Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1916-10-26. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 69. Jahrgang Nr. 292, 1916-10-26. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert. Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen. Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes 'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/) der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)" ──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────── Kurier für Niederbayern Jahrgang 69 Nummer 292 26. Oktober 1916 ────────── An der Ostfront von Siebenbürgen hat sich bei örtlichen Kämpfen die Lage nicht ge­ ändert. Nördlich von Eampolung mächten unsere Angriffe Fortschritte. Der Vulkanpaß ist von deutschen und s österreichisch-ungarischen Truppen gestürmt worden. Balkankriegsscha »Platz. Heeresfront des Generalfeldmarschallö bot* Mackensen. Die Verfolgung geht planmäßig weiter. Cernawoda ist heute früh genommen. Ein­ zelheiten sind noch nicht bekannt geworden. Damit ist die in der Dobrudscha operierende rumänische Armee ihrer letzten Bahnverbin­ dung beraubt und ein ungemein wichtiger Er­ folg erziel:. An der mazedonischen Front herrscht Ruh?. Ter 1. Generalquartiermetster!: Ludendorfs. Ser öftere.-«eg. Bericht. WTB. Wien, den 25,. Oktober. Amtlich wird verlautbart r Oestlicher Kriegsschauplatz«. Heeresfront des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl. Oesterr.-ungar. und deutsche Truppen ent­ rissen deM Gegner den Vulkanpaß. Die nörd­ lich von Eampolung kämpfenden verbündeten Streitkräfte gewannen gleichfalls Raum. An der ungarischen Ostgrenze wird wei­ tergekämpft. Das Szekler-Jnfanterie-Regiement Nr. 82 eroberte im Bereckör Gebirge nach erbittertem Handgemenge eine stark verschanzte Grenzhöhe; die Besatzung wurde teils gefangen, teils nie­ dergemacht. Entkommen ist niemand. An der Dreiländererfe schlugen unsere Truppen in ihiren neuen Stellungen russische Angriffe ab. Ein örtlicher Einbruch des Feindes ist sofort wettgemacht worden. , Heeresfront des Gsneralfeldmarschalks Prinzen Leopold von Bayer». Außer erfolgreichen Sorpostengefechten südlich von Zborow bei den österreichisch-ung. Truppen nichts von Belang. y Italienischer Kriegsschanplatz. Der Nordteil der Karsthochsläche stand un­ ter heftigem Geschütz- und Mnenfeuer. Die Heeresberichte. Der deutsche Bericht. Im Westen unternahmen die Feinde im Sommegebiet nur einzelne Setlangriffe, die ihnen nur Mißerfolge brachten. An derMaas griffen die Franzosen mit überlegenen Kräften an und zwangen unsere Verteidiger, ihre Li­ nie zurückzuverlegen. Im Osten mißlängen Angriffe der Russen an der Szara und bei Surf, während wir unsere neu genommenen Stellungen in den Waldkarpathen gegen alle Angriffe behaup­ teten. An der Dreiländererfe macht unser An­ griff Fortschritte. An der siebenbürgischen Grenze wurde der 'Vulkanpaß von den Unsern genommen. In der Dobrudscha ist nun auch Cerna­ woda genommen und damit den Rumänen der letzte Stützpunkt an der Bahn Constantzä— Cernawoda genommen. Ae Heeresberichte. Der totste Bericht. : WTB. Berlin, 25. Oktober. Mittags'. (Großes Hauptquartier.) 'Westlicher K«iegsscha»plaH. Front des Generalseldmarschalls Kronprinz Rupprechtvon Bayern. Jnsoltze regnerischer Witterutzg hat ge­ stern die Gefechtstätigkeit im So-Mmegebiet nachgelassen. Das Artilleriefeuer steigerte sich nur zeitweilig. In den Abendstunden find französische Teilangriffe aus der Linie Lesboeus—Rancourt vor unseren Hindernissen ver­ lustreich und ergebnislos zusammengebrochen. Front des deutsche« Kronprinzen. An der Nordostsront von Verdun hat ein französische^, Angriff bis zum brennenden Fort Douaumont Boden gewonnen. Die Kampfhandlung dauert an. j Oestlicher Kriegsschauplatz^ Front des Genemlfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayer». Ein Gasangriff der Russen an der Szara mißlang. Ebenso blieb einebni Angriff russi­ scher Bataillone bei Kol. Ostrow (nordwestlich von Surf) jeglicher Erfolg versagt. , HeereZsront des Generals der Kavallerie i Erzherzog Karl. 1 Im Südteil der Waldkarpathen blieben bei Gefechten minderen Umfangs die gewonnn men Höhenstellungen in unserem Besitz. ────────── Der österr.-ung. Bericht. An der Ostfront von Siebenbürgen hat sich bei örtlichen Kämpfen die Lage nicht ge­ ändert. Nördlich von Eampolung mächten unsere Angriffe Fortschritte. Der Vulkanpaß ist von deutschen und s österreichisch-ungarischen Truppen gestürmt worden. Balkankriegsscha »Platz. Heeresfront des Generalfeldmarschallö bot* Mackensen. Die Verfolgung geht planmäßig weiter. Cernawoda ist heute früh genommen. Ein­ zelheiten sind noch nicht bekannt geworden. Damit ist die in der Dobrudscha operierende rumänische Armee ihrer letzten Bahnverbin­ dung beraubt und ein ungemein wichtiger Er­ folg erziel:. An der mazedonischen Front herrscht Ruh?. Ter 1. Generalquartiermetster!: Ludendorfs. Ser öftere.-«eg. Bericht. WTB. Wien, den 25,. Oktober. Amtlich wird verlautbart r Oestlicher Kriegsschauplatz«. Heeresfront des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl. Oesterr.-ungar. und deutsche Truppen ent­ rissen deM Gegner den Vulkanpaß. Die nörd­ lich von Eampolung kämpfenden verbündeten Streitkräfte gewannen gleichfalls Raum. An der ungarischen Ostgrenze wird wei­ tergekämpft. Das Szekler-Jnfanterie-Regiement Nr. 82 eroberte im Bereckör Gebirge nach erbittertem Handgemenge eine stark verschanzte Grenzhöhe; die Besatzung wurde teils gefangen, teils nie­ dergemacht. Entkommen ist niemand. An der Dreiländererfe schlugen unsere Truppen in ihiren neuen Stellungen russische Angriffe ab. Ein örtlicher Einbruch des Feindes ist sofort wettgemacht worden. , Heeresfront des Gsneralfeldmarschalks Prinzen Leopold von Bayer». Außer erfolgreichen Sorpostengefechten südlich von Zborow bei den österreichisch-ung. Truppen nichts von Belang. y Italienischer Kriegsschanplatz. Der Nordteil der Karsthochsläche stand un­ ter heftigem Geschütz- und Mnenfeuer. \ Südöstlicher AriegSschanpla,: i J Keine besonderen Ereignisse. Der stellvertretende Chef des Generalstav«»l v. tz o t f e r, Aelomarschalleulna.it. , 9er blllgarische Bericht. Sofia, 24. Dtt. Amil. Generalstabsbe­ richt: | Mazedonische Front: Keine Ver­ änderung der Lage aus der ganzen Front. Zwtsche Drespasee und der Struma schwache Artillerietätigkeit. Ein feindlicher Vorstoß 'ge­ gen das Dorf Tarnova wurde gleich im Sttu fange ausgehalten. An der 'Strumafront lebf häste Tätigkeit von .Aufklärungsabteilungen it. | stellenweise Artillerieseuer. Un der Küste $ des ägäischen Meeres beschoß ein feindlicher 1 Kreuzer ergebnislos zwei Stunden lang den I Golf von Keremedli (?) westlich der Mesta$ Mündung . Der deutsche Flieger Leutnant b. Emvegek schoß nach eineinhälb-stündigemLust-kämpf bei Drama einen englischen Doppeldecker ab ,dessen verwundeter Führer und unver­ wundeter Beobachter gefangen genommen wur­ den. Rumänische 'Front: In der Dvbrudscha