Gelin­ gen der hiesigen Wohltütigkeitsveranstaltungen in hervorragender Weise verdient machte, mit seinem vortrefflichen Begleiter Herrn Ka­ pellmeister A. Müller-Herneck und unter lie­ benswürdiger Mitwirkung des als vorzüglichen Geigers sich hier besten Rufes erfreuenden Herrn Bezirksgeometers Rendel im Stadttheater am 19. Oktober einen Wohltätigkeits­ abend. Das reichhaltige Programm bietet auserlesene Kunstgenüsse. Der erste Teil bringt außer der melodienreichen Violinsonate op. g von Grieg und 4 Liedern von Brahms (die beiden letzten aus Tieks "Magelone"), Kompositionen von Herrn Müller-Herrneck, Klavierstücke und Lieder, darunter eine stim­ mungsreich, tiefempfundene "Abendstimwnng" für Gesang, Violine und Klavier. Der zweite Teil ist dem großen Tonheroen Richard Wag­ ner gewidmet; die begeisterte Verehrung für seine Kunstwerke war es, die Herrn Humpert veranlaßte, nach säst vollendetem juristischem Studium die SÜngerlaufbahn einzuschlagen. Herr Humpert bringt die große Arie aus dem "Fliegenden Holländer", Gesänge aus "Tann­ häuser", Wotans Abschied aus "Walküre" und den Schlußmonolog aus den "Meistersingern" zum Vortrag, der im Preis auf die "Deutsche Zunft" .machtvoll ausklingt, während 'Herr Neudel uns mit "'Walters Preislied" und Herr A. Müller-Herrneck mit einer wertvollen Im­ provisation über "Siegmunds Liebeslied" er­ freuen wird. Die Leistungen der Künstler bedürfen keines besonderen Hinweises, sie sind uns bekannt. Dem Abend ist ein volles Ge­ lingen von Herzen zu wünschen. —* Volkshochschulverein. Für das kommende Winterhalbjahr sind zunächst solgende Vortrüge vorgesehen: "Vom deutschen Volk zum deutschen Staat" von Herrn Dr. Joachimsen, Honorarprofessor der Geschichte an der Universität München, "Künstlerische Cha­ rakterisierung der Kirchen Landshuts" von Herrn Dr. Hagen, kgl. Generalkonservator der Kunstdenkmale und Altertümer Bayerns, "Phy­ sik der freien Natur" von Herrn Pros. Frle^ag, "Die Lage auf dem Balkan" von Herrn Drtt Wirth, Privatdozent der Geschichte an der kgl. technischen Hochschule München, "Die physi­ kalischen und technischen Grundlagen des Flugwesens und der Luftschiffahrt" von Herrn Dr. Emden, Professor der Physik und Meteoro­ logie an der kgl. technischen Hochschule Mün­ chen. Der erste Vortrag "Vom deutschen Volk zum deutschen Staat", der ein umfassendes. Bild vom gefchichtlichjen Werdegang Deutsch­ lands zu Weltmacht und Nationalstaat geben wird, findet am Freitag, den 20. Oktober, im Saale des Gewerbevereins Landshut statt. —* Stadttheater. Die Sonntag-Nach­ mittags- Vorstellung steht unter dem Zeichen der fröhlichen Muse. Wir lernen Frau Feldern-Förster als Kabarettistin kennen. Humor-volle, groteske Vorträge lösen das pikante "Abfchiedssouper" ab. Hier wird wieder Frl. Maria Karl, Tochter des Herrn Oberlandes­ gerichtsrates Karl, als Amte die Lacher auf ihre Seite bringen. Wegen Ausführung eines Tanzes steht die Direktion noch mit einer Künstlerin in Unterhandlung.</p>
