Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1916-10-30. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 69. Jahrgang Nr. 296, 1916-10-30. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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Die Sommeschlacht. — Die Raffen bei Dorna-Watra zurückgeworfen. — Fortschreitender Angriff ans Rumänien. - Ein rumänisches Hvspitalschiiff untergegangen. — Unsere U-Boote. j Im Westen Haben die Engländer zwischen Gueudecourt und Lesboeuf, die Franzosen von Morval aus, angegriffen, wurden aber abge­ wiesen, wobei Meder zwei der englischen Kraftwagen zerstört wurden. Abends drang der Feind bei Lesboeuf in unseren vordersten Gra­ ben, wo der Kampf noch andauert. Die Fran­ zosen setzten ihre Bemühungen fort, den durch Ueberraschung gewonnenen taktischen Vorteil bei Verdun auszubauen. Mit starken Kräften brachen sie am Freitag aus bdrnf DhiaumontWalde beiderseits Douaumont vor. Auch M FuMierwalde wollten die Franzosen weiteren Raum gewinnen. Aber in beiden Angriffsab­ schnitten wurden sie von den deutschen Stellun­ gen aufgehalten und nach schweren, btuttgcn Verlusten zurückgetrieben. Die Franzosen bleiben also dort stecken, wohin sie am ersten Tage ih-res Vorstoßes gelangt sind. Das ist für sie eine herbe Enttäuschung. IM Osten hielten die Russen die ganze Stochodlinie unter starkem Feuer, was auf neue Angriffe schließen läßt, die vermutlich un­ ter dem Drucke der Ententegenossen zur Hilfeleistung für die eigenen Truppen in der Dobrudscha und zur Entlastung der Rumänen er­ folgen. Teilangriffe hatten keinen Erfolg. Da­ gegen wurden die Russen bei Dorna Watra von österr.-ungar. Truppen geworfen, die mehrere Höhen im Sturme nahmen. ' Südlich von Kronstadt sind die Rumänen I bis Azuga zurückgedrängt. Auch in der Rich­ tung auf CaMpolUng wurden weitere Er­ folge erzielt. [ In der Dobrudscha ist der Rückzug dev Rumänen und Russen in eine wilde Flucht aus­ geartet, die sich auch der Civilbevülkerung Mit­ teilte. Nach Petersburger Meldungen ist auch bereits Tulcea iM nördlichsten Teile der Do­ brudscha geräuMt. In Mazedonien scheiterten alle feindlichen Angriffe im Cernabogen, an der Moglena und am Doiransee. An der italienischen Front scheint sich ein neuer Vorstoß iM Küstenland vorzuberjelten, da ute artilleristische Beschießung Imrch wie Italiener wieder größte Stärke angenommen hat. ~ j Unsere U-Boote räumen ganz gewaltig unter den feindlichen und den neutralen, Ban­ ware führenden Schiffen auf. ────────── Trotz zähen feindlichen Widerstandes sind in Richtung Campolung und auch weiter west­ lich Fortschritte gemacht worden. Balkanikriegsschanplatz. HeereSfrowt des Generalfcldmarschalls vo« Mackensen. Die Lage ist unverändert. Mazedonische Front. Südlich von Penali und im Cernabogen feindliche Angriffe blutig abgeschlagen. Ter 1. Generalquartiermeistert Ludendorff. I ────────── versuchter Jnfanterieangriff der Russen wurde im Kei>Me vereitelt. JIÄieuischer Kriegsschauplatz. An der küstenländischen Front nimmt das feindliche Artillerie- und Minenwerferfeuer an Kraft und Umfang zu. OesMch von Görz und im Karst fühlte feindliche Infanterie ge­ gen unsere Stellungen vor. 'In Tirol hat das italienische Feuer ab­ geflaut. ' Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. Der stellvertretende Chef des Generalstabes i v. Hoefer, Feldmarfchalleutnanr. Der österr.-ung. Bericht WTB. Wien, den 28. Oktober.— Amtlich wird verlautbart: vestlicher Kriegsschauplatz^ HeerEfront des Generals der Kavallerie Erzherzog 'Karl. Die Kämpfe südlich des Szurduk- und des Roten Turmpasses dauern an. Südlich von Predeal warfen österr.-ungür'. und deutsche Truppen den Feind aus stark verschanzten Höhenstellungen in das Paraszugatal hinab. An der ungarischen Ostgrenze wurden ru­ mänische Gegenstöße abgeschlagen. Oestlich von Dorna Watra brachen wir auf vier Kilometer Frontbreite in die russi­ schen Stellungen ein. Der Feind ließ 8 Offi­ ziere, 514 Mann und zwei Maschinengewiehre in unserer Hand. Seine Versuche, die ihm entrissenen Höhen zurückzugewinnen, blieben ohne Erfolg. Heeresfront des GaneralfeldmarfchallS Prinzen Leopold vo» Bayer». Bei der Armee des Generalobersten von Terszthanski starker Geschütz kümpf. Ein verein­ zelter russischer Vorstoß südlich von Zaturch wurde unter großen Feindverlusten abgeschlagen. Italienischer Kriegsschauplatz. Am