dauert die tatkräftige Verfolgung des in Auslösung befindlichen Feindes an. "AM 23. ds. warfen die verbündeten Truppen auf dem rechten Flügel den Feind zurück und erreichten die Linie Dorf Caramurad-Dors Tokuzel. Un­ sere Kavallerie griff bei Jsliamtepe (Höhe 91) eine rumänische Brigade an, zerstreute beiMl Dorfe Caramurad das russische TerritoriälBataillon Nr. 275, Machte den Kommandanten der rumänischen Brigade zum Gefangenen imb erbeutete eine Fahne; der KomMandan't LHS russischen Bataillons und 800 Mann der 4. Infanteriedivision wurden ebenfalls gefangen. Nach erbittertem Kamps nahm unsere Kaval­ lerie die Stadt Medgidia wo eine große Menge Eisenbahn-Materials, genommen wurde. Die Truppen des linken Flügels erreichten die Li­ nie Medgidia-Höhe—Roszuhug (Höhe 127) — Dorf Rasiva. Der Feind erlitt schwere blutige Verluste. Am 23. ds. wurden 51 Offiziere und über 3200 Soldaten gefangen genommen, 4 Geschütze, 30 Maschinengewehre, 3 Minenwerser, 5 Lokomotiven und 200 Eisenbahnwa­ gen erbeutet. Vom 19. bis 23. Oktober erbeu­ teten die verbündeten Truppen eine Fahne, machten 75 Offiziere und 6693 Soldaten zu Gefangenen und erbeuteten 52 Maschinenge­ wehre, 1 Geschütze, 4Minenwerser, '2 Lokomo­ tiven und 200 Eisenbahnwagen. Längs der Donau stellenweise Artillerie- und Infanteriefeuer. t i Ire türkische Bericht. Konstantinopel, 24. Okt. Das türkische Hauptquartier teilt mit: , ────────── Tigrisfron t: Außer dem üblichen ge­ genseitigen Feuer und für uns glücklichen Scharmützeln kein wichtiges Ereignis. Kaukasusfront: Auf dem rechten Flü­ gel schlugen wir mit Verlusten für den Feind einen mit ^Mehreren Kompagnien ausgeführten Angriff zurück. Auf dem linken Flügel erfolg­ reiche Scharmützel, wobei wir eine Anzahl von Gefangenen machten. 'Auf den anderen Fron­ ten kein wichtiges 'Ereignis. In der Dobrudscha verfolgen unsere Truppen gemeinsam! mit unseren Verbündeten weiter erfolgreich den geschlagenen Feind. Der Vizegenerälissimus. ────────── Vom westlichen Kriegsschauplatz. 9om westliche» KrieMasM Belgien als Großmacht. Italienische Blätter bringen die seltsame Nachricht Pariser Blätter, daß die französi­ sche Regierung beschlossen habe, Belgien den Rang einer Großmacht zuzuerkennen. (Z.) Tas Acußere der englische» und französi­ schen Soldaten. Häufig, schreibt die Pariser L. Par., macht Man einen unangenehme« Vergleich in Paris. Man begegnet täglich wunderbar ausgerüste­ ten englischen Soldaten. In sauberen Röcken ziehen sie durch die Straßen, während die Uniformen der Franzosen verbraucht, vielfach zerrisssen und schlecht geflickt sind. Der Natio­ nalstolz leidet unter der Erscheinung der fran­ zösischen Soldaten, abe.r wichtiger ist, daß diese Kleidung sie nicht genügend gegen Kälte und Unwetter schützt. Man muß doch annehmen, daß Frankreich dasselbe wie England leisten Könne? Warum also dieser Unterschied und die AerMlichkeit? Sollten die französischen Stoffe schlechter sein? Und warum? Oder zögert man, die abgemitztensiniforMen durch neue zu ersetzen? In diesem' Falle ist Spar­ samkeit weder begreiflich noch gerechtfertigt. ────────── Der Krieg mit Italien. Der Mg mit Aalte«. Verwundeter italienischer General. W ie nach Lugano von italienischer Seite gemeldet wird, ist bei den letzten Kämpfen § auf der KarsthochfWche der italienische Ge­ neralmajor Sterri schwer verwundet worden. Sterri wurde in hoffnungslosem Zustand nach dem Militärspital von Florenz verbracht. (Z.) ^Gründung einer englisch-italienischen Bank. Von der italienischen Grenze: Zwischen der englischen Bank British Corporation und dem Credits Jtaliano ist ein endgültiges Ab­ kommen über die Errichtung einer englisch-ita­ lienischen Bank abgeschlossen worden. (Z.) ────────── Reiche N-Bootserfolge im September. Reiche N-Bootserfolge im September. 141 feindliche und 39 neutrale Schiffe mit einer Biertelmillion Tonnen versenkt. — Feindliche Teilangriffe an der Somme zusammengebrochen. — Starke französische Angriffe bei Verdun. Der Bulkanpatz genommen. — Cernawoda in unserem Besitz. ────────── Im Westen unternahmen die Feinde im Sommegebiet nur einzelne Setlangriffe, die ihnen nur Mißerfolge brachten. An derMaas griffen die Franzosen mit überlegenen Kräften an und zwangen unsere Verteidiger, ihre Li­ nie zurückzuverlegen. Im Osten mißlängen Angriffe der Russen an der Szara und bei Surf, während wir unsere neu genommenen Stellungen in den Waldkarpathen gegen alle Angriffe behaup­ teten. An der Dreiländererfe macht unser An­ griff Fortschritte. An der siebenbürgischen Grenze wurde der 'Vulkanpaß von den Unsern genommen. In der Dobrudscha ist nun auch Cerna­ woda genommen und damit den Rumänen der letzte Stützpunkt an der Bahn Constantzä— Cernawoda genommen. Ae Heeresberichte. Der totste Bericht. : WTB. Berlin, 25. Oktober. Mittags'. (Großes Hauptquartier.) 'Westlicher K«iegsscha»plaH. Front des Generalseldmarschalls Kronprinz Rupprechtvon Bayern. Jnsoltze regnerischer Witterutzg hat ge­ stern die Gefechtstätigkeit im So-Mmegebiet nachgelassen. Das Artilleriefeuer steigerte sich nur zeitweilig. In den Abendstunden find französische Teilangriffe aus der Linie Lesboeus—Rancourt vor unseren Hindernissen ver­ lustreich und ergebnislos zusammengebrochen. Front des deutsche« Kronprinzen. An der Nordostsront von Verdun hat ein französische^, Angriff bis zum brennenden Fort Douaumont Boden gewonnen. Die Kampfhandlung dauert an. j Oestlicher Kriegsschauplatz^ Front des Genemlfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayer». Ein Gasangriff der Russen an der Szara mißlang. Ebenso blieb einebni Angriff russi­ scher Bataillone bei Kol. Ostrow (nordwestlich von Surf) jeglicher Erfolg versagt. , HeereZsront des Generals der Kavallerie i Erzherzog Karl. 1 Im Südteil der Waldkarpathen blieben bei Gefechten minderen Umfangs die gewonnn men Höhenstellungen in unserem Besitz. ────────── \ Südöstlicher AriegSschanpla,: i J Keine besonderen Ereignisse. Der stellvertretende Chef des Generalstav«»l v. tz o t f e r, Aelomarschalleulna.it. , 9er blllgarische Bericht. Sofia, 24. Dtt. Amil. Generalstabsbe­ richt: | Mazedonische Front: Keine Ver­ änderung der Lage aus der ganzen Front. Zwtsche Drespasee und der Struma schwache Artillerietätigkeit. Ein feindlicher Vorstoß 'ge­ gen das Dorf Tarnova wurde gleich im Sttu fange ausgehalten. An der 'Strumafront lebf häste Tätigkeit von .Aufklärungsabteilungen it. | stellenweise Artillerieseuer. Un der Küste $ des ägäischen Meeres beschoß ein feindlicher 1 Kreuzer ergebnislos zwei Stunden lang den I Golf von Keremedli (?) westlich der Mesta$ Mündung . Der deutsche Flieger Leutnant b. Emvegek schoß nach eineinhälb-stündigemLust-kämpf bei Drama einen englischen Doppeldecker ab ,dessen verwundeter Führer und unver­ wundeter Beobachter gefangen genommen wur­ den. Rumänische 'Front: In der Dvbrudscha dauert die tatkräftige Verfolgung des in Auslösung befindlichen Feindes an. "AM 23. ds. warfen die verbündeten