Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1916-11-17. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 69. Jahrgang Nr. 313, 1916-11-17. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert. Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen. Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes 'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/) der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)" ──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────── Kurier für Niederbayern Jahrgang 69 Nummer 313 17. November 1916 ────────── Vergebliche feindliche Anstürme im Westen. ────────── Im Westen scheiterten imi Sommegebiet neue feindliche Vorstöße, dagegen haben die Unsern dem Feinde den Ostteil von Saiffisel und Gräben am Nordrande des Waldes St. Pierre-Waast entrissen. Feindliche Flieger haben Ostende bombar­ diert, wobei 39 Belgier getötet hntrben. Alls | Vergeltung für diese und ähnliche "Kultur- I taten" wurde von uns Nancy von der Erde 1 und der Luft aus beschossen und beworfen. Im Osten wurde ein russischer Asngrßfs südwestlich von Riga abgeschlagen. Äin der Siebenbürgenfront scheiterten rus­ sische Ajngriffsversuche. In, Rumänien nehmlen die Kämpfe bei Campolung, a$n| Roten Turmpasse und Szurdukpaß einen für uns günstigen Fortgang. Ueber 1200 Rumänen wurden wieder gefan­ gen. An der italienischen Front erweiterten die Oesterreicher ihren gestern berichteten Er­ folg östlich von Görz, eroberten einen italieni­ schen Gräben und brachten Gefangene und Bente ein. Geheimnisvolle Explosionen von Schissen werden aus Rußland gemeldet. Bald ist es ein Schlachtschiff im Schlwarzen Meer, dann wieder Hilfsdampfer oder Frachtschiffe an der nordi­ schen Küste.. Neuerdings wird aus Apchangelsk berichtet, daß dort 7 russische Dampfer! in die Luft gegangen feien.. Es scheinen in Rußland geheime Kräfte zu Welten.. Wilson soff wieder, gestärkt durch die iAstlssicht aus neue *4 Jahre Präsidentschaft, den Friedensvermittlungsgedanken neu aufge­ nommen haben. Er soll beabsichtigen nach Newvork eine Konferenz aller Kriegführenden einzuberufen. Das Oberhaupt des unseren Feinden Munition liefernden Almerikas ist lei­ der nicht die Person bet der wir Unparteilich­ keit zu finden erwarten können. Wo aber best Glaube an diese fehlt, dürfte eine Vermittlung eine schwierige Ajnfgabe sein. Es ist ja mög­ lich, daß W.iffon bet unseren Feinden, die einsehen muhten, daß' eine Niederringung Deutschlands nicht möglich ist, viel Gegenliebe findet, um von Hren phantastischen Forderun­ gen so viel als möglich durchzudrücken. Eine andere Frage ist es allerdings, wie sich unsere Regierung hiezu stellt. Bei aller Liebe zum Frieden müssen wir ja vor uliefm! Sicherheit haben gegen künftige Ueberraschnngen derart, wie sie uns das Jahr 1914 gebracht. ────────── FtaltenistHer Kriegsschauplatz. Die gestern gemeldete Unternehmung öst­ lich von Görz fortsetzend, eroberten unsere Truppen wiederum einen feindlichen Graben, nahmen 60 Italiener gefangen und erbeuteten zwei Maschinengchviehre. Eines unserer Flugzeuggeschwader belegte militärische A-rlagen bei der Station Per la Earnia ausgiebig mit Boimiben. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Der stellvertretende Chef des Generalstabesr v. H o e s e r, Jeldmarfchalleutnanr. D« MWW Bericht. Sofia, 15. Nov. Amtlicher Generalstabs­ bericht: ' ! i [ * ! ! Mazedonische Front: Während des ganzen Tages stand die Stellung in der Ebene von Monastir unter sehr heftigem feind­ lichen Artilleriefeuer, insbesondere östlich der Eisenbahn, Die heftigen Angriffe desFeindes scheiterten angesichts des hartnäckigen Wi­ derstandes unserer Truppen . Der Feind, der an einigen Punkten in unsere Stellungen ein­ gedrungen war, wurde vernichtet. Vor der Front eines einzigen unserer Bataillone zähl­ ten wir 400 Leichen. Im Eernabogen lebhafte Kämpfe. Die bulgarischen und deutschen Trup­ pen zogen sich auf Stellungen nördlich der Dör­ fer Tepaztzki und Tscheghels zurück. An der Moglenafront, im Wardartale, oto Fuße dev Belasica Planina und an der Strumafront ab­ gesehen von schwachen GeschützWmpfen nichts Wichtiges. j i An der Küste des lägäischen Meeres näher­ te sich ein feindliches bewaffnetes Transport­ schiff der Mündung des Flusses Deghiermeskdere, südwestlich Marori und schoß ohne Erfolg mehrere Bomben auf die Küste ab. Rumänische Front: Längs der Do­ nau Gewehrschüsse zwischen den Posten und Artillerietätigkeit. Bei Tutrakan und Silistria sowie in der Dobrudscha nichts wesentli­ ches. An der Küste des Schwarzen Meeres Ruhe. Irr tMifdje Bericht. Konstantinopel, 15. Nov. Das tür­ kische