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        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1916-11-29"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">69. Jahrgang Nr. 325</biblScope>
          <date when="1916-11-29">1916-11-29</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
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          <p>Letzte Posten. Botschafter Gerard kehrt nach Berlin zurück. Daily News meldet aus Washington, daß Botschafter Gerard nächste Woche nach! Berlin zurückkehren wird. / | Tür englische Bericht. London, 28. Nov. Reuter meldet amt­ lich: Feindliche Luftschiffe kreuzten heute nachts über der Nordostküste. Es wird gemel­ det, daß an verschiedenen Orten der nördlichen Grafschaften Bomben abgeworfen wurden. Ob sich dabei Unglück ereignete, oder ob Scha­ den angerichtet wurde, ist noch sticht bekannt. 2 Zeppeline wurden während des Angriffes in der letzten Nacht herabgeschossen. Ein englischer Kreuzer gesuukeu. Rotterdam, 28. Nov. Nach hier ein­ getroffenen Nachrichten lief der englische Kreu­ zer "New-Castle" am 15. November auf eine Mine und sank bei dem Bestreben, einen hei­ matlichen Hafen zu erreichen, am Eingang des Fistth of Folrth. Er befand sich zur Zeit des Unglücks in Begleitung von zwei anderen Kpenzern. Von der Besatzung der "NewCastle" sind 27 Mann tot und 44 verwundet. Zwei ,russische Transportvampfer versenkt. Stockholm, 28. Nov. "Aftonbladed" meldet aus zuverlässiger Quelle: 2 große russische Transportschiffe, nach Reval unter­ wegs, seien Ende Oktober Mit dem 428. Re­ giment in voller Kriegsstärke an Bord, unter­ gegangen. Das Unglück sei wahrscheinlich auf eine Minenexplosion zurückzuführen. Versenkt. London, 28. Nov. Lloyds meldet: Ter Kapitän und die Besatzung des norwegischen Dampfers "Visborg" sind gelandet. Sie er­ zählten, daß i!h!r 'Schiff von einem deutschen Unterseeboot versenkt wurde. London, 28. Nov. Der englische Dampstr "City of Birmingham" (7500 Tonnen) wurde versenkt. ' R Büatmnn soll zurücktreten. Lugano, 27. Nov. Verschiedene italie­ nische Blätter verzeichnen mit ziemlicher Be­ stimmtheit das Gerücht, daß in Rumänien die Bildung eines nationalen Ministeriums unter Vorsitz Marghilomans geplant fei. Trotz der scharfen Zensur greifen die Bukavester Blätter Bratiann scharf an und wer­ fen HM bar, den Krieg nicht genügend vor­ bereitet zu 'hüben. Die Blätter fordern in unverblümter Form den Rücktritt Bratianus. Tie amerikanischen Kriegsgewinne. Haag, 28. Nov. Die "Times" meldet ans Newyork: Der Reichtum der Vereinigten Staa­ ten, der vor allem durch den Krieg entstandet ist, ergibt sich aus der Statistik der Einkommen­ steuer des mit dem 30. Juni abgeschlossenen Finanzjahres. Die Einnahmen aus der Ein­ kommensteuer der physischen Personen betru­ gen 13 589000 Pfund gegen 8 207 000 Psd. im Vorjahre. Die Einnähmen aus der Ein­ kommensteuer der Gesellschaften betrugen 11399000 Pfund gegen 7 831000 Pfund im Vorjahre. Aus der Statistik ergibt sich ferner, daß die großen Einkommen mehr gestiegen sind. Die Zahl der Steuerzahler mit einem! Einkommen von 200 000 Pfund und darüber ist um das doppelte gestiegen, sie beträgt 120. Ferner wurden 3824 Personen gezählt mit einem Einkommen von 20 000 Pfund und da­ rüber. 18.) ■</p>
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          <p>Rusfifche Angriffe in den Karpathen. — Der Vormarsch iu Rumönieu: Curtea des Arges In unserm Besitz; der rumkuische Donauhafen Giurgiu genommen. — Großer Russischitalienisch-staurSsisch-serbischer Angriff in Mazedonien völlig gescheitert. — Zwei russische Transportschiffe in der Ostsee «ntrrgegangeu. Im Westen kam es $u keinen größeren Kampfhandlungen. Vom Osten wird eine Verstärkung des rus­ sischen Artilleriefeuers gemeldet, russische An­ griffe in den Karpathen wurden »zurückgewiesen. An dev siebenMrgischen Front fühlten russische Aibteilungen gegen unsere Stellung bor,, wurden aber abgeschlagen. In Rumänien wurde der Altfluß, über­ schritten und weitere eroflgreiche Kämpfe mit dem Feinde bestanden, bei denen auch. 'Curtea des Arges genommen wurde. Mit dem Vor­ rücken dieses Teiles der Falkenhahnarmee ist auch die bisher zäh verteidigte Stellung des Feindes bei Campolung schwer im Rücken be­ droht. Im Süden breitet sich die Donau­ armee Mackensens schnell aus und hat «tun auch die Hafenstadt Giurgiu gegenüber Rustschuk in Besitz genommen. Der rasche Vormarsch der Armeen Falkenhahns und Mackensens hat zum militärischen Zusammenbruch des Feindes ge­ führt und es ist damit zu rechnen, daß die 'bei der nun bald eintretenden Frontverkür­ zung von Norden, Westen und Süden zugleich bedrohte, 'heute schon von der Zivilbevölker­ ung gebäumte, Landeshauptstadt und mit ihr fast die ganze 'Walachei in unseren Händen sein wird. Es ist nicht anzunehmen, daß der russische Hstlfsgeneral Sachorow seine in der Enge der Dobrudscha stehenden Hilfstruppen noch rechtzeitig heranzubringen in der Lage sein wird. Er wird genug zu tun haben, durch nochmaliges Einsetzen aller zu erlangenden Kräfte die Moldau und damit seine eigene Grenze mit der dahinter liegenden beßarabischen Kornkammer zu verteidigen. Diese un-erwartet rasche Entwicklung dev Dinge, die wir deutschem Feldherrngeist verdanken, hat denn auch starke Bestürzung bei unseren Feinden ausgelost. Die Ernüchterung ist zu bald dem Siegesjubel beim Einmarsch der Rumänen in Siebenbürgen gefolgt. Während die französi­ sche Presse sich noch windet und dreht unbi die Hilflosigkeit der 'Entente, die der Vernichtung Rumäniens ruhig zusehen 'muß, zu verschlei­ ern trachtet ,wird iMe englische Presse zum­ teil sackgrob und sie schimpft rnicht etwa auf die Russen oder ihre anderen Trabanten, daß sie Rumänien im Stiche ließen, nein ffe schimpft auf Rumänien, das mit feiner Nieder­ lage allerdings- jeden Wert als englischer Ver­ bündeter verloren hat. | 1 Luftschiffangriff auf Mittelengland. In Mazedonien war die durch den An­ marsch italienischer Kräfte von Westen gebotene Zurücknähme der deutsch-bulgarischen Kräfte von vollem Erfolge. Es machte den italieni­ schen Umgehnngsversuch zu schänden. Schvn vorgestern mußten die Feinde die Stärke un­ serer neuen Stellung durch eine schwere Nie­ derlage fühlen. Gestern scheiterten nun neue Angriffe in gleicher Weise. Unsere Marine-Luftschiffe hüben einest neuen Angriff ans die Industrieanlagen und Hochöfen Mittelenglands unternommen. Orte sind in unserem Berichte nicht erwähnt, es wird nur betont, daß große Brände den Er­ folg des Angriffes gewährleisten. Leider sind der englischen Abwehr an der Küste zwei un­ serer Zeppeline zum Opfer gefallen. Der eine mußte bei Scarboraugh am der englischen Ostküste landen. Das Schicks«! des anderen ist noch unbekannt, da auch der englische Be­ richt nichts tztäheres hierüber meldet. Ebenso ungewiß ist noch das Schicksal der Besatzung. In Norwegen scheint man zur Umkehr geneigt. In der Presse hat sich ein Umschwung vollzogen, welcher anzeigt, daß man uns ent­ gegenkommen will. Die Krise aus militäri­ schem Gebiet scheint überwunden. Es müssen aber noch eine Reihe wirtschaftlicher Fragen gelöst werden, denn Norwegern hat in der letz­ ten Zeit unter dem Drucke Englands eine Reihe von Ausfuhrverboten erlassen, die ei­ ner neutralen Haltung Norwegens zuwider­ laufen. Hier muß also Norwegen seine Neutra­ lität erst praktisch erweisen, um eine volle Einigung mit uns herbeizuführen und aus dem englischen Joche loszukommen.</p>
