Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1916-10-02. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 69. Jahrgang Nr. 268, 1916-10-02. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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Klauzura 600 Russen gefangen. — Die Rumänen auch bei Henndorf (Siebenbürgen) geschlagen: 600 Rumänen gefangen. — Die Verwirrung in Griechenland. Im Westen entfalteten die Engländer voyr Meere bis zur Somme eine lebhafte Patrouille lerrtätigkeit. An der Sommefront unternah­ men die Feinde neuerliche starke Angriffe, die bei Courcellettes, Thiepval und Rancvurt abgewiesen, bei Morval und Halle bereits durch unser Sperrfeuer unterbunden wurden. ^ Im Osten nahmen die Russen ihre Angriffe von der Gegend westlich Luck bis zu den Kar­ pathen wieder auf- Sie.stürmten oft bis zu siebenmalen, wurden aber fast überall gewor­ fen. Nur zwischen Ciniowka und Zlotä-Lipa konnten sie sich vorschieben. Sie wurden aber von türkischen Truppen zum größten Teil btto der versagt. Am Stochod Machte eine Abtei­ lung der polnischen Legion, bei 'Sitüwize einen | gelungenen Vorstoß. Bei Stt. Klauzurn wur­ den 600 Russen gefangen und bei Kirlibaba russische Angriffe abgewiesen. In Siebenbürgen warfen deutsche, Trup­ pen die Rumänen bei^Henndorf zurück, nahmen über 600 Mann gefangen omb erbeuteten 8 Geschütze und 3 Maschinengewehre. Bei Her­ mannstadt wurden starke Teile per ersten ru­ mänischen Armee umzingelt und .vernichtet. Es wurde hier mit .besonderer Erbitterung geWmpft, da unsere Truppen die Beobach­ tung gemacht hatten, daß.die Rumänen wehr-lose 'Verwundete der Unsern ermordet hatten. Es wurden 3000 Rumänen.gefangen und bis jetzteine reiche Beute geborgen. i Eine österreichisch-ungarische Donauflot­ tille erzwang durch Niederkämpfung, der rin mimischen Hafenbatterien die Einfahrt in den rumänischen Donauhafen Corabia, wo sie 9 armierte feindliche Schiffe vernichtete und 7 festgehaltene österreichisch-ungarrschje Schlepper zurückführte. , Bukarest wurde neuerdings von unseren Flugzeuggeschwadern bombardiert. In Mazedonien konnten die Serben den Gipfel des Kaimakcalan zurückgewinnen. Sonst wurden feindliche Angriffe abgeschlagen. In der Dobrudscha haben die Verbündeten bis jetzt eine reiche.Beute gemacht. ^Jn den vier Wochen wurden 150 .Kanonen und 110 Maschinengewehre erbeutet, dazu nahezst sin Viertel des gesamten rumänischen Artillerie-) Munitionsparkes. : Die griechische Krise ist noch! immer nicht geklärt. Es wird nun zwar von verschiedenen j Seiten behauptet, daß der.Eintritt.Griechen-.! lands in den Krieg, an der Seite der Entente­ mächte beschlossene Sache sei, etwas Gewisses aber weih man immer jtod) nicht, wenn sich auch nicht leugnen läßt, paß die KriegserklL-' rang Griechenlands an die Mittelmächte immer wahrscheinlicher wird und nur.Noch! eine Frage von Tagen, ja vielleicht Stunden zu sein scheint. Bedenklich ist vor.silent die unver­ kennbare Ausbreitung der revolutionären Be­ wegung, die nun auch das Herr ergriffen zu haben scheint. Selbst Generale nehmen daran teil. Und so könnte,es wahrlich nicht wun-, dernehMen, wenn ber König in der Kriegser­ klärung an die. Mittelmächte den letzten Aus­ weg aus dem Ehaos -sieht, das über Griechen-, land hereingebrochen ist infolge 'der Umtriebe der Ententemächte und ihres .Knechtes Benizelos. Und doch liegen, immer noch Anzei­ chen dafür vor, daß die griechische Regierung bemüht ist, fest zu bleiben und dem Ansturm standzuhalten. ! Die Reichstagsrede unseres Kanzlers ist unseren Feinden bös auf.die Nerven gefallen. Auch die'Neutralen besprechen die Rede eifrig und meist im Zusammenhang/.nit den Auslas­ sungen des englischen Ministers Loyd Georges, der ln efhetn Interview Deutschlands Ver­ nichtung als unbedingtes Kriegsziel aufstellte. Die Neutralen kommen bei .einem Vergleich der beiden Reden zu dem Schluß, daß ein Ende des Krieges bei dem festen Willen der beiden Hauptkriegführenden, bis zur Vernich­ tung des einen Gegners guszuhälten, noch lange nicht abzusehen ist.. ────────── Wrazedoujische Front. An vielen Stellen zwischen dem PrespaSee und dem Wardar lebhafte Feuerkämpfe und vereinzelte, ergebnislose feindliche Un­ ternehmungen. Ein starker Angriff brachte den Gipfel des Kaimakoalan in,den Besitz des (&eg* ners. , | Ter 1. Generalquartiermeister!: Ludendorff. Der östm.-W. Bericht. I WTB. Wien, den 30. September. — Amtlich wird verlautbart: Front des Generals der Kavallerie Erz­ herzog Karl. Beiderseits der Zlota Lipa JEpnt es zu heftigen Nah'kämpfen. » Im Winkel Wischen Ceniowka und) Zlota Lipa Hat sich der Gegner vorgeschoben. Weiter westlich warfen türkische Truppen eingedrungen« feindliche Abteilun-, gen gestern und heute morgens durch fosor-s tigen Gegenstoß wieder zurück und machten hierbei 230 Gefangene. , In den Karpathen herrschte im Allge­ meinen Ruhe. Die Zahl der bei Str. Klau-' zur« gemachten Gefangenen ist auf über 600 Mann gestiegen. Kriegsschauplatz in Siebenbürgen. An der Ostfront wurden rumänische An­ griffe am Maros-Tal abgewiesen. Im Goepgenytal und weiter südlich entzogen sich die Vortruppen zum Teil dem feindlichen Stoß. Die Beute der deutschen Truppen aus dem Gefecht südlich von Henndorf (Hegen) erhöht sich um 8 Geschütze. Nordwestlich von Fogaras hat der Feind seinen 'Angriff eingestellt. Aus der Schlacht von Hermannstadt waren bis gestern eingebracht: Lieber 3000 Ges fangene, 13 Geschütze. Ferner sind erbeutet: Eine Flugzeughalle, 2 Flugzeuge, 10 SoftM Motiven, 300 Waggons mit Munition, über 200 Munitionswagen, über 200 gefüllte Ba­ gagewagen, 70 Kraftwagen, ein Lazarettzug. Weiteres Material wird erst allmählich aus den Kälbern geborgen. Der Rote-Thurmpaß ist angefüllt mit zerß schossenen 'Fahrzeugen. Südlich des Passes wurden rumänische, gegen die Höhen westlich Caineni gerichtete stärkere Vorstöße abgeschla­ gen. Im Hötzinger (Hatszeger)-Gebirge griff der Feind westlich des Strell-(Sctrighf)Tales vergebens .an. Balke>«ikriegsschauplatz«. Heeresfronlt des Gäneralfeldmarfchalls Mackeüsen. Am 29. ds. erzwang eine österr.