Südflügel der küstenländischen Front dauern die Artillerie- und Minenwerferkäm­ pfe fort. Feindliche Infanterie, die entlang der Straße von Oppachiasella vorging, wurde durch unser Feuer rasch zur Umkehr gezwungen. IM Tirol nimmt das feindliche Geschützfeuer stellenweise an Heftigkeit zu. SüdöstiMcher KrtegsschanplaGr Keine besonderen Ereignisse. Der stellvertretende Chef des Generalstab«»! i>. Hoefer. Feldmarscka IlejitnantWTB. Wien, 29. Oktober. Amtlich wird gemeldet: Oestlicher Kriegsschauplatz^ HeerSsfrout des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl. Westlich von Orsowa nähmen wir in über­ raschendem Angriff die den Ort beherrschenden Höhen. Südlich des Vöres Toronh- (Roter Tutzm^) Passes, nördlich von Campolung und südlich von Predeal gewannen die österreichisch-ungar. und deutschen Streitkräste unter erbitterten Kämpfen Gelände. An der siebenbürgischen Ostfront nichts von Belang. Heeresfront d«s Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold vo» Bayern. Westlich von Surf und am Stochod heftiges feindliches Artilleriefeuer. Ein bei Szelwow ────────── Der bulgarische Bericht. Sofia, 27. Okt. Amtlicher Generalstabs­ bericht: _ , ' Mazedonische Front: Die Lage ist unverändert; der Tag verlies verhältnismäßig ruhig. Zwischen Prespa- und Dorransee schwa­ ches Geschützseuer. Mn Fuße der Belasica Pla­ nina Ruhe. An der ägäischen Küste beschoß die feindliche Flotte die Höhen bei Orfano. Rumänische Front: An der Küste des Schwarzen Meeres Ruh«. An der Do­ brudscha verfolgen die verbündeten Truppen den besiegten Feind. Wir haben die Stadt Hirsowa besetzt. Sofia, 28. Okt. -Amtlicher Generalstabs­ bericht: Mazedonische Front: Südlich des Prespasees schwache Zusammenstöße zwischen Aufklärungsabteilungen. Westlich der Eisen­ bahnlinie Bitolia—Lerina lebhafte Arttllerietäfigkeit. Im Cernabogen haben wir einige Angriffe der Serben zurückgeschlagen. Ebenso scheiterten schwächere Angriffe des Feindes auf den Dobro Polst und gegen die Dörfer Tuschi und Nonte. Beiderseits des Wardar geringe Artillerietätigkeit. Am Fuße der BelasicaPlanina und an der Strumaftont bis auf einzelne Kanonenschüsse nichts zu melden. 'An der ägä­ ischen Küste Rühe. RüMä n i s che Fro n t: An der Schwar­ zen Meerküste herrscht Ruhe. In der Dobrudscha dauert die Verfolgung des Feindes fort. Unsere Abteilungen stellten fest, daß sich der Feind überall in überstürztem und regellosem Rückzug in der Richtung auf die Pontonbrücken bei Harsova, Braila Jsaktscha und Tultschä befindet. Die Brücke bei Harsova wurde zer­ stört. Unsere vorgeschobenen Abteilungen hü­ ben die Linie Ostrova-Gegend südlich Babadagh erreicht. Im Laufe der letzten zwei Tage hüben wir über 800 Gefangene gemacht und sieben -Geschütze, Munittonswagen, einen Munitions­ park und viele Fahrzeuge erbeutet. Entlang der Donau stellenweise Gewehrfeuer. Wir ha­ ben eine der östlich von Silistria gelegene Insel besetzt. ^ ────────── Der türkische Bericht. K v n st a n t i n o p e l, 28. Okt. Das türttsche Hauptquartter meldet: An der Front am Tigris warfen unsere Flugzeuge mit Erfolg Bomben auf eine Flug­ zeughalle und Lager des Feindes. Kaukasusfront: Scharmützel, bei deden wir eine Anzahl Gefangene Machten. Bon den anderen Fronten ist kein Ereig­ nis von Bedeutung zu melden. Der stelld. Oberbefehlshaber. Konstantinopel, 28. Okt. Das iürfische Hauptquartter teilt mit: Kein wichtiges Ereignis an den Fronten. Der Bizegeneralissimus. ────────── Gegen Rußland. Die russischen Berlnste. Berlin, 29. Okt. Nach dem letzten Aus­ weis des Kiewier Zentraldienstes betragen die russischen Gesamtverluste seit deM 1. Juni 1916 an Gefallenen, Vermißten und verwundeten Mannschaften 1797 522. Die Zahl der gefal­ lenen, vermißten und verwundeten Offiziere beträgt 85 981. Die Fliegerverluste erhöhten sich auf insgesamt 49, darunter zwei engli­ sche und einen französischen. Unter den neuer« Ach gefallenen Offizieren finden sich dieNamen von zwei Generälen, sechs Obersten als BrigadekomMündeure, acht Obersten ükdOberstleutnants als Regimentskommandeure. Wie­ der am stärkste^ mitgenommen sind das sibi­ rische Korps und die kaukasischen Regimenter. ────────── Tie Rumänen erwachen. Bern, 29. Oktober. Hier traf dieser Tage auf der Durchreise der diplomatische Vertreter einer neutralen Macht aus Bukarest ein, der über die Stimlmhng in der