Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1916-10-25. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 69. Jahrgang Nr. 291, 1916-10-25. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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Der Feind wird in der Dodrudscha scharf verfolgt. — Die Beute der letzten Kämpfe. — Vergebliche neue Blntopfer der Engländer und Franzose« an der Somme. — Französische Angriffsversuche rechts der Maas vereitelt. - Die rumänische Rordgrenze überschritten. Unsere U-Boote an der Arlbeit. ────────── Im Westen erneuten die Feinde ihre star­ ken Angriffe an der Somme, wurden aber nördlich des Flusses trotz ihres Masseneinsatzes blutig abgewiesen. Reihen von toten Fein­ den Regen besonders bei Le Transloh überein­ ander. Brandenburger,Braunschweiger,Rhein­ länder und Bayern hatten den gewaltigen Ansturm der Feinde zusammenbrechen lassen und ihnen reiche Blutopser abgenommen. SüdAch des Flusses wurden die feindlichen An­ griffe durch unser Feuer niedergehalten, ebenso bei Verdun, wo die Feinde zur Erleichterung der SommeWjmpse angreifen wollten. Im Osten kaM es nur an der siebenbürgischen Grenze zu Kämpfen, die für die Unsern mit Erfolg gekrönt waren. Predeal wurde genommen und der rumänische Widerstand süd­ lich des. Roten Turmpasses gebrochen. In der Dobrudscha wird am Ostflügel der in Auflösung fliehende Feind von Kavallerie verfolgt, die bereits bis Karamuirat, cct. 30 Kilometer nordwestlich von Constantza vorge­ drungen ist. Im Zentrum der Bahn ist Medgidia genommen^ während der Westflügel der Unsern Rasava genommen hät. Die Beute beträgt bis jetzt 75 Offiziere und 6693 Mann,) die der Feind neben 1 Fahne, 52 Maschinen­ gewehren^ 12 Geschützen und 1 Minenwerfer in unserer Hand lassen mußte. Ile Heeresberichte. Der beittW Bericht. WTB. Berlin, 24. Oktober. Mittags, f Großes Hauptquartier.) Westlicher Kriegsschauplatz. Kraut des Gemeralfewmarschalls Kronprinz Sinpprecht von Bayern. Wie der 22. Oktober war auch der 2% ein Schlachttag von höchster Kpaftentsaltung. Um den Durchbruch um jeden Preis zu er­ ringen/ setzten Engländer und Franzosen ihre mit starken Kräften geführten Angriffe fort. Sie holten sich trotz ihres Masseneinsatzes nördAch der Somme I eine schwere blutige Niederlage. Nach Meldungen von der Front liegen vornehmlich westlich von 'Le Transloy ganze Reihen von Toten übereinander. Ditz Haltung unserer Truppen war über alles Lob erhaben. Besonders zeichneten sich das brandenburgische ────────── Die Heeresberichte. Der deutsche Bericht. Im Westen erneuten die Feinde ihre star­ ken Angriffe an der Somme, wurden aber nördlich des Flusses trotz ihres Masseneinsatzes blutig abgewiesen. Reihen von toten Fein­ den Regen besonders bei Le Transloh überein­ ander. Brandenburger,Braunschweiger,Rhein­ länder und Bayern hatten den gewaltigen Ansturm der Feinde zusammenbrechen lassen und ihnen reiche Blutopser abgenommen. SüdAch des Flusses wurden die feindlichen An­ griffe durch unser Feuer niedergehalten, ebenso bei Verdun, wo die Feinde zur Erleichterung der SommeWjmpse angreifen wollten. Im Osten kaM es nur an der siebenbürgischen Grenze zu Kämpfen, die für die Unsern mit Erfolg gekrönt waren. Predeal wurde genommen und der rumänische Widerstand süd­ lich des. Roten Turmpasses gebrochen. In der Dobrudscha wird am Ostflügel der in Auflösung fliehende Feind von Kavallerie verfolgt, die bereits bis Karamuirat, cct. 30 Kilometer nordwestlich von Constantza vorge­ drungen ist. Im Zentrum der Bahn ist Medgidia genommen^ während