Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1916-10-05. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 69. Jahrgang Nr. 271, 1916-10-05. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert. Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen. Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes 'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/) der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)" ──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────── Kurier für Niederbayern Jahrgang 69 Nummer 271 5. Oktober 1916 ────────── ' Im Westen fand an der Schlachtfront nördlich der Somme gesteigerte Artillerietä­ tigkeit statt. Zu Jnfanterieangriffen kam es nur an der Straße Saillh Rancourt und in dem östlich anschließenden Walde St. PierreVaast, die abgewiesen wurden, ebenso wie englische Vorstöße bei Thiepval und dem Ge­ höfte Mouquet. Im Osten holten sich die Russen eine neue Niederlage. Trotz der furchtbaren Verluste am "2. Okotober stürmten sie westlich von Luck wiederum in großen Massen an, erlitten aber neuerdings eine schwere blutige Niederlage, ohne jeden Erfolg. Tausende von Leichen ge­ fallener Russen liegen vor unserer Front, j Ein Heldenstück vollbrachte Oberleutnant v. Cassel. Er lieh 'sich von dem Fliegervize-; feldwebel Windisch im Flugzeug Hinter die feindlichen Linien bringen, sprengte die Bahn­ strecke Brody—Rowno an mehreren Stellen und ließ sich nach 24 Stunden von Windisch wiede> im Flugzeug zurückholen. i ’ In Siebenbürgen stehen unsere Truppen in Ausnützung des Erfolges bei Hermannstadt bereits vor Fogaras. Auch westlich der Oborocahöhe wurde neues Gelände gewonnen. 1 An der südrumänischen Front wurden die über die Donau gegangenen Rumänen teils vernichtet, teils flüchteten sie eiligst über den Fluß zurück. . > In Mazedonien bezogen unsere Truppen nördlich des Kaimakcalan neue Stellungen. Oestlich davon an der Nize Planina wird noch gekämpft. Die über den Struma ^gangenen Engländer sind größtenteils wieder zurückge­ worfen. Nur in Karadzakoj halten sie sich noch. v ; j Das griechische Kabinett soll zurückgetre­ ten sein. Ueber die Lösung der neuenMinistejrkrise verlautet noch nichts. An der italienischen Front wurden starke Angriffe der Italiener beiderseits Oppaccisel-l li nach anfänglichen Teilerfolgen sofort wieder zurückgeschlagen. Am Karst und an der Kärnt­ ner Front kam es zu schweren Artilleriekämpfen. ────────── außergewöhnlichen Verlusten. Der Gefechts­ bericht Betont die hervorragende Haltung des bewährten öftere. Landwehr-Jns.-Rgts. Nr.24. Jtalienißcher Kriegsschauplatz. Auf desr Karsthochfläche steigerte sich! das feindliche Geschütz- und Minenfeuer ncvchimitilags zu großer Kraft. Auch nachts war die Tätigkeit der Artillerie und der Mtnenwerfer in diesem Abschnitt bedeutend lebhäster als gewöhnlich. Heute früh griff der Feind bei­ derseits Oppaeciasells an, drang in unsere vorbersten Gräben ein, wurde aber sofort wieder hinausgeworfen. Ein italienisches Flugzeuggeschwader warf im Raume von Nabresina er­ folglos Bomben ab. An der Kärtner Front beschoß, die feindliche Artillerie mehrere Ort­ schaften im Gail-Tal, unsere erwiderte gegen Timau. An der Fleimstal-Front hält der Ge­ schützkampf an. Ein feindlicher Angriff im Colbricon-Gebiet kam dank unserer Feuerwir­ kung nicht vorwärts. Am Simone haben un­ sere Truppen insgesamt 6 Maschinengewehre ausgegraben. Süd östlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. Der stellvertretende Chef des Generalstabe»! ti. Hveser, Feldmarschalleutnant. Ereignisse zur See. Ein Seeflugzeuggeschwader hat am 3. DU. die militärischen Objekte von San Eanziano und Staranzano erfolgreich mit schweren, leichten und Brandbomben belegt. Alle Flug­ zeuge sind trotz Beschießung eingerückt. Flottenkommando. Ser Mgorifdje. Bericht. Sofia, 4. Okt. Generalstabsbericht vom 3. Oktober. Mazedonische Front: Westflich und östlich von Serin (Florina) lebhafte Artillerietätigkett ohne Jnsanteriegefechte. Im Moglenitzatale Feuer von Artillerie, Jnfan? terie- upd Maschinengewehren. Beiderseits des Wardar schwaches Artilleriefeuer, stärkeres süd? lich des Doiransees und am Fuße der DeL lasitza Planina. An der Strumafront Ruhe. Beiderseits heftiges Artilleriefeuer und an­ dauernd hartnäckige Gefechte bei Karatschaktöj. Ruhe an der ägäischen Küste. Rumänische Front: An der Donau­ front besetzten wir die Inseln Malak und Kaß lafat gegenüber von Widdin und beschossen, Hafen, Bahnhof und Kasernen von Kalafat erfolgreich. Beim Dorfe Gigtein zerstreuten wir eine feindliche Gruppe, die dabei war, sich zu verschanzen durch! Geschützfeuer. Bei dem Dorfe Rishowo gelang es dem Feinde, eine Brücke zu schlagen mittels deren er starke Truppenteile herüberzuführen vermochte. — Oesterreichische Monitore zerstörten die Brücke. In der Dobrudscha wurde ein 'Angriff des Feindes auf unsere Truppen in der Linie Beschaal—Jmsatscha—Perweli durch Feuer auf­ gehalten. Ein Gegenangriff der Truppen un­ seres rechten Flügels endigte mit der ZurücksWerfung des Feindes in seine alten Stellung gen und der Vernichtung eines feindlichen Bch taillons, dessen Ueberbleibsel, zwei Offiziere und 100 Mann, gefangen genommen wurden. An den übrigen Fronten schwaches Geschützt seuer und Patrouillengefechte. An der Schwarzen Meerküste beschoß, am 1. ds. ein feindliches Torpedoboot die Stadt Mangalia erfolglos. 