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          <p>Letzte Posten. Kaiserliche Besichtigung. WTB. Berlin, 11. Okt. Der Kaiser besich­ tigte Im Lause des Tages die Truppen, die auf dem Transport nach den rumänischen Kriegsschauplätz das Große Hauptquartier be­ rührten. Tie späte Reue. Budapest, 12. Okt. Keleti Ertesitoe mel­ det von der rumänischen Grenze: Take Jonescu erÄärte dem Mitarbeiter der Birsch. Wjedomosti über die Lage Rumäniens fol­ gendes: In Rumänien ist die Lage sehr ernst. Dies gilt sowohl politisch wie militärisch.Alle Krankenhäuser, selbst die provisorischen, sind überfüllt, so daß nian die in den letztenKämPfen verwundeten Offiziere und Mannschaf­ ten nirgends unterbringen könne. (Z.) Die Pest in der Salonikiarmcc. Aus Brindisi wird gemeldet, daß bei der Armee der Alliierten, von Saloniki die Beu­ lenpest ausgetreten ist. Man vermutet, daß sie von Indien eingeschleppt wurde. In Tarennes sind verdächtige Kranke von vier verschie­ denen Nationalitäten ausgeschifft worden. Ter N-Poot-Schrcckctr. Einer Tempsmeldnng aus Newhork zu­ folge haben wegen dev Tätigkeit der deut­ schen Unterseeboote eine große Anzahl von Schiffen 'ihre Vorbereitungen zur Abfahrt ein­ gestellt. Die Versicherungsprämie ist von 2einhalo aus 15 Prozent gestiegen. (Z.)</p>
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          <p>Vermischtes. Eine Nahrnngsmittelordnnng aus der «guten alten Zeit". Die Fragen Ser Beschaffung und Preisfestsetzung der Lebensmittel, die in diesem Kriege eine so ein­ schneidende Umwälzung in beut bisher bei uns gewohnten Lcbensverhältniffcn hervorgerufen haben, waren in früheren Zeiten ganz selbstverständlich in den Kreis des wirtschaftlichen Verkehrs einbegriffen. Streitig­ keiten um Brot-, Fleiich- und Biergenuß gehörten damals eigentlich überall (zur Tagesordnung, und sehr häufig kam es zu blutigen Kämpfen m der Bürgerschaft, die oft genug sogar mit betn Sturz des Stavtregimentes endigtem. Und das alles nicht bloß zu besonderen Kriegszeiiten wie heute.' Die an sich schon durch den Mamgel an Verkehrsmitteln äußerst beschränkte Zufuhr machte überall, auch abge­ sehen von ungewöhnlichen Ereignissen wie Kriege und Epidemien, die die schwache Versorgungskrast vollends lähmten, die gesetzliche Regelung des Verkehrs mit den wichtigen Nahrungsmitteln zur Notwendig­ keit, wobei alle Ueberschreitumgen mit strengen Strafen bedroht wurden. Wie weinig auch diese dauernd geholfen haben, sehen wir am der häufigen Wieder­ holung der Unruhen und der Verordnungen. Obwohl die Profitwut vieler Händler, der, Bäcker, Fleischer, Brauer :c. keine Grenzen kannte, war aber doch immerhin ein fester Rahmen geschaffen, in dem sich der Verkehr bewegte, und die Strafen blieben hart genug. Da mögen die Bestimmungen von Interesse sein, die in einem jetzt recht selten gewordenen Buche der Polizeiordnung des Herzogs Wilhelm von Jülich, Cleve und Berg, Grasen zu der Mark und von Ravensberg usw. (zum zwieiten Male gedruckt in Düsseldorf 1581) über dm Lebensmittelhandel enthalten sind. Darin heitzt es u. a.: "3n jeder Stadt sollen die Bürgermeister, zwei von den Rats­ angehörigen und die beiden Marktmeister sämtliches Fleisch besichtigen und unterfsuchen, untaugliches und schadhaftes Vieh vom Schlachten ausschließen und ..mit besonderem Fleiß jed.erzeit, es sei Ochsen-, Rind-, Kuh-, Schaf», Kalb-, Schweine- oder anderes junges oder altes Fleiich, mach seinem gebührlichen und billigen Werte, nach «Gelegenheit des Jahres, I auch der Zettläufe uno der Lanoesart, unter Bevenkew mir welchen Kosten ein jedes in der Nähe oder von weitem geholet, abschätzen und alsbald auf die Preis­ tafel, fobei einer jeden Fletschhalle vor und unter dem Gesicht hängen soll, mit Kreide schreiben und verzeichnen, wie hoch oder in welchen Wert 