<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<?xml-model href="http://www.tei-c.org/release/xml/tei/custom/schema/relaxng/tei_all.rng" type="application/xml" schematypens="http://relaxng.org/ns/structure/1.0"?>
<?xml-model href="http://www.tei-c.org/release/xml/tei/custom/schema/relaxng/tei_all.rng" type="application/xml" schematypens="http://purl.oclc.org/dsdl/schematron"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">
  <teiHeader>
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1916-11-22"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
      </titleStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
        <availability>
          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
        </availability>
      </publicationStmt>
      <sourceDesc>
        <bibl>
          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">69. Jahrgang Nr. 318</biblScope>
          <date when="1916-11-22">1916-11-22</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
        </bibl>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
    <encodingDesc>
      <editorialDecl>
        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
        <segmentation>
          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
        </segmentation>
        <correction status="low" method="silent">
          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
        </correction>
      </editorialDecl>
      <projectDesc>
        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
        </p>
      </projectDesc>
    </encodingDesc>
  </teiHeader>
  <text>
    <body>
      <pb n="1"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Kaiser Franz Joseph war auch ein treuer Anhänger des Bündnisses mit unseremStaate, dem sich'vfpäter das treulose Italien zugesellte. Oesterreich-Ungarn und Deutschland verbanden di« gemeinsamen Interessen und wie Oelsterveich-Ungarn der treue Sekundant Deutsch­ lands in der Marokko Krise war, so hieltDentschland schirmend seine Wehr über feine« Bundes­ bruder in der bosnischen Krise. Auch derWeltkrieg fand beide.Staaten fest zusammeingekettet stm Kampfe gegen den gemeinsamen Feind und den treulosen Freund. Nun ist der Monarch unseres verbündeten Staates nach 68jähtsger Regierümgszeit im "87. Lebensjahre sanft entschlafen u nd die Völker seines Staates stehen schmerzgebieügt an der Bahre ihres heißgeliebten Monarchen. Doch auch wir. vernahmen die Trauerkunde mit tiefer Bewegung. War doch Kaiser Franz Joseph ein kerndeutscher Mann, dessen väter­ liche Milde und Güte ihm die Herzen aller rechtlich denkenden Menschen gewann. So wol­ len wir denn auch im Leid die treuen Se­ kundanten der Völker unseres Bruderstaates sein u. mit ihm trauern um den treugelrebten Kaiser, dem treuesten Freund unseres eigenen Kaisers. Die Kaiserkrone geht nunmehr aus den Thronfolger bisherigen Erzherzog Karl Franz Joseph über, dessen Vater Erzherzog Otto Franz Joseph der zweite Sohn des Bruders Kaiser Franz Joseph, Erzherzogs Karl Lud­ wig war. Dze Mütter des am 17. August .1887 geborenen neuen Kaisers ist eine Teut­ sche, Prinzessin Maria Joseph« von Sachsen. Kaiser Franz Joseph gestorben. Craiova, der Hauptort der westlichen Walachei von uns besetzt. — Im Oktober 146 feindliche Handelsfahrzenge aufgebracht, versenkt oder durch Minen verloren gegangen. U-Deutschland vor dem Auslaufen. — Griechenland hat wieder nachgegeben. W.T.B. Wien 22. November. Kaiser Franz Joseph ist gestern abends 9 Uhr itt Schlotz Schönbrunn sanst entschlafen. * Kaiser Franz Joseph war geboren am 18. August 1830 ünd folgte am 2. Dezember 1848 seinem Oheim, betn Kaiser Fer­ dinand i. nach dessen Abdankung am glei­ chen Tage auf dem Throne Oesterreichs. Et war noch sin Jüngling von 18 Jahren, als er in «jenen schicksalsschweren Tagen sich gezwungen sah, die Kaiferwürde, die feinet* Oheim, dem schwachen Ferdinand, zu uner­ träglicher Bürdö geworden war, und damit die Herrschaft über ein Reich zu übernehmen, KvdlHrs die' Staatsknnst Metternichs bis an dSn Rand des Abgrundes ^Gracht hatte. In Wien und Böhmen hatte sich das Volk erhv- 1 'bett; Die kaiserliche Familie residierte in Ob-mütz und itt das Glockengeläute, das den neu­ en Herrscher begrüßte, mischte sich der Donner der Kanonen ans Den Freiheitsschlachten, in denen die Ungarin um ihr Recht fochten: Die Monarchie zerfiel in zwei Teile, die nur durch diejPerson des Herrschers und die Gemeinsam­ keit des Heerwesens und der äußeren Politik verbunden waren. t Wenn Kaiser Franz Joseph« die schwere Last seiner Verantwortung getragen und nie verzagt hat, so ist der Grund hiefür in seiner bewunderungswürdigen Pflichttreue., in seiner unermüdlichen, auch in den schwersten Zeiten nie versagenden Arbeitssreudigkeit, in seiner unerschütterlichen Seelenstärke und in jener Beharrlichkeit zu suchen, die einen Grnndzug seines Wesens bildete und die ihn doch nie daran hinderte, sich in bescheidener Er­ kenntnis den Wandlungen der Zeit und den Forderungen des Tages anzupassen. Wenn der aus den Fugen geijenbe Staat wieder zu­ sammengeschweißt, das Niedergerissene neu aus­ gebaut wurde, so daß Oesterreich-Ungarn heute wieder als Großmacht ersten Ranges, cils na­ tionale Feste gegen den Balkan anerkannt ist, so gebührt ein großer Teil des Verdienstes hiergn dem greisen Herrscher, der selbst ar­ beitete und die Arbeit anderer zu würdigen wußte. Diese unermüdliche Tätigkeit war es auch, die ihm über die vielen schweren Heimsuchun­ gen hinweghalf, welche ihm in der eigenen Fa­ milie widerfahren sind. jj Die schweren Schicksalsschläge, die ihm, wie | keinem zweiten Herrscher beschieden waren, ha­ ben ihn den Bürgern seiner beiden Staaten menschlich noch näher gebracht, denn das Unglück ist ejitt fester Kitt . War es doch in erster Linie die Verehrung für die Person des greisen Kaisers, welche Deutsche, Magraren, Slaven und Romanen in Eis- und Transleithanien zusammenhielt, j ,</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="2"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Nördlich von Campolung setzte der Feind seine Angriffe fort, Seine Anstrengungen waren abermals vergebens. Bei der Arme« des Generals von Köveh vollführten im Ludowagebiet deutsche Jäger eine erfolgreiche Streifung. Hecresfront N8 Gencralfeldmarschalls Prinzen Leopold vo» Bayer«. Geringe Gefechtstätigkeit. JtaltenisjHer Kriegsschauplatz. Ein tiefgegliederter Gegenangriff auf den von unseren Truppen unlängst eroberten Grä­ ben südlich von Biglia wurde abgewiesen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Der stellvertretende Chef des GeneralstaöeSr v. Hoefer, FeldmarWalleutnant. Schmutzige Mittel. Ueber die französische Handelsspionage in Schweden heißt es in der Voss. Ztg.: Die Lor­ beeren der britischen Handelsspionage haben die französische Regierung nicht schlafen las­ sen. Diese Hat an den französischen Konsul in Andkksvall im östlichen Schweden das Er­ suchen gerichtet, eine Handelsspionage über sämtliche ein- unv ausraufenden deutschen Han­ delsschiffe ins Leben zu rufen. Seit drei Jahrzehnten bekleidet den Posten eines fran­ zösischen Konsuls ein Herr Frisk, ein schwe­ discher! Staatsangehöriger, der als korrekter neutraler Schwede das an ihn von der fran­ zösischen Regierung gerichtete Ansinnen ab­ lehnte. Infolgedessen erfolgte kurzerhand seine Enthebung von dem Posten. &gt; Wilson und der Zurede«. Ans eine Anfrage des Vertreters der As­ sociated Preß, In Washington erklärte Wilson, daß er nicht die Absicht habe, irgendwelche Friedensschritte zu unternehmen.