-Ungar'. Donauflottille die Einfahrt in den Hafen von Corabia, vernichtete neun und erbeutete 7 teils beladene Schiffe. Bukarest wurde von unseren Flugzeuggefchwadern mit beobachteter guter Wirkung bom­ bardiert. i i r Balkankriegsschauplatz^ Keine Ereignisse von besonderer Bedeu­ tung. Unsere Flugzeuggeschwader hüben mit Er­ folg die Eisenbahnbrücke von Cernawoda und feindliche Truppenlager angegriffen. Ter 1. Generalquartiermeister!; Ludendorff. WTB. Berlin, den 1. Oktober. Mittags (Großes Hauptquartter.) Westlicher Kriegsschiaüplatz. Bei der Armee des Generalfeldmarschalls Herzog Albrecht von Württemberg, sowie auf der flandrischen und der Llrtoisfront der Hee­ resgruppe Kronprinz Rupgrecht entfalteten die Engländer eine besonders lebhafte Patrouil­ lentätigkeit. An der Schlachtfront nördlich! der Somme nctijm der Arttlleriekampf am Nachimirthag große Heftigkeit an. Wiederum erfolgten bei und öfch lich von Thichval starke englische Angriffe, die wie an den vorangegangenen Tagen, vonTrup-, Pen der Generale von Stein und Sixt von Ar­ min nach hartnäckigen Nahkämpfen abgeschla­ gen wurden. Aus Rancourt und westlich da­ von stürmten französische Regimenter verge­ bens gegen unsere Stellungen an. Teilvdrstöße aus Courcelette, ax\ß Morval und nordwestlich von Halle scheiterten im Sperrfeuer. Front des deutsche« Kronprinzen. Rechts der Maas spielten sich unter vor­ übergehend auflebender Artillerietätigkeit kleine bedeutungslose Handgranatenkämpfe ab. Oestlicher Kriegsschauplatz^ Die Russen haben an verschiedenen Stellen ihre Angriffstätigkeit wieder aufgenommen. Front des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern. > Westlich von Luck nimmt das feindliche Feuer seit heute früh ^u. Beiderseits der Bahn Brodh—Lemberg u. weiter südlich bis zur Graberka bei Zarkow ist dem feindlichen Vorgehen teils durch Sperre seuer Halt geboten, teils ist der bis zu sie°^ benmalen wiederholte Ansturm völlig zusam­ mengebrochen. Auf dem südlichen Angriffsflügel haben die Russen in der vordersten Ver­ teidigungslinie Fuß gefaßt. ────────── Abteilung, verstärkt durch eine Vedettengrnppe durch einen armierten Dampfer und durch das deutsche Motorboot "Weichsel" den ,ru* manischen Hafen Corabia an. Nach Niederkämpsung der feindlichen Verteidigungsan­ lagen drangen unsere Einheiten in das In­ nere des Hafenbassins ein. Sie vernichteten den Bahnhof, militärische Hafenanlagen, ar-> mierte russische Dampfer, die sich im Vor-^ jähre nach Corabia geflüchtet hatten, Minensahrzeuge und Schlepper, und schließlich! brachten sie neun im Hafen festgehaltene österreichisch-ungar. Schilepper in das Flotillenlager zurück. Aus unserer Seite keine Verluste. Heeresfront des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl. Die Kämpfe im Ludowa-Gebiet dauern an. Bei einem Vorstoß wurden den Russen 4 Of­ fiziere, 532 Mann und acht Maschinengewehre abgenommen. 1 Heeresfront des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Außer der Abwehr eines russischen Vor» stoßes bei Witoniec und erfolgreichen Vorfeldkämpfen bei der polnischen Legion keine beson­ deren Ereignisse. Italienischer Kriegsschauplatz. Das feindliche Geschütz- und MinenwexferfFeuer auf der Karsthochfläche hält an und nahm nachmittags an Stärke zu. Am CiNtone konnten weitere 7 Italiener, darunter ein Ost fiziersaspirant, noch lebend geborgen wer-) den. i ' i [ 1 i Südöstlicher Kriegsschauplatz: Keine Ereignisse von besonderer Bedeu­ tung. Der stellvertretende Chef des Generalstabes i ». Hoefer, geldmarschallentnant. WTB. Wien, den 1. Oktober. — Amtlich wird verlautbart: Destlicher Kriegsschauplatz^ Front gegen Rumänien. Westlich von Petroseny scheiterten auch gestern alle rumänischen Vorstöße; .ebenso wur­ den bei Eaneni südlich des VeresPToronheiH (Roten ThUrmj-js Passes rumänische.Abteiluwgcn unter schweren Feindverlusten abgeschla­ gen. Nordwestlich von Fogaras stockt die rumä­ nische Vorrückung. Westlich und nordwestlich von Szekelh^Udvarhely (Oderkellen) dauert der Druck des Gegners gegen unsere vorgeschobenen Gruppen an. Auf dem Schlachtfelde von Nagy Szeben find bis gestern vormittags über 3000 Gefangene, 13 Geschütze, eine Flugzeugs halle, zwei Flugzeuge, 10 Lokomotiven, 300 Eisenbahnwagen mit Munition, über 200 Mn-l nitionswagen, 70 Kräftig über 200 gefüllte Bagagewagen, ein Spitalzug und große Men­ gen sonstigen Kriegsgeräts eingebracht wor» den. Ergänzende Angaben werden folgen.Beei dem bor gestrigen Angriff deutscher Trappern südlich Hegen (Henndorf) hat