<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<?xml-model href="http://www.tei-c.org/release/xml/tei/custom/schema/relaxng/tei_all.rng" type="application/xml" schematypens="http://relaxng.org/ns/structure/1.0"?>
<?xml-model href="http://www.tei-c.org/release/xml/tei/custom/schema/relaxng/tei_all.rng" type="application/xml" schematypens="http://purl.oclc.org/dsdl/schematron"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">
  <teiHeader>
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1916-11-30"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
      </titleStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
        <availability>
          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
        </availability>
      </publicationStmt>
      <sourceDesc>
        <bibl>
          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">69. Jahrgang Nr. 326</biblScope>
          <date when="1916-11-30">1916-11-30</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
        </bibl>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
    <encodingDesc>
      <editorialDecl>
        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
        <segmentation>
          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
        </segmentation>
        <correction status="low" method="silent">
          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
        </correction>
      </editorialDecl>
      <projectDesc>
        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
        </p>
      </projectDesc>
    </encodingDesc>
  </teiHeader>
  <text>
    <body>
      <pb n="5"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Deutscher Reichstag. Das Hilfsvienstgesetz wird nun im Reichs­ tage beraten. Die Rede des Kanzlers zur iEinführung der Hilssdienstgesetzes nahm kaum 10 Minuten in Anspruch. Sie klang ernst und feierlich. Der Kanzler stellte fest, datz unsere Linien trotz des ungeheuren feindlichen An­ sturmes ungebrochen seien, datz unsere Feinde aber trotzdem den Frieden offenbar noch nicht wollten. "Jede Hand, die daheim feiert," so rief der Kanzler aus", "hilft dem Feinde". Me Eherne Notwendigkeit verlange einen ei­ sernen Willen. Das Gesetz soll uns neueKraft Und damit den Sieg und den Frieden bringen. Den unverkennbar starken Eindruck, den die kürze Rede hervorrief, bewies der lebhafte Beifall des Hauses. Ebenso sympathische Aus­ nahme fand aber auch nosch Ibie weitere Be­ gründung der Vorlage durch den Kriegsmini­ ster und den Staatssekretär des Innern. Stein gab die militärische Begründung. Er erklärte, datz unsere tapferen Kämpfer das schlimmste erlebten, wenn sie wehrlos dem feindliche» Feuer standhielten und ihre Kameraden neben sich fallen sehen mühten. Er erzählte, mit welchen Mitteln die Feinde ihre Leute in die Schlacht treiben; mit Stacheldraht, den sie hin­ ter ihrem Rücken errichten und mit der Dro­ hung der standrechtlichen Erschietzung und er bat den Reichstag, durch dieses Gesetz dem' Heere Hilfe und Verstärkung zu bringen. — Staatssekretär Helfferich aber begründete das Gesetz vom Standpunkt des Wirtschaftspokitikers. Die halbe Welt arbeite für unsere''Feinde. Wngland kaufe allein von Amerika für 12 Millionen Pfund pro Woche. Das neue Ge­ setz gelte der Mobilmachung der Arbeit, der rationellen Ausnutzung aller Arbeitskräfte, der Verwirklichung des, wie es der Staatssekretär § zum erstenmal offiziell nannte, Hindenburg- 1 Programms, die 'Kraftanstrengung eines sie- jj gesgewissen Volkes. Dann versprach der 1 Staatssekretär möglichst schonende Anwendung g namentlich auch gegenüber den Arbeitern, mög- g lichste Berücksichtigung der persönlichen Frei- | heit, toste denn überhaupt ohne den freien $ Willen des Volkes nichts zustande kommen | könne. Und zum Schlutz gab der Staatssekretär noch ein paar interessante Zahlen über die Kriegswirknngen bei der Entente ,wie derHunger, insbesondere durch unsere wackeren Unter­ seeboote nun auch in England fühlbar werde, jj — Die Reden aus dem Hause waren nicht jj minder bemerkenswert. Der Abg. Spahn (Z.) betonte, es sei nur in den seltenste/Fnällen vom Zwange Gebrauch, zu machen. Der soz. RedWfc Dr. David stellte sich grundsätzlich eben­ falls aus den Boden des Kvmpromitzantrages, Der Abg. Bassermann (ntl.) begrüßte den Ge­ danken des Gesetzes. Abg. v. Bayer (F. Vos.) versicherte, datz über die Notwendigkeit und die Möglichkeit solchen Kraftaufwandes über­ haupt keine MeinungsverfHiedenheit herrsche, sondern höchstens über die Art seiner Durch­ führung. Graf Westarp (kons.) betonte gleich­ falls die Notwendigkeit bex äußersten Kraftanstrengung des ganzen Volkes und das volle Vertrauen, das unser Volk dem neuenKriegsamt und seinem Leiter entgegenbringe. Er freilich hätte die Fassung der Regierung für ausreichend gehalten. — Alle diese Reden wa.rot von vaterländischer Begeisterung und von unbedingte Zuversicht getragen. Im Laufe der