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          <p>An der Siebenbürger Ostfront wiesen un­ sere Feldwachen starke russische Erkundungs­ abteilungen ab. Heeresfront d«s Gencralfeldmarschalls Prinzen Leopold vo» Bayer«. Keine wesentlichen Ereignisse. Italienischer Kriegsschauplatz, und GüdSstlhcher Kriegsschauplatz. Unverändert. Der stellvertretende Ehef des GeneralstaSe»! v. H o e f e t, Feldmarfchalleutnant. Irr bulgarische Bericht. Sofia, 28. Nov. Amtlicher Generalstabsbeirstcht born 27. ds.: Mazedonische Front: Nach ArtilleriievorberÄtung, die fast den ganzen Tag an­ dauerte, griff der Gegner die Höhe 1050 und ih&gt;re westlichen Gegenhänge östlich vom Dorfe Tavnobo an. Der feindliche Angriff wurde bort Truppen, teilweise im Bombenkampf, zurück­ geschlagen. Beim Dolche Grunischte brachten wir einen Angriff schon im Keime Lüm Schei­ tern. Am linken Ufer des Wardar griff der Feind nach einer ziemlich heftigen Artillerieboiribemtang abends die Stellungen südlich vom Doch« Bogorodiza an. Der Angriff wurde abgeschlagen. Auf dem übrigen Teil der Frvnt Artillerietätigkeit. Rumänische Front: In der Dobrudscha Artilleriefeuer auf der ganzen Front. Durch einen starken Gegenangriff wachen wir den Feind von bchr Höhe 234 unb aus betn Dorfe Erkamek zurück und versprengten zwei Bataillone in der Rühe dieser Ortschaft. Wir schlugen ziemlich leicht einen von Teilen der 3. russischen Kavallerie-Division unternommenen Angriff gegen einen schmalen Streifen Bo­ den östlich des Laschavlu-Sees, sowie einen Jnfanteche-Angriff südlich der Ortschaft Ester zurück. Türkische Artillerie verjagte feindliche Infanterie, die sich gegenüber der Front der türkischen Truppen verschanzten. Zwei rus­ sische Schiffe beschossen ergebnislos unsere Stel­ lungen in der Nähe des Taschavlusees. An der Donau zwischen Rust schul und Cernavoda Artilleriefeuer. Der Feind befestigt in Eile das linke Donauufech Unsere Trup­ pen, sowie die Truppen unserer Verbündeten bdr Donauarmee, welche die Donau bei Svistow überschritten hatten, setzten ihren Vor­ marsch planmäßig in der Walachei fort. Bei per Stadt Orchovo überschritten unsere Trup­ pen die Donau und besetzten Beket. Andere bulgarische Truppen überschritten die Donau bei den Städten Lam und Bidin und besetzten das gegenüberliegende Ufer. Die Stadt Kalafat befindet sich in unserer Hand.</p>
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          <p>Eine Konferenz der "Kleinen". Berlitz, 28. Nov. Der Amsterdamer Korrespondent der "Bossischen Zeitung" be­ richtet: Ein Londoner Gewiährsmann ist in der Lage, mir über eine zweite Konferenz zu be­ richten^ die sich an die jüngsten Pariser Be­ sprechungen anschloß. Dabei haben die Ver­ treter Belgiens, Serbiens, Montenegros und Italiens sich bitterlich über die Art beklagt, in der die Wünsche der kleineren Verbündeten von den drei größeren Staaten behandelt wur­ den. Am günstigsten urteilten die "kleinen Di­ plomaten noch über Rußland, das schon man­ che Forderung der "Kleinen" bei den Verbün­ deten durchgesetzt habe. Ein früherer portu­ giesischer Minister beklagte sich sehr, daß seine Regierung nicht den Weg der wohlwollenden Neutralität gegenüber den Alliierten gewählt habe, anstatt mit in den Krieg zu ziehen, der Portugal vollständig ruinierte. Mit Ausnahime Serbiens zweifelte keines an der Wiederher­ stellung ihrer Länder. Weitere Sitzungen sol­ len demnächst abgehalten webden. (Z.) Tie englische Herrschaft auf Island. Wie die Basler Nationalztg. aus Kopen­ hagen meldet, rufen dort die aus Island ein­ laufenden Gerüchte über die von den Englän­ dern radikal durchgeführte Beaufsichtigung des isländischen Handels die größte Entrüstung hervor. Selbst die ententefreundlichsten Blät­ ter geben ihrer Empörung Ausdruck. Auch in Island herrscht jetzt, nachdem man die weittra­ genden Folgen der englischen Kontrolle er­ kannt hat, großer Unmut unter der Bevöl­ kerung. Allgemein ist das Verlangen, daß sich die dänische Regierung der Sache annehme. Tänischer Protest. Kopenhagen, 28. Nov. "Extrabladet" zufolge richtete die hiesige englische Gesandt­ schaft an die dänischen Kohlenfichnen ein Rund­ schreiben, in dem diesen mitgeteilt wird, sie dürfen in keiner Weise etwas mit den deutschen Kohlen zu tun haben, sonst würde ihnen die Lieferung englischer Kohle entzogen. "Extrabl." nennt dieses Rundschreiben eine unmögliche englische Forderung und macht darauf auf-, meicksam, daß selbst die englische Presse diese englischen Maßnahmen stark beanstande, weil dadurch nur erreicht werde, daß sich den deut­ schen Kohlen ein umso größerer Markt inDänemark eröffne. Dies würde Deutschland in den Stand setzen, von Dänemark als Gegenleistung die Ljieferung solcher Waren zu verlangen, die es besonders notwendig brauche. Das Rundschreiben sei dem gewöhnlichen britischen Interesse für das Wohl der kleinen Staaten entsprungen. Die englischen Behörden würden aber begreifen lernen, daß die Gesandtschaft hickr doch ein wenig zu englisch auftrat. Eindruck in Schweden. Stockholm, 29. Nov. Das Vorgehen der Entente in Griechenland macht in Schweden großen Eindruck. —"Aftonbladet" bringt einen Leitärtilkel, der das griechische Schicksal als Spiegel für das Schwedenvolk bezeichnet und stark unterstreicht, daß man 'sich die Ereignisse in Athen besonders im Hinblick ans die englisch­ schwedischen Verhandlungen in London als | warnendes Beispiel vor Augen halten müsse. Was soll angesichts dieser Dinge, fragt das Blatt aus uns werden,: wenn wir Uns unter eine fremde Macht beugen und unser Selbstbestimmungsrecht einmal opferten. Der Plan, auf betn wir dann stehen, ist abschüssig und neigt sich ostwärts, während uns von Westen ein stürmischer Wind in den Rücken fällt.</p>
