Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1916-12-15. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 69. Jahrgang Nr. 340, 1916-12-15. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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Ztg." meldet: Deutsche Unterseeboote erschienen dieser Tage wiederum in größerer Anzahl in den Geq wässern zwischen Schweden und Finnland. Am Donnerstag wurden zwei Dampfer auHerhälb Aaland torpediert. Infolgedessen wurde der gesamte Verkehr zwischen Schweden und Finn­ land neuerdings wieder eingestellt. (nt.) ; Versenkt. Marseille, 14. Dez. (Havas.) Die Dampfer "Magellan" (6027 Tonnen) und "Sinai" (4624 Tonnen) wurden von einem Us-Boot versenkt. Me Besatzung und Fckhrgäste wurden von den begleitenden Schissen gerettet. f ────────── Briand und Sonnino lehnen ab. Truppenschau des Kaisers im Elsaß. — Erfolglose russische Angriffe in den Waldtarpache«; die Große Walachei vom Feinde gesSnvert. — Rene serbische Angriffe in Mazedonien zusammengebrochen. — Aus Griechenland. ' Im Westen kam es ümf Soimtmegebiet nur zu stärkeren Artilleriekämpfen. Bei Le Four de 'SgariS wurde ein französischer Vorstoß, abt­ gewiesen. Vom Maasgebiet wird gesteigerte Artillerietätigkeit gemeldet. ^ In den Karpathen setzten die Russen ihre Angriffe im Trotosultale und im GhörghHgebirge fort, hatten aber leinen Erfolg. In Rumänien ist jetzt die große Walachei nördlich der Bahn Bukarest—Cernawoda vom Feinde gesäubert. 9ün der mazedonischen Front brachen "die Angriffe der Serben an der Cernafront an den bulgarischen Linien zusammen. NachdeMs sogar Petersburger Meldungen bereits zu berichten wissen, daß Truppen von uns aus Rumänien, wo sie entbehrlich sind, an diese Front besövdert wurden, dürste ein fernerer Angriff der Sarrailschen Armee aussichtslos sein. Ta die Angriffe an den übrigen Frontteilen jetzt gätttf lich aufgehört haben, ist Wohl mit einem Ab­ bau der Front Sarrails jetzt M rechnen. Hier­ durch gehen aber die Serben ihrer letzten Hoffnung, eßn Stückchen ihres Landes wieder zu besitzen neuerdings verloren. Daraus sind ßhre nochmaligen verzweifelten Versuche, die eigentlich taktisch ohne jede Bedeutung sind, zu erklären. Sie sind mehir dem Wutanfalle ei­ nes cholerischen Spielers zu vergleichen, der seine Partie verloren steht. ────────── Die Heeresberichte. ────────── Der deutsche Bericht. WTB. Berlin, 14. Dezember. Mittags. (Kroßes Hauptquartier.) Westlicher Kriegsschauplatz. Front des Gemeralfeldmarschalls Kronprinz Rnpprecht von Bavern. In einzelnen Abschnitten der Sommesront vorübergehend starke FeuerMmpfe. Front des deutsche« Kronprinzen. Bei Le Four de Paris in den Argonnen nach heftigem Vorbereitungsfeuer vorstoßende französische Patrouillen wurden abgewiesen. Aus dem rechten Maasufer war nachmit­ tags die Artillerietätigkeit gesteigert. Destlicher Kriegsschauplatz,. Front de» Generalseldmarschalls Prinz Leopold von Bayer«. }. Nichts Wesentliches. ; j Front des General-Dberste« Erz. Herzog Joseph. In den Waldkarpathen vielfach Artilleriefeuer. Im Ghörghogebirge und im Trotosul­ tale setzten die Russen ihre verlustreichen, aber vhne jeden Erfolg verlausenden Angriffe fort. Balkanikriegssch ««platz. HqereSfront des Gemeralfeldmarschalls von Mackensen. Günstige Fortschritte aus der ganzen Front trotz sehr großer Wegschwierigikeiten. Die große Walachei nördlich der Bahn Bukarest—Cernawoda ist vom Feinde gesaut bert. , ' ; - S®eaterh'&$<ä'e 8«ont. Die östlich der Cerna von Serben gefühtvten Angriffe sind unter schweren Verlusten vor den bulgarischen Stellungen Msammewgebrochen. x Ter 1. Generalquartiermeister: Ludendorff. * WTB. Berlin, 14. Dezember. Amtlicher Abendbericht: An der Somme lebhaftes Feuer in ein­ zelnen Abschnitten. Vorstöße der Franzosen auf dem Ost- und Westufer der Maas haben abends eingesetzt. In Rumünien ist die Jalomitza auch von der Donauarmee überschritten. ────────── Der österr.-ung. Bericht. WTB. Wien, den 14. Dezember, mittag#, ilvtKch wird gemeldet! Destlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalseldmarschalls von Mackensen. ! Der Feind ist auch im Bereiche der unteren Jalomitza im Rückzüge. Auf unserer Seite neuerlicher Raumgewinn. j Hreresfront des Generalobersten Erzherzog Joseph. Die Russen greifen weiter an. Sie holten sich auch gestern überall — sowohl südlich des Uztales als im Trotustale und westlich von Tölghes — blutige Köpfe. Ueber CrÄ manesci schoß ein öftereJnmgar .Flieger ein feindliches Kampfflugzeug ab. Dieses über-, schlug sich und stürzte in einem Walde nieder. Heeresfrout d«s Generalseldmarschalls Prinzen Leopold von Baver». Beiderseits des Dnjestr wuchs die rus­ sische Geschütztätigkeit. , f Sonst nichts Neues. ■ ; Italienischer Kriegsschauplatz, und Südöstlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Der stellvertretende Chef des GeneralstaLeSl v. H o e f e r, Feldmarschalleuinam. ────────── Hiindenbulkg pm ewigen Frieden. Der Vertreter der Newhork World Karl b. Wjegand war von Hindenburg und Luden­ dorfs im Großen Hauptquartier zu einer Un­ terredung empfangen worden. Im Verlaufe derselben, in der Hindenburg sich eingehend zur Kriegslage und über einen möglichen Frie­ densschluß iäußerte, fragte ihn der amerikani­ sche Journalist auch über