Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1916-11-06. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 69. Jahrgang Nr. 302, 1916-11-06. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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Mllerdings | versucht sie imMvr wieder, neue Forderungen zu stellen ,stößt aber bei König Konstantin auf energischen Widerstand. So wices er die Zumutung, die leichten griechischen Sttreitkräfte zur See unter französischer Flagge tmt Entente­ kriegsdienst fahren zu 'lassen, entrüsttet zurück». Ebenso gab er Befehl, den von den Musständi­ schen besetzten altgriechischen Ort Eka.terini zu­ rückzuerobern, so daß jetzt die Tsntente selbst diesen Ort besetzen mußte, um Blutvergießen zu vermeiden. Gegen die abtrünnigen Offiziere und Beamten scheint König jui.iftantm mit al­ ler Strenge vorzugehen. 1 Ein englischer kleiner Kreuzer wurde von ei­ nem unserer Unterseeboote westlich von Irland vernichtet. Unsere U-Boote arbeitem jetzt in einer Weise, die den Feinden un!d den profitgie­ rigen, Bannware führenden NeMtrmlen zum Schrecken gereicht. Sie erfüllen die in sie ge­ setzten Hoffnungen in erweitertem Matze. Hof­ fentlich dauert diese erhöhte Tätigkeit, die den Lebensnerv Englands, die Zmfuhr auf dem Meere zernagt, nun ohne Unterbrechung an., ' I ' . I i ' ! Starke Artillerietätigkeit an der Somme; feindliche Teilangriffe abgeschlagen. — Vorwärts gegen Rumänien — Alle italienischen Angriffe zusammengebrochen. — Ein englischer Kreuzer von einem U-Boot versenkt. - König Konstantin bleibt fest. — Galizien unter Selbstverwaltung gestellt. Im Westen wurden feindliche Angriffe an der SoMmiesront meist schon durch unser Feuer verhindert .sonst aber abgeschlagen. Bei Ver­ dun blieben französische Angriffe zwischen Douaumont und Vcmx erfolglos. Als Antwort auf die von Reims her mehrmals erlfolgte! feindliche Beschießung von Ortschaften hinter unserer Front, die von der Zivilbevölkerung' nicht geräumt, waren, wurde von uns Reims beschossen. Neun feindliche Flieger wurden abgeschossen. Im Osten wurden an der Narsajowka wei­ tere russische Stellungen erobert. Im Nord­ teile von Siebenbürgen konnten die Russen kleinere örtliche VovKeile erringen. An der Südfront wird zwischen Altschanz- und Bodzapaßstraße noch gekämpft. Die Höhe Rosca wechselte dreimal den Besitzer, blieb aber' zuletzt in unserer Hand. Die stärk ausgebaute Clabucetustellung wurde von uns vollständig ge­ nommen und hierbei 1747 Rumänen zu Ge­ fangenen gemacht. Mit welcher Erbitterung hier gerungen worden war, bezeugte die Tat­ sache, daß allein zwischen Argesului- und Targuluital bei Aufräumung des Gefechtsfel­ des über 1000 feindliche Leichen bestattet wur­ den. Südöstlich des Roten Turmpasses wurden dort vorgedrungene rumänische Abteilungen zurückgeworfen und dabei 150 Gefangene ge­ macht. ' ! In der Dobrudscha beschossen russische Schiffe Constantza und Mangalia von See her, nahmen aber dann vor der Küstenartillerie und wohl besonders vor Angriffen unserer Flieger Reiß au. Auf dem italienischen Kriegsschauplätze unternähmen "bte Italiener auf deM Karste und im Wippachtale neue Angriffe, die zwiVartojba und Biglia sie in österv.-ungar. Grä­ ben brachten ,aus denen sie aber durchGegenstoß sofort wieder geworfen würden'. Am Samstag war der Raum! um Janiano derSchauplatz der Hauptkämpfe, die wieder Mit einer Niederlage der Italiener endeten. Die neunte Offensive, die nun die ganze Front von 18 Kiloemter Länge zwischen Görz und deMIMeere abgetastet hat, brach trotz dev Masseneinsätze der Italiener an'Mannschaften überall blutig zusammen. Nur bei Lokviza erhielt die österr.ungar. Front eine kleine Beule, die aber dem Italienern sehr teuer zu stehen kam. < In Griechenland hat nun König Kon­ stantin die Oberhand behalten. .Seine feste un- ────────── nicht geräumter Ortschaften unserer Chamt pagnesront Non Reims her, antworteten wir gestern mit Feuer auf die Stadt. Rechts der Maas stellenweise gesteigerter Feuerkampf. Oestlicher Kriegsschauplatz«. Front des GeueralsewmarschaNs Pri«z Leopold von Bayer». Eine wohlvorbereitete kleinere Unterneh­ mung brachte uns fast ohne eigene Verluste in den Besitz des Dorfes Moschini'ki^(östlich von Geduzischka). Der Feind «ließ, über 60 Ge­ fangene, mehrere Maschinengewehre und Minenwerser in unserer Hand . Die Lage ist int übrigen unverändert. Krönt des Genorals der Kavallerie ErzHerzog Karl. Im nördlichen Siebenbürgen gewannen die Russen im Teelghes-Mschnitt örtliche Vor­ teile. An der südlichen Front sind gestern einge­ lleitete Kämpfe zwischen der Altschanz- und Bodzapaßstraße noch im Gange. ' Die Höhe Rosca wurde von uns zurüchgenommjen. Durch Erstürmung des Clabucota-Baiului wurden die bisherigen Erfolge vorwärts des Predealpasses vervollständigt. Die besonders stark ausgebaute und mit Erbitterung vertei­ digte Clabucetastellung ist damit in unserem Besitz. Die verbündeten Truppen haben hier Mit den gestern eingebrachten 14 Offizieren, darun­ ter einen Regimentskommandeur und 644 im! ganzen 1747 Rumäne« gefangen genommen, 8 Geschütze und 20 Ma­ schinengewehre erbeutet. Besondere Anerken­ nung verdienen die Leistungen unseres Jnfa'lterieregiments Nrf 188. Bei der Aufräumung des Gefechtsfeldes nordöstlich von Campvlung wurden allein zwi­ schen dem Argesului- und Targuluitale rund 1000 feindliche Leichen beerdigt. Im fortschreitenden Angriff südöstlich des Roten Turmpasses und in siegreichen Gefech­ ten westlich der Szraukpaßstrjaße gegen hier vor­ gedrungene rumänische Abteilungen Machten wir über 150 Gefangene. ' s Balkawkriegssch ««platz«. HeoresfvoM des Geueralfeldmarschalls von Mackewse«. # Constantza und Mangalia wurden vonSee her beschossen. In Constantza ist Schaden ange­ richtet. Durch die Küstenarjtillerie und Flieger­ angriffe wurden die feindlichen Schiffe vertrie­ ben. t Mazedonische Front. Keine wesentlichen Ereignisse. Ter 1. Generalquartiermeister': Ludendorff. ────────── letzte, der noch um 8 Uhr abends versucht wurde ,brachen unter den schwersten Feindverlusten vor unseren Linien zusammen. An den anderen Teilen der Schlachtfront dauert der Artilleriekampf mit ungeschwächter Kraft fort. i Südöstlich«« KriegSfchawpla,: Nichts Neues. Der stellvertretende Chef des Generalstabes! b. Hoefer, FeldmarschalleMnant. Der österr.