Debatte gab noch Helfferich eine wichtige EtAärung ab, datz der Bmndesrat nicht nur dem vom Reichstag angemvmßoienen Jnitiativantrag über die Schutzhaft,, sondern auch. dem Kompromißantrag zum Hilissdienstgesetz soeben seine Zustimmung erteilt habe. — In der 8. Stunde nahm dann noch Generalleutnant Grüner das Wort, um sich. einzuführen und fei­ ne Auffassung namentlich über die Durchführ­ ung des Gesetzes mitzuteilen, und den Schlutz I .bildete eine recht lange, aber wenig bedeu­ tende 'Rede des Abg. Vogtherr (Soz. Arb.), bcfr (aber noch relativ milde Seiten auszog. Spät am Abend schlotz die 1. Lesung. Sie hat die unbedingte Bereifivilligkeit desReichs- I tages gezeigt, das Gesetz mit möglichster Schnel­ ligkeit zu verabschieden, dieses Gesetz, das das wichtigste, einschneidendste, aber Hoffentlich auch Wirkungsvollste aller bisherigen Kriegsgesetze sein dürfte.</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="1"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Ein englischer Vorstoß Sei Mvenchy gescheitert. — Vergebliche russische Angriffe in den Waldlarpatheu und an der fievenvürgischen Ostfront. — Feindliche Teilvorstöße in Mazedonien abgewiesen. Pitesti genommen. Im Westen scheiterte der Borstoß, einer englischen Kompagnie bei Givenchh. Im Osten herrschte Ruhe. In den Karpathen erlitten bei mehreren starken Angriffen die Russen eine Niederlage. Wo es ihnen aber/ gelang, kleine Vorteile zu erreichen, mußten sie diese mit blutigenOpfern bezahlen. i ! In deb Walachei drängt die Armee Fal­ kenhahn im Norden und Westen, die Armee Mackensen im Süden siegreich den geschlagenen Feind vor sich her. Die billigen Ratschläge, mit denen die Ententepresse die Rumänen jetzt trpktiert, gehen wirr durcheinander. Wählmtb die einen noch eine ersolgreicheVertcid ignng von Bukarest für möglich halten, glau­ ben andere, die Rumänen sollen Bukarest auf­ geben und die Reste der rumänischen Armee zur Verteidigung der Moldau verwenden. Letz­ teres wäre allerdings im Interesse Rußlands, das dann eigene Truppen sparen könnte, am nützlichsten. * i Nach dem gestrigen Abendbericht hat die Armee Falkenhahn bereits den Ort Pitesti am Arges genommen. Im Süden stellten die Trup­ pen Mackensens bereits 25 Kilometer bor den vorgeschobenen Befestigungen von Bukarest. In Mazedonien unternahmen die Gegner nach ihrer blutigen Niederlage gestern nur Teilvorstöße, die erfolglos blieben.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Die Heeresberichte. Der deritsche Bericht. WTB. Berlin, den 29. November. *(Großes Hauptquartier.) Westlicher Kriegsschauplatz. Front des Generalfeldmarschalls Kronprinz ; Rnpprecht von Bayer». i Bei Mvenchy, südwestlich von Lens schei­ terte der im Nebel erfolgende Vorstoß einer englischen Kompagnie. Im Sommegebiet nährn in den Abendstun­ den das feindliche Feuer nördlich der Ancre und im St. Pierre-Vaast-Walde zu.. Ocstlicher Kriegsschauplatz. Front des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von .Bayer». ! v Keine Ereignisse von Bedeutung. . j : , Stellungen sind behauptet; um einzelne Gra­ benstücke wird noch gekämpft. , Heevesfrout d«s Generalfeldmarschall» i Prinzen Leopold von Bayer«. Keine wesentlichen Ereignisse. ! | Italienischer Kriegsschauplatz. und ! Güdöstlbcher Kriegsschauplatz. Unverändert. Der stellvertretende Chef des Generalstabesl v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. Front des General-Obersten Erz­ herzog Joseph. In den Waldkarpathten und an der siebenbürgischen Ostfront führte der Russe an vielen Stellen gegen die deutschen und österreichischungarjischen Linien Angriffe. Er erlitt eine 1 Niederlage. Kleinere örtliche Erfolge hat er mit blutigen Opfern erkauft. Die Armee des Generals von Falkenhayn ist auf der walachischen Front im siegreichen' Vordringen. Vor ihr weicht der geschlagene Feind in Unordnung nach Osten. 1 «alkanikriegsschnnp^atzi. cheoresfronit des Generalfeldmarschalls von, Mackensen. Die Bewegungen der Donauarmee stehen in Uebereinstimmung mit den weiter nördlich oPeEerenden Kräften. In der Dobrudscha nur geringe Gefechtstätigkeit. Mazedonische Armut. Nach dem Scheitern der Entlastungsosfensive der Entente von Süden her, führte der Feind gestern nur Teilvorstöße nordwestlich von Monastir, und bei Grunriste, östlich der Cerna, aus. Auch dabei hat er keine »Vorteile erringen können. • Ter 1. Generalquartiermeister r Ludendorfs. * ■ - ' WTB. Berlin, 29. November. Amtlicher Abendbericht, __ r Nördlich der Somme bei Serre und Sailly lebhaftes Feuer. &gt; An der Ostfront von Siebenbürgen griffen die Russen erneut an. Eine Abschlußmeldung fehlt. , &gt; i ! Pitesti ist genommen. 1 Der öfter.