Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1916-11-03. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 69. Jahrgang Nr. 299, 1916-11-03. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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Fortdauer der Schlacht an der Somme. — Die Räumung der Feste Banx. — Die Rüsten am Stochod zurückgeworfen. — Rumänische Angriffe gescheitert. ────────── i Im Westen wurde ein englischer Angriff Lei Courcellettes abgewiesen, ebenso franzö­ sische Vorstöße zwischen Lesboeuf und Ran­ court, die berni Feinde nur bei Morval und ün 1 Waide St. Pierre-Waast einen kleinen Erfolg brachten. In Sailly erstürmten unsere Trup­ pen gegen hartnäckigen feindlichen Widerstand den Nordteil! des Ortes. An foefc Maas richtete der Feind heftiges Zerstörungsseuer auf die Feste Vaux, die aber von unseren Truppen bereits in der Nacht vor>her geräumt war, nachdem' die wichtigsten j£eite der Feste durch Sprengung unbrauchbar gemacht wurden. Die Räumung von Vaux kolmjmt eigentlich nicht unerwartet. Es ist eigentlich ein Erfolg der Unsern, daß "die Feste gegen den umfassenden Angriff des Feindes so lange gehalten wer­ den konnte. Was dem Feinde jetzt verbleibt ist nur ein wertloser Trümmerhaufen. Unsere Front gewinnt aber durch die Geradung be­ deutend an Stärke. - ! i Im Osten erstürmten Westphalen und Ost­ sriesen unter Generalmajor von Ditfurth rus­ sische Stellungen am Stochodufer bei Vitoniec und nahmen 1600 Russen gefangen. Ru­ mänische Angriffe gegen unsere über den Altschanz- und Predealpatz vorrückenden Truppen wurden abgeschlagen. AM Roten TurMpatz dauern die für uns erfolgreichen Gefechte an. In der Dobrudscha beschossen die Russen ohne Erfolg die Stadt Constantza von See her. In Mazedonien wurden serbische Vor^ stütze im 'Cernabogen und nördlich der Nidze Planina abgeschlagen. An der italienischen Front hüt eine neue feindliche Offensive begonnen, die sich in der' Hauptsache auf das Gebiet von Görz erstreckte. Die 2. und 3. italienische Armee griffen, neu verstärkt, zwischen Görz und dem' Meere an, wurden aber überall mit blutigen Verlusten abgewiesen. Im Wippachtal stürmten sieben feindliche Brigaden, auf dem Nordteil der! Karsthvchsbäche waren acht feindliche Divisionen an dem Angriffe beteiligt. Als einzigen Er­ folg dieses Massenstotzes und der damit naturgemätz verbundenen Massenverluste konnten die Italiener den Besitz der Ortschaft Lokriva bu­ chen. Trotzdem es für die östevr.-Ungar.Trup­ pen ein reiner Abwehrkamps war, konnten sie über 1000 Italiener gefangen nehmen. 1 Das Handelstauchboot "Deutschland" scheint nun doch in Amerika angekommen zu sein, da jetzt auch eine Meldung des Vertreters des WTB. hierzu vorliegt. Die Ladung soll nach einer Reutermeldung wieder in Farbstoffen u. Arzneien bestehen. Wilson hat in dem 'SchlutzkaMpfe um die Präsidentschaft, der jetzt in Amerika tobt, wie­ der eine Rede gehalten. Er bestritt hierin, datz die Kriegsmaterialausfuhr Amerikas einen wesentlichen Teil des Handels Amerikas aus­ mache. Ja, er Meinte, es seien nur ü Prozent der Ausfuhr. Außerdem Meinte er, es fei mit der Neutralität der Neutralen vorbei. Es müßten sich alle Nationen zusammenschließen, um eine künftige Störung des Friedens zu verhindern. Es müsse eine Gesellschaft der Nationen komMen. Schöne Worte, über die aber die Weltgeschichte ebenso hinwegschreiten wird, wie über alle bisherigen ähnlichen Be­ strebungen. ^ i i r ────────── Die Heeresberichte. Der deutsche Bericht. Die Heeresberichte. Der Itatföt Bericht. WTB. Berlin, 2. November. Mittags'. (Großes Hauptquartier.) ^Westlicher Kriegsschauplatz. Front des Gchreralfeldmarschalls Kronprinz Rupprecht wo« Bayer«. Im! nördlichen SoMMegebiet frischte die Artillerietätigkeit teilweise erheblich auf. Ein englischer Vorswß nördlich von Cour­ cellettes ist leicht abgewiesen. Französische Angriffe tot Abschnitt Les­ boeuf—Raneourt brachten dem Feind kleine Vorteile nordöstlich von Morval und am Nord­ ostrand des St. Pierre-Vaastwakdes, wurden in der Hauptsache aber blutig abgeschlagen. Unsere Truppen drangen gegenüber hart­ näckigem französischem Widerstand in den Nordteil von Sailly vor. Front des deutsche« Kronprinzen. Mehrfach steigerten sich die Feuerkämpfe rechts der Maas zu größerer Heftigkeit. Ins­ besondere richteten die Franzosen bisher schwe­ res Zerstörungsfeuer gegen die bereits in der Nacht von unseren Truppen befehlsgemäß und ohne feindliche Störung geräumte. Feste Vaux, auf der wir zuvor wichtige Teile gesprengt hatten. ■ I ; j Oestlicher Kriegsschauplatz«. Front des G«eralfeldmarschalls Prinz Leopuld von Bayer«. Bei der Heeresgruppe des Generals von Linsingen stürmten westfälische und ostsriefische Truppen unter Führung des General­ majors von Ditfurth die bei und südlich von Vitoniec auf dem linken Stochodufer vorge­ schobenen russischen Stellungen. Außer den blutigen Verlusten büßte der Feind an Ge­ fangenen 22 Offiziere, 1508 Manu ein und ließ 10 Maschinengewehre und drei Minetoverfer in unserer Hand. Unsere Ver­ luste sind gering. Weiter südlich bei Alexandrowka brachten wir von einem 1 gelungenen Erkundungsvorstoß 60 Gefangene zurück. ~ Heeresfront des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl. In den Karpathen erfolgreiche Unterneh­ mungen gegen russische Vorstellungen nördlich von Dorna-Watra. An der siebenbürgischen Ostfront ist die Lage unverändert. Rumänische Angriffe gegen die über den Wtschanz- und KredeaHatz vorgedrungenen verbündeten Truppen sind verlustreich geschei­ tert. Wir nahmen 8 Offiziere, 200 Mau« ge­ fangen. Südöstlich des Roten Turmpasses dauern die für uns günstigen Gefechte an. «alkankriegsschanplatz,. Heeresfrout des Gcneralfeldmarschalls von Mackensen. Constanza wurde erfolglos von' See hier beschossen. Mazedouische Front. Serbische Vorstöße wurden iM Cernabogen und nördlich der Nize-Planina abgeschla­ gen. i An der Strumafront lebhafte Vorfeldkämpfe. Ter 1. Generalquartiermeistev: | Ludendorff. i Der östm.'W. Bericht. WTB. Wijen, den 2. November. — Vtoitlich wird verlautbart: "t i restlicher Kriegsschauplatz«. ! HeeEfrout des Generals der Kavallerie Erzherzog 'Karl. , Im RauMss südösUich des Roten Turmpas- ────────── ses machten wir weitere Fortschritte. Südlich und südöstlich Won Kronstadt auf feindlichem Boden kämpfende österr.-ungar. und deutsche Truppen schlugen rumänische Angriffe ab. — In der südlichen Bukowina und im Capul­ gebiet erfolgreiche Vorfeldunternehmungen. Heeresfiont des GtzneralfeldmarschallS Prinlze« Leopold von Bayer». ! Deutsche Truppen der ArMee des General­ obersten von Tersztyanski warfen den Feind bei Vitontec (südöstlich von "Solotwinafi'aüs einer stark verschanzten Stellung. M wurden 22 russische Offiziere, 1500 Mann, 10 Maschinengewehre, 3 Minenwerfer eingebracht. 