-ung. Bericht. WTB. Wien, 4. November. — Amtlich wird verlautbart: restlicher Kriegsschauplatz Hoeyvsfront des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl. Der Feind setzte in der Nordwallachei seine Angriffe fort. Von der Rückeroberung von Rosca — iirnl Raume südöstlich von Kronstadt abgesehen, hatte er nirgends Erfolg. In den Kämpfen um eine gegen heftigste Angriffe behäuptete Höhenstellung südwestlich von Predeal wurden über 250 gefangene Rumänen ein­ bracht. , 1 , , : : ; An der siebenbürgÄschen Ostgrenze erhöhte rumänische ArtilleLietätigkeit. Heeresilront des Getteralfeld marschakls Prinz Leopold von Bayer«. Bei Bohvrodczanh überfiel ein k. u. k. Jagdkomlmando russische Vorposten und ebnete deren Stellungen ein. An der Narajowka erstürmten deutsche Bataillone abermals ei­ nige russische Gräben und behaupteten,sie ge­ gen erbitterte Gegenstöße. JtalieniWer Kriegsschauplatz«. Nach .den schweren Kämpfen des 1. und 2. November verlief der Vormittag des 3s an der Shlachtfront des Küstenlandes ohne größere Kaimpfhandkung. AmNachMittag nahm jedoch die Angriffstätigkeit der Italiener wie­ der zu. Auf deM Karste wurden wiederholte An­ sätze zu Angriffen durch unser Sperrfeuer nie­ dergehalten. Der Feind konnte trotz zahlloser Versuche nirgends Raum gewinnen. JmWipPachtale stiegen abends starke feindliche Kräfte bis in unsere Stellungen zwischen Vartojba und Biglia vor. Durch Gegenangriff wurden kurz darauf alle Gräben von den Unsrigen wieder zurückgenommen. Vor den Hindernis­ sen von Bv. Katharine und Dember verbluteten mehrere Bersaglieri-Bataillone in erfolglosem! Angriffe. Die Zahl der seit erstem November gemachten Gefangenen ist auf 3500 gestiegen. Südöstlich« Kriegsschaupla». Unverändert. Der stellvertretende Chef des Generalstabs«! v. H o e f e r, Fsldmarlckalleutnanl. Ereignisse zur See. Am 3. ds. abends belegte ein Seeflugzeug­ geschwader die militärischen Objekte von San Canziano, Monsalkone,und die Adria-Werke ausgiebig mit Bomben. __ Flottenkommando. WTB. Wien, den 5. November. — Amtlich wird verlautbart: restlicher Kriegsschauplatz«. Heeresftrvuit des GeUeralfeldmarschalls von Mackcirfen Eine Gruppe österr.-ungar. Monitore hat am 3. November aus der Donau-Insel Dina und auf dem gegenüberliegenden rumänischen Ufer Abteilungen an Land gesetzt. Diese Ver­ trieben den Feind und nahmen ihwl 2 Ge­ schütze und 4 Munitionswagen ab; rumänische Verstärkungen wurden in die Flucht geschlagen. HccrvSfront des Generals der Kavallerie ' Erzherzog Karl. Westlich der Szurduk-Paßstraße setzen die Rumänen ihre Angriffe ohne Erfolg fort'. Südöstlich des Roten Turm-Passes gewannen wir Gelände . Südwestlich von Predeal nahwen deutsche und östervi-ungar. Truppen in er­ bitterten Kämpfen die stark verschanzte und zäh verteidigte Clabucetu-Stellung und in schar­ fem Nachkälmpfen noch eine zweite feindliche Linie. Der Gegner ließ 14 Offiziere, unter ihnen einen Regimentskommandeur und '647 Mann in unserer Hand, womit die Gesänftzahl aus den Kämpfen südlich von Predeal auf 1747 Gefangene, 8 Geschütze und 20 Maschi­ nengewehre stieg. i Im Grenzraume östlich von Brasso setzt der Feind erneut zum Angriff an, in der Gegend von Thlgyes wurde unsere Front an zwei Stellen um 2 Kilometer zurückgedriangh Heeresfroul des Generalseldmarschalls PriiHeu Leopold vo« Bayern. Keine besonderen Ereignisse. Italienischer Kriegsschauplatz. Aus dem Karst richteten die Italiener ge­ stern ihre Hauptanstvengungen gegen unsere Stellungen int südlichen Teile der Hochfläche Diesmal war der Raum um JaMiano dev Brennpunkr des Kampfes. Unsere dortigenGräben wurden von früh an unter lebhaftem Feuer gehalten, das jedesmal vor dem' Vori­ gehen eines Jnfanterieangriffes an Stärke zu­ nahm. Alle Angriffe, besonders aber der ────────── Der bulgarische Bericht. Sofia, 3. Nov. Amtlicher Generalstabs­ bericht: Mazedonische Front: Ein Angriff schwacher feindlicher Einheiten westlich! des Maliksees wurde zurückgeschlagen. UnsereStel«hungen in der Ebene von Bitolia wurden von feindlicher schwerer Artillerie erfolglos beschossen. Schwache feindliche Angriffe ge­ gen Tarnowa und Dobropolje wurden abge­ wiesen. Im Wardartal schwache Airiillerietätigkeit. Am Fuße der Belaste« Planina Ruhg. Ein feindliches Flugzeug warf wirkungslos Bomben auf die Dörfer BüjüL-Mahle und Bursuk ab. Im StruMatal wirkungsloses Ar­ tilleriefeuer mit Unterbrechungen. Der Feind hat das Dorf Kakaraska preisgegeben. An der Küste des ägäischen Meeres Ruhe. Rumänisch «Front: Die Lage ist un­ verändert. Zwei feindliche Kriegsschiffe bom­ bardierten Constantza, wurden aber von den Küstenbatterien vertrieben. Längs der Donau schwaches Artillerie- und Jnsanteripfeuer. Sofia, 4. Nov. AmMcher Generalstabsbericht: Mazedonische Front: Nichts Wich­ tiges; Lage unverändert. Rumänische Front: In der Dobrudscha wurde ein schwacher feindlicher Angriff blos durch unser Artillerieseuer zurückgeschla­ gen. An der Donau bei Oltenica, Rustschuk, Zimnitsch und Gehgen beiderseitige Artillerie­ tätigkeit. Heute besetzte ein Monitorgeschwader eine nördlich vom Dorfe Pirhos gelegene Insel, landete auf dem gegenüberliegenden Ufer einige Abteilungen und erbeutete zwei Kanonen "(57 Millimeter-Kaliber), vier Munitionswagen und 150 Granaten. Eine gegen sie entsandte Kom­ pagnie wurde vertrieben. ────────── Konstantinopel, 5. Nov. Das türtische Hauptquartier teilt mit: Kein wichtiges Ereignis auf den Kriegs­ schauplätzen. t , Der Vizegeneralissimus. ────────── Polen selbständiges Königreich. Berlin, deu5. Mov. Folgendes Mani­ fest wird heute durch den Kaiserlichen Ge­ neralgouverneur in Warschau, General der In­ fanterie von Beseler, verkündigt: An die Linivobueir der Generalgouverne­ ments Wastscha«! Seine Majestät der Deutsche Kaiser und Seine Majestät der Kaiser