'ein jedes Fleisch von ihnen geletzt fei." "Welcher Fleischer aber dem zuwider einigerlei Fleisch höher zu verkaufen oder den Preis, wie er an die Tafel gesetzt ist, zu ändern, abzutun, zu mehren oder in anderer Weife, wie und welcher Gestalt solches erdacht und vorge­ nommen werden möge, gefährlich dawider zu handle» sich unterstehen würde, darauf denn durch die Obrig­ keit an einem jeden Okte fleißig Aufsicht zu geschehen, der oder dieselben ttebertreter sollen, wie sichs gebührt, bestraft werden." "Die Krämer sollen ihre Buttest Käse. Speck, Del und andere Fettware, desgleichen Häringe, Bücklinge, Stockfisch, Schollen, Salz unö anderes nach dem Verhältniß wie solches alles im Niederland verkauft rotrh und gilt und wie jedes -vom Bürgermeister, den Stadtverordneten und den Marktmeistern zu allen Quatembern eingeschätzt wird, mit geziemend mäßigen Gewinn verkaufen, auch keinen Aufschlag in einer Ware tun, sondern das letzte Pfund wie das erste verkaufen und ablassen. Welcher hierhin ungehorsam befunden, soll nach Gestalt seiner Uebertretung gestraft werden." "Es soll niemandgestattet werden, was zu freiem Verkauf zu und m die Städte geführt wird, aufzukaufen und wieder zu verkaufen und also mit Eßwaren Verkauf zu treiben, bei Verlust derselben Habe, so ohne Gnade genommen werden soll." Die Marltmeister aber sollen daran» ■ halten, daß alle notwendigen Lebensmittel wie Bier&gt; Brot, Fleisch, Fisch, Butter. Käse, Speck, Oel, Häring, Stockfisch, Schollen, Salz und dergleichen mit rechtem Gewicht und Maß verkauft und abgelassen werden um einen ziemlichen Preis, mit dem die Verkäufer zurecht kommen können und mit dem auch die Käufer nicht be'chwert und übernommen werden. Und sollen die Marktmeister Aufsicht haben, daß es also gehalten (wird) und sowohl mit kleinem Gewicht, Stück und Maß als mit großem, nach eines jeden Notdurft und Gesinnen (Verlangen) ausgegeben und nicht verweigert werde Die englischen Schulkinder und die Kriegsanleihe Ein Mitarbeiter, des "Daily Telegraph" hat bei 1300 englischen Schulkindern beiderlei Geschlechts eine Umfrage erlassen, was sie vom Kriege halten, unö besonders, ob sie auch Kriegsanleihe gezeichnet haben. Das Ergebnis scheint nicht gerade hervor­ ragend gewesen zu sein. Die meisten Knaben haben auf die letzte Frage überhaupt nichts erobert; manche der Mädchen nannten kleine Beitiäge, die sie gezeichnet hatten, doch die meisten verhielten sich diesem Punkt gegenüber vollkommen gleichgültig. Eine eigene Meinung hatte eigentlich nur ein kleiner Realpolittker, der keck antwortete: "Ich habe keine Kriegsanleihe gezeichnet, denn ich habe mir gedacht, wenn eine Zeppelinbombe auf die Bank von England fällt, so ist _metn schönes Geld sutl'ch." — In der Tat ein hoffnungsvoller Ausdruck des nationalen Opfermuts von Englands Nachwuchs.</p>
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          <p>Handel und Verkehr. Ahmstorf, 9. Oktober. (Der 2. heurige Schweinemarkt) dahier war bei schönem Wetter ziemlich gut besucht. Hiezu wurden 97 Stück Schweine auf den Markt gebracht. Der Handel ging mittelmäßig bei ziemlichem Preisrückgang. Es kosteten 4 5 Wochen alte Ferkeln 14 bis 36 Mark das Paar je nach Ware. Größere Schweine (Läufer) kosteten 60 80 Mark das Paar. _ Viele Schweine blieben unverkauft. Nächster Schweinemarkt dahier Samstag den 14. Oktober.</p>