Hauptquartier teilt mit: Unsere Flieger warfen mit Erfolg Bom!ben auf Gebäude und die Eisenbahn von Kairo. Nichts von Bedeutung von den übrigen Fron­ ten. . Der Vizegeneraltssimus. ────────── daß die Kursnotierungen an der Börse durch die Nachricht ungünstig beeinflußt werden, daß Wilson demnächst endgültige Schritte unter­ nehmen werde, uim einen Frieden herbeizu­ führen. Es verlautet, daß Wilson die krieg­ führenden Länder einladen wird, Vertreter zu einer Konferenz in Washington zu entsenden, bei der a% Parteien ihre Mindestforderungen aufstellen sollen, um den Weg zu einer zwei­ ten Konferenz zu ebnen, aus der über die eigentlichen Friedensverhandlungen beraten werden soll. Ferner verlautet, daß Wilson nicht die Absicht habe, einen Waffenstillstand vorzuschlagen. Spanien zwischen jztori Feuern. Madrid, 15. Nov. (Durch Funkspruch des Wiener Korr.-Büros.) Imperial bringt die Nachricht, daß, gestern drei spanische FrUchitschisfe von Valencia nach England in der Meerenge von Gibraltar durch englische Kriegs­ schiffe angehalten und zur Rückkehr nach Va­ lencia gezwungen wurden, weff sie die deut­ sche Konsulatsöewffligung für Fruchtausfuhr besaßen. — Imperial fügt hinzu: Durch die­ ses Vorgehen Englands gerate Spanien zwi­ schen Hamimier und Ambos; denn wenn unsere Fruchtschiffe mit Deutschlands Bewilligung aussahren, werden sie von den Engländern angehalten. Wenn sie ohne dieselbe ausfahren, werden sie von den Deutschen torpediert. Wilson als Friedensvermittler. Daily Te^egvapl^ meldet aus Newhork.'Der Washingtoner Korrespondent der Newhork Evening Post teilt seinem Blatte m|it, daß Wilson in einigen Monaten, vielleicht noch während des Winters, in der Lage sein werde, eine Friedensbewegung in Gang zu bringen. — Newhork Tribune meldet, daß die Anhänger Wilsons eifrig bemüht find, den Eindruck zu erwecken, daß Wilson an FriedensMnen ar­ beite. Die Finanzial Times berichtet ausNewhork ────────── Das Königreich Polen. Tas polnische Heer. Wien, 16. Nov. Das Verordnungsblatt für Polen enthält die näheren Bestimmun­ gen über den freiwilligen Eintritt in die pol­ nische Armee. ' Vom 22. Novelmber angefangen werden für die sich zur polnischen Armee frteiwiWg Meldenden Listenangelegt. Bis aus weiteres werden folgende Waffengattungen gebiOet: Infanterie mit Maschinengewehrabteilungen, Reiterei, Sanitätsabteilungen und Fuhrwesen. Um der polnischen Arslmjee nach den bestehenden völkerrechtlichen Bestimmungen die Eigenschaft der Armee eines kriegführ>enden Staates zu sichern, ist es notwendig, sie, soweit es sich um die oberste Führung und die Rechtsverhält­ nisse handelt, vorübergehend dem deutschen Heer einzuverleiben. ────────── Vom westlichen Kriegsschauplatz. "Frankreichs Existenz auf dem Spiele." Genf, 15. Nov. Im "Journal" schreibt Senator Humbert: "Deutschland wird seine Mu­ nitionsfabrikation verdoppeln. Es hat be­ reits eiinen Mann ausgewählt, der mit Ver­ ständnis und Energie das neue Amt versteht. Die neuen Arbeiten werden nicht vom Reichs­ rat oder von Gesellschaftsklassen abhängig fein, sondern man wird Fabriken requirieren und neue schaffen und die notwendigen Arbeiter aus dem Felde zurückberufen. Aber was toter« den wir tun, die toir über das Altev der Munitionsarbeiter debattieren? Die wir Ge­ schütze fabrizieren wollen, in dem toir die dazu dringend nötigen Arbeiter an die Front schicken? Erwachen toir und schauen wir den Problemen ins Auge, die Existenz Frankreichs steht auf dem Spiele!" ────────── Gegen Rußland. Entlassung der Verschleppten durch Ruß­ land. Königsberg, 16. Nov. Professor Knaske, der eifrigst um die Heimkehr dev ver­ schleppten Ostpreußen bemüht ist, tefft in der Tilsiter Ztg. mit, daß die mvnateMngen Ver­ handlungen des Auswärtigen Amtes mit der russischen Regierung zu einem befriedigenden Abschluß, geführt Haben:. Alle 'Verschleppten haben Anspruch aus Freilassung ausgenommten die Militärtauglichen. Ter Zar und der Gvoßfürstj. Stockholm, 16. Nov. Asien Demtentis zum Trotz halten südrussische Blätter an der Wiederberufung des Grohfüvsten'Nikolaus zum Oberbefehlshaber fest. "Rjetsch" weiß dazu er­ gänzend zu berichten, daß die Umgebung des Zaren diesem dringend empfohlen habe, sich ein wenig zu entlasten und dies sei nur mög­ lich, wenn er toieder den Großfürsten Nikolai heranziehe. ährend des Krieges ist Generalleutnant Hoeppner längere Zeit hindurch Chef des Generalstabes einer Armee gewesen. Feindliche Fliegerangriffe auf die flandrische Küste. WTB.. Berlin, 16. Nov: (AmGch:) Am 15. November morgens warfen feindliche Flugzeuge Bomben auf die Häfen von Brügge ! und Ostende., An den Fahrzeugen