von Oesterreich und Apostolischer König von Ungarn, getragen von dem festen Vertrauen auf den endgültigen Sieg ihrer Waffen und von dem Wunsche gelei­ tet. die von ihren tapferen Heeren mit schwe­ ren Opfern der russischen Herrschaft entris­ senen polnischen Gebiete einer glücklichen Zu­ kunft entgegenzuführen, sind dahin überein­ gekommen. aus diesen Gebieten einen selbstän-, digen Staat mit erblicher Monarchie und kon­ stitutioneller Verfassung zu bilden. Die ge­ nauere Bestimmung der Grenzen des König reichs Polen bleibt vorbehalten. Das neue Königreich wird im Anschluß, an die beiden verbündeten Mächte die Bürgschaften finden, deren es zur freien Entfaltung seiner Kräfte bedarf. In einer eigenen Artnee sollen die ruhmvollen Ueberlieferungen der polnischen Heere früherer Zeiten und die Erinnerung an die tapferen polnischen Mitstreiter in dem gro­ ßen Kriege der Gegenwart fortleben. Ihre Organisation. Ausbildung und Führung wird in gemeinsamem Einvernehmen geregelt wen­ den. Die verbündeten Monarchen geben sich dev zuversichtlichen Hoffnung hin, daß sich die Wünsche nach staatlicher und nationaler Ent­ wicklung des Königreichs Polen nunmehr un: ter gebotener Rücksichtnahme auf die allge­ meinen politischen Verhältnisse Europas und auf die Wohlfahrt und Sicherheit ihrer eige­ nen Länder und Völker erfüllen werden. Die großen westlichen Nachbarmächte des Königreichs Polen aber werden an ihrer Ost­ grenze einen freien, glücklichen und seines na­ tionalen Lebens frohen Staat mit Freuden neu erstehen und aufblühen sehen. Auf Allerhöchsten Befehl Seiner Maje­ Mt des Deutschen Kaisers. Der Generalgouverneur. Eine "Kundgebung gleichen Inhalts wird von dem k. u. k. Militär-Generalgouverneur in Lublin, Feldzeugmeister Kuk, bekannt ge­ geben. ────────── Die Zukunft Galiziens. Die Wiener Ztg. veröffentlicht nachstehen­ des Allerhöchstes Handschreiben: Lieber Dr. v. Körber! Im Sinne der von Mir mit Seiner Maje­ stät dem DeutschenKaiser getroffenen Verein­ barungen wird aus den von unseren tapferen Heeren der russischen Herrschaft entrissenen polnischen Gebieten ein selbständiger Staat mit erblicher Monarchie und konstitutüoneller Verfassung gebildet werden. Bei biestern An­ laß gedenke ich bewegten Herzens wer vie­ len Beweise der Hingebung und Treme, die ich im Lause Meiner Regierung seitens des Landes Galizien erfahren habe, sowie wer gro­ ßen und schweren Opfer, die dieses Ltand im gegenwärtigen Kriege, dem heftigen feimdlichen Anprall ausgesetzt, im Interesse der siegrei­ chen Verteidigung der östlichen Reichisgrenze zu bringen Hütte und den ihm dauernden An­ spruch aus meine wärmste väterliche Fsürsorge sichert. Es ist daher mein Wille, in dein! Augen­ blick, in welchem der neue Staat zur (Entsteh­ ung gelangt, Hand in Hand mit dieser Ent­ wicklung auch dem Lande Galizien dass Recht zu verleihen, seine Landesangelegenheitten, bis zum boTIen Maße dessen, was jmiit seimer Zu­ gehörigkeit zur staatlichen Gesamtheit rund mit deren Gedeihen im Einklang steht, selböständig zu ordnen, und damit der BevökkerünS Gali­ ziens die Gewähr ihrer nationalen unib wirt­ schaftlichen Entfaltung zu bieten. Indem ich Ihnen diese Meine Abstchjt kund­ tue, beauftrage ich Sie, zu ihrer gesetzmäßi­ gen Verwirklichung geeignete Vorschläge aus­ zuarbeiten und mir vorzulegen. ────────── Gegen Rußland. Die Lebensmittelnot in Rußland. Der Köln. Ztg. zufolge versicherten ruf!, fische Blätter, die Lebensmittelnot in Rußland werde im kommenden Winter zu einer furcht­ baren Katastrophe führen. Selbst in denKreisen der Regierung seien Verwirrung undMnölosigkeit allgemein. Ein russischer Journalist, der nach einem längeren Aufenthalt im einer der nordischen Hauptstädte Rußlands zurückge­ kehrt ist, versicherte dem 'Gewährsmann der Köln. Ztg., man hübe iMAuslande gerade der Versorgung Rußlands mit Lebensmitteln nicht die genügende Bedeutung beigelegt und doch werde diese Frage Rußland vor eine innere Katastrophe stellen und'in absehbarer Zeit zum Frieden zwingen. ────────── Am Balkan. König Konstantin bleibt fest. Athen, 4. Nov. (Reuter.) Admiral Fornet verlangte die Einwilligung der grie- ────────── Aber e£ 'machte keinen düsteren Eindruck, denn durch eine breite Glastür flutete das Tages­ licht voll herein. ! Niemand war in dem Zimmer zu sehen. Da rief die Stimme der Gräfin: "Hierher, liebe Frau Herwart." Rose folgte beto Ruf und trat durch die Glastür auf eine breite Terrasse, von der einige Stufen direkt in den Park führten. Unter einem Zeltdach, an einem Tisch der mit Zeitungen und Büchern bedeckt war, saß die Gräfin und streckte Rose die Hand entgegen: "Sie sind pünktlich, das freut Mich, denn ich liebe Pünktlichkeit." Als Rose die Hand der Gräfin an die Lip­ pen drücken wollte, wurde sie schnell zurück­ gezogen. "Das soll nicht zur Gewohnheit wer­ den, liebes Kind. Setzen Sie sich zu Mir. Wie haben Sie tu Ihrem neuen Heim geschlafen? Sie sehen so frisch und heiter aus wie dev junge Tag." "To fühle ich mich auch, gnädigste Grä­ fin," antwortete Rose frohgestiMmt und ihr Blick schweifte über Me Blumenbeete und den samtweichen Rasen, die sich von der 'Terrasse hinzogen bis zn den dunklen Eichen und Bu­ chen tut Hintergrund. "Wie schön es hiev ist!" "Das freut mich," sagte die Gräfin wohl- wollend. "Und nun wollen wir einen kleine» Spaziergang in den Park machen. Weitere lSpaziergänge in die Berge werden Sie wohl allein unternahmen müssen, denn dazu reichen Meine Kräfte nicht mehr." Gräfin Bernegg hatte die Hand auf Roses ArM gelegt, und so stiegen sie gemeinsam! die Stufen der Terrasse Mnab und gingen den Mit Kies bestreuten Weg zwischen'den Beeten dem Inneren des Parkes zu. Es war ein köstlicher Jnnitag, voll Son­ nenschein und Rosendust. Mit vollen Zügen atMete Rose die Lust ein und erfreute sich an den prächtigen Partien des alten Parkes, an dem Teich mit den 'stolzen weißen Schwänen, deM Aussichtspunkt auf der kleinen Anhöhe und den anderen schönen Stellen, wühiu die Gräfin sie Mit Stolz führte. Das fast kindliche Entzücken, die Ausruft der