seine Stellung zu der Bewegung in Amerika ptr zwangsprieisen Erhaltung des Friedens. Hindenburg stellte die Gegenfrage: "Warum stellt die amerikani­ sche Regierung so außergewöhnliche Marineforderungen aus?" Im weiteren Verlaufe des Gesprächs äußerte Hindenburg noch: "Die Krie­ ge sind Volkskriege geworden und nicht mehr Kriege gemieteter Söldner. Natürlich wer­ den sie weniger häufig werden, lotet! die Völ­ ker selW sie auszufechten haben und weil die Völker sich bemühen werden, sie zu berfe meiden und sie abzuwenden. Jede praktische Methode, welche dem Zwecke bient, Kriege noch seltener zu machen, dadurch, daß man einen Weg des Appells an die Vernunft anstatt an die Waffen erfindet, sollte mit Sympathie be­ grüßt und unterstützt werden. Aber jede Re­ gierung, welche sich dadurch in vollste Sicher­ heit einlullen läßt und sich! auf die pazifisti­ schen Ideen eines ewigen Friedens auf Erden verläßt und es versäumt, sich auf eine Ver­ teidigung der Existenz, der Ehre und der Rechte ihres Landes vorzubereiten, sündigt schwer an ihrem Volek. Kein Volk mit einem Tropfen Mannesblut und Ehre in den Adern wird je sein Dasein und seine nationale Ehre irgend einem schiedsrichterlichen Verfahren anderer Völker unterwerfen," erklärte Hindenburg mit Nachdruck. "Ziehen Sie hieraus jedoch keine Schlüsse, ich sei int Prinzip gegen inter­ nationale Schlichtung von Unstimmigkeiten zwi­ schen den Nationen. Was der Kanzler in sei­ ner Rede vom 9. November sagte, ist für mich betreffs der Haltung Deutschlands maßgebend. Ich möchte nur betonen, daß, solange Menschen Menschen sind, und solange es in iUjirer Ge­ sellschaft schlechte Elemente gibt, immer die Möglichkeit bestehen wird, daß skrupellose Per­ sonen ihre Macht und ihren Willen dazu aus­ nützen, die Völker dahin zu bringen, die Da­ seinsrechte und die Ehre anderer Nationen anzutasten? es wird also eine Grenze geben, über die hinaus keine Friedensliga etwas ver­ mag. Jedes mannhafte Volk muh daraus vor­ bereitet sein, feine Existenz zu verteidigen, sein Oberhaupt zu schützen und seine Rechte zu wahren. Und dies ist's, was Deutschland heute tut. Daraus entspringt die wunderbare Geschlossenheit des gesamten deutschen Volkes — ein Geist, ein Wille." Tie Friedeustatigkeit des Wiener Nuntius. Wien, 13. Dezember. Die Note an den Papst ist, wie die "Reichspost" meldet, das Ergebnis verschiedener Besprechungen, die in der letzten Zeit mit dem päpstlichen Nuntius Graf Valsradi Bonzo stattgefunden haben. Papst Benedikt hat den diplomatischen Ver­ tretern des Heiligen Stuhles wiederholt den Auftrag gegeben, dahin zu wirken, daß end­ lich die Kriegführenden zur gegenseitigen Be­ sprechung ihrer Vorschläge gelangen. In die­ sem Sinne hat auch der Nuntius, der amSamstag von Kaiser Kart In Audienz empfangen wurde, zu arbeiten sich bemüht. (Z.) Die künftigen Handelsbeziehungen zwij scheu England und Amerika. Keeleh, der Herausgeber des Chicago He­ rold, hat eine Anzahl hervorragender Persön­ lichkeiten in England darüber befragt, wie sie sich die künftigen Handelsbeziehungen mit Amerika denken, und ob die Beschlüsse der Pa­ riser Konferenz die Bedeutung haben, daß nach dem Frieden ein Handelskrieg des Ver­ bandes nicht nur gegen seine Feinde, sondern 'auch gegen die Neutralen einsetzen soll. Das Ergebnis seiner Rundfrage hat Kelleh der Li­ mes zur Veröffentlichung gestellt, die es ver­ öffentlicht. Lloyd George versicherte ^Kelleh, daß der Gedanke an einen künftigen Handelsjkrieg mit Amerika niemand i» England ge­ kommen sei. Die Idee, daß Großbritanien ohne Amerika leben, daß es bei seiner insularen Lage feine Türen verschließen könnte, sei wckhinifinnig. Auch Runciman, Mekenna und Grey sprachen sich in ähnlichem Sinne ans und be­ tonten, daß die Beschlüsse der Pariser Konfe­ renz sich nur gegen Deutschland richteten. Asqchlth hob gleichfalls hervor, daß die Ver­ bandsmächte schon in ihrem eigenen Interesse bestrebt sein würden, nach dem Frieden die günstigsten industriellen und finanziellen Be­ ziehungen mit den Neutralen aufrechtzuerhal­ ten. In den Unterredungen wurde auch die Möglichkeit gestreift, daß Amerika ein Aus­ fuhrverbot von Lebensmittel erlassen könnte. Keel^y meint, daß ein solcher Schritt, mag er auch vom amerikanischen Standpunkt aus noch so berechtigt sein, in England dann nicht ver­ gessen werden würde, Wenn nach dem Kriege die Frage der Handelsbeziehungen zu Amerika zu erledigen wäre. Ein hervorragender Eng­ länder erklärte ihm: "Nur von einem Feinde erwarten wir, paß er versucht, uns auszu­ hungern, aber nicht von einem Freund. Eine Nation kann vieles vergessen'und verzeihen, aber eine Zeit des Hungerns vergißt sie schwer­ lich." unter solchen ttmftiänben nicht weniger tun, als seinerzeit der Nationalkonvent. Ueber die Stellung Englands sagt eine Reutermeldung, daß, die britische Regierung sich wahrscheinlich hierzu nichit än­ dern werde, ehe sie mit den Bundesgenossen beraten habe. Sonnino über das Friedensangebot. In der italienischen Kammer antwortete Sonnino auf eine Anfrage Baslinis, die deut­ sche Note enthalte keine präzise Angabe der Bedingungen, auf denen Friedensverhandlunigen sich bieten könnten. Er habe darum dem schweizerischen Gesandten, der die Note üBerk brachste, gesagt, er werde , nachdem er seine Kollegen gehört, natürlich mit den verbündeSen Regierungen Rücksprache nahmen über die Antwort auf die Note die zwischen den feind­ lichen Regierungen vereiitbahvt werde h Son­ nino bat darauf, die Diskussion zu verschieben, denn in einer so delikaten Angelegenheit sei es dringend nötig, daß die Verbündeten in vollem gemeinsamen Einverständnis handeln und zwar nicht allein nach der Substantz und wegen der Sache, sondern auch hinsichtlich! der Form. ’ ' Tie Sprache der Besessenen. Amsterdam, 14. Dez. "Nieuwe van den Dag" schreibt, die Sprache der französischen und der englischen Presse gegenüber dem Frie­ densangebot der Zentralmächte übertreffe jede Erwartung. Das sei die Sprache von Beses­ senen. Diese Helden der Feder begingen jeden Tag, den ihnen Gott schenke, ein Verbrechen an der Menschheit . Das Blatt schließt: Wenn die Regierungen der Alliierten keine Form finden, um wenigstens Unterhandlungen zu versuchen, dann mtiEjt die Verantwortung für die neuen Menschenopfer und das neue uuüberisehbare Elend tatsächlich auf thuen. Eine Note des Papstes. Zürich, 14. Dez. Im Anschluß an die Friedensangebote der Zentralmächte steht eine Note des Papstes an die kriegführenden Staa­ ten unmittelbar bevor. ────────── Vom westlichen Kriegsschauplatz. Eine Druppenschan des Kaisers im Elsaß. WTB. Berlin, 14. Dezember. (Amtlich!.) S. M. der Kaiser hielt in Gegenwart des Kron­ prinzen am 13. Dezember in der 'Nähe von Mühlhausen int Elsaß eine Truppenschau ab. Berlin, 14. Dezember. Bei der Trnppenbesichtigung durch den Kaiser in Mühl­ hausen zeichnete der Kaiser zahlreiche Ofsitz ziere und Mannschaften, die sich das Eiserne Kreuz 1. Klasse verdient hatten, durch An­ sprachen aus. Dann trat er in die Mitte der Truppen und sprach Worte des Dankes für * die tapferen Männer aus, die int Elsaß auf Vorposten stehlen und den Westen festhalten, fo daß im Osten vernichtende Schläge ausgeteilt werden konnten. D er Kaiser kam mit Worten zornigster Beyachtung auf das Volk im Osten zu sprechen, das unseren Verbündeten räubermäßig den Dolch in den Rücken zu stoßen gedachte. Der Schlachtengott hat sie gerWtet. Wir seien sein Werkzeug gewesen, darauf wol­ len wir stolz sein. ' s Weiterer Rückgang der französische« 1 Sparkassen. i. , > ' Paris, 14. Dezember. Die Abhebungen bei den französischen Sparkassen in der ersten Dezemberdekape übertreffen die Einlagen um 5.54 Millionen Francs, die Abhebungen haben seit Beginn des Jahres die Einzahlungen amt 155.21 Millionen Frs. überstiegen (int Vor­ jahre um 124.26 Millionen Frs.). (31) $$e Berkehrsnote i« Frankreich. - . WTB. Bern, 14. Dez. Jin der gestrigen Sitzung der französischen Kammer stellte der Abgeordenete Bedouce fest, daß infolge der Verkehrsnot int Hafen von La Palliea 6 Mil­ lionen Säcke Hafer durch Keimung zugrunde gegangen sind. Das bedeute einen Verlust von 30 Millionen Francs. Nach der Ansichjt des Abgeordneten wurde durch die Mißstänbe des W irtschflftsverkehrs in Frankreich bis­ her ein Schaden von 5 Milliarden Francs verursacht. > Tlie Zukunft best französischen Arbeiterschaft. Die schweren Menschenverluste Frankreichs zeigen ihre düsteren Schatten schon heute in erregten Auseinandersetzungen über die wirt­ schaftliche Entwicklung des arbeitenden Volkes. Nieanand verhehlt sich mehr die Notwendigkeit der Einführung farbiger Arbeiter. Damit aber taucht zugleich die Lohufrage brennend auf. Die Führer der Gewerkschaften trete« schon jetzt mit der Forderung hervor, daß die Einführung dieser fremden Arbeitskräfte un­ ter keinen Umständen die Löhne der französi­ schen Arbeiter Herabdrücken dürfe. Da anderer­ seits die Arbeitgeber den fremden Arbeitern nicht den gleichen Lohn zählen wollen und tonnen* wie den einheimischen, fo hätte eines ihrer Organe, "Le Batiment", das Fachorgan der Bauunternehmer vorgeschlagen, die ge­ fährliche Frage dadurch zu lösen, daß die französischen Arbeiter als eine Art Prämie gegen den fremden Wettbewerb die Hälfte der Lohndifserenz zwischen ihren Kohusätzen und denen der fremden Arbeiter erhalten sollten. Der Generalsekretär Jouhaux des "Allgemei­ nen Arbeitsbundes" hat dies aber als der Ar­ beiter unwürdig abgelehnt. — Neben dieser rein praktischen Seite der Frage taucht noch eine andere, für den Stolz der französischen Rasse nicht minder bange Frage auf: Werden die Franzofen sich als Volk erhalten können? Jouhaux schreibt hierüber in dem obigen Zu­ sammenhang in der "Dataille": "Jedenfalls kann es sich nur um eine Ergänzung der Arbeitskräfte und nicht Um eine systemati­ sche Einführung gelber oder schwarzer Ar­ beiter handeln..'