3t»li?»tfii|ier Kriegsschauplatz. Im Görzschen hat eine neue italienische Offensive begonnen. Die 2. und 3. italieni­ sche Armee, die seit den letzten großen Käm­ pfen durch fiische Truppen ergänzt wurden, griffen abwärts Göpz an. Der erste allgemeine Ansturm ist durch den Heldenmut unsexerTruppen abgeschlagen. ; Nachdem picy vas starke feindliche Feuer im Laufe des BorMjittags zu außerordentlicher Heftigkeit gesteigert hätte, stürmte die feind­ liche Infanterie am' Mittag los. JMWiPpachtale sollten die Höhen östlich der Bertofbica uM jeden Preis genommen werden . Sieben feind­ liche Brigaden, auf engem Raum angesetzt, wurden hier restlos abgewiesen. ' Auf dem Nordteil der Karsthochfläche setzte bald nach ill Uhr vormittags ein Massenstoß italienischer Infanterie ein, der zunächst über unsere zer­ schossene vorderste Linie Raum gewann. Die umfassend angesetzten Ggegenangriffe unserer Truppen warfen die Italiener wieder zurück. Doch Med Lokvica in Feindeshand. Acht ita­ lienische Divisionen waren an diesem Stoß beteiligt. Im Südteil der Hochfläche behaup­ teten wir trotz wütender Angriffe alle Stel­ lungen. An betn Erfolge des gestrigen Schlacht­ tages haben das Krainer Landwehr-JnsanterieRegiment 27 und das bewährte westgalizische Landsturm!-Jnf.-!Rgt. 32 hervorragenden An­ teil. Sie wiesen feindliche Angriffe stehend ab und behaupteten sich gegen größte Ueber* macht. Auch die Regimenter 41 und 11 ver­ dienen alles Lob. Wir haben über 1000 Mann Gefangene und 7 Maschinengewehre erbeutet. Südöstlicher Krirgssitzanpla,. Keine besonderen Ereignisse. Der stellvertretende Thef des Generalstabe»! v. H o e f e r, Feldmarfchalleurnant. Ser Svlgarische Bericht. Sofia, 1. November. Amtlicher Be­ richt: Mazedonische Front: Die Lage ist unverändert. Zwischen dem Maliksee und dem Prespasee fand ein unbedeutendes Ge­ fecht zwischen VorpostengbteilUngen statt. Auf der ganzen Front vom Prespasee bis zuM Doiransee schwaches Artilleriefeuer. Schwache feindliche Angriffe wurden bei den Dörfern Krapa und Banowo leicht abgeschlagen. Süd­ lich Tarnova vertrieben wir feindliche Vor­ posten pnd erbeuteten ein Maschinengewehr und einen Minenwerser. Am Fuße der BelasicaPlanina Ruhe. An der Strümafront lebhaftes Artilleriefeuer. Der Feind rückte fast auf der ganzen Front vor. Der Vormarsch wurde durch unser Infanterie-, Maschinengewehr- und Artillerieseuer zuM Halten gebracht. An der Küste des ägäischen Meeres Ruhe. Rumänische Front: Die Lage ist un­ verändert. t Sfo fi a, 2. Nov. Mazedo nische Front: Schwache feindliche Abteilungen ,die nördlich des Maliksees vorgedrungen waren, wurden ────────── Der bulgarische Bericht. ses machten wir weitere Fortschritte. Südlich und südöstlich Won Kronstadt auf feindlichem Boden kämpfende österr.-ungar. und deutsche Truppen schlugen rumänische Angriffe ab. — In der südlichen Bukowina und im Capul­ gebiet erfolgreiche Vorfeldunternehmungen. Heeresfiont des GtzneralfeldmarschallS Prinlze« Leopold von Bayer». ! Deutsche Truppen der ArMee des General­ obersten von Tersztyanski warfen den Feind bei Vitontec (südöstlich von "Solotwinafi'aüs einer stark verschanzten Stellung. M wurden 22 russische Offiziere, 1500 Mann, 10 Maschinengewehre, 3 Minenwerfer eingebracht. 3t»li?»tfii|ier Kriegsschauplatz. Im Görzschen hat eine neue italienische Offensive begonnen. Die 2. und 3. italieni­ sche Armee, die seit den letzten großen Käm­ pfen durch fiische Truppen ergänzt wurden, griffen abwärts Göpz an. Der erste allgemeine Ansturm ist durch den Heldenmut unsexerTruppen abgeschlagen. ; Nachdem picy vas starke feindliche Feuer im Laufe des BorMjittags zu außerordentlicher Heftigkeit gesteigert hätte, stürmte die feind­ liche Infanterie am' Mittag los. JMWiPpachtale sollten die Höhen östlich der Bertofbica uM jeden Preis genommen werden . Sieben feind­ liche Brigaden, auf engem Raum angesetzt, wurden hier restlos abgewiesen. ' Auf dem Nordteil der Karsthochfläche setzte bald nach ill Uhr vormittags ein Massenstoß italienischer Infanterie ein, der zunächst über unsere zer­ schossene vorderste Linie Raum gewann. Die umfassend angesetzten Ggegenangriffe unserer Truppen warfen die Italiener wieder zurück. Doch Med Lokvica in Feindeshand. Acht ita­ lienische Divisionen waren an diesem Stoß beteiligt. Im Südteil der Hochfläche behaup­ teten wir trotz wütender Angriffe alle Stel­ lungen. An betn Erfolge des gestrigen Schlacht­ tages haben das Krainer Landwehr-JnsanterieRegiment 27 und das bewährte westgalizische Landsturm!-Jnf.-!Rgt. 32 hervorragenden An­ teil. Sie wiesen feindliche Angriffe stehend ab und behaupteten sich gegen größte Ueber* macht. Auch die Regimenter 41 und 11 ver­ dienen alles Lob. Wir haben über 1000 Mann Gefangene und 7 Maschinengewehre erbeutet. Südöstlicher Krirgssitzanpla,. Keine besonderen Ereignisse. Der stellvertretende Thef des Generalstabe»! v. H o e f e r, Feldmarfchalleurnant. Ser Svlgarische Bericht. Sofia, 1. November. Amtlicher Be­ richt: Mazedonische Front: Die Lage ist unverändert. Zwischen dem Maliksee und dem Prespasee fand ein unbedeutendes Ge­ fecht zwischen VorpostengbteilUngen statt. Auf der ganzen Front vom Prespasee bis zuM Doiransee schwaches Artilleriefeuer. Schwache feindliche Angriffe wurden bei den Dörfern Krapa und Banowo leicht abgeschlagen. Süd­ lich Tarnova vertrieben wir feindliche Vor­ posten pnd erbeuteten ein Maschinengewehr und einen Minenwerser. Am Fuße der BelasicaPlanina Ruhe. An der Strümafront lebhaftes Artilleriefeuer. Der Feind rückte fast auf der ganzen Front vor. Der Vormarsch wurde durch unser Infanterie-, Maschinengewehr- und Artillerieseuer zuM Halten gebracht. An der Küste des ägäischen Meeres Ruhe. Rumänische Front: Die Lage ist un­ verändert. t Sfo fi a, 2. Nov. Mazedo nische Front: Schwache feindliche Abteilungen ,die nördlich des Maliksees vorgedrungen waren, wurden durch unsere Truppen in östlicher Richtung vertrieben. Im Cernabogen schlügen wir ei­ nen schwachen Angriff des Feindes ab. Am Fuße der Belasica Planina und an derStchimafront geringe Artiller ie tät igle it. Während des Kampfes ach 31. Okt. erlitt der Feind im Strumatal schwere Verluste. Jm> Abschnitte zwischen den Dörfern Chirßstos und Baraklidschuma fanden wir über 500 unbeeidigte Leichen und viele fiische Gräbech sowie zer­ streut eine beträchtliche Menge von Ausrüstungsgegenständen und Waffen. An der Küste des ägäischen Meeres beschoß ein feindlicher Monitor ergebnislos unsere Stellungen bei Orsano. r Rumänische Front: Die Lage ist un­ verändert. Vier feindliche Kriegsschiffe bom­ bardierten zwanzig Minuten lang die Stadt Constantza. Unsere Küstenbatterien zwangen die Schiffe, sich zu entfernen. Das Bombar­ dement forderte weder Opfer, noch verursachte es Schaden. An der Donau bei Rustschuk und Svistov beiderseitiges Artilleriefeuet. \ In türkische Bericht. Ksonstantinopel, 1. Nov. Das tür­ kische Hauptquartier teilt mit: An keiner Front ein Ereignis von Bedeu­ tung. An der galizischen Front überschritten un­ sere Truppen am 30. Oktobern iattj heftigen An­ griff drei hintereinanderkiegende befestigteBerteidigungslinien des Feindes und bemächtigten sich der Höhe 407 nördlich Molochou sowie wei­ ter östlich der Höhe Copavik. Im Laufendes Kampfes Machten wir 120 Gefangene, darun­ ter vier Offiziere, und erbeuteten vier Ma­ schinengewehre und 2 