Bewunderung, die den Lippen der jungen Frau dabei entschlüpften, lockten ein freund­ liches Lächeln auf die Züge der alten Dame.. Ihr Blick''haftete mit einem herzlichen Aus­ druck auf dem liebreizenden Gesicht ihrer Ge­ sellschafterin, das so viel lebendige Frische, so viel Anmut und Herzenswärme widerspie­ gelte. t (Fortsetzung folgt.) Winkel nicht verraten wird. Wenigstens einige Wochen möchte ich mich! in dem Bewußtsein der Sicherheit stärken und erholen können. Von meinen Familienverhältnissen, vorzüglich von meiner Scheidungsgeschichte, lasse ich! hier nichts laut werden, wie Du mfir auch ange­ raten und Mich sw Vorsicht gemahnt hast. Es hätte auch absolut keinen Zweck, diese Sa­ chen hier auszukramen: es könnte mir höch­ stens schaden und mir meine Stellung verlei­ den. ^ Was gehen meine Privatangelegenhei­ ten die fremden Menschen an, die nur vorüber­ gehend in mein Leben treten und daraus ver­ schwinden werden nach kurzer Zeit? — Und nun. lebe wohl, Liebste. Rose Her­ wart muß hinunter zur Gräfin und ihren Dienst antreten. Fn Liebe Deine Rose." Als Rose den Brief zum Absenden fertig gemacht hatte, ging sie hinunter. Der alte Christian schien auf sie gewartet su haben. Ein wohlgefälliges Schmunzeln lief über sein bartloses Dienergesicht, als die junge Iran ihn freundlichst begrüßte und ihn bat, ffie zu der Gräfin zu führen. Wieder stand Rose in einem großen, mit altmodischem Hausrat erfüllten RanM, von beffen Wänden Familienbilder herabsahen. ────────── chischen Regierung, daß ihre Reichten Flotten- e streitkräste unter französischer Flagge und mir französischer Besatzung zum Schutze gegen deut­ sche Unterseeboote bertoenbet würden. Das Ka­ binett hielt heute früh eine Beratung unter dem Vorsitze des Königs ab und beschloß, die Forderung des Admirals als unannehmbar abznleheu, da eine Einwilligung gleichbedeu­ tend mit dein! Mufgeben der Neutralität wäre. ────────── Der Krieg zur See. Ein englischer Kreuzer vernichtet. WTB. Berlin, 4. Nov. (Amtlich.) Am 23. Oktober hat eines unserer Unterseeboote einen englischen kleinen Kreuzer ältere nTvvs mit zwei Schornsteinen westlich Irland ver­ nichtet. Ter Chef des Admiralstabs der Marine. Ein russisches Linienschiff schwer beschä­ digt. Kopenhagen, 4. Nov. Berlingske Tid. veröffentlicht ein Stockholmer Telegramm, wo­ nach ein schwedischer Geschäftsmann, der von einer Geschäftsreise nach Rußland und Finn­ land zurückkehrte, berichtet, daß das russische Linienschiff "Sewastopol" vor acht Tagen vor Helsiugsors" auf eine Mine Weh und teil­ weise zerstört worden sei. Deutsche Untersee­ boote zeigten sich am Hafeneingang von Helsingfors. Mitte Znli erschien eine deutscheTov-' pedojägerslvttille vor tttoe, einer der Aalands- 1 infein und zwang die Bevölkerung, die beim 1 Hafenbau beschäftigt mar, die Arbeit einzustel- | len. In der Umgegend von Helsingfors arj- I beiteten 20 000 Chinesen beim Eisenbahnbau. 1 Tie Ankunft der "Deutschland" in Amerika, jj Wash'ingt on, 4. Nov. Die Morgenblätter verzeichnen die Ankunft der "Deutsch­ land" ohne weiteres Aufhebens. Die AbeudMtitter enthalten einige Bemerkungen zu der Anweisung der Regierung, das Schiff als Handelsschiff zu behandeln. Die oberstePostbehörde ist willens Berustorsfs Vorschlag an­ zunehmen, die amerikanische Post mit Unter­ seebooten in Behältern die nicht schwerer wie­ gen als 300 Pfund zu befördern. (3t.) Aus den in Paris vorliegenden Newhoriker Depeschen geht hervor, daß das Handelsun­ texseeboot "Deutschland" trotz überaus schwe­ rer See nicht den geringsten Schaden genommen hat. Au Bord ist alles Wohl. (Z.) Versenkt. Das Haager KorrespoudenzbÜro erfährt, daß gleichzeitig mit der Anhaltung des nie­ derländischen Dampfers "Oldamht" durch die Deutschen auch die Dampfer "Randwijk", "Brnudwifk" und "Noordwijk" angehalten Wur­ den. "Randwijk" wurde sofort freigelassen, Ans eine Mine gestoßen. Kopenhagen, 4. Nov. "Berlingske, Tidende" meldet aus Stockholm, daß der Dam- j pfer "Rnckhild" infolge Zusammenstoßes mit einer Mine gesunken ist. , Verweigerung der Versicherung. London, 4. Nov. Wie die "Times" | melden, wird die norwegische staatliche Ver­ sicherung Schiffe mit Kohilentransporten über den Kanal nicht mehr annehmpn. $er U-BootSschrecken. ( Bern. 5. Nov. Nack einer Meldung des! Corr. dolla Sera ans Murcia wurden dort! 26 überlebende des versenkten Dampfers ,»De5ta" ausgeschifft. — Nach einem! Telegramm! des Temps aus Lissabon sind an den portugie­ sischen Küsten verschiedene Dampfer von einem deutschen Unterseeboot angegriffen worden. "Btunswijk" und "Nordwijk" wurden nach Zeebrügge aufgebracht und inzwischen freige­ lassen. Ueber den Vorfall mit befmi Dampfey .F)ldam>ht "wird eine amtliche Untersuchung eingeleitet. Reuter meldet aus Athen: Admiral Foucknet veröffentlicht einen Bericht, in dem er er­ klärt, die Dampfer "Angeliki" und "KM" seien torpediert worden oder aus eine Mine aufge­ laufen, die von deutschen ober anbeten feind­ lichen Schiffen herrührten. Lloyds meldet .Der englische Dampfer ,/Mnlogan "wurde wahrscheinlich versenkt; , Der Dampfer "Floreal" wurde versenkt. Die Besatzung ist in Sicherheit. Stavanger, 4. Nov. Ter Bergener Dampfer "Saturn", von Liverpool nach Narvik unterwegs, wurde 30 Seemeilen nördlich der Shetlandsinseln von einem deutschen Untersee­ boot verdenkt. / Bern, 4. Nov. Laut "Temps" sind in Toulon 75 Mann, 3 Frauen und 2 Kinder von einem iMf Mittelmeer versenkten engli­ schen Schiss, dessen Name nicht genannt wird, gelandet worden. London, 4. Nov. Reuter meldet: Der Dampfer "Spero" wurde versenkt. Die Besatz­ ung wurde gerettet. Droutheim, 4. Nov. Die Zeitung "Nidaros" meldet: U 56 landete Morgens in Sarp Wik im Tauasjord 10 Manu vom Dampfer "Joauhve" aus Droutheim, der vor zwei Ta­ gen 40 Seemeilen östlich von Vardoe versenkt worden war. Das Schiff befand sich aus dev Fahrt nach England mit Brettern. London, 4. Nov. Lloyds meldet: Die norwegischen Dampfer "Thor" und "Jvanhve" wurden versenkt. Stockholm, 4. Nov. /(Meldung des schwedischen Telegraphenbüros.) Ein schwedi­ sches