9er MW Bericht. Konstantinopel, 4. Oktober. Das tür­ kische Hauptquartier meldet: Kaukasusfront: Patrouillengefechte von geringer Bedeutung. Wir machten einige Gefangene. An den anderen Fronten kein Ereignis von Bedeutung. ^ Am 1. Oktober schlugen unsere Truppen an der Doorudschasront einen feindlichen An­ griff in der Umgebung von Amuzeces erfolg­ reich ab. ────────── Vom westlichen Kriegsschauplatz. Sic Schlacht apr der Somme. Die Tgl. Rdsth. Mieldet aus dem Haag: Ueber die letzten Kämpfe: an der Sommefront, besonders in der Nähe vwn Lesboeufs, schreibt der Berichterstatter des Daily News u. a.: An der äußeren liniken Flanke haben un­ sere Truppen ant schwerrsten zu kämpfen. — Ueberall sind sie hier benot heftigsten Feuer des Feindes ausgesetzt. • Als i sie über die ersten Wälle hinwegwaren, tauudjten wieder aus un­ terirdischen Stellungen fcbte fürchterlichen Ma­ schinengewehre auf, die mnfere Reiben lichteten. Die deutsche Artillerie steuert aus Stellungen, die zum Teil mit schwereen Eisenplatten befest­ igt werden. Besonders d)as Dorf Gueudecourt war äußerst stark befesttigt. Die Engländer erlitten hier schwere Be:rluste, vor allem dse Leicester-Regimenter, betnen es unter erbit­ terten, blutigen Kämpfem gelang, in die ersten feindlichen Linien einzuwringen. Von dem ungeheurem Artillerieduell kann man sich keine Vorstellumg machen. Ueber tau-! send Geschütze verwendet der Feind gegen un­ sere Front, mindestens ebensoviele gegen die Franzosen. Da wir undd unsere Verbündeten zum mindestens ebenso 1 titele Geschütze ins Feuer bringen, feuern Mglich weit über "4000 Geschütze, wovon drei VUertel trnunterbrochen Tag und Nacht ihre Atrbeit verrichten. Be­ sonders blutig waren auch die Kämpfe tnt Leuze-Walde. Hier werteidigten die Deut­ schen jeden Zoll mit eineex unglaublichenHarll-uäckigkeit. Wenn man vom Wäldern oder Dor-! fern spricht, so handelt es sich in Wahlrtzeit' nur um Ruinen, die siech äußerlich von dem Landschaftsbilde kaum älbheben. Alles ist zu einem ganz wüsten Gennenge von Holz, er Donner eigentlich kommt. Wenn eine solche Saalve vorüber ist, folgt gewöhnlich plötzliche Stillle — das Zeichen zum Angriff unserer Jnfanteerie. Aber im selben Augenblick eröffnen die 'Deutschen ein schreck­ liches Feuer und gleich idarauf stehlt man die Körper unserer Leute in die Luft geschleudert. An zwei Punkten war itn den letzten Tagen das Feuer ganz besondeers schrecklich, in der Nähe von Clerh, wo erin fürchterlicher Or­ kan französischer Granaten ununterbrochen über das Gelände fegte, und in der Nähe von Moreval. Ueber der ganzen Front liegt schwerer Rauch, durchj den nur die Feuer-, strahlen der explodierenden Granaten und die Blitze an den Geschützmündungen hindurchsdringen. Es ist ganz unmöglich, dieses Schau­ spiel zu beschreiben. (Z.) Drückeberger ohne Ende. Die "Bataille" schreibt: Ehe man die Un­ tauglichen nochmals durchmustert, solle man erst gewisse Formationen revidieren, aber die untersuchenden Offiziere dürften sich in den Büros, die sie untersuchen, nicht beschwindeln lassen wie vor kurzem ein General in Js-surTille. Aus einem Büro schickte er zwei ge­ sunde Leute an die Front, aber zwischen den Büros besteht offenbar eine geheime Verbin­ dung, denn in den zwölf weiteren, die der General besuchte, waren die waffenfähigen Leute tote ein Haufen Sperlinge geflüchtet. Wie man aus diesem Ort höre, seien in der "Commission regulatrice" beinahe alle Se­ kretäre und Ordonnanzen selddienstfähig, drück­ ten sich aber dank klerikaler Protektion. Bei der Intendantur sei es ebenso, im Bahnhossldienst seien zahlreiche Offiziere tätig, obgleich einer genügen würde, und zwar ein Major, drei Hauptleute, ein Leutnant. "Natürlich brauchten sie eine angemessene Zahl von Se­ kretären und Ordonnanzen, von denen viele felddienstfähig seien. Auch unter den sechs Chauffeuren seien einige für die Front ge­ eignet, sie hätten überhaupt nichts zu tun, als die Offiziere zur Meffe und nach Hause zu fahren. Außerdem feien 350 felddienstsähige Leute spurlos im Arbeitsdienst ver­ schwunden. Das alles müsse durch eine Unter­ suchung geklärt werden. ────────── Die Türkei im Kriege. Essad Pascha zum Tode verurteilt. Konstantinopel, 2. Ott. In der nun­ mehr veröffentlichten amtlichen Mitteilung des Platzkommandos von Konstantinopel über das Todesurteil des Konstantinopeler Kriegsge­ richts gegen den berüchtigten albanischienHäuptjling Essad Toptani aus Tirana heißt es, daß nach einer gerichtlichen Verhandlung durch den Inhalt einer offiziellen Korrespondenz, erwie­ sen worden ist, daß Essad mit den