Minenwerfer. Die wie­ derholten Angriffe die der Feind mit über­ legenen Kräften aM 1. NoveMber machte, imt die genannten Höhen wieder zu gewinnen, blie­ ben gegenüber dem heldenhaftem Widerstand unjerer Truppen völlia ergebnislos. Der Vizegeneralissimus. ────────── Der türkische Bericht. durch unsere Truppen in östlicher Richtung vertrieben. Im Cernabogen schlügen wir ei­ nen schwachen Angriff des Feindes ab. Am Fuße der Belasica Planina und an derStchimafront geringe Artiller ie tät igle it. Während des Kampfes ach 31. Okt. erlitt der Feind im Strumatal schwere Verluste. Jm> Abschnitte zwischen den Dörfern Chirßstos und Baraklidschuma fanden wir über 500 unbeeidigte Leichen und viele fiische Gräbech sowie zer­ streut eine beträchtliche Menge von Ausrüstungsgegenständen und Waffen. An der Küste des ägäischen Meeres beschoß ein feindlicher Monitor ergebnislos unsere Stellungen bei Orsano. r Rumänische Front: Die Lage ist un­ verändert. Vier feindliche Kriegsschiffe bom­ bardierten zwanzig Minuten lang die Stadt Constantza. Unsere Küstenbatterien zwangen die Schiffe, sich zu entfernen. Das Bombar­ dement forderte weder Opfer, noch verursachte es Schaden. An der Donau bei Rustschuk und Svistov beiderseitiges Artilleriefeuet. \ In türkische Bericht. Ksonstantinopel, 1. Nov. Das tür­ kische Hauptquartier teilt mit: An keiner Front ein Ereignis von Bedeu­ tung. An der galizischen Front überschritten un­ sere Truppen am 30. Oktobern iattj heftigen An­ griff drei hintereinanderkiegende befestigteBerteidigungslinien des Feindes und bemächtigten sich der Höhe 407 nördlich Molochou sowie wei­ ter östlich der Höhe Copavik. Im Laufendes Kampfes Machten wir 120 Gefangene, darun­ ter vier Offiziere, und erbeuteten vier Ma­ schinengewehre und 2 Minenwerfer. Die wie­ derholten Angriffe die der Feind mit über­ legenen Kräften aM 1. NoveMber machte, imt die genannten Höhen wieder zu gewinnen, blie­ ben gegenüber dem heldenhaftem Widerstand unjerer Truppen völlia ergebnislos. Der Vizegeneralissimus. ────────── Der Fall Zeppelin. Berlin, 1. Nov. Wie die "Berl. N. Nachrichten" hören, Hat RitterMtsbesitzer Frie­ drich von Bodelschwing bei Fulda gestern von Berlin aus folgenden Brief an den Staats­ sekretär Dr. Helfferich gerichtet: "Ew. Exzellenz! Ich hatte gestern von der Tribüne des Reichstages aus Gelegen­ heit, Ew. Exzellenz Wort über den Fall Zep­ pelin zu hören. Da Ew. Exzellenz trotz Ihres Amtes als Stellvertreter des Reichskanzlers anscheinend darüber nicht unterrichtet sind, durch welche Mittel zwei Untergebene des Herrn Reichskanzlers den Grafen zur Unter­ zeichnung des Briefes bestimmt haben (durch welche Graf Zeppelin seine in früheren Brie­ fen niedergelegte Anschauung über die Be­ kämpfung Englands preisgegeben hatte. Red.), so gestatte ich Mir zu sagen: Gewiß ist der Mann, den Se. Majestät der Kaiser als einen der größten Deutschen gefeiert hat, Manns genug, um feige eigene Meinung auszuspre­ chen und sich nicht eine andere Meinung auf­ drängen zu lassen, aber im vorliegenden Falle hat er unter einem seelischen Zwange gehan­ delt. der unter schlauer Spekulation auf die Empfindungen des Monarchisten, des Sokda-' ten und des Edelmannes auf ihn ausgeübt worden ist. Ich gestatte mir ergebenst, hinzuzufügen: Wo solche Mittel angewendet werden, da muß doch der Glaube an die Stichhaltigkeit der für die eigene Haltung maßgebenden Gründe ein sehr schwacher sein. Dem Herrn Reichskanzler lasse ich Abschrift dieses Schreibens zugehen und behalte mir seine Veröffentlichung von. Mit dem Ausdruck vorzüglichster Hoch­ achtung habe ich die Ehre, zu verbleiben Ew. Exzellenz sehr ergebener K. v. Bodelschwing." Spionage in der Schweiz. Tie Köln. Ztg. Meldet aus Zürich: In der Ostschweiz sind mehrere Personen unter der Beschuldigung der Handelsausspäherei zu­ gunsten des Vierverbandes verhaftet worden, darunter der Vorsteher der Polizei in Herisau namens Melder. Es scheint sich uM eine ganze Bande zu handeln, die mit großem 'Geschick gearbeitet hat; namentlich das Stickereigewerbe hat seit geraumer Zeit unter Verdächtigungen gelitten, die von diesen Handelsspähern ausge­ gangen sind. Dar Munitionsverbrauch. Berlin, 2. Nov. Die "Voss. Ztgi" mel­ det aus dem Haag: "N. R. Courant" schreibt: Der Verbrauch der Verbündeten an Artilleriemunition war in den letzten zwei Monaten der SoMmjeschlacht ebenso groß, wie im gmt= zen ersten Jahre des Krieges. Zur Auffüllung der französischen und englischen Munitions­ vorräte bei Beginn der Offensive trafen in den Monaten Juli und August neben den Sen­ dungen aus England 32 große mit Munition beladene Dampfer in Le Havre ein. Nach einer Fesfftellung des englischen MunitionsministermMs sind jetzt zwei Drittel der ge­ samten Munitionserzeugung der Welt in den Dienst der Entente gestellt, was jedoch für den ungeheuren Bedarf noch imMp'r nicht aus­ reicht. _ ,($.) ────────── Vom westlichen Kriegsschauplatz. Sem westlich» KrieManylatz. Hinvenburgs und Lndeüdorsss Aeußerungen in Paris. Genf, 1. November. Das Pariser Pu­ blikum erhielt erst durch die in den Kiosken verkauften Blätter der neutralen Staaten Kenntnis von dem Wortlaut der Aeußerungen Htndenburgs und LudendorW, (betten die Pa­ riser Presse nur in knappster Form Erwähinung tat. Der Eindruck der Aussprüche der beiden Heerführer war um so nachhaltiger, als gerade in jüngster Zeit Blätter wie der "Temps", "Matin" und "Echo de Paris" sich die erdenklichste Mühe gaben zur Aufpulver­ ung der eigenen stark gesunkenen Kriegszuver­ sicht die Fabel von der symptomatischen"Kriegsverdrofsenheit" Deutschlands zu verbreiten. Diesen Entstellungen treten allerdings ein­ zelne ernst zu 'nehmende französische Publizi­ sten entgegen wie zum Beispiel Clemenceau, der bei allem' Haß gegen Deutschland doch des­ sen politische und militärische zielbewußteKrast anerkennt. (A) ────────── Gegen Rußland. GM RntzlM. Dw russischen Verluste. In Stof sollen Berichte aus Petersburg eingetroffen sein, die die verhältnismäßige Rühe an der russischen Front mit den schwe­ ren Verlusten, die die Russen in den letzten Kämpfen erlitten haben begründen. Nament­ lich das russische Offizierskorps habe wieder unverhältnismäßige hohe Verluste erlitten, nachdem die russischen Offiziere den Befehl erhalten haben, bei Sturmangriffen denTruppen, uM diese anzufeuern, voranzueilen. So soll die 41. russische Infanteriedivision fast sämtliche ihrer Offiziere verloren haben. Die Division selbst hat derartige Verluste anMannschaften erlitten, daß sie aus dem Kampsbereich ins Hinterland zurückgezogen wurde. Die 3. Infanteriedivision ist gleichfalls so gut wie aufgerieben. (Z.) ────────── Mßerfolge den Zusammenhang zwischen den Alliierten stärkten. So könnte auch Rumä­ niens Untergang zum allgemeinen Besten sein. Ein schöner Trost für die Rumänen. (3f.) Peter Carps Berhaftnng. Ueber Stockholm komMt folgende Nach­ richt über die Vorgänge bei der am 5. Septem­ ber erfolgten Verhaftung Peter Carps: Der greise 'Staatsmann hatte sich nach der großen Erregung, in die ihn seine Teilnahme 7 am entscheidenden Kronrat