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Gegen Rumänien. - 1 Craiova besetzt. Wien, 21. Nov. Das Armeeoberkom­ mando teilt amtlich Mit: Craiova, der Hauptort der westlichen Walachei, ist heute vormittags in Besitz genommen worden. Zum jüngsten Erfolge i« Rumänien. Von zuständiger Seite erfährt das WTB.: Mit der Niederlage der Rumänen in der Schlacht Turgu-Jiu und dem Durchbruch! der deutsch-österr. Truppen am 18. November bis zur Bahnlinie Orsova—Craiova sind dieKriegshandlungen gegen Rumänien in eine neue Phase eingetreten. Dieser rasch und energisch durchgeführete Vorstoß hat noch größere Be­ deutung als der Durchbruch in der Dobrudscha, wodurch die Rumänen im Osten gefesselt und vom Osten her bedroht wurden. Mit dem Vorstoß zur Bahnlinie Orsova—Craiova wurde die Tür zust walach ischen Ebene eingedrückt. Nachdem im Oktb. um die Schlüsselpunkte M Norden Rumäniens und in den siebenbürtzischen Gebirgen erbittert gerungen wurde, wuchs nach der Bezwingung der Pässe der Druck der Mittelmächte ensprechend deren Raumge­ winn nach Süden von Tag zu Tag. JmGleichmaß mit diesem Druck dehnte sich auch die Kampffront beiderseits der'hauptsächlich be­ drohten Mittelpunkte bei Predeal und nördlich Campolung aus, so daß schließlich in den Ge­ birgen dev Moldau und in den Walachei-Kar­ pathen aus allen Punkten bis hinunter nach Orsova gerungen wurde. Im Raume des Predeal-Passes wurden vom 5. bis 11.. November' die Höhen westlich von Busteni erstürmt, im Ausgang des Törzburtzer-Passes drangen die Angreifer nördlich Campolung vom 12. bis 17. November bis in die Linie Candesti— Namacuti vor. 25 Kilometer südlich des Roten Turm-Passe? besetzten sie am 9. November Sardoni und am 12. den Frunta-Berg. Die Ru­ mänen wehrten sich an der, ausgedehntenKamPffront mit größter Zähigkeit und machten er­ bitterte Gegenstöße besonders am Predeal Patz nördlich Campolung, sowie im Auslaufgebiet des Roten Turm-Passes und im Jiul-Tab. Alle diese verzweifelten Angriffe, mit denen die Rumänen das Vordringen der Mittelmächte aufzuhalten und dem wachsenden Druck" auf Predeal und Campolung zu begegnen suchten, brachten ihnen trotz ihrer hohen Blutopfer nicht nur an den Angtpffsstellen keinen ört­ lichen Gewann, sondern sie vermochten auch nicht, den täglich stürmischer vordringenden Österreichern, Angarn und Deutschen Halt zu gebieten. Am 18. November wurde dieser Druck dchtzrrtig stark, daß der Verteidigungs­ gürtel im Jiul-Dal nicht mehr standhalten konnte und zersprang. In heißer Schlacht wur­ den die Rumänen trotz zähesten Widerstandes bei Turgu-Jiu unter außerordentlich schweren blutigen Verlusten entscheidend geschlagen. Wie die Schlacht im Raume von Constantza— Cernavoda stellt die Schlacht bei Turgu-Jiu einen der Marksteine in der Geschichte des ru­ mänischen Feldzuges dar. Die siegreichen Truppen der Zentralmächte nutzten augenblick­ lich ihre Erfolge aus und brachen trotz unge­ heurer Hindernisse verschneiter Wege und kaum gehbarer, geschweige denn fahrbarer Straßen in die walachische Ebene durch. Ein von Osten gegen die durchbrechenden Truppen geführter rumänischer Gegenstoß konnte das Schicksal der Entscheidungsschlacht nicht mehr wenden. Die Kolonnen sind im Vormarsch. Die Schlacht bei Durgu-Jiu ist ein neuer Beweis für das exakte Zusammenarbeiten und die innige Waffenbrü­ derschaft der österreichisch-ungarischen und deutschen Truppen unter weitschauender 'Füh­ rung. Auffallend ist, daß die rumänische Zivil­ bevölkerung, durch dix schwere Niederlage auf­ gestachelt, sich am Kampfe beteiligt. Aus Ko­ lonnen und Truppen wird häuftg aus dem Hin­ terhalt geschossen. Mit dem Abschneiden der Eisenbahnlinie Orsova—Craiova haben die bei Orsova kämpfenden rumänischen Verbände ihre einzige Rückzugslinie verlören. Die deutsche Heeresleitung meldet für den Zeitraum vom 1- bis 18. November eine Gesamtbeute von '189 Offizieren, 19 388 Mann, 26 Geschütze und 72 Maschinengewehre. Nach den riesigen Verlusten der Rumänen in der Dobrudscha und in Siebenbürgen traf sie der neue Schlag schwer. Gegen den Einbruch in die Walachei verblaßt der rein lokale Erfolg Sarrails bei Monastir vollkommen.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Der Krieg zur See. Große Erfolge eines U-Bootes. WTB. Berlin, den 21. November/. (Amt­ lich.) Eines unserer U-Boote versenkte am 14. ds. im englischen Kanal ein französisches Be­ wachungsfahrzeug anscheinend einen Zerstörer der Are- oder Sape-Klasse. Außer sechs feinte liehen Handelsschiffen wurde von demselben Unterseeboot der norwegische Dampfer "Ullvang", der Kriegsmaterial für die französi­ sche Regierung an Bord hatte, versenkt. Die Beute unserer U-Boote im Oktober. WTB. Berlin, den 21. Nov. Im Mo­ nat Oktober sind 146 feindliche Handelsschiffe von insgesamt 306 500 Bruttoregistertonnen von U-Booten und Torpedobooten der MfttelUachte aufgevracyr, versenkt oder Durch Minen verloren gegangen. Ferner sind neutrale Handelsfahrzeuge mit insgesamt 87 000 Brutto­ registertonnen wegen Beförderung von Bann­ ware zum Feinde versenkt worden. — .Seit Kriegsbeginn sind durch kriegerische Maßnah­ men der Mittelmächte 3 322000 Tonnen feind- | lichen Handelsschiffsraumes verloren gegangen. 1 Davon sind 2 550 000 Tonnen englisch. 6 Ter Chef des Admiralstabes der Marine. Gestrandet. Haag, 21. Nov. Hier ist die Nachricht | eingetroffen, das der amerikanische Dampfer | "Siberia" (11284 Tonnen) bei East Goodwin | Sands in der Nähe von Dover gestrandet ist ! und sich in Seenot befindet. Es ist 'nicht mög- I (sich, die Boote niederzulassen. Das Schiff bit­ tet überall um Hilfe. Versenkt. Lloyds meldet: Die Mschdampfer "Hetfufe" und "Veronioa" find versenkt worden. Tager-lleberW. Ter Reichskanzler ist aus dem Großen Hauptquartier wieder nach Berlin zurückge­ kehrt. Der Hnushaltansschuß des Reichstages Wlt seine nächste Sitzung morgen Donnerstag vormittags 11 Uhr ab. Tagesordnung: Va­ terländischer Hilfsdienst. Die erste Wirkung der Hiudenlmrgbriese. Die pommersche Landwirtschaftskaminer leitet eine Sammlung von Speck und Schmalz als eine pommersche Hindenburgspende unter Ue­ bernahme der Patenschaft für bestimmte Fa­ briken und Bergwerke ein. Fn ttärmittele^zengung. Mühlen, die be­ reit und in der Lage sind, in ihrem Bezirk den Ankauf und gleichzeitig die feinste Ver­ mahlung von Spreu, Kaff, Achiren u.dgl. M übernehmen, wollen Angebote mit Angabe der täglichen Leistungsfähigkeit und des für sie in Frage kommenden Bezirkes umgehend und spätestens bis 27. November an die Bezugs» Vereinigung der deutschen Landwirte, G. ttt. b. H., Abteilung: Kraftfuttermittel, Berlin W. 35, Potsdamerstraße Nr. 31, unter der Auf­ schrift "Spreuvermahlung" einreichen. Landrnt non Rieberbogern. Landshut, 21. November. 