.. Unser Land darf kein kosmopolitischer Marktplatz werden, wo sich alle Rassen mit Ausnahme der Franzosen be­ gegnen würden, weil diese verschwunden sind." Das Menetekel zeigt also schon seine blasse Schrift dem stolzen Frankreich. ────────── chen alles aus seinem Schlosse wegtragen ließ,. Me Transporte wurden, damit in der Be­ völkerung keine Nervosität entstehe, nachts öü# geführt. Unsere Truppen fanden den KönigsPalast leer, ebenso die Villen und Landhäuser der reichen Bojaren und Diplomaten. (Z.) > Hilfsdienst des rumänischen EtsenÄalhinpersonals in Rumänien. Mus Sofia wird der Wiener N. Fr.Prefse gemeldet: Von unterrichteter amtlicher Stelle verlautet, daßj der Generaldirektor der ru­ mänischen Staatsbahnen Cottescu vorgestern beim Feldmarschall von Mackensen uiml eine Audienz ansuchte, die ihm gewährt wurde. Cottescu stellte seine Dienste und die des ge­ samten rumänischen Eisenbahnpersonals Makkensen zur Verfügung. Sein Anerbieten wuride angenommen, jedoch unter der Bedingung, daß das Personal unter deutsche Oberleitung gestellt werde. (Z.) / Flucht der Rumänen nach der Moldau. ' Sofia, 14. Dez. Angesichts der Fort­ schritte der 9. Armee in Rumänien bleibt für die Rumänen als Zufluchtsort jetzt nur noch! die Moldau übrig. Der Feind hat allem An­ schein nach die Absicht, den Rückzug nach! der Moldau zu bewerkstelligen, um dann noch ein­ mal einen entscheidenden Widerstand zu ver­ suchen. Räumung v^rmlae? Lugano, 14. Dez. Italienische Blätter berichten bereits von einer unmittelbar be­ vorstehenden Räumung der Stadt und des Be­ zirkes Braila. (Z.) EttVer Pascha in Bukarest. Nach! einer Meldung des "Az Est" aus Sos-, stet ist der türkische Kriegsminister Enver Pa­ scha gestern über Sofia nach Bukarest ge fahren. Ein türkischer Telegjierter für die be-esctztcn rumänische« Gebiete. Wie verlautet, ist der ehemalige ottomch nische Botschafter am Berliner Hose, General­ leutnant Osman Nizami Pascha, zum Dele­ gierten der Türkei in den besetzten Gebieten Rumäniens ernannt worden. Rücktritt des rumänischen Ministeriums. Di« Pariser Ausgabe des Newhorker He­ rold meldet aus Jassir , daß alle rumänischen Minister dem Ministerpräsidenten Bratianu, der sich im Großen Hauptquartier aushjW, 'ihre Demissionsgesuche übermittelt haben. Es stehe indes fest, da hBratianu selbst aus seinem Posten bleiben werde. Bratianu zurückgetreten? Nach- einer Meldung des Budapester "A Wflag" aus Sofia soll auch der rumänische Ministerpräsident Bratianu sein Rücktrittsge­ such eingereicht haben. Tas Königsschloß in Sinaja. Kronstadt, 14. Dez. Oesterr.ungav. Staatsangehörige, die in dem eroberten Sinaja interniert waren und nunmehr in die Hei­ mat zurückgekehrt sind, erzählen, daß König Ferdinand von Rumänien schon vor vierWo- ────────── Am Balkan. Armeebefehl des Königs von Bulgarien. WTB. Sofia, 13. Dez. (Meldung der bulgarischen Telegraphenagentur.) Der König richtete den folgenden Armeebefehl am das Heer: Offiziere, Unteroffiziere und Swldaten! Sestt 15 Monaten kämpft Ihn, um die Einheit des bulgarischen Volkes zur verwirk­ lichen. Dank Euerer Hingebung am Eueren Zaren und an das höchste natiomale Werk und dank Euerer beispiellosen Tapsferkeit sind alle Feinde, die sich- unserer natiomalen Ein­ heit hindernd in den Weg stellten:, besiegt. Alle bulgarischen Gebiete stehen mnter dem Schutze der siegreichen bulgarischem Armee. Durchdrungen von dem Gefühl der errungenen Siege machten Wir und die Herrscher der ver­ bündeten Staaten unseren Feinden Vorschläge zur Herstellung des Friedens. Die mächste Zu­ kunst wird zeigen, ob dieser von höher Mensch^ lichkeit eingegebene Schritt eine gerechte Wür­ digung unserer Feinde finden wind. Una# hängig davon heißt es für uns nichtsdestoweni­ ger, den Kampf mit großer Energie ffortzusetzen und mit Gottes des Allmächtigen .Wlfe neue Siege über unsere Gegner zn errtagstn, bis sie begriffen haben, daß ihr aus die Umterjochung fremder Völker gerichtetes Werk wer Unter­ stützung Gottes des Gerechten entbehsrt und da­ mit zum Scheitern verurteilt ist. Es lebe das geeinigte Bulgarien! Wichtige Mintsterberatnng«». Athen, 14. Dez. In den letzten Tagen haben in Athen wiederholte Ministersitzungen stattgefunden, a« denen sämtliche Mitglieder des Ministeriums teilgenommen haben. Ueber die Gegenstände der Beratung wird das strengt ste Stillschweigen beobachtet und sogar bie Aus­ gabe der üblichen Communiques wurde dies­ mal eingestellt. Wie in informierten Kreisen verlautet, sollen weitgehende Beschlüsse gefaßt worden sein, über deren Tragweits schon die nächsten Tage Aufklärung bringen dürften. Weiter wird berichtet, daß in AthenRnhe herrsche und daß seitens der Regierung alle Vorsichtsmaßregeln getrosten wurden, um et­ waige Ruhestörungen im Keime zu unterdrükken. Ans den Kundgebungen des Volkes kann geschlossen werden, daß König Kvnstcknttn sich noch niemals derarttger Sympathien erfreut hat, wie dies tat gegenwärtigen Augenblick der Fall ist. Vorschläge zur Einheit Griechenlands. \ Das Athener Blatt "Neon Asti" schreibt, wahrscheinlich auf Einflußnahme der Regiert ung, daß Griechenland es als gute Grundlage zu einer Verständigung bettachten würde, wen» die Entente die Entfernung der venizelisff ischen Regierung aus Saloniki und die Einstes lung der venizelistischen Truppen in die res guläre Ententearmee vornehme, da aus dies«! Weise die Einheit der griechischen Nation wie­ der hergestellt werde. : i ────────── Seit die Meinung, daß, Me hochherzige Dar­ bietung der Friedenshand in diesem Augen­ blicke, wo unsere Feinde auf allen Fronten die Hoffnung auf Sieg verloren haben, einen tiefen Eindruck auch auf die Verhetztesten unter unseren Gegnern machen müsse und daß, der Kaiser die beste Stunde zu diesem in der Welt­ geschichte noch niemals dagewesenen Friedens­ angebote eines unbestrittenen und vor neuen unabsehbaren Erfolgen stehenden Siegers ge­ wählt habe. 2Me aber begrüßten das