der Feind 8 Geeschütze verloren. Heertzssront des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl. In der Karpathen flaute der Kampf abb. Südwestlich und südlich von Brcezany griftff der Gegner trtit starken Kräften an. Die zwbi-, fchen der Zlota Lipa und der Narajowka fechhtenden türkischen Truppen warfen ihn in erbiütterten Nahkämpfeu zurück. Nördlich der Bahmtstation Potutory gewannen die Russen einigge hundert Meter Raum. Heeresfront des GeneralfeldmarschallS Prinzen Leopold von Bayern. Bei der Armee des Generalobersten vovn Böhm-sErmolli ging der Feind beiderseits be>er von Brodh nach Zloczow führenden Straßße zum Angriff über. Er wurde nördlich de>er Sttaße restlos abgewiesen. An einer Stelllle scheiterten drei, an anderer sieben rnffischche Vorstöße Südlich der Sttaße drang der Feinnd in den Abschnitt eines Regiments ein. De)er heute früh angesetzte Gegenangriff schreitetet günstig vorwärts und hat den größeren Seiet! der verlorenen Gräben zurückgewonnen. Italienischer Kriegsschauplatz. Das Geschütz- und Minenwerferfener beer Italiener war wieder gegen die Karsthockch-, fläche zeitweise sehr lebhaft und dehnte stich auch auf unsere Stellungen im Wippach-Tadle ans. i | i f Südöstlicher Kriegsschauplatz. Keine wesentlichen Ereignisse. Der stellvertretende Chef des GeneralstabeeSi v. H o e f e r, Feldmarschalleutnant. ────────── Der bulgarische Bericht. Sofia, 30. Sept. Generalstabsbericht boom 29. Sept.: Mazedonische Front: JmTcale von Serin (Florina) schwaches Artilleriefener. Ans der Höhe Kajvakcalack'lebhaftes Geschützfeuer. Wir wiesen einen nächtlichen Angriff des Feindes ab und besetzten durch Gegemnngriff einen Graben seiner Hauptftetlung.^ZZm Mogliencatal schwaches Artilleriefener und Mi­ nenkampf. Ans beiden Seiten des Wardiar und auf der Belasitza Planina Rühe. An wer Sttumasront schwaches Artilleriefeuer und P^attouilleugefechte. Au der Küste des Aegäischjen Meeres unaufhörliches Kreuzen der feindilst chen Flotte. Rumänische Front i:Längs der Wonan Ruhe. In der Dobrudscha schwajchies Att-tillerieseuer, An .der Küste des Schwarzzen Meeres beschoß ein russisches Kriegsschiffs eiine Stunde zwanzig Minuten lang das Dorf Koap-. ladjaköj. Die Beschießung blieb erfolglos. 1 Sofia, 30. Sept. Amtl. Generalstabstbericht: Mazedonische Fro'nt: Westlich! und östlich von Florina ist die Lage unveräns dert. Stellenweise schwaches Artilleriefeuer ohne Jnfanterietätigkeit. Auf der Höhe des/ Kaimakcalan lebhaftes Artilleriefeuer. Am» Wardar aus beiden leiten Ruhe, nur südlich von Doiran schwaches Artilleriefeuer amFuße der Belasica Planina. Au der Strumafronb schwache Artillerietätigkeit. Eine unserer Pa,-, trouillen rieb bei der Brücke von Koppiva eine aus fünf Mann bestehende englische Patrouille auf. An per Küste des ägäischen Meeres lebt-, Haftes Kreuzen der feindlichen Flotte. Das Feuer unserer Batterien zwang ein feindliches Torpedoboot, den Hafen von Leflers zu verb­ lassen. ' ' Rumänische Front: Längs der.Dof-, nau beschossen mehrere österr.-fnugar. ,Moni­ tore, 1)0n unserer Artillerie unterstützt, den Bahnhof und den Hafen von Koribia, wo sie große Zerstörungen anrichteten und Feuevsibrünste hervorriefen. Feindliche Batterien u. der größte Teil der Kämpfer die sich hinter ehner benachbarten Insel pefanden wurden zer°» stört. Acht Dampfschiffe und mehre Pontons wurden erbeutet. Au der Donau keine äSerei änderung, stellenweise schwaches Artillerie-: feuer ohne Jnfanterietätigkeit. Au der Küste des Schwarzen Meeres Ruhe. . Irr Mische Bericht. Konstantinopel, 30. Sept. Das tür-c kische Hauptquartier meldet: An der Front von Fellahie beschossen wir am 27. ds. erfolgreich feindliche Säger. Persische Front: Russische Streits Fräste, die südlich von ^Sakiz, 50 Kilometer südöstlich von Sandschnlck lagerten, wurden angegriffen und' in die Llucht getrieben. Die Ortschaft Sakiz wurde in der Nacht vom 26. zum 27. Seiptember von uns besetzt. An der kaukasischen Front fanden Pattouillengefechte statt. An einigen Kampfi-l abschnitten trat die beiderseitige 'Artillerie^ in Tätigkeit. Am 28. ds. versuchte eine Anzahl Banditen unter dem Schutze eines Torpedo­ bootes von einigen Segelschiffen im Golfe von Dschamderli an Land zu gehen, wurde aber mit Verlusten für sie Derttieben. Am 29. ds. warfen wir Banditen zurück, die unter dem Schutze von sechs Kriegsschiffen imGolf von Keuluk zu landen versuchten und fügten ihnen Verluste zu. Au den anderen Fronten keine wichtigen Ereignisse. Der Vizegeneralissimus. ────────── Wohlstand den Aufträgen, die der Krieg ge­ bracht hat, besonders auch denen aus Muni­ tion, zu verdanken ist". '(Das heißt also, Hatz die Verdienste mehr an Rohstoffen, Halbfabri­ katen, Werkzeugmaschinen und sonstigen Fa­ brikeinrichtungen sowie an der Finanzierung der Geschäfte gemacht worden sind.) ────────── und drückte sie so sehr es feine schwache Kraft -erlaubte. Sie sahen sich beide tief in die Augen und verstanden sich. Tiefbewegt zog sich Lothar zurück, um nun auch seine Festkleider abzulegen. Einige Tage hielt der kritische Zustand des Kranken am aber seine Angehörigen wuß­ ten, daß sein Ende bevorstand. Die beiden Damen zeigten sich bewundernswert tapfer und teilten sich in die Pflege. Tann fühlte sich Jost von Billach scheinbar wieder Wähler. Er