rumänischen Haupt­ stadt berichtet: Trotz der Warnungen der Re­ gierung zeigt die Bevölkerung offen Wen Haß gegen die Russen. Die.russische Gesandtschaft in Bukarest muß ständig unter militärischem Schutz stehen. Für das ganze Unglück des Landes macht das Volk einzig und allein Bratianu verantwortlich, der sich von den Russen übervorteilen ließ. Man dürfe aber diesbezüg­ lich keine Aeußerung laut werden lassen, toteil die Russen einen glänzenden Spionageappa­ rat in Rumänien in Tätigkeit hätten. (Zj.) ────────── Der Luftkrieg. Hauptmann Boelcke tot. Berlin, 29. Okt. Hauptmann Boelcke ist im Verlaufe eines Luftkampfes am 28. Oktober mit einem! anderen Flugzeug zusam­ mengestoßen und bei der darauf erfolgtenLandung hinter unseren Linien tätlich verunglückt. Am 27. Oktober hatte er sein 40. feindliches Flugzeug abgeschossen. Sinai« von einem Flugzeug bombardiert. Basel, 29. Oktober. Die Blätter melden aus Bukarest: Ein Flugzeug hat Sinai« bom­ bardiert. Eine Frau sei tödlich getroffen wor­ den. ' (8S-) ────────── Am Balkan. Bon der mazedonischen Front. Die Basler Blatter melden aus London: Dem Daily Telegraph wird aus Saloniki te­ legraphiert, die Bulgaren hätten sich in Monastir derart verstärkt, daß eine große Offen­ sive ihrerseits erwartet Werden könne. Tie Alliierten seien jedoch gerüstet. Eine Gegenrevolution auf Ehios. Athen, 28. Okt. Die venizelistischenBlätter bringen eine Reihe von Alarmnachrichten über eine blutige Gegenrevolution auf Ehios. Diesen Nachrichten zufolge kam es auf denk Berge Aspos auf Ehios zu einem blutigen Zusantmtenstoß zwischen 3000 königstreuen Grie­ chen, die unter Führung griechischer Offiziere standen und denen sich viele Notabeln und an­ gesehene Bürger der Insel anschlossen, und den venizelistischen Revolutionären arg zusetzten. Englische Schiffe landeten schließlich Truppen und Geschütze mit deren Hilfe dann den Revo­ lutionären gelang, die Bewegung zu unter­ drücken. Bon Veryrnevcnen Seiten werden jetzt Stimmten gegen Venizekos laut, der fständig an Asthang verliere. Unter seinen ihMt treublei­ benden Leute befinden sich viele FFreibeutcr und Abenteurer, die sich auf seine i Kosten zu bereichern versuchen. (Z.) Ter Nobel-FriedenspreiS füp KKönig Konstantin. Wien, 29. Okt. Wie aus Koopenhagen gemeldet wird, soll der Friedenspreieis der be­ kannten Nobelstiftung in diesem Jähchre anKönig Konstantin pon Griechenland saltllen. ────────── Der Krieg zur See. Der dänische Dreimastschooner "Valborg" (207 Tonnen) von Svendborg, mit einerLaddung Planken und Bretter von Canada nach Tunis unterwegs, ist im MittelMeer von ei­ nem Unterseeboot versenkt worden. Die Besatz­ ung wurde gerettet. Ein feindliches Tonan-Lazarettschiff gesunken. Malmö, 28. Okt. "Utro Rossij" mieldet aus Jsmaila: Das Donaulazrettschiff "Elisa­ beth 4", das 600 rumänische und russische schwer verwundete Soldaten aus den letzten Dobrudschakämpfen an Bord hatte, UM 'sie nach Odessa zu bringen, geriet in der unteren Donau aus eine Treibmine und sank. Nur zwei Pflegerinnen Wurden noch lebend aufge­ fischt. (Z.) Tie deutschen Unterseeboote vvr der ame­ rikanischen Küste. Haag, 28. Okt. Morningpost berichtet aus Newhork: Die, Berichte der Kapitäne der; amerikanischen Torpedojäger über die Opera­ tionen von U 53 werden nicht veröffentlicht, sondern bleiben im Archiv des amerikanischest Marineamtes. Sie enthälten eine Tatsache, der größter Wert beigelegt werden muß. Die Un­ terseeboote ergänzen aus den von ihnen an­ gegriffenen Dampfern ihren Delvorrat. Da­ mit sei der Beweis erbracht, daß die deutschen Unterseeboote vor der amerikanischen Küste keine Basis haben, daß auch keine Handelsünterseeboote die deutschen Kriegstauchboote Mit Vorräten versorgen und auch die U-Boote ihre notwendigen Vorräte nicht einem unter; neutraler Flagge fahrenden Dampfer entneh­ men. Das amerikanische Marinedepartement hält das Erscheinen von U 53 für eine De­ monstration und glaubt mit einer umfangrei­ cheren U-Boots-Aktion an der amerikanischen Küste nur rechnen zu müssen, wenn es den deutschen Unterseebooten gelänge, dort eine Basis zu finden. Deshalb hat das Ministe­ rium des Aeußern auch seine Bedenken gegen das Erscheinen von U 53 fallen gelassen. 