soldati­ sche Schlußwort der Kundgebung und schwuren, den Feind, bis er Vernunft angenommen hat, weiter zu schlagen wie bisher, tob er angreift und sich stellt. Die auf Reisen, Märschen und ln der Etappe befindlichen Truppen er­ fuhren die kaiserliche Kundgebung durch An­ schläge, die überall an den Bahnhöfen und Kommandanturen erschienen. Sofort bildeten sich überall vor diesen Anschlägen Gruppen. Tie Soldaten zogen ihre Notitzbücher heraus, um die bedeutsamen Sätze wortgetreu für ihre Kameraden aufzuzeichnen, und an der Größe Des Gedränges und der freudigen Erregung erkannten die Einwohner des besetzten Gebie­ tes sehr schnell, daß die deutschen Heeres­ angehörigen vor einer herzerfreuenden Nachricht standen. Auch sie strömten daher in gro­ ßer Zahl herbei, namentlich Greise, Väter und Frauen in Lrauergewändern. Sie baten um eine Uebersetzung der kaiserlichen Kundgebung, die sie sichtlich ergriffen anhörten. Eine alte Dame. die zwei Söhne in der französischen Armee hat, sagte laut: "Wenn Kaiser Wilhelm Uns endlich den Frieden bringt, dann werde ich als erste Französin öffentlich auf dem Markt­ platze rufen: ""Es lebe Kaiser Wilhelm, der der Welt den Frieden und den weinenden Mütttern ihre armen SöhUe wiedergab!" Viele von den Franzosen befürchteten nur, daß ihre verblendeten Landsleute in Paris niemals den kaiserlichen Erlaß erfahren werden. (Kb.) W. Gcheuermann, Kriegsberichterstatter. ────────── "Rose — du törichtes, geliebtes Weib — was tust du hier?" Bei dem Klange dieser Stimme kam sie zur Besinnung. Sie sah auf, noch faffungslos, nicht begreifend, zweifelnd, noch den Abglanz ihres wahn­ sinnigen Entsetzens auf den Zügen, auf die das Licht des Mondes stet. Und mit einemmale packte es sie — eine maßliche Wonne, ein süßseliges Erschauern! erlöst von furchtbarer Angst und Pein — geschützt, geborgen. "Harald!" In diesem Ausruf lag ihre ganze Seele vor ihm geoffenbart. Wie berauscht zog er sie noch fester an sich, beugte sich über sie und küßte sie. Sie gab sich seinen Küssen skrupellos hin. Die Erde, die Ruine, Fluch und Spuk, alles versank, nur sie und er blieben. "Rose, Rose!" rief er endlich, sie an sich drückend "so habe ich doch recht geahnt, als ich dich heimlich das Schloß verlaßen sah. O, du — du — was hast du getan? Schelten müßte ich dich und küsse doch in Andacht und Verehrung deine Hand. Du hast vollbracht, wozu keine andere imstande gewesen wäre, — du haft den Fluch gelöst, auch wenn du den vermeintlichen Schatz nicht findest und nie finden wirst. Denn er existiert nicht. Du brauchst darum nicht weiter zu graben. Der Schatz ist bereits gehoben durch deine Kraft und Selbstüberwindung der Fluch hat sich in Segen verwandelt. Deine Liebe war stärker als die Furcht, die du bezwungen hast um meinetwillen. Nun bange ich um die Zukunft nicht mehr und fürchte nicht, daß auch du ein Opfer des törichten Aberglauben werden könntest. Darum kann ich jetzt, frei davon, was ich schon lange im Herzen trage, sprechen, und was der unselige Fluch mir bis jetzt verbot. Rose — werde mein geliebtes Weib." "Nie — niemals!" schrie sie entsetzt und mit einemmale grausam aus allen Himmeln gestürzt, auf. Auf ihre Stirn trat der Angstschweiß und mit fast irrsinnigem Ausdruck starrte sie ihn an. "Rose," ries er erschreckt und befremdet. "So fürchtest du dich doch vor dem Fluch, nachdem du diese Probe bestanden hast?" "Nicht den Fluch — nein — dem würde ich trotzen — auch wenn er mich in den Tod führte — "Aber was dann — was dann, Rose?" drängte er ungestüm und erregt, und ergriff ihre Hände, die eiskalt waren. Sie schloß die Augen wie schaudernd vor sich selbst. O, Gott, was hatte sie getan, wie hatte sie auch nur eine Sekunde ihr Verhängnis vergessen können! Nun war ihr auch das nicht erspart geblieben nun mußte sie den Kelch auskosten bis zur Neige. Wortsetzung folgt.) — Schauer um Schauer durchrieselte sie. Sie glaubte Schritte hinter sich zu vernehmen. Es mochte nur ein Echo ihrer eigenen oder ein Spiel ihrer erregten Nerven sein, doch sie wagte nicht, sich umzuschauen. Nur vorwärts — vorwärts! Da tauchte die Ruine vor ihr auf, wie die Trümmer eines Märchenschlosses vom fahlen Mondlicht übergössen. Mit keuchender Brust stieg sie die letzte Anhöhe hinauf und über die Brücke zum Tor hinein. Sie sah nichts mehr — vor ihre Augen tanzten rote Flecken und ein Schwindel packte sie. So taumelte sie zu der Stelle, die die Dorfhexe ihr beschrieben halft. — Stiegen da nicht rote Flammen aus der Erde auf ?.