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          <p>Vom westlichen Kriegsschauplatz. Kstifeustiinmung in Frankreich. Genf, 28. Nov. Offiziösen Meldungen Pariser und Lyoner BWter zufolge stehen anscheinend Veränderungen im französischen Kabinett wie innerhalb der obersten französi­ schen Heeresleitung bevor. Ueber das Ergeb­ nis der zurzeit noch fortdauernden Bespre­ chungen im französischen Ministerrat wird vor­ läufig mitgeteilt: Das neugeschaffene Lebens­ mittelamt unter dem Unterstaatssekretär Thierry wird in ein selbständiges Lebensmittelministerium mit diktatorischer Befugnis umge­ wandelt. Eine durchgreifende Reorganisation ist im Munitionsministerium vorgesehen. Nach den Andeutungen mehrerer BWter scheint sich das französische Kabinett damit zu beschäfti­ gen, den glten Plan des Kriegsrates der Alliierten endlich zur Verwirklichung zu brin­ gen. General Joffre wird voraussichtlich mit dem Posten des Präsidenten des neuen Kriegs­ rates betraut werden. Die schweren Nieder­ lagen in Rumänien, die die heutige Pariser Presse mit seltener Offenheit eingesteht (der "Ganlois" bemerkt, daß manche Leute in Paris schon das Hauptguartier Falkenhayns in Bu­ karest sehen) geben zweifellos die Anregung zu diesem Schritt. Es ist anzunehmen, daß das französische Kabinett vor der Verwirkli­ chung dieser Reformen noch in jedem Falle die Meinung der Kammer, die heute in geheimer Sitzung zusammentritt, einholen wird. Als Anzeichen der in Paris herrschenden Krisenstimmnng, die in diesen Geheimsitzungen reich­ lich Gelegenheit zur Entladung haben wird, sollen folgende Aeußerungen des Organs der Mehrheitsparteien, des "Radical", zu den | schwebenden ministeriellen Fragen wiederge‘ geben werden: Wird man endlich die Gelegen­ heit ergreifen, und diejenigen zum Schweigen bringen, die in der großen Presse davon reden, Deutschland sei seit 2 Jahren am Ende und habe nur noch für 2 Tage Brot? Während sich! in Wirklichkeit die Ereignisse gegen uns wen­ den und der Präsident des preußischen Abge­ ordnetenhauses in feiner Eröffnungsanspra­ che sagen konnte, Laß die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Entente einen Fchktor des deutschen Sieges bildeten? Wir haben jetzt genug! Wann wird der Staatskarren von einem Manne mit tüchtigem, gesunden Men­ schenverstände geführt werden? (Z.) Wankreichs Opfer. Lugano, 28. Nov. Wie der "Seoolo" aus Parßs meldet, sieht man voraus, daß es in der heute stattfindenden geheimen Kammersitzung äußerst lebhaft zugehen wird. Die Ueberzeugung sei allgemein und zwar sowohl beim Volke als unter: den Politikern, daß Frankreich in diesem Kriege gegenüber seinen Verbündeten die größten Opfer bringe und daß hierin ein Wandel geschaffen werden müsse, andernfalls kommt Frankreich in die Gefahr, daß zur Zeit des Friedenskongresses dieTruppenzahl dev Verbündeten in Frankreich größer ist als die Frankreichs, und daß dieses selbst bei einem Siege verblutet. Die Abgeordneten werden die Regierung ftagen, was sie zu tun gedenke. Das Mittel sei auch bereits gefun­ den und bestehe in gewissen Heevesverstcllungen an der Front in Fratzkreich, über die er nichts weiter mitteilen dürfe. Zwischen Re­ gierung und Kammer bestehe übrigens hier­ über völliges Einvernehmen. (Z.)</p>
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          <p>Gegen Rußland. Buchanan dclr russische Tiktator. Kopenhagen, 27. Nov. Nach einer Petersburger Drahtmeldung gab der fort­ schrittliche Block zu Ehren des neuernannten Ministerpräsidenten Trepow ein Festmahl, auf dem der Blockführer Schidsowski eine aufsehen­ erregende Rede hielt. Er ^begrüßte zunächst Trepow als Ministerpräsidenten namens des Blocks und pries seine Ernennung als ein Glück für bie Zukunft Rußlands. Dann wand­ te er sich an den englischen Botschafter Bu­ chanan, der gleichfalls anwesend war und nannte ihn Rußlands unentbehrlichen Ratgeber in dieser für alle Diplomaten so schwierigen Zeit. Er sprach schließlich die Hoffnung aus, daß er Trepow ebenso mit wertvollem Rat beistehen werde wie seinerzeit SassanoW. Noch: nie zuvor ist von russischer Seite so offen und ehrlich zugegeben worden, daß der eigent­ liche Diktator in Rußland nicht mehr der rus­ sische Ministerpräsident sondern der englische Botschafter ist. (Z.)</p>
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          <p>Gegen Rumänien. Tie Flucht best rumänischen Armee. Stockholm, I7. Nov. Die Kiewer,,'Ljanin" berichten über die rumänische Niederlage in der nördlichen Walachei: &lt; Als der Durchbruch im Autale entschieden einsetzte und die wilde Flucht der rumänischen Armee die Folge war, war die einzige Eisen­ bahnverbindung der Linie Orsova—Crajova längst von den Deutschen besetzt. Zur Ver­ fügung blieben nur zwei Landwege, deren einer nach dem Vedeatale, der andere im Ab­ stande von zehn Kilometern von der Donau über Turnu-Magurele direkt nach Bukarest führt. Dieser war jedoch durch das deutsche Bombardement vom anderen Donaustrande ge­ fährdet. Die große Donauchaussee bot nach zwölfftündigem Rückzüge ein Bild der Ver­ wüstung. Die deutsche Artillerie hatte in Massen Treffer zu verzeichnen. Oft waren ganze Trainkolonnen von feindlichen Geschos­ sen zerschmettert. Ein Zug von sieben schweren Batterien wurde kurz vor Turnu-Magurele von der bulgarischen Artilleriestellung Niko-</p>
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          <p>poli aus getroffen und von den Treffern zu­ sammengeschossen , sodaß ton Geschütz unver­ letzt blieb. Dev Chausseeweg war metertief aufgewühlt. Der Militärkommandant von Turnu-Magurele bot die gesamte Stadtbevölfeautg auf, um den Weg wieder herzustellen. I Die Aufräumungsarbeiten dauerten 30 Stun­ den, wodurch eine bedeutende Verzögerung ver­ anlaßt wurde. In den Hinteren Reihen der unermüdlich sich vorwärtswälzenden Karawa­ ne brach infolge der Verzögerung eine Panik aus. Die Soldaten verließen massenweise den Traiy und flüchteten auf dem Nebenwege ost­ wärts, obwohl die Offiziere zahlreiche dieser Deserteure niederschießen ließen. Auch auf der Vedeatalstraße spielten sich grausige Szenen ab. Eine Abteilung des 3. Artillerieregiments, welche in hastiger Eile zur Verstärkung der rumänischen Dvnaustellung beordert worden war, fuhr rücksichtslos durch alle InfanterieAbteilungen hindurch. Es war ein schauer­ licher Weg über Leichen. (Z.) ! Angesichts solcher Schilderungen, die wohlgemerkt, von feindlicher Seite stammen, muh man sich wirklich wundern, daß die eng­ lische Presse den Mut hat, die Ereignisse als bedeutungslos hinzustellen. Was sich in der Walachei jetzt abspielt, das ist der völlige Zu­ sammenbruch Rumäniens, und daß seine gro­ ßen Verbündeten nichts weiter denn leere Phrasen für das Land haben, das sie in den Krieg trieben und das nun seinem wohlver­ dienten Schicksal entgegengeht, zeigt von neu­ em, wie kaltblütig die Alliierten die Keinen Staaten, deren Schutz sie mit so großen Wor­ ten verkünden, verbluten lassen, wenn sie kei­ nen Nutzen mehr, in ihrer Hilfe sehen. Rumäniens Not. Bern, 28. Nov. Nach italienischen Mel­ dungen zerstören die Rumänen die Donau­ bahn Fetisti—Bukarest. Rotterdam, 28. Nov. Hutin sagt im "Echo de Paris", er hoffe und glaube, daß die drohende Schlacht westlich von Bukarest ver­ mieden werden könne. Er glaube, daß die ru­ mänisch-russische Armee den Feind nur würde aufhalten können, wenn sie eine geschlossene Linie bilde, die sich mit dem rechten Flügel an die Höhen der Moldau und mit dem linken an die Do brudscha-Armee anlehnt. Das "Journal" urteilt, daß die Lage der Einbruchsarmee manche Eigentümlichkeiten zei­ ge, wodurch ein Gegenstoß der Rumänen und Russen unter günstigen Umständen möglich werden könne. (Z.) Aus Rumänien. Bern, 