-aiig. Bericht. WTB. Wien, den 29. November. — Mvtlich wird gemeldet: Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresfront des Generalobersten Erzherzog Joseph. Die Armee des Generals der Infanterie von Falkenhayn ist in der Walachei in siegrei­ chem Vordringen. Starke russische Angriffe in den Waldkarpathten und an der fiebenbiirgischen Ostfront scheiterten an der zähten Ansdauer der österreichisch-uugar. und deutschen Truppen. Unsere</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="2"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>We«n es zum Aeußevsien kommen sollte. "Daily News" geben einen Artikel von Herbert Ävope in der Newyork World wie­ der, in dem es u. a. heißt: Ich glaube, daß, wenn es zum Schlimmsten koWe, die deutschen Frauen die Waffen ergreifen und in die ^Schüt­ zengräben gehen würden, ehe sie die siegreiche Armee der Verbündeten in Berlin einziehen lassen würden. Hierzu schreibt die "Dajily News": Deutschland hat genug Minner, zur' Verteidigung, aber int Prinzip hat Swope Lecht. ' &lt;8.) i</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Vom westlichen Kriegsschauplatz. Kvmtkreichs Opfer im Gegensatz zu seinen Berbüudeten. Der Pariser Korrespondent des "Secolo" drphtet seinem Blatte: Die Geheimsitzungen der französischen Kammer dienten der Bera­ tung eines Schrittes, den Frankreich bei seinen Verbündeten unternehmen wolle, um eine gleichmäßigere Verteilung der Kriegsstreit kr,äste zu erzielen. Frankrchch habe im Ge­ gensatz zu seinen Verbündeten alle feine Kräfte mobil gemacht und für das Land bestelle Ge­ fahr, daß beim Friedensschluß mehr fremde Truppen innerhalb seiner Grenzen stehen, als eigene und daß Frankreich selbst nach einem siegreichen Kriege verblute. Der Korrespon­ dent fügt hinzu, keine weiteren Erklärungen geben zu können, der Zweck seiner Mitteilung sei aber lediglich der, die Oeffentlichkeit auf ein Problem von größter Wichtigkeit hinzu­ weisen, denn die ausgesprochenen Befürchtun­ gen beherrschten gegenwärtig das gesamte französische Volk. (Z.) Clemenocau zujr deutschen Zivildienstpflicht. .Clemenoeau schreibt im "Homvve'Enchaine": Das Erwachen derjenigen, die dieses Ereignis nicht vorausgesehen haben, zeigt zur Genüge, welchen Gewinn man durch eine Vogelstraus­ politik erzielt. Man hat immer wieder Ge­ schichten erzählt,. sodaß schließlich diejenigen, welche sie erfunden, auch geglaubt haben. Wie oft sprüht man vom Zerfall der deutschen Kräfte, der jeden Augenblick eintreten müsse. Die Offensive auf Verdun und der deutsche Widerstand an der Somme sind die Antwort darauf gewesen. Trotz des heldenmütigen Wi­ derstandes unserer Soldaten würden viele Leute — wollte man den gewonnenen und verlorenen Boden abschätzen — von der unbe­ schädigten Bilanz erschreckt sein. Man hat eine orientalische Division in Szene gesetzt, ohne deren diplomatische und militärische Zweck­ mäßigkeit zu prüfen. Die Deutschen sind in Nohons, wir aber in Saloniki, so hieß es, denn es schien höchst einfach, die Deutschjen 80 Kilometer vor Paris zu lassen, dagegen in Asien sie zu schlagen. Unterdessen aber mo­ bilisiert sich, ganz Deutschland und wir schrei­ ben Zeitungsartikel darüber, statt den Deut­ schen zuvorzukommen. &lt;Z.)</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Gegen Rumänien. T«ir Marsch auf Bukarest. Das N. Wiener Tgbl. meldet aus Sofia: Der Vormarsch der Donauarmee der Heeres­ gruppe Mackensen schreitet mit Schnelligkeit fort. Die Kavallerie, die den linken Flügel bildet und sich längs der Straße AlexandriaBukarest im Vormarsch befindet, ist bereits 50 Kilometer vor der Fortlinie der rumäni­ schen Hauptstadt und 25 Kilometer vor den vorgeschobenen Befestigungen. Krisis in iHnmüniett Die Frkfr. Ztg. meldet aus Bern: TerMlitärskritiker des Bund bemerkt zu der Krisis auf dem rumänischen Kriegsschauplatz, für die Rumänen sei es zu einer großen Gegenoffen­ sive und einer Feldschlacht westlich von Buka­ rest jetzt bereits zu spät. Bukarest sei heute in Wirklichkeit bereits an die Peripherie der Kampfzone/ gstrückt und wenn der im Raume von P'redal aufgerichtete Damm breche, wird es sehr schwierig sein, eine Neubildung der Lage selbst östlich von Bukarest an der Moldaugichnze feu &gt; suchen. Die Rumänen seien das Opfer einer Unterschätzung des Feindes, seiner Reserven gewesen und nur eine ans Wunder­ bare grenzende Verkehrung der Rollen könnte die Gesetzestafeln in ihire Hände zurücklegen. Dazu bedürfe es allerdings mehr als einer halben Million Streiter im Raume von Bukavest. (Z.) De!r Mitarbeiter der N. Zürcher Ztg. be­ klagt . die ungeheure Verblutung Rumäniens und schreibt: Die regelmäßig zur Veröffent­ lichung gelangenden Verlustlisten keden eine fürchterliche Sprache. Vom Ministersohn bis zum Gymnasiasten, vom Abgeordneten bis zumi kleinsten Winkelbeamten erleiden alle den Tod lauf den Schlachtfeldern oder werden verwun­ det von der Front heimgeschafft. Die Verlustzahlen der Rumänen namentlich in den letz­ ten Schlachten, wo es sich um die Werteidjiggung wichtiger Stellungen handelte, sind unge­ heuer gewesen. England und Rumänien. Bebn, 29. Nov. Der Londoner Kor­ respondent des "Secolo" drahtet seinem Blatte: Die Vorgänge in Rumänien nehmen natür­ lich das Interesse in ganz England in größtem Umfange in Anspruch. Man zittere für das Schicksal des neuen kleinen Verbündeten und fixtge sich, ob es denn eigentlich das Schicksal dieser Kleinen fei, daß dckc Vierverband diese kleinen Staaten, die seiner Sache beigetretcn sind, nicht vor Invasion schützen kann. Nicht unbemerkt soll sein, daß ans diese Weise die Politik König Konstantins gerechtfertigt ist. (S.)