Torpedoboot landete die Besatzungen des Motorschiffes "Frans" und des Dampfers"Runkil", die im bottnischen Meerbusen durch ein deutsches U-Boot versenkt wurden. "Frans" wurde gestern unweit Staunte versenkt. Das U-Boot brachte unmittelbar daraus "Rnckhild" auf, die mit einer Prisenbesatzung in Richltnug auf Liban fortgeführt wurde. Abends ankerte sie und heute morgens fetzte sie die Fahrt fort. Etwa um 9 Uhr wurde sie jn die Luft gesprengt. Sie sank wahrscheinliche durch ein U-Boottorpedo. Die Prßsenbesatznng, 1 Offizier und 2 Mann, werden in Stockholm interniert. Der Dampfer "CouneMana"stieß letzte Nacht nachdem er Greenore verlassen hatte, mit dem Dampfer "Kotrieoor" zusammen. Beide sind gesunken; nur eine Person ist von beiden Schif­ fen gerettet. "Connemara" hatte 51 Passa­ giere und 31 Mann, "Kotievor" 18 Manu Be­ satzung an Bord. 48 Leichen wurden an Land gespült. ────────── Berlin, den 4. November 1916. /Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verböte«.) Die Räumung der Beste DauX. 1 Won unsrem Kriegsberichterstatter. Gr. Hauptquartiers-West, am 3. Nov. 1 Die Wiedereinnähme des zerstörten Forts Vaux hat sich für die Franzosen unter Um­ ständen vollzogen, die diese "Waffentat" in «in fast komisches Licht setzen. Die Franzosen hatten sich auf einen großen Angriff Vovbereitet und wollten sehr ausgibiz mit Artil­ lerie vorarbeiten. Daß wir die Verteidigung^ «nlagen und die Unterkünfte des Forts gründ­ lich sprengten und uns dann planmäßig in «ine vorbereitete Stellung zurückzogen, hät­ ten sie nicht bemerkt. Gewarnt durch die furchtbaren Verluste, die den Namen Vaux in der französischen Geschichte ewig unvergeßlich machen werden, wagten sich keine Patrouil­ len dem Fort zu nähern. Noch stundenlang, nachdem der letzte Deutsche die Trümlmevstätte verlassen hatte, ließen die Franzosen ein hagel­ dichtes Trommelfeuer aus ihren schwerstenKalibern aus die Schutthäufen niederfausen, 28er Granaten und Zweizentnerminen in freigebig­ ster Verschwendung. Dieses Trommelfeuer dau­ erte noch an, als in der deutschen Heimat jedermann durch den Bericht der Obersten Hee­ resleitung wußte, daß wir Fort Vaux aufge­ geben hatten. Plötzlich — es war um halb 6 Uhr abends — schwiegen mit etnete 1 Ruck die französischen schweren Kaliber. Inzwischen hat­ ten die Franzosen die Tatsache der Sprengung und Räumung des Forts Wohl aus deteFunkspruch des deutschen Heeresberichtes erfahren. Sie tasteten nun vor und besetzten den wüst geschossenen Platz. Als dies geschähen war spielten ihnen die darauf schon eingestellten schweren deuffchen Batterien äinen Einzugs­ marsch auf, der den franzö-sischen Verkustziffern Wohl auch diesen Tag von Vaux denk­ würdig gemacht hat. Sonst zeigte sich an der Verdunfront die feindliche Artillerie eifrig in der Beschießung unserer rückwärtigen Stel­ lungen. Ein Patrouillenvorstoß bei Cumieres wurde leicht und restlos zurückgewiesen. Im Artois blieb der Artilleriekamps lebhaft, auch blies der Feind Gas ab, aber seine dieser Vor­ bereitung sollenden Patrouillenunternehmun­ gen scheiterten völlig. An der Sominck dauerte der Kampf in demselben Abschnitten und im gleichen Umfange wie vorgestern an. Bis zute Einbruch der Dunkelheit unternahm der Feind starke Artillerievorbereitungen, dann griff er an. Bei Gueudecourt blieben die Engländer nach lebhaftem NahkaMpfe in einem umstritte­ nen Nest. Bei Eaucourt—L'Abbaye und bei Rancourt scheiterten alle Angriffe restlos. In letzterer Gegend griffen die Franzosen drei­ mal vergeblich an, davon ein letztesMial noch nachts um eff Uhr. (Kb.) 38. Scheuermann, Kriegsberichterstatter. wichtig gehttffenen Platzes konnte uns nicht hindern, Fuß darin zu fassen. Die inzwischen erfolgte Räumung der von uns gesprengten Feste Vaux war von den Verduntruppen, in deren Bereich ich eben bin, schon seit einigen Tagen erwartet worden. Der Deutsche geht nicht gern zurück, aber nachdem die Feste als Unterstand großen Stiles' unserer Verdunof­ fensive und ihre Dienste geleistet hat, ist sie jetzt, wo die Verhältnisse an diesem Front­ abschnitte sich durch den Üebergang zumSteblungskriege geändert haben, von unserenVerdunkämpfern bdtrt Feinde ohne Neid und mit Schadenfreude überlassen worden. "Den Wurst­ kessel von Vaux, wenn unsere schweren Bak­ terien auf den deckungslos gewordenenTrüm!merhaufen hauen, gönnen wir bete 1 Franzmann gern —", das war die Stimmung dev unbe­ siegten Truppe, die nach Erfüllung ihrer Schuldigkeit in die neue, bessere Stellung abzog. (Kb.) 88. Scheuermann, Kriegsberichterstatter. ────────── Kolonialmüdigkeit? Bon Steil ZimMermann.. Es gibt heute ohne Zweifel eimflußreiche Kreise in Deutschland, die von kolomialer Be­ tätigung der Nation nach dem! Krriege nicht viel wissen Mögen; wir stehen in der Kolo­ nialpolitik häute ungefähr einer ährnlichen Lage gegenüber wie vor zähn Jahven, aW der Reichs­ tag die Forderungen für Südwesttafrika ab­ lehnte. Es ist daher vielleicht gamz nützlichan die Vorgänge vor zähn Jahrenn und ihre Folgen zu erinnern, utmj alle diejernigen, wel­ che es angeht, zuM Nachdenken gnrzuregen. Die Reichstagsmehrheit, welche« vor zehn Jahren koloniale Forderungen ableehnte, Mag W0hl geglaubt haben, damit dem Reiche zu dienen und das Volk hinter sich zu haben, und g anz wie heute in andern einnflußreichen Kreisen fiel damals im Reichstage« — aller­ dings nur inbezug auf Südwestasrrika — das Wort: Weg Mit dem ganzen Plunider! SüdMestafrika sollte ausgegeben werdoen so tote heute Manche Leute die ganze "KoÜlonialpolitik verdaiMmen. Wie hatte Man sich abeer aufseiten der Reichstagsmehrheit über die StimMung des Volkes getäuscht! Die Januarwoahlen 1907 brachten eine völlige Aenderung der Lage, und wir erlebten einen KolonialsrKHIing, der an die schönsten Zeiten kolonialer ^Begeisterung der Jahre 1884/85 erinnerte. Eis war, als ob wir die Kolonien neu erwoMen hätten. Damals gehörte ich mit zu denern, die Mit Dernburg nach Ostafrika fuhren. In wahrer .Sonntagsstimmung sahen wir das schöne, ge­ segnete Land, und unsere Berichhte wurden in der HeiMat vom Publikum Merschlungen. Zwar gabs allerlei Mßhelligkeitern; für und Wider Dernburg und Rechenberg lautete die Parole schon während der ostafritannschen Tage; den einen war "Albrecht der Bär", tote Albrecht Freiherr von Rechenberg in Kollonialkreisen hieß, der finstere Despot, der freue Pflanzer nicht neben sich dulden wollte; die andern erblickten in den Pflanzern widetHaarige Ge­ sellen, sahen in ihnen die Anarchisten von UjaMbara. Geredet wurde, geschimpft, gezecht — allerdings nicht im Dernbuvg'schen Kreise —, viel dummes Zeug — amtlich und üicht amtlich — wurde geschrieben; aber es war doch eine schöne Zeit, und genützt hat sie der deutschen Kolvnialsache trotz allem». Sie wur­ de der Ausgang ernster, sehr fruHtbringender kolonialer Arbeit. An jene vergangenen Tage mtuß ich den!