— In diesem Augenblick holte die Turm­ uhr von Bernegg zum ersten Schlage der Mitternachtsftiytbe. aus. Ihre dumpfen, lange nachhallenden Schläge klangen schauerlich durch die Stille der Nacht. Es war Rose, als ob ihr die Sinne vergingen und ihre Kräfte sie verließen. Mit eiserner Energie raffte sie sich auf und gerade, als der letzte Schlag ertönte, stieß sie den Spaten in die Erde und hob eine Schaufel Erde empor. Da raschelte es — Schritte klangen über den' Vorhat — und Haralds Gestalt stand am Eingang. Einen halb wahnsinnigen Schreckensruf stieß Rose aus — der Spaten entsank ihrer Hand — sie taumelte, griff in die Luft und wurde aufgefangen von starken Armen. ────────── Tages-Uebersicht. Mißbpaiuch des Postanweifungs-Tkenstes «ach dem Auslando zur Erztzelung von Kursge­ winn. Seit einiger Zeit ist in mehreren neut­ ralen Ländern der Kurs des deutschen Gel­ des bedeutend höher (für die deutsche Mähirung ungünstiger) als der dem Berliner De­ visenkurs angepaßte deutsche Einzahlungskurs für Postanweisungen nach diesen Ländern (Bei­ spiel: Kurs für Deutsches Geld in den Nieder!lonben 100 Gulden d. i. 247 Mk., deutscher Einzahlungsburs für Postanweisungen nach, den Niederlanden 100 Gulden 236 Mt ). Zur Er­ zielung von Kursgewinn ist nun häufig deut­ sches Papiergeld in den fremden Ländern mit Zahlungsmitteln in Deren Währungen ange­ kauft, in Geldbriesen nach Deutschland ge» sandt und von Den deutschen 'Empfängern auf Postanweisungen nach dem Herkunftslande, die auf dessen Währung lauten, wieder eingezahlt werden. Um diesem Mißbrauch des Postanweisungsdienstes zu begegnen, haben die Postan­ stalten sich. von jedem, der nach einem fremden Lande 500 Mark und darüber auf gewöhnliche oder telegraphische Postanweisungen einzahlt, Inhalt und Zweck des Geschäftes, für das die Zahlung Ment, angeben und durch Nachweise belegen zu lassen. Wird dies verweigert, so wird die Annahme der Postanweisungen abge­ lehnt. Eine Mahnung Scheidemanns. In einer von mehreren taufend Personen besuchten Volksversammlung- sprach am Mittwoch Reichs­ tagsabgeordneter Scheidemann in Chemnitz über den Krieg und kam dabei auch auf das Friedensangebot der Mittelmächte zu sprechen, wobei er den 12. Dezember als den herrlichsten Tag während der Kriegszeit bezeichnete, weil an ihm Deutschland als erstes Land zu einem Verständigungsfrieden,die Hand geboten habe. An die Sozialdemokraten in den feindlichen Ländern richtete Scheidemann folgende Mckhlnungen: Wenn die Vorschläge der Mittelmächte ettvas enthalten, was mit Euerer Ehre und Euerer Zukunft unvereinbar wäre, dann möchftet Ihr sie ablehnen, wie wir sie ablehnen würden, wenn uns von allen Seiten das glei­ che zugemutet würde. Aber Ihr seid verpflich­ tet, von Euren Regierungen zu verlangen,' daß sie die Vorschläge der Mittelmächte sorg­ fältig prüfen. Würdet Ihr die Prüfung dieser Vorschläge selbst ablehnen, würdet Ihr den Gedanken einer Verständigung an sich ableh­ nen, dann würdet Ihr Eure Staaten mit einer Blutschuld beladen, wie sie vor der Weltge­ schichte noch kein Volk getragen hat. Und da­ mit würdet Ihr wahrhaftig nicht der Sache Eueres Vaterlandes dienen. Denn Ihr würdet dadurch die moralischen Faktoren der Kriegjführung auf Euerer Seite ebenso schwächen, wie die auf der unfeigen dadurch gestärkt wür­ den. X3) Sielte; Hochverratsprozeß gegen Tamjam Gjnirtca und 38 Genossen. Nach fünstvöchiger Verhandlung wurde in Serajewv Das Urteil im Hochverratsprozeß Damjan Gjurica und seine 38 Genossen gefällt. Vier der Angeklag!ten wurden zum Tode durch den Strang, drei Angeklagte wurden zu 16 Jahren schweren Kerkers verurteilt, darunter auch der Hauptiangeklagte. Vier Angeklagte erhieletn Kerker­ strafen von 10 Jahren, zwei Angeklagte von 8 Jahren. ────────── «rußte als verdorben im Sinne des Nahrungs­ mittelgesetzes bezeichnet werden. Das Füllsel ibesieht aus Fischfleisch, dem eine Masse zer­ kleinerter Träten beigemengt ist und wobei Material verarbeitet wird, das bereits in Fäuh«is übergegangen ist. Es besteht daher Veran­ lassung vor dem Bezug. dieser Fi schwurst, de­ ren Verkaufspreis übrigens auch viel zu hoch Hst, zu warnen. ────────── Allerlei. ' Bon einem fallenden Baum erschlage« wurde der 18 Jahre alte Dienstknecht Joseph Muff in Fünfftetten (Ries). Zwischen die Puffer zweier Güterwagen tzeriet in Tiefenthal (Pfalz) der Stationsdiener Gränz Weber. Er war alsbald tot. ────────── Niederbayerische Nachrichten. sAiMchMchl, 14. Dez. (Die Neuwahl) im Wahlbezirke Viochtach für den zum Regierungs-rat der K. Regierung von Oberbayern beförder­ ten Bezirksamtmann, Regierungsrat Gg. Götz stn Viochtach wurde von der K. Regierung von Stiederbahern auf Sonntag den 25. Febiruar 1917 anberaumt. i Untärgriiesbqch i. baher. Wald, 12. DeA (Schlechter Dank.) Als unser Pfarrherr von Der Kanzel herab die Bauern ermahnte, mit den Lebensmitteln nicht zurückzuhalten, sontdern diese auch der Ärmeren Bevölkerung und nicht allein gewissen Leuten zukommen zu las­ sen, da verließen einige Bauern und Frauen voll Zorn die Kirche. i | ; ────────── Dienstnachrichten. Postverwaltung. Versetzt in etatsm.Weise «uf Ansuchen ab 1. Dez.: die Schaffner Gg. Wernreuther von Pasing nach Simbach a. J.s Postassistentin Anna Wöhrl von Fürth nach Landshut. Berufen in etatsm. Weise ab 1. Dez.: Postadjunkt Ludw. Molz von Dorfe« nach Zwiesel; Schaffner Joh>. N. Bauer von Passau nach Hauzeuberg; Befördert in etatsm. Weise ab. 1. Dz.: die Postadjunkten Jos. Ste­ cher von Freilassing nach Passau, Jvs. Dvrrer bon Zwiesel nach Regensburg, Joh. Fischl von Mbensberg nach Regensburg, Frz. Eiglsberger von Hauzeuberg nach München. Zu PostpaÄ«reistern befördert die Schaffner Joh!. Diewald in Passau. In den Ruhestand versetzt der Post­ bote Ignaz Humpelmaier in Vilsbiburg. ────────── Landgericht Landshut. (Sitzung vom Dienstag, 12. Dezember 1916.) Verurteilt wurde die Dienstmagd Maria Rieder von Griesstätt wegen Diebstahl im Rückiffalle zu 6 Monaten Gefängnis. Der Landsturmmann Karrer von Pfefsenhauseu, der schon 22 Monate im Felde