Truppen auf dem rechten Flügel den Feind zurück und erreichten die Linie Dorf Caramurad-Dors Tokuzel. Un­ sere Kavallerie griff bei Jsliamtepe (Höhe 91) eine rumänische Brigade an, zerstreute beiMl Dorfe Caramurad das russische TerritoriälBataillon Nr. 275, Machte den Kommandanten der rumänischen Brigade zum Gefangenen imb erbeutete eine Fahne; der KomMandan't LHS russischen Bataillons und 800 Mann der 4. Infanteriedivision wurden ebenfalls gefangen. Nach erbittertem Kamps nahm unsere Kaval­ lerie die Stadt Medgidia wo eine große Menge Eisenbahn-Materials, genommen wurde. Die Truppen des linken Flügels erreichten die Li­ nie Medgidia-Höhe—Roszuhug (Höhe 127) — Dorf Rasiva. Der Feind erlitt schwere blutige Verluste. Am 23. ds. wurden 51 Offiziere und über 3200 Soldaten gefangen genommen, 4 Geschütze, 30 Maschinengewehre, 3 Minenwerser, 5 Lokomotiven und 200 Eisenbahnwa­ gen erbeutet. Vom 19. bis 23. Oktober erbeu­ teten die verbündeten Truppen eine Fahne, machten 75 Offiziere und 6693 Soldaten zu Gefangenen und erbeuteten 52 Maschinenge­ wehre, 1 Geschütze, 4Minenwerser, '2 Lokomo­ tiven und 200 Eisenbahnwagen. Längs der Donau stellenweise Artillerie- und Infanteriefeuer. t i Ire türkische Bericht. Konstantinopel, 24. Okt. Das türkische Hauptquartier teilt mit: , Der bulgarische Bericht. ────────── Gegen Maien. Tie Kämpfe in der Dobrudscha. Die Köln. Volksztg. berichtet, daß die der Einnahme von Constantza vorausgegangenen Kämpfe überaus mörderisch waren. Das vom Mittwoch bis Freitag anhaltende Geschütz feuer hat die stark befestigten Stellungen des Gegners buchstäblich zermalmt. Nachdem der Artillerieangriff eine heillose Verwirrung an­ gerichtet hätte, leistete der Feind nur mehiri vereinzelt starken Widerstand. Seine Kräfte waren gebrochen und er zog sich zurück. Der Rückzug artete beim Jnsanterieangriff oft in wilde Flucht aus. In Constantza ist nur die allerärmste Bevölkerung zurückgeblieben. Der Schlag, den der Feind durch den Verlust der Linie Cernawoda—Constantza erEtten hat, be­ deutet einen militärischen Erfolg allerersten Ranges . Die Lage der rumänischen Armee ist verzweifelt, ein Rückzug über die Donau gilt als ausgeschlossen. Tie Einnahme von Constantza. Der Spezialberichterstatter des PesterLloyd berichtet aus Sofia: Mittwoch abends begann eine starke Artillerievorbereitung, die 24Stunden dauerte. Die deutschen und bulgarischen Truppen gingen schon am Freitag abends in einem heftigen allgemeinen Jnsanterieangriff auf die äußerst stark befestigten Linien vor und eroberten sie. Der Feind leistete äußerst heftigen Widerstand, besonders die russischen Truppen, die aus jüngeren Jahrgängen be­ standen. Diese kämpften Mit Erbitterung u. Hartnäckigkeit und hielten auch während der Artillerievorbereitung aus. Man fand massenhäft Leichen, die unter den ausgeholten Trichtern verschüttet 'lagen. Auch die Tür­ ken kämpften hekdeühast und haben an dem errungenen Erfolg großen Anteil. Rqlch den zuletzt erngetroffenen Meldun­ gen war Constantza beim Einzug der deutsch­ bulgarischen Kavallerie wie ansgestorben. Die Russen schienen die Stadt vollkommen ausge­ räumt zu haben, was darauf schließen lägt, daß sie mit deren Fall rechneten. (ZI ,Tie Flucht ans Constantza. Als bei Einsetzen starken Trommelfeuers an der Dobrudschasrvnt erkannt wurde, daß eine deutsch-bulgarisch-türkische Offensive be­ vorstehe, brach in Constantza eine Panik aus. Ein großer Teil der Bewohner flüchtete Hals Über Kops aus der Stadt. Die Bahnverbindun­ gen nach allen Richtungen waren schon seit einigen Tagen gesperrt und nur für Truppen­ transporte zugängig, so daß alle Flüchtlinge sich zu Wagen oder zu Fuß in Sicherheit brin­ gen mußten. Constantza wurde vorher von Fliegern heimgesucht, die Einblick in bieStraßen nahmen und dann Bomben abwarfen.Die meisten der abgeworfenen Bomben explodierten im Hasengebiet. (Z.) Der Eindruck in England. Rotterdam, 25. Oktober. "Daily Chronicle" sagt zur Einnahme von Constantza: Die unmittelbaren Folgen der Einnahme von Con­ stantza dürsten sehr weit tragen. Die werteren Möglichkeiten ftnb aber noch viel bedenklicher. Die russischen und rumänischen Truppen kön­ nen nicht in nördlicher Richtung zurückgehen, denn es ist für sie ein LebensintSresfe, mist der Brücke von Cernawoda in Fühlung zu bleiben, weil diese Brücke tatsächlich die einzigeVerbindung über die Donau bildet. ,, Tic ersten Folgen von Constantza. Wie aus Bukarest gemeldet wird, erhielt der russische General Poliwnow den Titel ei­ nes 1. Militärberaters König Ferdinand von Rumänien, dessen bisheriger Kabinettsches, Ge­ neral Landoveso zwischen Poliwonow und dem rumänischen Generalstab vermitteln wir.Künftighin trägt nach einer Petersburger Depesche Pariser Blätter Poliwonow als oberster Lei­ ter des rumänischen Generalstabes die Ver­ antwortung für alle Operationen des russisch­ rumänischen Heeres als integrierender Bestand­ teil des russischen Heeres. (Z.) x Ein Armeebefehl König Ferdinands. Pariser Blättermeldungen zufolge, erAeß König Ferdinand von Rumänien folgenden Tagesbefehl: "Offiziere und Soldaten! Kein Mann durf zurückgehen. Jede Truppe muß ihre Stellungen um jeden Preis halten. Wenn eine Stellung verloren gehen sollte, so ist diese unter allen Umständen zurückzuerobern, Unsere Berge, die seit Jahirtaufenden dasSchild unserer Rasse sind, müssen eine unüberschoeitbare Grenze für den Feind bilden. Ehire und Heil des Vaterlandes verlangen dies von Euch. Mit Gottes Hilfe wird der Sieg unser gehören!" (Z.) Tie Rumänengrcuel in Csik-Szcreda. Az Est meldet: Die Rumänen haben die größten Verwüstungen im Komitate Csik-Szereda begangen. Diese Verwüstungen übertitefsen sogar die der Russen in Lhck. In der Stadt selbst war beinahe kein einziger Bewohner mehr geblieben. Alles hatte sich vor denRumänen gefürchtet. Die Truppen des rumäni­ schen Generals Presan, die zuerst in die Stadt einmarschierten, verhielten sich ganz diszipli­ niert, da Presan strenge auf Zucht und Ord­ nung hielt. Ein rumänischer Soldat, der sich an einer Frau begehen wollte, wurde auf der Stelle von einem rumänischen Offizier erschos­ sen . Nachdem sich aber Presan aus der Stadt entfernt hätte, wendete. der Kavalier iehvigadier ein anderes System an. Er erlaubte sei­ nen Soldaten ausdrücklich zu plündern. Nun schlugen die Soldaten, zum Teil auch dieOffiziere in der Stadt alles kurz u. klein. Was irgendwie zum Wegtragen war, wurde fortge­ schleppt, was nicht fortgeschlepgt werden konn­ te, wurde zerstört. AG die BefveiungsarMee des Generals von Arz sich der Stadt näherte, brannte diese wie seinerzeit Brest-Litowsk. — Viele Häuser wurden ein Raub der Flammen, aber viele konnten noch dank dem tatkräftigen Eingreifen der Befreich: gebettet werden, so das großarttge Komitatsgebäude und das Ge­ richtsgebäude. (Z.) Gegen Maien. Tie Kämpfe in der Dobrudscha. Die Köln. Volksztg. berichtet, daß die der Einnahme von Constantza vorausgegangenen Kämpfe