der Westflügel der Unsern Rasava genommen hät. Die Beute beträgt bis jetzt 75 Offiziere und 6693 Mann,) die der Feind neben 1 Fahne, 52 Maschinen­ gewehren^ 12 Geschützen und 1 Minenwerfer in unserer Hand lassen mußte. Ile Heeresberichte. Der beittW Bericht. WTB. Berlin, 24. Oktober. Mittags, f Großes Hauptquartier.) Westlicher Kriegsschauplatz. Kraut des Gemeralfewmarschalls Kronprinz Sinpprecht von Bayern. Wie der 22. Oktober war auch der 2% ein Schlachttag von höchster Kpaftentsaltung. Um den Durchbruch um jeden Preis zu er­ ringen/ setzten Engländer und Franzosen ihre mit starken Kräften geführten Angriffe fort. Sie holten sich trotz ihres Masseneinsatzes nördAch der Somme I eine schwere blutige Niederlage. Nach Meldungen von der Front liegen vornehmlich westlich von 'Le Transloy ganze Reihen von Toten übereinander. Ditz Haltung unserer Truppen war über alles Lob erhaben. Besonders zeichneten sich das brandenburgische Mazedonische Front. Nichts Neues. ' i Ter 1. Generalauartiermeisteü: I j : Ludendorff. Der Sstm.-W. Brächt. I WTB. Wien, den 24. Oktober. Amtlich wird gemeldet: Oestlicher Kriegsschauplatz^ Heervsfront »es Generals der Kavallerie Erzherzog Karl. Oejterr.-ungar. und deutsche Truppen nah­ men gestern nach erbitterten Kämpfen den Ort Predeal und machten 600 Mann zu Gefange­ nen. Südljch des Roten Turmpasses macht unser Angriff Fortschritte. Heeresfront d«s Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold vo» Bayer«. Unverändert. Ftalienisjcher Kriegsschauplatz. An der küstenländischen Front hält das italienische Geschütz- und Minenseuer an. Na­ mentlich auf der Karsthochfläche sind zeitweise hefttge Artillerie- und Minenkämpse im Gange. Unsere Flieger belegten ein großes Drain­ lager bei Savogne erfolgreich mit Bomben. , Südöstliitzier KriegSschauplay. Keine Ereignisse von Bedeutung. Cer stellvertretende Chef des Gener «Gäbest v. Hoeser, Feldmarschalleutnanr. Ser öülWische Bericht. ! Sofia, 23. Oktober. Amtlicher Bericht: Mazedonische Front: Zwischen Dem Prespa-See und der Cerna schwache Ärtillorietätigkeit. Im Cerna-Bogen fanden die Kämpfe noch nicht ihr Ende. Unsere Truppen, verstärkt durch deutsche Bataillone, rückten gegen, die Dörfer Brod und Slivitza vor. Im MoglenicaTal und westlich vom Wardar schwache Kano­ nade. Oestlich des Wardar lebhaftes Geschütz­ feuer. Ein starker nächtlicher Angriff des Feindes gegen das Dorf Bagoroditza wurde durch unser Feuer, stellenweise im Nahkampf abgeschlagen. Am Fuße der Belasica-Planina Ruhe. An der Strumafront beschoß die feind­ liche Ar Aller ie mehrere bewohnte Ortschaften vor unseren Stellungen. Am ägäischen -Ge­ stade Rühe. i , Rumänische Front: Längs der Do­ nau Rühe. In der Dobrudscha setzten die ver­ bündeten Truppen am 22. Oktober die Ver­ folgung des Feindes fort. Um 1 Uhr nachmit- Infanterie-Regiment Nr. 64, das braunschwei­ gische Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 9:2, das rheinische Infanterie-Regiment Nr. "29 umd die bayerischen Infanterie-Regimenter Nr. 1. und 15 aus. . Südlich der SomMe kam! ein sich worbereitender französischer Vorstoß im Absichnitt Ableincourt—Ghaulnes in unserem Verrnichtungsfeuer nicht zur Entwicklung. Front des deutsche« .Kronprinzen. Seine Angriffe an der Somme wollte der Gegner durch Angriffe bei Verdun unterstüt­ zen. Unsere Stellungen am Ostufer der Maas lagen unter kräftigem Artillexiefeuer. Die feindliche Infanterie ist unter unserer starken Arttlleriewirkung in ihren Gräben niederge­ halten worden. Die Angriffsversuche streb da­ mit vereitelt. Oestlicher Kriegsschauplatz«. Front des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern. Vom Meere bis zu den Waldkarpathen keine größeren Ereignisse. Front des Generals der Kavallerie Erz­ herzog Karl. Südlich von Kronstadt (Brasso) ist gestern von deutschen und österreichisch-ungarischen Truppen in erbitterten Kämpfen Predeal ge­ nommen worden. 