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          <p>Literarisches. Tie Illustrierte Kriegs-Chronik des Da­ heim hat vor ähnlichen Unternehmungen einen großen Vorzug: sie folgt den Ereignissen ge­ radezu auf dem Fuße. Für jeden Tag findet der Leser in knappem Chronikstil die Ereig­ nisse der verschiedenen Kriegsschauplätze kurz verbucht. Dem Besitzer dieses Werkes ist eS also später einmal leicht, durch Nachblättern jede einzelne Waffentat des großen KriegejS festzustellen. (Verlag von Velhagen und Klasing in Bielefeld und Leipzig. Preis des Hef­ tes 60 Pfg.) j</p>
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          <p>Die Heeresberichte. Der deutsche Bericht. 1 . Kriegsschauplatz in SiebeubLrgeM. Im Marostale leistete der Feind noch zähen Widerstand. Im Goergenhtale und nordöstlich von Parajd gab er erneut nach. Oestlich von Csik—Szereda und weiter süd­ lich int Alttale wurde er geworfen. Die Verfolgung der bei Kronstadt (Brasso) ge­ schlagenen 2. rumänischen Armee wird fort­ gesetzt. «alkankriegsschauplatzi. Vaoresfrou-t des Geueralfeldmarschalls von Mackensen. An der Donau und in der Dobrudscha keine Ereignisse. Unsere Flugzeuggeschwader bombardierten mit Erfolg Truppenverkehr bei Constantza. Mazedonische Front. Neben stellenweisen lebhaften Feuerkäm­ pfen kam es an der Cerna, an bet Nidze Planina und in Gegend von Sjumnica (west­ lich des War dar) zu ergebnislosen feindlichen Vorstößen. 1 ■ Ter 1. Generalquartiermesttev: &gt; Ludendorff. WTB. Berlin, 11. Oktober, mittags. (Großes Hauptquartier.) "Westlicher Kriegsschauplatz!. In einzelnen Abschnitten der Armee des Generalfeldmarschalls Herzog Albrecht von Württemberg und auf der Artoisfront der Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Kronprinzen Rupprecht von Bayern entfalteten die Engländer wieder lebhafte Patrouillentätigkeit^ An der Schlachtfront nörd­ lich der Somme folgten betn starken weit über die Ancre nach Norden übergreifenden feind­ lichen Feuer abends und nachts zahlreijchjeTeilangriffe, die auf der Linie Morval—Bouchavesnes besonders kräftig mehrfach wiederholt, wurden. Hier hat sich südwestlich von Sailly der Gegner auf schmaler Front in unserer ersten Linie festgesetzt, während er int klebrigen durch Feuer oder int Nahkampf abgeschlagen wurde. Nordöstlich von Thiepval ist der Kampf um einen kleinen Stützpunkt noch nicht abge­ schlossen. Südlich der Somme gelang es den Fran­ zosen nach dem mehrere Tage andauernden Vorbereitungsfeuer in den auf Vermandovil­ lers vorspringenden Bogen unserer Stellung einzudringen und unsere Truppen auf die vorbereitete, den Bogen abschneidende Linie zurückzudrücken. In der aufgegebenen Stel­ lung liegen die Höfe Genermont und Bovent. \ ■ Unsere Flieger schossen vier Flugzeuge hinter der feindlichen, 4 hinter unserer Li­ nie ab. Front des deutsche»» Krouprintzen. Bei Prunah (südlich von Reims) stieß eine deutsche Erkundungsabteilung bis in den 3. französischen Graben vor und machte Ge­ fangene. Die bereits in den letzten Tagen er­ höhte Feuertätigkeit int Maasgebiet nahm be­ sonders östlich des Flusses zeitweise noch zu. Abends kam es zu kurzen Handgranatenkämpsen int Abschnitt Thiaumont—Fleury. Oöst­ lich von Fleury wurde ein französischer Vor­ stoß abgewiesen. Oestlicher Kriegsschauplatz». Don den beiden Heeresfronten nichts Neues. ! i ! f, | [ : |.j ; | TJ</p>
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