28. Nov. Ter "Bund" meldet: Nach- einem Petersburger Bericht ist Bukarest in ein Kriegslager umgewandelt. Eine Masse Militär ist anwesend. Die Hälfte der Bevölker­ ung verließ die Residenz. Der Straßenbahn­ verkehr ist gering. Die Teuerung nimmt zu. Am Balkan. Der Luftkrieg. LuftauMff «ms England. WTB. Berlin, den 28. Nov. (Amtlich.) In dev Nacht zum 28. November haben! mehrere Marinelustsch,iffe Hochöfen Und In­ dustrieanlagen Mittelenglands mit gutem Er­ folge mit Bomben belegt. &gt; An verschiedenen Orten konnten Brände bevbachtet werden. Die Gegenwirkung war außerordentlich stark. Ein Luftschiff ist der feindlichen Ab­ wehr zum Opfer gefallen und in der Nähio von Scarboraughi abgestürzt. Ein zweites ist nicht zurückgekehrt, so datz mit seinem Verluste zu rechnen ist. i Die übrigen Luftschiffe sind zurückgekehrt und gelandet. [ Ter Chef des Admiralstabs der Warine. Der Krieg zur See. Versenkt. ' Kopenhagen, 28. Nov. Ter dänisch« Dampfer "Gunhill" rettete am 12. November 23 Mann der Besatzung des englischen Petroleumdampsers "Petroline", der nach Torpe­ dierung durch ein deutsches Unterseeboot ins Brand geraten war. Die Geretteten wurden bei dep Insel Wight einem .englischen Patrouillendantpser übergeben. Kopenhagen, 28. Nov.. "Politiken" meldet: Die Besatzung des vor einer Woche -in der Bucht von Biskaha versenkten däni­ schen Dampfers "Therese" ist hier eingetrof­ fen. Die Besatzung berichtet, daß sie, da bei der Versenkung des Dampfers ein schwerer Sturm herrschte, von einem Unterseeboot aus­ genommen wurde und im ganzen 18 Stunden auf ihm verblieben sei. Der Danchfer sei, nachdem er von der Besatzung verlassen war, durch Brandbomben zum Sinken gebracht wor­ den. Am nächsten Tage hielt das Untersee­ boot einen norwegischen Dampfer an, der mit Kohle von England' nach Italien üNerwegs' war. Auch er sollte versenkt werden. Da aber für dessen Besatzung an Bord des Un­ terseebootes kein Platz mehr war, mußte er die Besatzung, die 19 Mann stark war, wovon etwa die. Hälfte Engländer waren, aufnehmen und sich verpflichten, sie nach Brest zu brin­ gen. Hierdurch rettete er sich vor der Ver­ senkung. Inzwischen näherte sich ein engli­ scher Dampfer, hinter dem sich versteckt ein englischer Torpedojäger befand. Der Torpe- In der Selbstverbannung. Roman von Eksbethi Borchart. [ 32] ] || i l (Nachdruck verboten.] 1 "Sie müssen das als eine Notwendigkeit betrachten; ich will doch meiner Tante gegenüber nicht die Verant­ wortung tragen — Ihr Äletb ist ganz naß und Sie müßten sich in diesem zügigen Winkel unbedingt erkälten trotz aller Abhärtung — wenn mein Arm Sie nicht ein wenig schützte. Meinen Rock haben Sie ja abgelehnt —na also — oder fürchten Sie sich vor mtr %“ Sie lachte gezwungen auf, blieb aber stehen und wagte nicht, sich zu rühren. Sie fürchtete auch durch ihren Widerstand der Situation eine falsche Bedeutung zu geben und ihr das Harmlose, Selbstverständliche, das er ihr beilegte, zu nehmen. Die Haltung ihres Körpers hatte aber trotzdem etwas Steifes, Keusches, Abwehrendes. "Die Alte hat Sie also richtig mit ihrem dummen Geschwätz betört," fing er jetzt wieder an. "Ich dachte. Sie hätten keine schwache Natur und ließen sich nicht beeinflussen, und nun sehen Sie gar in einem harmlosen Blitz eine Spukgestalt." Es zuckte bei seinem Spott um Roses Mund- winket, als ob sie weinen wollte. Scham, Angst und Verlegenheit übermannten sie. "Sie sehen daraus wie berechtigt mein Verbot war." fuhr er unbarmherzig fort, ohne ihr Schweigen zu beachten. ..Nun fürchten Sie sich vor Gespenstern, und ich glaube noch jetzt, wo ich Sie schütze. — Seien-Sie ohne Sorge, ich lasse keinen von diesem Gelichter zu Ihnen heran." "Aber — ich fürchte mich nicht — es war nur ein augenblicklicher Schreck," warf sie jetzt endlich stotternd und verlegen mit halb weinerlicher Stimme ein. Ein greller Blitz — darauf ein Donnerkrachen, daß die Erde erbebte. Fast unwillkürlich ließ die straffe Spannung ihres Körpers nach; wie Schutz suchend lehnte sie an seiner Brust. Er legte seinen rechten Arm noch fester um ihre Schulter, während er mit der Linken ihre eiskalte Hand ergriff und festhielt. Ein wonniges Gefühl des Geborgen, und Geschütztseins überkam Sie, zugleich mit einer wohl­ tuenden Wärme, die von seinem Körper auf sie überging. Ganz ruhig wurde es in ihr, das bange Herzklopfen und jegliche Angst schwand. Mochte das Unwetter draußen weiter toben, mochten Blitz und Donner in fürchterlichem Krachen unaufhörlich auf­ einanderfolgen und der Regen strömen, als sollte die Welt durch eine neue Sündflut un tergeben — mochten | Dev "Rjetsch" zufolge gibt der Kommandant von Bukarest bekannt, daß die große Anzahl von Offizieren auf den Straßen die Auf­ merksamkeit aus sich lenke. Infolgedessen sol­ len alle rumänischen Offiziere, die keine be­ stimmte Aufgabe in Bukarest haben, sofort an die Front zurückkehren. Offiziere, die dienstlich in Bukarest zu tun haben, dürfen sich, nicht mehv auf den Straßen zeigen. Die Mehrzahl der französischen Offiziere von der Sondevmisswn Marthelots ist jetzt an der Front; die noch, in Bukarest zurückgebliebenen studieren die Organisation hinter der rumänifdpt Frpnt. Berlin, 28. Nov. Das "Tageblatt" mel­ det «ms Stockholm: Die Zusammenkunft zwi­ schen dem Zaren Und König Ferdinand von Rumänien in Reni habe dem "Djen" zufolge eine rein politische, aber keine militärische Be­ deutung, weil Rußland nicht mehr imstande sei, Rumänien mit größeren Streitkrästen als bisher zu Hilfe zu eilen. ' (Z.) Tie Einheitsfront der Mittelmächte. Ter Budapester Az Est mellet aus Sofia, daß sich die Armeen Falkenhahms und Macken­ sens bei Slatina vereinigt haben. Die unter dem Oberbefehl Mackensens stehenden Truppen Übersetzten die Donau bei Swisttow mit Flößen. Die österreichisch-ungarische Domauflottille und das deutsche Motorboot-Detachement leisteten | hierbei ausgezeichnete Dienste. In derselben I Nacht wurde über die Dvnam eine PontonI brücke gebaut; eine völlig feste Brücke, die auch j die Beförderung von Artillerie ermöglicht, ist I in Ausführung. Die Kriegshiandlung wurde I durch Nebel begünstigt, der auch noch morgens | aus der Gegend lag. Nach Vertreibung schwaI «her Wachdetachements verschanzten sich unsere I Truppen, bauten das linke Donau-Ufer bei I Zimnica zum Brückenkopf aus und dann beI gann der Vormarsch gegen Karakal und Slati­ na, wo inzwischen die Vereinigung der von Süden vorgedrungenen bulgarischen Truppen mit den aus Crajova Vorgehemden österreichi­ schen und deutschen Truppen vor sich ging. In Rumänien ist nunmehr die Front der Zen­ tralmächte und ihrer Verbündeten einheitlich, ebenso tote sie es nach der Begegnung von Kladovo im Fellzuge gegen Serbien gewesen ist. Slatina liegt etwa 70 Kilometer von Pitesti, dem Brennpunkte der bei Rimnic und Eampolung kämpfenden rumänischen Armeen. Besondere Wichtigkeit hat der Vormarsch jener Gruppe, die von Zimnica in nDrdöstlicher Rich­ tung aufbiach und Alexandria bereits