und An­ lagen der Marine wurde kein Schaden ange­ richtet.. , , ■ : . Eine erfundene Luftschlacht WTB. Berlin, 16. Nov. Aus dem Großen Hauptquartier wird uns geschrieben: Der englische Funkspruch aus Karnavon vom 13. l Uhr vormittags gibt den Bericht eines französischen Berichterstatters der Liberte vom ll.d s. über eine Luftschlacht wieder» welche über den deutschen Linien bei Baupaume stattgefunden habe und Mit einem völ­ ligen Siege der Engländer endete. — Dieser Bericht ist in allen Teilen glatt erfunden. — Der Berichterstatter hütet sich auch, zu sagen, wann die Luftschlacht stattgefunden haben soll. In Betracht kommen nur der 9. und 10. No­ vember; denn vom! 4. ds. bis 8. ds, machten Sturm und Regen größere Luftschlachten un­ möglich, während ainj 11. ds. starker Nebel ein­ setzte, der auch in den folgenden Tagen die Fliegertätigkeit behindert. Am 9. u. 10, war die Luftkämpfen. Es fand aber weder eine grö­ ßere Luftschlacht statt — nach dem Funkspruchi solfen 30 britische Flugzeuge an dieser be­ teiligt gewesen sein — noch blieben die Bri­ ten Sieger, denn unsere Flugzeuge klärten an diesem Tage im|it Erfolg bis in die Ge­ gend Douljens auf. Am 9i. November schos­ sen wir hinter den feindlichen Linien sieben, hinter den eigenen Linien 4, am 10. November hinter den feindlichen Linien 6 und hinter den eigenen 4 feindliche Flugzeuge ab. Wir ver­ loren in diesen beiden Tagen an der ganzen Westfront zusamMpn 5 Flugzeuge. Fliegerangriff aus Kairo. Basel, 15. Nov. (Amtl. britischer Be­ richt aus Kairo). In Erwiderung eins den kürzlichen Raid von 12 unserer Flugzlemge ge­ gen die militärischen Einrichtungen vom Birsaba und Maghdaba warf ein feindliches; Flug­ zeug gestern morgens neun Bonchen ähtf die Geschäftsquartiere von Kairo ab. Der Bericht protestiert gegen diese neue "Verletzung des Völkerrechts." Kairo, 13. Nov. (Reuter.) Bei dem heu­ tigen Luftangriff wurden 14 Personen getö­ tet. darunter vier Europäer. 25 darunter 4 Europäer verwundet. < 1 ────────── Der Krieg zur See. Neue deutsche Unterseeboote? Die Stampa Meiß aus London zu berich­ ten: Dänische "Schiffer sollen in der Nordsee deutsche Unterseeboote eines neuen, geradezu gigantischen Typs gesehen haben. Tie Unter­ seeboote seien größer als die gewöhnlichen Han­ delsschiffe. ! Versenkt. Lloyds meldet: Man glaubt, daß der bri­ tische Dampfer "Polpedo" versenkt worden fei. Nach einer Meldung der Agence Halms aus Madrid griff vorgestern morgens das Unterseeboot 49 den englischen Dampfer "'Clan Buchanan" an. Auf seine telegrckphischenHWferufe erschien der Postdampfer' "Hollandia's. Einzelheiten über die Rettung fehlen. DieBesatzung des Dampfers "Elisa Maria" erklärte, daß das Unterseeboot nachts das Meer mit riesigen Scheinwerfern überhväche. Der dänische Dampfer "Beira" landete in Portugal die Besatzung des im Atlanti­ schen Ozean von einem deutschen Unterseeboot versenkten englischen Dampfers "Merasana". Reuter meldet, daß die Dampfer "Benicia" un d"Corinth" versenkt worden sind. DieMannschaft des letzteren wurde gelandet. Der schwedische Dampfer "Astrid", der vor dem Kriege als Lusthacht "Sage-Saga" in den Schären Stockholms verwendet wvrden war, | wurde von einem deutschen Unterseeboot auf dem Wege Stockholmi-Raumo in Finnland ver­ senkt. Die Mannschaft wurde gerettet. Kopenhagen, 16,. Nov. Der Kapitäst des dänischen Dampfers "Ragnar" Meldet seiner Reederei aus Vigo, daß der Dampfer am 11." November hundert Seemeilen nördlich von Finisterre von einem deutschen Unte eeboot ver­ senkt wurde. Die Besatzung frw :be gerettet und in Vigo gelandet. Der Darup, er war mit einer Kohlensüdung auf der Reise von Cardiff nach Marseille^ London, 16. Nov. Lloyds meldet: Der spanische Dampfer "Oiz Mendi" wurde versenkt; die Bemannung ist gelandet.. Bern, 16. Nov. Eine Depesche des "Ma­ tin" aus Marseille meldet, daß 30 Gerettete des Dampfers "Arabia" dort Mit dem Dampfest "Ermesst'Simons" eingetroffen feien.. Bern, 16. Nov. "Echo de Paris" mel­ det aus La Corunna: Der Dampfer "Leo 13." traf auf dem Meer den verlassenen, brennen­ den norwegischen Dampfer "GaMma", der als­ bald sank. Das Schicksal der Besatzung ist un­ bekannt.. ────────── — ich bin Dir ebenbürtig. Sie hätte aufstehen und ihr den Rücken kehren mögen und saß doch wie angenagelt. Das liebenswürdige Bemühen der alten Gräfin sie ins Gespräch zu ziehen, verschlimmerte ihre Lage nur, da die hochmütige Abweisung der Baronin dadurch noch empfindlicher zu Tage trat. Der Gras, der von der Baronin gänzlich mit Beschlag belegt wurde, schien auch nicht die Verantwottung zu fühlen, sich der Gesellschafterin seiner Tante annehmen zu müssen. Natürlich — so machten es die Hochwohlgeborenen stets. Sobald sie mit ihresgleichen zusammen find, glauben sie, sich ihrer Würde etwas zu vergeben, wenn sie einer Bürger­ lichen und gar einer in abhängiger Stellung befind­ lichen mit derselben Höflichkeit wie den Personen ihres Standes begegnen. Es kochte in Rose. Sie hötte nicht mehr auf die Unterhaltung, die über Paris und alles mögliche andere geführt wurde. Sie saß wie auf Nadeln und suchte fieberhaft nach einer Gelegenheit, zu entfliehen. Ein Windstoß schlug die Verandatür leicht zu und brachte einen Luftzug ins Zimmer. Die Gräfin, die der Tür am nächsten saß, schauette etwas zusammen. ...