</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Am Balkan. Tie Italiener als Sündenböcke. Die Pariser Presse bringt nähere Nach­ richten über bett gegen Trnova unter Führung des Generals Leblois ausgeführten Angriff der Ententetruppen. Nach den vorliegenden IMeldungen wäre das Scheitern des Angriffes vornehmlich den Italienern zuzuschreiben. &lt;3,1</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Der Krieg mit England. Die U-Bootsgefahr in englischer Beleuchtung. Die "Times" wenden sich in einem Leit­ artikel in scharfer Weise gegen die Regierung und werfen ihr Mangel an Vorsicht vor, weil sie alles unterlassen habe, um die furchtbaren Schiffsverlufte, die die englische Handelsflotte durch die Unterseeboote des Feindes erlitte, sofort auszugleichen, wie die Neutralen es teilweise könnten. In England lege die Re­ gierung den Reedern alle möglichen Schwie­ rigkeiten in den Weg, zuletzt auch noch die Ein­ suhlrung von Höchstfrachtsätzen, wodurch es den Reedern unmöglich gemacht werde, Ersatz für die versenkten Schiffe aus Japan zu holen, da sie infolge der niederen Frachtsätze außer Stande seien, auf der Fahrt nach England Weizenladungen aus Australien heimzuführen. Das Blatt bemerkt dann weiter, wenn die Re­ gierung nicht Ermäßigungssteuern auf Ton­ nage eintreten lasse, oder die Frachtsätze er­ höhe, müßte der gegenwärtige Schiffsmangel und die schwierige Lage der englischen Reeder mit einer Katastrophe für das Land enden. (Z.) Sie schlechte kanadische Ernte. Amsterdam, 28. Nov. Nach einem Te­ legramm ans Toronto an die "Times" sind dieses Jahr nur 99 493 700 Bushels kanadi­ sches Getreide für die Ausfuhr verfügbar ge­ gen 264172 000 Bushels im Vorjahre.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Der Krieg mit Portugal. Tie PosrtuKiesen sind marschbereit. Der portugiesische Kriegsminister sprach bei einem Bankett im Lager von Dancos und gratulierte dem General Tamaguini, daß, er das erste portugiesische Kontingent komman­ dieren würde, das demnächst Portugal ver­ lasst, um das Schlachtfeld zu erreichen.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Der Luftkrieg. Tejr englische Bericht über den Luftangriff. London, 28. Nov. (Reuter.) Der Wort­ laut des amtlichen Berichts über den Luft­ angriff lautet: Eine Anzahl stindlicher Lusip schiffe suchte gestern Nacht zwischen 10 uttio 11 Uhr die Nordostküste Englands heim. An verschiedenen Orten von Iorkshire und DurHam wurden Bomben abgeworfen, aber man glaubt, daß der Schaden gering ist. EinkLuftschiff wurde von einem Flugzeug des königli­ chen Fliegerkorps angegriffen und an der Küste Durhäms brennend zum Absturz in die See gebracht. Ein anderes Flugzeug überflog die Grpfschasten des mittleren Nordens und lieh an 'verschiedenen Stellen Bomben fallen. Auf seiner Rückkehr wurde es wiederholt von den Flugzeugen des Fliegerkorps und von den Geschützen angegriffen. Es schien beschädigt worden zu sein, denn der letzte Teil feiner Fährt ging sehr langsam vor sich. Erst tbei Tagesanbruch vermochte es die Küste zu er­ reichen. In der Nähe der Küste von Norfolk gelang es offenbar, das Luftschiff auszubes­ sern, denn es fuhr in einer Höhe von über 8000 Fuß mit großer Geschwindigkeit weiter, als es 9 Meilen von der Küste voü 4Müaschjineä des 'Marineslugdienstes und einem bewaffne­ ten Fischdampfer angegriffen und um 6.45 Uhr in Flammen gehüllt zum Absturz gebracht wurde. Ausführliche Berichte über Unglücks­ fälle liegen noch nicht vor, man glaubt aber, daß sie gering sind. Zum Verlust der beiden Zeppeline. Berlin, 29. Nov. Der militärische Sach­ verständige der "Voss. Ztg." schreibt: Die eng­ lische Luftabwehr Hat aufbauend auf die Er­ fahrungen von zwei Jahren, eine wesentliche Stärkung erfahren. Der Verlust von zwei Luftschiffen ist das für uns bedauerliche Er­ gebnis. Die Führer, 'Kapitänleutnant Die­ derich und Oberleutnant zur See Frankenberg, waren beide in ihren Aufgaben besonders aus­ gezeichnete Offiziere. Diederich machte sich! bei Beginn des Feldzuges durch seine Tapferkeit und Umsichtigkeit einen guten Namen. Vv war damals Kapitän des Norddeutschen Llohddampfers "Brandenburg", der tu Baltimore lag. Die Engländer hätten Wind bekommen, daß Diederich beäbsichtige auszulcmsen und die Blockode zu durchbrechen. Sie legten zwei Kreuzer vor den Hafen von Baltimore, Trotz­ dem die Brandenburg nur 12 Meilen lief, gelang es Ihrem Führer, sie nicht nur durch die e nglische Blockade' vor Baltimore, sondern jauch durch die Schiffssperre nördlich, Schott­ ernd zu Bringen und im Heimathäfen zu lan­ den. , , &lt;Z.)