600 Gefangene wurden eingebracht. Am Südausgang des Roten Turmpasses ist in den letzten Tagen stärkerer rumänischer Widerstand gebrochen worden. Balkawkriegsschauplatz. Heeresfront des Ge«eralseldmarschalls von Ma Kriegsberichterstatter. Hauptquartier, Corps Conta, am 21. Okt. Heute nahm die Gefechtstätigkeit, die bet Schneetreiben aus den Bergen und strömendem Regen in den Tälern fast völlig ausgesetzt hätte, wieder etwas lebhafteren Chärakter an. ' Am Poreplina-Rücken, im Ludowagebiet und am Koman setzte die russische Artillerie stärker ein und belegte auch das Hintergelände. Im Ludowagebiet kam es auch zu Minenwerferkämpfen und lebhafterem Jnfanteriefeuer. Ami Stajki war rege Patrouilleniätigkeit, trotz hvhen Schnees. Eine stärkere russische Patrouille wurde dabei aufgerieben, elf Tote Blieben lie­ gen. Am Kirlibaba begann die Ar tillerie-Beschießung mit Einsatz schwerer Kali­ ber stärker zu werden. In den letzten Näch­ ten waren auf den Bergen bis acht Grad Kälte, "iier ca nee liegt stellenweise fast ein ■ Meter hoch. Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter. ────────── ' die Berufung eines Vertreters des Kleinhan­ dels in das Kriegsernährungsamt. Von sozial­ demokratischer Seite wurde die Abschkachtung von Schweinen befürwortet. Das Angebot an Ferkeln sei groß und die Kartoffeln seien zur menschlichen Ernährung notwendiger. Die Redner der bürgerlichen Parteien traten die­ ser Anregung entgegen und warnten vor zu weitgehender Schematisierung der landwirt­ schaftlichen Verhältnisse. Präsident Batocki er­ klärte die Berufung eines Vertreteris des Klein­ handels in den Vorstand des Kriegsernährungsamtes nicht für möglich, sonst müßten auch die sonstigen Anträge berücksichtigt und der Vorstand aus 30 Personen erhöht werden. Die Bewirtschaftung von Gütern durch die General­ kommandos habe Bedenken. Die schematische Verteilung von Kunstdünger sei nicht beabsich­ tigt. Die Butter- und Fettversorgung könne in der jetzigen ungünstigen Zeit kaum einwand­ frei geregelt werden, es solle aber dafür ge­ sorgt werden, daß Schwerarbeiter überall 125 Gramm pro Kopf und Woche erhalten. Bolksernährung und Sterblichkeit. In einer Sitzung des Hauptausschusses des Reichs­ tages machte Staatssekretär Dr. Helfferich in­ teressante Angaben über die Sterblichkeitszif­ fern der letzten Jähre, die zum Teil in nicht ganz richtiger Fassung in die Oefsentlichkeit gelängten. Nach den statistischen Feststellun­ gen sErben auf 1000 Einwohner im Jahre 1911: 16.3, im Jahre 1912: lch.6, im Jahre 1913: 14.0, im Jahre 1914: 16.1, im Jahre 1915: 19.7 und in den ersten sechs Monaten 1916 (auf das Jahr berechnet) 17.0 Personen. Die Erhebungen beziehen sich nur auf die Städte mit 15 000 und mehr Einwohnern, schließen aber sämtliche Militärpersonen, also insbesondere auch sämtliche Kriegsverluste ein. Es ergibt sich daraus somit, daß in den ersten sechs Monaten des laufenden Jalhres die Ge­ samtzahl der Gestorbenen nur um 0.7 auf das Tausend größer war als im entsprechenden Zeitraum des Friedensjahres 1911. Was die Säuglingssterblichkeit anbelangt, so 'war das Verhältnis der in dem ersten Lebensjahre (Mftorbenen zu der Gesamtzähl der