-Darf ich Ihnen Ihren Schal holen, Frau Gräfin?" fragte Rose, die Gelegenheit ergreifend. "Wie versorglich Sie sind, mein liebes Kind," antwortete die Gräfin freundlich. "Wenn sie den so gut fein wollen.' Wie eine Erlösung kam es über Rose. Sie stand auf und ging zur Tür mit elastischen Schritten, vornehm, in stolzer, anmutiger Haltung. Der Gras hob den Blick und sah ihr nach fast mechanisch, ohne sein Gespräch mit der Baronin zu unterbrechen. Sie aber, die seinen Blick wohl bemerkt hatte und ihm gefolgt war, fühlte sich dadurch seltsam erregt und gereizt. "Seit wann halten Sie sich eine Gesellschafterin, Frau Gräfin?" wandte sie sich an diese. "Seit Harald auf Reisen ging- Mir war es zu einsam hier, und ich hatte Harald auch das Versprechen gegeben, mir jemand zur Zerstteuung zu halten." ..Und so lange ist diese — sagten Sie nicht Frau? — schon bei Ihnen?" "Nein — Frau Herwart ist etwa seit zwei Monaten bei mir. Vorher mußte ich leider oft wechseln da die jungen Mädchen es hier in der Einsamkeit nicht lange aushielten." Die Baronin lächelte eigentümlich. "Nun sind Sie durch die Rückkehr Ihres Herrn Neffen der Einsamkeit überhoben und werden wohl auch diese Gesellschafterin bald entlassen." ,O Gott nein," rief die Gräfin fast erschrocken. "Ich hoffe int Gegenteil, Frau Herwart noch recht lange hier behalten xzu dürfen. Sie ist auch frei und unabhängig — eine junge Witwe, die früh schon ihren Gatten verlor." (Fortsetzung folgt.) «Gestatten gnävigste Baronin, daß rch Ihnen die Gesellschafterin meiner Tante, grmV Herwart, vorstelle — Frau Baronin von Gemmingen." Ein leichtes, hochmütiges Kopfnicken war die Erwiderung auf Roses bösliche Verbeugung. Dann wandte sich die Baronin, ohne ein Wort an Rose zu richten oder sie auch nur eines Blickes zu würdigen, den beiden anderen zu. Nur eine Gesellschafterin — tant de bruit pour une Omelette. Und deren Eristenz hatte sie sekundenlang in Erregung versetzen können —. Wie mit Blut übergössen stand Rosa da, unschlüssig ob sie gehen oder bleiben sollte da winkte die Gräfin sie an ihre Seite, und sie folgte dem Wink, obgleich sie am liebsten hinausgeeilt wäre. Die Baronin fing nun in gewandter Weise eine Unterhaltung an, übersprudelnd von Geist und Witz. Ueber die Gesellschafterin sah sie mit einer so augenscheinlichen Nichtachtung hinweg, daß cs Rose siedend heiß zu Kopfe stieg. Alles in ihr zitterte, sie kam sich vor wie eine leblose Puppe, wie ein Stück Holz oder eine Pagode, die nicht einmal wagen darf, mit dem Kopf zu nicken. Zum erstenmale empfand sie ihre Stellung als etwas Demütigendes, Peinvolles. Sie war so verwöhnt, so empfindlich und hatte nie eine Verletzung ihres Stolzes und ihrer Würde ertragen können. Alles in ihr bäumte sich auf. Sie hätte es der hochmütigen Baronin ins Gesicht rufen mögen: Du hast kein Recht, mich rote eine Null zu behandeln ────────── Statt der Wurst eine Wasserlache. Dev Schweinemetzger Max Berzl in München würde vom Gerichte wegen Verwässerung der Lyoner­ würste zu 500 Mark Geldstrafe bedurteilt. — ,Ju der Verhandlung stellte derBezirksinspekto/r fest, daß die beschlagnahmte fragliche Wurst sich nach zwei Stunden auf dem Tische in eine einzige Wasserlache verwandelt habe. Bayerische Nachrichten. Massenspcisnng. Die soz-, Rathausfraktion in München hat den Antrag gestellt!: Der ^Magistrat wolle den Reichskanzler ersuchen, die allgemeine Volksspeisung in zweckimläßiger Weise sofort reichsgesetzlich zu organisieren. In der Begründung wurde von M.