sing sogar an, zu hoffen, daß das Allerschlimmife diesmal noch nicht eintreten würde. Seine Angehörigen bestärkten ihn in dem Glauben und zeigten ihm hoffnungsfrohe Gesichter, ob­ wohl sie sein Ende kommen sahen. Es ist eine so staunenswerte Kraft in einer liebevol­ len Frauenseele. Dann kam ein schwüler Tag mit lastender Sommerhitze. In den ersten Nachmittags­ stunden zog ein Gewitter herauf. Der Kraule lag still und sah mit großen Gingen hinaus' in die entfesselten Elemente. "Es ist schön, so viel Kräfte entfesselt die Natur in einem solchen Gewitter," sagte er leise. | i Er, der Schwache, Kraftlose hatte immer und überall Kraft und Stärke bewundert, wo sie ihm auch entgegentrat. Das Gewitter war vorübergegangen. Es wurde still und ruhig draußen und ein Re­ genbogen van leuchtender Farbenpracht spannte sich über den Park, Der Kranke sah ein Stück dieses Regen­ bogens nnd ließ "seine Augen darauf ruhen, bis er verschwand. Dann wandte er sich lächelnd seinen Da­ men zu. "Nun ist Ruhe in der Natur. Und mir ist so Wohl. Ich bin so köstlich müde und möchte schlafen." Anne-Rose küßte ihn zärtlich. ,/Schlafe recht gut, mein lieber, teurer Papa." -Das will ich tun, mein Kind." Tante Jettchen rückte ihm noch einmal sorglich die Kissen. Er faßte ihre Hand. "Hab Dank, liebe Schwester." Diese küßte ihn auf die Stirn. "Ich bin so froh, daß Du Dich besser fühlst und keine Schmerzen hast, mein lieber Jost." "Gar keine Schmerzen. Ich will köstlich! schlafen." i Noch einen gütigen freundlichen Blick warf er auf die beiden Damen, die sich lautlos in das Nebenzimmer zurückzogen. Die Tür zwischen den beiden Zimmern blieb offen stehen.i ' Tante Jettchen legte sich drüben auf den tütoan, um ein wenig zu ruhen. Sie hatte die Nacht gewacht. Anne-Rose nahm ein Buch, um zu lesen. Aber es fesselte sie nicht. Drüben bei dem Vater war alles still. Nur einmal klang ein tiefer schwerer Atemzug an ihr Ohr. Sie erhob sich leise und blickte hinüber, aber der Vater lag ganz still. Anne-Rose nahm ihren Platz wieder ein. Sie ahnte nicht, daß sie soeben den letzten Seufzer ihren Vaters vernommen hatte. — Still und kampflos hatte das Leben dieses Mannes geendet, dessen Stärke eine restlose Güte gewesen war zum Kampf ums Dasein, weil er zu sehr geliebt Hatte. Die Dämmerung sank herab und Doktor Schildbach kam, um nach, dem' Kranken zu sehen. "Er schläft," sagte Anne-Rose. - ; Leise trat er in das Krankenzimmer und beugte sich über seinen Patieten. Trotz der Dämmerung sah er sofort, was geschehen war. Er stutzte und drehte selbst das elektrische Licht über dem Bette an. , f (FvrtseIÄng folgt.} ────────── Vom westlichen Kriegsschauplatz. i Die Pariser Lebcnsmittelnot. Bern, 30. Se!pt. Im Pariser Stadtrat wurde die Lebensmittelsrage eingehend erör­ tert. Während der Polizeipräfekt der An--> sicht toar, datz man mit der Festsetzung von Höchstpreisen für Fleisch warten sollte, bis die Frage im Einverständnis mit anderen gro­ ßen Kommunen gelöst werden könne, ging ein Antrag durch, in dem der Präfekt aufgefor­ dert wurde, sofort zur Festsetzung von Höchst­ preisen zu schreiten. Ferner wurde festge-, stellt, daß die Milchlieferungen von 1100 000 Liter auf 800 000 Liter g esunken sind. ────────── Gegen Rumänien. Die Siegetzbeute in der Dobrudscha. i Der Pester Lloyd meldet aus Sofia: Es wurde festgestellt, dqjß die Bulgaren an der Dobrudschafront in vier Wochen 150 Kanonen und 110 Maschinengewehre erobert haben, da­ runter in Tutrakan meist nicht benützte eng-. Äsche Geschütze und in Silistria acht große eingebaute 15-Zentimeter-Krupp-Kanonen vom Jahre 1904. Mindestens 100 Geschütze konnten ohne Mühe wieder brauchbar gemacht wer-t den. Die Rumänen haben auch genügendes Munitionsmaterial zurückgelassen. > ────────── Am Balkan. Ge ge« Venizelos. Die Petersburger Zeitungen veröffentli­ chen zensurierte scharfe Artikel gegen Veni-' zelos. Die Rjetsch schreibt: Mag König Kon­ stantin noch so schuldig sein, eine revolutionäre Betätigung Venizelos in Saloniki bleibt ver­ brecherischer Hochverrat. ────────── Der Krieg mit England. Früherer Ladenschluß in England — ein Zepipelinerjotg. Wie der Londoner Berichterstatter des Manchester Guardian erfährt, hat sich die Re­ gierung für den frühen Schluß aller Läden während des kommenden Winters entschlos­ sen. Die vorgeschriebenen Stunden sind 7 Uhr abends für Montag, Dienstag und Mitt­ woch, 8 Uhr für Donnerstag und Freitag und 9 Uhr für Samstag. Die Verordnung soll bereits am 2. Oktober in Kraft treten. Sie ist be­ schlossen worden, weil die Bemühungen der Handelsorganisationen um früheren freiwil­ ligen Geschäftsschluß versagt haben. Der Hauptgrund der Bestimmung 'sind natürlich die neuen Beleuchtungsvorschriften, die im nächsten Winter viel strenger gehandhabt wer­ den sollen als im vergangenen. (Offensichtlich eine Wirkung der gesteigerten deutschen Lust­ schiffangriffe.) Die Wehrpflicht in Irland. Die Times melden aus Dublin: Nach der Rede des Abgeordneten Hamleton zu urteilen, wird die nationalistische Partei jedem Versuch, Irland die allgemeine Wehrpflicht aufzuzwin­ gen, den energischen Widerstand entgegensetzen. Hamleton fugte, wenn in Irland jemals die Wehrlpflicht eingeführt würde, würde es nur Durch einen Beschluß des eigenen Parlaments geschehen. Es würden mehr als 