Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1916-10-04. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 69. Jahrgang Nr. 270, 1916-10-04. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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' Fm Werten gehst die erbitterte Schlacht an her Somme Meister. Nördlich von Thiepvyl. «rangen die Unsern Erfolge, während bei Eaucoürt l^Äbbaye die EngläÜderünter schwer­ sten Verlusten einen geringen Vorteil erringen konnten. An der Strafte Sailly—Rancourt und im Walde St. Pierre—Vaast faftten feindliche Abteilungen Fuft, wurden aber sofort wieder hinausgeworfen. .Bei Vermandovillers und zwischen Gueudecourt Morval erstickte unsere Artillerie feindliche Sturmversuche. . Im Osten ist der nach dem Vorbereitungssfeuer der letzten Tage erwartete russische Mafjsenstoft westlich von Luck erfolgt. Trotz rittst sichtslosestem Menschenverbrauch! konnten bte russischen Korps nichts erreichen. 'Zwölfmal, die 'beiden, nach den letzten Niederlagen wieder ausgefüllten Garde korps sogar 17 mal stürme ten die Feinde gegen"ünsere Linien an. Ihre Angriffe brachen aber unter durchwegs unge­ wöhnlich hohen blutigen Verlusten zusammen. Die russische Artillerie versuchte auch hier, ihre Infanterie durch Feuer in die eigenen Gräben zum Sturme vorzutreiben. DieRüstsen haben unsere Verwundeten dort, wo sie vorübergehend in unsere Gräben kamen, er­ mordet An der Zlvta Lipa sind die Russen welche einiges Gelände gewonnen hätten, totesder zurückgeworfen. In Siebenbürgen haben sich nur kleine Plänkeleien abgespielt. - [ An der rumänischen Südfront haben österri-ungar. Monitore die Schiffsbrücke auf der die Rumänen über die Donau gefetzt was ren, zerstört. Damit sind die übergesetzten rumänischenTruppen von ihrer Basis und dem Rückzüge abgeschnitten. Russisch-rumänische An­ griffe in der Dobrudscha wurden abgeschlagen. Rach Schweizer Meldungen stehen unsere Truptpen nur noch 20 Werst (21 Kilometer) von Cortzstantza eniserut . An der italienischen Front nahinen die Italiener ihre Angriffe im Travignolotal und. am Fassaner Kamm wieder auf. Sie konnten auch zumteil in die zerschossenen Österreichisch^ ungarischen Gräben eindringen, wurden aber durch Gegenstoß, sofort wieder zurückgeworfen. Ein italienischer Nachtangriff gegen den Passo di Valmaggiore scheiterte. In Mazedonien gehst der Angriff gegen'die Engländer am rechten Strumaufer weiter. In Griechenland scheint sich! die Situation jetzt zu klären. Altgriechenland hält zumKönig, Neugriechenland' und die Inseln zu Vef mzelos. 'Die Armee ist in weitaus überwies \ gendem Maße königstreu ,fo daß die Entente | wenig Freude an ihr als Bundesgenossen haben I dürfte. 1 E^'sind auch ‘ innerhalb der' Entente ? die Meinungen über den' Eintritt Griechen­ lands in den Krihg durchaus geteilt. Während es gestern noch hieft, die Entente wolle an Griechenland ein Ultimatum stellen, kommst jetzt die Meldung, daß die Entente Griechem land rächt als Bundesgenossen wünscht, da­ gegen der Anschauung ist, daß Griechenland für sich an Bulgarien den Krieg erklären müsse. ' ‘ " 'i ' ‘ Die Heeresberichte. In heytfche MW. I WTB. Berlin, den 3. Oktober.Mittags. | ,Großes Hauptquartier.) I Westlicher Kriegsschauplatz^ I Fronst des Geupralfcldmarschall Herftog I Albrecht von Württemberg. I Bei Lombartzhde, nahe der Küste brachten I unsere Mastrosen in einer erfolgreichen Pai strouillenunternehmung 22 Gefangene mit. Front das G»e«eralfeldmarschalls Kronprinz Y R«PP recht von Bayer«. Die Schlacht nördlich! der Somme ging unter andauernd gewaltigem Artillerieeinsatz weiter. Nördlichvortz kLhiepval und nordwesh lich von Courcelletes entrissen wir den England dern einzelne Grabenstücke, in denen sie sich eingenistet hatten und erbeuteten mehrere Ma­ schinengewehre.^ Besonders erbittert würde zwischen Le Sars und der Strqfte Lignh—Thilloh—Flers gekämpft. Mit schwersten Opfern erkguften, bte Engländer hier einen geringen Gelandegewinn beiderseits des Gehöftes Eaucostrt stAbbaye. r ' > Zwifchett Gueudecourt und Morval hielt, unsere Artillerie nach Abwehr von vier am frühen Morgen aus Lesboeuss vorbrechenden Angriffen die feindliche Infanterie in ihren Sturmstellungen nieder'. " , Strake französische Angriffe an und west­ lich der Strafte Saillh—Rancourt sowie ge­ gen den Wald St. Pierre-Baast gelangten zum­ teil bis in unsere vorderste Verteidigungslinie. ; Sie Ist int Nahkampf wieder gesäubert. Südlich der Somme verschärfte sich! der Artilleriekampf an der Front beiderseits von Vermandovillers zeitweise erheblich. Ein fran­ zösischer Angriffsversuch erstickte im Speryseuest. i , , ' ! 't i , ────────── An der Grenze des Roten Thürny-Passes versuchten die Rumänen, unsere Postenkette zu durchbrechen. Im Hötzinger (Hatszeger) Gebirge wurden feindliche Angriffe abgeschlagen. , Balkawkriegsschanplatz. Heeresshonck -es Generalfcldmarschalls von Mackensen. i Im Rücken der südlich von Bukarest über die Dona« gegangenen rumänischen Truppen zerstörten österr.'-nngar. Monitore die über den Strom geschlagene Pontonbrücke. Die gestern auf breiter Front auf der allgemeinen Linie Kobadinu—Topraisar—Tuzila wiederholten feindlichen Angriffe sind aber­ mals 'an dem Widerstände der tapferen bul­ garischen und iürkischeü Truppen gescheitert. Es wurden über 100 Gefangene gemacht. Mazedonische Front. Der Angriff gegen die nordwestlich des Tahinosees über den Struma vorgegangenen Engländer hat Fortschritte gemacht. Ter 1. Generalquartiermeisterj: i , Ludendorff. Der öftere.