-R. Schmid ausgeführt, daß die Volksküchen nicht mehr ausreichen. Eine lokale Organisation reiche nicht aus. Wenn die Zivildienstpflicht einge­ führt wird, so cherden viele Haushaltungen überhaupt nicht mehr existieren. Außerdechl würden die Zivildienstpfltchtigen auch Massen­ speisung erhalten. M. R. Schmid ist dabei der Ansicht, daß wir ohne die Massenspeisung Über­ haupt nicht durchhallten können. Der Magi­ strat beschloß den Antrag dem zuständigen Re­ ferenten für Volksspeisung zu überweisen, sodaß der Antrag am kommenden Dienstag in öffentlicher Sitzung behandelt werden kann. Zur Kürzung der Butterratton hat die Zentrumsfraktton des Rathauses in München im Magistrat den Antrag eingebracht, er wolle beschließen, bie^ Regierung zu ersuchen, we­ gen der Herabsetzung der Buttersrationen um­ gehend wirksame Maßnählmlen zu ergreifen, daß die Bevölkerung in Bayern die für das ganze Reich jetzt noch geltende Kopfrabion von 90 Gramm Fett tatsächlich erhalten kann. In der Begründung wurde weiter gefordert, daß die Regierung veranlassen wolle, daß den Land­ gemeinden auch für Butter und Speisefette der Lieferungszwang auferlegt wird. Hunde in der Trambahn. Von verschiede­ nen Seiten wurde in München angeregt, daß man Hunde, insbesondere Jagdhunde,- in die Straßenbahnwägen mitnehmen darf.'Der Ma­ gistrat München lehnte aber dieses Ansuchen mit allen gegen eine Sttmjme ab. Gemeindebehörden «nd Landwirte, schützt eure Getreidevorratsräume, Speicher, Lagcrhänser und Feldstädel vor Brandstiftung.' Mit der Brandversicherung allein ists Heuer nicht getan, denn wir brauchen das Getreide in erster Linie und nicht nur die Geldentschä­ digung. Ein besonderes Augenmerk auf unbe­ kannte und verdächtige Personen, auch Kriegs­ gefangene wird sich empfehlen. Ebenso haben mit Feuerzeug "spielende" Kinder schon Mün­ chen Brandfall verschuldet. Auf sie werden die Landwirte, vor allem auch die Sicherheitsvrgane ebenfalls ein wachendes Auge haben müssen. Eine städt. Ziegenzucht ist jetzt im Schlachtund Viehhvf Fürth eingerichtet worden. Zu­ nächst hat mans Mt 100 Stück versucht. ────────── Niederbayerische Nachrichten. Passau, 16. Nov. (Die Rote Kreuzmedailse '3. Klf) wurde der Majorswitwe Frau Berta Schnitzlein, geb. Burgatz, hier verliehen'. Passa«, 16. Nov. (Ueberschreitung der Höchstpreise.) Der Kaufmann, Gemeindebe­ vollmächtigte BiMMeslehner in Passau wurde vom Schöffengericht wegen Ueberschreitung der Höchstpreise zu '50 Mark Geldstrafe verurteilst. Der Verurteilte kaufte das Ei um 17 Pfg.s. und verkaufte es um 20 Pfg.. nach dvmi Rhein­ land.« Bimsnchslkchner stand schon früher im Verdacht der Höchstpreisübersschreitung. Es konnte ihm aber nichts bewiesen werden. Die Angelegenheit kam damäss sogar im Gemeindekoliegirrm öffentlich zur Sprache. ────────── Dienstesnachrichten. Kath. Kirche. Genehmigt wurde, daß vom Bischof von Passau die kath.. Pfarrei Nieder­ hausen, B. Al. Passau, dem Kooperator Joh. b, Kr. Resch in Auerbach, B. A. Deggendorf, verlliehen wurde. > ────────── Zeit eine zwingende Notwendigkeit fei, dafür .zu sorgen, daß Sie Kleinsten der Nation wieder herangezogen werden zu tüchtigen, kräftigen Menschen. Die Position wurde auch debattelos genehmigt. Jahresbeitrag zum Verein "Zentralefirr Säuglingsfürsorge in Bayern" 50 Mark. Zuschuß zur Bekämpfung der Tuberkulose 11000 Mark. j Zuschuß zur Gewährung von Unterstützun­ gen zum Besuche von Desinsektionskursen 200 Mark. Zuschuß zur Unterstützung bestehender und zu gründender Sanitätskolonnen 1000 Mark. Beihilfen an Hebammen zur Teilnahme -an den Wiederholungskursen 200 Mark. Zur Kenntnis genommen wurden: Die Rechnung über die Pensions- und Unterstützungskasse für das Personal der nie­ derbayerischen Heil- und P'flegeanstalten für 11915. Die Rechnung über Verzinsung und Til­ gung des niederbaherischen Kreisanlehens zur Errichtung einer zweiten Heil- und Pflegeanstalt in Mainkofen zu ursprünglich 2 880 000 Mark für das Jahr 1915. Der Auswandsnachweis über die Ausga­ ben auf Kreisfonds-, Uferschutz- und Korrehtionsarbeiten für 1915, ferner über die Aus­ gaben auf Rechnung der admasfierten Kreis­ fondsgelder, Nebenrechnung 15 für 1915. Die Nachweise über die Verwendung der Kreisfondszüschüsse für Herstellung und Un­ terhalt der Distriktsstraßen im Jähre 1915'. Nächste Sitzung morgen Freitag vormittags halb 10 Uhr. ' i * Arbeitsämter. Die gemeindlichen Arbeitsämter Landshut und Straubing erhielten bisher dom Landrat jährlich 400, resp. 800 Mark, somit zusam'men 1200 Mark Zuschuß. Nunmehr ist in der Er­ richtung der Arbeitsämter eine Aenderung ein­ getreten. (Sine Reichskanzlerbekanntmachung regelte die Errichtung der Arbeitsämter ünd verlangte deren Ausbau. Das daher. StaatsMinisterium hat. hierzu eine Bekänntmachung erlassen, nach der alle Gemeinden über 10 000 Einwohner öffentliche unparteiische Arbeitsäm­ ter errichten müssen, in kleineren Gemeinden aber solche errichtet werden können. Nunmehr müssen daher auch die Arbeitsämter Passau und Deggendorf weiter ausgebaut werden. .Infolgedessen mußte der Bisher voM Landrat genehmigte Zuschuß