</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="3"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>von Esbjerg noch- Grimsbh unterwegs wurde erbeutet, die französischen Segelschiffe Alfred de Conreh und Malvina, der amerikanische Dampfer "Chänmng" und der norwegischeDampfer "Ile" versenkt. Die Besatzung des letzt­ genannten Schiffes ist gelandet. Reuter meldet aus Kairo: Der griechische ° Dampfer "Margarita" &lt;1100 Tonnen) ist von einem Unterseeboot versenkt worden.</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="5"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>De. Da war der Leutnant T., der stammte aus -einer mohammedanischen FaMlie in Bulga­ rien. Ein lebhafter, frischer Offizier, der in den drei Monaten Deutsch ganz ausgezeichnet gelernt hat. Er war schon während des letz­ ten Balkankrieges türkischer Offizier, und sein Vater und sein Bruder 'kämpften als Landwehrleute in der bulgarischen Armee. "Das war sehr traurig." "Und jetzt?" v ,9Jtein Bruder kämpft in der DobrUdscha gegen die Russen und ich Wer. Kameraden wieder. Ist das schön?" 1 ! So hat sich für ihn ein tragischer Kon­ flikt gelöst, und ich glaube, daß es nicht dev einzige Balkankonflikt ist, der jetzt seine glück­ liche Lösung endlich findet. (Kb.) ! Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter.</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="4"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>das alles zuzurufen, und sie liest die Mah­ nung nicht an sich vorübergehen. Sie sprach, fragte und lachte tote sonst, dieses Lachen, das tote ein erfrischender und belebenderHauch wirkte. Die alte 'Gräfin, die sie zuerst wegen Hrer Schweigsamkeit verstohlen und besorgt betrachtet hatte,, nickte tJfja; jetzt freundlich zu. Das war wieder die alte liebe Rose. So kam man in bester Stimwüng auf dem Wolkenstein an. Schon auf der Treppe empfing sie die Baronin mit dem liebenswürdigsten Lächeln; sogar für Rose hatte sie einige freund Ache Worte übrig. I Am Arm des Grafen, der auf der anderen ' Seite selkne Tante führte, ging sie in bett grasten Empfangssaal, wo sich bereits die an­ deren Gäste versammelt hatten. Rose war hinterher gegangen und war sich wieder sehr herabgesetzt, zum mindesten sehr überflüssig vorgekommen. Das Blut war ihr zum Kops gestiegen. Dast sie sich doch immer» noch nicht an ihre Stellung gewühlten konnte! Unterdes hatte die ' Begrüßung stattge­ funden. Rose fühlte, dast einige bewundernde und fvagende Blicke zu ihr hinüberflogen. Da stellte sie die Baronin mit lauter Stimme dorr toie die Gräfin es getan hatte. Nun, mochte er das halten wie er wollte. Was kam lauf sie an? Ein Gefühl Heister Bitterkeit über­ flutete sie. | , i ; "Sie sind ja heute so nachdenklich ge­ stimmt, Frau Hertoart," unterbrach Graf Ha­ rald plötzlich tfjmt Gedankengang. ! Sie sah erschrocken auf. "VecheHien Sie, Herr Graf." "O, bitte!" machte er höflich. "Ich wollte mir nur erlauben, Sie auf diesen kleinen Aus­ blick aufmerksam zu machen. Hier, sehen Sie einmal hinunter." • &gt; Jetzt erst bemerkte Rose, durch welche herr­ liche Landschaft sie fuhren. So weit das Auge »wichen konnte, sah« man Berge und Wald. Steil ging es aus der Seite hinunter, man ge­ wahrte Schluchten, malerische Täler und auf der anderen stiegen die Felsen schroff auf. /,Ah!" machte Rose und ihr Blick weitete sich, ihre Seele warf von sich, was sie noch soeben beschwert hätte. Es wurde ihr mit einemmale leicht und frei zu Mut. Was quälte sie sich mit unnützen Grübeleien. "Genieste das Schöne, das sich dir bietet und trage nicht deine Sorgen und deinen Kummer hinein, genieste es mit siohenr dankbaren Herzen, so­ lange du noch geniesten kannst," schien ihp "Frau HerwaM, Pie Gesellschafterin der Frau Gräfin Bernegg." ' Mit einem Schlage schwand' das Interesse, das sie bei Hrem Eintritte erregt hatte. "Nur eine Gesellschafterin! Es verlohnte sich nicht der Mühe." Die Herren machten ihr zwar eine flihle, korrekte Verbeugung mit einem verstohlenen Seitenblick, während die jungen Damen das Näschen rümpften und unter sich blieben. Obgleich Gräfin Bernegg sie sofort an ihre Seite winkte und sie "mein liebes Kind" ontebete, fühlte Rose sich wieder gedemütigt. Wenn sie doch zu Hause gebhieben wäre! Da teilte sich die 'Portiere zum Neben­ zimmer und eing roster schlanker Herr, dem man ,hn seinem eleganten, tadellos sitzenden Gesellschastsanzug und in seiner Haltung so­ fort den Offizier in Zivil ansah!, trat ein. Die Baroniy schien nur auf diesen Augen­ blick gewartet zu haben. "Eine Extraüberraschung für Sie, Graf," sagte sie, dem Grafen Bernegg leicht auf die Schulter klopfend. ; ' (Fortsetzung folgt.)