versetzt hatte, so­ fort in seine Wohnung zurückbegeben. Man hegte in der Umgebung Peter Carps ernstliche Befürchtungen, daß er Schaden an seiner Ge­ sundheit genommen habe, denn er war so schwach, daß er sich kaum aus den Beinen halten konnte. Der noch am selben Abend zu Rate gezogene Hausarzt verordnete dem PaI tienten strengste Mettruhe, denn bei der autzerI ordentlichen Herzschwäche, die sich bemerkbar I machte, war größte Vorsicht geboten. €ro' anderen Morgen, nachdem Carp eine fast voll­ ständig schlaflose Nacht verbracht hatte, erschien bei Carp ein geheimer Staatsrat, Tiurdesku, und ersuchte um eine Unterredung Mit ihm. Der Hausarzt Carps, der gerade zugegen war wgte Tiurdesku nahe, diese Unterredung bis zur Besserung des Gesundheitszustandes Peter Carps aufzuschieben. Da aber Tiurdesku auf der Unterredung bestand und auch 'Carp den Wunsch äußerte, den Staatsrat zu sprechen, wurde Tiurdesku ans Krankenlager Carps ge­ lassen. Tiurdesku machte Carp sofort mit dem Wunsche seines Auftraggebers, des Minister­ präsidenten, bekannt, von ihm die Zusicherung zu erhallen, daß er nichts unternehmen würde, was dem Staatsinteresse zuwiderlaufe. Mit einem Ruck warf sich Carp in die Höhe und sagte mit erregter Stimme: "Diese Erklärung von mir zu verlangen, ist eine Ironie. Lch habe mein ganzes Leben nur für Rumäniens wahres Interesse gelebt." Tiurdesku legte Carp nahe, eine Lohalitätsadresse an den König und an die Regierung zu unterzeichnen, denn der Krieg würde vom Volke Mit größerer Begei­ sterung gefühlt werden, wenn sich alle großen Männer des Landes zu dem Ziele des Sieges vereinigten. Hierauf erwiderte Carp: "Daß der König seinem väterlichen Onkel und seinen Verbündeten sein Wort gebrochen hät, ist seine Sache, er allein wird es zu verantworten ha­ ben; ich unterzeichne diese Adresse nicht, denn ich habe in der Welt noch einen ehrlichen Na­ men zu verlieren." Tiurdesku ging ohne die Unterschrift Pe­ ter Carps. Wenige Stunden darauf zog “ber König nach Peter Carps Befinden Erkundun­ gen ein, und Bratianu schickte einen prächti­ gen Blumenstrauß Mit den rumänischen Farben an das Krankenlager seines Gegners. Am Spätnachmittag ließ sich der Chef der politi­ schen Polizei, Dr. Bocial, bei Carp anmelden?. Er teilte Peter Carp mit, daß das Staats- interesse die Kontrolle der Briefschaften Carps erfordere; seine Korrespondenz, die eingehende sowie die ausgehende, unterliege also von nun an der Zensur. Hierauf erbat er von dem Patienten die Erlaubnis ,die in der WohNung befindlichen Briefe auf ihren Inhalt prüfen zu drüfen. Es war also nicht mehir und nicht we­ niger wie eine Haussuchung. Peter Carp ver­ weigerte die Herausgabe seiner Briefschaften. Dr. Bocial ging und kam nach kurzer Zeit Mit zwei Beamten und einem Schlosser wieder, gab dem Schlosser den Auftrag, den Schreibtisch, die Schiebladen, die Schränke und alle verschlos­ senen Behälter gewaltsam zu öffnen. Wäh­ rend dieser Zeit stand vor der Villa Carps eine Militärwache, die niemand heraus noch hinein ließ. Die Briefschaften und Schrift­ stücke aus den erbrochenen Schränken und Schreibtischen wurden mehrere Stunden lang durchsucht. Inzwischen waren noch mehrere Beamte gekommen, die verhindern sollten, daß irgend etwas von den Priefschaften beiseite gebracht werde. Eine Reihe von Schrift­ stücken wurden beschlagnahmt. AM nächstenTag Keß Peter Carp durch seinen Anwalt gegen diesen Gewaltakt Protest erheben. Am vierten Tage nach Kriegsbeginn fuhr vor Carps Villa ein geschlossenes Automobil vor. Nach einer Weile sah man Peter Carp in Begleitung Dr. Bocials, des Chefs der politischen Polizei, das Automobil besteigen; Peter Carp war ohne jedes Aufsehen verhaftet worden. Wohin Man 'Peter Carp gebracht hat, weiß niemand. ────────── Der Krieg mit Italien. 9er Krieg mit Stollen. Zerwürfnisse in der italienischen Sozialdemo­ kratie. ( [ Rstrm, 1. NoveMber. Die Gegensätze in­ nerhalb der italienischen Sozialdemokratie ha­ ben jetzt zu einer offenen Krise in der Partei geführt. Den äußeren Anlaß zn bet Spaltung die sich jetzt vorbereitet, gab die Frage der Kriegssürsopgeeinrichtungen, die ein Teil der Partei unterstützen wollte, während die Radi­ kalen alles, was mit dem Krieg irgendwie in Zusammenhang steht, kurzerhand ablehnen. Wie die "Stampa" erfährt, brach anläßlich der Ein­ führung der Konsumvereine die Krise a^ls, als der Exekutivausschuß erklärte, daß er diese Konsumvereine nicht unterstützen könne, weil sie die Kriegsnot lindern sollen. Da eine Eini­ gung nicht erzielt werden konnte, wurde eine Abstimmung vorgenommen, in der 83 Stim­ men für und 103 StiimMen gegen den Beschluß des Exekutivausschusses abgegeben wurden. ────────── Der Krieg mit England. 9er Krieg mit England. Die englische Fan st und deutsche Maßnahmen. Köln, 2. November. Die "Köln. Ztg." meldet aus Berlin unter dieser Ueberschriftt Die Vergewaltigung der neutralen Handels­ schiffahrt durch die "Engländer nimMt imMer groteskere Formen an. Wie der Kapitän eines neutralen Dampfers, der kürzlich von einem unserer Unterseeboote angehalten und versenkt werden muhte, deM Kommandanten des letzte­ ren zu Protokoll gab, wurde sein Schiff auf der Reise nach seinem Heimathäfen von bett Engländern angehalten und nach Newport ge­ führt. Dort hielt man ihn vier Monate fest und verweigerte ihm die Abgäbe von Bunker­ kohle für die Heimreise. Als seine Geldmittel aufgebraucht waren, fügte der Kapitän sich schließlich unter öetn 1 Druck der ^Notwendigkeit der englischen Forderung, Kohlen nach Italien! zu bringen, um nur sein Schiss wieder in die Hand zu bekommen. Me Folge war schließlich die Versenkung des Schisses. Ein ähnlicher Fall passierte dem htolEndischen Dampfer "Oesterwijl" der Holland-AMerika-Linie, der aus der Fahrt von Newport News nach Rotter­ dam von den Engländern angehalten und ge­ zwungen wurde, einen Teil seiner Ladung in Liverpool zu lassen. Wir können derartige allem Rechte und der Billigkeit hohnsprechende Uesergriffe auf die Dauer nicht ruhig hinnehme::. Bringen die Neutralen, wie es leider den Anschein hat§ nicht mtohr das Selbstgefühl auf, sich gegen sol­ che Vergewaltigungen energisch zur 'Wehr 'zu setzen, so wird , du rnei!" sagte Bärbele. ; ,@ie schaue aus wie a G.räfin, und Sie sind doch nur die Gesellschafterin von unsere Gnädige." Rose lachte amüsiert auf. "Geh, Bärbele, du träumst. Hilf mjtc jetzt stink meinen Koffer auspacken, denn ich bin .rechtschaffen müde und Möchte bald schlafen gehen." Damit kniete sie auch schon am 'Boden, schloß den Koffer auf und holte ein Stück nach dem^ andern hervor. Bärbele, die ihr hülfen mußte, die Sachen in Schrank und Kom­ mode unterzubringen, kaini aus Staunen, 'Ver­ wunderung und Entzücken gar nicht heraus. Diese feine Wäsche, diese kostbaren Kleider und seidenen, gestickten Unterröcke, die Hütte ja kaum die gnädige Gräfin. Das harmlose, unerfahrene Bauernkind kann kein Mißtrauen, nur Hütte sie sich bisher nach den Vorgängerinnen Frau Herwärts ein anderes Urteil über eine Gesellschafterin, die in ihren Augen eine Bezahlte Person wie sie