überaus mörderisch waren. Das vom Mittwoch bis Freitag anhaltende Geschütz feuer hat die stark befestigten Stellungen des Gegners buchstäblich zermalmt. Nachdem der Artillerieangriff eine heillose Verwirrung an­ gerichtet hätte, leistete der Feind nur mehiri vereinzelt starken Widerstand. Seine Kräfte waren gebrochen und er zog sich zurück. Der Rückzug artete beim Jnsanterieangriff oft in wilde Flucht aus. In Constantza ist nur die allerärmste Bevölkerung zurückgeblieben. Der Schlag, den der Feind durch den Verlust der Linie Cernawoda—Constantza erEtten hat, be­ deutet einen militärischen Erfolg allerersten Ranges . Die Lage der rumänischen Armee ist verzweifelt, ein Rückzug über die Donau gilt als ausgeschlossen. Tie Einnahme von Constantza. Der Spezialberichterstatter des PesterLloyd berichtet aus Sofia: Mittwoch abends begann eine starke Artillerievorbereitung, die 24Stunden dauerte. Die deutschen und bulgarischen Truppen gingen schon am Freitag abends in einem heftigen allgemeinen Jnsanterieangriff auf die äußerst stark befestigten Linien vor und eroberten sie. Der Feind leistete äußerst heftigen Widerstand, besonders die russischen Truppen, die aus jüngeren Jahrgängen be­ standen. Diese kämpften Mit Erbitterung u. Hartnäckigkeit und hielten auch während der Artillerievorbereitung aus. Man fand massenhäft Leichen, die unter den ausgeholten Trichtern verschüttet 'lagen. Auch die Tür­ ken kämpften hekdeühast und haben an dem errungenen Erfolg großen Anteil. Rqlch den zuletzt erngetroffenen Meldun­ gen war Constantza beim Einzug der deutsch­ ────────── Die Türkei im Kriege. Me Türkei iw Kriege. Ter Dank des Sultans. Auf das Telegramm Mackensens, in wel­ chem gesagt wurde, die osManischen Truppen hätten an den drei Tagen währenden siegrei­ chen Käwpfen bei Topraisar und Cobadinu überaus ruhmreich teilgenoMMen, und das den Sultan dazu beglückwünscht, daß er solche Soldaten besitzt, antwortete der Sultan mit folgendem Telegramm: Das von einem' so tap­ feren Befehlshaber meinen Truppen gespendete Lob hat mich tolit gerechtem Stolze erfüllt. Ich spreche dem großen Befehlshaber, der sie zum Siege geführt hat, Meinen Dank aus. Das Telegramm schließt mit einem Glückwunsch für den Generalfeldmarschall und mit dem Wunsche, Gott möge weiter solche glorreichen Siege geben. Die Leisinngen der Tüjrkcn. Oberst Egli schreibt am Schlüsse feiner militärischen Betrachtung in der Basler Ztg.: Bemerkenswert ist das aus Paris gemeldete Eintreffen tüxkischer Truppen an der Stru­ mafront. Die Türken kämpfen nun in Arme­ nien, Persien, Mesopotamien,,, an der ägypti­ schen Grenze, in Mazedoniens in der Dobrudscha und in Galizien. Eine solche Verwen­ dung der türkischen Armee hätte man vov kurzem noch nicht für möglich gehälten; sie setzt nicht nur eine große technische, sondern auch eine bedeutende innere Entwicklung vor­ aus, an der man nicht achtlos vorübergehen darf. ────────── Der Krieg mit England. Ar Krier mit gnglenü Die Riescuverluftc der englischen In­ fanterie. Nach der Times ist in der Unterhaussitzung vom Tage zuvor der Hauptmann M. A. Remond als Verwundeter, den ArM in einer Binde erschienen. Er erklärte, daß das Ba­ taillon der Dublin Füsiliere, dem er angehört, schon viermal so gut wie vernichtet worden sei. Das letztemal hübe es 50 v. H. Verlust«, gehäbt. Wie England politische Gefangene hun­ gern liifit. Nach dem Parlampntsbericht der Times wurde am 18. 10. im; Unterhaus bie Lage der irischen politischen Gefangenen besprochen. Wie die irischen Abgeordneten betonen, werden in dem Lager von Frongoch 600 Leute ohne ge­ richtliches Urteil festgehalten, und man läßt sie hungern. Wie der Abgeordnete Byrne evp klärte, sind zwar am 14. Okt. für die Iren 260 Pfund Fleisch geliefert worden. Aber die Gefängnisärzte stellten fest, daß davon 176 Pfund für Menschennahrung ungeeignet seien! Asquith versprach eine Untersuchung diesesBorfalls. Der Minister Samuel bemerkte, die 600 Iren würden, wenn man sie nicht in das Lager gebracht hätte, vor ein Kriegsgericht gestellt worden sein, wo es ihnen sicher viel übler ergangen wäre. Die Nahjrung in dem Jrenlager sei die gleiche wie in allen Inter­ nierungslagern. Auf die Frage des irischen Führers Dillon, ob die Leute nicht freigelassen werden können, antwortete Asquith, sie wür­ den dann entlassen werden, toenn man dies ohne Gefahr tun könne. Tie StimirnNng in Arland. Die "Times" Melden: In der irischenStadt Bohle wurde das Denkmal König WilhelM des dritten von England — der 1690 durch den Sieg am Bohne Irland unterwarf — umgei chorfen. Auf den Sockel wurde geschrieben: I "Hoch Sinn-Fein! Nieder mit England!" In einigen Kirchen Südirlands saget» die Geist­ lichen auf der Kanzel, die in Dublin erschosse­ nen irischen Rebellen seren christliche Märtyrer!, die von den englischen Soldaten wie tolle Hun­ de erschossen worden seien. Von den Kanzeln herab wird auch Casementals Märtyrer ge­ feiert, der sein Schicksal an dasjenige Deutsch­ lands geknüpft habe gegen-England, den Bun­ desgenossen jenes Belgiens, das die Kongogreuel verübt habe. In ganz Süd- und Westirland herrscht unter der' englandfreundlichen Bevölkerung große Panik. (Z.) ────────── des Dampfers herum nach dem U-Boot zu gelangen. Das Beiboot kam aber gegen die höhe See nicht an. Das U-Boot fuhr daher dem Boot bis ans Heck des Dampfers entgegen und geriet dabei aus der Deckung des Dampfers in Sicht des Zerstörers, der auf 1200 bis 1500 Meter aus dem Buggeschütz das Feuer wieder aufnahm. Es gelang, die Sprenggrup­ pe an Bord zu bekommen und das Boot in den Geschoßaufschlägen noch rechtzeitig unter Wasser zu bringen. Während des Tauchens geriet das U-Boot unter den Dampfer und be­ rührte ihn auf 11 Meter. Dadurch fielen der Magnetkompaß und das Hauptsehrohr aus. Tfagf« für SNrverbayer» kernng eine panikartige Stimmung hervorge­ rufen. (Z.) Englischer Postraub aus hoher See. Newhork, 25. Okt. (Funkspruch des Vertreters des WTB.) Hier eingegangeneNachrichten besagen, daß der holländische Dampfer "Arakan" von einem holländischen Hafen nach Manila unterwegs auf höher See am 30. Au­ gust von einem englischen Kriegsschiff ange­ halten worden ist, das die ganze Post beschlag­ nahmte. Wie verlautet, sollen Erhebungen angestellt werden, warum ein neutraler Dam­ pfer weit entfernt von der Kriegszone eine solche Behandlung erfahren hat.Tie Gefahren für die Tauchfchifse. Der Krieg hat es mit sich gebracht, daß wir außerordentliche Taten und die kühnsten Erfolge unserer Tauchboote bald als etwas Selbstverständliches hinnehmen und uns nur selten vergegenwärtigen, wie kunstvoll und da­ mit auch leicht verletzbar diese neueste Schiffart ist und wieviel Kühnheit und Geschicklichkeit dazu gehört, in solchen Fahrzeugen aller Schwierigkeiten Herr zu werden, die ihnen die Natur und die Menschen entgegenstelljeln, denn Unsere Feinde wissen ganz gut, wie leicht verletzlich die von ihnen im übrigen mit Recht so sehr gefürchteten