5. öffentliche Sitzung. ; i Zu Beginn der Sitzung begrüßt HerrLandLandratspräsident Mittermaier den anstelle des verstorbenen Mitgliedes Herrn K. Hofrat, Bür­ germeister Leistner-Straubing in den Landrat als Ersatzmann eingetretenen Herrn Justizrgt Pfannenstiel. Dieser sei kein Neuling im Landrat, da er bereits von 1901 bis 1906 dem «iederbayerischen Landrat und bessern zweiten Ausschuß als Schriftführer angehörte. Nicht! Nicht von friedlicher Arbeit erscheine dieser, sonderst aus dem vordersten Schützengraben! in Feindesland wo er dazu beigetragen habe, daß bM feindlichen Horden unser Vaterland nicht verwüsten konnten. Tausend Dank sei ihm dafür. Er bitte ihn seine reiche Ersckhrung in den Dienst des niedersbaperischen Landrats zu stellen. Hierauf wurde ein eingehenders Vortrag des Herpn Oberregierungsrates Dr. Casimir über die Versorgung Niederbaherns mit Elek­ trizität entgegengenommen. Näherer Beruht folgt. Hieraus wird in der Tagesordnung vom 18. November fortgefahren. Beiträge zu Distrjktsstraßen wurden 60 000 Mark genehmigt. ; Beiträge für wichtige Gemeindewege und Brücken wurden 15 000 Mark genehmigt. Für Feuerwehren wurden 4000 Mark (int Etat 3000 Mark) genehmigt. An Zuschuß zur Bestreitung der Reise­ kosten der Mitglieder des Kreisausschusses der freiwilligen Feuerwehren Wurden 300 Mark genehmigt. i Zuschuß an bett Verein zur Errichtung eines Genesungs- und Jnbalidenheims für die Feuerwehren des Bayerischen Landesfeuerwehr­ verbandes und des pfälzischen Kreisfeuerwehr­ verbandes werden 150 Mark genehmigt. Beiträge gemäß Paragraph 828 der R. V. O. für 1916 werden 6000 Mark genehmigt. Beitrag an den Pensionsverein der Distriktsstrjaßenwärter des Königreichs Bayern, diesseits des Rheins, werden 200 Mark be­ willigt. Als Beitrag an den Bayer. Beteranenund Kriegerbund zur Errichtung von Frei­ plätzen und zwc Anschaffung von Einrichtungs­ gegenständen m den Erholungsheimen für er­ holungsbedürftige Krieger finden 300 Mark Genehmigung.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Tages-Uebersicht. Der Reichskanzler ist aus dem Großen Hauptquartier wieder nach Berlin zurückge­ kehrt. Der Hnushaltansschuß des Reichstages Wlt seine nächste Sitzung morgen Donnerstag vormittags 11 Uhr ab. Tagesordnung: Va­ terländischer Hilfsdienst. Die erste Wirkung der Hiudenlmrgbriese. Die pommersche Landwirtschaftskaminer leitet eine Sammlung von Speck und Schmalz als eine pommersche Hindenburgspende unter Ue­ bernahme der Patenschaft für bestimmte Fa­ briken und Bergwerke ein. Fn ttärmittele^zengung. Mühlen, die be­ reit und in der Lage sind, in ihrem Bezirk den Ankauf und gleichzeitig die feinste Ver­ mahlung von Spreu, Kaff, Achiren u.dgl. M übernehmen, wollen Angebote mit Angabe der täglichen Leistungsfähigkeit und des für sie in Frage kommenden Bezirkes umgehend und spätestens bis 27. November an die Bezugs» Vereinigung der deutschen Landwirte, G. ttt. b. H., Abteilung: Kraftfuttermittel, Berlin W. 35, Potsdamerstraße Nr. 31, unter der Auf­ schrift "Spreuvermahlung" einreichen. Landrnt non Rieberbogern. Landshut, 21. November. 5. öffentliche Sitzung. ; i Zu Beginn der Sitzung begrüßt HerrLandLandratspräsident Mittermaier den anstelle des verstorbenen Mitgliedes Herrn K. Hofrat, Bür­ germeister Leistner-Straubing in den Landrat als Ersatzmann eingetretenen Herrn Justizrgt Pfannenstiel. Dieser sei kein Neuling im Landrat, da er bereits von 1901 bis 1906 dem «iederbayerischen Landrat und bessern zweiten Ausschuß als Schriftführer angehörte. Nicht! Nicht von friedlicher Arbeit erscheine dieser, sonderst aus dem vordersten Schützengraben! in Feindesland wo er dazu beigetragen habe, daß bM feindlichen Horden unser Vaterland nicht verwüsten konnten. Tausend Dank sei ihm dafür. Er bitte ihn seine reiche Ersckhrung in den Dienst des niedersbaperischen Landrats zu stellen. Hierauf wurde ein eingehenders Vortrag des Herpn Oberregierungsrates Dr. Casimir über die Versorgung Niederbaherns mit Elek­ trizität entgegengenommen. Näherer Beruht folgt. Hieraus wird in der Tagesordnung vom 18. November fortgefahren. Beiträge zu Distrjktsstraßen wurden 60 000 Mark genehmigt. ; Beiträge für wichtige Gemeindewege und Brücken wurden 15 000 Mark genehmigt. Für Feuerwehren wurden 4000 Mark (int Etat 3000 Mark) genehmigt. An Zuschuß zur Bestreitung der Reise­ kosten der Mitglieder des Kreisausschusses der freiwilligen Feuerwehren Wurden 300 Mark genehmigt. i Zuschuß an bett Verein zur Errichtung eines Genesungs- und Jnbalidenheims für die Feuerwehren des Bayerischen Landesfeuerwehr­ verbandes und des pfälzischen Kreisfeuerwehr­ verbandes werden 150 Mark genehmigt. Beiträge gemäß Paragraph 828 der R. V. O. für 1916 werden 6000 Mark genehmigt. Beitrag an den Pensionsverein der Distriktsstrjaßenwärter des Königreichs Bayern, diesseits des Rheins, werden 200 Mark be­ willigt. Als Beitrag an den Bayer. Beteranenund Kriegerbund zur Errichtung von Frei­ plätzen und zwc Anschaffung von Einrichtungs­ gegenständen m den Erholungsheimen für er­ holungsbedürftige Krieger finden 300 Mark Genehmigung.</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="4"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>die Reisen seien 780 Mark vorgesehen. Es sei­ en wiederholt ministerielle Erlasse gekommen, daß Wert darfluf gelegt werde, daß die Ver­ sammlungen der Handwerkskammern inner­ halb des deutschen Reiches besucht würden, um dort die eigene Anschauung auszusprechen und selbst Anträge zu stellen. Es sei richtig, daß der Handwerkskammertag, wenn er in Hamburg oder Berlin stattfindet, größere Mittel erfor­ dert, Dafür Jinb für Tagungen innerhalb Bayerns Grenzen wieder geringere notwendig. Die Mitfahrt des Sekretärs sei zur sofortigen Beratung des Vorsitzenden erwünscht. Er sei fest überzeugt, wenn der Landrat die '3000 Mark streiche, der Landratsabschied genehmi­ gen müsse, diese wieder aus der Kreisresjerve Ku entnehmen. Herr Landrat Schadenfroh weist darauf hin, daß im vorigen Jahre ein Ueberschuh von 4000 Mark auf das Jahr 1916 übernom­ men wurde, zudem wurden die restigen 3000 Mark aus der Kreisreserve entnommen. So­ mit waren 7000 Mark mehr vorhanden. Der heurige Ueberschuh betrage aber nur 1700 Mk. Wenn dies so