war, gemacht. Unwillkürlich legte sie etwas Respektvolles in 'ihre Miene und ihren Ton. Rose achtete in ihrem Eifer kaum auf das Geschwätz des Mädchens, dessen Idiom sie nur halb verstand, und das ein seltsames Gemisch von Dialekt und Hochdeutsch war. Endlich war der Koffer geleert und dessen Inhalt geordnet. Bärbele machte sich noch allerhand im Zimmer zu schaffen. Da Frau Herwart aber nicht wMens schien, sich in ein weiteres 'Gespräch mit ihlr einzulassen, ent­ schloß sie sich zum Gühen. "Ich wünsch' Ihne oane g'ruhsatee Nacht, Frau Herwart." i "Danke — gute Nacht, Bärbele," antwor­ tete Rose kurz und ließ sich auf einen Sessel vor dem Tisch, aus dem die Kerze brannte gleiten. In der Mitte des Zimmlers drehte Bärbels sich noch einmal um: "Und fürchte 'brauchen's Jhpe nef— die Zimmer von der Gnädige liege dicht danebe. Die Frau Gräfin hvat gesait, daß die 'neue Gesellschafterin net wieder irnte linke Flügel schlafe sollt, damit sie net a das Gruseln kriagt." (Fortsetzung folgt.) tiäuschest und betrügst du nicht? Die Gewis­ sensbisse begannen ihr nagendes Werk, leise, heimlich, aber sie hatten noch keine Kraft, sich durchzuringen, sie wurden noch zurückge­ drängt von anderen Gefühlen, die Roses Seele an diesem ersten Tage erstillten. Als sie ihr ZimMer betrat, sah sie eine junge, bäuerlich gekleidete Magd vor dem Him­ melbett stehen und das Bett für die Nacht zurechtmachen. Bei ihrem Eintritt wandte sich das Mädchen ute, tote näher und knixte. "Ich bin Bärbele und von der Frau Grä­ fin zu Ihre Dienste beföhle." "Schön," sagte Rose und reichte dem nied­ lichen Mädchen mit bete frischen runden Bau­ erngesicht freundlich die Hand. "Wollen Sie mir helfen, meinen Koffer auspacken?" "O, gern, aber Sie dürfe net Sie zu hur sage — das isch hier net Mode." "Wie du willst, Bärbele. Sag' einmal, gibt es hier int Schloß keine Lampen?" fragte Rose, einen Blick auf die armselige Kerze werfend. "Freili gibf es die. Soll i glei oane hvle?" "Laß nur, für heute genügt die Kerze, aber morgen bitte ich darute." "Leicht fürchten'» Ihne, wenn es so dun­ kel isch," warf Bärbele zutraulich ein. ────────── die Hoffnung aus, daß der Name Boelcke ein leuchtendes FlamMenzeichen sei und uns den Weg zur Zukunft zeigen werde. Langsam senkte s ich der Sarg in die heimatliche Erde. Ein Berg von Lorbeer türmte sich auf bete frischen Hügel auf, über den sich bald ein Denkmal des Helden erheben wird. Der Luftkrieg. Stk Luftkrieg. Feindliche Anerkennung für Boelcke. Dsessau, 2. Nov. Die englischen Ofstziere imKriegsgefangenenlagerOsnabrück haben telegraphisch Erlaubnis erbeten und erhalten, um- dem in so hohem Matze bewunderten und verehrten Gegner einen Kranz stiften zu dür­ fen. Bölckes Kameraden über seinen Tod. Dessau, 1. November. Der Anhaltische Staatsanzeiger Veröffentlicht den Brief eines Offiziers aus der Jagdstaffel Bölckes. In dem Briefe heißt es: Im Kurvenkampf, als er zuÜotolmlen mit einer anderen Maschine einen feindlichen Apparat verfolgte, streifte er die deutsche Maschine. Dadurch wurde ein Teil des Tragdeckes herausgerissen. In Spiralen, die iminier enger wurden, war er im Gleit­ flug niedergegangen. Aus etwa 200 Metern stürzte die Maschine plötzlich ab. Der Schmerz, den wir bei diesem "Anblick empfanden, war unbeschreiblich. Wer kein Gegner kann sich des Triumphes über unseren Fliegerheros rüh­ men. Was Bölcke tim Luftkampf geleistet hat, können wir, seine Schüler und Begleiter, aM besten beurteilen, die wir täglich sahen, mit welch kühnem Wagemilt er stets den Luftkampf intimer nur das große Ziel im Auge, betrach­ tete. In Wort und Tat sahen 'tote von un­ serem Hauptmlann nicht anderes, als jenes eherne Pflichtbewußtsein, um des Vaterlandes willen, unser Leben einzusetzen. Wir hüben von unserem Hauptmiann durch Belehrung, vor allem aber durch sein Beispiel den Lustkampf gelernt. Die Leistungen, die unter seinem Ein­ fluß die Offiziere seiner Staffel erzielten, hü­ ben viel Anerkennung gefunden. Sie dürfen versichert sein, daß Bölckes Geist in den Offi­ zieren, die bei ihm Schüler gewesen sind, wei­ ter leben wird. Wir haben uns gegenseitig vor seiner irdischen Hülle gelobt, den Lust­ kampf so wie er ihn uns gezeigt hat, weiter zu führen. Wie sehr wir alle Hauptmann Bölcke als Kameraden und Freund verehrten und liebten, dafür sprechen die feuchten Au­ gen, die ich heute auf dem Flugplatz sah. Sein hehres Andenken wird uns intimer heilig sein, x R. Oberleutnant. (Z.) Boelckes letzte Reise. Dessau, 1. Nov. Auf dem Bahnhöfe in Magdeburg drängt sich um den letzten Wa­ gen des Eilzuges, der 7, 30 Uhr nach Dessau fährt hüben und drüben auf den Bahnsteigen das Publikum. Ter letzte Wagen ist ein einfa­ cher,, rot gestrichener Güterwagen, der Lei­ chenwagen, der den toten Heldenflieger Boelcke von französischer Erde in die Heimat führt. Durch die Halb geöffnete Schiebetüre sieht man einen mannshohen Halfen aufgeschichteter Lorbeerkrjänze und im platten Lichte der Laterne im Wageninnern zittern leicht die I Bajonette der beiden Soldaten von der Feldjagdstaffel, die Wache am Sarge Wes toten Hauptmannes halten. Auf bete Bahnsteig steht die Musik eines in Magdeburg garnisonierenden Ersatzbataillons und spielt die traurige Weise "Ich hatt einen Kameraden" und "Das Gebet vor der Schlacht". Die Klänge, die brausend über den Sarg hinwegsluten und wuchtig durch die Bahnhoshüllen dröhnen, lö­ sen sich in die wehmütige Weiss auf "Jesus meine Zuversicht "als der Zug die Halle des Bahnhofes verläßt. (Z.) Die Beerdigung Boelckes. Dies sau, 2. Nov. Nachdem gestern abends die Leiche Boelckes hier eingetroffen und in feierlichem Zuge nach der Johünniskirche ge­ führt worden wür, fand heute hier für einen kleinen Kreis eine kirchliche Feier statt, wobei Pastor Finger Worte des Trostes sprach. Tann setzte sich der endlose Trauerzug unter dem Geläute sämtlicher Glocken der Kirchen auf der mehrere Kilometer langen Stratze nach dem Mrenftiedhofe in Bewegung. Zu beiden Seiten bildeten die beiden Ersatzbataillone des 93. Jns.-Rgts. Spalier. Die Bürgerschaft von Dessau grüßte in ehrfurchtsvollem Schweigen den großen Söhn der Stadt. Den Zug erjöffnüten die Obersten Klassen des Herzog!. Fried­ rich- GymnasiupO und der Lehrkörper dieser Anstalt, der der Verblichene 9 Iahte lang als Schüler angehört hatte. Es folgten die Anhülteschen Militär- und Kriegervereine, unge­ fähr 3000 Mann stark mit 84 Fahnen. Die Kapelle des 1. Ersatzbataillons des 93. Jnf.Regts., eine Ehrenkompagnie desselben Regi­ ments und eine Wordnung der Feldsliegerabteilung Hannover. .An dem von einer Ehtrenwache begleiteten Leichenwagen, aus dem der in einem Bahrtuch aus deutschen Hau­ ben gehüllte Sarg stand, schlossen sich an die Angehörigen des Verstorbenen: die Geistlich­ keit, der kommandierende General von Lynckser, als Vertreter S. M. des Kaisers Graf Schatzburg von der Feldstiegerabteilung der Armee des Kronprinzen, als Vertreter des Kronprinzen Prinz Friedrich SiegmUnd, der Sohn des Prinzen Leopold von Preußen, Kon­ teradmiral' Below, Befehlshaber der Marineluftstreitkräfte, Oberstleutnant Thvmsen, Be­ fehlshaber des Generalstabs der Luftstreit­ kräfte, sowie viele hunderte von Offizieren, der Gemeinderat von Dessau, Abordnungen der Schulen, der Jugendwehren Anhalts und Pfad­ finder. Wf dem Ehrenfriedhofe fand noch eine kurze kirchliche Feier statt. Die Einseg­ nung der Leiche erfolgte durch den Onkel des Verstorbenen, Pastor Boelcke. Zu dieserFeier war auch der Herzog von Anhakt erschienen. 