Gestorbenen int Jahre 1911: 29.7 v. H., im Jahre 1912: 24.6 v. H., im Jahre 1913: 24.8 v. H:, im Jähre 1914: 22.7 v. H., int Jahre 1915: 13.4 b. §(., im ersten Halbjahr 1916: 11.5 v. H. Na­ türlich erscheinen diese Zählen günstiger als sie in Wirklichkeit sind, weil eben die Zähl der SterbefKIle von Erwachsenen infolge des Krie­ ges erheblich gestiegen ist, aber immerhin zeige sich, daß von einer ungünstigen Einwirkung Der Ernährungsweise auf die Säuglingssterb­ lichkeit nicht die Rede sein kann. ────────── Bayerische Nachrichten. Wrildje Rchkichm Die Erben des Königs Otto. Das reiche Erbe des verstorbenen Königs Otto fällt man­ gels eines Testaments nach der Verfassung,' Die nach dem Familienstatut von 1819 einer Vermögenszersplitterung bei Wegheiratungvon Prinzessinnen vorbeugen will, nur an den Mannesstamm des Königs, also an die BruderssöhUe Max II., das sind König Lud­ wig IU. mit seinem Bruder Leopold und seinem Brudersbhu Heinrich, sowie die Prinzen Lud­ wig Ferdinand und Alfons. Der verstorbene König Otto war im Genuß des großen ,von Herzog Clemens 1797 gestifteten Sekundo-Genitur- Fideikommiß- Vermögens, das etwa 450 000 Mark jährlich beträgt. Der Begriff des Sekundo-Genitur-Rechts ist in Bayern schon lange strittig. Prinz Carl, der unvermählte kBruder König Ludwig L, hätte dieses Ver­ mögen nur aus Grund eines Urteils des frühe­ ren Oberappellationsgerichts damals tritt 3.5 Millionen angesammelten Zinsen antreten kön­ nen. Nach seinem Tode 1875 ging die Nutz­ nießung des sog. CEmentinimns auf den da­ maligen Prinzen Otto, den jetzt verstorbenen König, über, ist aber doch strittig geblieben. Prinz Leopold, des jetzigen Königs Bruder, hat vor Engerer Zeit schon Anspruch daräuf erhoben. Die berühmten Königsschlösser Lud­ wig II. fallen mit dem Privat-Fämilien-Fideikommiß-Vermjögen König Max II. »dessen Nutz­ nießung dem König Otto noch zustand, und mit Kurier J8r Rkeder-a-er«. dem Gärtnerplatztheater in München nach Verfassungs- und Familienstatut mangels eines ; Testaments an den Staat. I Seinen 60. Geburtstag feiert am 27. ds. 1 Hofrat Bürgermeister Emil Fränger in ErI längen. Der Jubilar gehörte bereits 30Jahre der dortigen Stadtverwaltung an. Eine Bierpreisherabsetzung in Bayern in Sicht. Die Allgäuer Ztg. meldet: Die Brau­ ereibesitzer Bayerns haben sich bereit erklärt, einen Bierpreisabschläg eintreten zu lassen, unter der Bedingung, daß sie 48 Prozent Gerste der im Frieden verbrauch,ten Mengjej geliefert bekommen. VoraussichtlW wird diese Bedingung erfüllt werden, so daß, der Preis­ abschlag schon in Bälde wah!rsche:inlich schön ab 1. November eintreten kann. Die Sprache wieder ethalten. Der Infan­ terist Karl Straßberger, welcher best den schwe­ ren Kämpfen an der SoMimie vor reinigen Wo­ chen durch das gewaltige Trommrelfeuer die Sprache verloren hatte, erlangte dieselbe, in der vorvergangenen Nacht infolge «einem schwe­ ren Traumes im Aschaffenburger: Vereinsla­ zarett wieder. Es ist dies der zweiite Fall, der sich in Aschaffenburg ereignete. Schlechte Weinernte. Ueber idie dijesjähr. durch die anhaltende nasse Witterrung sehr be­ einträchtigte Weinernte in der Pstälz läßt sich nunmehr ein Ueber Wirf gewinnen. Man kann nur mit einem Achtel-Herbst rechmen. Das Mosterträgnis ist so gering, wie in den un­ günstigsten Jahren. Mehrere großje Weinguts­ besitzer Egern überhaupt nicht eein, sondern haben ihre Creszenzen sofort verrkauft. Altberühmte pfälzische Weinwirtschassten haben ihren Betrieb überhaupt eingestetklt, weil sie infolge der hohen Preise ihr