fortgehe, werde im nächsten Iahte der Zuschuß von 9000 Mark wieder zu gering sein. Es müsse daher der Handwerkskammer größte Sparsamkeit empfohlen werden. Es wird hierauf der Ausschußantrag auf Genehmigung der 9000 Mark mit 13 gegen 10 Stimmen^ enehmigt. I 1 \ i ( &gt; I* i i ! ' r Zum Ausbau der genossenschaftlichen v Viehvertvertnng. wurden zuletzt 500 Mark vom Landrat geneh­ migt und auch im heurigen Etat eingestellt. Der 1. Ausschuß lehnte jedoch die Position ab. Herr R. R. Auer w:ist wie im Vorjahre auf die Notwendigkeit der genossenschaftlichen Viehverwertung hin und meint u. a. Wie se­ gensreich wäre es gewesen, wenn die Provi­ sionen, welche jetzt den Unteraufkäufern in die Tasche fielen, den Genossenschaften zustie­ ßen könnten. Er sei fest überzeugt, daß es auch nach dem Kriege notwendig sein werde, dem Handel ein Poroli zu bieten, durch die Bildung von bäuerlichen Viehverwertungsge­ nossenschaften. Im Interesse der Landwirt­ schaft liege es, daß diese Genossenschaften er­ halten bleiben. Streiche der Landrat diese Position, so zeige er, daß er kein Interesse an diesen Genossenschaften habe. 1 Außerdem spiele diese geringe Summe im Etat keine RoUe. f i Herr L R. Rück weift darauf hin, daß nur noch eine Genossenschaft bestehe. Der Ausschuhantrag auf Streichung der Position wird vom Landrate sodann einstim­ mig angenommen.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Die Versorgung Niederbayerns mit Elektrizität. Ern 21 Bifllionenprojekt. 1 1 Im Landratssitzungsfaale harten sich am Dienstag S. Exzellenz Herr Regierungsprä­ sident Frhr. von Pracher und Herren Ver­ treter des Staatsministeriums eingefunden, uw mit dem versammelten Landrate eine neuerlich^ Besprechung über die Versorgung Niederbayerns mit Elektrizität zu pflegen. Nach einer Begrüßung durch Herrn Land­ ratspräsidenten Mittermaier ergriff HerrOberrfegierungsrat Dr. Casimir das Wort zu ein­ gehenden Ausführungen, in denen er u p. betonte: z S. Exzellenz der Herr Staatsminister habe das grüßte Interesse daran die Elektrizitätsver­ sorgung Niederbayerns in möglichster Bälde durchführen zu lassen. Der Redner erinnerte an die letzte Versammlung am' 13. Juli 1914 im gleichen Saale, in welchem die gesamten Grundlagen der Versorgung Niederbayerns mit Elektrizität besprochen wurden. Es kam der grphe Krieg, der die Durchführung des Un­ ternehmens wesentlich erschwert habe. Es wär zu Beginn des Krieges unmöglich, weiter zu arbeiten, und auch die Unternehmung, welche die Sache damals durchführen wollte, die A. E. G. habe es abgelehnt, weiterzuarbeiten. Die Staatsregierung i staber mehrere Monate nach Beginn des Krieges an die Gesellschaft herangetreten und hat ersucht, die Arbeiten wieder aufzunehmen, um möglichst bald nach Kviegsschluß die Ausführung beginnen zu kön­ nen. Die Gesellschaft hat dann das Projekt wieder durchgearbeitet und hat zunäcWt mit den Bezirksämtern Straubing und Landshut begonnen. Es wurde jede einzelne Orffchaft besucht und der Strombedarf festgesetzt, die Kosten für die einzelnen Ortsausschüsse festgestellt usw. Es ist beabsichtigt, auf diese Weise jedes ein­ zelne Bezirksamt gründlich zu bearbeiten, um hierdurch möglichst richtige Ziffern zu bekom­ men. Leider hat der Krieg starke Hemmungen herbeigeführt; es wurden die Kraftwagen nicht zur Verfügung gestellt und durch das Perso­ nal mangelte. Gleichwohl ist es gelungen wenigstens jetzt einen ersten Gesamtplan der Versorgung von Niederbahern durchzufüh­ ren, der daraus hinausgeht jede Ortschaft Niederbaherns mit Elektrizität zu versorgen. ' Wir sind bei den übrigen Bezirksämtern noch auf Schätzungen angewiesen, so daß die Ziffern noch einer Korrektur bedürfen. Es hat sich gezeigt, daß, wenn ein Ueberjlandnetz ausge­</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="5"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>tcrne£jmer eine wesentliche Einnahme gesichert &gt; und das "Defizit zweifellos wesentlich verrinzSrt. _ 1 (Fortsetzung folgt.)</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Lokales. Landehut, 22. November. -• Der Militär-Verdienstorden 4. Kl. mit Schwertern wurde dem Oberleutnant d. N. des 16. Infanterie-Regiments Herrn Richard Bieber verliehen. —* Das Luitpoldkreuz wurde in Nie­ derbayern verliehen an: Gg. Dürnhofer, Ghminasialprofefsot a. D. in Pafsau; Ant. Find!, Bezirksoberlehrer in Niederalteich; Frz. Xav. Fichtner, Hauptlehrer in Gangkofen; Max Stery, Hauptlehrer in Loiching; Jos. Wagner, Kapitelsbote in Eisendorf; Matth. Witzig, Hauptlehrep in Straubing; M. Cyriaka Lemberger, Arme Schulschwefter, Hauptlehrerin in Abensberg. ' ■' —* Der Trau ergo tt esd ie nst sür das heuer verstorbene Mitglied des Landrates, Herrn k. Hosrat v. Leistner, Bürgermeister von Straubing, fand heute vormittags 9 Uhs | in der Pfarrkirche St. Jodok statt. An demsel­ ben nahmen Vertreter der k. Regierung und £&gt;ie Mitglieder des Landrjates teil. —* Aus gitr«d)t vor Strafe ließ,.sich heute nachts der Reiter der Ersatzeskadron Des 2. Schweren Reiterregiments Ludwig Has­ pelhuber auf dem Bahngleis der Neumarkter Linie außerhalb der Station Achdorf von ei­ nem Zuge überfahren. Die Leiche wurde heute früh mit zertrümmerter Schädeldecke neben beim) Gleis aufgefunden v —* Der Zuschlag zu der am 6. November im Notariate 1 hier erfolgten Zwangsverstei­ gerung des Anwesens des BindermeistersGstKttenbauer erfolgte am Montag um das Höchst­ gebot von 30 000 Mark. —* Bös eingega ngen. In der gest­ rigen Notiz mit dieser Ueberschrist, in der be­ richtet wurde, daß Die Strafe, von drei Mainiburger Frauen von der hiesigen Strafkammer von 5 Mark Geldstrafe auf 3 Wochen, resp. 14 Tage Gefängnis erhöht wurde, blieb aus Versehen die Tat verschwiegen, deren sich die drei schuldig gemacht hatten. Es handelte sich um unerlaubten Verkvhr mit Kriegsgefangenen. —* Zu den deutschen Kriegsanleihen hat die landwirtschaftliche Berufsgenossen­ schaft Niederbahern, wie in der letzten Ver­ sammlung ausgeführt wurde, die Sumyw von mehr als einer halben Million, nämlich 512000 Mark gezeichnet. —* Für Distniktsprahen wurde für das Jahr 1917 wieder ein Staatszuschuh von 275 000 Mark (25 000 Mark mehr als i. V.) zur Verfügung gestellt. Hierzu kommt noch ein Kreiszuschuß, von 60 000 Mark, somit zu­ sammen 335 000 Mark. Außerdem stehen für wichtige 'Gemeindewege und Brücken 15 000 Mark Kreiszufchuß zur Verfügung. Für die Verteilung dieser Summen hat die k. Kreis­ regierung einen eingehenden Verteilungsplan ausgearbeitet, für dessen mühevolle Herstel­ lung der Referent Herr L.