U-Boote sind. Die Pro­ ben, die wir aus dem Buche des Kapitäns König veröffentlicht haben, zeigen, welch äußer­ ste Anforderungen Sturm und See an "bie tapfere Bemannung der "Deutschland", dieses doch nur dem Handel dienenden Unterfeeschiffes, gestellt haben. Bei Kriegstäuchschiffen, unseren bewährten U-Booten, erhöhen sich Ge­ fahr und Schwierigkeiten noch ganz wesentlich durch den Kriegszweck. Auch die Ueberrennung eines dänischen U-Bootes durch einen Handelsdampfer, die unlängst in dem Augen­ blick erfolgte, da das U-Boot auftauchte, ist noch in aller Gedächtnis. Jetzt wird ein Er­ lebnis eines deutschen U-Bootes bekannt, das auch recht anschaulich die Schwierigkeiten des Unterseebootkrieges zeigt. Am 9. September 9 Uhr 10 Minuten vormittags — so wird berichtet — wurde der norwegische Dampfer Prorilto, 1411 Tonnen, der von Malaga nach Bristol mit Lebensmitteln und Blei unter­ wegs war, gesprengt. Als der Dampfer nach einer Stunde noch schwamm, wurde um 10 Uhr 8 Minuten Wngsseit gegangen, um eine Sprenggruppe abzusetzen. Wegen der schweren Dünung mußte gleich wieder abgelegt werden. Der Dampfer wurde nun umkreist. Plötzlich kam aus dem Dunst ein Zerstörer mit höchstes Fährt auf den Porte zu und eröffnete auf etwa 3 Kilometer das Feuer auf uns. Es ge­ lang, das Boot etwa nach dem zehnten Schuß hinter den Protv zu bringen, worauf der Zer­ störer das Feuer einstellte. Tie Sprenggruppe, ging auf das Alarmsignal sofort in das eben gefierte Beiboot und versuchte, um das Heck Sette 4. wesentlich erhöhen mu§, was auch privateKasko-Versicherungsgeftllschasten bereits getan Ha­ ben und aüch ■. die norwegische Warenkriegs­ versicherung beabsichtigt, vor allem für das Mittelmeer und die Nordsee. Dem Temps zufolge ist der englischeDamPfer "Mombassa" versenkt worden; die Be­ satzung von 101 Mann und 21 Fahrgästen ist gerettet. Wie Lloyds melden, sanken die britischen Dampfer "Elnden" und "W. Harkeß". Amsterdam', 25. Oktober. Lloyds mel­ det aus Bilbao: Der spanische Dampfer Victor Chavarri brachte die Besatzungen des norwe­ gischen Dampfers Snestad (2350 Tonnen) und der englischen Dampfer Barbara (3740 Tonnen) und Midland (4247 Tonnen/ mit, die sämtlich versenkt worden sind. Vach einer Llvhdmeldung wurde der schwe­ dische Schooner "Lekua" am 20. ds. in der Nordsee von einem 1 deutschen Unterseeboot in Brand geschossen. Ter Kapitän und sieben Mann wurden gelandet. AM 22. ds. wurde eine norwegische Barke vom Feinde angezün­ det. Die Mannschaften beider Schiffe sind ge­ landet. Das englische Fischerfahrzeug "Efsort" ist versenkt worden; die Besatzung wurde geret­ tet. Der norwegische Dampefr "Ull" ist am Samstag in der Nähe der englischen Küste versenkt worden. Der Dampfer "Alix" wurde auf der Reise zwischen England und Frankreich versenkt. Die Besatzung ist gerettet. Die von Bardoe an Astenposten telegra­ phierte Meldung ,daß ein russisches Wachtschiff versenkt wurde, bestätigt . sich. Es soll sich um das armierte Schiff "Kolgujesf" handeln. Perlust und Zuwachs der französischen " Flotte. Petit Parisien brachte vor kurzem die Nachricht, daß die französische Flotte um fünf neue Großkampfschiffe oermphrt worden sei. Es handelt sich um die neuen GroßkaMpfschiffe "France", "Paris", "Bretagne'',, "Lorraine" u. "Provence". Verloren hat die französischeFlotte bisher, zugestandenermaßen, die Schifft "Bouvet", "Leon Gambette", "Admiral Chärner",» 1 Kanonenboot, 12 Torpedofahrzeuge und 7 Unterseeboote. Andere liegen möglicherweise vor, sind aber nicht bekannt. (Z.) i Norwegen und die Tätigkeit der deut­ schen U-Boote. Wegen der ungeheuren Verluste der nor­ wegischen Handelsflotte im Oktober wird für die allernächste Zeit eine erneute Erhöhung der Kriegsversicherungsprjämftn erwartet. Die Ueberreichung der deutschen Protestnote sowie die zahlreichen Dampferversenkungen der letz­ ten Tage haben bei der norwegischen Bevöl- ────────── sich zur kostenlosen Aufnahme der Kinder be­ reit erklärt hatten. Es stand den Landwirten Itatitrlid) frei, die Kinder zu entsprechenden Arbeitsleistungen >heranzuziehen. Nachdem die .Kinder nunmehr zurückgekehrt sind, kann fest­ gestellt werden, daß dieser erste Vjersuch voll­ kommen geglückt ist. Die Kinder sind durch­ weg gesund und krustig zurückgekommen und haben auch alle an Körpergewicht zugenomMM. Keine einzige Klage über unfreundliche Btt Handlung oder Über allzu starke Heranziehung zu Arbeitsleistungen ist laut geworden. So dürste dann dieser erste Versuch, den btejfcf Kriegszeit vor allem nahe gelegt hat, auch für die Friedenszeit zu empfehlen sein. Llbgesehen von dem gesundheitlichen Vorteil, ist auch zu begrüßen, daß die Kinder in die ihnen ganz fremde Landwirtschaft, die wir ja gerade int Krieg schätzen gelernt haben, einigermaßen wenigstens eingeweiht werden, was für das spätere praktische Leben immerhin nicht ohne Mutzen bleiben wird." Ein Margarinefabrikant als Leiter einer Wntterverteilungsstelle. Dem! Margarinefabri­ kanten Fritz Homann in Dissen-Rothenfelde ist von der Königlichen Regierung in Osnabrück die Leitung der Butterverteilungsstelle für den Regierungsbezirk übertragen. Dazu schveM man der "Deutschen Tagesztg.": Diese Wahl ist geeignet, Aussahen zu erregen. Bekannt­ lich bestanden in Frisdenszeiten zwischen Mar­ garineindustrie und Molkereigewerbe die größ­ ten wirtschaftlichen Gegensätze. Wenn diese Letzteren nun auch während des Krieges eine Milderung erfahren haben und wir auch nicht beabsichtigen, den sogenannten Burgfrieden zu stören, so haben die Angehörigen dos Molkerei­ fachs angesichts eines solchen Falles doch wohl das Recht, zu fragen, ob es denn durchaus not­ wendig war, gerade einen Margarinesabrikanten mit der Leitung einer Butterverteilungs­ stelle zu betrauen oder ob die Regierung nicht in der Lage gewesen wäre, einem Viertretey des Molkereigewerbes diesen Posten zu über­ tragen. Diese 'letztere Frage können wir 6et= Iahen. Es hatten sich ein Molkereibesitzer und «in Buttergrotzhändler um die Stelle beworben und dem Molkereibesitzer war dieselbe schon Ziemlich sicher in Aussicht gestellt. Unter diesen Umständen ist es doch auss schärfste zu verur­ teilen, daß man dem Vertreter der Margarineindustrie den Vorzug gegeben hat. Die Mol­ kereien werden und müssen sich durch die Wahl eines Margarinefabrikanten zum Leiter einer Butterverteilungsstelle verletzt und zurückgegesetzt fühlen und sie werden diese Zurück­ setzung umso stärker empfinden, als gerade die Molkereien doch heutzutage für die FettVersorgung Deutschlands in erster Linie in Betracht komMen und in Anspruch genommen werden. Da haben sie wohl ein gutes Recht zu verlangen, daß für solche Posten, bei denen -es sich um die Verteilung ihres eigenen 'Pro­ duktes handelt, auch Männer aus ihren eige­ nen Reihen gewählt werden, nicht aber Mar­ garinefabrikanten. 