auch auf diese Arbeits­ ämter ausgedehnt werden. Die Höhe des Zu­ schusses wurde auf 2000 Mark festgesetzt, die der Landrat auch genehmigte. Die Verteilung ob­ liegt dem ständigen Landratsausschuß. * Tie landwirtschaftlichen Winterschulcn waren in Niederbayern im letzten Kriegsjahve mit einer Ausnahme nicht eröffnet wurdest. Heuer war dagegen der Andrang an Schülern ein sehr großer. In Passau haben sich 25 bis 28 Schüler gemeldet, in Landshut ist das Pen­ sionat überfüllt, Auch in Straubing hatten sich 22 Schüler angemeldet, doch lehnte das Generalkommando des 3. Armeekorps die Ent­ lassung des stello. Provianramtsinspektors Wunderlich, des Leiters der Schule, aus dem Heeresdienste ab. Infolgedessen konnte diese Schule dicht eröffnet und mußten die hiefür angemeldeten Schüler den anderen niederbayeu. Schulen, die alle eröffnet wurden, zugewiesen werden. Es erhöhen sich infolgedessen die ur­ sprünglich im Etat vorgesehenen Summen ganz erheblich. Es wurden vom Landrat genehmigt: für die landw. Winterschule Deggendorf 2000 Mark (im (Stat 600 Mark), Kötzting 2200 Mark, Landshut 1850 Mark (int Etat 950 Mark), für das Internat in Landshut 1000 Mark (int Etat 750 Mark), für die Winterschule in Passau 2800 , Mark, in Pfarrkirchen 2350 Mark (im Etat 950 Mark),^ in Straubing, die nicht eröff­ net wird, 500 Mark. Die allgemeine Reserve für die landwirtschaftlichen Winterschulen wur­ de auf 500 Mark festgesetzt (im Vorjahre 1500 Mark). ────────── trägt 855,663,96 Mk. die Schulden 160 739,19 Mark. Die Hauptposten in den Einnahmen be­ tragen die Verpflegskostensätze mit 305 406,80 Mark und die Kreisfondszuschüsse mit 179 450, Mark; die Hauptposten in den Ausgaben der sächliche Bedarf mit 344 599,92 Mark und Be­ soldungen und Löhne mit IU 308,46 Marh. t' * Die AerrreDsrech nung der Heilund Pflegeanstalt Mainkofen für das Jahr 1915 schließt bei 273025.18 Mark Einnahmen und 254130.31 Mark Ausgaben mit 18 894.87 Mark Mehreinnahmen. Vermögen und Schul­ den sind mit 2 816 625,28 Mark angegeben. Un­ ter den Einnahmen bilden die Hauptposten der Vetpflegskosteners. mit 129 618,30M.,derKreisfondszuschuß mit 86 600 Mk., der Grundstück­ ertrag mit 25114,25 Mark und der Ertrag von Metzgerei und Bäckerei mit 13 479,04 Mks. Unter den Ausgaben sind die Hauptposten der sächliche Bedarf 168 259,97 Mk. und die Be­ soldungen und, Löhne mit 83 318,75 Mk. —* Der Fahrradverkehr wurde wieif er beschränkt. Fahrrp.dbereisung darf von Händlern nur gegen Bezugsschein abgegeben werden, der (in Landshut vom Magistrat) nur an Personen abgegeben werden d ars, für wel­ che die Benützung eines Fahrrades unbedingt notwendig ist. Das Verbot der Benutzung des Fahrrads zu Vergüngungsfahrten und Sportzwecken bleibt in Kraft. —* Südd.. Klassenlotterie. In der gestrigen Bormittagsziehung der Prseuß-.'Stldd. Klassenlotterie fiel ein Gewinn von 50 000 Mk. auf Ar.. 126 359. (Ohne Gewähr) ────────── Stimmen aus dem Publikum. Die Redaktion übernimmt für Einsendungen unter diese, Rubrik dem Publikum gegenüber keine Verantwortung.) Fleischnot. Dem Einsender F., der sich darüber härmt, daß er auch in Landshut Danken und Köchinnen aus den sogenannten besseren Häu­ sern beim Anstehen vor den Metzgerläden ver­ mißt, Wächte ich anraten, sich im Gewände einer solchen Köchin, von den Damen gar nicht zu reden, in die Reihe dieses Publikums zustel­ len und ein einzigesmal, die ungerechtfertigten Beleidigungen unv Anrempelungen gefallen zu lassen, denen Man dort ausgesetzt ist. Er wird dann begreifen, daß man in diesen Kreisen tatsächlich oft lieber Kartoffel zum Gemüse ißt, als sich Fleisch auf solche Weise erkämpft, zumal sich viel­ fach die Dienstmädchen weigern unter den oben angeführten Vorkommnissen anzustehen.Wenn es deshalb manchmal vorkommen sollte, daß die eine oder andere Hausfrau telephonisch um vas ihr zustehende Fleisch bei ihreM Metz­ ger bittet, das "Bestellen" hat man sich ohne­ hin abgewöhnt, so glaube ich, ist selbst dies begreiflich. B. . . ────────── Letzte Posten. ErzhMpg Karl Umnz Joseph MitRegent? Berlin, 16. Nov. Verschiedene Blät­ ter wissen von einer bevorstehenden Prokla­ mation des Kaisers Franz Joseph über die Mitregentschaft des Erzherzogs Karl Franz Joseph zu berichten. Der Fahneneid der Polen. Königsberg, 16. Növ. Ueber das neu aufzustellende polnische Heer wird gemeldet: Der polnische Soldat .wird den Fahneneid, Treue gegenüber beim! polnischen Vaterlande, dem deutschen Kaiser als dem Oberbefehlshaber in diesem Kriege und gegenüber den Monarchen beider Zentrakmächte, als den Bürgen für den polnischen Staat, geloben. Ter Mißglückte Einzug in Monastir. Az (Ist Meldet aus dem bulgarischen Hauptquartier: Vor einigen Tagen begann die neue Offensive iM Cernäbogen, die nur eingesetzt werden konnte, nqchdeM Der Feind Verstärkungen herangezogen hatte, die sich teils aus den neuestens in Saloniki angekommenen Truppen teils aus Mensch enMaterial von an­ deren Teilen der Mazedonischen Front, rekru­ tierten. Auch bei diesen Kämpfen hatte der Feind ganz ungeheure Verluste, die größten am Montag und in der Nacht zuM Dienstag. Die neue Offensive, die vom französischen KriegsMinister Roques veranlaßt worden ist, hat aber sehr wenig Aussicht auf Erfolg, teils wegen des Widerstandes, den die verbündeten Truppen leisten, teils wegen der Wetterverhältnisse, de­ nen die zuM größten Teil aus Kolonialtrup­ pen bestehenden ArMeen des Gegners kaum standhalten können. Sofia, 16. Nov. Den Serben erschien die Einnahme von Monastir so sicher, daß sie vor ihrem letzten Ansturm schon das PhogramM zu ihrem feierlichen Einzöge in die — neue Hauptstadt Serbiens — festgelegt hatten. Die serbischen Offiziere übten schon seit längerer! Zeit einen Parademarsch, der die Feierlichkei­ ten in der eroberten Stadt einleiten sollte. Auch ein Festbankei war geplant, an dem der serbische Kronprinz und alle hinter derFront weilenden Mitglieder der Skupschtina teilneh­ men wollten. Die deutsch-bulgarische eiserne Mauer vor Monastir hat nun diese serbischen Träume in nichts zerfließen lassen. 7 russische Munitionsdanchfer explodiert. In Archangelsk gingen am US. ds. sieben russische -Munitronsdawpfer, die am Morgen angekommen waren, in die Luft. Die Ex­ plosion war so gewaltig, daß Eisenteile 700 Meter weit geschleudert wurden.. 763 Schwer­ verletzte sollen in das Krankenhaus eingelie­ fert worden sein. Ein Bischof zu Tode geprügelt. Stockholm, 17. Nov. Ter Bischof der Moskauer altgläubigen russischen KircheM Mi­ chail, dev bekanntlich von der Ochrana wegen seiner 'Kenntnisse über Unregelmäßigkeiten in der Verwaltung innerhalb derselben, verhaßt war, wurde auf dem Heimwege von einer kirch­ lichen Handlung von Mitglieder der Ochrana zu Tode geprügelt. Der Bischof wurde in einer Seitenstraße sterbend aufgefunden. Ein deutscher Konsul in Mexiko ermordet. New York, 8. Nov. (Funkspruch des Ver­ treters des WTB. — Verspätet eingetroffen.) Eine Depesche der Associated Preß aus Elpaso (Texas) Meldet, daß dort aus ^Chihuahue die Nachricht eingetroffen "ist, der deutsche Konsul in Parral Edgar Koch sei entweder' getötet oder wird von Räubern Billas in der Nähe von Santa Rosalia gefangen gehalten, uM ein Lösegeld zu erpressen. Man glaubt, daß Koch Mit Silberbarren im Werte von 50 000 Dollars, die für eine amerikanische Berwerksgesellschaft bestimmt waren, von Porral ab­ gereist war. - ────────── Literarisches. Ein Buch mit fünftausend Mitar­ beitern ! Ein Buch, bequem in der Tasche zu tragen, nicht dicker als ein mittelgroßer Roman — und doch ein Buch, das so viele Mitarbeiter hat, wie kaum ein vollständiges Konversationslexikon! "Der sekdgrane Büchmann" nennt es sich, "Geflügelte Kraft­ worte aus der Soldatensprache", gesamt melt und herausgegeben von Gustav Hochstetten (Verlag der Lustigen Blätter, Berlin. Mk. 1.—) Höhenluft von Paul Grabein das neuere Ullsteinbuch Preis 1 M. Grabeins neuer Roman führt in ein stilles, abgeschiedenes Dörfchen Oetztaler Alpen, hoch droben an der Grenze des­ ewigen Eises. Ein berühmter Künstler, ein deutscher Segantini, ist vor der Wirrnis der Welt hierher. geflohen, um mit heiligen Ernst, in abgeklärter Ruhe ganz seinem großen Schaffen zu leben. Natürlich und schlicht wächst seine Tochter neben ihm auf. Mit dichterischer Wucht stellt Grabein die Koslikte dar, die das Erscheinen des vom Leben hergesandten Weltkindes in dieser Stille heraufbeschwört, den Sieg der Jugend, der Leidenschaft. Ueber allem Geschehen wölbt sich der blaue Himmel des Hochgebirges. Maje­ stätisch ragen die Gipfel, grüne Wiesen und dunkle Waldhänge liegen zwischen den windzerrissenen Karen, unnahbar breitet sich in überirdischem Zauber die erhabene Firnenwelt. "Der Vortrupp", Halbmonatsschrift für das Deutschtum unserer Zeit. Herausgegeben von Dr. jur. Hermann M. Popert, Hamburg, und Kapilänleutnant a. D. Hans Paafche, Berlin. Ver­ antwortlicher Schriftleiter: Dr. phil. R. Kraut, Ham­ burg. Verlag von Alfred Jansfen, Hamburg. Preis: Jährlich 8 Mark, vierteljährlich 2 Mark. Einzelnummer 40 Pfg. ────────── Fahrzeit der elektrischen Straßenbahn. Ab Dreifaltigkettsplatzr Vorm. Nachm. Abends Die vom Dreisaltigleitsplatz lommentwi Wage« durchfahren die nachbcnannte» Haltestellen: Theaterstraße (Luitpoldbr.) 