-R. Muggenthaller dem Regierungsreferenten Herrn k. Regier­ ungsrat Zoller die Anerkennung und denDank des Landrates ausspricht. Nachdem einem ver­ spätet eingelaufenen Gesuch von Zwiesel für das nächste Jahr Berücksichtigung zugesagt wur­ de, fanden die Posten einschließlich der Vert teilungspläne Genehmigung. —* Die Rechnung der Kreisober­ realschule Pafsau für 1915 weist bei 164 765.38 Mark Einnahmen und 141642.98 Mark Ausgaben einen Aktivrest von 23 122.37 Mark aus. Das Vermögen beträgt 455 826.32 Mark, die Schulden 106 418.25 Mark, somit das Reinvermögen 349 408.07 Mark. Unter den Einnahmen ist der Hauptposten der Zu­ schuß aus Kreisfonds (einschließlich 21486 Mk. Staatszuschuß) mit 139 450 Mark, unter den Ausgaben die Personalexigenz mit 115 809.92 Mark. —* Feuerwehren. Als Zuschuß zur Hebung bestehender und Gründung neuer Feu- erwehren, dann zum Ankauf von Löschgerät- | tot der Regierung von Mederbayern Max schäften für ar!me Gemeinden waren int Etat Schmucker, zum Sekretär dieser Regierung in 3000 Mark vorgesehen. Nun lag auch eine Eingabe vor, diesen Zuschuß wieder auf die ursprüngliche Höhe vor dem Kriege zu brin­ gen, nämlich auf 6000 Mark. Der 3. Ausschuß des Landrates beschloß inAnbetracht der Not­ wendigkeit und Nützlichkeit der Feuerwehren den Zuschuß um 1000 Mark gegenüber dem Etatsvoranschlag auf 4000 Märk zu ewhühen, was vom Landrat einstimmig genehmigt wurde. —* Der Oekonomiebetrieb betr Heilund Pflegeanstalt Mainkofen für 19115 weist bei 74 608.22 Mark Einnahmen und 541135.49 Mark Ausgaben eine Mehreinnahme von 20 472.73 Mark auf. Das Vermögen beträgt 90 673.66 Mark. Die Haupteinnahmeen sind ! Biburg 1, in Eberspoint, kommt ab 1. 'Dezent_ n v arvi^xroa ano out ca*_ Landgericht Landshut. Verworfen wurde die Berufung 'des Ma­ lers Simon Nieier von Landshut wegen Kör­ perverletzung und die des Händlers« Hirsch Schack von Hamburg wegen Vergehens gegen das Lotteriegesetz. Freigesprochen wurde die Händlerin Fran­ ziska Stadler von Erding wegen unlauteren Wettbewerbs. IWesmAWes. Innere Verwaltung. Zum Bezirksamt­ mann vor Gerolzhosen wurde der Regierungsassessor bei der K. Regierung von Niederbay­ ern, Kammer des Innern, Dr. Karl Schöntag ernannt; zum Regieruugsassessor Bei der K. Regierung von Niederbayern, Kammer des Innern, der Assessor des K. Bezirksamts Mün­ chen Otto Wilhelm befördert; zum Reigierungs-</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Landgericht Landshut. Verworfen wurde die Berufung 'des Ma­ lers Simon Nieier von Landshut wegen Kör­ perverletzung und die des Händlers« Hirsch Schack von Hamburg wegen Vergehens gegen das Lotteriegesetz. Freigesprochen wurde die Händlerin Fran­ ziska Stadler von Erding wegen unlauteren Wettbewerbs. IWesmAWes. Innere Verwaltung. Zum Bezirksamt­ mann vor Gerolzhosen wurde der Regierungsassessor bei der K. Regierung von Niederbay­ ern, Kammer des Innern, Dr. Karl Schöntag ernannt; zum Regieruugsassessor Bei der K. Regierung von Niederbayern, Kammer des Innern, der Assessor des K. Bezirksamts Mün­ chen Otto Wilhelm befördert; zum Reigierungs- Dienstesnachrichten. erwehren, dann zum Ankauf von Löschgerät- | tot der Regierung von Mederbayern Max schäften für ar!me Gemeinden waren int Etat Schmucker, zum Sekretär dieser Regierung in etatsm. Weise ernannt, der Registrator der Regierung der Pfalz Rudolf Schneider aus fein Ansuchen in gleicher Diensteseigenschaft in etm. Weise an die Regierung von Niederbahern versettz. Forstiverwaltung. Zn Forstasststenten in etatsm. Eigenschaft ernannt wurden die Forfvschntzdienst-Aspirant Gustav Köppel von Schwarzenbach in Oberried, Forstamts Bodenmais, Adalbert Schmitzer von Bischofsreut beim Forstamte St. Oswald. Schuldienst. Die 1. Volksschullehrer,Chvrregenten-, Kantor-, Mesner- und Organisten-'' stelle in Velden, K. DistriktsschulinspektionVils- 90 673.66 Mark. Die Haupteinnahmeen sind ! Biburg 1, in Eberspoint, kommt ab 1. 'Dezent_ n v arvi^xroa ano out ca*_ fcat bei der K. Regierung von Oberbayern, Kammer des Innern, der mit beim! Titel und : nismäßig wenig besiedelten und ausgenützten Range eines K. Regiernngsrates ausgestattete i Flächen finden solche Kollisionen weniger häuBeziriksamtmann von Viechtach Georg Götz be- j j| g und weniger auffallend statt. Wo. sich fördert; znm Bezirksamtmann von Viechtach f jedoch d ie Befamratte bewohnten Gebieten nädev Regierungsassessor bei der K. Regierung - hext, wird der Schädling energisch bekämpft, von Obeübayern, Kammer des Innern, Dr. Ms Beweis Iefür lasse ich einen kurzen TeilKavl Schels ernannt; an die K. Regierung I Auszug einer noch unvollendeten umfangreivon Unterlaufen und Aschafftnbnrg, Kammer i cheren Whandlung über die Bisamratte folgen: des Innern, der Regiernngsrat Bei der K. | "Wie schon gelegentlich der Besprechung Regierung^ von N^rbahern^^Kmnmer^des J über die Ernährungsweise der Bisamratte festversicherungsamts Landshut, auf sein An- \ ^^und^^ischwEgleich^zugetam^^^die suchen in gleicher Diensteseigenschaft versetzt z Ratte nun neben Wasserpflanzen auch Gemüse, und znm Mitglied des K. Oberversicherungs- Obst, Reis, Getreide usw., nebenMnfcheln auch amts Würzburg ernannt; zum Regrerungsrat f Krebse, Fische, Geflügel und deren Eier zu bei der K. Regierung von Niederbahern,Kam- * sich nimmt, muß sie als Schädling der Kultur mer des Innern, der mtt dem Titel und Rang ‘ angesprochen werden. In "Brehms Tiereines K. Regierungsrates ausgestatt« Bezirks- t [eben" ist über den Schaden, den die Bisamratte amtmann von Neustadt a. A. Hubert Freiherr ' hinsichtlich ihrer Nahrungsaufnahme in Amebon und zu Aufsetz befördert und zum Mit- | rifa anrichtet, merkwürdigerweise nicht viel glied des K. Oberversicherungsamts Landshut t vermerkt. Um so dankbarer müssen wir Neresernannt; zum Bezirksamtsassessor itn Kötztiug firner sein, der uns hierüber aus amerikanider Amtsanwalt im Hauptamte bei der K. , Quellen viel zu berichten weiß: So Polizpidirektion München Dr. Franz; Wein be- nennt A. W. Butler die Bisamratte den er­ fordert. ? klärten Feind des Farmers in flachen FlußFmanzvorwaltung. Vom 1. Dezember c. * ufer-Ländereieu. Sie verzehren das Korn zu an wurde der Sekretär an der Regierung von ' jeder Zeit nach der Aussaat, sie nehmen das Niederbahern Mich. Epplen auf feint Ansuchen ' Saatkorn aus dem Boden und die jungen unter Anerkennung seiner Dienstleistung in Pflanzen aus den Furchen. Der größte Scha| den dauernden Ruhestand versetzt, bar Registta- den geschieht nach der Ausbildung der Aehren.