Feinden gegen das türkische Reich gearbeitet, den Ver­ bündeten der Türkei den Krieg erklärt und da­ durch sowie durch seine feindselige Haltung gegen die Türkei den Feinden wirkliche Dienste und Hilfe geleistet hat. Aus diesen Gründen erfolgte das Todesurteil, jedoch soll gemäß den Vorschriften der provisorischen Gelsetzvertz ordnung über Kriegsverrat, wenn Essad ver­ haftet werden sollte, über ihn auch in korip trodiktorischer Verhandlung abgeurteilt wer­ den. Das in contumaciam erlassene Urteil ist bereits durch kaiserliches Dekret bestätigt wor­ den. ────────── in einer Art, die ihm die Herzen der Armeen schnell zugewandt hat. Es scheint mir, daß man auf der Kar­ pathen bahn, der ich mich nun anvertraue, gut tut, die Uhr abzustellen, und das Gefiihl, daß, Zeit einen Wert habe, völlig auszuschalten. Von Strhi gelingt es, in einem Wagen, der an einen Verwundetentransport gehängt ist, dve-iter zu kommen. Langsam steigt der Rote Kreuz-Zug zum Beskidenpaß, hinauf. " Um 7 Uhr morgens schickt der freundliche Komman­ dant, österreichischer Oberstleutnant, Kaffee und Brot. Die Berge steigen. Tannenwälder grü­ nen a nden Hängen. Nebentäler öffnen sich im überraschender Schönheit. Hier und dort ein ruthenisches Dorf mit den steilen Strohdächern, von denen der Schnee abgleiten soll. Alte ruthenische Holzkirchen verstecken sich unter grünen Bäumen. Hinter den Höhen zur Rech­ ten liegen die Schlachtfelder, auf denen, die­ selben Truppen, zu denen ich fahre, schon ein­ mal im Frühjahr 1915 die Russen geschlagen haben. "Erstürmung des Ostrh 24. 4. 15.; Erstürmung des Zwinin 30. 4. 15." Immer höher schraubt sich die Bahn, näher rücken die alten Schlachtfelder zur Rechten und gur Linken. Das Land scheint keine Erinner­ ungen daran zu haben. Unberührte Wälder und Dörfer, spärliche Felder, Kuppen, die sich herb und schön in das Himmelsblau lehnen. Der Zug durchfährt den Tunnel, wir sind auf der Südseite, der ungarischen Seite der Karpathen. Wie mit einem Schlage sind die dunklen Nadelwälder verschwunden, weithin dehnt sich Laubwald, den der Frühherbst schon mit gelben und gelbroten Farben betupft hat. Maisfelder beginnen. Die Bauern sind an der Ernte. Rote Kopftücher leuchten aus den graugrünen, langgedehnten Feldern auf, am Bahndamm stehen die Männer in den weiten, Weißen Hosen und grüßen hinauf. Der Zug rollt schneller, obwohl wir an jeder Station, oder vorher und nachher, möglichst lange Halt machen. Die Mädchen ihre grün und rot und weiß gestreiften Schürzen glänzen bringen überall Weintrauben an den Zug. Die Hügel werden sanfter. .In der Ferne noch einzelne Kuppen. Munkafz. Im Rückblick steht die mächtige Burg über der Stadt vor den blau verschimmernden Bergen. Ich sitze als Gast des Kommandanten des Sanitätszuges in seinem hübsch eingerichteten Wohnwagen. Man zitiert natürlich fast gleichzeitig: "Alexan­ der Npsilanti saß auf Munkafz hohen^ Turm." Lange Beherrscht der steile Kegel, an'dem die Trauben reifen, die Ebene. In Bathu ver­ lasse ich den Sackitätszug, in dem für die Verwundeten übrigens geradezu vorbildlich gut gesorgt wurde, und ein neuer Zug, er nennt sich Kurierzug, bringt mich entlang dem Tal der Theiß nach Marmaros-Sziget, das russi­ sche Vortruppen ja einmal am 2. 10. 14. er­ reicht hatten. Diesmal ist das russische Kar­ pathenunternehmen anders verlaufen. Die Maisfelder stehen üppig und hoch. Dazwischen liegen die gelben Kürbisse, über­ all, wo der Fluß und das Gebirge Raum ge­ ben, ziehen sich die Kukurutz-Felder hin. Enger wird das Theiß-Tal. Schnee glänzt aus den Bergen, die in der Sonne ihre Nebelschleierbeiseite schieben. Es geht im Diffö-Tale weiter, nun nähert man sich der Front. Auf allen Gängen drängen sich die deutschen Soldaten. Alle deutschen Dialekte schallen zusammen. Sie essen die süßen Trauben, sehen in die sich tür­ menden Wände, die plötzlich dann zurücktreten und weiten Blick geben. Biele sehen die Berge zum erstenmal, in ihren Augen ist kindliches Staunen und blaue Freude. Andere heben kaum den Blick. Der Krieg warf sie zu weit und hart. Velsö Vissö. Eine kleine Stadt. Noch find die Linden ant Marktplatz grün. ' Enten und Gänse schnattern vor meinem Fenster. Die Wolken scheinen nahe über den Dä­ chern zu ziehen. Am Abend sind dann die Sterne auch wie näher als sonst, und die Berge liegen wie schützende Hände vor dem Städtchen. (Kb.) 1 Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter. ────────── Erneute russische Angriffe bei Luck. ────────── Vergebliche französisch-englische Angriffe an der Somme. — Der fortschreitende Angriff in Siebenbürgen: unsere Truppen vor Fogaras. — Rücktritt des griechischen Kabinetts. ────────── 'Ter holkäudisch-jenglische SHnfssvcrkchr , eingestellt. Mit Ausnahme der Zeeland-Linie haben laut Voss. Ztg. alle holländisch - englischen Schiffahrtsgesellschaften infolge fortgesetzter Wegnahme durch deutsche; Kriegsschlisfe den Ver­ kehr eingestellt. Ein Sozialistentag bet Ententelander. Berm, 3. Okt. Wiie Humanitee