Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1916-11-16. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 69. Jahrgang Nr. 312, 1916-11-16. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert. Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen. Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes 'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/) der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)" ──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────── Kurier für Niederbayern Jahrgang 69 Nummer 312 16. November 1916 ────────── Ein feindlicher Transportdampfer versenkt. ────────── Schwere Kämpfe nördlich der Somme; die feindlichen Angriffe in der Hauptsache abgeschlagen. — Fortschritte in Rumänien: fast 2000 Rumänen gefangen. — Der deutsche Botschafter in Wien gestorben. — Bergarbeiterstreik in Australien. ────────── Im Westen fam| es neuerdings zu schwe­ ren Kümpfen an der Ancre, wo die Engländer ihre vorgestrigen Erfolge erweitern wollten. Es gelang ihnen auch, das Dorf Beaucourt zu erringen, doch weiter kamen sie nicht, .trotz des Masseneinsatzes von Menschen. An allen anderen Stellen aber wurden sie, ebenso tolle die Franzosen am St. Pierre-Waastwalde blu­ tig abgeschlagen. Im Osten versuchten die Russen die ihnen kürzlich abgenommenen Stellungen an derNarejowka zu gewinnen, wurden aber abge­ wiesen. In Rumänien gehen die für uns erfolg­ reichen Kämpfe Wngs der in die Walachei führenden Straßen weiter. Es wurden fast 2000 Rumänen gefangen genommen. Bukarest wurde wieder von Fliegern mit Bomben beworfen. Daß die Rupstinen be­ reits mit einer Belagerung von Bukarest rech­ nen, zeigt die Meldung, daß ein russischer General mit einem Stabe russischer und fran­ zösischer Generäle zur Leitung der Verteidig­ ung von Bukarest, eingetroffen sei. Unsere Heeresleitung gab gestern einen Abendbericht heraus, der vom Westen neue englische Angriffe berichtet, die aber südlich der Ancre bereits gescheitest sind. Mit den Franzosen wird bei Saillh-Saillisel und Prefsoir noch gekämpft. Aus Siebenbürgen werden neue Fortschritte der Unsern gemeldet. In Mazedonien halten die Bulgaren al­ len feindlichen Anstürmen in der Ebene von Monastir stand. An der Cernafpont wurde die Verteidigung etwas zurückverlegr, um die vom Gegner bedrohten Flanken zu-sichern. Aus Saloniki kommbn die widersprechend­ sten Meldungen. Während die einen besagen, daß General Sarrail die Offensive neu auf­ nehmen werden, worauf auch die gegenwärtigen schweren Kampf Hinweisen, Meinen andere der nächste Schachzug der Entente werde der Rückzug der Sarrailarmee von Saloniki sein. Ja sie wissen sogar zu melden, daß bereits mit deM Abtransport des Kriegsmaterials be­ gonnen sei. Von Interesse ist auch die gest­ rige Meldung der Entwaffnung eines rus­ sischen Regiments, das den Gehorsam verwei­ gerte, was einen Blick in die faulen Verhält­ nisse in dem babylvnischen Völkergewirr der Ententetruppen in Mazedonien gewährt. , An der italienischen Front nnternahmen österr.-ungar. Trappen einen erfolgreickhenVorstost. | Eigenartige Zustände herrschen anschei­ nend in Italien. Während die minnsterielle Presse weiter fortfährt, mit allen Mitteln den Krieg zu schüren, veröffentlicht die italieni­ sche kathi. Union im vatikanischen Blatt ein Manifest, das zum Frieden drängt. Much die Neutralsozialistischen rühren sich und verbrei­ ten Zirkuläre mit der Forderung nach FrieI den. Außerdem liegt der offizielle Staat imi schärfsten Widerpart mit gllen seinen Verbün­ deten. Rußland und England sind Gegner einer italienischen Annexion im Epirus. W'ie der Korrespondent der Berl. Morgenpost aus London erfährt, erklärte der russische BvtI schafter in London einem neutralen TiplomäI ten, daß, zwischen der Entente und Italien I Differenzen über verschiedene politische Fra­ gen bestehen. England und Rustland würden niemals eine italienische Annexion des Epirus anerkennen, woraus Italien eine Kardinals­ frage mache. Mit seiner Weigerung von TvupI Pensendungen nach gemeinsamen Kriegsgebieten I der Verbündeten werde Italien nichts er­ reichen, degn Rußland lasse sich ebensowenig zu territorialen Zugeständnissen zwingen, wie England. Italien habe mit allen Verbündeten | besondere Streitfragen und stelle Forderungen, I die mit der augenblicklichen Lage ganz unber! einbar seien. In der italienischen Presse wie­ derum injacht sich eine lebhafte Unzufriedenheit mit der Entente, in besonderem Maste mit Epgland, breit, eine Verstimmung, die derart im Wachsen zu sein scheint, datz das offiziöse Giornäle d'Jtalia es für nötig findet, in einem Artikel den "törichten Anklagen" entgegenzutre­ ten und vor "hinterlistigen Unruhestiftern" zu warnen. Aber nicht allein gegen England richten sich die italienischen Anklagen, sondern auch gegen Frankreich, das Hilfstruppen ver­ langt und gegen Rustland, von dem gesagt wird, daß sein Sieg die größte Gefahr für Ita­ lien sei. Die italienische Kriegspresse will nur den Krieg an der inneren Front erklären. Wir können ja ruhig zusehen, wie den Kriegs­ hetzern allmählich der Boden unter den Fü­ ßen zu schwinden beginnt. Unsere Unterseeboote sind weiter an der Arbejit. So hat eines derselben am 5. dsl. einen feindlichen Transportdampser von 12000 Tonnen, trotzdem derselbe von Zerstörern be­ gleitet war, versenkt. i * ────────── Ereignisse zur See. WTB. Wien, 15. Nov. Amtlich wird gemeldet: In den frühen Morgenstunden des 14. ds. griff eines unserer Seeflugzeugge­ schwader die feindlichen Stellungen von Ronchi, Veremgliano und Doberdo sehr erfolgreich Mit Bomben an. Ern feindliches, das Geschwader angreifendes Landflugzeug, wurde in die Flucht gejagt. Akkattenkommando. 9er MW Bericht. Konstantinopel. 14. Nov. Das tür­ kische Hauptquartier teilt mit: Auf den Fronten kein bedeutendes Er­ eignis. Der Vizegeneralissimus. Mazedonische Front. Den heftigen französischen Angriffen in der Ebene von Monastir haben bulgarische Truppen, dabei das Regiment Balkanski Sr. Majestät des Kaisers, unverrückt standgehalten. Im Cernabogen gelang es den Gegnern einige Höhen zu nehmen. Uml Flankenwirkungen gegen die Talstellung zu vermeiden, ist unsere Verteidigung dort zuriückoerlegt worden?. Ter 1. Generalauartiermeistev: Ludendorsf. * ' WTB. Großes Hauptquartier, 7 Uhr 45 Min. abends. Westlicher K