</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="6"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Reifende Aehren scheinen eine Lieblings­ nahrung des Tieres zu sein. Von dieser Zeit werden bis zur Ernte allnächtliche Besuche auf dem benachbarten Kornfeld gemacht, die Halme abgeschnitten und manchmal mit in den Bau genommen, aber meistens wird nur die saftige Aehre behalten. Zeitweise sind die Flüsse in der Nähe von Kornfelderjn bedeckt mit treibenden Halmen: ein Ergebnis dev nächtlichen Ausflüge der Bisamratte. Auch Gartenländereien, Rübenselder, MelonenPslanzungen sind manchmal recht ausgedehnten Verwüstungen ausgesetzt. Der Schaden, der Reisfeldern durch die Bisamratte zugefügt wird, ist häufig sehr umfangreich. Audubon und Bachmann machten schon daraus aufmerk­ sam, daß das gute Gedeihen der Reiszucht in den südlichen am Atlantischen Ozean gele­ genen Staaten Wohl hauptsächlich auf das Fehlen der Bisamratte in diesen Gegenden zurückzuführen sei. Im Staate Louisiana, wo etwa die Hälfte der Gesamtreismenge der Union produziert wird, mußten die Alligatoren "sorg­ fältig geschont werden, da sie allein imstande waren, das Ueberhandnehmen des Schädlings einzudämmen. Nicht unbekannt war auch in Amerika "die Schädlichkeit der Bisamratte in intensiv bewirtschafteten Fischereibetrieben. So führt Neresheimer 4 Autoren an, die hierüber eingehend zu berichten wußten. Nach Lantz bevorzugt die Ratte den aus Europa einge­ führten Karpfen. H. W. Elliot fordert die Fischzüchter zur Vertilgung der "Pest" aus, auch hebt er den Schaden, den das Tier in Winterteichen anzurichten vermag, ganz be­ sonders hervor. C. H. Merriam weiß über b t e Fischereischädlichkeit der Bisamratte in Flüs­ sen zu berichten. De Witt 'Clinton konnte von der Gefährdung des Forellenbestandes eines Baches durch die Bisamratte erzählen. Man sieht aus den Berichten, daß auch die amerika­ nischen Fischzüchter unter der Bisamratte zu leiden haben. Die kürzen Mitteilungen in Brvhms "Tierleben" über die gefürchtete Wühlarbeit der Bisamratte ergänzt Neresheimer noch durch folgende, geradezu unglaublich klin­ gende Tatsachen: Ganz besonders schlimm aber ist die Schädigung von Dämmen und Uferschutz­ bauten. So führen z. .B. die Besitzer von Landstücken an der atlantischen Küste, .die durch Teiche vor Üeberflutung geschützt werden sol­ len, einen beständigen Kampf gegen den Wüh­ ler. Mühlendämme, Kanäle, Bewässerungsan­ lagen, Uferschutzbauten sind unaufhörlichen An­ griffen von seiten der' Bisamratte ausgesetzt, da sie gerade das tiefere Wasser an der Bö­ schung solcher Bauten bevorzugt. Wo immer ein Kanal ein Flußtal entlang gebaut to^rb, sagt Lantz, da verlassen sofort zahlreiche Bi­ samratten bett Fluß zugunsten des neuen Was­ serweges und durchwühlen die Dämme mit ihren Bauten. Unheilvolle Tammbrüche sind nicht selten. Fast in jeder Saison muß die Schiffahrt in einigen der wichtigen Kanäle zeitweise unterbrächen werden, während die durch Bisamratten verschuldeten Dammbrüche repariert werden. Lantz zählte mehrere be­ sonders folgenschwere Dammbrüche der letzten Jahrzehnte auf, die durch die Bisamratte ver­ ursacht waren, darunter die Üeberflutung eines Bergwerkes, wobei das Leben mehrerer hun­ dert Bergleute höchst bedroht war. Auch Bahn­ dämme werden nicht selten ernstlich beschädigt; einzelne müßten sogar wegen der beständigen Zerstörung durch die Ondatra ausgegeben wer­ den. Im Winter 1908/09 war die Situation in Plaquemines Parifh, einem Reis undZucker bauenden Distrikt, so bedrohlich, daß die Be­ völkerung ein allgemeines großes Bisamrattenbertilgen veranstaltete, wobei über eine halbe Million der Tiere getötet wurde." Das waren Klagen aus Amerika. Und die böhmischen Notschreie! Hörpn wir nur einen Wenzel Susta, der Leiter der größten Teich­ wirtschaft des Kontinents sagte 1914 in einer Versammlung der österreichischen Fischereigesellschaft: "Die meisten Teiche, wurden in Böh­ men vor 300—400 Jahren erbaut. Das Werk unserer großen Teichbauer stand unberührt durch Jahrhunderte da. Heute befinden sich in den durch die Bisamratte stark befallenen Gebieten nur mehr Ruinen der früher mas­ siven Dämme, oder was noch gefährlicher ist, von außen zwar scheinbar intakt, in der Tat aber kreuz und quer angebvhrte Dämme, wel­ che bei bietn ersten größeren Wasseranprall zusammenbrechen müssen. Tie Folgen einer solchen Katastrophe können heute nicht abge­ sehen werden, es steht hier nicht nur ein viele Millionen zählendes Nattonalvermögen, sondern es stehen auch Menschenleben auf dem Spiele, denn bei plötzlicher Entlastung solcher Stauanlagen durch einen Dammbruch würden ganze Ortschaften einfach Hinweggefegt werwerden." Die österreichische Fischereizeitung terichtet unterm 1. Oktober ds. Jrs., "Zeitungs­ nachrichten zufolge ist die Vermutung aufge­ taucht, ba|| der Dammbruch der Talsperre an der weißen Desse (Jsergebirge), bei dem über 200 Menschen umkamen, durch Unterwüh­ lungen des Dammes durch die Bisamratte ver­ ursacht worden sei". Im Oktober Henrigen Jahres bereiste ein Kommission das bayerische und böhmische Besallsgebiet der Bisamratte. Auf meine Anfrage wegen der in Böhmen be­ obachteten Schäden teilte mir der eine Herr u. a. mit: "Auf der Böhmer Reise haben w^r viel Interessantes gesehen und gründlich Ge­ legenheit gehabt, die schweren Schäden kennen zu lernen, welche das Tier bei starker Ueberhandnahme anzurichten vermag. Wir werden alle Kräfte aufbieten müssen, um zu verhüten, daß es bei uns zu einer solchen Kalamität 1 kommt, wie sie dort infolge Vernachlässigung einer energischen Bekämpfung jetzt herrscht." Der andere Herr schrieb mir: "Die Reise in Böhmen war sehr interessant, die Bisamratte tritt dort in ungeheurer Zahl auf Und richtet namentlich an den Dämmen außerordentlich Schaden an. Es ist dringend erforderlich, daß man auch bei uns sehr energische Borbeugungs­ maßregeln trifft, sonst werden später die Ko­ sten unerschwinglich. " Für den Fischbestand der Gewässer des Bayer. Waldes ist Ibie Bisamratte nicht zu jeder Jahreszeit gleich gefährlich. Die größte Gefahr ist sie den Edelfischen zur Winterszeit, wenn letztere zum Zwecke der Laichablage die kleineren Bttche aussuchen. Perlmuschel und der wieder auftretende Krebs fallen der Ratte das ganze Jahr zum Opfer. Wer die ins trokkene Erdreich führenden Baue gesehen, wird sie als Schädling der Landwirtschaft ansprechen müssen. Die fließende Welle hat bei Hoch­ wasser leichte Arbeit. Uferabbrüche werden durch das Tier vorbereitet. Das weidende Vieh läuft Gefahr in die Löcher zu geraten und zu verunglücken. Ist die Verbreitung der Bisamratte vom Bayer. Walde aus in die Flußniederungen vorgeschritten, ist die Ratte einmal in die Teichgebiete der Oberpfalz und Frankens eingedrungen ,dann harrt der Landunb Teichwirtschaft dockt eine harte Arbeit. Leider gibt es auch bei uns Leute, die aus reiner Selbstsucht die Bisamratte des Pelzes wegen zur Sommerszeit nicht verfolgen.Eine Maßnahme, die nicht scharf genug verurteilt werden kann. " 1 Ich will den Raum dieser Tageszeitung für die Angelegenheit nicht weiter mehr in Anspruch nehmen. Angesichts der angeführten glaubwürdigen Mitteilungen und eigenen zu­ verlässigen Beobachtungen, die doch sicher die große Schädlichkeit des Tieres zur Genüge be­ weisen, darf auf keinen Fall mehr hinsichtlich der rücksichtslosesten Bekämpfung eine abwart tende Stellung eingenommen werden. Bitter« i Enttäuschungen und schlimme, allerschlimim'ste I Erfahrungen würden uns