1 Zürich, 29. Okt. Wie die Stampa aus London berichtet, sind neue Nachrichten über Schisfsversenküngen vor der amerikanischen Küste innerhalb der nächsten Tage zu erwarten. Die an per amerikanischen Küste kreuzenden drei deutschen Unterseeboote U 53, U 48, und U 61 scheinen nur den richtigen Zeitpunkt abzuwarten, um ihre Tätigkeit Wieder auf­ zunehmen. Aus den in London eingetroffe­ nen Listen der versenkten Schiffe geht hervor, daß die Wirksamkeit der drei Unterseeboote geradezu verheerend ist. Auf der letzten Liste befinden sich außer einigen norwegischen Dam­ pfern, die Bannware führten drei englische Schiffe von durchschnittlich 3500 Tonnen. (Z.) Ein Seegefecht im Kanal . Vlissingen, 29. Okt. Der Posostdampfer der Zeeländlinie "Königin Regentes'tz", der ge­ stern hier ankam, war gestern in derw ThemseMündung aufgehalten worden. Die S Besatzung und die Passagiere erfuhren nichts i über den Grund der Anhaltung. Sie hörten t schweren Kanonendonner und glaubten, daß 1 Uebungen stattfänden. Aufgebracht. * Der norwegische Dampfer "Atlejejarl", mit einer Ladung von Norwegen nach 6 Schweden bestimmt, wurde von einem Kriegsschijisf in der Nordsee angehalten und aufgebrachtst. Der Dampfer "Fritzoe" (641 Tonnnen) von Lerwick nach London unterwegs Wuurde nach Cuxhaven aufgebracht. Versenkt. Ehrtstiania, 28. Okt. Wie i Aftenpost erfährt, ist ein deutsches Unterseebooot gestern früh! um 4 Uhr in Hommingsvaag mjit t 23Mann Besatzung des englischen Dampfers "Pfiola" ein­ getroffen, der 30 Meilen nördlich vovm Nord­ kap am Donnerstag nachmittags 3 Uhrr versenkt worden war. Die "Polä" war mitt Kohlen von Newcastlv nach Alexandrow-k urnterwegs und 3500 Tonnen groß. Lloyds meldet: Der Dampfer "Bygdo" (2345 Tonnen) aus Christiania tourbet versenkt. Die Besatzung ist gelandet. Der Fischdampfer "Fuchsia" (145 - Tonnen) wurde versenkt. Die Besatzung besiindet sich in deutscher Gefangenschaft. Die holländischen Dampfer "Ninas Kangean" aus Ostindien kommtend, und ""Nickerie" aus Westindien, sowie "Zeelandia" Vvon Süd­ amerika, müßten ihre Post in Englänird zurück­ lassen. Bergen, 29. Okt. Ter Dampfeer "Pan" (700 Tonnen) aus Bergen ist vorgestern ver­ senkt worden. Der Dampfer Wat mnit einer Kohlenladung von England 'nach Frankreich unterwegs und War mit 870 000 Kroneen kriegs­ versichert. ────────── "Bernegg!" sagte der alte Diener und wandte sich nach rückwärts in den Wagen hin­ ein. Ein Herzklopfen bis zur Atemlosigkeit be­ fiel Rose. Das also war Bernegg — dort lag das Ziel ihrer Fahrt. Es durchschauerte sie ganz eigenartig. "Umkehren — umkehren —" raunte ihr eine innere Stimme zu. Aber' sie biß die Zähne aufeinander. Wie konnte sie so töricht sein! Es war doch nur das bekannte bange Gefühl, das sie stets vor dem Fremden, Unbekannten und Ungewohnten überfiel, und das schon nach kurzer Zeit wieder zu ver­ schwinden pflegte. Run fuhr der Wagen auf einer gut ge­ haltenen Chaussee weiter und bog endlich in eine Allee von alten Linden ein, die gerade in Blüte standen und einen süßen Duft spende­ ten. Jmmpr näher rückte das Schloß, uns durch ein großes Tor ging es in den altertümlichen Schloßhof hinein. Tie Sonne warf gerade ihre letzten Strahlen auf das verwitterte, in Stein gehauene Wappen über dem EingangsPortal, als der Wagen mit kurzem Ruck babor r hielt. ' i Noch ehe der alte Diener vom Bock her­ unter war, hatte Rose schon den Schlag ge­ öffnet und sprang heraus. Der Diener ge­ leitete sie die Freitreppe hinauf in den Bor­ Rollen der Räder erstarb auf dem weichen Waldboden. Ab und zu knackte es in den Zwei­ gen. Ein Eichhörnchen schwang sich von Ast zu Ast. Kein menschlicher Laut war vernehm bar. In Roses Herz zog eine tiefe Ruhe, ein stiller Friede. Jrümjer steiler ging es die Höhe hinan. Kutscher und Diener stiegen ab und gingen neben dem Wagen her, der leicht in den Federn schaukelte. Die beiden Männer stiegen wieder auf und in mäßigem Tempo fuhr der Wagen zum Wald hinaus auf eine freie Höhe. Rose stieß einen Ueberraschungslaut aus und die traumhafte Stimmung verflog iiri Augenblick. Vor ihren Blicken lag eine Land­ schaft von bezauberndem Reiz. Ringsumher ragten waldige Bergeskuppen auf und tief un­ ten in einem Wiesental zog sich an den Ufern eines Baches ein Dorf hin. Ziegeldächer leuch­ teten zwischen Obst- und Weingärten hervor, und wie ein bunter Teppich breiteten sich Fel­ der und Saaten daneben aus. Auf einer dieser Bergeskuppen, umragt von dunklen uralten Tannen, erhob sich ein Schloß, grau, verwittert, altertümlich