$en, wenn heute die neunmal Weisen auf­ stehen und verkünden, das deutsche Volk werde sich nach diesem Kriege ganz andere Aufgaben stellen als die Kolonisierung einiget Teile von Afrika und der Südfee. Diejenigen werrden noch ganz andere Dinge erleben als die Reichstagsteehrheit von 1906, di« heute die Kraft des deutschen Volkes in eimen begrenz­ ten Raum auf dem europäischem Kontinent glauben bannen zu können. Eiine Auflage von 400 000 Stück hat in ganz kurzer Zeit das kleine Buch des Kapitäns König der "Deutschland" über seine Unterseebiootfährt nach Amerika gesunden. Und weshalb«? Weil die Fahrt etwa von wesentlichem Einffluß aus den Kriegsverlaus oder den Ausgang des Krieges seni wird? Daß davon nicht im entferntesten die Rede fein kann, weiß unser Vcklk sehr wohl: aber Kapitän König ist sein besonderer Held, weil er als der Erste der Welt den festen Willen "be§ deutschen Volkes bekundete, sich nicht von Uebersee fortfegen zu lassen. In der begeisterten Zustimmung, die d«ete Wagestück des schlichten Seemannes dargebracht wird, drückt sich die Fortdauer starker Kolvnialfreudigkeit des Volkes aus trotz allen». Tie Kolo­ nialbegeisterung des Volkes 'ist bot, sie braucht nur geweckt zu werden. Und wär haben so­ fort eine neue koloniale Blütezeiit, welche die der Jahre 1907 und 1908 übertresffen wird. Mit Zahlen aus unserer Ennfuhrstatistik und ihrer lehrhaften Erläuterumg in mehr oder minder langweiligen Aufsätzcen freilich ist kein Hund hinterm Ofen hervorziulocken. Aber man sage dem Volke: das wolle;» wir, zeige ihM die künftigen kolonialen Amsgaben, und die von kurzatmigen Mümttielgrreisen und schwachbeinigen Kalkulatoren gepredigte an­ gebliche 'Kolonialmüdigkeit wird auffliegen tote Spreu vor bete Winde. (Unabhängige Nationalkorrespondenz.) . . ────────── Tages-Übersicht. I Den Orden Pour Xe mevrte verlieh der Kaiser dem Oberst von Lettow-Vorbeck, Kom­ mandeur der Schutztrjuppen in Deutsch-Ostafrika in Anerkennung der heldenmütigen Verteidig­ ung dieser Kolonie. . Vertagung des Reichstags. Der Reichstag nahm ate Samstag gegen die Stimmen der bei­ den sozialdemokratischen Fraktionen den An­ trag der Vertagung bis zum 13. Februar 1917 an. Staatssekretär Dr. Heffferich erklärteste Regierung habe dem Wunsche des Reichsta­ ges Rechnung getragen, indem die Bertrags­ ordre die Klausel enthalte, daß. dev Zusam­ mentritt der Haushalt kommissio n auch wäh­ rend der Vertagung erfolge. Im übrigen fei die Vertagung bis zu dem vorgesehenen Zeit­ punkt aus zwingenden Gründen der Geschäfts­ führung und der Leitung des Reiches erfolgt. i Die Revision Liebknechts abgewiesen. Vor dem Reichstetlitärgericht in Charlottenburg ' fand am Sämjstag der Prozeß gegen Liebknecht in der Revisionsinstanz statt. Dieser war am 23. August vom Oberstkriegsgericht des Ber­ liner Gouvernements wegen versuchtenKriegsverrates, erschwerten Ungehorsams ünd Wi­ derstand gegen die Staatsgewalt zu vier Jah­ ren, ein Monat Zuchthaus, Ausstoßung aus dem Heere und sechs Jähre» Ehrenverlust ver­ urteilt worden. Aus Antrag des Reichsmilitäranwaltes wurde im Interesse der Staats­ sicherheit und int teMtärdienstlichen Inter­ esse die Oeffentlichkeit bis zur Urteilsverkün­ dung ausgeschlossen. Nach zweistündiger Ver­ handlung verkündete der Verhandlungsführer, Senatspräsident Twele, in öffentlicher Sitzung: "Der Gerichtshof hat die Revision des Ange­ klagten verworfen." Kein überflüssiges Bargeld zuhause lie­ gen lassen! Unter der Spitzmarke: "Jtemer wieder der Strumpf als Uebeltäter" teilt die Posener Gen.-Ztg. mit: "Durch Feuer einge-« äschert wurde das ganze Gehöft des Land­ wirtes Mitkiewiez in Kluczewo. Den Eheleuten, die während des Brandes aus dem Felde wa­ ren, sind ihre ganzen Ersparnisse von 1500 Mark, die sie aus Angst vor dem Kriege von der Sparkasse abgehoben hatten, mitverbrannt. — Bietet die örtliche Spar- und Darlehens­ kasse imteer noch nicht genügende Sicherheit? Der Krieg sollte uns doch endlich klug gemacht Haben." ────────── das eine werden wir tun müssen, näjmllich die Zahl der Ausländer auf deutschen Uni­ versitäten zu beschränken. Vor dem Kriege waren z. B. in München bei der medizinischen Fakultät nahezu 300 Russen zu verzeichnen, also eine Zähl, die der Gesamtziffer der Stu­ dierenden kleinerer medizinischer Fakultäten gleichkommt. Ganz ausschließen sollte man für allezeit von deutschen Universitäten die Japaner, die das Gastrecht bei uns schnöde mißbraucht und bei ihren Doktorarbeiten Mo­ geleien getrieben haben. Diese Gelbjacken kön­ nen uns gestohlen bleiben. Bayern darf sich rühmen, schon vor dem! Kriege gegen das allzu-starke Anwachsen des Ausländertums auf sei­ nen Landesuniverjitäten Gegenmaßnahmen ge­ troffen zu Haben. Die beste Vorbeugungs­ maßnahme wird sein, daß die deutschen Hoch­ schulen für die Ausländer die Aufforderungen in bezug auf Vorbildung streng gestalten.Bad­ ern hat es in dieser Beziehung schon vor dem Kriege nicht fehlen lassen. Besondere Vorsicht wird bei der Aufnahme der Ausländer bei den technischen und naturwifse lischastlichien Fächern obzuwalten haben. Denn es kann nicht in un­ serem Interesse Regen, uns den feindlichen Wettbewerb selbst groß zu ziehen. Dann wird es auch nicht mehr vorkommen können, daß wie mir