</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="5"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Tages-Uebersicht. Ter Hairptausfchntz des Reichstages hat am Dienstag die Verhandlungen über den va­ terländischen Hilfsdienst zu Ende geführt. Der Musschutz hat seine Forderungen in die Form eines ganz neuen Gesetzentwurfes gekleidet, der 15 Paragraphen umfaßt; der ursprüngliche Regiertungsentivurs sah' Nur 4 Pagaraphen vor. Als kr iegsnotw endig wurden bei den Ver­ handlungen über die Hilfsdienstoorlage erklärt die Berufsorganisationen aller Art, die Presse, die Krankenkassen und alle sonstigen Träger der Sozialversicherung. ' I Das österreichische Parlament. Dem "N. Wiener Abendblatt" zufolge soll der Neichsrat Mitte 'Januar behufs Konstituierung des Haufes und Entgegennahme des Gelöbnisses des Kaisers einberufen werden. Die nächste Sitz­ ung wird im März stattfinden, womit erst die ordentliche Session begänne. (Z.) Kastttoffe-lversorgung. In der verstärkten Staatsausstellungskommission des preutzischen Abgeordnetenhauses wurde von der preutz. Staatsregierung mitgeteilt, datz die Kartof­ felration vom 1. Januar ab herabgesetzt wer­ den würde. Die städtische Bevölkerung würde dreiviertel Pfund pro Kopf, die ländliche Be­ völkerung in den Monaten Januar und Feb­ ruar 1 Pfiind Und von da abäin-einhalb PfUnd erhalten, während gewerbliche Schwerarbeiter durchwegs 2 Pfund pro Kops bekommen sollen.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Bayerische Nachrichten. Se. Majestät König Ludwig ist''mit der Königin und dem Fürsten Hohenzollern nach. Wien zniv Beisetzung der Leiche Kaiser Franz Josephs abgereist. Für dis minderbemittelte Bevölkerung Münchens wird auf Befehl Sr. Majestät des Königs markenfreies Wildpret aus dem Mün­ chener Leibgehege zu abgeminderten Preisen abgegeben. ' j Anschaffung und Nmgntz von Kirchen­ glocken. Die beteiligten Kreise werden darauf aufmerksam gemacht, datz ohne die erforder-, liche staatsaufsichtliche Genehmigung Glocken weder beseitigt noch umgegossen werden dür­ fen. Wenn ein altes Geläute beseitigt werden soll, sind den Staatsauffichtsbehörden die nö­ tigen Anhaltspunkte zur Beurteilung der Fra­ ge zu liefern, ob die alten GlockenZdunst- oder Altertumswert hüben. Wegen Preistreiberei wurde der Kauf­ mann Adolf Weil in München vom Schösfengestlchte zu 800 Mark Geldstrafe verurteilt. Er hätte "Büssings Salatülersatz" den Liter für 1,50 Mk. verkauft und dabei nach' her Anklage einen Brutto nutzen von 36 Prozent erzielt. Süjr Kriegerheimstätten. Ein nicht ge­ nannt sein wollender Wohltäter stellte der Schwäb. Kreisregiernng einen Grundbesitz von 56 Hektar zur Errichtung von Kriegerheim­ stätten zur Verfügung. Brotprcis. Der Magistrat Ansbach setzte den Preis für das Pfund, Schwarzbrot auf 18 Pfg., für das Pfund Weizenmehl auf 26Pfg, und Roggenmehl auf 21 Pfg., also je 2 Pfg. weniger als bisher, fest. Zup Steuerung der Kleingeldnot setzt der Konsumverein Rehau eigene Münzen zum Kurse von 50 Pfg. in Umlauf. Stadt. Schweinemast. Die Stadtverwal­ tung Kaisertzlantexn wird demnächst eine Schweinemästerei mit znrtächst 100 Schweinen beginnen. ; 1 &lt; Bestrafte Milch pantschereieu. Das Schöf­ fengericht Pirmasens verurteilte die Ackerersehäfyau Margareta Schmidt und den Ackerer Ad. Scherer von Windsberg wegen Milchpantscherei zu einer Geldstrafe von je 400 Mark bezw. 40 Tage Gefängnis, die Ackerersehäsran Maria Stock von Windsberg zu 500 Mark Geld­ sträfe. ' '</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Alchandsberg, i. b. W., 28. Rov. (Von jefinem Einbrecher erschossen.) In der Kantine des Steinbruches Neumühle wurde eingebro­ chen. Als der 53jährige Steinmetz Bölkl, der mit zwei anderen Männern zur Kantine ging, um die Einbrecher zu verscheuchen, diese auf­ forderte, die Kantine zu verlassen, krachte ein Schutz und Bölkl brach nach wenigen Schnitten tot zusammen. Die beiden EiUbrecher ent­ kamen in den nahen Wald. Jhive Spur wurde von einem Polizeihund, trotz vieler Hindernisse bis zu einer gewissen Person verfolgt, des­ sen Schuld die weitere Untersuchung ergaben mutz. - 1 ' Passau, 27. 9tob. (Wegen Preistreiberei verurteilt.) Der Kaufmann Jos. Bauer hier wurde durch Urteil der Strafkammer des k. Landgerichts hier wegen Preistreiberei mit Schneemannsseife zur Geldstrafe von 300 Mk. ev. 30 Tagen Gefängnis verurteilt. Bauer hat 1500 Doppelstücke Seife um 1.80 Mark pro Stück weiterverkauft (Einkaufspreis 1.36 Mark pro Doppelstück) und sich dadurch gegen die Bnndesratsverordnung verfehlt durch übermätzige Preistreiberei. Seinerzeit wurde er hiewegen vom Schöffengerichte hier freigespro­ chen. Niederbayerische Nachrichten.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Niederbayerische Helden. Am Abende des 26. September 1915 soll­ te die 2. Kompagnie Reserve-Jns.-Rgts. Nr. 1 bon Th. aus im "Wassergraben" nach der vor­ dersten Linie abrücken. Anfänglich ein Zugang für die nunmehr von den Franzosen besetzten Grabenstücke, hatte dieser Wassergraben später für beide Teile Bedeutung gewonnen, weil er dicht neben der Stratze Th.