meldet, hat der ständige Parteiamsschuß der Sozialisten die Frage der Eiuberurfung einer sozialisti-, schon Konferenz der alliierten Lander geprüft. Mau beschloß, wenn die Auslandssektionen ein-. verstanden sind, die Ktonserenz im kommen-, den Januar abzuhalten.. Ein franOsischer Sozialisteukongreß, aus tbm.bie Tagesordnung des Kongresses der Allliierten beraten wird, ist auf den 24. Dezember und die folgenden Tage angesetzt. Rücktritt des Kabiuetlts Okuma in Japan. Die Times meldet ams Tokio: Das Kabi­ nett Okuma reichte mit Ausnahme des Kriegs­ und des Marineministers sein Entlassungsge­ such ein. Baron Kalo umd Graf Terauchi wer­ den als Nachfolger Okrumas genannt. ────────── Der Krieg mit Italien. Ankündigung einer achten italicußschen 1 Offensive. Lugano, 3. Oktober. Eine neue ita­ lienische Offensive an der Jsonzolinie wird von der italienischen Presse als bevorstehend angekündigt. Die Vorbereitungen zu dieser Offensive werden besonders gründlich und aus­ reichend sein. Großes Gewicht wird aus die Herbeischasfung schwerer Artillerie und dep hierzu nötigen Munitionsmengen gelegt. Die neue Offensive wird wieder vom Herzog von Aosta geleitet werden. gehen bereits ununterbrochen Truppen- und Materialzüge nach der italienischen Front ab. "" ^(Z.) Italienische Warnung vor griechischer Treu­ losigkeit. . Im Gegensatz zu der übrigen italienischen Presse, die einer Parole der,,Agenzia Stefani" zu folgen scheint, ,tolrb von "Kim" im "Mattino" in einem an.Zensurlücken reichen Artikel ^betont, daß in 'Griechenland vor dem Kriege und auch während des Krieges bisher immer der Haß gegen Italien gepredigt wor­ den sei, auch unter Venizelos. Aus der Lon­ doner Konferenz habe Griechenland gegen Italien intrigiert, so daß Jmperiali nur durch äußerste Energie eine Diskussion der griechi­ schen Ansprüche aus die Adria verhindern konnte. Und hat nicht Venizelos selbst die Ausschiffung italienischer Kontingente in Sa­ loniki als ein bedauerliches Faktum bezeichnet? Mit einer solchen Nation, die man jetzt künstlich durch englisches Geld und drohende Kanonen wieder beleben wolle, sollte Italien brüderlich zusammengehen!! Mag der Verband seine We­ ge gshen, wir müssen uns jedenfalls vor der griechischen Treulosigkeit hüten. ────────── Aus den Kolonien. Schwere Verluste der Buren. Die Köln. Nolksztg. veröffentlicht einen längeren Artikel eines gutunterrichteten ko­ lonial-afrikanischen Mitarbeiters über bisher unbekannte siegreiche Gefechte in Deutsch-Ost­ afrika. Darnach wurde Ende Juni eine lOOO Mann starke Burenkolonne, die den Pangani zur Nachtzeit überschritt, um den Deutschen in den Rücken zu fallen, in sumpfige, buschige Uferniederungen gelockt, wo ein fürchterliches vernichtendees Gewehr- und Maschinengewehr­ feuer in die Burenreihen einschlug. Der größte Teil der überlebenden und flüchtenden Buren wurde von deutschen Askaris in erbittertem Bajonettkampfe niedergemacht. Nur 200Mann sowie zwei Burenoffiziere blieben übrig. Auch der Versuch des Generals Hannington, mit überlegenen Kräften das Zentrum der deutschen Front zu durchstoßen, wurde nach zweitägi­ gem heftigen Artilleriefeuer zurückgewiesen.Mit wilder Wut stürzten sich die Askarireserven auf die in deutsche Stellungen eingedrungenen Bu­ ren und warfen sie nach furchtbar erbittertem, mehrstündigem Ringen. General Hannington berichtet selbst hierüber, daß die deutschen As­ karis, verwundet am Boden liegend, jeglichen Pardon verschmähten; sie ließen sich lieber von unseren Bajonetten zerfleischen, als daß sie sich ergaben. ────────── nur, daß ich nicht zu meinen Vätern gehten will im Bewußtsein, Unrecht getan zu Haben. Und deshalb habe ich ein neues Testament aufgezeichnet, wodurch das alte, vor Jähren verfaßte, hinfällig wird. Dieses neue Testa­ ment sollen Sie durchlesen, damit Sie orien­ tiert sind, wenn mir etwas Menschliches pas­ siert. Und dann sollen Sie mir helfen, das alte, ungültige Testament zurücktzsuziehen und zu vernichten und dafür das neue 'bei Gericht zu deponieren. Ich bitte Sie deshalb, so schnell als möglich zu mir nach! Retzbach zu kommen. Ich bin in einer nervösen Unruhe, bis das alles geordnet ist. Und mir ist gar uicht Wohl. Also kommen Sie sofort. Ihr Malte von Retzbach." Mit großen, unruhigen Augen sah AnneMose auf diesen Brief herab. Ihr war zu Mure, als spräche ein Toter aus seiner Gruft heraus zu ihr. Und zugleich kam es wie eine unklare Angst über sie und doch wie ein leises Freuen. Der Brief bewies, daß Malte von Retzbach sein Unrecht an Lothar hatte gut machen wollen. Er Hütte ein neues Testa­ ment errichtet, und dies neue Testament lag, «llew Anschein nach, vor ihr. (Fortsetzung folgt.) ────────── Tages-Uebersicht. Ter Hauptausschuß des Reichstages wird heute die streng vertraulichen Verhandlun­ gen voraussichtlich beenden, so daß morgen die Beratungen wieder aufgenommen werden können, die zwar ebenfalls vertraulicher Na­ tur sind, zu denen aber Abgeordnete als Zu­ hörer wieder zugelassen