«nag. Bericht. WTB. Wien, den 3. Oktober. — I ' Amtlich wird verlautbart: Destlicher Kriegsschauplatz-. Front gegen Rumänien. Bei Petrosenh und im Bereich des Veres Toronyer (Roten Turm»-Paffes) wurden rumä­ nische Vorstöße abgeschlagen. Bei Baranhkut (Bekokten) traf ein Angriff deutscher und österreichisch-ungarischer Kräfte auf einen star­ ken rumänischen Gegenstoß, der die Verbünd beten etwas zurückdrückte. Heeresfrout des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl. Nördlich von Böhvrodczanh scheiterte ein Uebergangsversuch der Russen über die Bhs stryca-Solotwinske. Südöstlich von Brzezany machte der Feind die größten Anstrengungen, sich in den Besitz der Höhe Lysonie zu setzen. Er wurde in erbitterten Kämpfen zurückgejwiesen. i Heeresfront des Generalfcldmarschalls Prinzen Leopold von Bayer«. In Wolhynien brach gestern nach einem durch die feindlichen Niederlagen vom 27. Und 28. September erzwungenen Aufschub ein neuer russischer Ansturm gegen die Armee des Generalobersten von Terezthanski los. Nach mehrstündigem Trommelfeuer warf der Feind seine 'Massen gegen die zwischen Swiniuchy und Zeturch stehenden österreichisch-ungari­ schen und deutschen Streitkräfte. Jm^Raume von Swiniuchy rannte der Feind 17 mal Sturm, südwestlich von Zaturcy bis zu 12 malen. Auch nördlich von Zaturcy breitete sich der Kampf aus. An allen Teilen der angegriffenen Front konnte beobachtet werden, welch reichsichen Ge­ brauch der Feind von seinem Geschützseuer ge­ gen die eigenen Gräben und gegen seine zurückflutenden Regimenter machte; die Gefangenen sagen aus, es sei allen Truppen aufgetragen worden, Wladimir-Wolynsk um jeden Preis zu gewinnen. Die neuaufgefüllte russische Garde wurde abermals hingeopfert, zum dritstenmal in einer kurzen Spanne Zeit. Mber alle Opfer waren vergebens. Die Russen Wurfden überall zurückgeschlagen, unsere Stellun­ gen sind restlos in unserem Be/itz. Der Feind hat sich eine neue schwere Niederlage geholt. Die Zahl der in den letzten Tagen südlich von Brodh eingebrachten Gefangenen beträgt ────────── Der österr.- ung. Bericht. WTB. Wien, den 3. Oktober. — I ' Amtlich wird verlautbart: Destlicher Kriegsschauplatz-. Front gegen Rumänien. Bei Petrosenh und im Bereich des Veres Toronyer (Roten Turm»-Paffes) wurden rumä­ nische Vorstöße abgeschlagen. Bei Baranhkut (Bekokten) traf ein Angriff deutscher und österreichisch-ungarischer Kräfte auf einen star­ ken rumänischen Gegenstoß, der die Verbünd beten etwas zurückdrückte. Heeresfrout des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl. Nördlich von Böhvrodczanh scheiterte ein Uebergangsversuch der Russen über die Bhs stryca-Solotwinske. Südöstlich von Brzezany machte der Feind die größten Anstrengungen, sich in den Besitz der Höhe Lysonie zu setzen. Er wurde in erbitterten Kämpfen zurückgejwiesen. i Heeresfront des Generalfcldmarschalls Prinzen Leopold von Bayer«. In Wolhynien brach gestern nach einem durch die feindlichen Niederlagen vom 27. Und 28. September erzwungenen Aufschub ein neuer russischer Ansturm gegen die Armee des Generalobersten von Terezthanski los. Nach mehrstündigem Trommelfeuer warf der Feind seine 'Massen gegen die zwischen Swiniuchy und Zeturch stehenden österreichisch-ungari­ schen und deutschen Streitkräfte. Jm^Raume von Swiniuchy rannte der Feind 17 mal Sturm, südwestlich von Zaturcy bis zu 12 malen. Auch nördlich von Zaturcy breitete sich der Kampf aus. An allen Teilen der angegriffenen Front konnte beobachtet werden, welch reichsichen Ge­ brauch der Feind von seinem Geschützseuer ge­ gen die eigenen Gräben und gegen seine zurückflutenden Regimenter machte; die Gefangenen sagen aus, es sei allen Truppen aufgetragen worden, Wladimir-Wolynsk um jeden Preis zu gewinnen. Die neuaufgefüllte russische Garde wurde abermals hingeopfert, zum dritstenmal in einer kurzen Spanne Zeit. Mber alle Opfer waren vergebens. Die Russen Wurfden überall zurückgeschlagen, unsere Stellun­ gen sind restlos in unserem Be/itz. Der Feind hat sich eine neue schwere Niederlage geholt. Die Zahl der in den letzten Tagen südlich von Brodh eingebrachten Gefangenen beträgt 41 Offiziere (unter ihnen ein Oberst) und 2578 Mann. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Höhen ösMch von Görz und die Karstshochfläche stehen Andauernd unter lebhaftem Feuer. — An der Meimstalsront hat der Feind seine AngriffstätiNkeit wieder aufgenommen, unsere Stellungen beiderseits des TravignoloTales und des Fasffaner Kammes wurden von der italienischen Artillerie stark beschossen. Bersaglieri griffen Ciolbrieon Piccolo wiederhvlt an, vermochten das letztem«! auch in die zer­ schossenen Verteidigungsanlagen einzudrin gen, wurden aber durch Gegenangriff wieder geworfen. Auch ein feindlicher Nachtangriff gegen den Passo di Valmaggiore scheiterte. LüdSstlHch«r Kriegsschauplatz!; Keine Ereignisse von besonderer Bedeutimg. Der stellvertretend« Chef des Generalstabe», v. H o e f e r, Feldmarschalleutnant. ────────── Der bulgarische Bericht. Sofia, 2. Oktober. Generalstabsbericht vom 2. Oktober: Mazedonische Front: Vom Prespa-See Vis zur Höhe 1944 südlich des Kajmakcalan Lebhafte Artillerietätigkeit ohne Jnfanterieunternehmungen. Infolge des heftigen Feuers der: Artillerie auf den Gipfel des Kajmakcalan und auf Höhe 2368 und um überflüssige Verluste zu vermeiden, erhielten unsere Truppen Befehl, sich auf die Hauptjstellung zurücktzjuziehen. Im Moglenicaj-Tal heftiges beiderseitiges Artilleriefeuer. Am Fuße der Pelasioa-Planina Patrouillengefech­ te nahe der Station Poroh mit günstigem Ausigang für uns. An der Strumafront gelang es feindlichen Bateillonen, die unter dem Schutze eines orkamartigen Feuers vorrückten, die Dörfer Karadfchjaköj, Jeniköj und Nevolen zu besetzen. Durch) Gegenangriffe verjagten wir den Feind aus den beiden letztgenannten Dörfern