besetzte. &lt;Z.) Spukgeftalten aus dem morschem Gemäuer aufstehen, die rote Frau drohend aus dem Flammen steigen — was kümmerte es sied Niemand und nichts konnte ihr etwas anhaben, solange dieser starke Arm sie umschlungen hielt und schützte. Das Eigentümliche ihrer Lage fiel ihr nicht auf; sie kam ihr jetzt ebenfalls selbstverständlich, von den Umständen bedingt und natürlich vor. In diesem Empfinden kam es ihr nicht zum Bewußtsein, in welcher Gefahr sie schwebten. Jeder Blitz konnte an ihnen beiden zum Mörder werden oder die eigroßen Hagelstücke, die durch die Oeffnung hereinfielen, sie erschlagen. Sie sah und hörte nichts davon. Nur das Schlagen des eigenen Herzens hörte sie. Endlich hatte sich das Wetter ausgetobt. Der Regen ließ nach und der Donner grollte nur noch in der Ferne. Mit einem jähen Ruck ließ er sie los. "Ich glaube, wir könnten jetzt den Heimweg wagen, schlug er vor. Sie erwachte wie aus einem Traum und strich sich die regenfeuchten Haare aus der Stirn. ,,J« — es wird gehen," sagte sie, den Bann von sich abschüttelnd. .Die Frau Gräfin wird wegen meines langen Ausbleibens in Sorge sein." "Und deshalb wollen wir sie so schnell wie möglich daraus befreien," setzte er fort. "Kommen</p>
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          <p>bojöger eröffnete sofort dos Feuer auf das Unterseeboot, dieses konnte indessen noch recht­ zeitig unter Wasser verschwinden. Lloyds meldet: Man glaubt, daß der englsiche Dampfer "Emlynverne" (544 Tonnen) versenkt worden ist. , ,</p>
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          <p>Sk, Frau Herwart — sehen Sie sich vor, daß Sie aus den nassen Steinen nicht ausgleiten." Sie waren jetzt herausgetreten und schritten über die Brücke in den Wald. Der Waldboden war durch und durch erweicht und Rose sank mit ihren feinen Schuhen tief hinein. Sie kam darum nur langsam und schwer vorwätts. Er kam ihr nicht zu Hilfe und bot ihr nicht den Arm. In kurzem Abstande ging er neben ihr und sprach von gleichgiltigen Dingen, vom Wetter und von dem Schaden, den es möglicherweise angerichtet hatte. Sie hörte zu, warf auch wohl einige Motte dazwischen. Ihre Gedanke« waren dabei nicht beteiligt. So erreichten sie Bernegg. Die Gräfin stand auf der Freitreppe und hielt besorgt Umschau. Als sie die brisen ankommen sah, schrie sie freudig auf. Rose eilte ihr entgegen, küßte und streichelte ihre Hand und bat sie, ihr nicht zu zürnen, daß sie sie in Unruhe versetzt habe. Sie wäre vom Unwetter überrascht worden und der Herr Graf, dem sie zufällig begegnete, hätte sie sicher hergeführt. Gras Harald, der nun auch herangekommen war, gab einen humoristischen Kommentar zu Roüs Worten und schüttelte dabei lachend den Regen von innern Hut. "Ihr seid ja bis aus die Haut durchnäßt," rief jetzt die Gräfin, erschreckt von einem zum andern sehend. "Schnell, mein Kind," wandte sie sich an Rose, "ziehen Sie sich um. Ihr Kleid ist zum Auswinden, und dabei glühen Ihre Wangen. Sie werden sich doch nicht erkältet haben?" "Nein, nein," ries Rose mit seltsam glän­ zenden dürgen. ,,Jch fühle mich wohl und frisch, ober Ihren gütigen Rai werde ich doch befolgen." ' Damit küßte sie der Gräfin die Hand, machte dem Grasen eine leichte Verbeugung und eilte die Treppe hinauf in ihr Zimmer. Kurze Zeit darauf wurde das verspätete Abendbrot eingenommen. Die Lampen brannten im Eßsaal, beim es! Statte wieder angefangen zu regnen und im Zimmer war es dunkel. Rose hatte ihr graues Kleid mit den hell­ blauen Sammetauffchlägen angezogen, und auch, der Gras erschien in anderem Anzuge. Roses Wangen glühten noch immer. Sie sprach, lachte, plauderte, aber es klang nicht so natürlich wie sonst. Es war etwas Fremdes in den Klang gekommen, was auch der Gräfin ausfiel. Sie betrachtete und beobachtete sie verstohlen. Was war nur in Frau Rose ge­ fahren? Waren es die Vorboten einer Er­ krankung, eines beginnenden Fiebers oder — was sonst? Sie würde nicht klug daraus und machte sich Gedanken. Eine Ahnung begann in ihr aufzudämmern, doch sie nahm noch keine feste Gestalt an. Es lag auch etwas Er­ schreckendes, Beängstigendes und doch wieder Beglückendes für sie darin. * ' - An einem der nächsten Tage ließ die Ba­ ronin Gemmingen die Bemegger Herrschaften zum Tee und Abendbrot zu sich auf den Wol­ kenstein bitten. "Sie hätte lieben Besuch aus Berlin erhalten und wollte ihm Zerstreuung verschaffen. Sie erwarte auch noch einige an­ dere Gäste." , Auch Rose war in der Einladung, die ein Reitknecht vom Wolkenstein brachte, be­ sonders erwähnt. Die Baconin wußte sehr wohl, daß die alte Gräfin Bernegg nicht gern ohne ihve Gesellschafterin ausging, und dies­ mal war ihr aus besonderen Gründen daran gelegen, die junge Frau bei sich zu schien. I (Fortsetzung folgt.)</p>
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          <p>Aus den Kolonien. Deutsche Erfolge in Ostasrika. Dj^ "Kölnische Zeitung" veröffentlicht ^Mitteilungen eines BnrenhoWnders, der bei der Smutsschen Armee gegen Deutsch-Ostafrika mitkämpfte, über bisher unbekannte Er­ folge unserer Ostasrikaner gegen die britische Ugandabahn anfangs 1916. Darnach besetz­ ten deutsche Abteilungen an der Ugandabahn am 15. Janupr Somburu, sprengten Brücken und Panzerzüge in die Luft und zerstörten die Bahnkörper. Zwei von Mombassa abge­ lassene Panzerzüge gingen mit starken Besatz­ ungen verloren. Auch an anderen Plätzen gin­ gen die Deutschen siegreich vor. Kein Zug bon Mombassa erreichte im Januar mehr das Hinterland Britisch-Ostasrikas. Die Aufregung in der Hauptstadt Nairobi war sehr gross,, besonders weil in Uganda Aufstände ausgebro­ chen und dort viele Truppen nötig waren. Nachdem später südafrikanische Verstärkungen eingetroffen waren, zogen die Deutschen sich aus dieser Gegend zurück und lieferten darauf den Buren mehrere für diese unglückliche Ge­ fechte am Salaitahügel. In sämtlichen Ge­ fechten im Sammt 1 und Februar blitzten die Engländer fn Ostafrika mehr als 5000 Mann ein und verloren sieben Panzerzüge. (Z.)</p>