sind. Tirpitz lehnt eine Reichstagskandidatnr ab. Die Tgl. Rdsch. meldet aus Dresden: Dem Staatssekretär von Tirpitz war von der kon­ servativen Partei eine Kandidatur im Reichs­ tagswahlkreis Oschatz-Wrirzen, wo eine Ersatz­ wahl für Dr. Giefe erforderlich ist, angetra­ gen worden. Großadmiral von Tirpitz hat aber, wie jetzt mitgeteiilt wird, nachdem er das Für und Wider ermstltch durchdacht habe, die Kandidatur abgelehint, da er ei im In­ teresse der großen Sache im jetzigen Augenblick für besser halte, parlamentarisch nicht auf­ zutreten. An zweiter Stelle wurde, der Dres-' bener Fabrikbesitzer Dr. Wildgruber aufge­ stellt. Die Sozialdemokraten haben den Leip­ ziger Buchhändler Lipiuski aufgestellt. (Z.) ────────── Bayerische Nachrichten. Se. Majestät der König sandte an Hindenburg folgendes Telegramm: Ihren Geburts­ tag möchte ich nicht vorübergehen lassen, ohne Eurer Exzellenz Meine herzlichsten Glück­ wünsche zu übermitteln. In den gewaltigsten Kämpfen, die die Welt je gesehen, blickt das Va­ terland voll Vertrauen auf Ihre bewährteTatkraft und Feldherrnkunst. Ter Magistrat München beschloß vorbehaltltzh der Genehmigung der Aufsichtsstelle eine Bekanntmachung, daß künftig der Handel mit Ersatzmitteln für den notwendigen Lü­ bensbedarf konzefsionspflichtig gemacht werden soll. Auf den Umschlägen dieser Ersatzmittel muß der Preis und die Zusammensetzung der Ware angegeben werden. Tie Lotterie des Verbandes Württemb.Ge-werbevereine und Handwerker-Vereinigungen in Stuttgart zur Beschaffung von Mitteln zu Gunsten der Erbauung eines Handwerker-Er­ holungsheimes wurde in Bayern zugelassen. ────────── Allerlei. Rotgeschlachtet mußte eine 300 Stück zählende Schafherde werden, die von einem Mühlenbesitzer in Eggenfelden nach München verkauft wurde und auf dem Transport als vändeveredchchtig befunden worden waren. Erschlagen wurde in Nürnberg der Reiß­ zeugmacher Joh. Ehemann von einer 10 Zent­ ner schweren Drehbank, die beim Transport umstürzte. i Tödlich verbrüht wurde das zweijährige Kind des Schreiuermeisters Fischer in Dahn in einem Kübel mit siedendem Wasser. ────────── Straubing, 4. Okt. (Im Rekrutendepot 1) des hiesigen Ersatzbat. sind, wie wir erfahren, Zeichnungen aus die 5. Kriegsanleihe im Ge­ samtbeträge von 308 650 Mark angemeldet worden. Dasselbe Depot hat bis jetzt rund 15 000 Mark in Goldgeld eingeliefert. Deggendorf, 4. Okt. (Das Luitpoldkreuz) wurde dem Landgerichtspräsidenten Herrn Ed. KeMpff hier verliehen. Zwiesel, 4. Oktn. (Ausbildnngskurs.) Anjfangs Oktober Beginnt an der Fachschule für Glasindustrie und Holzschnitzerei dahier ein weiterer Holzschuhmacherkurs für Kciegsinvaliden. Die Kosten der Ausbildung der Kriegs^ invaliden werden auf öffentliche Mittel über­ nommen. Anmeldungen niimlmt die K. Di­ rektion der Fachschule gerne entgegen. Zwiesel, 2. Oktober. (Todesfall.) Einem Herzschlag ist der 65 Jahre alte Gemeindebe­ vollmächtigte Adolf Lembeck in Zwiesel, seit 30 Jahren Buchhalter und zuletzt kaufmänni­ scher Leiter der Zwieseler Farbenglaswerke, erlegen; er war Mitbegründer des Liberalen Vereins Zwiesel und treuer Anhänger der liberalen Sache. Niederbayerische Nachrichten. ────────── Dienstesnachrichten. Kath. Kirche. Die kath. Pfarrei Für­ stenzell, B. A. Passau, wurde dem Pfarrer Jos. Groß, Pfarrer in Niederhausen, B. Aj. Landau übertragen. Schuldienst. Mit Regierungsentschließung born 25. September If. Js. wurde der Pfarrer Norbert Haas in Breitenberg auf Ansuchen von der Funktion des Distriktsschulinspektors für den Schuldistrikt Waldkirchen enthoben u. diese Funktion ab 1. Oktober If. Js. dem Pfarrer und K. Lokalschulinspektor lyofef Alt­ mannshofer in Wollaberg in stets widerrufli­ cher Weise übertragen. Die Bolksfchullehrer-, Mesner- und Or-ganistenstelle in Neuhausen, K. Distriktsschul-, inspektion Landshut II in Gündlkofen, kommt ab 1. Oktober lsd. Js. zur Erledigung. End­ termin für Bewerbungen: 25. Oktober lfd.Js. ────────── Lokales. Landshut, 5. Oktober. —* Das König Ludwigkreuz wurde in Landshut verliehen: dem Schriftsetzer Hrn. Ottmar Stadler, dem Wachswarenfabrikanten Herrn Anton Weit!, der Realschulprosefsorsgattin Frau Hedwig Hummel, der Rentnerin Frau Marie Lichtenecker und dem SanitätsFeldwebel Frz. Herrmann, Buchdrucker. —* Das Ergebnis der Viehzählung vom 1. September 1916 in Bayern kann als wohl befriedigend bezeichnet werden. Gegen­ über der BiehzwischenZählung vom 15. April ,1916 hat sowohl die Zahl der Rinder als auch der Schweine zugenommen; feine Ab­ nahme zeigt lediglich die Zahl der Schafe. Das Ergebnis der ^Zählung ist aber auch ein deutlicher Beweis dafür, wie notwendig es ist, in der bisher bewährten Weise mit den Viehbeständen haushälterisch umzugehen. —* Die G»esellenprüfung in den ver­ mischten Gewerben Hatten vorgestern 5 Buch­ drucker abgelegt, die sie alle mit der Note "gut "bestanden hüben. —* Zur Gehilfcknprüfung im Be­ kleidungsgewerbe hatten sich in den letztenTagen 80 Prüflinge eingefunden, und