bevorstehen. I</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Letzte Posten. Zum Tode des Kaisers Franz Joseph. Wien, den 21. Nov. Wie aus den Bul­ letins, welche ungeschminkt den währen Zu­ stand desKaisevs darstellten,bekann? ist,hielt der Kaiser seine gewöhnte Lebenweise und Be­ schäftigung Ms gestern ein. Er 'mutete sich allerdiugs in den letzten Tagen zu viel zu. Die letzte Nacht war zumeist durch Hustenreiz etwas gestört, indessen beruhigte die gute Herztätigkeit und die gleichmäßige gut« Mt- Druck u. Verlag I. F. Rtetsch, Landshut. Ver« antwortl. Redatteur F. $. Wagner, Landshut. mung die Aerzte guch noch- am' 19. Novem­ ber. Aujh gestern arbeitete der Kaiser tags­ über, wenn" auch müde und mehr abgespannt als sonst, und empfing den Armeeoberkomütändanten Erzherzog Friedrich in dreiviertelstündiger Audienz. In der nächsten Umgebung flößte jedoch der Zustand des Monarchen ernste Besorgnis ein. Erzherzogin Mrie Valerie war ln den letzten Tagen stets um den Kaiser. Jetzt trafen auch die ältere Tochter Prinzessin Gi­ sela von Bayern und ihre Schwägerin HerI zogin Karl Theodor in Wien ein. Der ThronI folget blieb ständig in Wien. Am Montag | begab sich der. Kaiser zum erstenmale zeihiI ger zur Ruhe als sonst. Der erste Teil der Nacht verlief bis 1 Uhr ohne Störung. Erst später stellten sich Hustenanfälle ein. Das Fie­ ber, welches nicht zurückging, zeigte am 21. November tagsüber ein bedrohliches Anstei­ gen. In den Nachmtttagsstünden trat dann | eine Verschlimmerung ein, welche den Tod herbeiführte. In den ersten Abendstunden war die Bevölkerung durch die besorgniserregend« Meldung über das Ansteigen des Fiebers we­ gen des Zustandes des Monarchen ernstlich' beuuMhitgr. Das WendvuUetin ließ leider keinen Zweifel mehr an der Schwere der Er­ krankung. Trotzdem erhielt sich der feste Glaube an die Widerstandsfähigkeit des Kai­ sers, für dessen -Genesung in allen Kirchen während des Abends von einer ungewöhnlich (Fortsetzung Seite 7.)</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="3"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>gegeben haben und eine sehr heitere, animierte Unter­ haltung mit ihm geführt haben. Da Du selbst mir von Deiner zufälligen Begegnung mit dem Maler schriebst, so ist die Tatsache an sich wahr; natürlich wird sie jetzt entstellt und aufgebauscht. Wie vorsichtig Du sein mußt, ersiehst Du daraus. Es wird Dir jetzt alles, auch das Harmloseste, falsch ausgelegt und zum Fallstrick für Dich gedreht. Ueber Deine geheim­ nisvollen Flucht sind in Berlin allerhand Gerüchte verbreitet. Keiner von denen, die jetzt über Dich zu Gericht sitzen und den Stab über Dich brechen, hat sich wohl die Mühe genommen, genauer zu prüfen. In gedankenloser Kritik urteilen sie nach dem Schein und den elenden Verleumdungen, die boshafte, sensations­ lüsterne Menschen ersinnen, um den lieben Nächsten herabzusetzen. Bekümmere Dich darum nicht unnütz, mein Kind. Dagegen ist niemand gefeit. In der nächsten Zeit soll Dir durch Deinen Rechtsanwalt eine Aufforderung Deines Gatten zugehen, freiwillig zu ihm zurückzukehren. Er will jeglichen Groll gegen Dich begraben und Dir Deine Flucht und alles, was er Dir vorzuwerfen haben will, vergeben. Sehr großmütig, nicht war? Er wird Denen Aufenthaltsort nicht erfahren — ich schweige wie das Grab. Daß Du Dich auf Schloß Bernegg, bei den liebenswürdigen Menschen, den Umständen nach wohl und zufrieden fühlst, h -t mich sehr beglückt. So bist Du doch geborgen und kannst Kräfte sammeln für Die Rechnung des Oekonomiebetriebes der Herl- und Pslegeanstalt Mainkofen für das Jahr 1915 wird zur Kenntnis genommen, doch weist der Ausschuß darauf hin, daß die Er­ trüge des Kreisgutes Mainkofen erheblich hin­ ter denen der 'Kreisackerbauschule zurückstehen und beantragt, es solle künftig für den Rech­ nungsnachweis für die Oekonomie Mainkofen ebenfalls das Schema der Kreisackerbauschule benützt werden. Herr Landrat Marschall meint, es solle der Leiter von Schönbrunn, Herr Oekonomrerat Ambros, Mainkofen besu­ chen und ev. Ratschläge zur Verbesserung der Rente geben. -Herr Regierungsdirektor Frhr. b. Gumppenberg' weist darauf hin, daß ein Vergleich von zwei landwirtschaftlichen Gütern in verschiedenen Gegenden nicht tunlich sei. Außerdem Hätten in Mainkofen erst die vorbe­ reitenden Einrichtungen getroffen, Meliora­ tionen vorgenommen werden müssen, so daß eine Hebung der Rente erst später zu erwarben sei. Doch weßse bereits der Etat für 1917 eine solche auf- Er zollte in warmen Worten dem Verwalter, des Gutes volle Anerkennung. Die Rechnung der Handwerkskammer in Passau wird genehmigt. Der Haushaltsplan der Handwerkskammer fand ebenfalls einstimmig Annahme. Die Kosten der Handwerkskammer lösten eine rege'Debatte aus, ebenso eine Vorstellung der Handwerkskammer an den Landoat, über die wsir noch gesondert berichten werden. Hierauf würd in die eigentlich für den Tag vorgesehene Tagesordnung eingetreten. 1. Ausschuß. Als Kriegsfürsorge wurden aiM heuer der Regierung Mittel zur Verfügung gestellt, die im Benehmen mit dckms ständigen Landratsausfchuß verwendet werden 'sollen. Die Bitte um Bewilligung eines Kreis­ fondszuschusses zu der Fürsorgestiftung für die ehrenamtlichen Imb nebenamtlichen Ge­ meindebeamten Mttelbarer Gemeinden Bayerns war im vorigen Jahr abgelehnt wor­ den. Sie wurde heuer neugestellt und dom 1. Ausschuß vorgeschlagen, die Bitte wiederum abzulehnen. Der Referent Landrat Krinner ersuchte aber in der Debatte das Plenum unter Hinweis auf das Wirken des Verbandes, die Summe von 500 Mark zu genehmigen. Herr Regierungsrat Dr. Schnitze befürwortete die­ sen Äntvag in warmen Worten, da er es als Pflicht der Kreisgemeinden halte, zusammenzu­ stehen, um das Inkrafttreten der Stiftung zu ermöglichen. Der Ausschußantrag wurde aber mit allen gegen 4 Stimmen angenommen, der Antrag Krinner mit allen gegen 5 Stimmen abgelehnt. ' s 2. Ausschuß. Genehmigt wurden: Jahresbericht und Rechnung der Kreis­ oberrealschule Passau. schuß beschlossen, den Betrag von 9000 Mark in dem Etat zu belassen. , 1 Herr Landrat Dr. Leeb meinte, er hätte sich, wenn er im Ausschuß gesessen wäre, durch die Erklärung der k. Regierung nicht schrecken lassen. Der Landrät müsse tun, was er 'für richtig halte, selbst wenn sein Beschluß dann im Landratsabschied korrigiert werde. Die ge­ setzliche Kreislast fei immer der Wau-Wau für den Landrat. Et^. möchte diesen Begriff Nicht so definieren, daß der Landrat bei einer sol­ chen nichts mehr zu sagen hübe, sonst könne sich der Landrat statt 14 Tage Sitzungsdäuer auf 2 Tage beschränken^ indem er esttfckch alle ge­ setzlichen Kreislasten in eine Summe zusam­ menfaßt und sie aus einmal genehmigt. Gr fasse die Sache so auf, daß der Landrat zwar an sich den Betrag auf solche Kreislasren nicht verweigern kann, daß er aber doch ein gewich­ tiges Wort mitzusprechen hat, was er für not­ wendig hält zur Erfüllung einer solchen gesetz­ lichen Kreislast oder nicht. Der oberpfälzische Landrat har beim Posten Handwerkskämmev im letzten Jahre ebenfalls 2000 Mark gestri­ chen. Doch hat die f. Regierung der Oberpfalz nicht Veranlassung genommen, diese 2000 Mk, wieder einzusetzen. Im Landratsabschied ist zwar eine dahingehende Verbescheidung des! Beschlusses des Niederbayer. 