40 000 Sol­ daten nötig sein, um dem irischen Volke die Wehrpflicht aufzunötigen. ────────── Der Luftkrieg. Feindlicher Fliegerangriff auf Sofia. Sofia, 30. Sept. Die Bulgarische Te­ legraphenagentur meldet:.Gestern früh gegen acht Uhr flog ein feindliches von Süden £om=? mendes Flugzeug in großer Höhe über Sofia und warf fünf Bomben kleinen Kalibers ab, die einene Straßenkehrer und zwei .Pferde töteten und eine Frau jnit einem Kinde leicht verletzten. Der Materialschaden beschränkt sichj auf eine Anzahl infolge der Explosion %ex4 brochener Fensterscheiben. Bon unseren Flug­ zeugen verfolgt, flüchtete das.feindlicheFlugzeug, das nur rasch den Luftraum über der Haupfftadt durchfliegen konnte, in der Rtch-^ tung aus Norden. i Der Luftschiffaiugriff aus Bukarest. A nist e r d a m, 1. Okt. Das Blatt Tijd meldet aus Bukarest: Bei dem deutschen Lust­ schisfangriff am Montag wurden 50 Bomben aus die Stadt geworfen. 50 Menschen, bcw runter Frauen und Kinder wurden getötet. ────────── Der Krieg zur See. ! x Ausgebracht. Berlin, 1. Okt. Deutsche Seestreitkräfte haben in der istacht vom 27. zum 28. September in der südlichen Nordsee die beiden holländi-; schen Schlepper "Zuiderzee" und "Gouwzee" mrt je zwei, offenbar für militärische Zwecke bestimmten Leichtern aufgebracht. Sämtliche Fahrzeuge waren nach England unterwegs. Versenkt. i Lloyds Agentur meldet: Der Dampfer "Dhelma" wurde versenkt; die Besatzung ist gerettet. , > Der schwedische Segler "Benguela" (688 Tonnen, ist gesunken, die Besatzung ist ge­ rettet. Nach einer Llohdsmeldung ist per britische Dampfer "Statho" (2623 Tonnen) zum Sinken gebracht worden. Der norwegische Dampfer "Vindeggen" u. der englische Dampfer "Rallus" (1752 Brutto-; Registertonnen) wurden versenkt. Nationaltidende berichtet aus Christiania: Aus Tromsoe wird gemeldet, jyt der Finn-s markenküste sei gestern ein unbekannter großer englischer Dampfer von einem deutschen Uu-> terseeboot torpediert und zum Sinken gebracht worden. Aus der Route nach Archangelsk operieren jetzt mindestens drei Unterseeboote. 4 norwegische und ein schwedisch,er Dampfer, nach Archangelsk bestimmt, liegen in Han-^ ningsvaag uüd warten Bescheid ab, ob sie die Reise fortsetzen sollen. Der englische Postraub. Kopenhagen, 1. Okt. Die dänische Generalpostdirektion teilt mit: Die gesamte Brief- und Paketpost des dänischen Amerikas­ dampfers "United States", auf der Reise von Newhork nach Kopenhagen, ist während der Untersuchung des Dampfers in Kirkwall be­ schlagnahmt worden. Ferner wurde die Paketpost des dänischen Dampfers Vesta", der sich in regelmäßiger Fahrt auf der Reise Far OerInseln—Kopenhagen befand, bei der Durch­ suchung des Dampfers m Leith beschlagnahmt. ────────── Aus den Kolonien. Ein Missionsbries auS Deutsch-Lstafrika. Uns wird geschrieben: Nach einem aus Bukoba über die Schweiz hierher gelangten Missionsbrief, der erste seit langer Zeit, ist diese Station am 20. Juni 1916 geräumt worden. Die Uebermacht, die unserer kleinen tapferen Schutztruppe gegenüberstand, war zu groß. Acht Tage später erschienen drei englischje Schiffe, landeten Truppen und besetzten die Station. Die Engländer ließen die deutsche Bevölkerung, die allerdings fast ausschließlich aus Missionsleuten besteht, unbehelligt. Am 3. Juni ist auch Urundi vor den Belgiern von der Bevölkerung geräumt worden. Zur Be­ ruhigung in der Heimat kann mitgeteilt wer­ den, daß auch die Belgier sich keine Uebergriffe gegen die Bevölkerung zu Schulden kommen liehen. Verschiedene der Geflüchteten werden sich in belgischer Hand befinden. Die Ko­ lonie hat noch nie wirklichen Mangel gelitten. Es ist noch alles da, was benötigt wird: Mehl. Zucker, sogar Petroleum und — ge­ nügend Geld. . . . In Bukoba ist durch Gra­ natfeuer viel Zerstörung angerichtet worden. (Z.) ────────── Kriegsbriefe aus dem Westen. Berlin, den 29. September 1916. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Einstweiliges Stocken des feindlichen Sommevorstoßes. Von unsrem Kriegsberichterstatter. Gr. Hauptquartier, am 28. Sept. An der nördlichen Hälfte der Sommefront steigerte der Feind gestern sein Artille­ riefeuer noch mehr als in den letzten Tagen, obwohl die Wuchtigkeit des Hagels an Sprengund Gasgranaten schon vorher über alle Be­ griffe und Beschreibungen gegangen ist. Auch seine Jnsauterieangriffe blieben unablässig sehr stark. Zwischen Thiepval und Somme setzte er vom Morgen bis in den Nachmittag hinein zu wiederholten Malen große Massen zum Stur­ me an, abdr seine Angriffe scheiterten zum größeren Teile schon in unserem Sperrfeuer. Andere Anstürme wurden sofort durch kräfti­ gen Gegenstoß gebrochen. Besser als jebeS Wort beweist die Tatsache, daß unsere GrabenVerteidiger nach diesen tagelangen schwersten Arttllerieangriffen, welche die Kriegsgeschichte kennt, dem Feind mit so starken Gegenan­ griffen begegnen, wie gering der moralische Eindruck des wuchtigen Stoßes gewesen ist, den die vereinigten militärischen, industriel­ len und finanziellen Kräfte einer Welt von Feinden gegen uns geführt haben. An der Straße Ligny—Flers, also in der Richtung auf Bapaume, und vor dem großen Gehölz St. Pierre-Vaast bei Rancourt, bemühte sich der Feind, mit besonderem Krafteinsatze vor­ wärts zu kommen. Auch in der Somimie-Niejderung setzte der