Meinertrsägnis besser verkaufen. In Unterfraniken ist die Weinernte um Vieles besser ausgeefallen. ────────── Allerlei. Erwischter Hamster. In den letzten Tagen wurden in der Umgebung von Regensburg 52 Gänse, 4 Hühner und mehrere Schilling Eier angekauft. Gestern wurde nun versucht, diese Lebensmittel nach Sachsen auszuführen; sie wurden jedoch am hiesigen Bahnhof von der Polizei beschlagnahmt und werden dem Verkauf unterstellt. Gewehr in Kinderhand. Im Hütten bei Grafenwöhr spielte ein 5 jähriges Kind mit einem geladenen Flobertstutzen. Das Gewähr entlud sich und die Ladung traf ein 6 jähriges Mädchen tödlich. Eine Masernepidemie ist umter den Kin­ dern in Sommerach (Ufr.) ausgebwochen, so daß die Schule dort geschlossen werden mußte. Schutz der Kriegsgefangenem — bei «ns. Wie streng bei uns die Kriegsgefmngenen g'egen alle ihnen widerrechtlich etwa zmgesügten Un­ bilden geschützt werden, zeigt einte Anklage toiefr gen Körperverletzung, die sich gegwn den Ste»n- ietzer Heinrich Kühn vor einer Berliner Straf­ kammer richtete. Unter deM Angeklagten ar­ beitete bei einem Chaussee-bau bei Zossen ein russischer Gefangener, der nach dem Zeugnis einiger Zeugen ganz fleißig war, aber eines Tages den Zorn des AngekEgten dadurch er­ regte, daß er ohne VeranEssung mit den Hän­ den in den Taschen müßig dastand und nicht arbeitete. "Darauf drang der Angeklagte schimpfend aus den Gefangenen ein, gab ihm einen Stotz und schlug ihn mit einer Spitzhacke. Der Geschlagene mußte in das Feldlazarett Überführt werden. Das Gericht hielt das VerK hatten des Angeklagten für besonders straf­ würdig und verurteitte ihn zu 2 Monaten Ge­ fängnis. (Ob gegen die Bestien, die in RußEnd unsere unsäglich leidenden Landsleute/ nach Berichten in der "Nordd. Allg. Ztg.") buchstäblich totprügeln, auch behördlich ein­ geschritten werden mag?) Allerlei. ────────── MerMeriM RMchta. ! Airirstojrf, 24. Oktober. (Dep 4. heurige Schweinemarkt) dahier war wieder gut besucht, und mit ca. 100 Stück Schweinen bestellt. Der Handel ging mittelmäßig. 4—5 Wochen alte Ferkeln kosteten 18—36 Mark, größere Schwei­ ne (Läufer) 60—90 Mark das Paar. — Weiß­ kraut waren zwei Wägen voll angefahren und kostete der Zentner 2.50 Mark. Nächster Schweinemarkt: Samstag, den 28. Oktober. Straubing, 24. Ott. (Das Eiserne Kreuz i. Klasse) wurde dem Major z. D. Weingärtner, Bezirksofstzier beim Bezirkskomlmando Straubing verstehen. Passa«, 24. Oktobers. (Gestorben) ist hier im Aster von 77 Jahren der weithin bekannte städtische Schlachthvf-Kassierer a. D. Herr Hans Spähl. Er hatte die Stelle über 25 Jahre innc. Der Verstorbene war Enge Jahve Vor­ stand des Turnvereins Passau, GauvorsEnd und Bezirksstellvertreter. Ferner war er Gründungsmitglied der Freiwilligen Sanitätskolonne Passau und wohl eines der ältesten SaniEtskolonnenmitglieder Deutschlands. Sei­ ne Vereinstätigkeit war mit vielen Auszeich­ nungen geehrt. Niederbayerische Nachrichten. ────────── Dienstesnachrichten. MeusttMchkichten Das TiensEuszeichnungskreuz für frei­ willige Krankenpflege erhielten in Nieder bahern: Weinberger Ludwig, Schühwachermeister in Pkattling, Roller Johann Nepomuk, Wagenwärter in PEttling, Primbs Martin, Kaufmann in Zwiesel, Scheingraber Georg, Schneidermeister in Zwiesel. Schukvicnst. Die Volksschullehrer-^ Chvrregenten- und Organistenstelle in Pilsting, K. DistrMsschukinspektion Landau a. I. 1 in Pil­ sting, kommt ab 1. Dezember lfd. Js. zur Er­ ledigung. Endtermin für Bewerbungen: 11. November lfd. Js. Postverwaltuug. Versetzt wurde in e'tatsmäßiger