20 Doppeldecker umkreisten und begleiteten den Trauerzug. Bei der 'Niederlegung des Kranzes für die Stadt Dessau, die die ganze Beisetzung übernommen Hütte, gedachte Oberbürgermeister Dr. Ebeling des großen Mitbürgers und sprach ────────── CHiristia nia, 2. Nov. N " , z TelegramMbureau.) Nachdem die deutsche Re- . Eiserne Zweihvllerstiiicke Wie an maßgegierung sich gemäß, dem Prisengerichtsurteil yender Stelle in Ungarn verlautet, sollen dem»woi* orMft#» •Titi* hon kprfpttfj-pn nnrhiprii« nächst eiserne Zweihellerstücke in umlauf "ge­ bracht werden. Die Emission von Papiev-Einkronennoten befindet sich im Stadium der Vor­ bereitung und es werde nicht -mehr langeZeit dauern, bis diese in Verkehr gesetzt werden. Tie ersten Kriegevheim statten in Oester­ reich wurden am letzten Sonntag, 29. Oktober, in der tirolischen Grenzstadt Kufstein feierlich ihrer Bestimmung 'übergeben. Erbauer der­ selben — bis jetzt sind drei Einfamilienhäuser mit anschließendem Obst- und Gemüsegarten vollendet — ist der Verein "Tirvler Heldendank" mit deM Sitze in Kufstein, dessen Vor­ sitzender und Gründer, Buchdruckereibesitzer Eduard Lippott jr., die Festrede hielt. Rach dem Vortrag eines von Schriftsteller August Sieghardt (dem Verfasser der "Festschrift zur wegischen Dampfer "Rein" in St. Nazaire ge­ landet. Lion dort, 2. Nov. Lloyds meldet: Die britischen Dampfer "Meroe" und "Torino"wurden versenkt. Afthien, 2. Nov. (Reutermeldung.) Der Dampfer "Kiki Jsais" ist gestern von einem Unterseeboot an derselben Stelle versenkt wor­ den wie die "Angekiki". Reuter meldet aus Athen vom! 1. Nov-.: Die Regierung hüt mitgeteilt, daß keine amt­ lichen Schritte wegen der Versenkung desDampsers "Angelift" getan werden sollen, ehe die Untersuchung beendet ist. London, 2. Nov. Reuter meldet: Der englische Dampfer "Rio Pirahy" wurde ver­ senkt. i Englands Enttäuschung. Daily Chronicle sagt, es widerspreche der Erwartung der Engländer, daß 10 feindliche Kriegsschiffe imstande waren, quer durch un­ sere Kanalsperre zu fahren und zurückztukehren, ohUe Mindestens auf fünf Schiffe eines zu verlieren. Die meisten von uns glauben, daß die Sperrung des Kanals viel gründlicher ist. Ein abermaliger Zusammenstoß zwischen I den alliierten Flotten. , Laut Privatnachrichten sind in dev vori­ gen Woche zwischen Bari und Otranto in Ita­ lien TrüMMer von Kriegsschiffen angetrieben worden. Gleichzeitig fontimt aus Korfu die Meldung vom Einlaufen beschädigter engli­ scher Zerstörer. Als Folge sind Gerüchte im Umlauf, daß abermals ein irrtümlicher Zu­ sammenstoß zwischen den verbündeten Streitträften gelegentlich der letzten starken Truppen­ verschiebung von Italienern nach betn 1 Epirus stattgefunden hat. , Teutscher Schadenersatz. (Norwegisches bereit erklärte, für den versenkten norwegi­ schen Dampfer "Sjoellyst" und das norwegische Segelschiff "Glendon" aus Drames Schaden­ ersatz zu zahlen, wurde dieser gestern in Kopesthägen durch den von der norwegischen Re­ gierung ernannten Vertreter Vorsteher Jantzen und den deutschen Regierungsvertreter Direktor Gpeve festgestellt. Der Ersatz für "Sjoellyst" beträgt 620 000, für "Glendon" 520 000 und für die Salpeterladung des letz­ teren Schiffes 155 000 Kronen. Tie Fujrcht vor unfeteen U-Booten. Laut "Vossischer Zeitung" hielt der Ree­ dereiverein Kristiania eine außerordentliche Versammlung ab und beschloß, dem Vorstand der norwegischen Kriegsversicherung anheim­ zustellen, von neuem zu erwägen, die Fahrten zustellen, von neuem zu erroagen, oie «aytien \ öx sr™, nach französischen Kanalhäfen und atlantischen f Landshüter HAseU 1913) verfaßten Pw Meerhäfen nicht gut zu heißen. 1 ^ wfnTntp bte Reitcktrauna der Setmstai Tases-llebersilht. ────────── Tages-Uebersicht. Vernehmen nach Briefe, die von Holland nach Deutschland abgesandt sind, auf holländi­ schem Boden rechtswidrig an sich bringen und zu Zwecken der Schwarzen Listen kopieren las­ sen. Was tat der Reichskanzler um dieses völkerrechtswidrige Treiben Englands auf neutralem Boden aufzuklären? Zur Schntzhiaft-Tebatte. In den jüngsten Reichstagsdebatten über die Schutzhaft spielte auch das Schicksal zweier Mädchen eine Rolle, die in Schutzhaft genommen worden waren, und dabei trübe Erlebnisse gehabt haben sol­ len. Diese beiden .Mädchen standen vorgestern vor einem Berliner Schöffengericht unter der Anklage, im Juli dieses Jahves Flugblätter verteilt zu haben, die nicht die nach den Be­ stimmungen des Oberbefehlshabers in den Maw ken vorgeschriebenen Vermerke über Drucker, Verleger oder Herausgeber trugen. Am Tage der Verhaftung des Abg. Liebknecht hatten die Angeklagten derartige unterschristloseFlugblätter, in denen u. a. die Frauen zu einer Protestversammlung gegen den Krieg aufge­ fordert wurden, verteilt. Sie waren von der Polizei festgenommen und zunächst in Schutzhaft gebracht worden, aus der sie nach dreiein­ halb Monaten wieder entlassen wurden. 'Auf den Vorhalt des Vorsitzenden, daß die Ange­ klagten bei ihrer Jugend sich wohl der Trag­ weite ihrer Handlung nicht voll 'bewußt ge­ wesen sein konnten, erklärten beide, daß sie sich vollkommen klar darüber geworden seien, was sie getan, als auch, was die Bedeutung und den Inhalt der Zettel anlange. Mit Rück­ sicht auf die ganzen Umstände beantragte der Amtsanwalt 6 Monate Gefängnis. Das Ge­ richt verurteilte jte jedoch nur zu 6 Wochen Gefängnis. Mitbestimtztiend für das Strafmaß sei zwar der aufreizende Inhalt der, Zettel, als strafmildernd' komme jedoch das jugend­ liche Alter der Angeklagten und die Tatsache in Betracht, daß sie sich verhältnismäßig lange Zeit in Schutzhaft befunden halben. X8-) für Belgien, der ihm den Plan zur Veranstal­ tung einer Sammlung unterbreitete, aus de­ ren Erträgnissen Zusatzmahlzeiten für belgi­ sche Kinder beschafft werden sollen. Der Papst versprach, das Werk dem Kardinal "Gobbons, CHiristia nia, 2. Nov. N " , z TelegramMbureau.) Nachdem die deutsche Re- . Eiserne Zweihvllerstiiicke Wie an maßgegierung sich gemäß, dem Prisengerichtsurteil yender Stelle in Ungarn verlautet, sollen dem»woi* orMft#» •Titi* hon kprfpttfj-pn nnrhiprii« nächst eiserne Zweihellerstücke in umlauf "ge­ bracht werden. Die Emission von Papiev-Einkronennoten befindet sich im Stadium der Vor­ bereitung und es werde nicht -mehr langeZeit dauern, bis diese in Verkehr gesetzt werden. Tie ersten Kriegevheim statten in Oester­ reich wurden am letzten Sonntag, 29. Oktober, in der tirolischen Grenzstadt Kufstein feierlich ihrer Bestimmung 'übergeben. Erbauer der­ selben — bis jetzt sind drei Einfamilienhäuser mit anschließendem Obst- und Gemüsegarten vollendet — ist der Verein "Tirvler Heldendank" mit deM Sitze in Kufstein, dessen Vor­ sitzender und Gründer, Buchdruckereibesitzer Eduard Lippott jr., die Festrede hielt. Rach dem Vortrag eines von Schriftsteller August Sieghardt (dem Verfasser der "Festschrift zur zustellen, von neuem zu erroagen, oie «aytien \ öx sr™, nach französischen Kanalhäfen und atlantischen f Landshüter HAseU 1913) verfaßten Pw Meerhäfen nicht gut zu heißen. 