und warfein ihn wieder bis in seine früheren Stellungen zurück; der Kampf bei Karadschpköj dauert an. An der ägäischen Küste beschoß die feindliche Flotte erfolglos die Höhen nördlich des Dorfes Orfano. Rumänische Front: An der Donau bei Rahvvo (zwischen Rustschuk und Tutraken) brachte der Feind auf Fahrzeugen mehrere Bataillone ans unser Ufer. Es 'sind Maßnahmen getroffen, den Gegner anzugrei­ fen und zu verjagen. — In der Dobrudscha versuchten zwei russische Divisionen zweimal, gegen unsere Truppen auf der Linie BeschauHAnzatscha-Topreisar vorzugehen, wurden aper zum Rückzug unter unserem Artillerie- und Jnsanteriefeuer gezwungen. — An der Küste des Schwarzen Meeres Ruhe. ────────── Konstantinopel, 2. Oft. Das türskische Hauptquartier ;eilt mit: AnderpersischenFront wurden An­ griffe der Russen in Richtung Dveltakad mit schweren Verlusten für sie zurückgeschlagen. Der geschlagene Feind flüchtete nordöstlich!. Kaukasusfront: Scharmützel und 'an einigen Punkten schwache JnfanterieMmpfe. An den anderen Fronten kein Ereignis von Bedeutung. An der galizischen Front erneuerten die Russen ihre Angriffe am Morgen des 1. Oktober. Unsere Truppen schlugen die Angrisfe wiederum gänzlich ab. Die Zahl der von unseren Truppen am 30. September und 1. Oktober gemachten Gefangenen erhöht sich auf 5 Offiziere, 500 Soldaten. Der Vizegeneralissimus. , Die amerikanische Neutralität. Seit Kriegsausbruch haben, so wird der Voss. Ztg. aus Newhork berichtet die Vereinig­ ten Staaten insgesamt Waffen und Munition Der türkische Bericht. im Gesamtbeträge von über 523 Millionen Dollars ausgeführt, darunter 264 Millionen in Hochbrisanzeplos-kvstoffen, Granaten usw. u. ungefähr 173 Millionen in Pulver zur Her­ stellung von Geschossen aller Art. An Pferden wurden seit Kriegsausbruch 645 966 Stück, im Gesamtwerte von 137 Millionen, an Maultie­ ren 177 492 Stück im Werte von rund 36 Mil­ lionen, Automobile 116 382 im Werte von 188 Millionen, Aeröplane 421 außerdem Teile solcher im Werte von 2einhalb Millionen, 25 616 Mtorräder im Werte von rund 5 Mil­ lionen ausgeführt, alles zusammen rund 900 Millionen Dollars an direktem'Kriegsmaterial gar nicht zn reden von den Milliarden an Le­ bensmitteln und Ausrüstungsgegenstände, die das freigebige Amerika den Alliierten auf Kretz dit lieferte .(Z.) ────────── Gegen Rußland. . Ministerwechsel in Rußland. Der Ministerpräsident Stürmer ist noch immer int Apft, trotzdem her englische Geft sandte, der befürchtet, da ßStürmers» Poli­ tik den Interessen Englands zuwiderlaufe, die stärksten Anstrengungen machte, um ihn zn stürzen. Nicht genug damit, ist jetzt auch der bisherige Minister Des Innern Chwostow, der einer der stärksten Gegner Deutschlands war, zurückgetreten und an seine Stelle wurde der Vizepräsident der Duma Protopopow zum Mi­ nister des Innern ernannt, der vor kurzem in Stockholm sich offen für eine Verständigung mit Deutschland ausgesprochen hätte. Wenn jetzt die Wahl des Zaren auf Protopopow ge­ fallen ist, so liegt der Schluß nahe, daß damit eine Schwenkung der russischen Politik vorsbereitet werden soll, die letzten Endes auf die Verwirklichung von Plänen abzielt, wie sie eben ^Protopopow in Stockholm entwickelt hat. Natürlich wird England sofort alle'Mi­ nen springen lassen, um eine Derartige 'Ent­ wicklung zu vereiteln. Und dann wird sich ja zeigen, ob Protopopow stark genug ist, im Verein mit Stürmer die Ueberordnung der rein russischen Interessen über Englands Wünsche zu erzwingen. Vom Ausgang dieses Kampfes hängt dann die weitere Frage ab, ob Rußland die von Protopopow empfohlenen Schritte tun wird oder nicht. , Brand eines Holzwerkes bei Archangelsk. Stockholm, 3. Okt. Ein großes russi­ sches Holzwerk außerhalb Archangelsk ist, wie hierher berichtet wird, am Samstag durch Groß­ feuer vernichtet worden. Der Schaden be­ trägt 4 Millionen Rubel. Zwei norwegische Holzbetriebe gerieten ebenfalls in Brand, tout£ den aber gerettet. (Z.) ────────── aufführen und zwar solche Personen, die zum Teil vor der Einberufung, zum anderenTeil von ihren Truppenteilen selbst desertiert sind. Unter ihneen befindet sich auch der Oberstleup nant Monulescu. , Rumänische Grausamkeiten. Wie die Bevl. Ztg. a. M. vom siebenbürsgischen Kriegsschauplätze meldet, ist beim dor­ tigen Armee-Oberkommando einwandfrei fest­ gestellt worden, daß die Rumänen die österr^ungar. und deutschen Soldaten, die als Gek fangene in ihre Hände fallen, in Völkerrechts^ wwriger Weise behandeln. Die Verwundeten wurden in vielen Fällen getötet. Die unberp wundsten Gefangenen werden jedoch unter An­ wendung aller außerordentlichen Zwangsmit­ tel dazu verhalten, Aussagen über unsere Stellungen, über unser Kräfteverhältnis usw. zu machen. Das Verhalten des Obersten des rumänischen Jnfanterie-Rgts. Nr. 67, der, tote einwandfrei feststeht, einen k. k. ZugMhrer und Mitten Infanteristen, die sich weigerten, solche Aussagen zu machen, niederWießen ließ, ist besonders an den Pranger zu stellen. ^ j Bitte ^ärgerliche Angelegenheit". Bern, 3. Okt. Den Sieg bei Hermannstapt bespricht der Temps in folgender Weise: "Wir wollen nicht leugnen, daß die Angelegenheit ärgerlich ist. Im Krieg ist fein Ereignis un­ wichtig, wo es sich auchi abspielt. Der Sache kann jedoch abgeholfen werden, da die Rumänen hinter dem Roten-Dhurmpasse genü­ gend Kräfte häben, um den Vormarsch des Feindes aufzuhalten. Wer kann übrigens glaujben, daß ein deutsch-österreichischer Steg in Sie­ benbürgen oder ein bulgarischer auf dem Bal­ kan jemals, britische, französische und russtz sche Truppen zwingen würde, die Waffen zu strecken? Was vorgefallen ist, wollen wir be­ dauern, die Folgen aber nicht