von glaubhafter beite erzählt Kurde, bei dem letzten Fliegerangriff auf Karlsruhe ein früherer Studierender der dortigen Hoch­ schule eine leitende Rolle gespielt hat. i Eine dringende Mahnung für den künf­ tigen Kartofselbau wird iM Wochenblatt des Landw. Vereins in Bayern an die Landwirte gedichtet, in der es heißt: In Friedenszeiten ist es ganz am Platze, den Forderungen des Marktes in Bezug auf Lieferung feiner Sorten möglichst Rechnung zu tragen. Gegenwärtig aber dürfen keinesfalls derartige Rücksichten bte Volksernähirung gefährden, umsoweniger, als der Feirtheitsbegriff ein recht relativer und häufig Umstrittener ist. Gegenwärtig muß wichtigster Grundsatz der Produktion die Er­ zielung großer Nährwerte sein. — Weiter wird den Landwirten, die Im nächsten Jahre das Saatgut von der eigenen Ernte nehMen Müssen, geraten, möglichst nur gut ausgebildete und ja nicht zu kleine Saatknollen auszu­ wählen. Es ist dies besonders dann nötig, wenn in dieseM Jahre die Bestände Krank­ heitserscheinungen zeigten. Die Mehrzahl der Kartoffelkrankheiten huben die Entwicklung Meist kleinerer Knollen zur Folge, die, zur Saat verwendet, häufig wiederum krankePflanzen ergeben. ────────── Landshut, 6. November. —* Das Eiserne Kreuz wurde Herrn Heinrich Schmitt, Fernsprecher einer bayer. Feldluftschifferabteilung, Sohn des verstarb'. Herrn Jakob Schmitt. Kaufmann hier, verlie­ hen. —* Das Eiserne Kreuz wurde deM Kriegsfreiwilligen des Alpenkorps, Herrn Ed. Kttnger, Sohn des Herrn Hausverwalters ' Klinger hier, verliehen. —* Das Militär-Verdien^kreuz mit Krone und Schtvertern wurde dem BizewachtMeister im 2. Schweren Reiteri-Rgt.Hrn. Hans Drescher, Söhn des' Herrn Stukkateurs Drescher hier, verliehen. Die Brust des neuer­ dings Ausgezeichneten schmückt bereits das Ei­ serne Kreuz. —• Das Militär-Verdienstkreuz 3. Klasse Mit Schwertern wurde dem Reser­ visten Gg. BrunneriMeier im 1. Jnf.-Rgt.,Abhöswärter von hier verliehen. —* Das König Ludwigkreuz erhiel­ ten die Unteroffiziere d. L. Heinrich von Zabuesnig, Buchdruckereibesitzer und Max Rieger Kaufmann hier, und Proviantamtsausgeher. Lorenz NeujMeier hier. —* Auszeichnung. Dem Leiter der Ortssammelstelle voM Roten Kreuz in Wunsiedel, Herrn Fabrikbesitzer Wilhelm Simon laus Landshut), Inhaber des Verdienstordens vom Hk. Michael und des König Ludwigkreuzes wurde die Preuß. Rote Kreuzmedarlle verlie­ hen. Lokales. —* Die Verdienstmedaille voM Ro­ ten Halbmond wurde dem Mitglieder dev hiesigen Freiw. Sanitütskolonne, Herrn Joses Lehner, Schwaigerssohn von hier, der im vorigen Jahre mit der Bayer. Sanitätsabteilung als Krankenpfleger nach "Konstantinopel gegangen war, verRehen. —* Den Heldentod für das Vater­ land starb Herr Leutnant d. Res. Josef Sau­ rer, Söhn des Herrn städt. Bezirkstierarztes' u. Schlachthvfdirektors Saurer. Der gefallene Held stand im 27. Lebensjahre. —* Den Heldentod für das Vater­ land starb, der Leutnant im '16. Jnff-Rgt. Herr Heinz Wrede, Leiter der kaufmännischen Abteilung des Ingenieurbüros München der Bergmann Elektrizitätswerke Berlin. —* Aus dem Felde der Ehre fiel der freite bei einem Bataillonsstabe des 2. Bay. Jnf.-Rgts., Herr Alois Mischer, der älteste Sohn des Bäckermeisters Herrn Fischer hier. Der gefallene Held, der im 23. Lebensjahrs stand, war Inhaber des Eisernen Kreuzes u, zur Verleihung des Militärperdienstkreuzes vorgeschlagen. * Zwei politisch hochw ich ti ge Nachrichten hat uns der gestrige Dag ge­ bracht. Uns interessiert vor altem die Polensrage, auf deren bevorstehende Lösung ja be­ reits seit geraumer Zeit allerhand Anzeichen schließen ließen. Polen ist selbständiges König­ reich geworden. Die deutschen Heere haben ihm die Befreiung von russischer Knechtschaft gebracht. Der Traum jedes Polenherzens ist in Erfüllung gegangen. Dis Grenzen des neuen Königreichs sind noch nicht bestimmst. Sie werden erst beim Friedensschlüsse mlit Rußland gezogen. Diese Botschaft brachte den Polen ein Manifest des deutschen Geueralgouverneurs General der Infanterie von Beseler in War­ schau und des österr.-ungar. Generalgouver­ neurs Fekdzeugmeister Kuk i» Lublin. Eine offiziöse Besprechung der Angelegenheit in der Nordd. Aklgem. Ztg, weist u. a, darauf hin, daß die Preußen einverleibten Polen auch künf­ tig unauflöslich in diesem Staate verbleiben werden. Aehnlich wird es in Oesterreich sein, das gleichzeitig eine erweiterte Selbstverwal­ tung in Galizien, dem die österreichischen Teile Polens angehören, verkündet hat. Die West­ grenze des neuen Königreichs Polens dürste also mit den heutigen geographischen Grenzen übereinstimmen. Und doch ist es unendlich viel, was die Polen von uns "Barbaren" erhalten haben: die nationale Selbständigkeit. Während die "Knlturstaaten^ England und Frankreich "die Beschützer der Kleinen", für alle pol­ nischen Hilferufe nichtssagende Versprechungen hatten, die Mittelmächte haben die polnische Sehnsucht gestillt, den Polen die Möglichkeit gegeben, gestützt auf die Kraft Deutschlands und seiner Verbündeten, einem neuen Auf­ streben polnischen Lebens entgegen zu gehen. Auch die polnische Armee, deren Anfänge be­ reits die polnischen Legionen bilden, kann ihre' ruhmvollen Traditionen von Tapferkeit und Vaterlandsliebe aufs neue erblühen lassen. Es ist viel, was den Polen als Geschenk in den Schoß fiEIt, mögen sie sich desselben wüxdig er­ weisen. —* Ein Lazarettzug brachte .gestern abends 64 Verwundete aus dem Westen hierhers die durch die Freiw. Sanitätskolvnne ins Reservekazarett in der "Jnfanteriekaserne ver­ bracht wurden. —* Die Allerseelenspende, die am letzten Freitag zur Verteilung kam, 'hatte Brot im Werte von 120 Mark und 36 Mk. Spenden i in Bargeld erbracht. Außerdem standen 810,60 Mk. aus der AllerseelenstiftuNg zur Vertei­ lung, die an 425 Personen erfolgte. {.