1 ^ wfnTntp bte Reitcktrauna der Setmstai Tases-llebersilht. dem amerikanischen Episkopat, der dortigen Geistlichkeit und allen barmherzigen Menschen ohne Unterschied der Religion und Gesell­ schaftsklasse zn empfahlen und stiftete 10 000 Francs für das Werk. eines Finanzshndikates in Holland, welches die Margarine-, Fett-, Buttert, Fleisch- und Ge­ müseproduktion für den englischen Konsums zu Monopolisieren und den deutschen Bezug aus Holland auszuschalten bestimmt ist. Ist dem Herrn Reichskanzler der Plan bekannt, ist er in der Lage und bereit, nähere Mitteilung &u Machen?. Sind Gegenmaßnahmen seitens des Deutschen Reiches geplant und können darü­ ber Mitteilungen gemacht werden? 2) von dem Abg. Müller-Meiningen: England hat betn 1 Eiu bulgarischer Flügeladjutant bei serem Kaiser. Der König der Bulgaren teilte den bulgarischen Militärbevollmächtigten, Flü­ geladjutanten Oberst Gantschew, der Person Seiner Majestät des Deutschen Kaisers zu. (WTB. - Amtlich!.) > . . e-»-. Ew | Sm äeabmtraf Souchon Chef der deutschen Mtt- 8 tnmlln satt. telmeerdrvrswn und gegenwartrg Chief der osmanischen Flotte verliehen. Beim Reichstag gingen folgende An- z me ^ en Montag wurden 28 kriegsgesanfragen ein: 1) vom Abg. BasserMann: Dte \ deutsche Studenten aufgenommen, von englische Regierung beabsichtigt die Gründung j ^nen ^1 "Immatrikuliert, 17 als Hörer an der hiesigen Universität aufgenommen wurden.— Weitere Immatrikulationen stehen bevor. Der Papst und die belgischen Kinder. Cort riere d'Jtalia meldet: Der Papst empfing den Vertreter des amerikanischen Hilfsausschusses ────────── Bayerische Nachrichten. Bayerische Nachricht«. Sein 70. Lebensjahr vollendet am 17. November Geheimer Rat Dr. von Schuh, der frühere Oberbürgermeister von Nürrrberg. Kartoffekbezngsscheine. Bei der Bayer,. Lebensmittelstelle—Landeskartoffelstelle laufen täglich Anfragen über den 93erJbMb der Kartos­ selbezugscheine ein. In den letzten Wochen sind viele Tausende von Bezugsscheinen bei der Bayer. Lebensmittelstelle erledigt worden. Es ist bei der großen Zahl vollständig unmöglich, über jeden einzelnen Bezugsschein Auskunft zu geben. — Die Bevölkerung möge aber ver­ sichert sein, daß sämtliche Frachtbriefe spä­ testens am Tage, nach dem sie bei der Bayer. Lebensmittelstelle einliefen, abgestempelt und Mit deM Bezugschein weitergegeben wurden. Die Papiere gehen nicht an den antragstellenden Verbraucher zurück, "sondern sie werden an den Kartoffelerzeuger weitergeleitet.Sollte sich die Zusendung der gekauften Kartoffeln ver­ zögern, so wären Nachfragen nach dem Be­ zugsschein, falls der liefernde Kartoffelerzeuger nicht bereits den Bezugschein in Händen hat, ausschlleßlich an das K. Bezirksamt zu rich­ ten, aus dessen Bezirk die Kartoffeln versandt werden sollen. Auflagen bei der Bayer. Le­ bensmittelstelle—Landeskartoffelstelle sind voll­ ständig zwecklos, weil kein Bezugsschein und Frachtbrief Enger als 24 Stunden in ihren AmtsräuiMen ist. ────────── Allerlei. Messet. Abgetrieben ist auf dem Truppenübungs­ platz Oberwiesenfeld am Dienstag ein Fessel­ ballon. nach Reißen des Haltetaues. Er flog tu bedeutender Höhe nach Osten. /' Aus Angst verhungern zn müssen in den Tod gegangen ist die Oekonomenswitwe Koehler in Schwabmünchen. Die 58jährige Frau be­ saß ein nahezu schuldenfreies Anwesen, hätte sich aber in den Wähn eingelebt, daß sie bei der allgemeinen Teuerung werde verhungern Müssen. Ihre beiden Söhne stehen iM Felde, ihre drei Töchter sind gut verheiratet. Ans seine Großmnter gab der 16jähr. Schlosserlehirling Peter von Seßlach drei Re­ volverschüsse ab, welche die alte Frau schwer verletzten. Untergegangen. Die Blätter melden aus Thvrshavn auf den Faroern, daß der Fischkut­ ter "Rutland" mit 15 Fischern untergegangen ist. Der Kutter wurde aus der Rückreise von Island mit voller Fischladung zusammen Mit anderen Fischkuttern von einem engllschen Kriegsschiff angehalten und Mit Prisenbe­ satzung versehen, die die Schisse in einen eng­ lischen Hafen bringen sollte. Unterwegs ging der Kutter "Rutland" im SturM mit den an Bord befindlichen Fischern unter. Schiffsnnsälle. Der dänische Schooner "Doris" von Thurce mit Grubenhölzern auf der Fahrt von Frederikstad nach West-Hartlepool ist bei Saltscar aufgelaufen. Der nor­ wegische Dampfer "Buenos Aires" nach Rotter­ dam bestimmt, ist itt den Dowas vor Anker gegangen. Er hat einen Kesselfchaden und taun ohne Hilfe nicht Rotterdam erlangen. ────────── tosen (Landshut); Peter Seiber ec, Kaufmann' tn Eschlkam (Neukirchen); Gg. Gras, Anwe­ sensbesitzer in Pleinting (Vilshosen); Gg.Schütz Hofbesitzer in Piering (Straubing); Max Holchhblzer, Söldner in Gauacker (Landau a. I!.); Frz. Maier, Bauer in Wiesberg (Rotthälmünster); Gg. Hofer, Söldner in Taufkirchen (Eggenfeiten); Jos. Zöllner, Privatier in Bogen;' Ant. Emliuger ,Bäcker in Niederalteich (Hengersberg); Hans Neumeier, Privatier in Neu.kirchen; Jos. Schröder, Braugehilfe in Hackl­ berg (Passau); Jos. Grötzinger, Bauer in Wer« bach (Neumarkt a. Rs.); Gg. Plötz, Konditor in Geisenhausen; Jos. Brandhuber, Kaufmann in Postau (Landshut); August Wiesbeck,Rent­ ner in Landshüt; Jos. Wagner, Müller in Karlsbachmühle (Waldkirchen); Paul Freund, Bauer in Lichtenau (Freyung); ’Sim 1 . Bernldchner, Dekonom in Geiselhöring (Mallers­ dorf); Math. Kainz, Bauer in Dieudorf(Wegscheid); Jos. Eder, Hufschmied in Pfarrkir­ chen; Frz. Hilmer, Bauer in Bärnzell (Mitterfels); Al. Treml, Gütler in Tiefenried(Viechtach); Jos. Euthvlzuer, Bauer in Mrterschwarzenhöf (Rotthalmünster); Jos. Kugler, Schrei­ ner in Pilsting (Landau a. I.); Frz. Laugwieser, Bauer in 'Reitertzberg (Mainburg); Frz. Schwaiger Hofbesitzer in Hailiug (Straubing). Hengersberg, 31. Oktober. .(Unfall.) Am Samstag stürzten dem Bauern Veitl in Ern­ sting eine Kuh! und ein 2 jähriger Stier in den 6 Meter tiefen Hausbrunnen. Mit grö­ ßer Mühe konnten zwar die Tiere aus dem' Brunnen gerettet werden; während der Stier geringe Verätzungen erlitt/ mußte die Kuh uotgeschlächtet werden. ────────── Lokales. MölK. Landshut, 3. November. —* Das König Ludwigkreuz wurde verliehen: Bezirksfeldwebel Reisinger, Regievnngs-Kanzlei-Ussistent Klob, Dr. Felix Hilgert, Assistenzarzt Res.-Laz.; Franziskusschwesterri Marie Groß, Auguste Solfrank, Aloisia Weigl, Oberschwester M. Edigna (Franziska AngerMaier), SchühMachermstr. Josef PerglMoser, Gymnasiast Karl Oberhofer, MalerMstr. Sax, Oberstabsarzt-Tochter Marianne Härtl, Ren­ tiere Anna Schaas, Lazarett-Hausdiener Hiltl, Garnisons-Verw.-Diener Skladanowsky, Frau Hofl'. FahrMbacher, Frl. Emma Niedermayer, Reg.-Ratstochter, Regm.-Sattler Schneidhuber, Proviantamis-Jnsp.