5 Für das deutsche Rote Kreuz. Als Er­ gebnis einer weiteren von Spaniern inPalna De Mallora veranstalteten Sammlung für das deutsche Rote Kreuz sind der deutschen Bot­ schaft in Madrid 2 333,65 Pesetas überwiesen worden. Die Kaiserliche Botschaft sprach den warmherzigen Gebern ihren Dank aus. Englands Kampf gegen die dösen deutsche« Botaniker. "Scotsman", eine englische Zeitung schreibt: In der Sitzung der Edinburgh Botanical Society, unter dem Vorsitz von Robert­ son, wurden auf Antrag von Sir Aechibäld Buchan-Hepftrrn sämtliche feindlichen Mitglie­ der gestrichen. Sir Archibakd sagte, er hoffe, daß alle anderen wissenschaftlichen Gesellschaf­ ten diesem guten Beispiel folgen würden, Zwar sage man, 'die Wissenschaft sei 'international, aber unglücklicherweise sei in diesem Krieg!«! eine andere Atmosphäre entstanden. Obgleich sich einige deutsche Botaniker nicht aktiv an der Worbereitung der teuflischen Pläne der Milita­ risten beteiligt hätten, hätten sie die Ränke anderer Kollegen durch ihr Stillschweigen gut­ geheißen und müßten mit den Schuldigen leit>en. i Für ein Weizenaussnhrverbot erheben sich in Amerika Stimmen in verschiedenen Städten. Die Bäckerinnung von Chicago, die Frauen Chicagos und anderer Orte verlangen das Ver­ bot der Ausfuhr, um die erhöhten Weizenmehlpreise wieder herunter zu drücken. ────────── Bayerische Nachrichten. Merisihe Rrn-richt». Beförderungsvethältnisse der Einjährig; Freiwillig-Berechtigten. Rach einer eben er; gangenen Anordnung des Kriegsmrnisteriums j dürfen Kriegsfreiwillige und Mannschaften mit \ der Berechtigung oder Befähigung zum einI jähirig-freiwilligen Dienst im Besaitzungsheere \ nicht zu Unteroffizieren befördert umd zu Offi­ ziersaspiranten ernannt werden, iroenn sie nicht int Felde bei der fechtenden Truppe ge­ standen waren. ; Sein 4vjiihr. Mntsjubilänim ffeierte ge­ stern der Regierungspräsident bet Pfalz Ad. Ritter von Neuffer. I Der daher. Lanvwirtschastsrat wird seine nächste Sitzung am Donnerstag den 9. Novem­ ber abhälten. Auf der Tagesordnmng stehen folgende Punkte: 1. Der Stand der heutigen Kartosfelversorgung und die zukünftigen Auf­ gaben des Kartoffelbaues. Berichterstatter: Gutsbesitzer Riemerschmied. — 2. Die Verwer­ tung der Tierkadaver und Schlachtctbfälle aus tierische Futtermittel und Fett im Bayern. Berichterstatter Domänenpächter Oelkonomierat ÄckerMänn. ────────── Allerlei. Tot aufgefunden wurde an einem Feld­ weg bei Reu-UlM die verh. 64jährige Magd.. Botzenhärt von Söflingen. Die Leiche zeigte Kopfverletzungen. Die Todesursache ist nicht geklärt. Auch eine Notschlachtung. In Lienzingen in Württemberg Mußte ein Geißbock geschlach­ tet werden, da er mehrere hundert Mark Pa­ piergeld, die im Heu ausbewährt wurden, ge­ fressen hätte. Die Schlächtung war zwecklos, da der Bock die Hunderter zum größten Teil gut verdaut hatte. Gescheitertes Schiff. Wie das Echo deParis meldet, ist der ütit 1680 Tonnen Kohlen beladene griechische Dampfer "Aikaterini" bei Tonnoy-Charente gescheitert; die Besatzung ist gerettet worden. $teher6ögerif(6e NMA«. Straubing, 24. Oft. (Wegen Borratsver­ schweigung) hatten sich die Gastwirtseheüeute Frz. und Maria Schreiner von Silbertz­ bach vor dem Landgerichte Straubing zu veranworten. Sie hatten bei der Angabe von Roggen und Zucker gleich zentnerweise Vorräte verschwiegen. Das Urteil lautete für Franz Schreiner auf 250 Mark Geldstrafe et». 25 Tage Gefängnis und für seine Ehefrau ans 150 Mark Geldstrafe ev. 15 Tage Gefängnis. ,, ' , ────────── Deggendorf, 22. Oktober. (Ein jugend­ licher Schwindler.) Gestern kam ein zwölf­ jähriger Knirps in ein hiesiges Hutwaren­ geschäft und verlangte int Aufträge des Wai­ senhauses zwei schöne Hüte im Werte von 20 Mark. Hernach begab sich derselbe in ein Kon­ fektionshaus und schwindelte einen Anzug un­ ter gleichem Vorgeben heraus. Im dritten Fälle, wo sich der geriebene Bursche auch noch ein Paar Schuhe auf gleich billige Weise zu verschaffen suchen wollte, gelang es ihm nicht da der Schuhwarenhändler ohne schriftlichen Auftrag für das Waisenhaus nichts abgab. Niederbayerische Nachrichten. Tot aufgefunden wurde an einem Feld­ weg bei Reu-UlM die verh. 64jährige Magd.. Botzenhärt von Söflingen. Die Leiche zeigte Kopfverletzungen. Die Todesursache ist nicht geklärt. Auch eine Notschlachtung. In Lienzingen in Württemberg Mußte ein Geißbock geschlach­ tet werden, da er mehrere hundert Mark Pa­ piergeld, die im Heu ausbewährt wurden, ge­ fressen hätte. Die Schlächtung war zwecklos, da der Bock die Hunderter zum größten Teil gut verdaut hatte. Gescheitertes Schiff. Wie das Echo deParis meldet, ist der ütit 1680 Tonnen Kohlen beladene griechische Dampfer "Aikaterini" bei Tonnoy-Charente gescheitert; die Besatzung ist gerettet worden. $teher6ögerif(6e NMA«. Straubing, 24. Oft. (Wegen Borratsver­ schweigung) hatten sich die Gastwirtseheüeute Frz. und Maria Schreiner von Silbertz­ bach vor dem Landgerichte Straubing zu veranworten. Sie hatten bei der Angabe von Roggen und Zucker gleich zentnerweise Vorräte verschwiegen. Das Urteil lautete für Franz Schreiner auf 250 Mark Geldstrafe et». 25 Tage Gefängnis und für seine Ehefrau ans 150 Mark Geldstrafe ev. 15 Tage Gefängnis. ,, ' , ────────── Berg über 16 Jahre beginnt ein neues Uevungsiayr. Mezu haben Anmeldungen ant Freitag, den 27. Oktober If. Js. abends ab halb 8 Uhr in der Ghmnasialturnhalle(DoM'inikanerkirche) zu erfolgen. Bei dringender Verhinder­ ung werden Nachmeldungen am 'Sonntag, den 29. Oktober nachmittags 2 Uhr an gleicher Stelle entgegengenommen. Die militärischeJ ugenderziehUng dient dem vaterländischen Ziel, unsere Jugend für den Dienst unter der Waffe vorzubereiten und Körper, Geist und Herz für diese hvhe Aufgabe zu schulen. Die Beteili­ gung hieran verleiht den Jungmannen das Recht, bei den Musterungen Wünsche für die Waffe zu äußern, die möglichst berücksichtigt werden. Ebenso werden ihnen Vergünstigun­ gen und erhöhte Aussicht auf Beförderung bei der Truppe zuteil. Zu ihrem Ausweis erhalten sie Zeugnisse, die sie bei der Muster­ ung und bei der Truppe vorzulegen haben. Zeugnisse von anderen Stellen werden nicht berücksichtigt. Die Militärbehörden erkennen die Verdienste der militärischen Jugenderziejhlung in steten Zeugnissen an ihre Leitung voll an, Jungmannen in dankbaren Schreiben an ihre.Abrichter. Eltern, Lehrmeister und Ar­ beitgeber sollen es sich daher in wohlverstandeptent Interesse der ihnen anvertrauten Jugend angelegen sein lassen, für restlose Benützung der jetzigen Gelegenheit zu sorgen. WLßigjy Beiträge können bedürftigen Jungmannen für Ausrüstung und Schuhwerk in Aussicht gestellt werden. —* Ueber 'die Fortzahlung der Fa­ milienunterstützung neben der Militärrente besagt eine eben ergangene Be­ kanntmachung des Kriegsministeriums: Fam!:lienunterstützung neben der Militärrenie wird nur solange bis zur Dauer von drei Monaten gewährt, als die Voraussetzung für die Ge­ währung der Familienunterstützung, die Be­ dürftigkeit, bestehen bleibt. — Die mit Rente zur Entlassung kommenden Mannschaften sind gemäß