stand, erhielt auf die Kirchweih Urlaub. Da er wie­ der einmal etwas richtiges zum Essen wollte, beschloß er, sich eine Ente zu kaufen. Solche hatte die Söldnerswitwe Helena Konstantin in Pjstsfenhausen. Als er diese um eine Ente anging, sprach sie schon von den hohen Prei­ sen. Karrer konnte aber anderweitig eine sol­ che nicht haben und schließlich! wurde er über den Preis mit der Konstantin auf 13 Mark 50 Pfg. einig. Die Ente wog mit den Einge­ weiden 6eiühalb Pfund. Ta ein solcher Preis der allgemeinen Marktlage in Pfeffenhausen keineswegs entsprach und eine übermäßige ©et winnsucht nachgewiesen bezw. anzunehmen war, wurde die Konstantin wegen Vergehens gegen die Bundesratsverordnung vom 22. Juli 1915 durch Preistreiberei zu 70 Mark Geldstrafe oder 14 Tagen Gefängnis verurteilt. Die Verhandlung gegen den Dienstknecht Ludwig Sedlmeier von Kläham wurde aus­ gesetzt, weil sich herausstellte, daß er einen falschen Namen führt und unter dem Namen Sedlmeier schon länger strafbare Handlungen verübte. -StielerS Dichtung "Unter der Linde". Pod.bertskh hät pr Dichtung eine Musik geschrie­ ben. die melodisch nicht unnötig in bangen Tiefen toiüölt und harmonisch doch sehr apart ! gewühlt ist. Der volkstümliche Zug feiert dort seine höchsten Triumphe, wo das tiefe und reiche Empfinden vielgestaltig wird. Wäh­ rend der Pause werden den Verwundeten durch Kinder von Mitgliedern Liebesgaben überreicht. . —* Weihnachtsfeiern für die hier wei­ lenden Verwundeten finden im Laufe der nüchs.ften Woche in den verschiedenen Lazaretten statt. , —* Kochbücher für KriegsweihUachtsbackei'reien werden durch! den Verein für Fraueninjtereffen abgegeben. Sie sind in unserer Fi­ liale int Hoflieferant Linnbrunnerhaus zu ha­ lben zum Presse von 10 Pfg. per Stück. | —* Ueber die Beförderung von Speisekartoffeln besagt eine amtliche Mitteilung der Verkehrsverwaltung: Bei der ; groheu Bedeutung der Kartoffeln als Naht rungsmitteln ist es dringend geboten, der Büßörderung der Speisekartoffeln wegen der Frostgefahr grüßte Aufmerksamkeit zuzuwen­ den. — Den Dienststellen ist daher die schleu­ nige und pünktliche Beförderung dieser Senj, düngen besonders zur Pflicht gemacht worden. —* Auslandsflüchtlinge. Die näch,ste Monatsversammlung der aus Feindesland vertriebenen Reichsdeutschen findet am Samsftag, den 16. Dezember, in München im grüßen Saale des Wittelsbacher Gartens,'Thvresienstraße 38, abends 8 Uhr statt. Wie seither, wird der Ausschuß für die AuslandsslüchA . lingsfürsorge anwesend sein und. Flüchtlingen gerne jeden gewünschten Aufschluß erteilen. ────────── Vermischtes. Zivi lgesangen in Frankreich. Uns wird geschrieben :Als der Krieg be­ gann und die Franzosen in das Oberelsah eindrangen, wurden viele Bewohner der Dörfer und Städte von der "ritterlichsten" der Na­ tionen in das Innere Frankreichs verschleppt, und nur wenige haben bisher über die Schweiz nach der Heimat zurückkehren können. Welchen Drangsalierungen die in Frankreich festgehal­ tenen Zivilgefangenen ausgesetzt, sind, darüber berichtete jetzt eine heimgekvhrte Frau. "Mit ei­ ner großen Zahl Leidensgefährten war ich", so erzählt sie, "in einem ehemaligen Kloster untergerrO|(l)t. Es waren düstere Gebäude, die uns als Internat dienten. Französische Sol­ daten waren unsere Wächter, die mit aufge­ pflanztem Bajonett die Wache hielten, als gelte es Schwerverbrecher zu hüten. An eine Be­ wegungsfreiheit war nicht zu denken. Nur ein enger ummauerter Hof diente zu Spaziergän­ gen, wie sie in Deutschland auch die gemein­ sten Verbrecher haben. In Reihen rechtsum wurden wir "spazieren" geführt . Und das war die einzige Abwechslung, die die lange» .Tage Boten. Sonst herrschte ein Einerlei, ein stumpfes Dahinbringen der Zeit, das geisttötend wirkt und jede Lebensfreude ausschaltet. Mor­ gens um 6 Uhr erscholl ein Trompetensignal: Die Reveille! Zum Kaffeefassen wurde wie­ derum ein Hornzeichen gegeben, ebenso zuM Mittags- und Abendessen . Das Essen war verhältnismäßig nicht schlecht, aber die Art und Weise, mit der es verabfolgt wurde, ließ oft den Appetit vergehen. Die rphesten Schmähungen hagelten auf uns «herab. "Bo­ ches" tvar das Schlimmste nicht. Mehr als ein­ mal hieß es: "Man mühte Euch einfach an die Wand stellen und erschießen!" Die sog. "Bet­ ten" waren unter aller Kritik. Auf einer Matte lag ein hlabgefüllter, selten erneuertet Strohsack und Decken ließen sich Nur mstt I Schwierigkeiten beschaffen. Die Heizung ge­ nügte nicht im geringsten den Anforderungen, und in kalten Winter nächten war es unmöglich zu schlafen. Mt der Zeit zerriß das Schuhizeug, das wir mitgebracht hatten . Wer noch ge­ nügend Geld besaß, konnte nach langem Hin und Herl schließlich in den Besitz neuer Schuhe kommen. In unangenehmer Lage waren aber d'ie Mittellosen. Sie erhielten nur den höhni­ schen Bescheid: "Schreibt doch! nach Berlin, Euer Wilhelm soll Schuhe kaufen!" Es war eine harte Leidensschule, die hier durchgemacht Wurde, und wir standen oftmals am Rande der Verzweiflung. Nur die Hoffnung auf den Sieg der deutschen Waffen, an den wir trotz der falschen Berichte, mit denen wir Über­ schwemmt wurden, felsenfest glaubten, hielt uns ltn diesem Leiden noch aufrecht. Wehe aber dem, der dieser Siegeszuversicht Ausdruck ge­ geben