zwar 16 Schneider, 6 Friseure und Barbiere, 12 Schuht» macher, 3 Sattler, 35 Näherinnen und 8 Mo­ distinnen. Bei der Prüfung, die unter dem Vorsitze des Herrn Schneidermeisters Röhlvl stattfand, erhielten 6 Prüflinge die Note 1, die übrigen die Noten 2 und 3. * Beschlagnahmt wurde gestern nachmittags am hiesigen Bahnhöfe einemMünchener Reifenden von der Schutzmannschaft eine Handtasche mit 100 Stück Eiern, die der Reixsende nach 'München ausführen wollte. —* Der Monatvieh markt war ge­ stern nur schwach beschickt. Am hiesigen Bahn­ hof gelangten 20 Wagen Großvieh zur Ver­ frachtung. * Kriegswurst wird heute nachmit­ tags von 4 Uhr an im Schlachthof verkauft. ' —* Erwischt wurde gestern ein Münchener Kaufmann, der sich durch einen Unterhändler vom Lande drei Pfund Schweinefleisch, 2 junge Hühner, 3 Pfund Butterschmalz und 3 Pfund Butter hatte besorgen lassen, als er die Waren nach München ausführen wollte. — *Von der Tra mb ahn wurde gestern mittags in der Altstadt der Gastwirt Joses Stürzer von Hauzlenbergersöfl, als er kurz vor dem anfahrenden Motorwagen das Gleis betrat ,zur Seite geschleudert. Stüvzier er­ litt eine Gfehirnerschütterung und mußte d»rch die sreiw. Sanitätskolonne in das städt.Krankeühaus verbracht werden. —* Ueber di eKriegswochenhlilse wird amtlich folgendes mitgeteilt: Es besteht Anlaß, aus folgendes hinzuweisen: EineWöch-nerin, deren Ehemann Kriegs- und ähnliche Dienste geleistet hat, aber zurzeit ihrer Ent­ bindung bereits aus dem Heeresdienst — sei es mit Versorgungsgebührnissen oder ohne sol­ che — entlassen und infolge seiner Verwundung oder Erkrankung an der Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit verhindert ist, hat unter den übrigen Voraussetzungen Anspruch auf die Kriegswochenhilse, so lange diese Verhinder­ ung dauert. Dabei kommt nur eine Erwerbs­ tätigkeit von entsprechendem Belang in Be­ tracht. —* Die Kriegs-Gesellschaft für Sauerkraut erinnert daran, daß die von ihr angesetzten Höchstpreise für den Verkauf von Sauerkraut am 1. Oktober in Kraft traten. Darnach darf in Ladengeschäften Sauerkraut nur noch zum Preise von höchstens 16 Pfg. das Pfund verkauft werden. Ueberschreitungen dieses Preises werden mit Gefängnisstrafe bis zu 1 Jahr und 10 000 Mk. Geldstrafe öder mit 'einer dieser beiden Strafen geahndet. —* Sicherstellung von Graupe, Malzkaffee und Haferflocken. Wie die München-Augsb. Abendztg." zuverlässig er­ fährt, wird das Reichsernährungsamt für die Sicherstellung von Graupe, Malzkaffee und Haferflocken Sorge tragen. Für Graupe und Malzkaffee werden insgesamt 300 000 Tonnen Gerste, für Haferflocken 180 000 Tonnen Ha­ fer zurückgestellt werden. Durch diese Sicher­ stellung ist die Gewähr gegeben, daß diese not­ wendigsten Lebensmittel ausreichend vorhanden sind. —* Ablieferung der Sonnenblumensamen. Amtlich wird Mitgeteilt: Die Samen der Sonnenblumen können bei allen Eisenbahnstationen abgegeben werden; diese zahlen für das Kg. 45 Pfg. und sorgen für die weitere Versendung an den Kriegsqusschuß für pflanzliche und tierische Fette in Berlin. —* Die Landshuter Liedertafel wird morgen Freitag ,den 6. Oktober abends 8.15 Uhr im Stadttheater ihr Vereinsjahr mit einem Liederabend des kgl. Häher. Kammersän­ gers Fritz Brodersen unter Mitwirkung der» Pianistin Lore Winter beginnen. Kammer­ sänger Brodersen besitzt im Zn- und Auslande einen so hohen künstlerischen Ruf, daß wir der Leitung des Vereins zu Dank verpflichtet sind, diesen hervorrageüden Sänger für unsere Stadt gewonnen zu 'haben. Er wird Perlen der deutschen Liedliteratur zu Gehör bringen. Mit Spannung dürfen wir auch dem Auftreten der Pianistin Frl. 'Lore Winter entgegensehen. Der jungen Künstlerin wurde schon bei ÄbsolVierung der Kgl. Akademie der Tonkunst der Motrl-jPreis verliehen, der bekannflich außer­ ordentlich hohe Anforderungen stellt. Sie wird berufen sein, in der Konzertlaufbahn eine aus­ gesprochene Rolle zu spielen. Der Besuch des Konzertes ist auch Nichtmitgltedern gestattet. —* Aus dem Büro des Stadttheater Landshut. Die Direktion sieht sich veran­ laßt, die mit großem Beifall aufgenommene Aufführung der "Goldenen Eva" am Sonntag, den 8. Oktober, als volkstümliche Vorstellung am Nachmittag halb 4 Uhr zu wiederholen. Frau Mara Feldern-Förster vom Deutschen Theater, Berlin, spielt die Titelrolle, Herr Curt Gerdes vom Münchner Schauspielhaus wird wieder als Peter gastieren. Für den Bei der letzten Aufführung durch einen plötzlichen Unfall erkrankten Darsteller des Grafen Zeck übernimmt Herr Otto Friedrich Schöps die Rolle. Die Abend- Vorstellung bringt das Schauspiel "Die Heimat" von Sudermann mit Frau Mara Feldern-Förster als Magda, Hrn. Curt Gerdes als Regierungsrat von Keller, Herrn Josef Stöckl als Oberstleutnant Schwar­ ze und Herrn Otto Friedrich Schöpf als Leut­ nant Max, und das gesamte Personal in den übrigen Rollen. Frau Mara Feldern-Förster hat die Gestalt der Magda am Berliner Thea-ter, am Hamburger und Münchner Schauspiel­ haus