Auftrag des Kriegsministeriums ent­ sprechend zu belehren. —* Die Frühdruschprämie für Ha­ fer durch Festsetzung des Höchstpreises auf 280 Mark soll, wie das Ernährungsamt bekannt gibt, nicht vor Ende November aufgehoben werden. Vorlasse für d as Volksschullehrp er s o n a l. Laut Ministerialentschließ­ ung wurde genehmigt, daß beim Volksschul­ lehrpersonal in gleicher Weise wie den Staats­ beamten aus Antrag Vorschüsse zur Beschaf­ fung von Wintervorräten an Kartoffeln und Heizstofsen gewährt werden. —* S t a d t t he a t e r. Frau Mara FeldernFörster ist aufgefordert worden eine große Wohktätigkeitsvorstellung im Deutschen The­ ater in München Ende nächsten Monats unter dem Protektorate S. K. H. des Prinzen Leo­ pold zu leiten. Die Künstlerin gedenkt dort ihren eigenen Schwank "Zehn Mädchen und kein Mann" der bereits in Berlin.großen Beifall erntete zur Aufführung zu bringen. Ende November soll, der Schwank dann auch hier seine Erstausführung erleben. — Für nächsten Sonntag ist der urwüchsige Schwank "Niobe" von Blümenthäl in Vorbereitung, der im Lessingthvater Berlin bei 200mal gegeben wurde und wahre Heiterkeitsstürme hervorrief. Tie Titelrolle spielt Frau Feldern-Förster. TerVorverkaus bei Herrn Kaufmann Mühldorfer ist bereits eröffnet. —* Die Revolutions Hochzeit nach Sophus Michaelas geschichtlichem Romän wird zurzeit in den Kronprinzlichtspielen mit gro­ ßem Erfolg zur Aufführung gebracht. DerRoman bietet in einer äußerst spannenden Hand­ lung aus der Zeit der französischen Revo­ lution Gelegenheit zur Aufmachung wirksamer und farbenreicher Bilder, sein Schauplatz ein französischer Landedelsitz, ermöglicht schöne Landschaftsbilder: und die Darstellung der Handlung ist packend durchgeführt. Die Bilder selbst sind von großer Schönheit, die Szenen der lagernden und schlemMbnden Libertiner von wildmalerischem Reiz. Die Hauptrollen miMen die ersten Kinokünstler Betty Nannsen als die schöne Marquise Alaine und Waldemar Pshlander als den heldenmütigen libertinischen Offizier Marc Arron. Der Besuch dieser Vor­ führungen kann umsomehr empfohlen wer­ den, als auch das übrige Programm wirklich erstklassig genannt werden Muß, es ist eine wahre Propagandavorstellung für dieFilmindustrie, stofflich, szenisch und technisch nur Bei­ spiele von guten Films, welche ungeteilten Bei­ fall finden. —* Einmach-Tabletten. Die "M. N. N." schreiben: In verschiedenen Zuschriften wird darüber geklagt, daß die mit den von der Lebensmittel-Versorgungsgesellschaft ausgege­ benen Einmach-Tabletten eingemachten Früchte nach Karbol schmecken. Nach unseren Erkundi­ gungen soll dieser Geschmack nur bei den frisch eingemachten Früchten bemerkbar sein; nach längerer Ausbewahrungszeit soll sich jedoch dieser Geschmack von selbst verlieren. — Auch hier wurden dieselben Klagen von Hausfrauen laut, die damit Aufklärung erhalten sollen. ────────── Letzte Posten. König Ludwig von Bayern ist gestern früh, begleitet vom Kriegsminister und den Herren des Gefolges nach dem Kriegs­ schauplätze abgereist. Die Beerdigung des Grafen Stürgkh. Graz, 25. Okt. Heute vormittags fand in Halbenrain in Anwesenheit der Brüder des verblichenen Grasen Stürgkh, mehrerer öster­ reichischer Minister, der Spitzen der Behörden von Graz und zahlreicher anderer Persönlich­ keiten unter Teilnahme der Bevölkerung Hal­ benrains uüb Umgebung die Beisetzung der Leiche Hps Grasen Stürgkh in der Familien­ gruft statt., nachdem Fürstbischof Schusler mit großer Assistenz die feierliche Einsegnung der Leiche in der Haloenrainer Pfarrkirche vor­ genommen hatte. Berscnkt. Ter englische Dampfer "Tramlfield" wurde versenkt. Acht Mann der Besatzung werden vermißt. Vedsoe, 25. Okt. "Ostsinmarkens Folksblad" meldet: Der Dampfer "Tag von Trondhjem" von Archangelsk nach England mit ei­ ner Ladung. Holz unterwegs ist vormittags 11 Uhr vor Berlevaag von einem deutschen Un­ terseeboot versenkt worden. Die Mannschaft wurde gerettet. x Christiania, 25. Okt. Der norwegische Konsul in Algier telegraphierte, daß derDampfa, "Ravn" am 22. Oktober bei ^ - • ver­ senkt worden ist. Die Besatzung wurde ge­ rettet und befindet sich auf dem Heimweg. Der Dampfer "Ravn" war in Christiania beheimaret. ────────── Kriegsbriefe aus dem Westen. Kriegrdriefe aus dem Weste». Berlin, den 25. Oktober 191ff. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise verboten.) Ein Somme-Großkampstag höchster Ordnung. (Telegramm unsres Kriegsberichterstatters.) ,Gr. Hauptquartier, am 24. Oktober. Als ob unsere Feinde den Gedanken nicht fassen könnten, daß so viel Aufwand undMenschenopfer im Angriff an der SoMme nutzlos vertan sein sollen, ehe der Winter beginnt, steigerten sie gestern ihre Massenangriffe in einem Maße, welches man früher für unmög­ lich gehalten hätte. Nach entsprechender Ar­ tillerievorbereitung warfen sie SturMwelle aus SturMwelle in dicht geschlossenen Massen und unübersehbarer Zahl gegen unsere Linien.Zwischen Eaucourt—L'Abbahe und Lesboeufs mäh­ te schon unser Artilleriefeuer diese SturMMassen nieder, ehe sie überhaupt mit unseren Grabenverteidigern in Fühlung kamen. An an­ deren Abschnitten kam es zu erbitterten -Nah>kämpfen, die besonders heftig bei Gueudevourtz ausgesuchten wurden. Die Angriffe der Fran­ zosen erreichten den Gipfel der Heftigkeit bei Saikly. — Südlich der Somme faßte unsere Artillerie den dort aus breiterer Front zum SturM massierten Feind, ehe er feine Stellungen verlassen konnte. Das Gesamter­ gebnis dieses selbst für die SoMmeschlacht aus­ nehmend heißen Großkampftages war ein vol­ ler Erfolg. Alle feindlichen Angriffe wurden durch unsere Infanterie völlig abgeschlagen. Im Gegenstoß tomcbe ein Engländernest nord­ östlich Lesboeufs nach verzweifelter Gegenwehr der Insassen gesäubert und ein Franzosennest bei Saillh ausgeräumt, welches sich noch von früheren Kämpfen her erhalten hatte. Ent­ sprechend der gesteigerten Heftigkeit seiner er­ folglosen Angriffe gingen diesmal auch die Verluste bes Feindes über alles dagewesene Maß. Die Hauptangriffsabschnitte kennzeich­ nen Wälle von toten Feinden, die bei jedem neuen Ansturm höher übereinander geschichtet wurden. In zahlreichen Luftkämpfen längs der ganzen Westfront behaupteten unsere Flie­ ger weiter ihre meisterlicheUebeHegenheit.Dcr Feind richtete mit einem Bombenangriff auf St. Quentin keinen militärischen Schaden an, verwundete aber vier Einwohner, darunter 2 Kinder. Ein Beispiel mannhafter Treue und Selbstbezwingung bis in den Tod gab einer unserer tüchtigen Flugzeugführer, der bei ei­ nem erfolgreichen Luftangriff über den feind­ lichen Linien durch Bauchschuß tötlichi ver­ wundet wurde, trotzdem aber sein Flugzeug bis in den deutschen Heimathafen zurücksteuerte, wo er heute früh verschieden ist. (Kb.) W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter ────────── Literarisches. Tie Illustrierte Kriegs-Chronik des Da­ heim hat vor ähnlichen Unternehmungen einen großen Vorzug: sie folgt den Ereignissen ge­ radezu auf dem Fuße. Für jeden Tag findet der Leser in knappem Chronikstil die Ereig­ nisse der- verschiedenen Kriegsschauplätze kurz verbucht. Dem Besitzer dieses Werkes ist es also später einmal leicht, durch Nachblättern jede einzelne Waffentat des großen Krieges festzustellen. (Verlag von Velhagen und Klasing in Bielefeld und Leipzig. Preis des-Hef­ tes 60 Pfg.) "Wachtfeuer" (Architektur - Verlag "Der Zirkel" G. m. b. H., Berlin, Wilhelmstr. 