Feind seine sehr starken An­ griffe auf Halle, in der Richtung auf die mehr und mehr zum TrüMknerhaufen gewor-? bene Stadt Peronne hartnäckig fort, wurde aber restlos abgewiesen. Mit welchem Kräfte­ einsatz der Feind an dem großen Angriffs tage des 25. gearbeitet hat, geht aus der Fesfftellung hervor, daß allein in dem französischen An­ griffsabschnitt, in dem verhältnismäßig schma­ len Raume zwischen Lombles und der Somme, nicht weniger als sieben bis acht Divisionen an der Schlacht beteiligt waren, während nach ftanzösischem. Eingeständnis die englische Be­ teiligung und dementsprechend die englischen Verluste diesmal noch größer gewesen sind. Die Fliegertätigkeit blieb andauernd sdhr leb­ haft. Der Feind verlor an dem gestrigen Kampsestage an der Somme wieder vier Flug­ zeuge, die im Lgftkampfe mit unseren Flie­ gern unterlagen. Nachdem die französischen Opfer, welche die Fliegerangriffe auf ftan-, zösische Städte unter der Zivilbevölkerung ver­ ursacht haben, bereits weite Friedhöfe füllen, haben englische Luftgeschwader gestern das friedliche von uns Deutschen auf dem Vor­ märsche so sorgfältig geschonte Brüssel heim­ gesucht und mit ziellos mos großer Höhe ge­ worfenen Bomben den Tod von dreizehn und die Verwundung von 28 Bürgern der Stadt verursacht. (Kb.) W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter, ────────── Bayerische Nachrichten. (Sitte Herabsetzung der Kriegsbesoldung für Offiziere unr» Offiziersstellvertreter in Bayern ist mit Allerhöchster Ermächtigung durch das Kriegsministerium angeordnet wor­ den. Diese Aenderungen treten am 1. Oktober 1916 in Kraft. Zeldpostverkehr in de« Monaten Juli und August 1916. In den Monaten Juli und August 1916 sind von den bayerischen Feldpost­ anstalten nach der Heimat 75 254 BrieMcke im Gesamtgewicht von rund 1651 253 Kilogr. und von den bayerischen Postsammelstellen nach dem Felde 231 418 Briefsäcke im Gesamtgewicht von rund 6 711125 Kilogr. abgefertigt worden. Niederträchtige Gesinnung. , Schmähsucht hat schon manchen Wackeren im Felde die Ruhe und seiner Frau die Ehre geraubt. Ter bekundeten niedrigen Gesinnung entsprechen auch die Strafen, die von den Gerichten ver­ hängt werden. Vor der Strafkammer in Bam­ berg hatte sich jüngst der 13 Jahre alteHändlerssohn Kreller aus Lichtenfels und dessen Mutter "Sabine Kreller wegen Urkundenfäl­ schung zu verantworten. Der Knabe mußte aus Geheiß seiner Mutter eine Postkarte an einen im "Felde stehenden Nachbarn schreiben, aus der dessen Frau der Untreue bezichtigt wurde; die Unterschrift der Karte war gefälscht. Die Beschuldigung war völlig grundlos. Die Angeklagten leugneten, wurden aber überführt. Der Sohn wurde fteigefprochen, weil ihm die erforderliche Einsicht der Strafbarkeit seiner Handlung gefehlt hat, die Mutter wurde zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Auf An­ trag der Staatsanwaltschaft wird der Sohn in einer Zwangserziehungsanstalt unlergebracht. ────────── Niederbayerische Nachrichten. Ein unermüdlicher Kämpfer. Kriegsfrei­ williger Unteroffizier Franz Lallinger aus Deggendorf war schon bei den Sprengungen durch herabstürzende Erbmassen zu Boden ge­ schlagen und erheblich verletzt worden. Den­ noch schloß er sichj dem Sturm gegen den feind» lichen Graben an, stürzte aber aus Schwäche neuerdings nieder. Mühsam schleppte er sich zum nächsten Trichter, wo ihn fein Zugführer auf den Verbandplatz zu Lehen vermahnte. Allein 'Lallinger raffte sich wieder zusammen, drang unterstützt von drei Mann in eine der vielen Sappen ein und vertrieb die Franzo­ sen, um sodann noch die Abdämmung und Ver-> teidigungseinrichtung zu leiten und sich ant Umbau der unter schwerstem feindlichen Mji--' yenfeuer liegenden Stellung zu beteiligen, bjs er endlich am Nachmittage.ärztliche Hilfe auf­ suchte. Lallinger erhielt die Silberne Me-» batik. ────────── Dienstesnachrichten. (Amtsärztlichem Dienst. Vom 1. Oktober an werden auf ihr Ansuchen in gleicher Dien­ steseigenschaft in «etatsmäßiger Weise versetzt: der Bezirksarzt Dm. Friedrich Rothhammer in Griesbach nach Weilheim und der Bezirksarzt Dr. Alois Sitzberger in Eggenfelden nach Passau. , ! Innere Verwaltung. Der im zeitl. Ruhe­ stand befindliche Rtegierungsassessor der K. Re­ gierung von Niederbayern, K. d. I., Dr. Jos. Linsmayer wurde auf Ansuchen wegen nachge­ wiesener fortdauernder Dienstunfähigkeit aus die Dauer eines weiteren Jahres im Ruhestand belassen. Lehramt. Der Gymnasiallehrer am Progymnasium Forchheim Hans MeindlschMied wurde auf sein Ansuchen an das hum. Gymna­ sium Straubing versetzt; der Assistent an der Realschule Landshmt Dr. Anton Flucke zum Reallehrer an der Oberrealschule Ludwigsha­ fen a. Rh. in etats m. Eigenschaft ernannt; der mit dem Titel eine-s Professors und dem Rang eines Ghmnasialprrofessors bekleidete Religi­ onslehrer an ber Realschule 'Rosenheim 'Gg. Ehrenwirth auf fern Ansuchen in gleicher Dien­ steseigenschaft in elatsm. Weise an die Real­ schule Landshut versetzt; in widerruft. Weise als Assistent beigegeben: der Realschule LandshUt der gepr. Lehramtskandidat für Chemiebeschr. Naturwissenschaft und Geographie Dr. Franz Mahr in Regensburg. PostverwaltunN. Befördert wird in etats­ mäßiger Weise ab 1. Oktober 1916 zum Ober­ postassistenten der Postafsistent Karl Braun­ hofer