wiederholt unter stets großem Beifall dargestellt. ────────── Weih' und biläu sind unsre Fahnen, In dem Wappen trotzt der Leu. Laßt uns sein wie unsre Ahnen: Stark wie Löwep, rein und treu! Mögen Feinde ringsum drohen, • Mag im Frieden blühen das Land, Soll in unsern Herzen lohen Heimatliebe heilger Brand! Heil dem König, Heil dem Land! Schirm sie, Gott, mit starker Hand! Wittelsbach hat stets bewiesen Deutschen Sinn und deutsche Art. An dem Volke wird gepriesen Deutscher Mut mit Treu gepaart. Echte Bayern, brave Deutsche! Wollen wir den Brüdern gleich Nibelungentreue halten Unserm Kaiser, unserm Reich! Heil dem König, Heil dem Land! s Schirm sie, Gott, mit starker Hand! ; : ' Gottl. Arnold. ────────── nehmen. Die Tenne wird vom Hof des Hauses gebildet, auf dem die Aehren ausgebreitet werden. Dann schleifen die beiden Rinder das durch die Frauen, und Kinder belastete S chlittengefährt den ganzen Tag hindurch über die mit den Äehren bedeckte Tenne wobei sie regelmässig und unermüdlich den Weg in der Runde nehmen. Am Abend greift dann jeder zur Mistgabel, um, wenn sich der Abendwind erhebt, das zerfahrene Getreide in die Höhe zu werfen. Dabei fallen die Körner heraus und das zerhackte Stroh wird an der Lehmwand aufgeschichtet. Es bleibt hier eine ganze Zeit lang liegen und wird von Tieren und Menschen zu Dünger verwandelt. Dann kommen die Herden herrlicher Rinder, Kühe, Hammel, Esel heim, schöne Tiere, bei deren Anblick das Herz eines jeden Landwirts lacht. Aber trotz diesem Viehreichtum, trotz den Tomaten, den Melonen, den Feigen, den Nüssen, dem Tabak und dem Mais, ist alles hier arm und armselig: Menschen, Wohnungen und Kleidung. Die halbverfallenen Häuschen mit den breiten, von roh behauenen Ziegeln bedeckten Dächern enthalten als einziges Mobiliar ein oder zwei Decken. Die Kostüme bestehen aus weißer Leinwand. Die Männer tragen ein über die Hofen fallendes und von einem breiten Wollgürtel zusam­ mengehaltenes Hemd, eine ärmellose rote Weste ohne jede Verzierung, ein farbiges Taschentuch um den Kopf gebunden, wozu noch, sobald sich die Kälte meldet, eine Jacke aus Tuch mit Schaffell gefüttert hinzutritt. Das Frauenkleid besteht aus einem einzigen Stück und zeigt weder Form noch Farbe, dazu werden eine wollene, von roten Ouerfalten durchzogene Schürze und der gleiche Wollgürtel, den die Männer tragen, angelegt, der die Frauen nicht gerade anziehender macht." ────────── Stimmen aus dem Publikum. Die Redaktion übernimmt für Einsendungen unter dies« Rubrik dem Publikum gegenüber keine Verantwortung.) Licht und Beheizung sind Dinge, die jetzt möglichst gespart werden sollen. Es soll daher hiermit die Anregung gegeben werden, ob es sich nicht ermöglichien liehe, die Laden während des Winters nur von 8 Uhr früh! bis abends 6 Uhr (an Samstagen vielleicht bis 7 Uhr) geöffnet zu halten. Es wäre doch sicher Zeit genug zum Einkauf vorhanden. Auszjunehmen wären hier nur die Colonial- und Le­ bensmittelhandlungen. Ebenso würde es dem Volksempsinden mehr Rechnung tragen, wenn auch die Konditorläden an Sonntagen um 2 Uhr schließen würden, "denn Eier, Butter, Mehl u. a. sind heute Dinge, deren Verbrauch qußer zu notwendigen Nahrungsmitteln wohl möglichst zu beschränken ist. Ein Geschäftsmann. ────────── Letzte Posten. Die englischen Verluste. Daily Telegraph meldet folgende Zusam­ menstellung der englischen Verluste: Im Juli 7070 Offiziere, 52 001 Mann: im August 4694 Offiziere. 123 097 Mann. im September 5403 Offiziere, 113 780 Mann: zusammen in diesen drei Monaten 17 167 Offiziere, 288 878 Mann. Die rumänischen Verluste Bel Hermann» stabt. Wie italienische Telegramme aus Buka­ rest melden, wurden bei den Verlusten in der großen Umzingelungsschlacht bei Hermannstadt ganz besonders die reitchen Bukarester grämt* lien betroffen, da die eingeschlossenen Regi­ menter hauptsächlich zuur Bukarester Garnison gehörten, die Offiziere t fast ausnahmslos aus Bukarest stammten. Dea verhältnismäßig nur geringe Teile der rumnänischen Truppen den deutschen Ring zu duarchbrechen vermochten, andererseits auch die Zahl der Gefangenen nur gering ist, so müüssen die Verluste na­ mentlich an Toten unggeheuer sein. Die Blät­ ter sagen, die Rumänenn kämpften mit wahrem Löwenmut. Ihr Widerstand war jedoch den berggewohnten Bayern gegenüber vollkommen aussichtslos. Aus den Blättermeldungen geht auch hervor, daß die -Vernichtung der er­ sten Armee in Bukarest einen niederschmetternfden Eindruck gemacht hhat. In höheren Krei­ sen Bukarests gibt es 1 fast keine Familie, die nicht in Trauer versetztzt ist. Bratianu zeigt sich in der letzten Zeit seelten an der Oeffentlich»feit, wobei er stets vom einer Schar Geheim­ polizisten umgeben ist. Sein Haus wird von Militär bewacht. (tZ.) Der rumänische Hilferuf. Der rumänische König soll sich laut Dtsch. Tgztg. an den russischen Zaren mir der Bitte um dringendde Unterstützung mit Truppen und Material gewendet haben. Die Wüchse lbei Rjahowo. Sofia, 4. Okt. D)ie Mitteilung