und ein­ sam. Stolze Türme ragten gen HimMtzl, und in den Scheiben der Fenster brach sich bet' Strahl der bereits tief stehenden Sonne. rauM, bat sie, einen Augenblick zu warten,; er wolle nur die Wirtschafterin benachrichtigen und ließ sie allein. ' ; ' ! I Rose sah sich in dem halbdunklen Raum um. Düstere Wände Mit alten, verblichenen und nachgedunkelten Bildern, ein von Säulen getragener Kamin, einige Türen zur Rechten und Linken, dann ein undurchdringliches Dun­ kel in der weiteren Umgebung, das war alles. Wieder kram'pste sich ihr Herz zusammen, eine seltsame Angst befiel sie: "Fliehe — jlietje!" Raunten ihr nicht heimliche Stimmen aus den dunklen Nischen diese Worte zu? Fliehe! Als ob sie nicht schon auf ber Flucht wäre und gerade hier eine Zufluchtsstätte suchte! Da hörte sie Schritte aus den Steinftießen des Bodens hallen und atmete erleichtert auf. Aus dem Dunkel löste sich eine Gestalt und kam näher. Eine Frau in den Mittleren Jah­ ren 'in einfacher Kleidung war es, soweit Rose bei dem Dämmerlicht erkennen konnte, jeden­ falls die Wirtschafterin, von der dev Diener gesprochen hätte. "Grüß Gott!" sagte die Frau jetzt, sich ein wenig gegen Rose verneigend, nahm dann einen silbernen Leuchter vom KaMin, zündete das Licht an und leuchtete damit in Roses Ge­ sicht. (Fortsetzung folg:.- ────────── Kriegsbriefe aus dem Westen. Berlin, den 27. Oktober 1916s. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise verboten.) Kampfe an der Somme- und Perdunfront. (Telegramm unsres Kriegsberichterstatters.) Gr. Hauptquartier am 25. Oktober Während im übrigen gestern iim! Westen ziemliche Ruhe von der Nordsee bis an "die Schweizer Grenze herrschte, erneuerten die Engländer mit allerdings nicht übermäßig star­ kem Einsatz ihre Anstrengungen zwischenCourcellette und Lesboeufs, namentlich aber im, Abschnitte Eaueourt—L'Abbahe bis Gueudecourt. Es waren ihnen auch diesmal keine Erfolge, nicht einmal geringe Raumgewinne beschieden. Dagegen bezahlten sie unserer un­ erschütterlichen Grabenverteidigung abermals einen schweren Zoll an Toten und mußten dann wieder unverrichteter Dinge in ihlre Grä­ ben zurückweichen. Bei andauernd schlechtem Wetter und wohl noch mehr unter deM Eindruck ihrer sehr schweren Blutopfer in den letzten An­ griffstagen verhielten sich die Franzosen stiller. Zwar blieb auch an ihrem Frontabschnitt der Artilleriekampf ebenso heftig, wie an betn 1 eng­ lischen, aber sie wagten nirgends neue Jnsänteriestürme, weder an den nördlich noch an den südlich der SomMe gelegenen Kampfab­ schnitten. Dagegen unternahmen sie denVersuch, den überraschenden, wenn auch für die Gefamtlage unbeträchtlichen Raumgewinn, der ihnen im östlichen Verdunabschnitt gelungen durch einen starken Angriff auf denFrbntterl bei Fort Vaux auszubauen. Sie hatten damit keinen Erfolg, sondern wurden durch kräftigen Gegenstoß in ihre bisherigen Stel­ lungen zurückgetrieben /Der Luftkrieg ^wurde durch das regnerische und stürmische Wetter längs der ganzen Front erschwert, aber nicht vermindert. Fünf Feinde erlagen wieder un­ seren kühnen Kampffliegern, drei an der Som­ me und zwei im Verdungebiete. Unter den ersteren befand sich wieder einer, den Boelckc im Zweikampf überwand. (Kb.) W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter ────────── Tages-Uebersicht. Aenderung im ÄriegSministerium. S. M. der Kaiser hat den Kriegsminister General­ leutnant Wild von Hohenborn mit der Füh­ rung eines Armeekorps im Westen beauftragt und den Führer des 14. Rest-Korps, General­ leutnant von Stein zum K. preußischen Kriegs­ und Staatsminister ernannt. Diese Verän- änderung ist durch die Notwendigkeit veran-, läßt, dsitz der über die militärischen Maß­ nahmen im! Heimatgebiet entscheidende Mini­ ster über die im zunehmenden Umfang maß­ gebenden Bedürfnisse des Feldheeres durch um­ fassende Erfahrung aller Truppenführer un­ terrichtet sein muß. (WTB.) Tie Kosten des Weltkrieges. Im Reichs­ tag sagte Reichsschatzsekretär Graf Rödern bei Begründung der neuen 12 Mikliardenvorlage u. a., daß das deutsche Volk im Verlaufe des Krieges schon 46 Milliarden auf die Kriegs­ anleihen eingezahlt hat, auf die 5. allein bis jetzt 8.5 Milliarden. Den bisherigen Gesamt­ aufwand sämtlicher Kriegführender beziffert der Staatssekretär aus 250 Milliarden Mark. Phne Einrechnung der zerstörten Werte und ohne Einrechnung der noch aus dem Kriege entstehenden Rentenverpfltchtungen. Bon dieser Summe wird auf uns und unsere Perbündeten etwa ein Drittel, auf die Länder der Entente zwei Drittel entfallen. 