—N. gegen den Feind fortläuft, und bildete deshalb auch den Schauplatz anhaltender, erbitterter Handgvanatenkämpfe. Unteroffizier der Ldw. Michael Priller qus Lindkirchen, B. A. Mainburg, verheirateter Kofferträger u. Familienvater in München, erbot sich zur Führung einer bis an das Kopfende des uns verbliebenen Teiles vorzuschiebend«»Patrouille und bekämpfte von dort dicht vor dem «Feinde am 27. den ganzen Tag h'indurch die Franzosen mit Handgranaten, so datz sie empfindlichen Schaden erlitten. Nach kurzer Ruhe kehrte er unter freiwilligem Verzicht auf Ablösung zu seinem gefährlichen Posten zurück und setzte den Kamps abermals fort. Da dem Besitze dieses Punktes für die Behauptung der gan­ zen Stellung besondere Wichtigkeit innewohnte, verhinderte Priller durch sein zähes Aushalten die Franzosen an weiterem Bodengewinn, wie auch sein glänzendes Beispiel den mit dem Devluste sämtlicher Offiziere ins Wanken gera­ tenen Mut seiner Leute hob, weshalb er die chm nunmehr zum Eisernen Kreuz und Militäv-Verdienstkreuz verliehene Silberne Me­ daille mit berechtigtem Stolze tragen bars. [</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="6"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>%t Fvrjchhieim jum Bezirksarzt in Landau a. 0. tot etatsm. Eigenschaft ernannt.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Lokales. Land-Hut, 30. November. —* Das Eiserne Äreuz wurde den bei­ den Brfidern Ritzinger von hier berCidjett. Der eine von ihnen, Alois Ritzinger ist Unter­ offizier, der andere, Andreas Ritzinger Landstutommann im&gt; 2. Jnf.-Rgt. —• Den Heldentod für das Vater­ land starb der Rittmeister ton 2. Schweren Reiterregiment Herr Hans Rauch, zuletzt Füh­ rer der Maschinengewehrabteilung eines Jnf.Rgts. —* Todesfall. Herr Tapezierermeister Fritz Kraus von hier, der im Heeresdienst stand, eu$canfte bereits vor bängerer Zeit Bet seinem Truppenteil. Nun ist Herr Kraus sei­ nem Leiden erlegen. —* Gestorben ist in München Herr Notenbanlbuchhalter Adolf Hertter im Alter von 61 Zahlten. Herr Hertter hatte früher tot Landshut ein Holz- und Kohlengeschäft und in Altdorf eine Ziegelei betrieben, die heute noch seinen Namen trägt. Die Witwe mit einer Tochter steht trauernd an der Bähte des ge­ liebten Gatten und Vaters. Zwei Söhne sind den Heldentod für das Vaterland gestorben. —* Verkehr mit Bargeld. Das erz­ bischöfliche Ordinariat München und Freiftng erläßt einen Aufruf, in dem die Gläubigen gemähut werden, das Bargeld dem allgemei­ nen Verkehr zu erhalten. Dies gelte in er­ ster Linie Dom Gold- und Silbergeld, aber auch von den Banknoten. Es sei Pflicht ge­ gen das schwerbedrängte Vaterland, ihm nichts zu entziehen und vorzuenthalten, was es in dieser schweren Zeit brauche, Der hvchw. Klerus wolle das Volk in Vorträgen auch über diese Pflicht aufklären und es Mr op­ ferfreudigen Erfüllung derselben ermuntern. Gr wolle es, vielleicht in Verbindung mit Raiffeisenvereinen nach Tunlichkeit auch ein­ führen in den bargeldlosen Geschäftsverkehr, der die AUsammlung eines größeren Barbe­ standes unnötig macht. —* Landeskirchensammlung für kuiegsgefangene Deutsche. Wie das Amtsblatt für die Erzdiözese München und Freising mitteilt, haben S. M. der König zum Zwecke der Ausbringung weiterer Mittel zur Unterstützung Kriegsgefangener Deutscher die Veranstaltung einer 2. Sammlung in sämtli­ chen katholischen Kirchen des Königreichls aller­ gnädigst zu genehmigen geruht. Däher wer­ den sämtliche Pfarr- und Kirchenvorstände der Erzdiözese hiermit angewiesen, diese Samm­ lung an einem Sonntag ton Monat Januar n. Jtos. von der Kanzel zu verkünden und am darauffolgenden Sonn- und Feiertag vorneh­ men zu lassen. Die Sammlungsergebnisse sind längstens bis zum 20. Januar "1917 an Die erzbischöflichen Dekanatsämter bezw. Stadtkommissariate von diesen längstens bis zunt 28. Januar an die oberhirtliche Stelle einzu­ senden, welche sie an den hvchwütodigsten Bi­ schof von Paderborn weiterleiten wird. —* Der gestrige Fleischverkaus zu herabgesetzten Preisen in der Volksküche im Hl. Geistspital hatte einen Andrang von Kaufsliebhäbern zu verzeichnen, wie noch nie.Schon lange vor Beginn des Verkaufes kamen die ersten Käuferinnen, die geduldig bis zur Er­ öffnung des Verkaufes ausharrten, der unter Beihilfe der Schutzmannschaft in Ordnung und rasch vor sich ging. —* Zur Bekämpfung der Bisam­ ratten ist gemeinsames Vorgehen der von den Schädlingen bedrohten Bezirke im Bayer­ ischen Wald geplant.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Bringt Euere goldenen Metten der Goldanknussstelle! Tragt dafür eiserne!