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          <p>pflegung oft nicht heranzubringen war. In solcher Lage habt Ihr Eure Kräfte bis auf das Aeußerste anspannend, 23 schwere französi­ sche Angriffe ansgehalten und siegreich abge­ schlagen. Ich kann Euch dafür nur meinen Dank aussprechen, besonders den Kompagnien der Regimenter, die ihre Kräfte mit demFeinde im schwersten Nahkampfe gemessen und ihn Mt Handgranaten zurückgetrieben haben, die aus­ gehalten hüben, während das feindlicheSperrfeueir das Eintteffen von Ersatz und Hilse un­ möglich machte. Der Oberbefehlshaber der Ar­ mee hat Eure heldenmütige Tapferkeit mit hohen Worten anerkannt, die Oberste Heeres­ leitung hat im Heeresberichte die Verdienste des Straßburger Korps hervvrgehioben, — das wird insbesondere die Elsässer in Euren Rei­ hen erfreuen. Wir aber gedenken dankbar der Helden unter unseren Kameraden, die ihr Le­ ben in diesem schweren Kampfe haben dahingeben müssen. Noch wollen unsere Feinde keinen Frieden^ noch träumen Franzmänner und Engländer davon, in unsere Heimat durch­ zubrechen. Sie wollen an den Rhein, sie wol­ len über den Rhein! Es wird ihinen nicht ge­ lingen. Wo sie aus uns stoßen werden, werden sie eine unüberwindliche Mauer von Män­ nern finden. Nie betritt ein Feind des deut­ schen Rheines Strand —, das geloben dieDruppen des Straßburger Korps mit einem Hoch aus unseren Kaiser!" W. Scheuermann, Kriegsberichtevstatter. Berlin, den 25. November 1916. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise verboten.) Das Straßburger Dorps itn Dampf um SaMfel. 1 Von unsrem Kriegsberichterstatter. Gr. Hauptgnartter-West, am 24. Nov. Ganz ungewöhnlich grosse Anstrengungen haben die Franzosen wochenlang unternom­ men, um m der TrümlmsersMte der Zwillings­ dörfer Saillh-Saillisel unter Opferung be­ trächtlicher Jnfanteriematzen vorwärts zu kommen. Die beiden Dörfer waren durch das ständige Trommelfeuer derart zerwühlt, daß man zwischen lauter Granatlöchern und Trüm­ merhaufen nicht mehr erkennen konnte, wo früher Sttatzen und Höfe, und wo Häuser und Scheunen gewesen sind, Nur die zwischen den beiden Dorsstätteu gelegene ehemalige ge­ meinsame Kirche war daran zu ernennen, daß die betreffenden Sternhaufen aus weitzgrcmem Kreidekalk etwas höher emporragten als alle übrigen und datz ans innen galgenförmig ein verkohlter Balken des ehemaligen Glockenstuhles herausging. Wochenlang tobte hier der Kamps von Trümmerhaufen zu TrüMnlerhaufen, von Granatloch zu Granatloch hinüber und herüber, am schlimmsten uni die ehema­ lige Kirche, Obwohl sich die beiderseitigen Li­ nien auf dreitzig bis fünfzig Meter gegenüber­ liegen, waren die eigene und die feindliche Artillerie so gut eingeschossen, datz ftv* den Feind jederzeit mit Sperrfeuer überschütten konnten. Für die Franzosen kam es darauf an, das sehr begrenzte Geviert eines ehemali­ gen Höfeblocks wegzunehmen, um den Südrand des Dorfes und mit ihm die dort liegende I Höhe 153 zu besitzen. Diese Höhe bot ihnen I gute Artilleriebeobachtung auf den PeterI Vaastwald und fein Vorgelände, damit die I Aussicht, von Norden her gegen Peronne einen Fortschritt zu machen, nachdem der von Westen ausgegangene Angriff auf diese Stadt zum Stocken gekommen war. Um die Arbeit in die­ sem engen Raume zu leisten, hatten die Fran­ zosen eine unverhältnismäßig große Anzahl von Divisionen herangeführt, dabei ausge­ ruhte und geschonte Elitetruppen, tote Alpen­ jäger, schwarze Turkos und Znaven, welch letz­ tere aus Menschenmangel auch schon mit gelb-, braun- und schwarzhäutigem Ersatz aufgefüllt waren. So tonnten sie dreiundzwanzigmal mit der Uebermacht frischer oder ausgeruhter Truppen angreifen, darunter oft mehrere Male täglich ,aber immer stießen sie auf einen Wi­ derstand, der jedes Granatloch zu einer schier uneinnehmbaren und nur mit Hansen von To­ ten zu erringenden Festung machte. Wieder­ holt gelangen ihnen Fortschritte, aber immer hatten die Straßburger Truppen die Stoß­ kraft, die Einbruchstelle durch Gegenangriff sofort wieder zn säubern. Dieser Tag und Nacht andauernde Kampf stellte an jeden ein­ zelnen Mann um so höhere Ansprüche, als viele ganz auf sich selbst angewiesen waren, weil in den zerklüfteten Ruinen keine Füh&gt;I hing mit den Nebenmännern und der Führung I gehalten werden 'tonnte. Was die Truppen in I dieser Verteidigung ohnegleichen geleistet h&gt;aI ben, hat ihr Führer, Exzellenz von Deimling, I in warmen Worten anerkannt, als er gestern £ an Offiziere und Mannschaften von Teilen t des Straßburger Korps persönlich eine An­ zahl Eiserner Kreuze erster und zweiter Klasse verteilte. "Ich habe Euch hier versammelt", so führte er aus, "um Euch zu danken, für die tapfere und treue Pflichterfüllung gegen Vaterland und Kaiser. Es waren schwere Tage für Euch ,bie Ihr in Saillisel durchgemacht habt ,Tage und Nächte in ununterbrochenem P Trommelfeuer, wo ihr bis über die Knie iml ' kalten Wasser stehen mußtet und warme Ver­ Kriegsbriefe aus dem Westen.</p>
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          <p>von einem Regiment, das ich am Narvcz-See hatte stürmen sehen, sehr vergnüglich die Fra­ ge: "Warjum trägste denn die neue graue Felduniform?" Und jemand, der vom Westen kam«, atmete tief — es war ein weihflattriger, mil­ der Moerdabend — und sagte: "Ach mal ein Tag in Galizien!" Er legte wohl den Wert nicht so auf den Begriff der Tageszeit dabei, sondern meinte das, was ein anderer ausdrückte: "Man merkt mal, daß, -bie Welt eine wunderhübsche Einrich­ tung ist .... Man bekvwert 'sich mal." "Die Lindenallee sieht fast schöner als im Sommer aus, wie schön das feine Gewirr sich vor den Himmel stellt, und Linie sich gegen Linie biegt. Göttliche Filigranarbeit . . . ." "Die Mädchen so Sonntags Men doch alle Mer recht nett aus. Diese frischen, blonden Gesichter, wenn sie auf der Dorfstraße stehen. Dtpllig ist das vor der Kirche. Links die Männer, rechts die Frauen. . ." Man ist geneigt, alles in freundlichem Licht zu betrach­ ten. Man zeigt ein Bild von. dem grauenvol­ len Wald bei Verhun, der nur noch aus schwar­ zen, zersplitterten 'Stümpfen besteht und zeigt auf den Buchenwald hier, der in letzter, fast rührender Schönheit noch ein paar helle gelbe Farbenflecke auf dem grauschwarzen Unterton trsägt. Ein Abend am Dnjestr. Der Mond steht hinter flaumigen, weißen Wolken, die sich schnell verschieben. Dann geht das Licht voll Übet: die weite Nebellandschaft, die erfüllt von schwebenden Schleiern. Nur der Fluß glanzt matt — klar durch die wie unwirklichen, duf­ tigen Gebilde. Oder eine plötzlich durchkom­ mende Helligkeit am Mittag. Die sonst noch fast zu weiche und warme Luft hat Herb­ heit bekommen. Leichter Wind. Plötzlich ste­ hen in der Ferne hinter fast rostbraunen Wol­ ken die weißen Spitzen der Karpathen. Das Land ist fruchtbar. Es gibt viel Vieh'. Viel Geflügel. Der Acker könnte Re­ kordernten tragen. Die Leute bauen so viel als sie brauchen, und sie sind bescheiden. Be­ scheiden auch in ihren strohgedeckten Häusern. Ein Tisch, eine Bank, ein Bett, eine Reihe Heiligenbilder. Der Boden besteht aus ge­ stampftem Lehim, die Bänke aus kaum' gebeiz­ tem Kiefernholz. Ein Schrank ist schon ein Luxus. Ein Glas, ein Prunkgegenstand, der auf dem Eckbrett zur Schau steht. Die Freude Km bunter Farbe zeigt sich in den Papier­ blumen, die ihre Heiligen schmücken. Ein Stück grellbunte Tapete ist hinter das Bett genagelt. Bei ein paar neueren Häusern war dann die Tapete schon durch bunten Stoff ersetzt, «mb Bunte Tassen standen auf braun­ gebeiztem Schrank. Die Heiligenbilder stehen dann längst unter Glas und Rahmen, sie ver­ sorgt man zuerst. Das Leben ist ja karg, grau und voll Llckbeit und voll vielem Kummer, und die Heiligen sind prächtig und fern und licht. Das Exempel dieser Leben ist so ein­ fach, es wäre nicht schwer, eine glückliche Lö­ sung zu finden. Die kleinsten Bengel schon hüten die klei­ nen, struppigen, geduldigen