Weise auf Ansuchen ab 1. Oktober 1916 der Postbote Sebastian Filser von Frey­ ung v. Wald nach Metten; ab 1. November 1916 die Expeditorin Johanna Kreittmahr von Schwarzach (Ndb.) nach Jettingen (Schw.), der Postbote Josef Dirschl von Ergolding nach Moosburg. ────────── 2. Schweren Reiter-Regts., Hausbesitzerssohn von Berg o. L. verliehen. Englhardt hatte unter eigener Lebensgefahr verwundete Ka­ meraden aus dein! stärksten feindlichen Artil­ leriefeuer gchvlt. *DieSilberneMilitär-Verdienstmedaille wurde dem Schneidergehilfen Hrn. Karl! Weinmann von hier verliehen. ’ x ’" —* Das Militär-Verdien st kreuz mit Krone und Schwertern wurde dem Gefr. Hans WaUner im 18. Res.-Jnf.-Regt., Sohn der Frau Anna WaUner, Restaurant Riebl, hier für schneidige und erfolgreiche Patrvuillengänge verliehen. —* Den Heldentod für das Vater­ land starb der Gefreite des 1. daher. Jnsant.fRegiments Jakob Moser, Sohn des Herrn Tor­ warts Moser der Burg Drausnitz hier. 'Der gefallene Krieger, hatte bereits zu Besginn des Krieges bei Bakkarat eine Schrapnellvevletzung erlitten, ging aber nach seiner Heilung im Jahre 1915 wieder ins Feld. Am 6. Okt. siel er bei einem Patrouillengang einer feind­ lichen Kugel zum Opfer. —* Auf dem Felde der Ehre fiel der Gefreite Adolf Mairoth des 2. Schw. ReiterRegiments. Der gefallene Held war mit deM Milltärverdienstkreuz 3. Klasse ausgezeichnet und zum Eisernen Kreuze vorgeschlagen. —* Der Kampf gegen Rumänien bringt unseren Gruppen immer größere Er­ folge. In der Dobrudscha schreitet die Verfolg­ ung des Feindes, der in völliger Auflösung zurückweicht, rüstig vorwärts. Mackensen hat sich wieder als Meister der unerbittlichenBer^ fokgung bewährt. Unsere Kavallerie ist bereits weit über Constantza vorgedrungen. Damit dürste auch das Zurückweichen der Rumänen am Westflügel bei Rasowa gegen Cernawoda zusammenhängen, die durch den gleichzeitigen Vorstoß der Unsern im Zentrum delr Bahn bei Medjidia in Gefahr stehen, gegen die Donausümpfe gedrängt zu werden. Reiche Beute an Material ist bereits gewonnen, fast 7000 Ge­ fangene gezählt, und die nächsten Tage dürsten noch neue Erfolge bringen. Zugleich aber ha­ ben unsere Truppen die Nordgrenze Rumä­ niens überschritten, Predeal genommen und die Rumänen am Südausgang des RotenTurmipasses geworfen. König Ferdinand forderte zwar in einem Tagesbefehl von seinen Trup­ pen, die Stellungen in den Bergen zu hal­ ten, aber die Kunst unserer Heeirfühir>er und die Tapferkeit unserer Soldaten macht eben auch die verzweifellen Anstrengungen der Ru­ mänen zuschanden. Es ist daher kein Wunder, daß die Stimmung in den Reihen unserer Feinde eine se>hr gedrückte ist, vor allem in Rumänien, das die wohlverdienten Früchte sei­ ner Treulosigkeit erntet. — Zur Armenseelenspende «werden, wie alljährlich freiwillige Gaben gesammelt an Geld und Brot. Die Sammlung erfolgt am Donnerstag den 2. November, die Aus­ teilung an die hier unterstützungswohnsitzberechtigten Armen am nächsten Tage, Freitag den 3. November im ArMienamt. —* Die Vorprüfung für Pharma­ zeuten im Regierungsbezirke Niederbayern findet am Montag den 18. Dezember hier statt. / —* Mängel in der Lebensmitrelversorg ung. Die Münch.Post brachte-vor­ gestern folgenden Artikel: Aus Landshut wird uns geschrieben: Unsere Stadt im Herzen Nie­ derbayerns, wo die Landwirtschaft im Vor­ dergrund stelht und die umgeben ist von lebensmittelerzeugenden Gütern steht gegenwär­ tig in keinem guten Rufe . Die unsere Stadt umringenden Schwaiger versorgen sonst den grünen Markt mit Gemüse usw. Nur