48, Preis 20 Pfg) ist das neueste 105. Heft erschienen Täs freie Wort. Frankfurter Halbmonats| schiffst für Fortschritt auf allen Gebieten des | geistigen Lebens. Herausgegeben von Wax $ Henning. 15. Jahrgang. Heft 19/20. FrankI fürt a. M. Neuer Frankfurter Verlag G. m. | b. H. Preis vierteljährlich! 2 Mark. Ter VerI lag gibt auf Wunsch Probehefte gratis ab. I Hundesport und Jagd. Amtliche Zeit! liche Zeitschrift des Teutschen ReichsverbandeS für Polizei- und Schutzhunde, E. B. mit 26 Unterabteilungen und anderer Verbände. Er­ scheint wöchentlich« einmal im Verlage Gundlach-Bielefeld. Preis vierteljährkich 2.25 M. Briefkaste« der Redakt!»«. Wm Es wurde nun genügend in dieser Semmelangelegenheit geschrieben. Es ist nicht zu verkennen, daß unter den gegen­ wärtigen Verhältnissen auch die Bäcker nicht aus Rosen gebettet sind. Zwar haben sie nicht unrecht, wenn sie sagen, daß die Bäcker eben durch genügende Aufsicht für richtige Arbeit ihrer Leute sorgen -sollen. Wir glauben aber, daß sie dies, besonders nach den letzten Erör­ terungen, ohnedies tun werden. Darum vorWufig Schluß. ────────── Briefkasten der Redaktion. Tie Illustrierte Kriegs-Chronik des Da­ heim hat vor ähnlichen Unternehmungen einen großen Vorzug: sie folgt den Ereignissen ge­ radezu auf dem Fuße. Für jeden Tag findet der Leser in knappem Chronikstil die Ereig­ nisse der- verschiedenen Kriegsschauplätze kurz verbucht. Dem Besitzer dieses Werkes ist es also später einmal leicht, durch Nachblättern jede einzelne Waffentat des großen Krieges festzustellen. (Verlag von Velhagen und Klasing in Bielefeld und Leipzig. Preis des-Hef­ tes 60 Pfg.) "Wachtfeuer" (Architektur - Verlag "Der Zirkel" G. m. b. H., Berlin, Wilhelmstr. 48, Preis 20 Pfg) ist das neueste 105. Heft erschienen Täs freie Wort. Frankfurter Halbmonats| schiffst für Fortschritt auf allen Gebieten des | geistigen Lebens. Herausgegeben von Wax $ Henning. 15. Jahrgang. Heft 19/20. FrankI fürt a. M. Neuer Frankfurter Verlag G. m. | b. H. Preis vierteljährlich! 2 Mark. Ter VerI lag gibt auf Wunsch Probehefte gratis ab. I Hundesport und Jagd. Amtliche Zeit! liche Zeitschrift des Teutschen ReichsverbandeS für Polizei- und Schutzhunde, E. B. mit 26 Unterabteilungen und anderer Verbände. Er­ scheint wöchentlich« einmal im Verlage Gundlach-Bielefeld. Preis vierteljährkich 2.25 M. Briefkaste« der Redakt!»«. Wm Es wurde nun genügend in dieser Semmelangelegenheit geschrieben. Es ist nicht zu verkennen, daß unter den gegen­ wärtigen Verhältnissen auch die Bäcker nicht aus Rosen gebettet sind. Zwar haben sie nicht unrecht, wenn sie sagen, daß die Bäcker eben durch genügende Aufsicht für richtige Arbeit ihrer Leute sorgen -sollen. Wir glauben aber, daß sie dies, besonders nach den letzten Erör­ terungen, ohnedies tun werden. Darum vorWufig Schluß. ────────── nicht anders sein, trotzdem sie sich in Sicherheit gewiegt hatte. "Kismet — du entgehst deinem Schicksal nicht!" sagte sie schaudernd vor sich hin, während sie, hinter dem Vorhang ver­ steckt, sein Näherkommen erwartete, fiebernd vor Spannung, bebend am ganzen Körper. — Sie wußte, daß sie, wenn er in ihr Hotel trat, verloren war. Eine dumpfe Resignation befiel sie; sie fühlte sich unfähig, jetzt einem Kampf energisch entgegenzutreten und wußte, daß sie darin untergehen werde. Da — sah sie recht oder waren ihre Sinne verwirrt — er ging vorüber auf ein anderes Hotel zu. Wußte er vielleicht noch nicht, daß sie hier logierte, wollte er sie erst ausfindig machen, oder war es nur ein schlauer Schach­ zug von ihm, um sie desto sicherer zu fangen? Er konnte nicht wissen, daß sie ihn beobachtet hatte und wollte sie wahrscheinlich nachher überrumpeln, womöglich heute abend noch. Bei diesem Gedanken kehrte ihre Energie und Entschlössenheit mit einem Schlage zurück. Sie sah eine Möglichkeit der Rettung vor sich, blitzartig war sie ihr gekommen. Nun galt es zu handeln, ehe es zu spät war. Daß er ihr Logis und ihren Namen wußte, daran zweifelte sie jetzt keinen Augenblick miehr, wenn es Ihr auch ein Rätsel war, auf welche Weise er zu dieser Kenntnis gelangt sein könnte. Doch jetzt war keine Zeit, Rätsel zu lösen ~ sie mußte fort von hier, ehe er sie aussuchte. } Mit fliegender Hast und bebenden Händen warf sie ihre Sachen in den Koffer, klingelte dem Kellner, sprach ihm von einer plötzlichen Abberufung, wünschte 'die Rechnung, . beglich sie, fragte nach dem nächstfälligen Zuge nach Basel, ordnete die Beförderung ihres Gepäcks nach dem Bahnhof an — wie langsam für ihre Ungeduld und Aufregung ließen sich alle diese Formalitäten erledigen — und war end­ lich bereit, den Weg, den sie sich nnterdeß cmsgesonnen hatte, anzutreten. Not macht erfinderisch, und um 1 einen klu­ gen Einfall war sie nie verlegen gewe'ftfl. Er war ihr auch jetzt wieder gekommen wie eine Erleuchtung. Es führte nämlich ein Lift auf das Dach des Hotels, das sich unmittel­ bar an den Berg löhnte. Von hier aus ging es direkt in den Wald. Ost hätte Rose diesen Weg benutzt, um schneller und bequemer den Berg hinauf in den Wald zu gelangen. Heute sollte er ihr zur Flucht dienen, denn auf die Straße getraute sie sich nicht, und kam auch- änf.diesem! Umwege sicherer zum Bahnhof. t (Fortsetzung folgt.) sein. Einige davon bogen in die Hauptstraße ein, andere gingen nach links dem Hotel "Waldstätterhvf" zu, und ein Einziger, der eine kleine Handtasche trug, kam in der Richtung auf ihr Hotel zu. Ob er wohl hier Wohnung nahm? Dann konnte sie vielleicht schon heute abend bei der Tadle d'hote seine Bekanntschaft, das heißt aus der Entfernung machen; denn sie vermied es vorsichtigerweise, irgend jemand näherzutreten. Die Ankunft eines neuen Ga­ stes bildete aber auch für sie immerhin eine kleine Abwechslung, da jetzt im Juni noch nicht die Hochflut der Saison für die Schweiz war und die meisten Hotels noch ziemlich leer standen. Plötzlich — während sie das langsame Näherkommen des Fremden beobachtete — öff­ neten sich ihre Augen starr und weit, eiskalt rann es ihr durch den Körpep, und sie starrte und starrte, halb gelähmt vor Schreck und Ent­ setzen, unfähig, auch nur einen Laut von sich zu geben. In der nächsten Sekunde griff sie mit zitternder Hand nach ihrem Herzen, das seinen Sch'lag ausgesetzt zu haben schien, und diese Bewegung erlöste sie ans der Erstarrung. "Theodor — also doch!" kam es stockend und atemlos Über ihre bleichen Lippen. Und nun war es ihr mit einem Male, als hätte sie nur darauf gewartet, und als könnte es