'Meine Herren, Sie haben die Aeußerungen von füh­ renden Männern der Entente in den letzten Wochen ebenso verfolgt, wie ich. Sie wissen, daß' wir weiterkämpfen müssen und daß nicht auf uns die Verantwortung fällt für einen weiteren Verbrauch nicht nur von Geld und Geldeswert, sondern von dem besten Kapital das jeder Staat in den für diesen kämpfenden Landesktndern hat. Die monatlichen Aus__ gaben haben mit der weiteren Ausdehnung unserer Fronten in Siebenbürgen und in der Dobrudscha eine weitere erklärliche Anspan­ nung erfahren. Sie betrugen in den letzten vier abgeschlossenen Monaten im Durchschnitt 2186 Millionen _unb bleiben damit doch er­ heblich hinter "den englischen monatlichen Kriegskosten von drei Milliarden Mark zu­ rück. Feindliche Ausländer ans deutschen Hoch­ schulen. Im Reichstage wies der Abg. Bassermann in einer kurzen Anfrage barlauf hin, daß immer noch auf deutschen Universitäten eine große Anzahl Russen außerdem einzelne Engländer, Belgier, Franzosen und Italiener immatrikuliert sind, und ersucht den Reichs­ kanzler die Grundsätze mitzuteilen, nach denen bei der Zulassung Angehörige des feindlichen Auslandes auf deutsche Hochschulen verfahren wird, ferner mitzuteilen ,ob Vorsichtsmaßre­ geln gegen Mißbrauch getroffen sind. Tie ordentliche bulgarische Nationalver­ sammlung wurde in Sofia vom Ministerpräsi­ denten Radisläwow! am Samstag eröffnet, wo­ bei er eine Thronrede verlas, die vor allem auf d ie neuesten Ereignisse in der Dobrudscha Bezug nahm. Wahlen in Norwegen. Das vorläufige Resultat der norwegischen KomMunalwählen, die einen überraschend glänzenden Sieg für die Sozialdemokraten darstellen, bedeutet ei- nen Gewinn für die Arbeiterpartei von 467 Sitzen. Es verloren: die Regierungspartei und die bürgerliche Linke 115, die Rechte und die Freisinnigen 83, die übrigen bürgerlichenGruppen 269 Sitze. 16. Nov. c. zur Erledigung. Endtermin für:.Bewerb­ ungen 25. Nov. ────────── Ueberfitttexung der verkauften Tiere u. a;. Dies erwähnte Herr M.-R. Weiß in dev letzten Ma­ gistratssitzung. Herr Rechtsrat Ambros be­ tonte hiezu, daß Herr Kreisbevollmäch tigtex, Zuchtinspektor Herold bereits in einer Sitzung des Lebensinittelausschusses ausgeführt habe, er foEe von jedem Falle von Ueberfütterung verständigt werden. Er werde dann einen Ausgleich herbeiführen durch eine entsprechende Preisherabsetzung. Herr M.-R. Wicklmahr füg­ te an, daß eine Norm für den Unterschied zwi­ schen Lebend- und Schlachtgewicht geschaffen werde. Dann werde ein außerordentlicher Ge­ wichtsverlust dem Verkäufer am Schlußscheine in. Abzug gebracht. —* Nur Drei Schlachttage werden künftig — Notschlachtungen ausgenommen — in unserem Schlachthofe abgehalten. Von der Schlachthvfdirektion wurde die Fleischversor­ gungsstelle ersucht, künftig das erheblich be­ schränkte Quantum Vieh nur noch aM Mitt’ woch und Donnerstag anzuliefern. AIs Schlachttage wurden daher Mittwoch, Donners­ tag und Freitag jeder Woche bestimjmt. Da­ durch werde eine erhebliche Vereinfachung des Betriebes und beträchtliche Einsparungen im Schlachthvse erzielt. —* Verkaufstage für Fleisch. Auf Anregung der Metzgerzwangsinnung wurden vom Magistrat drei Wochentage für Fleisch­ verkauf bestimmt und zwar Montag und Don­ nerstag je von 8—11 Uhr vormittags und Samstag von 8—11 Uhr vormittags und 4 bis 7 Uhr nachmittags. —* Nur ein Gerücht. Vor einiger Zeit hätte Herr M.-R. Weiß in der öffentlichen Magistratssitzung exwähnt, daß hier das Ge­ rücht gehe, daß ein Metzger für '4000 Mark Fleisch nach Oberstdoxs ausgeführt habe, trotz Ausfuhrverbot. Die Schutzmannschaft war da­ rauf mit den Ermittelungen hierüber betraut worden. In einem Bericht an den Magistrat erklärt nun die PolizeiiUspektion, daß eine Feststellung hierüber nicht möglich war trotz eingehender Nachforschungen, es sich also wohl nur um ein unbegründetes Gerücht gehandelt habe. ! . | ' 1 ; —* VoM Kartosfekverkauf. In der letzten Magistratssitzung wurde die Ausdeh­ nung des stöbt. Kartosselverkaufes auf Mon­ tag und Mittwoch bekanntgegeben. (Es wer­ den Kartoffel nunmehr am Montag, Dienstag' Mittwoch und Donnerstag abgegeben.) Zugleich wurde darauf hingewiesen, daß besser ge­ kleidete Damen, welche bei der stöbt. Kartoffel­ abgabe sich einfinden, häufig Anrempelungen ausgesetzt sind, indem ihnen gesagt wird, daß die Abgabe nur für Minderbemittelte sei. Dies ist 'nicht richtig. Die stöbt. Kartoffelabgabe ist für alle Bewohner der Stadt, die ja gleich­ mäßig unter der Mangelnden Kartoffelzufuhr widen. Es wurde zugleich betont, daß Perso­ nen, die sich solche Anrempelungen zuschulden kommen und sich nicht belehren lassen, vom Platze gewiesen werden Müßten. —* Die Kartosfelhöchstpreise wer­ den im .freien Verkaufe vielfach nicht einge­ halten, das war der Inhalt einer Klage, die in einer früheren Magistratssitzung zum Vor­ trage kam. Auch hier hat die Schutzmännschaft Erhebungen gepflogen und an den Magistrat berichtet. Da der Kartoffelmärkt bereits seit Wochen nicht mehr befahren wird, kann es sich nur um den Schwaigermarkt Händeln. 'Es wurde festgestellt, daß die Schwaiger mehrfach dem Publikum Kartoffeln über den Höchstpreis verkauften. Die Kartoffeln wurden gekauft, weil die Leute froh waren, Kartoffeln zu be­ kommen, hinterher aber Beschwerde führten. AIs von der Polizei auf Einhältung der Höchst­ preise gedrungen wurde, kamen keine Kartoffel mehr zu Markte. Auch auf dem Kar­ toffelmarkte sind seit Wochen keine mähr zu haben gewesen, so daß die Bewohner unserer Stadt völlig auf den stöbt. Kartoffelverkauf angewiesen sind. —* Schutz der Ingend. -In. der letzten Magistratssitzung wurde der (von uns bereits besprochene) Unfug des Werfens von bengali­ schen Zündhölzern durch die Jugend zur Spra­ che gebracht und auf die bereits entstandenen Schäden hingewiesen. Die Bezirksschuktnspek- Landgericht Landshut. Sitzung vom 27. Oktober 1916. Verurteilt wurde die TaglöhNerin Maria Haindl von Freising wegen Urkundenfälschung, Betrugs und Unterschlagung zu 6 Monaten Ge­ fängnis. Wegen Vergehens gegen das Höchstpreis­ gesetz über den Verkehr mit Eiern wurde vom' Schöffengericht der Händler Gg. Dechantsreiter von Frontenhausen zu 400 Mark Geldstrafe oder 40 Tagen Gefängnis verurteilt. Das Berufungsgericht erkannte auf Freisprechung. tionen sind angüviesen, die Kinder auf das Ge­ fährliche ihres Treibens aufmerksam zu ma­ chen. Zugleich beschloß aber der Magistrat von dem ihm durch die GeneralkomMändoverfügung zum Schutze der Jugend gegebenen Rechte einer weiteren Einschränkung der Zeit, in welcher sich die Jugend unter 17 Jahren beschäf­ tigungslos auf der Straße aufhälten darf, Ge­ brauch zu machen. Es wurde bestimmt, daß die Jugend sich vom Oktober bis 31. März in Landshut ohne zwingenden Grund nur bis 7 Uhr abends auf den Straßen befinden darf. —* Zu den Preisen für Kalkeier hät­ te kürzlich eine "St. a. d. P." in unserem Blatte Stellung genommen. In der letzten Magistratssitzung betonte Herr Rechtsrat Am­ bros, daß die genaueste Prüfung der Angele­ genheit ergeben habe, daß der Preis von 15 Pfennig zu Recht besteht und betont, daß der­ selbe immer noch um 2 Pfennig billiger ist, als der zulässige Höchstpreis für Kalkeier. —* Der Verkauf von elektrische Strom und Gas ist, wie aus einer Erklärung des : Herrn Direktor Scheller in der letzten Ma­ gistratssitzung hervorgeht, von der Abgabe der Warenumsatzsteuer befreit. ────────── Letzte Posten. Tie Türken in Galizien. Der Petersburger Mitarbeiter des Temps schreibt; Die türkische Division in Galizien bestände aus auserlesenen Truppen von Gallipoli, die sich wie gute europäische TrNpgen schlagen. s Ter Mattn über vre Lage an her wttnäuischen Front. Der Mattn schreibt: Die Heere dev Zentralmächte haben Rumänien durch 13 Pässe an­ gegriffen. Ihr Vormarsch' ist überall auf Wi­ derstand gestoßen. An der Rordfriont Rumä­ niens, bei Campolung, ist ein härter Kampf im Zuge. (Z.) . Französische Flieger für Rumänien. Mailänder Blätter melden aus Bukarest, daß es vier französischen Fliegern gelungen sei, in einem Fluge von Saloniki aus Bukarest zu erreichen und dort glücklich zu landen. Die Flieger erklärten, daß es ihnen große Schwie- rigkeiten bereitet hätte, durch das deutsche Artillerieabwehrfeuer zu gelangen. Tie Luftangriffe der Deutschen auf Bukarest. Eine englische Krankenschwester beschreibt in der Times die deutschen und bulgarischen 'Luftangriffe auf die Festung Bukarest in den letzten Septemberwochen. Dreimäl erschienen an einem 1 Tage die Tauben über der Stadt' und verschwanden nur, um wieder neue