des Ge- ‘ neralstabs vom 4. Oktoober besagt u. a.: An der Dobrudschasront wcaren 15 oder 16 Ba-, taillone'der feindlichem Truppen, welche die Donau bei Rjahowo überschritten hatten, vor­ gerückt und hatten mdhrrere Dörfer besetzt. Um sie zurückzuwerfen, führiten wir zwei Kolonnen von Rustschuk und von Dutrakan konzentrisch gegen sie vor. Gestern am 3. Oktober griffen die von Rustschuk her vorrückenden Truppen den Feind an und zwanigen ihn, seine Rettung in der Richtung aus d>te von Monitors-Flot­ tillen zerstörte Brücke zur suchen. Das Schlacht selb ist bedeckt mit vom: Feinde hinterlassenen Gefallenen. Gegen abeends besetzten wir die Dörfer Rjahowo und LBabowo. Die feindli­ chen Truppenteile sind iiitt Unordnung ostwärts zurückgegangen. Tic Lage im Bukarest. Das Pariser Jourmal bringt eine Drahhmeldung seines Bukaresster Mitarbeiters über die Lage in der rumärnischen Hauptstadt, in der es heißt, deutsche . Luftschiffe und Flug­ zeuge hätten die Städtte Constantza, Piatra, Neamtu und Bukarest b»ei Tag und bei Nacht mit Bomben beworfen, ! die viele Opfer gefor­ dert hätten, da die Bevölkerung allen An­ ordnungen der Behördern zum Trotz sich wäh­ rend der Bewerfung aruf den Straßen auf* halte, i^tn das seltsame Schauspiel zu geniesßen; auch die Schrapnelllsplitter der rumäni­ schen Abwchrkanonen Hätten schon viele ge­ tötet. Es seien bereits erhebliche Belohnung gen für die Herabholung von Luftschiffen und Flugzeugen ausgesetzt worden. In einem Bukarester Briefe des Petit Parisieu heißt es, daß nach 9 Uh-r abends jeder Verkehr unterbrochen sei; nur mR be­ sonderen Ausweiskarten des Polizeipräsekten dürfe man die Straße betreten. Alle Theater seien geschlossen, vorläufig auch die drei größ­ ten Cafes, darunter das berühmte Cafe Capfa, um der Verbreitung ausiegender Nachrichten durch Pessimisten vorzubeugen. Acht Tqge sei kein Eisenbahnzug gegangen und Post und 'Telegraph wurden nicht mehr arbeiten. . Die Revolution in Griechenland. Aus Rom wird dem Daily Telegraph be­ richtet, daß zwei der neuesten griechischen Tor-» pedöbootszerstörer, die in England gebaut wur­ den, sich der revolutionären Bewegung ange­ schlossen haben. Brände in Italien. Laut Corr. della Sera verursachte ein Feuer i,n einer Baumwollspinnerei in Legsnano mehr als 100 000 Lire Schaden. ) i ────────── Literarisches. Die Illustrierte Kriegs-Chronik des Da­ heim hat vor Ähnlichen Unternehmungen einen großen Vorzug: sie folgt den Ereignissen ge­ radezu auf dem Fuße. Für jeden Tag findet der Leser in knappem Chronikstil die Ereig­ nisse der verschiedenen Kriegsschauplätze kurz verbucht. Dem Besitzer dieses Werkes ist es also später einmal leicht, durch Nachblättern jede einzelne Wasfentat des großen Kriegejs festzustellen. (Verlag von Velhagen und Klasing in Bielefeld und Leipzig. Preis des Hef­ tes 60 Pfg.) "Die Plastik", illustrierte Zeitschrift für die gesamte Bildhauerei und Btldnerei und ihre Be­ ziehungen zu Architektur und Kunstgewerbe. Heraus­ gegeben von Alex. Heilmeyer, Bildhauer und Kunst­ schriftsteller, München. Monatlich ein Heft mit acht Kunstdrucktafeln und einem Bogen Text. Preis vierteljährlich 3 Mark. Einzelnes Heft 1.20 Mark. Verlag von Georg D. W. Callwey, München. Der "Baumeister", Monatshefte für Architek­ tur und Bauproxts, (Verlagsbuchbehandlung Georg D. W. Callwey). Das Heft ist zum Preise von Mark 3.— durch alle Buchhandlungen zu beziehen. Das freie Wort. Frankfurter Halbmonatsschirift für Fortschritt aus allen Gebieten des geistigen Lebens. Herausgegeben von Max Henning. 15. Jahrgang. Heft 19/20. Frank­ furt a. W. Neuer Frankfurter Verlag G. tot, v. H. Preis vierteljährlich 2 Mark. Sec Ver­ lag gibt auf Wunsch Probehefte gratis ab. ────────── italienische Abteilung wurde von britischen Schissen in Santi Quaranta gelandet und be­ setzte Delvino. Die griechischen Truppen zogen sich in beiden Fällen zurück. Das griechische Käbinett zurückgetreten. London, 4. Oktober. Der "Daily Tele­ graph" meldet aus Athen: Das Kabinett hat demissioniert mit Ausnahme des Ministerprä­ sidenten und des Ministers des Aeußern. Man erwartet, daß, Kalegerepulos das neue Kabinett bilden wird. Gegen die Benizelisteu. Der Temps meldet aus Athen: Die Anhän­ ger der Partei Gunaris sowie die Angehörigen der Reservistenverbände derdoppeltn ihre Tä­ tigkeit in der Hauptstadt und in der Provinz. Sie zeigen sich im Piräus wo sie lärmende Manifestationen gegen die nach Saloniki in See gehenden Freiwilligen veranstalten. Der Temps erfährt weiter aus Athen: Die griechische Regierung such mit allen Mit­ teln der Ausdehnung der revolutionären Be­ wegung entgegenzuarbeiten. Der Marinenrinister ließ die Verschlußstücke der Geschütze auf den bei Salamis liegenden grtechischen Kriegs­ schiffen im Ministerium in Verwahrung neh­ men. Aus der Insel Zante ereigneten sich ähnliche Ausschreitungen wie in Patras. Die Fenster des Venizelistenklubs seien eingeschla­ gen und Demonstranten und Polizeibeamte verwundet worden. ,