in Passau; ferner die Postadjunkten Joh. Sonnleitner von Pfarrkirchen in Hof a. S. und Adolf Heilmann von Zwiesel "in Passau; im Ruhestande belassen ab 1. Oktober 1916 der Postsekretär Ludwig Nösch in Landshut auf ein weiteres halbes Jahr. ────────── —* Die Ver sammlung der drei politi» Men Parteien in der dicht besetzten PrantLgartetthialle ,in> der Herr M>R. und Land­ tagsabgeordneter Gerstenecker über das Thema "Das deutsche Volk und die fünfte Kriegs­ anleihe" sprach, nahm gestern einen erhebenden Verlauf. Die Ausfiihrungen des Redners,über die wir morgen noch gesondert berichten wer­ den, gipfelten in dem mit großem Beifall ausgesprochenen Wunsche, es möge jeder Deut­ sche nach Kräften zur, 5. Kriegsanleihe zeic^ neu. Es sei dies vaterländische Pflicht jedes deutsch und jedes bayerischs-fühlenden Mannes. —* Der Marine-Opfertag ftmd ^ge­ stern willige Spender. Wehrkraftjungen zo>gen >durch «die Straßen der Stadt und ihre Bitte um eine Gabe für unsere wackeren blauen Juqgen fand in den Meisten Fallen Gehör, Jo daß das finanzielle Ergebnis ein befriedigen­ des sein dürste. 1 —* Die Gemüseausfuhr aus dem Stadtbezirke ist nur mit Genehmigung des Stadtmagistrates erlaubt. —* Die Kartosfelhöchstlpreise wersden von den Verkäufern,am Kartoffelmarkte vielfach nicht eingehalten. Herr R^R. Costa regte daher in der letzten Magistratssitzung an, es solle strengste Ueberwachung der Verkäufer erfolgen, womit sich der Magistrat einverstan­ den erklärte. —* Groben Unfug verübten in derNacht zum Sonntag vom Moniberg zur Stadt hein^kdhrende junge Bürschchen in der Pukverturmsstrahe. Sie zogen mit.Gejohle durch die Straße, rissen die Warnungstafel ab u. warfen sie in einen Graben, demolierten Zäune etc. Der "Uebermut "der Burschen, der am unrechten Orte angewendet wurde, dürste wohl einen tüchtigen Dämpfer.erhalten. —* Ein Fahrrad wurde gestern mittags einem Gaste von auswärts aus dem Vorplatz einer Wirtschaft gestohlen, während er in der Wirtschaft weilte. Der Täter ist noch nicht ermittelt. * Der Vermögensausweis unse­ rer Stadt für das Jahr 1913 läßt 12 361 099,47 Mark Vermögen, 8 075133,47 Mk. Schulden, somit 4 385 966 Mk. Reinvermögen ersehen, einschließlich der Mehreinnahmen von 1913, jedoch ohne das Vermögen der Sparkasse. An rentierendem Vermögen besitzt die Stadt 8086 532,66 Mk., an nichtreniierendem Vermögen 12 361099,47 Mark. —^ Die Rechnung über "Amtsführung" aus dem städt. Haushalte von 1915 läßt bei 74 762,22 Mk. Einnahmen und 167 688,47 Mk. Ausgaben eine Mehrausgabe von 92 926,25 Mark ersehen. —* Ueber den Gemeindehaushalt von 1913 liegt jetzt die Schlußrechnung vor. Die Einnahmen betragen 6.317.795,25 Mark, die Ausgaben 6.246.228,72 Mark. Es verbleibt somit ein Aktivrest von 71.566,53 Mark, der bereits in ben'' Etats von 1914 und 1915 mit 40 531,28 Mark bezw. 31035,25 Mk. Ver­ wendung gefunden hat. Die Vermögensrech­ nung bilanziert mit 29 888,21 Mk. in Einnaht­ men und Ausgaben. —* Die landwirtsch. Winterschule wird ihren 'Betrieb heuer im 1. Kurs wieder eröffnen und zwar in Pen Räumen des Pen­ sionats der Schule in per Neustadt. Um dies zu ermöglichen, muß das poxt befindliche Bu­ reau des Herrn Lanvwirtschastslehrers Kraus verlegt werden. Dieser hat sich bereit erklärt, das Bureau in seine Wohnung (Schmidbräuanwesen) obere Altstadt zu übernehmen, wenn der Magistrat die Uebersiedlungskosten im Betrage von 40 Mark trägt. Der Magistrat erklärte sich damit in seiner letzten Sitzung einverstan­ den. 1 —*DieLiedertafel Lands Hut veran­ staltet am nächsten Freitag ein Wohltätige keitskonzert. Der Magistrat stellte im Hin-, blick auf den Zweck das Stadttheater beheizungs-j und beleuchtungsfrei zur Verfügüng. Herr M.-Hi. Kohlndorfer richtete hierzu ln der letzten Magistratssitzung öffentlich das Ersu­ chen an die Vereine, diese sollten möglichst die Spielzeiten des Theaters berücksichtigen und ihre 'Veranstaltungen so einzurichten suchen, daß sie nicht mit den Theatervorstellungen zusammenfallen. 'Das Dheaterensemble kovimt von München mit 15 bis 20 Personen und könne schließlich die Vorstellungen auch! nicht umsonst geben. —* Eine Ausstellung des Wandermu­ seums will der Landesverband für Kleinkinderund Säuglingsfürsorge auch in LandHut ver-4 anstalten. Der Bezirksarzt sprach sich dahin aus, daß 'diese Ausstellung noch im Oktober oder erst im nächsten Frühjahr abgehalten wer-> den "solle, da hier kein heizbarer Raum hiefür zur Verfügung stehe. Der Magistrat be-< schloß hierzu in feiner letzten Sitzung, die Ab; Haltung der Ausstellung aus das Frühjähr ' r9l7 zu verlegen. I —* Die Bestastandserhebung, Be!sch lag nähme und Enteignung von ' Bierglasdeckeln u. Bierkrugdeckeln I aus Zinn ist von den drei daher, stello. I Generalkommandos mit Wirkung boto 1. OkI tober angeordnet worden. Von per Bekannt­ machung betroffene Betriebe sind Brauer-^ Gastwirtschafts- und Schankbetriebe (z.B.Brauiereien, Bierverläge, Gastwirtschaften, Kaffee­ häuser und Konditoreien, überhaupt Bieraus­ schänke aller Art), ferner ^Vereine "und Gesell, schäften, Kasinos und Kantinen. Die von der Beschlagnahme betroffenen Gegenstände unter­ liegen der Meldepflicht. Sie sind, sobald ihre Enteignung angeordnet sein wird, von den Biergläsern und Bierkrügen zu entfernen und an Sammelstellen abzuliefern, die.von den be­ auftragten Behörden errichtet und bekannt ge­ geben werden. ────────── Letzte Posten. t nizelisten und Antivenizielisten ausgebrochen | fei. (Z.) I " ~ Andel mb Verkehr. Landshnt, 29. Srp. (Viktualienmarkt.) Der heutige Viktualienmarkt war gut bestellt. 