-Stellv. Dötsch, der Ope­ rationsschwester Edeltraud (Maria Ettenhüber), Mlegetochter der Privatiersehegatten Thomas und E. Ostermeier, sämtliche in Landshut. Letz­ tere ist z. Zt. in einem Münchner ReserveLazarett tätig. —* A us dem Felde der Ehre fiel Herr Leutnant d. Res. Karl Pauckner des 16. Juf.Rgts., Sohn des Herrn RechnungskomMissärs Pauckner hier. Der jugendliche Held hatte 1914 das hiesige GhMnalmsium absolviert und war bei Kriegsausbruch sofort zu den Fahüen ge­ eilt. Das Eiserne Kreuz schmückte die Brust des Tapferen. — Der befreite des 2. Jnf.Rgts. August Aufleger, Sohn der Großfahr­ radhändlerswitwe Frau Aufleger hier, fiel aus . dem Felde der Ehte. Auch er war tritt dem Eisernen Kreuze ausgezeichnet. —* Den Heldentod für das Vater« 1| wenn auch höhen Preisen reichlich Abnehmer fand. ! ' —* Dser Kartoffelmarkt bleibt an­ scheinend jetzt ständig unbestellt, denn auch heute waren keine Zufuhren zu verzeichnen. Auch die Stoppelrüben,welche bisher in großen Mengen zugefahren wurden, werden bereits weniger. Die Ernte ist vorher. Trotzdem ist der Preis von 50 Pfennig für den großen Metzen auch heute geblieben, da die Nachfrage nicht aklzugroß war. Die reichlichen Zusuhtren der letzten Wochen haben eben den 'Be­ darf für Krautherstellung in der Hauptsache gedeckt, während es sich jetzt meist nur noch um Vorratskäufe handelt. 1 —* H(unde in der Trambahn. Herr *Regierungsrat Reischle hat an'den Stadtmagi­ strat den Antrag gestellt, es sollen Jagdhunde auf der Straßenbahn befördert werden dürfen. In der Eingabe heißt es, die Jäger fomtafen abends ermüdet von der Jagd nachhause, die Hunde feiert erschöpft, und der Weg von der Bahn zur Stadt sei weit. Es haben sich da­ her schon viele Jäger entschloffen, ihr erlegtes Wild überhaupt nicht mehr zur Stadt zu brin­ gen. Die Direktion der Trambahn hatte sich hierzu geäußert und gemeint, es stände zur Beförderung von Hunden lediglich die hintere Plattform zur Verfügung. Da diese jedoch versperrt sei, müßten die Hunde durch das Wageninnere geführt werden, daher könne betn 1 Gesuche nicht stattgegeben werden. Dagegen könnten Hunde auf den Anhängewägen mit­ genommen werden. Herr R.-R. Costa glaubte, daß bei betn schaffnerlosen Betrieb ein Mit­ führen von Hunden nicht tunlich sei. Die Trambahn sei ohnedies sehr in Anspruch geuomMeu. Es sei auch nicht richtig, daß alle Jäger der Stadt diese Forderung stellen. Man könne auch auf betn Rade zum Bahnhof kom­ men. Jmi übrigen sei die Drohung des Hrn. Regierungsrates, kein Wild me>hr in die Stadt zu bringen, nicht so ernsthaft aufzufassen, da er zu Ende dieses Jahres ohnehin seine Jagd verliert. In der Debatte wurde dann der Vorschlag gemacht, das Mitführen von Hunden aus den Plattformen der Anhängewagen" zu gestatten, doch müßten die Hunde an der Seine geführt werden und die Hundebesitzer,für evtl. Schadensansprüche, die vom Publikum gestellt würden auskommen. Dieser Vorschlag fand dann mit 6 gegen 5 MiMmen die Genehmigung des Magistrats. —* Dfle Warenumsatzsteuer wird, wie Herr Direktor Scheller in der letzten Sitzung des Magistrates ausführte, bei allen Einkäu­ fen der Gasfabrik von sämtlichen Lieferanten dem Werke in Rechnung gestellt. Dadurch sei jetzt die Frage aufgetaucht, ob die Gasanstalt nun bei ihren Verkäufen die Umsatzsteuer selbst tragen wolle. Dann sei sie doppelt besteu­ ert. Er schlug daher vor, bei allen Rechinungsbeträgen von mehr als 20 Mark die Warenumsatzsteuer gesondert in Rechnung zu stellne. Herr M.-R. Kohlndorfer wies darauf hin, daß vermutlich die AussührungNbestiMmungen dieses Gesetzes noch eine Ergänzung er­ führen werden, worauf aber erklärt würde, daß dann die Sache imüchr wieder geändert werden könne. Der Vorschlag des Herrn Di­ rektor Scheller wurde sodann vom StadtMägistrat angenommen. —* Aufklärung über Vermißte u. Kriegsgefangene. Wie das Nachweisbü­ ro des K. bayer. KriegsministeriuMs mitteilt, ist es ihm nicht Mjöglich, briefliche Anfragen zu beantworten. Aufklärung wünschende Per­ sonen, auch die, die über Kriegsgefangene an­ sragen, werden daher ersucht,hiezu die bei jeder Postanstalt erhältlichen rosafarbigen Karten zu benutzen. . —* DienstpräMie für Unteroffi­ ziere. . Einer Bekanntmachung des KriegsMinifteriuMs ist zu entnehmen: Den aus Un­ verschuldeter Kriegsgefangenschaft noch vor der DemobilMachung in die Heimat zurückgekehr­ ten Kapitulanten kann, sofern sie unter An­ rechnung der Zeit der Kriegsgefangenschaft eine 12 jährige Dienstzeit zurückgelegt haben, beim Ausscheiben ans dem Dienst als Unteroffizier die Dienstprämie nebst Zinsen gezahlt werden.. —* Die Notwendigkeit des restlo­ sen SamMelns der Eicheln und Ka­ stanien in der jetzigen Zeit hat dem Kultus­ ministerium Veranlassung gegeben, die Schul­ behörden darauf hinzuweisen, daß die Schul­ jugend, die schon so häufig und auch erfolg­ reich zur Bewältigung der durch die Kriegslage notwendig gewordenen außerordentlichen Ar­ beiten im Interesse der allgemeinen Volks­ ernährung mitgeholfen hat, sich auch beiMSamtnel'n und Einliefern der Eicheln und Kasta­ nien eifrig beteiligen Möge. Zu dieseMZwecke ist die Schuljugend durch das Lehüpersonal der Volksschulen in dieser Richtung zu beleh­ ren und zu entsprechender Betätigung auf* zumuntern. , t ────────── Letzte Posten. Letzte Bosten. Ein neuer deutscher Vorstoß in den Kanal. WTB. Berlin, 2. Nov. In der Nacht vom 1. zuM 2. November stießen leichte deut­ sche Streitkräste aus flandrischen Stützpunk­ ten gegen die Handelsstraße Themse und Hol­ land Vor, hielten mehrere Dampfer zur Un­ tersuchung an und brachten zwei von ihnen, die verständigt waren, in einen Hasen ein. Ein dritter Dampfer, der ebenfalls dorthin folgen sollte ,ist noch nicht eingetroffen. Beim Rückmarsch wurden einige unserer Torpedo­ boote kurze Zeit erfolglos von vier engli­ schen Kreuzern beschossen. Unsere Streitkräfte sind vollzählig und unbeschädigt zurückge­ kehrt. Ter Chef des Admiralstabs der Marine. Haag, 2. November. Das niederländische Dampfschiff "OldeMbo" wurde vergaugeueNacht durch ein deutsches Torpedoboot angehalten. Eine Prisenbesatzung ging an Bord und wollte das Schiff nach Zeebrügge einbringen. Da je­ doch englische Torpedoboote auftauchten, verUeß die Priseubesatzung das Schiff und ver­ suchte es unter Anwendung von Bomben zn versenken. Die in die Boote gegangene Mann­ schaft wurde von einem englischen Torpedo­ jäger aufgenommen. Das Schiff selbst, das Margarine und Käse für England an Bord hätte, wurde später nach Hoek van Holland geschleppt. Ein englisches Torpedoboot liegt gegenwärtig in der Nähe von Hoek vanHolland und hät wahrscheinlich die Mannschaft des Oldenbo an Bord. Es sollen sich darunter. 2 Deutsche befinden. Versenkt. London, 2. Nov. Daily Telegraph be­ richtet ,daß die norwegischen Dampfer Caerloch und Rown versenkt wurden. Die Besatz­ ungen wurden gelandet. I Eine wichtige Beratung int russischen Hauptquartier. Der Nowoja Wremja zufolge, ordnete der Zar an, daß alle Entente-Botschafter zn ei­ ner wichtigen Beratung im Hauptquartier zu : erscheinen haben. Der englische Botschafter ' sei bereits itttl Hauptquartier eingetroffen. 1