wollen sie sich der jetzigen schweren Zeit nicht an­ passen ,denn die Verordnungen und Preisfest­ setzungen haben diese Herren veranlaßt, die Waren vom Markte einfach fernzuhalten. Nicht selten kann man 'Kraftausdrücke hören, wie: "Eh i so verkauf, llaba tu i's Viech futtern damit!" Hier könnte man fragen, ob denn die Vorschriften dazu erlassen werden, um den Markt zu räumen? Unterdessen ist auch die Regelung der Fleischversorgung eingetreten, j Schweinefleisch ist wie überall nur spärlich ' vorrätig. Ist aber Schweinefleisch vorhanden, dann verstehen es die Schlächtermeister sehjr wohl ihren Kundenkreis aufmerksam zu be­ dienen. Der schwerarbeitenden Masse steht ja Ochsenfleisch zu 2,50 Mk. zur Verfügung. Das gleiche gilt von der Zuckerversorgung Erst hatte man Zucker und keine Marken, 'nun hat man Marken und keinen Zucker! Nur anöden Wochenmarkttagen bekommt 'man Zucker wenig­ stens zu sehen. Das geht so zu: Die Bauern öringen Schmäh und nehmen Zucker mkt, stach dem Grundsatz: Gibst du Mir, so geb ich dir! Am nächsten Tage erscheint dann an der La­ dentür ein Plakat mit der Aufschrift: 'Zucker ausverkauft! Wäre ein Konsument noch in der Lage, Zucker zu bekommen, hat aber bei der Knappheit des Kleingeldes nicht das abge­ zählte Geld bereit, erhält er vom Laden-In­ haber die patzige Antwort: "Wenn Sie kein Kleingeld haben, kann ich Ihnen leider nicht wechseln!" Also trotz Geld und Marke ist kein Zucker zu bekommen. Wo steckt denn das Wech­ selgeld? Der Arbeiter erhält seinen Lohn in Papiergeld ausgezählt und dürfte kaum die Gelegenheit haben, Kleingeld zu Hamstern. Am' Schluffe wird die Lage der Schwerarbeiter be­ sprochen und Abhilfe für die bestehenden Män­ gel gefordert. — .Es hieße Vogel-Strauß-Po­ litik treiben, wollte man dem Artikel jede Be­ rechtigung bestreiten. Es ist tatsächlich man­ ches Wahre daran. Wir hoffen aber, daß unsere rührige Lebensmittelstelle den Klagen auf den Grund gehen und Abhilfe schaffen wird, soweit ihr dies möglich ist. —* Ein taubstummer Bettler in jun­ gen Jahren trieb sich kürzlich hier herum. Er erweckte durch sein Gebrechen allenthalben Mit­ leid und erhielt reichlich Almosen. Als die Schutzmannschaft ihm aber näher auf denZahn fühlte, stellte sich heraus, daß er recht gut reden und hören konnte. Der Schwindler wustde festgenommen. —* Eine Wall fahrt hatte die Mariani­ sche Männerkongregätion nach Aktöttiug unter­ nommen. Gestern nachmittags gegen 3 Uhr zo­ gen . die zahlreichen Teilnehmer unter pries sterlicher Assistenz vom Bahrchose Achdorf wie­ der hier ein. In der Jesuitenkirche fand einH kurze Schlußandacht statt. _—* Stadttheater. Die Schwierigkeiten mit denen die Leitung wegen fortwährender Einberufungen im Herrenpersonal und wegen des großen Mangels an männlichen Bühnen­ künstlern überhaupt zu kämpfen hat, sind groß. Trotzdem ist für die nächste Zeit folgender Spielplan in Aussicht genommen: An Schwän­ ken und Lusffpielen: "Zehn Mädchen und kein Mann", "Niobe", "Familie Schimek", "Raub der Sabinerinnen" und "Goldfische". /Als Kammerkunstabende gehen "Nora" und "Des Meeres und der Liebe Wellen" in Szene. Als erstes kommt nächsten Sonntag der Schwank "Niobe" von Bkumenthal zur Aufführung, j ────────── wiß nicht rosige Lage stoch mehr erschweren. Wäre der Verdienst der gleiche geblieben, tote etwa bei den Gehältern (eine Teuerungszu­ lage zu wünschen, so berechtigt eine solche auch wäre, wagen wir gar nicht) so könnte man eher das Einlegen eines solchen Uebiergewichtes verlangen, daß ein Mindergewicht einzel­ ner Stücke ganz