übertreiben." ────────── Am Balkan. Die Lage in Griechenland. Petit Parifien läßt sich aus Saloniki mel­ den, daß Admiral Conduriotis den Oberbefehl über die dem König abtrünnig gewordenen vor Salamis ankernden Einheiten der grie­ chischen Flotte Übernahmen werde. Zu den Athener Vorgängen meldet Pettit Journal:, daß die Antiventzelisten mit al­ len Mitteln die Salonikibewegung bekämpfen. Die Regierung lasse die Offiziere streng über­ wachen. Die Verhaftung des Schiffskapitäns Dragasti, des Leutnants Panas und von 10 Kadetten, die sich von Phaleran nach Saloniki einschiffen wollten, wird viel besprochen. Die antivenizelistische Propaganda wird anschei­ nend vom Minister des Innern Ruphos geleis­ tet. In Zänte kam es zwischen königstreuen Bürgern und Venizelisten zu einem Zusammen­ stoß. Mehrere der der Venizelistenpartei Angefhörigen wurden verletzt und deren Läden zer­ stört, ebenso das Versammlungslokal der An­ hänger Venizelos. (Z.) _ , ────────── Der Krieg mit Italien. Tie italienischen Ossiziersverlnste. Lugano, 3. Okt. Bis Ende Septemf ber verlor Italien soweit die Meldungen der Presse vorliegen, an Toten rund 5000 Offijziere, darunter 11 Generale und 300 Stabsfoffiziere. (Z.) ────────── Der Krieg mit Portugal. Unruhen in Lissabon. Dem Pester Lloyd wird aus Lissabon be­ richtet: Die beiden Kammern sind zum erstens male zusammengetreten, ulm über die Revision der Verfassung zu beraten. Die aufgebotene Garde war ohnmächtig gegenüber der Wut, und Entpörung der Menge, die nichts weniger plante, als den Kongreßpalast zu stürmen. Es wurden Rufe laut: "Wir wollen keinen Krieg, wir wollen Brot und Arbeit!" Es kam zu einem Mutigen Handgemenge mit dem Milhtär, imovel es zahlreiche Schwerverwundete gab. Ein einziges portugies. Regiment hät bishser Portugal mit der Bestimmung nach detni west­ lichen Kriegsschauplatz verlassen. Der Rücktritt des Ministerpräsidenten steht bevor. (Z.) ────────── Der Krieg zur See. ) - Bersekkt. ' ' Berlin, 3. Okt. 'In der Zeit vom 20. bis 29. September sind in der Nordsee und im englischen Kanal außer den bereits bekannt gegebenen elf englischen Fischdampsern und 4 belgischen Seeleichtern 35 feindliche Fahrzeuge mit rund 14 600 Tonnen (darunter 27 Fischerfahrzeuge) durch unsere Unterseeboote versenkt I und 21 Gefangene eingebracht worden. Christiania, 3. Ott. Drei weitere nork Wegische Dampfer werden als versenkt getnefe bet: Der Dampfer "Hella" aus Bergen, 950 Tonnen mit 720 000 Kronen kriegsversichert, der Dampfer "Hafnia", 963 Tonnen, das norp Wegische Segelschiff "Emanuel", -33 Tonnen. Damit beträgt die Einbuße der norwegischen Schiffahrt wegen Bannwarefahrten in den letzte ten beiden Tagen 6500 Bruttotonnen und über 5 Millionen Kronen Versicherungsverlust. In. Vadsoe (Norwegen) wurden gestern abends 30 Mann von den Besatzungen der Bevgener Dampfer "Hafnia" und "Hekla" gelant|| bet . Die Mannschaften wurden in eigenen Booten von dem Unterseeboot in Sturm und Regen nach dem Varangerfjord geschleppt. Der Dampfer "Kaila" aus Bergen (950 Tonnen), mit 720000 Mtotten kriegsversichert, I und der Dampfer "Kafnia" (963 Tonnen) sind versenkt worden. Die Einbuße der norwegi­ schen Schiffahrt wegen Bannwarefahrens be­ trägt in den letzten beiden Tagen 6500 Bruttos­ tonnen und über 5 Millionen Kronen Versiche)rungsverlust. Das Dagblad schreibt, der deutsche Un­ terseebootkrieg sei augenblicklich furchtbarer als je. Fünf norwegische Handelsschiffe seien den deutschen Unterseebooten an einem Tage zum Opfer gefallen. Verbranntes Schiff. Nach betn Echo de Paris ist im Hafen von Le Havre das englische Petroleumschiff "Vak nellus" (960 Tonnen) vollständig verbrannt. (Z.) ────────── sie etwas sehen wollte. Eine Weile wurde die Fahrt schweigend fortgesetzt. Es war eine wundervolle Fahrt durch den verschneiten Wiwterwald. Bald darauf erreichten sie Langendorf. Herr von Langendors stampfte gerade in hohen Stiefeln durch 'den Schnee vor dem Hause und kam nun erfreut an den Schlitten yeran. \ ; i i »Ist ja reizend, Herrschaften,' daß Sie kommen und einem arteten Strohwitwer Ge­ sellschaft beim Kaffeetrinken legten!" rief er vergnügt. ! «Strohwitwer? Wieso Strohwitwer? Wo haben Sie denn Ihre Frau gelassen, Herr von Langendors?" fragte Tante Jettchen eristaunt. r ( Dieser begrüßte feine Gäste herzlich. "Jawohl, richtig gehender Sttohwitwer, Tante Jettchen. Meine Frau hat mich treu­ los verlassen und ist uach Berlin abgereist, Knall und Fall. Na, nun scheu Sie mich mal au, Tante Jettchen, .fällt Ihnen nichts an mir aus?" Sie sah ihn kritisch von oben bis unten an und lachte. "Hm! Die Krawatte sißt, schief, ein Zei­ chen, daß ba@ u sorgende , Auge der Hausfrau nicht über ihnen wacht. »Sonst sehe ich! nichts Bemerkenswertes, als recht übermütige und unternehmungslustige Augen. Ich werde es Ihrer Frau verraten, daß Me so vergnügt sind, wenn sie nicht zu Hause ist." ! Er lachte laut auf und stellte sich in Positur. "Also, Achtung, Herrschaften, ich bin Großvater geworden. Jawohl. Ist zwar nur ein Mädel, das nur meine Christa beschert hat. Aber die Buben Iverden schon nachtkommen. So, Tante Jettchen, nun verraten Sie getrost meiner Frau, daß ich übermütig aussehe. Habe ich nicht »allen Grund dazu?" Die drei Angekommenen beglückwünschten ihn herzlich. Er verneigte sich schmunzelnd vor Tante Jettchen und bot ihr seinen Arm. "Und nun hereinspaziert, Herrschaften, in mein vereinsamtes Haus." , y Mit diesen Worten führte er die alte Dame zur Tür. Anne-Rose folgte mit Lothar. "Nun ist mir nicht mehr bange um Christa, sie hat ja nun ein Töchterlein, dem sie von ihrem Liebesreichtum abgeben kann. . Sie kann nun nicht mehr.ganz unglücklich werden, selbst wenn ihr eines Tages ihr Mann eine Enttäuschung bereiten würde," sagte AnneRose leise. " (Fortsetzung folgt.) j Er sah sich lächelnd nach! ihr um. "Die Stistsfväuleins gehören, mit in das Weihnachtspirggramm, das Sie mir voriges Jahr versprochen haben." 