'Landrates ent­ halten, nicht aber des oberpfälzischen. Er sei der Ansicht, daß sich verschiedenes bei der niederbaher. Handwerkskammer sparen ließe. Er halte es nicht für notwendig, daß Vorstand und Sekretär alle diese großen Zusammenkünfte beruchen, wenn sie nicht selbst dort einen An­ trag stellen oder ein Referat führen. All das, was dort gesprochen würde, Wierde gedruckt und könne in der Heimat genau nachgelesen werden. Wenn auch von oben der Wunsch be­ stehe, daß diese Versammlungen besucht wer­ den, so werde dies dadurch nicht notwendiger. In Niederbayern bestehe aller Anlaß, streng­ ste Sparsamkeit zu üben, da der Kreis den höch­ sten Umlagensatz ausweise. Er stelle daher den Antrag, den Ausschußbefchluß abzulehnen und den Betrag wieder ans 6000 Mark zu ermäßi­ gen. Herr Oberregierungsrat Fruhmann betont, daß die k. Regierung nach genauer; Prüfung des Haushaltsplanes der Handwerkskammer den erforderlichen Betrag wieder aus '9000 Mark festgesetzt habe. Auch der heurige Haus­ haltsplan sei mit größter Sparsamkeit äufgestellt. Zudem arbeite die niederbaher. Hand­ werkskammer mit viel geringeren Mitteln als die anderen baher. Handwerkskammern. Sie bezahlt auch den geringsten Beitrag zum deut­ schen Handwerkskammertag. Die übrigenHandwerkskammern verlangen mindestens 18000 Mark. Bisher hatte die niederbaher. Hand­ werkskammer 12 000 Mark. Mit Rücksicht auf den Krieg habe man sich bemüht,'diesen Betrag zurückzuschrauben, soweit dies nur möglich. Für In der Selbstverbannung. Roman von Eksbeth Borchart. 26] j !| (Nachdruck verboten.) 1 "Der Termin Leines Scheidungsprozesses ist auf Ende September festgesetzt worden," fuhr sie fort. "Bis dahin mußt Du also noch Geduld haben, liebes Her;. Laß uns hoffen, daß er einen guten Ausgang nimmt. Dein Gatte bringt, wie mir Dein Rechtsanwalt mitteilte, alles Mögliche vor, um sich reinzuwaschen und damit die Scheidungsgründe hinfällig zu machen. Es wird ihm kaum gelingen. Auch der neuste Trick — ich war lange im Zweifel, ob ich Dir davon schreiben sollte, aber Du wirst es ohnehin erfahren — ist einfach lächerlich: Jedenfalls meint er, bei einer etwaigen Scheidung noch einen pekuniären Vorteil herauszuschlagen, wenn er Dich belastet. So hat er Zeugen genannt, die Dich mit Herren der Lebewelt im Berliner Tiergarten und im Tattersall haben reiten sehen. Da Du nicht reiten kannst, geschweige denn je ein Pferd bestiegen hast, werden diese Anschuldigungen bald zu widerlegen sein, denn sie sind gänzlich aus der Luft gegriffen. Anders verhält es sich mit dem zweiten Fall. In München sollst Du Dir mit Deinem einstigen Verehrer, dem Maler Kurt Stangen, ein Rendezvous in der Pinakothek später. Denn, mein Kind, noch stehen uns schwere Zeiten bevor, aber mit Gottes Hilfe weroen wir sie überwinden. In Liebe Deine treue Mutter." Rose faltete den Brief mit einem tiefen Seufzer zusammen. Welche Flut von neuen Aufregungen barg sein Inhalt! Verleumdungen, Klatsch, Zwischentiägeieien — wie erbärmlich! Selbst das große Berlin stand darin einem kleinen Nest nicht nach. Die Menschen waren doch überall gleich und die Welt so klein, daß nichts vor ihr verborgen bleiben kann. Ueber die Anschuldigung, sie sei im Tiergarten mit fremden Herren geritten, mußte sie fast lachen. Wie kleinlich und wie gesucht, ihr etwas anzudichten, was sie nicht einmal konnte, auch wenn sie gewollt hätte; Mit wenigen Worten konnte sie diesen Verdacht widerlegen. Doch wer würde ihr glauben, daß ihr Begegnen mit dem Maler in München ein zufälliges war, und daß sie sich einem abermaligen Zusammentreffen mit ihm durch schleunige Flucht entzogen hatte? Niemand! Die Menschen waren ja froh, wenn sie etwas zu bekritteln und verdammen hatten. Das gab interef-santen Stoff zur Unterhaltung: Die Menschen sind lieblos, sie urteilen nach dem Schein, in gedankenloser Kritik, wie die Mutter richtig schrieb. Eine tiefe Verachtung gegen die Welh überkam Rose. Man hielt es nicht für un­ ter seiner Würde, ihr nachzuspionieren, jeden ihrer Schritte zu bewachen und zu Bernte* Der Voranschlag der Kreisoberrealschule Passau. Zum Personal- und Sachenbedarf dieser Schule 121 471.48 Mark, ferner ein Einnahme­ posten von 21486 Mark Zuschuß. Für Verzinsung und Tilgung des zum Erweiterungsbau aufgenommenen Anllehens 7187.50 Mark. : Die Ueberlassung der Turnhalle an dieser Schule an die 2. Jugendkompagnie PZassan mit freier Beleuchtung, bereit Kosten die; Kasse der Oberrealschule zu bestreiten hat, untrer der Bedingung, daß die Leitung der Kompmgnie für etwaige Beschädigung haftbar ist. Die Abrechnung über den Erweitercungsbau an der Kreisoberrealschule Passmu. Voranschläge der Proghmnasien, Obeerrealschulen und Realschulen. Die k. Regüerung wird auch Heuer, ermächtigt, den zur Durch­ führung der neuen Schulordnung ev. nwtwendig werdenden Mehrbedarf aus der Kreissreserve zu entnahmen. Jahresbericht und Rechnung der Fach­ schule für Maschinenbau und Elektrotechnik -n Landshut. Voranschlag der Fachschule für Maschinen­ bau und Elektrotechnik in Landshut. lHiertzu wird auch genehmigt, daß der Werkdiemer auf den Personalaufwand der Schule übernommen, der Bedarf hierfür von der Stadt übernommen, vom Kreise aber erstattet wird. Zur Fachschule für Glasindustrie unidHolzschnitzerei ln Zwiesel 1200 Mark. Zur Keramischen Fachschule in Lamdshut 1715 Mark. I Zur Steinhauerschule in Metten 1440 Mk. Nächste Sitzung morgen Mittwoch vorm. 9 Uhr 15. Min. ; r * Tie Kosten der Handwerks kämmen lösten auch heuer int Landrat eine hebhaste Debatte aus. Für das Jahr; 1915 wurde bereits der Etatsansatz von 9000 Mark auf 6000) Mark herabgesetzt, im Allerhöchsten Landratsabschred jedoch wiederhergestellt- Für das heurige Jahr war in der vorjährigen Landratstagung wie­ derum die Kürzung von 9000 aus 6000 Mark vorgenommen worden. Diesmal sprach der Landratsabschied der k. Regierung nmr die Befugnis zu, den Fehlbetrag im Bedarfsfälle aus der Kreisreserve zu decken, was auch ge­ schehen ist. f Der heurige Etat sieht wieder 9000 Mk. vor. t Der Berichterstatter Landrat Schadenstoh&gt; betont, daß der '1. Ausschuß zwar wieder die Kürzung auf 6000 Mark vornehmen wollte, allein der Vertreter der k. Regierung habe erklärt, daß in diesem Falle der Betrag von der k. Regierung wieder auf 9000 Mark er­ höht werden würde, weil er ein gesetzlicher Kreiszuschuh fei. Infolgedessen habe der Aus­</p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