hätte! Und doch hingen die Gedanken immer nur daran, da die freien Stunden zu reichlich waren. Beschäftigung gab es für uns Frauen nicht. Als es eines Tages Hieß, ich und noch einige andere kämen nach der Schweiz, da wußte sch, daß die Stunde der Befreiung schlug, und ich atmete auf, als die düsteren Mauern des Klosters Muter mir lagen. We­ niger Glück hätte eine Frau, die mit mir ent­ lassen wurde. Kurz vor der Grenze fand eine nochmalige "Revision statt, und bei dieser Ge­ legenheit fand man Goldgeld bei ihr. Dieses "Verbrechen" mußte sie mit Gefängnis und Zurücknahme der Entlassungsverfügung bü­ ßen. An diese zwei Jahre in Frankreich werde ich mit Grauen denken, solange ich lebe!" (Z.) ────────── Letzte Posten. Wechsel im russischen Ministerium des Aenßern. Petersburg, 14. Dez. ' Reichskontrokleur Pokrowsky ist zum Muister des Aeußern ernannt worden. Sein Nachfolger als Reichskontrolleur wurde der Gehilfe im Finanzmi­ nisterium Feodosieff. ; Aus Griechenland. Couriere della Sera meldet aus Athen: Die Abreise der Alliierten von Patras wurde verschoben. Auch die Italiener, die in Athen wohnen, fahren nicht ab. Das Ultimatum der Entente wird heute abends oder morgen vor­ mittags der griechischen Regierung übergeben. Man glaubt, daiß es annehmbar ist. Trotz der Blockade sind zwei Dampfer und 4 Segler mit besonderer Erlaubnis ans dem Piräus ausgefahren. Auch der Verkehr der Postdampfer ist gestattet. Tie Griechen versicherten, die kürzlich zu .. den Waffen Berufenen Reser­ visten entlassen zu haben. Nach einer Athener Meldung PariserBläÜter dauert ungeachtet der diplomatischen Ver­ handlungen des Ministeriums Lambros mit den Ententegesandten die Straßenherrschajt der Reservisten und die Verfolgung der Venizelilisten fort. Lhoner Blatter melden, daß ein (französisches Torpedoboot vor Korinth« ein­ traf, um die Beförderung königstreuer Trup­ pen nach Südgriecheyland zu verhindern. Wn Orkan an der italienischen Küste. Gestern verheerte ein orkanartiger Sturm die genuesische Küste des Mjittelmeeres. Im Hafen von Genua wurden viele Schiffe von den Ketten gerissen und schwer beschädigt.Mehirere Barken versanken. In der Nacht wurden viele Gebäude beschädigt. Ein 1270 Tonnen großer Dreimaster scheiterte. Vier Mann sind ertrunken. In ganz Sigurien entstand schwe­ rer Schaden. Die Eisenbahnlinie Genua—VenHimiglio ist unterbrochen. In Bologna wurde erdbebenartiges Erscheinen beobachtet. Durch Einstürzen der Kamine wurden viele Peru fönen verletzt. AUs Rom wird ferner ge­ meldet ,infolge des Sturmes sind Telegra­ phen- und Telephonverbindungen mit dem In- und Auslande unterbrochen. ────────── Literarisches. Mitteleuropa. Nachdem 100 000 Exem­ plare seines Buches "Mitteleuropa" in noch picht einem Jahre verkauft worden sind und der Schriftsteller Naumann in der ganzen Welt rauschenden Beifall und einen Erfolg ohneglei­ chen erlebt hät, geht nunmchr die erweiterte Volksausgabe hinaus, ein "zweiter Bote", ein Rufer im Streit. Denn der "politisch schaffende Mensch" in Friedrich Naumann kann sich an dem ungeheuren schriftstellerischen Erfolg allein nicht genügen lassen. Er will Tausende von Durchdenkern des Problems werben, da­ mit die Prophetie ins Wirken komme. Denn das Buch "Mitteleuropa" will als ein Werk­ zeug für kommende Gestaltung angesehen wer­ den. Und der Gedanke, der i n Naumanns Buch zuerst in seiner umfassenden Größe als das gefmeinsame Weltschicksal der rings vom Kriege umstandenen Völker Mitteleuropas erkannt, dessen zwingende Aufgnben von Naumanns zündender Beredsamkeit entwickelt wurden, ihm geben nun die Zeitereignisse Gestalt der Wirk­ lichkeit. Auf den Trümmern des alten Euro­ pas wird sich das neue weltpolitische Gebilde aufbauen. Unsere Soldaten räumen ihm den Schutt aus dem Wege, der sich nun schon breit Aber Ben Balkan zum Mittelmeer und der ver­ bündeten "Höhen Pforte" Asiens austut. Bul­ garien ist zu Mitteleuropa hinzugekommen, froh begrüßt als tapferer Bundesgenossse, als junger, zukunftsreicher Staat in der älteren großen Gemeinschaft. Naumann ist mit deut­ schen Parlamentariern' bei den Bulgaren zu Gaste gewesen. Alles, was er dort geschaut und mit froher Ueberraschung entdeckt hät, alle Ideen über Vergangenheit und Gegen­ wart, über die Zukunft einer "Balkanpolitik" Mitteleuropas, alle diese Ideen, die der Besuch! Bulgariens in ihm ausgelöst hat, tieröffenti= lichte er. in einem Buche: "Bulgarien und Mitteleuropa". Die ersten Stimmen antwor­ ten warm und begeistert aus Bulgarien, aus Ungarn, Oesterreich und der Heimat. Dies Buch rst nun als großes Schlußkapitel in den wei­ teren Zusammenhang des älteren Buches aufge­ nommen. Es ist in der Verlagsbuchhandlung Georg Reiner, Berlin W. 10, Genthimerstraße 38 erschienen. Preis 2.40 'Mark. Täs freie Wort. Frankfurter Halbmonats­ schrift für Fortschritt auf allen Gebieten des geistigen Lebens. Herausgegeben von Wax Henning. 15. Jahrgang. Heft 19/20. Frank­ furt a. M. Neuer Frankfurter Verlag G. m. b. H. Preis vierteljährlich« 2 Mark. Ter Ver­ lag gibt auf Wunsch, Probehefte gratis ab. Der "Baumeister", Monatshefte für Architek­ tur und Bavpraxls, (Verlagsbuchbehandlung Georg D. W. Callwey). Das Heft ist zum Preist vo« Mark 3.— durch alle Buchhandlungen zu beziehen. ────────── Inserate.