1 Sie lachte schelmisch. "Natürlich bestehen Sie darauf, daß Ihre beiden treuesten und begeistertsten VerehperinUen kommen." i f reine» frohes Lachen klang ihm wie Musik. ■ Es blitzte auch in seinen Augen fröhlich auf. "Auf biejie Eroberung bin ich auch sehr stolz." y, , , «Ei, wenn da nur Tante Jettchen nicht eifersüchtig wird," neckte Anne-Rose Wetter. Die alte Dame sah mit einem hudchrvoyleu Blick,erft in Annej-Rvses, dann in Lothars Gesicht. , , ] «Hm! Mit den beiden Stiftsdamen nehme ich es schon noch, Lus, die kann ich zur Not noch ausstechen. . Wenn mir nur 'keine Jüagere und,,Schönere ins Gehege Tornmt." . Annet-Roses Gesicht überzog sich mit tiefem Rot und Lothar mußte sich gerade ein­ gehend mit den Pferden beschäftigen. Tante Jettchens Apgen strahlten und um ihren Mund zuckte es ganz,' seltsam. 'Sie hatte scharfe Augen, auch ohne Brille, wenn ────────── aus einem Granatloch eine Kolonne von drei ahnungslosen Feldgrauen auf, deren Erschei­ nen von.ihren in Granatlöchern geborgenen Kameraden mit großem inneren Jubel begrüßt wurde. Es Icaren drei «Essenholer mit dam­ pfenden Kesseln, und mancher, der mit knur­ rendem Magen.in seiner- Kühle saß, Hütte seine Erstgeburt für einen Napf voll warmer Erb­ sensuppe gegeben. "Essenhaler, hierher! Hier ■ her!!!" schrie man -von allen Seiten. Auch die Engländer schossen jtidjlt, sondern triefen in gutem Deutsch.und womöglich noch Lauter als die anderen"Hierher, .Kameraden!" Ein ungeheures Pech wollte es. daß die Essenss. Haler mit ihren heißen ^Kesseln geradenwegs in das Engländernest liefen. ■ Aber die Engländer erfuhren bald, daß das Glück rund ist und sich dreht.s Als die Nacht begann .und man vbie Umrisse der Uniksormen nicht.mehr unterscheiden konnte, schlich sich ein Freiwilliger, ein -Deutschi-Amerikaner, Mit einer Sprengladung Zu chem englischen Werbindungsgraben. Als pt nahe genug her­ an war, tat er,,als ob er Engländer sei, und da er beinahe besser, englisch als deutsch spricht, glaubten die Engländer, einen der ihrigen vpr sich zu haben, .bis die Mine hioch ging innd der Graben verschüttet,war. Sie versuchsten, ihn ^wieder herzustellen, aber ein Deuä sches Maschinengewehr war .schjon eiliger ich tet und zwang sie, von jedem Spatenstich unter Fluchen Abstand zu nehmen. Da,nn begann der Deptschl-Amerikaner mit den Engländern zu verhandeln. Erst fürchteten sie, die Deutschen schlügen jeden englischen Gefangenen tot, dann ergaben sie sich. Einzelne mußten sie in ein Granatloch kriechen, wo sie vier Deutsche erswarteten. die ihnen die Waffen abnahmen. Dann mußten sie einzeln Wetter von Granatloch zu Granatloch, bis zu einem großen Minen­ trichter in der Nähe des Bataillonsunterstanl des. Als die Engländer drüben die Sachlage erkannten, schossen sie im Scheine von Leuchtiraketen rücksichtslos aus jeden ihrer eigenen Leute, der den Graben verließ. Sechzig Engländer kamen so aus dem auZtzenommenen Nest, dazu drei deutsche Essensholer. Die waren ziemlich wütend. Erst hat­ ten sie die Engländer verspottet und nun sagten ihnen die eigenen Kgmeraden einiges, was nicht sehr liebenswürdig klang. Denn die warme Suppe hatten die Engländer geges­ sen. (Kb.) 993. Scheuermann, Kriegsberichterstatter ────────── Kriegsbriefe aus dem Osten. Berlin, 1. Oktober 1916. ^Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise verboten.) Die Uarpathenkampft. Telegramm unsres zurrt Ostheer entsandten Kriegsberichterstatters. Hauptquartier Corps Conta, 29. Sept. Immer stärker scheinen die Russen den Nachdruck ihrer Operationen nach dem Süden der Ostfront verlegen zu wollen. Ihre An­ kündigung, daß sie die rumänischen Truppen Überall mit russischen mischen wollen, läßt daraus schließen, daß sie die Karpathen- und die siebenbürgische Front in einheitlicher Hand­ lung zusammenfassen wollen. Mit großer Hartnäckigkeit suchen sie die von Felsöj-Vissö über den Borkutt-Paß und über 'Kirlibaba ent­ lang der goldenen Bistritz ngch Dorna Watra und der rumänischen Grenze führende Straße in ihren Besitz zu bekommen. Auch gestern gingen sie mit starken Kräften gegen die Höhlen nordöstlich der Straße vor. Heute wurden die Angriffe mit geringerem Nachdruck wieder­ holt. Die den Weg deckenden Höhen blieben in der Hand der österreichischt-ungairislchjen Ver­ teidiger. Der Koman wurde gestern von den im Latschenseld eingenisteten Ussurikosaken druch schneidigen Stoß bayerischer Jäger ge­ reinigt. Gegen die etwa 1610 Meter hohen Bergzüge der Halm 'Miheileva östlich des CzteremosMtales hatten die Russen gestern nach starker Feuervorbereitung mit großem Ein­ satz Fortschritte errungen. Heute wurde der Rücken, aus dem sie Fich festgesetzt hatten, ge­ nommen. im Norden und ^Süden ohne Artille­ rievorbereitung überraschend angegriffen, während gegen die Front Scheinangriffe gei­ richtet wurden. Der Erfolg der schnellen und gut durchgeführten Unternehmung war eine völlige Ueberraschung der Russen, die in der Verwirrung starkes Sperrfeuer hinter die eige­ nen Leute legten, sodaß den Jägern und den Schlesiern außer der wiedergenommenen Stel­ lung eine hübsche Beute zufiel: 3 Ossizßere, darunter ein Bataillonskommandeur, 530 Mann, 8 Maschinengewehre wurden einge­ bracht, ein Erfolg, der bei dem schwierigen Gebirgskrieg, in dem jeder Mann zählt, dop­ pelt ins Gewicht fällt. (Kb.) Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter. ────────── Tages-Übersicht. Jur Feier von Hindenvurgs Geburtstag fand beim Kaiser eine Mittagstafel statt, bei welcher der'Kaiser eine Ansprache hielt, in der er betonte, daß Hindenburg vom Vertrauen des deutschen Volkes und aller verbündeten Völker getragen ist. » Der Reichstag wird seine nächste Sitzung echt am 11. Oktober abhalten. Gras Zeppelin sagt zur Kriegsanleihe: "Ich habe das unbedingte Vertrauen zur Äigf heit des deutschen Volkes ,daß es jetzt am wenigsten säumen wird, seine Ersparnisse in der vorteilhaften Kriegsanleihe anzulegen, wo es sich darum handelt, dem Heere die Mittel zur Ausführung der den endlichen Steeg brin­ genden Unternehmungen vollends zu .gewäh­ ren. Eingedenk, daß ohne.die Millionen klein­ ster Quellen kein mächtiger Strom sich bil­ det, wird kein deutscher Mann und keine deustsche Frau die geringe Mühe scheuen, diese Pflicht zu erfüllen. Wenn ich an Gchterdiwgen denke, bin ich des Echölges gewiß! Gras Zeppelin." ! Ein Städtetag süddeutscher Milchhändler in Heidelberg beantragte die Konzessionspsllcht int Milchhandel, die Einrichtung von Milchversorgungsgilden und Milch-Eirrkaussgenosschasten. Außerdem kam der Wunsch zum Auf­ druck, daß die Stadtverwaltungen die Milchlversorgung der Städte in Gemeinschaft mit dem reellen Milchhändel regeln und von der Errichtung von Milchzentralen absehen wollen, da mit der Errichtung von Milchzentralen seither noch nirgends eine durchgreifende und Lauernde Besserung in der Milchversorgung erzielt worden sei. 1 ,. Die Gewahrrmg -einer außerordentliche» Haferzulage während der Herbstbestellung. Die Befugnis zur Gewährung einer außerordent­ lichen, Haserzulage während der Herbstbestel­ lung für Gegenden, in den^n die Versütterung von Kartoffeln an Pferde and Rinder üb­ lich spar, nach Maßgabe.der Bekanntmachung des Präsidenten des Kriegsernähbungsamtes vom 25. September 1916 wird hiermit an die K. Regierungen Kammern des Innern, übertragen. — Von dieser Ermächtigung ist nur bei einwandfrei nachgewiesenem, .brittfr gendem wirtschaftlichen Bedürfnis und.in mög­ lichst sparsamer Weise Gebrauch zu machjeu, da sonst die Gefahr besteht, daß die bisherige erhöhte Haserration im kommenden Frühjahr nicht mehr in der gleichen Weise gewährt werp den kann. , Der Landeshauptmann von Tirol, Frei­ herr von Kathrein ist im Alter von 74 Jah­ ren gestorben. Der große Wilson. Auf eine telegrapWsche Mitteilung des Präsidenten der Prust Sol ciete, Elanh, an Präsident Wilson, daß des­ sen England freundliche Politik und die ame­ rikanische Munition und Anleihelieserungen an den Vierverband bei den Präsidentenwahl len eine wichtige Rolle spielen würden, ant­ wortete laut Newyorker Meldungen Präsi­ dent Wilson telegraphisch: Depesche empfardgen. Ich würde mich erniedrigt fühlen, wenn Sie 4>ber Leute wie Sie ihre Stimme für mich abgeben würden. Da Sie mit vielen unloyalen Amerikanern verkehren, ich aber nicht, ersuche ich Sie, ihnen diese Botschaft mitzup teilen. (Z.) ────────── Flurbereiuiguug. Im Königreich Bayern wurden im Jähre 1915 35 Flurbereinigungsjrrnternehmungen durchgeführt, welchen aus dem Flurbereinigungsfonds 91087 Mark Zu­ schüsse, -banmter 5 402 Mark nicht zurückzahl­ bare gewährt wurden. Den 3273 Grundeigentümern ist dadurch ein Mehrwert von 1426857 Mark entstanden. An Pilzvergiftung erkrankte die Stnkkateursfamilie Bärlein in München nach dem Ge­ nusse selbstgvsammelter Pilze. Die 9jähr. Toch­ ter starb im Kinderspital. Bayerische Nachrichten. ────────── , WaUersdorf, 2. Okt. (Zur Nachahmung.) Die Dienstmagd, weiche ihre gesamte Spar? einlege zur Kriegsanleihe zeichnete, hat vor­ gestern auch ihren Jahreslohn, den ihr die Dienstherrschaft bereits bis Lichtmeß 1917 aus­ bezahlte, zur Kriegsanleihe gezeichnet. , StMnGng, 3. Okt. (Kriegsanleihe.) Das Rekrutendelpot in der Jakobsschule dahier, wel­ ches aus Steten Jahrgängen des ungedienten Landsturmes zusammengesetzt ist, hät auf An? regung des Depotsführers zur 5. Kriegsan­ leihe 25 000 Mk. gezeichnet. Bei der 4. Kriegs­ anleihe wurden vom gleichen Depot 5000 Mk. gezeichnet. . I Hengprsberg, 2. Okt. (Vergiftung.) Die Fa? milie des Gütlers Mich. Wieland von Winzer erkrankte am 29. Seht. einige Zeit nach dem Einnahmen des Frühstücks. Nachmittags 3 Uhr starb ein eine inhalb? jähriges Kind, '2 Stun­ den darauf die 86 Jahre alte Großmutter, während die übrigen 5 Mitglieder der Family sich wieder aus dem Wege der Besserung befin? den. Durch den behandenden Arzt wurde festgestellt, daß Vergiftung vorliegt .Auf welche Weise jedoch das Gift in die Speise kam, ist bisher noch ein Rätsel geblieben. Eine absicht­ liche Vergiftung scheint vollständig ausge­ schlossen zu fein, da die erkrankte Familie stets im besten Einvernehmen lebte. Vielleicht wird es der gerichtlichen Untersuchung gelin­ gen, Licht in die Angelegenheit zu bringen. Simbach a? F., 30. Seht. (Pachtüber? nähme.) Die Gastwirtschaft "Simbacher Hof" hier, Eigentum der bischösl. Brauerei Hackt berg, wurde von den Restaurateurseheleuten Hans und Fanny Haringer, früher lange Iahte in Hellbrunn bei Salzburg, pachtweise überss nommen. Ohejrschueidiug, 1. Okt. Der hiesige Dar? lehenskassenverein hat zur 5. Kriegsanleihe 30 000 Mark aus eigenem Vermögen gezeich? net und nmb 40 000 Mark bis jetzt von Spars­ einlegern gezeichnet bekommen. Fürstenstein, 2. Okt. (Eine Versammlung) fand gestern in der Bahnhofrestauration hier unter dem Vorsitz des Herrn Posthalters Sei? der statt, die sehr gut besucht war. Herr K. Amtsrichter Meier aus Passau sprach in fast zweistündigem Vortrage über die derzeitige Lage des Krieges . Die Anwesenden verfolgten die Rede mit größter Aufmerksamkeit. Der' Vorsitzende Herr Posthälter Seider dankte Hrn. Amtsrichter in warmen Worten für den