Pferde. Mit einem Satz sitzen sie oben. Trab. Wilder Galopp. Sie find geborene Reiter. Polni­ sche Kavallerie .... Das ist die Umwelt. Da ist ^so ein Abend. Es hat Eiserne Kreuze gegeben oder Kriegsvrden der Bundes­ staaten. Man hat einen Grund zu feiern. Das Grammophon spielt, Wagner, Volkslieder, Gas­ senhauer^ Der Lurbaß tritt in Tätigkeit. Ach so, befc Lurbaß? Eine Stange wird mit einer großen leeren Konservenbüchse — am besten einet ehemaligen 10 Pfund-Dose Heringen — fest verbunden. Ueber die Trommel werden Drahtsaiten gespannt. An die Spitze der Stan­ ge kommen auf einen Nagel ein halbes Dutzend Blechdeckel — am besten von Kirschkompvttbüchsen —, und dann wird das Instrument Mit einer Säge aus Holz gleichmäßig gestri­ chen und auf die Erde gestoßen. Es ist übri­ gens nicht so leicht. Der Oberarzt der Drahter &lt;es war ein Abend int Kasino der vereinig­ ten Funker und Drahrer) konnte es nicht. Ja, die Bayern hatten Bier gestiftet. Draußen fing der Wind an zu singen. Wir sangen lauter. Und schließlich spielte der Haupt mann den Burbaß, und ein Generalstäbler tanzte. Tanzte. Jawohl. Sollte man das nicht sagen? Verdreht noch mal! Immer wie­ der habe ichi mit staunender Freude gesehen, wie sie sich, durch die grauen Wellen beißen und gleich wieder munter alle Segel hißen, wenn mal das Kriegsmeer ruhiger ging an ihre Fahrtstrecke. Es kommt schon bald wie­ der Sturm. Schnell genug. Aufatmen! Sich t bskoweckn! . . . Sie find jung und das ist i schön. Web hielte es sonst aus. Auch im IStelf lungskrieg. Dreck, Raserei, Schinden gibt's genug dabei, trotzdem, grad trotzdem . . . Der Tag ist ja doch, Sehüsncht und ihre Flügel­ schläge rauschen durch die Nacht, durch das schlafende Krvnland Galizien. Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter.</p>
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          <p>Tages-Uebersicht. Tie Einsegnung der Leiche Kaiser Franz Josephs erfolgte gestern in der Hofburgkapelle in Wien unter großem Andränge des Publi­ kums. Tesr Reichskanzler von Bethmann-Hollweg feierte gestern seinen 60. Geburtstag. Aus die­ sem Anlaß wurden Hm in Berlin vorgestern abends.Huldigungen dargebracht. Tas H indenbutg-Programm. Die Boss. Ztg. berichtet unter der Ueberschrift "Das Hinden'burtzprogramm": Man wird gut tun, sitz auf folgendes vorzubereiten: Die Knappheit KN Kohlen hat die Fqage nahegelegt, vb esnstcht möglich und ratsam erscheint, gewissen Berkchtisunternehmen und 'bestimmten Betrieben Weitecke Einschränkungen $ur Ersparung an 'Kohlen aufzuerlegen. Für die Durchführung des "Hindenburtzprogrammks" ist die ausrei­ chende und rechtzeitige Beschaffung des Kohlenbedarjfes von größter Bedeutung. Es ist daher sehr 'begreiflich, daß sich die maßgebenden Stellen bereits seit einiger Zeit mit ernsten Erwägungen befassen, wie eine Weitere Kohlendrfparnis zu erzielen wäre. Man denkt da­ bei in erster Linie an die noch immer Umfang­ reiche Lichtreklame, an eine Einschränkung des Eisenbahnverkehrs durch, Streichung bestimmter Züge, an einen ftüheren Schluß der Cafes und anderer Vergnügungslokale, vielleicht auch an eine Einschränkung des StraßenbahNverkchrs' zur Nachtzeit usw. Ueber die Form und den Umfang dieser -Pläne ist noch nichts bestimm­ tes beschlossen. Sollte die Durchfiihrnng ein­ heitlich für das Reich vorgenommen werden, so dürfte eine entsprechende Bnndesratsverockdnung ergehen. Sie würde eine bestimmte Polizeistunde als Höchstgrenze vorschreiben, den Polizchbehör'den der großen Städte würde je­ doch überlassen bleiben, nach Hrem Ermes­ sen durch Anssührungsbeftimmungen die Po­ lizeistunde auf einen noch früheren Zeitpunkt festzulegen. &lt;Z.) 3W Hilfsdienstvorlage wurde im Haupt­ ausschuß des Reichstages von einem ZentrUmsredner der Wunsch ausgesprochen, daß die Entschädigungsfchge für Schäden aus der Still­ legung oder Zusammenlegung von Betrieben im Gesetz geregelt werden sott, und schlug folgenden neuen Paragraphen 2b vor: "Der Reichskanzler wird ermächtigt, behufs Frei­ stellung von Arbeitskräften Betriebe aller Art zu beschränken, zusammenzulegen oder still­ zulegen. Die hiefür erforderlichen Maßnah­ men sind in Verbindung mit bett beteiligten tunlichst in freier Verständigung zu treffen. Kommt die Verständigung nicht zustande, so entscheidet endgültig unter Ausschluß des Rechtsweges das Kriegsamt durch einen Aus­ schuß von Personen, bestehend ans je einem Vertreter des Kriegsamtes, des Reichskanzlers, des beteiligten Bundesstaates, der Arbeitge­ ber und Arbeitnehmer. Ein Redner der So­ zialdemokratie erklärt sich mit dieser Regelt ung einverstanden; ebenso ein Mitglied der Fortschrfttlichen Volkspartei. Die Betriebe fönten zu Kartellen und Syndikaten zusam­ mengeschlossen werden und die Entschädigungs­ pflicht für die stillgelegten Betriebe übernehi- men. In besonderen Füllen soll mit Rechtsß Mitteln nachgeholfen werden. Ein wational- libeckaler Redner wünschte Ausschluß, welche Betriebe und Betriebsarten zusammen- oder stillgelegt werden soften. Im übrigen stimmte auch de dem Zentrumsvorschlag zu. Die Kriegs­ industrie soll die niedergelegte Industrie ent­ schädigen. Tas Geirstenkontingent. Nach einer Karls­ ruher Meldung des Berl. Tgbl. protestierte die Badische Landwirtschaftskammer gegen die Be­ vorzugung der bayerischen Bierbrauereien durch Zulassung eines erhöhten Gerstenver­ brauches als im übrigen Deutschen Reiche Und ersuchte die Regierung, beim Bundesrat auf eine gleichmäßige Behandlung der Bierbraue­ reien in allen deutschen Bundesstaaten hinzu­ wirken. Fett f% Schwerarbeiter. Der Aufruf des Vorstandes des deutschen Landwirtschaftsrates an die deutschen Landwirte und Landwirtsftauen, dem Ruf Hindenburgs zu folgen und in gesteigertem Maße trotz aller Schwierigkei­ ten und Hemmnisse die landwirtschaftliche Er­ zeugung weiterhin zu fördern, hat, wie die "Ktfeuzzeitung" mitteilen kann, einen erfreu­ lichen Widerhall gefunden. Einer der größten Grundbesitzer Deutschlands Fürst Christian Krafst zu Hohenlohe-Oehringen hat diesen Auf­ ruf im Gebiete seiner Herrschaften, in Schle­ sien und Württemberg, bei aften in Betracht kommenden Stellen verbreiten lassen, um noch­ mals 'besonders darauf hinzuweisen, von welch entscheidender Bedeutung für den Ausgang des Krieges eine ausreichende Ernährung des ge­ samten Volkes ist. — Das Berliner "Tage­ blatt" meldet ans Gotha: Das herzogliche Staatsministerium verfügte im EinverneHwen mit dem Krsegsernährungsämt, daß die Kvmlmunalverbände die Genehmigung von Hausschlachtungen davon abhängig zu machen hüben, daß von jedem geschlachteten Schwein zur Wei­ tergabe an Schwerarbeiter dem Kommunalver­ band ein Teil des gewonnenen Fettes abzulie­ fern ist. Abzugeben ist ein Stück frischen Spekkes oder ausgelassenes reines Schmalz und zwar bei einem Schlachtgewicht von weniger als 100 Pfund 2 Pfund, von mehr als 100 bis 150 Pfund 3 Pfund, von mehr als 150 bis 200 Pfund 4 Pfund nnb mehr als 200 Pfund 5 Pfund. Speck und Schmalz sind mit den Höchstpreisen zu bezahlen. hg.)</p>