7— 0 Stück Eier erhielt man um 1 Mark, da» Pfund Rindschmalz kostete im Großverkaus 1,80 bis 0,00 Mk., im Kleinverkauf 1,85 bis 0,00 Mk., Lamdbutter 1,50—1,75 Mk., Molkreibutter 1,95 bis 0,00 Mk., Schweinefett 2,00—2,20 Mk., jvng« HiNhner und atti Suppenhennen 3,00—6,00 Mk., junge u. alte Hahnen 3,00—5,50 Mk., Gänse lebend 00—00 Mk., Gänse geputzt 13—14 Mk, Ente» geputzt 7—9 Mk., Enten lebend 6,50—7,00 Mk., junge Tauben per Stück 90—110 dl., Kaninchen 0,00 -0,00 Mk., Kaninchen 3—7 Mark. Fische: Forellen per Pfd. — Mk., Hechte 1,35—0,00 Mark, Karpfen 1,20—0,00 Mk., Schleie 1,30 Mk, Nutten 1,30 Mk., SIMet 80 dl., Nerfling, Frauenfisch und Brachsen 801—00 dl., Waller 0,00 Mk., Huchen 0,00— 0.00 Mk., Barben — dl., Bürstling — dl., Rotaugen und Nasen 35 dl., Weißfische 40—50 dl., Stockfisch — dl., Krebse — Mk. Wildbret (Höchstpreise): Reh­ ziemer 1,80 Mark, Rehschlegel 1,80 Mark, Rehbug 1.20 Mark, Einmachwildbret 60 dl., Wildenten 3.00 Mark, Halbenten 0)80 Mk., Rebhühner alte 1,40 Mark, junge 2,00 Mark, Fasanen 2,90 Mark, Fasanenhennen 2,20 Mk., Hasen 4,60 Mk., Schlegel 2.00 Mark, Ziemer 1,70 Mark, Raguot 1 Mark. Obst: Aepfel, Zwetschgen etc. sehr viel vorhanden und im allgem. die Preise wie in der Vorwoche, ebenso Gemüse. Eßbare Schwämme pro Portton 401—80 dl. Hollunder, Dornschlehen, Hagebutten pro Liter 25—30 dl. Weißkraut 100 Stück 8— 10 Mk., Weißrüben pro 20 Liter 1 Mk. Bauechtunrnhrn in Rumänien?, I 1 Konstantinopel, 1. Okt. Aus Sofia wird'hierher gemeldet, daß gegenüber der buL! garischen Donaustadt Sistow am rumänischen l Ufer mehrere Ortschaften bulgarische Fahnen | hißten. Es scheine, daß in der Walachei eine | starke Bauernbewegung im Gange sei, die an | die Bewegung vor acht.Jahren erinnert. Sie | pichtet sich gegen die Bojaren oder, wie sie in per Walachei genannt werden, die Tschojkohs. (Z.) . Die Luftangriffe auf Bukarest. Laut amtlichen Bukarester Meldungen sind - zwei Stadtteile von Bukarest Infolge derZepl• pelinangriffe völlig zugrunde gegangen. Bui: karest selbst brennt noch immer. Der Materials ' schaden ist sehr groß. (Z.) | Schlacht zwischen Venitzelisten und Anti' venizelisten. ; Die Berlingske Tidende erfährt aus Pa­ ris, daß aus Kreta eine Schlacht zwischien 95et= ────────── Handel und Verkehr. Landshnt, 29. Srp. (Viktualienmarkt.) Der heutige Viktualienmarkt war gut bestellt. 7— 0 Stück Eier erhielt man um 1 Mark, da» Pfund Rindschmalz kostete im Großverkaus 1,80 bis 0,00 Mk., im Kleinverkauf 1,85 bis 0,00 Mk., Lamdbutter 1,50—1,75 Mk., Molkreibutter 1,95 bis 0,00 Mk., Schweinefett 2,00—2,20 Mk., jvng« HiNhner und atti Suppenhennen 3,00—6,00 Mk., junge u. alte Hahnen 3,00—5,50 Mk., Gänse lebend 00—00 Mk., Gänse geputzt 13—14 Mk, Ente» geputzt 7—9 Mk., Enten lebend 6,50—7,00 Mk., junge Tauben per Stück 90—110 dl., Kaninchen 0,00 -0,00 Mk., Kaninchen 3—7 Mark. Fische: Forellen per Pfd. — Mk., Hechte 1,35—0,00 Mark, Karpfen 1,20—0,00 Mk., Schleie 1,30 Mk, Nutten 1,30 Mk., SIMet 80 dl., Nerfling, Frauenfisch und Brachsen 801—00 dl., Waller 0,00 Mk., Huchen 0,00— 0.00 Mk., Barben — dl., Bürstling — dl., Rotaugen und Nasen 35 dl., Weißfische 40—50 dl., Stockfisch — dl., Krebse — Mk. Wildbret (Höchstpreise): Reh­ ziemer 1,80 Mark, Rehschlegel 1,80 Mark, Rehbug 1.20 Mark, Einmachwildbret 60 dl., Wildenten 3.00 Mark, Halbenten 0)80 Mk., Rebhühner alte 1,40 Mark, junge 2,00 Mark, Fasanen 2,90 Mark, Fasanenhennen 2,20 Mk., Hasen 4,60 Mk., Schlegel 2.00 Mark, Ziemer 1,70 Mark, Raguot 1 Mark. Obst: Aepfel, Zwetschgen etc. sehr viel vorhanden und im allgem. die Preise wie in der Vorwoche, ebenso Gemüse. Eßbare Schwämme pro Portton 401—80 dl. Hollunder, Dornschlehen, Hagebutten pro Liter 25—30 dl. Weißkraut 100 Stück 8— 10 Mk., Weißrüben pro 20 Liter 1 Mk. ────────── Bekanntmachung. Betreff: Ausfuhr von Gemüse. Auf Grund eines Magistratsbeschluffes vom 30. September er. wird folgende Anordnung erlaffen: Me Ausfuhr m GeuEfe m dem Bezirke der Stadt Laudrhut ist uur mit Geüehmiguug des Stadtmagistrats zulStzig. Landshut, den 30. September 1916. §tabt*xuxftißv «. Teigwarensabrik". Land-Hut, deü'27. September 1916. 1. . fr Kgl. Amtsgericht. ────────── Tages-Übersicht. Der Reichsattzeiger veröffentlicht die Aus­ führungsbestimmungen zur Verordnung über den Verkehr mit Zucker aus dem Betriebsjahr 1916-17. ■ Das dentsch-schweizeriWje Hattdelsabkomp mein ist am Freitag.durch den Austausch der Ratifikationen vollzogen worden. (WTB. Amtlich.) 1 Sch^ffsbrattd. Nach dem Pariser Temps brach in Marseille auf dem Dampfer "Californie" mit 4100 Tonnen Warenladung, da­ runter 700 Tonnen Benzin Feuer aus. Es konnte jedoch lokalisiert werden. I Staatsstreich i»t Abessinien. In der rö-! mischen Konsulta wird der Stgatsstreich in Wdis Abeba als vorteilhaft für die Entente betrachtet. Die neuen Persönlichkeiten seien Angeblich ententefreundlich, besonders Italienfreundlich. Dies gelte namentlich von DefchOh Tessari. 1 Freilich bestehe die Möglichkeit, daß, Ldiy Jassus Vater, Ras Mikael, jetzt den Bürgerkrieg entfessele. (Z.)