lehrs reichen Vortrag mit dem Wunsche, es möchte recht bald von unseren tapferen Truppen der entscheidende Sieg errungen werden, der uns den so sehr begehrten Frieden bringen würde. ────────── Dienstesnachrichten. Das Lustpoldskrjeuz wurde verliehen: H. Schultz, Gendarmerieoberwachtmeister in Bo? gen; Joh. Friedrich, Staatsstraßenwärter in Eggmühl; Mich. Königseder, Gemeindediener in Buchhofen. : Geudarmerievicnst: Wiederangestellt: der im zeitl. Ruhestand befindliche ^.Gendarmerie? Wachtmeister Mich., Entholzner als Wachtmei? ster i Baherbach. Versetzt: chie Gedärmen Max Fried! von Hauzenberg nach,Pöcking; der Gen? darmeries-Serg. Johann Gruber von Nieder­ bach nach Hauzenberg, Jakob -Mahr von Bay? erbach nach Dingolfing. ────────── Lokales. Landshut, 3. Oktober -—* Das Eiserne Kreuz wurde dem Unteroffizier Herrn Anton Halder, Sohn des Bierführers Herrn Halder hier verliehen. —* Das König Ludwig-Kreuz wurde vom hiesigen Reservelazarett verliehen: dem Assistenzarzt Dr. Geis, dem Lazarettinspektor Hans Däuser, dem Lazarettinspektor Karl Reml mel, dem Feldwebel Sanier des Ersatzj-Bat. Landw./Jnf.-Rgts. Nr. 2, dem Sanitätsfeldwebel Frz. Hormann und dem Militärkrankenjwärter Gefteiten Kapfelsperger. —* Zum Leutnant d. R. wurde der Vizefeldwebel des 1. baher. FußartilleriefRgts. Herr Ernst Graf, Sohn des Herrn Prokuristen Gras in Landshut befördert . —* To ed es fall. Nach langer Krankheit verstarb in München die Gattin des Herrn Bähnhofrestaurateurs Fleischmann, Frau So? phie Fleischmann. 26 Jahre war sie mit ihrem Gatten in der Bewirtschaftung der hiesigen BahlUhofrestauvation unermüdlich tätig, bis sie eine schwere Krankheit zur Einstellung ihres Schaffens zwang. Am 1. Oktober trat auch der Gatte von seiner Tätigkeit zurück. Zwei Tage später aber raffte bereits der Tod die Gattin aus dem Kreise ihrer Familie, der aus allen Kreisen ber hiesigen Bevölkerung das herzs lichste Beileid entgegengebracht wird. —* Beerdigt wurde in Regensburg eine auch in unserer Stadt wohlbekannte Persönlich? keil, Frau Luise Joachim, Witwe des vor we? nigen Monaten ihr int: Tode vorausgegangenen Herrn K. PostamtsdirEktors a. D. Dionys Joaschim. Dem herrlich geschmückten Sarge folgte ein zahlreiches Trauergefolge, auch der öl? testeste Sohn Fritz, der: als Stabsarzt im Felde steht, war anwesend. Der amtierende Geistliche widmete in beredten Worten der Verlebten einen warmen Nachrmf, in welchem er her? vorhob, daß die Verstorbene eine liebevolle Gattin und treubesorgte Mutter war, die ihren religiösen Pflichten iin der gewissenhäftesten Weise nachkam. Ob Ährer edlen Eigenschaften erfreute sie sich allgemeiner Achtung und Be? liebtheit. : • * Schwerer Unfall. Als gestern früh die Hengste des ^Landesgestüts, wie jeden Tag auf dem Morgsnritt durch den Gries kamen, ging der Viehtreiber Johann Kronen­ berg vorbei. Eines der Tiere schlug aus und traf den Kronen berg so unglücklich, daß ihm das Kiefer zerschmettert wurde. Er wurde 'durch die freiw. Sanitätskolonne ins stabt Krankenhäus verbrach t. —* Festgenomm e n wurde die Frau, von der wir gestern berichteten, daß sie obwohl Mutter von 10 Kindeirn, mit einem Kriegsge­ fangenen unerlaubte Beziehungen unterhielt, nicht wegen dieses Beergehens, sondern wegen eines. Verbrechens Widder das keimende Leben. Ihr Mann befindet stich im Heeresdienst, steht aber nicht im Felde. —* Diebstähle im Betrage von 200 Mk. verübte der in einem hiesigen Hotel angestellte Hausmeister Jakob Zehentbauer. Er wurde festgenommen. —* Aufgefunden wurde in der Donau bei Niederalteich eine männliche Leichje. Man vermutet, daß es sich um die Leiche des 17? jährigen Wasserbauarbeiters Karl Horn aus Schönbühl bei Loiching handelt, der mit sei? nem Fahrrad, wie kürzlich berichtet, wahr? scheinlich in die Isar gestürzt ist. —* Der Viktualienmarkt, der in Verbindung mit dem Monatmarkte häute statt­ fand, war nur schwach bestellt, Auch! die Schwämme werden jetzt seltener. Zwetschgen waren zwar in größerer Menge Vorhänden, doch blieben die Preise fest. An lebendem Ge? flügel stand nur wenig zum Verkaufe, än io? tem etwas mehr. Der Verkauf bewegte sich in den gewohnten Bahnen. Eier, Butter oder Schmälz waren nicht zu sehen. —* Der Kartofselmarkt blieb auch heute von ländlichen Verkäufern unbeschickt. Nur Stpppelrüben waren dort Vorhänden und wurden auch voll ausverkauft. Der Krautzmarkt war nur mit fünf Wagen Weißkraut befahren. Der Kauf ging nur schleppend vor sich. ' I . s ( / n r I —* Stenographie. Der hiesige Sich nogräphenverein macht durch Plakate bekannt, daß seine diesjährigen Kurse in dieser Woche beginnen. Es kann gar nicht eindringlich ge­ nug auf die Bedeutung dieser Kurse ünd auf den Wert der Stenographie hingewiesen wer­ den. Bei der immer zunehNtenden Steigerung des modernen Geschäftsverkehrs ist die Ste? nographie ein unentbehrliches Hilfsmittel ge­ worden, das Zeit erspart und eine rasche Ab? Wicklung ermöglicht.