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          <p>sich zur Wehr und verletzte drei Zigeuner dupch Schüsse, an denen ein Zigeuner starb. Die ganze Bande wurde dann durch Landstuvmleute aus BarbdroH festgenommen und nach Billigheim gebracht.</p>
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          <p>Bayerische Nachrichten. Aortbilvungsschutpslicht der Lehrer. Nach einer Bekanntmachung des Kultusministeriums werden den Kandidaten des Volksschuldienstes die vier Jalhlre Schulpraxis zurückgelegt und ebenso lange ihirer Fvrtbildungspflicht genügt hüben, wegen 'Heeresdienstleistung aber an der hieurigen Anstellungsprüsung nicht teilnehmen konnten, die fü!r ' Fortbildungspflichtige vor­ geschriebenen Uebungen im schriftKchen Ge­ dankenausdruck und die schriftliche Ausarbei­ tung von Lehrproben erlassen.</p>
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          <p>Dienstesnachrichten. Postverwaltung- In den Ruhestand ver­ setzt wurde für immer unter Anerkennung sei- 1 ner Dienstesleistung ab 1. Dezember 1916 Pack­ meister Mich. Kreuzer in Landshüt? ferner unter Anerkennung seiner Dienstleistung der Briefträger Joses Bader in Landshut. Versetzt tn| Dtatsm. Weise auf Ansuchen wurde ab 1. Dezember «c. Schaffner Mich. Köppl von Winchenchls Postbote nach Regen.</p>
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          <p>Lokales. Landshut, 29. November. —* Das Eisepne Kreuz wurde dem Chevauleger Herrn Rudolph! Seidl, Sohn des früheren Auflegers Seidl hier, verliehen. —* Kriegsauszeich nung. Herrn Franz Reicher, Unteroffizier im 25. Jnff.-Rgt., In­ haber des Militärverdienstkreuzes 3. Klasse mit Schwertern, Sohn des Herrn Kunsttöpfers Retther hier, wurde die Friedrich August-Me­ daille 1. Klasse (sächsische Tapferkeits -Me­ daille) verliehen. —* Zur, Trauer für Kaiser Franz Jo­ seph! werden morgen Donnerstag, 30. Novem­ ber, dem Beisetzungstage, alle Hos-, Staats­ und Stiftungsg^bäude in Bayern mit Trauer­ fahnen auf Halbmast oder mit Trauerabzei­ chen beflaggt werden. —* Be leuch tun g sein sch rä-nkung.Aer Magistrat hat am letzten Samstag in seiner Schung beschlossen, die elektrische Straßenbe­ leuchtung statt wie bisher um 9 Uhr, bereits um hülb 8 Uhr abends zu löschen, worauf dann die Gasbeleuchtung in Tätigkeit tritt. Doch, wird auch wiese um ein Drittel, um ca. 150 Lampen eingeschränkt. —* Weihnachtspakete für das lO.Jrff.Rgt. werden bis Samstag den 2. Dezember bei Herrn Kaufmann Mühldorfer zur Weiterbe­ förderung entgegengenommen. —* Am Ludwigswehir wird der Steg, dev die Verbindung von der Wasserstraße zur Hammerjinsel hierstellt, zurzeit einer größeren Reparatur unterzogen. Ter Bohlbelag, der bereits starke Spuren der Verwitterung an sich trägt, wird erneuert. Um den Verkehr aufriecht zu erhalten, ist von der Mitte des Steges aus zum linken User eine Notbrücke er­ richtet worden. —* Holz schuhmach er kurse will auch im heurigen Winter die Fachschule für Glas­ malerei und Holzschnitzerei in Zwiesel veran­ stalten. Im vorigen Winter hatten diese Kurse 38 Teilnehmer, von denen 19 vollständig aus­ gebildet wurden. Der Bedarf an Holzschuhen ist gegenwärtig bedeutend gestiegen, so daß die Holzschuhmacher des unteren Waldes nicht mehr in der Lage sind, den ganzen Bedarf an Holzschühen zu decken. Der Landrat stellte daher den Betrag von 1000 Mark zur weite­ ren Abhaltung solcher Kurst zur Verfügung. Herr Landrat Geiger-Lam stellte hierzu den Antrug, es sollten Wanderkurst eingerichtet werden, was wühl als begrüßensmert, aber als schwer durchführbar erachtet wurde, da der Fachlehrer diese Kurse neben seinem Un­ terricht an der Fachschule durchführen muh, sich daher von feinem Wirkungskreis nicht ent­ fernen kann. Der Landrat genehmigte dann bie obige Summe ohne weitere Bedingung. —* 5Dte Entwicklung der direkten Steuern in den drei Kriegsjahren im Kreise Niederbayern beleuchtet eine Zusammenstellung, die Herr L.-R. Rock in der vorletzten Sitzung des Land« rate» von Niederbayern gab. Es betrug die Ein­ kommensteuer 1914: 2 713 669 63 Mark, 1915: 2 592 315.50 Mk.. 1916: 2 884744.46 SRI, die Gewerbesteuer 1914: 135 615.31 Mark, 1915: 134 655.13 Mark, 1916: 166 027.27 Mark, Me Kapttalrentensteuer 1914: 218 395.18 Mk., 1915: 219 818.60 Mark, 1916: 226 778.40 Mark, die Grundsteuer 1914: 877 489 89 Mark, 1915: 876 924 45 Mk.. 1916: 876 872.39 Mk., die HauSsteurr 1914: 273 395.56 Mk.. 1915: 277 182.37 Mark, 1916: 279860.34 Mark. Die Gesamtsteuer belief sich 1914 auf 4217 993.19 Mark, 1915: 4100 896 05 Mark, 1916: 4 434 263.26 Mark. Hievon trugen die unmittelbaren Städte des Kreise» 1914 rund 892 000 Mk., 1915 rund 851000 Mk., 1916 rund 921 500 Mk., ober 1914: 21,13 Prozent, 1915: 21,20 Prozent und 1916: 20,75 Prozent. —* Die Versammlung des Niederbaher. Kreisverbandes der Hebam­ men fand gesteirn im kleinen Rathausaale statt und war sehr gut aus allen Gauen des Krei­ ses besucht. Zuerst begrüßte dst Vorsitzende des Verbandes Frau Lina Meindl-Landshut die Versammlung. Tann sprach Herr Oberbürjgermeister Marschall und Herr Landge­ richtsarzt Dr. Grahammer namens der Stadt­ gemeinde bezw. der k. Regierung unter An­ erkennung der ersprießlichen Tätigkeit warme Begrüßnngsworte. Frau Betz-München, Vor­ sitzende des daher. Landesverbandes und Frl. Bosch-Augsburg, Vorsitzende des schwäbischen Kreisvereins, übermittelten Grüße und Wün­ sche ihrer Vereinigungen. Sodann wurde den mitanwestnden 6 Jubilarinnen, die mehr als 25 Jahre Hebammendienste und zwar zusam­ men in 11042 Fällen geleistet haben, unter Ueberreichung eines silbernen Lorbeerkranzes und Vortrag eines sehr schönen Prologs (durch d»as Töchterlein der Hebamme Frau Spieglrrteter) die Glückwünsche ausgesprochen, woraus dann der geschäftliche Teil Erledigung fand. Hernach fanden sich die Teilnehmerinnen zur geselligen Unterhaltung im Cast Bäuerlin zu­ sammen.</p>
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          <p>Literarisches. "Der Vortrupp", Halbmonatsschrift für das Deutschtum unserer Zeit. Herausgegeben von Dr. jur. Hermann M. Popert, Hamburg, und Kapitänleutnant a. D. Hans Paaschs, Berit». Ver­ antwortlicher Schriftleiter: Dr. phil. R. Kraut, Ham­ burg. Verlag von Alfred Jansfen, Hamburg. Preis: Jährlich 8 Mark, vierteljährlich 2 Mark» Einzelnummer 40 Pfg.</p>
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          <p>Druck u. Verlag I. F. Rtetsch, Landshut. Ver­ antwort!. Redakteur F. X. Wagner, Landshut.</p>
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          <p>Inserate.</p>
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          <p>Bekanntmachung. Betreff: Verkehr mit Futtermittel». Im Hinblick auf das Rundschreiben der Bezugrvereinigung der deutschen Landwirte vom 12. September 1915 bezeichneten Betreffs wird tm Vollzüge einer Magistrats-Beschlusses vom 25. ds. mit sofortiger Wirksamkeit ange­ ordnet, daß</p>
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