Bom­ ben zu hiolen, so daß Man Mit einiger Sicher­ heit rechnen konnte, wann sie wieder erschei­ nen. Von einem Spital, das in der Mitte der Stadt lug und deshälb leicht getroffen 1 , werden konnten, Wurden nur einige Fensters scheiben zertrümmert, aber der Strom von verwundeten Bürgern die in dem Spital veribunden wurden, ließ nicht nach. In 6—7Skun-, den erfolgte ein neuer Ueberfall. Nachts er­ schien gewöhnlich ein Zeppelin. Sobald die Flieger über die Donau kamen, wurde die Hauptstadt benachrichtigt, aber die Vorschrif­ ten für das Verhalten der Bevölkerung wurden von dieser wenig befolgt. Vom Balkan. Reuter meldet, daß aM linken Flügel der Armeen der Alliierten aM Balkan eine Ver­ bindung mit italienischer Kavallerie aus Al­ banien hiergestellt worden sei, so daß sich die Front jetzt in ununterbrochener Linie von der Adria aus erstreckt. Neue italienische TkupPeu in Saloniki. Nach einer Meldung der Agence Stesani wurde eine weitere Abteilung italienischer In­ fanterie in Saloniki ausgeschifft. Aus Albanien. Konstantinopel, 29. Okt. Der Mali und Kommandant von Nedscha, Abdul Aziz Jbn Sund Pesdha, sandte an den Sultan eilt TelegraMmI, worin er ihm zu den Siegender! Türken beglückwünscht und verlangt, es möge ihm durch Zrade der unverzügliche Marsch gegen den gewesenen Emir von Mekka Hussein, aufgetragen werden, dessen Empörung ündVeüeinigung mit den Feinden des Jsl'aM alle StäMMe tief erregt habe. Explosion einer Pulverfabrik. B er n, 30.' Okt. In der Pulverfabrik in St. Medard (Arondissement Bordeaux) ent­ stand in einem TrockenrauM ein Brand, dev großen Umfang annahm. Dem Mattn zufolge wurden 65 Personen mehr oder minder schwer verletzt. Der Materialschaden ist ziemlich er­ heblich. ────────── Literarisches. Lite Illustrierte Kriegs-Chronik ves Da­ heim hat vor ähnlichen Unternehmungen einen großen Vorzug: sie folgt den Ereignissen ge­ radezu auf dem Fuße. Für jeden Tag findet der Leser in knappem Chronikstil die Ereig­ nisse der verschiedenen Kriegsschauplätze kurz verbucht. Dem Besitzer dieses Werkes ist es also später einmal leicht, durch Nachblättern jede einzelne Wafsentat des großen Krieges festzustellen. (Verlag von Velhagen und Klasing in Bielefeld und Leipzig. Ureis des Hef­ tes 60 Pfg.) 1 i Jugendblätter Einschließlich der regelmäßigen Kriegsbeilage kosten die zwölfmal im Jahre erscheinenden "Jugendblätter" nur 35 Pfennig jedes Heft (der ganze Jahrgang M. 4.20); sie sind durch alle Buchhandlungen und Postanftalten oder auch direkt vom Verlag der Jugendblätter (Carl Schnell), München 2, Schilerstr. 26, zu beziehen. "Die Plastik", illustrierte Zeitschrift für die gesamte Bildhauerei und Btldneret und ihre Be­ ziehungen zu Architektur und Kunstgewerbe. Heraus­ gegeben von dffex. Heilmeyer, Bildhauer und Kunstschrifisteller, München. Monatlich ein Heft mit acht Kunstdrucktafeln und einem Bogen Text. Preis vierteljährlich 3 Mark. Einzelnes Heft 1.20 Mark. Verlag von Georg D. W. Callwey, München. Der "Baumeister", Monatshefte für Architek­ tur und Baupraxts, (Verlagsbuchbehandlung Georg D. W. Callwey). Das Heft ist zum Preise von Mark 3.— durch alle Buchhandlungen zu beziehen. ────────── Inserate. ────────── Allerlei. gekümMprt habe, die drei Geschwister: in den Bach geworfen zu hüben, wo sie Wann er­ tranken. j Tod in de« Flamimien. Bei einem Brande int Anwesen des Bauern Götz in GründlhUt bei KeMnakh, der das Haus und den. Stadel vernichtete, erlitt der Vater des Götz so schwere Brandwunden, daß er noch während desselben seinen Verletzungen erlag. ^ Abgestürzt ist in einem Steinbruch der aus Urlaub befindliche Schrenk von PomMielsbrunn., Er verschied bald darauf. An Entkräftung starb die geistesgestörte, seit 10 Tagen abgängige Ehefrau Link aus Friesenheim '(Pfalz). Sie wurde in einem Strohhausen in der Nähe des Ortes tot auf­ gefunden. Eine 13jährige Mörderin. Eine entsetz­ liche Tat führte ein 13jährtges Mädchen in Torontal-Udvar (Ungarn) aus. Die Kleine er­ schien bei der Polizei und gab an, daß ihve drei Geschwister mit 11, 8 und 2 Jähren seit einigen Tagen verschwunden seien. Nachfor­ schungen ergaben, daß alle drei in einem Bache ertrunken aufgefunden wurden. Anfänglich' l wurde der Vater unter dem Verpachte, %ie ! Tat begangen zu hüben, festgenommen, später aber gab das Mädchen zu, aus Verzweiflung, weil sich der Vater um feinet Kuder nicht mehv