—■* Einschränkung des Zugsver kehr s. Um den ungehindertest, und vermehr­ ten Lebensmittelverkehr sicher^ zu stellen, ist verfügt worden, einzelne Züge mit Personenbe­ förderung ausfallen zu lassen. In Landshut ist dies der Fall Mt dem um 8 'Uhir 20 !Mim vormittags nach Sanbmt abgehenden Eilzuxf und dem nachmittags 4 Uhr 24 Min. don PÜrttllng hier eintreffenden Personenzug. Beide | Züge verkehren von heute an. vorläufig nicht mehr. 1 —* Hunde in der Trambahn. Zu die­ sem Artikel in Nr. 299 unseres Blattes wer­ den wir ersucht, den Wortlaut der Eingabe zu veröffentlichen, aus dem zweifellos hervor^ t gehe, bafe eine Drohung des Herrn R. R.' Reischle weder beabsichtigt war, noch aus dem Wortlaute der Eingabe entnommen werden könne. Der hieraus bezügliche Teil der Ein­ gabe lautet: "Es kann nicht verkannt werden, daß damit (UVit dem Verbot des Mitnehmens bon Hunden in die Trambahn. D. Red.) eine Belästigung des Publikums verhindert werden soll, anderseits sprechen aber titele Gründe für eine teilweise Aufhebung des Verbotes, na­ mentlich in der gegenwärtigen Zeit, in wel­ cher die Ausübung der Jagd so außerprdentllch erschwert ist. Die Jäger koMmjen abends von der Jagd meist sehr erinüibet am Bahnhof an, die Hunde sind ganz erschöpft, der Weg tzup Stadt ist weit, meistens ist auch Wild Mitzu­ tragen. Viele Jäger haben sich daher schon entschlossen, das erlegte Wild überhaupt nicht mehr nach Landshut zu bringen, sondern es draußen zu veräußern. Bei dem Mangel an FleiM und bei den hohen Viehprersen kauft der Bauer Wild, weil es ihm billiges zu stehen komMt. Dadurch wird die städtische Be­ völkerung ganz erheblich an Wildbezug ge­ schädigt u. a." —* Sch amtose W eiber. Die Hausierers­ töchter, die Schwestern Bersiha Steindl (17 Jahre alt) und Barbarsa Steindl (14 Jahre alt) nahten, wie seinerzeit berichtet, einem Mit ei­ ner Magd mit Heuarbeiten beschäftigten fran­ zösischen Kriegsgefangenen mit schamlosem An­ erbieten. Der Franzose lehnte aber denVerkehr ab, mit dem Hinweise, daß er in Frank­ reich eine Frau besitze. Die StrafkaMMer des hiesigen Landgerichts verurteilte am letzten Freitag die Bertha Steindl zu 6 Monaten und die Barbara Steindl zu 6 Wochen Gefäng­ nis. —* (Singeliefert wurde gestern hier durch die Gendarmerie Essenbach der 16jährige Dienstbube Ludwig Sedlmeier von Klähams. Der Bursche hatte bei dem Bauern Zettl im Altheim, bei däM er bedienstet war, die ver­ sperrte KnechtekaMmer gewaltsam geöffnet und seinen beiden Mitbediensteten Kleider u. a. im Werte vost 47 Mark gestohlen^ Er' flüchtete sodann und trat unter falschem Namen in Unterwattenbach bei dem Bauern Teuft in Dienst, aus dem er aber wieder entlief. Als er in der Nacht zum Sonntag im Anwesen des Teuft einbrechen wollte, wurde er von dem dort bediensteten Knecht gefaßt und her Gen­ darmerie überleben. ' —* Distriktst» ers chmmlu ng. Die or­ dentliche öffentliche Jahresversammlung des Distriktsrates Landshüt findet am Freitag den 17. November vormittags halb 10 Uhr im Bezirksamtsgebäude hier statt. —* Ein frei händig er Pserdeankaus durch die Militärbehörden findet mor­ gen Dienstag vormittags 9 Uhr aus deMViehmarktplatze statt. Hierzu können bereits 3einhalb-jährige Pferde vorgeführt werden Da die Preise im freihändigen Ankauf besserse find, äks bei Beschlagnahme, liegt es im ^Interesse der Pserdebesitzer, ihre Tiere ohne Zwang abzuge­ ben. s —* Liederabend. Ehrenkanonikus Pro­ fessor Wilhelm Müller-München, dessen eigen­ artig volkstümlichen Soldatenlieder unsere LandsturMMänner oft in unseren Straßen er­ klingen lassen, und Fräulein Therese Roth, die durch ihre "deutschen Liederjspiele" bekannte Liedersängerin, haben sich erboten, zu Gun­ sten der Kriegs-Weihnachtsbeschenungen ' am Samstag den 11. November einen musikali­ schen Abend Zu veranstalten. Allen Lieder­ freunden und Freunden unserer Krieger wird ein herrlicher Abend in Ansicht gestellt. Hof­ fentlich wird die TeilnaGne eine recht zahl­ reiche sein und das Ertrjägnßs ein recht gutes werden, um damit die Mittel an die Hand zu geben, den tapferen Soldaten, fern von Heimat und Familie, im Felde und in den Lazaretten, eine kleine Weihüachtssrende bereiten zu kön­ nen. ────────── Gegen Rumänien. i Ter "Angelpunkt". Der Daily Telegraph bezeichnet als den Angelpunkt des europäischen Krieges Rumä­ nien. Die Umstände und nicht die freie Wahl hüben es dazu gemacht. Man versicherte uns, daß, so lange die rumänische Armee intakt bleibe, der Verlust rumänischen Gebietes we­ nig« ■ für die Ententß bedeute. Es ist dies ein Mißverständnis und es ist ein Fehler so zu sprechen. Giornale d'Jtalia behauptet zwar, HindenMrgS Plan sei völlig gescheitert, aber so sagt Dillon, ein Einsall in Rumänien muß den Kaiser und Hindenburg wohl reizen und es ist nicht übertrieben, wenn Man behauptet, daß für sie ein Sieg über RuMänien, ein: Sieg über alle Alliierten wäre. Wir dürfen daruM lachen, aber widersprechen können wir nicht, wie schwierig auch der Einfall erscheint und wirklich ist. Hindenburg kann es deck Mühe wert erscheinen, ihü immerhin einmal zu versuchen. Deshälb 'müssen auch die Alliierten stets daraus vorbereitet sein. (Z.) Russische HUfstruPPen frei Predeal. Italienische Blätter melden aus Bukarest: Russische Hilfstruppen sind eingetroffen und hüben bereits in den Kämpfen aM Predealpaß teilgenomMen. ( « i i ! s ’ ■ I Sinai« von einem Flugzeug an ---Kiffen. r Pariser Blätter berichten aus Bukarest, daß ein feindliches Flugzeug Sinaia mit Bom­ ben angegriffen hübe. Eine Frau wurde ge­ tötet , mehrere Personen verletzt. Tie rumänische« Plünderungen in Orsowa. Temesvar, 4. Nov. TeMesvari Hirlap meldet auf Grund von Informationen des Obergespans vom KoMitat Krasso, Zoltau von Medve, daß in dem KoMitate nur mehr Orsowa und drei Ortschaften, sämMche iM äu­ ßersten Winkel des Komitates gelegen, iM 'Be­ sitze der Rumänen sind. Es ist zu hoffen/ daß in kürzester Zeit der Feind auch von dort Vertrieben sein wird. Von sämtlichen Höhen, die sich entlang der Grenze hinziehen, würden die Rumänen bereits verjagt. Nur der Berg Aliot ist noch in ihrem Besitz. — In Orsowa hüben die Rumänen alles geplündert, fort­ während fahren Züge mit geraubten Gegen­ ständen aus der Stadt. Die Rumänen hüben selbst die Fenster und Türen aus den Ge­ bäuden herausgehoben und sortgefühtt.