</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Die Redaktion übernimmt für Einsendungen unter diese» Rubrik dem Publikum gegenüber keine Verantwortung.) Di« Kleine« hängt mau, . . . ^ Die Blätter melden jetzt fast täglich Be­ strafungen von Lebens- oder Genußmittelwuchevern, die ihre Waren mit 30 tu. mehr Pro­ zent Gewinn absetzen und daher dem StaatsAnwalt verfielen. Nun ist im Vergleich hierzu leine Berechnung des Abg. SchMtenbauer von Jntevesse, der berechnet, daß vor dem Kriege ein Kilo Saccharin 6 Mark Herstellungskosten erfordert und im Kriege jetzt vielleicht 20 Mark. — Dev Verkaufspreis, der vom Staate gefor­ dert wird, beträgt 200 Mark, also 900 Pro­ zent, ober ,167,40 Mk. per Kilogramm. Und doch sind es gerjade die ärmeren Klaffen, de­ ren Hauptnahrung der Kaffee, (Mdem jetzt recht zweifelhafter Gütet ist, welche utfoige Zuckerumngels zu dem Ersatzstoff Saccharin greifen müssen. Ihnen nimmt der Staat unter Hinwegs aus ein vielleicht im Frieden zuÄssiges Süßstoffgesetz, das jetzt aber jeder in­ neren Berechtigung entbehrt, die wenigenPfennige für das mit Riesengewinn verkaufte Zucketoersatzmittel ans der Tasche. Batoeki, von dessen Berufung man eine energische rücksichts­ lose Diktatur in der Lebensdmittelversorgung erwartet hat, scheint seine Tätigkeit, die sich allerdings nicht zur erhofften Wirkung steigefrjn konnte, bereits auf die Nerven zu ge­ hen ,denn er reiste kürzlich mit Famßlie zur Erholung nach Karlsbad. —a. Stimmen aus dem Publikum.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Dezember kann der "Kurier für Niederbayeru" bei allen Postanstalten und Postboten — in der Stadt bei allen Trägerinnen und in unserer Expedition wie Filiale bestellt werden. Preis monatlich durch die Post bezogen 66 Pfg. (Zustellgebühr 14 Pfg.), in unserer Expediton oder Filiale abgeholt 50 Pfg., durch die Zeitungs-Trägerin ins Haus gebracht 60 Pfg.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Letzte Posten. Tie Beute in befr Walachei. Ueber die bis zum 28. November von unseren Truppen in der Walachei gemachte Beute erfährt die M. N. N. folgendes: ' Unseren Truppen sind zwei volle Eisen­ bahnzüge mit Vieh in die Hände gefallen, fer­ ner mehrere große Viehherden im Alttal. An Getreide wurden große Mengen in Alexandra und auf den Bahnhöfen der an­ deren besetzten Städte erbeutet, ebenso auch bedeutende Vorräte von Petroleum. Weitere Beutegegenstände sind 1100 Wa­ gen mit Ausrüstung und Verpflegung, sechs Sanitätsautos, 10 Lokomotiven und 870 Ei­ senbahnwagen. s An Donaufahr,zeugen sind bisher sechs Dampfer und 72 Schlepper eingebracht, von denen, soweit festgestellt, 16 mit Getoste und Mais beladen waren . Auf dem Vormarsch der Tonauarmee wurden 200 mit Gerste und Getreide beladene Eisenbahnwagen erbeutet. Gctreidevorräte Rumäniens. Tie Times meldet aus Bukarest, daß Ru­ mäniens Getreideerzeugung 'Deutschland we-, nigstens wählend vier Monate des Jahves mit Mahnung versehen könne und daß der uner­ schöpfliche Vorrat von Petroleum Deutschlandin den Stand setzen werde, den Krieg merklich zu verlängern. Tie Rtvotoiiion tot Mexiko. N ew h orsk, 29. Nov. Villa hat GhihUfhna genommen, wo 3500 Mann Catocanzas zu Mimt stießen. Villa marschiert nunmehr gegen iJuarez. &lt;Z.)</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>"Der Vortrupp", Halbmonatsschrift für das Deutschtum unserer Zeit. Herausgegeben von Dr. jur. Hermann M. Popert, Hamburg, und Kapitänleutuant a. D. Haus Paaschs, Berlin. Ver­ antwortlicher Schriftleiter: Dr. phil. R. Kraut, Ham­ burg. Verlag von Alfted Janssen, Hamburg. Preis: Jährlich 8 Mark, vierteljährlich 2 Mark. Anzelnummer 40 Pfg. "Die Plastik", illustrierte Zeitschrift für die gesamte Bildhauerei und Bildneret und ihre Be­ ziehungen zu Architektur und Kunstgewerbe. Heraus­ gegeben von «lex. Heilmeyer, Bildhauer und Kunstschriststeller, München. Monatlich ein Heft mit acht Kunstdrucktafeln und einem Bogen Text. Preis vierteljährlich 3 Mark. Einzelnes Heft 1.20 Mark. Verlag von Georg D. W. Callwey, München. Literarisches.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Fahrzeit der elektrischen Straßenbahn. Ab Dreifaltigkeitsplatz:</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="7"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Inserate.</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="8"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Bekanntmachung. Betreff: Jugendschutz und Feuerpolizei. Gemäß Magistrats-Beschluß vom 28. v. MtS. wurde im Hinblick auf die General-Kommando-Verfügung vom 7. März c. angeordnet, daß den Sitpbltdjen unter 17 Zähren das beschäftigungslose Umhertretben aus öffentlichen Wegen re. für die Wintermonate, das ist 1. Oktober bis 31. März, in der Zeit nach 7 Uhr abends verboten ist. Gleichzeitig wird wiederholt darauf hingewiesen, daß das Abbrennen von Feuerwerrslörpern, Werfe» von sogen. Fröschen und brennen­ de« bengalische« Zündhölzern «sto. Verbote« ist und werden Zuwider­ handlungen behufs gerichtlicher öder schuldiSztplinSrer Bestrafung unnachstchtltch zur Anzeige gebracht, abgesehen davon, daß für den durch diesen Unfug allen­ falls verursachten Schaden auch auffichtsverpstichtete Angehörige usw. herau­ szogen werden können. Landshut, den 28. November 1916. Marschall. 2498 Schwarz.</p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