ausgeschlossen ist, so aber gehört unser Handwerk leider nicht zu denen, die durch Kriegsgewinne reiche Ernte hüllen, im Gegenteil, durch Einschränkung über Ein­ schränkung, durch eine Unmenge gesetzlicherVor­ schriften kann ein nennenswerter Verdienst ohnedies -Bängst nicht mehr erzielt werden und der Weiterbetrieb unserer Geschäfte bedeutet nur mehr ein Vegetieren: da darf man wohl auf ein Verständnis und Mitfühlen des Publi­ kums und wohl auch des Einsenders der gest­ rigen "Stimme" rechnen. Bäckerzwangsinnung Landshut. Druck u. Verlag I. F. Rietschl, Landshut. Ver­ antwort!. Redatteur F. $. Wagner, Landshut. Stimmen aus dem Publikum. KdEje Nörgelsucht den Bäckermeistern ihlre geStimmen ans dem Wliknm. Die Redaktion übernimmt für Einsendungen unter dies« Rubrik dem Publikum gegenüber keine Verantwortung.) Mindergewicht vou Semmel«. Dem Einsender des gestrigen Artikels hier­ über unter "Stimmen aus beim Publikum" als letzte Erwiderung von unserer Seite: Es ist durchaus nicht der Wille der In­ nung, solche Kollegen zu schützen, die das vor­ geschriebene Gewicht absichtlich nichit einhüllen, diese wollen wir ruhig ihrem Schicksal über­ lassen; aber Pflicht der Innung ist es, dort ein­ zutreten, wo man das Empfinden hat. daß zu Unrecht unser Handwerk im Allgemei­ nen verdächtigt wird. Es dürfte wohl eine Seltenheit sein, hier Semmel« iM Gewichtig von 30 Gramm anzutreffen, dml allerwenigsten im Verhältnis von 30 Prozent, wie im ange­ zogenen Münchener Fall. Wenn einmal eine besonders alle Semmel durch Eintrocknen ein kleineres Mindergewicht hat oder wenn durch ungenaues Arbeiten zu reifwerden oder stär­ keres Verbacken, hervorgerufen durch ungeschul- * tejlrbeitzftüne, wie sie eben der Kpieg mit Eitle Schlittenführt vlM sich brrngt, neue Semmeln etwas ungleich iM \ ftrfjirftPt! WrttirtPrnht 1 Gewichte srnd, so sollte man nicht durch klein- ' VthllSe«. äMMgellwe. ────────── Der Krieg mit Italien. Der Stieg mit Statten. Uneinigkeiten in der italienischen Heeres­ leitung. Wie aus verlässiger Quelle verlautet,? kam es zu tiefgehenden Gegensätzen nicht nur zwischen Cadorna und dem Herzog von Aosta, sondern auch zwischen dem Generalissimus u. Kurier für Niederbayer«. Bisolatti, dessen Ressort bekanntlich böte Kon­ trolle über die Kriegführung bildet. Italiens Schuldenlast nach dem Kriicge. "Popolv Romano" schreibt: Bert einer Dauer des Krieges bis Herbst 1917 toerleben un­ sere Staatsschulden in runder Summe • 40 Mil­ liraden betragen, was eine Erhöhung 1 des Zin­ se ndienstes um 1.25 Milliarden bedeutest. Dazu fiäme eine weitere PiertelMilliarde j jähtcliich an Aufwendungen zur Versorgung der: Kriegs­ witwen und -Waisen sowie der Verstümmmelien,' und einige Hundert Millionen zur BBehebung der Kriegsschäden und zur Fürsorge für die dem Mutterland neu hinzueroberten l Provin­ zen. Schließlich wird auch das Budcvget von Heer und Marine um etwa eine ViertelilMilliajrde erhöht werden müssen. Alles inn allem dürsten die Jahresausgaben auf ca. 4,4.5 Mil­ liarden steigen und damit einen Mehcht betrag von 2 Milliarden gegenüber der Zeit v vor dem Kriege aufweisen. Eine halbe Milliamrde da­ von ist durch neue oder erhöhte Steuiuevn ge­ deckt; zur Deckung des Restes aber wwird die geplante progressive Einkommensteuer,r, die höchstens 100 Millionen mehr embrmgejen kann, nicht genügen. Es wird sich also für: Italien die absolute Notwendigkeit ergeben, z zur Befriemgwng *>tr finanziellen Bedürsnilisse des Staates die Produktivkraft von Landwvirtschaft und Industrie erheblich zu steigern.