1,0 Minuten später. Rosengasse (Neustadt) 2,0 " " Zweibrückenstraße 3,5 " " Bismarckplatz 5,0 " " Johannisstraße (Schlachth.) 6,5 " " Mittl Seligenthalerstraße 7,5 " " Hauptzollamt 8,5 " " Uebersührg. (Güterbhf.) 9,5 " « Ab Bahnhof: Vorm. Nachm. Abends Die vom Bahnhof kommenden Wagen durch» sahren die nachbenannten Haltestellen: Uebersührg. (Güterbhf.) 0,5 Minuten spät«» Hauptzollamt 1,5 " " Weiche Seligenthalerstraße 2,5 " " Johannisstraße (Schlachth.) 3,5 " " Bismarckplatz 5,0 " " Zweibrückenstraße 6,5 " . Rosengasse (Neustadt) 8,0 " " Theaterstraße (Luitpoldbr.) 9.0 " " ────────── KronprinzLichtspiele. 2405 Heute zum Letztenmal! Der Lautenmacher von Mittenwald. ────────── Betreff: Regelung der Milchversorgm.g Der Stadtmagistrat Landshut hat in seiner Sitzung vom 11. bs nach Anhörung der Lebensmittelkommission aut Grund § 12 Ziff. 5 und § 17 d. B.-B. v. 25. 9. 1915 mit sofortiger Wirksamkeit angeordnet, daß die VkweOW Don Frischmilch in len Kllsskk- Md AWlisem dis mf weiteres zu mterbleiden hat. Zuwiderhandlungen werden mit Gefängnis bis zu 6 Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 1500 Mk. bestraft. Landshut, den 15. November 1916. ~ Marschall. 240i Schwarz. Bekanntmachung. ────────── Bekanntmachung Betreff: Regelung der Milchpreise. Gemäß Magistralsbeschlusses vom 11. ds. ist nach Anhörung der Lebrnsmittelkommi'ston und Im Hindi ck auf ein diesbez. Gutachten der VerteilungS stelle für E zeugniffe der Milchwirtschaft 1. bayer. A.-K. der Verkaufspreis für Vollmi ch mit Wirksamkeit vom 15. 11 er. um 24 M. st den Liter noch ols angemessen / zn erachten. Der Verkaufspreis für Magermilch beträgt nach wie vor 12 Pfg. per Liter. L a n d s h u t, den 15. November 1916. Stadtmagistrat Landshut. Marschall 2462 Schwarz. ────────── Bekanntmachung. Einheb««g der Brandverfichernn sbeiträge für das Berficherungsjahr 1916/17. Die Einzahlung der Branöverfichernngsbeiträge für das Berfichernngsjahr 1916/1? hat am Manag den 20. and Dienstag de» 21. Rmniber leie in der Stadthauptkaffe (Fleifchbankgaffe) während der Kaffastunöen bo« 8—12 Uhr vormittags und 2—5 Uhr nachmittag - zu erfolgen. Als Beitrag gelangen wie im Vorjahre wiederum Via des regelmätzigen Jahresbeitrages zur Einhebnng. Die Einzahlung kann auch ouf unser Mrokonio bei der K. Mialbank Landshut sowie aus das Postscheck, konto Nr. 3195 München erfolgen. Auf dem Abschnitt von Postanweisungen, Zahlkarten, Ueberweisungen :c. ist Name und Wohnort des Einzahlers sowie Betrag und Gegenstand der Zahlung anzugeben. Bei Benützung des Postscheckkontos find die Zahlkartengebühren mit ein­ zusenden. Dieselben betragen bis zu 25 Mk. 10 Pfg.; von mehr als 25 Mk. bis 500 Mk. 20 Pfg. Nach Umfluß der vorbezeichneten Zahlungstage werden säumige Zihlungspflichtige gegen eine Gebühr von 20 Pfg. gemalmt, wobei die Zahlung an diemit Quittungen der Stadthauplkaffe versehenen Kassaboten zu entrichten ist. Laudshut, den 14. November 1916. g>taöttna#i st rat. - Marschall. 2399 Schwarz. ────────── Bekanntmachung. Betreff: Schutz der Wafferleitungen gegen Frost. Um Schädigungen durch Frsstwirkung hintan zuhalte», ist e» »oiwrndig, alle Fenster und Türen der Räume, in denen Wasserleitungen uud Meßvorrichtungen stch befinden, gut geschleffen zu halten und bet Schächten die Deckel gut mit schlechten Wärmeleitern abzudichten. Gartenleitungen und Feuerlöschleitungeu, die durch nicht ftostfret Räumn geführt sind, werden am besten entleert. Dasselbe empfiehlt sich auch bet HauSleitungen, Aborten re. welche längere Zeit nicht benützt werden. Durch ständiges Laufenlassen des Wassers an Endstellen und Kloscttspülapparaten können Etnfrterungen verhindert werden. Nachdem Berstunen ein­ gefrorener Leitungen bet dem im Rohrnetz herrschenden hohen Druck große Gefahren und Beschädigung an Gebäuden und Eigentum mit sich bringen, wird den Hausbesitzern und Mietern größte Vorsicht anempfohlen, ganz besonder» aber für den kommende» Winter, nachdem zur Ausführung von Reparaturen und Instandsetzung von beschädigten Leitungen weder die sachverständigen Ar­ beiter, »och die nötigen Materialien, wie Benzin, Spiritus re. in der notwendigem Menge zu erhalten sind. Landshut, 4. November 1916. Stadtmagistrat Landshut. I. V.: Ambros. 2400 Schwarz. ────────── Nauch zur Vergeltung bombardiert. — Neue Erfolge in Rumänien: über 1200 Rumänen gefangen. — Ein kommandierender General der Luftstreitkräfte — 7 russische Munitionsdampfer in Archangelsk in die Luft geflogen. ────────── chische Major des 23. Jnsanterie-Rgts. Melitios Zacharias tot aufgefunden. Die Feststellungen ergaben, daß ein Unfall vorliegt und der Tod infolge'Gasvergiftung erfolgte.