- Darum sind tüchtige Ste­ nographen in Fabriken, Kaufhäusern, Ban? ken stets gesucht. Unnsomehr als gerade jetzt durch den Ausfall so vieler Kräfte ein fühy- barer Mangel an fähigen Kontoristen entstan­ den ist und das Geschäftsleben trotz der Ab? sperrung ringsum immer größere Formten an­ nimmt. Die Tageszeitungen der Großstädte bringen täglich Dutzende von Anzeigen, in de­ nen gute Stenographen verlangt werden. Da­ rum seien alle jungen Leute eindringlich er­ mahnt: Lernt stenogräphieren! Landgericht Landshnt. (Sitzung vom 26. und. 29. September 1916.) Verurteilt wurden: der Viehhändler Georg Schlittmeier von Landshut wegen Ueberschreitung der Höchst? preise zu 5 Tagen ^Gefängnis; der Dienstknecht Heinrich Fuchjs von Reitl wegen schweren Diebstahls zu 3 Monaten 8 Tagen Gefängnis. , Verworfen wurde die Berufung der Tag­ löhnersfrau Maria Kästl von Landshut wegen Unterschlagung, weil sie nicht zur Verhandjlung erschienen ist. Wegen Vergehens gegen das Güterzerjtrümmerungsgesetz wurde vom Schöffengericht der Bierbrauereibesitzer Johann Gandorfer von Moosburg zu 25 Mark Geldstrafe oder 5 Tagen Haft verurteilt. In der Berufungs? instanz erfolgte Freisprechung. Wegen Forstpolizeiübertretung wurden verurteilt: der Getreidehändler Georg .Dullinger von Marklkofen zu 1,0 Mark, der Bauer. Johänn Englberger von Dornwang .und die Bauersfrau Maria Unterholzner von Bach­ ham zu je o Mark Geldstrafe. ────────── Das Bauges u ch -es Eisenbahnsekretärs Herrn Sieber wurde bereits in der letzten Sitzung genehmigt. Einem Gesuche um soifortigen Baubeginn konnte, da inzwischen die Regierungsvispens eingetroffen ist, entsproß chen werden, vorbehaltlich der kostenlosen Straßängrundabtretnng und Sicherstellung der Straßenherstellungskosten. i Zum Neubau Brahms in der Gabelsbergerstraße soll Telephvnzuleitung er­ folgen. Hiefür ist die Aufstellung eines Lei­ tungsmastes in der Wiese neben dem Gasthaus zur Schwimmschule notwendig. Wird geneh­ migt. , Für die Installation von 3 elektr. Lampen im Hofgärtnerhaus für Dienstzwecke ist wohl die Einrichtung.genehmigt, doch der Betrag von 180 Mark nicht ziffernmäßig au# gewiesen. Wird auf Antrag der städt. Lichtwerke nachgeholt. , y Ins Waise nhaus wird das sieben­ jährige Kind der Schneidermeisterswitwe Mairia Schneck aufgenommen. ────────── Letzte Posten. Luft kämpfe bei Zecbrügge. Am 1. Oktober nachmittags versolgtenSee^slugzeuge der Seeslugzeugstation Zeebrügge ein feindliches Seeflugzeuggeschwader. Im Ver­ laufe Der sich entwickelnden Gefechte wurde ein feindliches Flugzeug abgeschossen. Die ei­ genen Flugzeuge sind sämtlich unbeschädigt zuf rückgekehtt. ' ; Die Kämpfe in der Dobrudscha. Sofia, 3. Okt. Wie die Mitteilung des Generalstabs vom 3. Oktober u. a. besagt, .wurde in der Dobrudscha ein Angriff des Feindes auf die bulgarischen Truppen in der Linie Beschaal—Jmsatfcha—Perweli durch, Feuer aufgehalten. Ein Gegenangriff derTrupspen unseres rechten Flügels endigte mit der Zurückwerfung des Feindes in seine altenSteblungen und der Vernichtung eines feindlichen Bataillons ,dessen Ueberbleibsel, "2 Offiziere und 100 Mann, gefangen genommen wurden. Antivenizelistische Kundgebung. Der Korrespondent des Petit Journal in Athen berichtet, daß die Abgeordneten von Mazedonien eine Versammlung abgehalten ha­ ben, um gegen die Politik von Venizelos Wi­ derspruch zu erheben. Aus Ostafrika. Reuter meldet, daß der Feldzug in Osts­ afrika beinahe beendet sei. Das Hauptereignis in dieser Woche ist die Besatzung von Tabora, wo die Deutschen von schwerer.Artillerie über eine Front von ungefähr 30 Meilen aus den Stellungen vertrieben wurden. Die Belgier drangen von zwei Seiten in die Stadt ein, während die Deutschen sich rasch zurückzogen. ────────── Handel und Verkehr. Nürnberg, 30. Sept. (Hopfenmarkt.) Donnerstag und Freitag war israelitischer Feiertag, daher wenig Geschäft und er tarnen an beiden Tagen nur je 50 Ballen zum Verkauf. Auch heute ist die Nachfrage eine sehr schwache, sodaß in den letzten 3 Tagen bei einer Gesamtzufuhr von 1500 Ballen nur ungefähr 250 Ballen umgesetzt wurden, wobei Stimmung und Preis unverändert blieben. Preise am 30. September für 50 kg: Markthopfen 42—55 Mk., GebirgShopfen 60—75 Mk., Hallertauer I 70—85 Mk.. Hallertauer II 50-65 Mk., Haller­ tauer III 40—48 Mk., Württemberger 55—85 Mk., Spalter, leichte Lage 70—80 Mk. ────────── Der Türmer. Halbmonatsschrift für Gemüt und Geist. Herausgegeben von I. E. Freiherr» von Grotthuß. Verlag von Greiner u. Pfeiffer in Stuttgart. Vierteljährlich 6 Hefte, 450 Mark. Literarisches. Der Türmer. Halbmonatsschrift für Gemüt und Geist. Herausgegeben von I. E. Freiherr» von Grotthuß. Verlag von Greiner u. Pfeiffer in Stuttgart. Vierteljährlich 6 Hefte, 450 Mark. ────────── Bekanntmachung. Am 1. Ottoher 1916 find Nachträge zu den Bekanntmachungen vom 1, April 1916 über die Beschlagnahme baumwollener Spinnstoffe und Garne, (Spinn- und Webverbot) sowie über die Höchstpreise für Baumwollspinnstoffe und Baumwollgespinttfte tu Kraft getreten. Die Bekanntmachungen find öffentlich angeschlagen, auch können dieselben bei den Handelskammern und Handwerkskammern eingesehen werden. ' ^ ' w ’ 2067 Der Kommandierende General: h. d. Tan«. Übertretendes Generalkommando I. daher. Armeekorps. ────────── Der Luftkrieg. Der letzte Luftangriff ans London. Rotterdam, 3. Okt. Ueber den Luföschiffangrifs auf England in der Sonntagnacht erfährt man aus der; Londoner Blättern, daß das abgeschossene Luftschiff in Pottersbar, ei­ nem nördlichen Vororte von London, nieder­ fiel. Im Fallen warf das Luftschiff noch 39 Bomben ab, woraus es, unten aufftürzend, in drei Teile zerfiel. Die Zeitungen behaupf ten, daß das abgestürzte Luftschiff ein neuer Typ von besonders hoher Geschwindigkeit war, weshalb er ein schwierigeres Ziel bot als die anderen Zeppeline, die sämtlich unversehrt ent­ kamen. (Z.) Der abgeschossene Zeppelin. London, 2. Oktober. (Reuter.) Bis 2 Uhr morgens wurden vier Leichen der Befsatzung des herabgeschossenen Zeppelins, da­ rrunter die des Kommandanten, gefunden. Sie ttvurden unter den Trümmern des Zeppelins ^hervorgezogen; auch eines von den Maschinen^ kgewehren wurde gefunden. Die englischen Fliegerverlnfie. Basel, 3 .Oktober. ,Die "Baffer Nachs r richten" melden aus London: Seit Kriegs l beginn verlor das englische Heer und die Flotp tte nach amtlichen Angaben in den Verlustlisten lbis 12. September 1000 Flieger.